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30. Solothurner Literaturtage 2008 vom 1. bis 4. Mai

© Die Berliner Literaturkritik, 30.04.08

© Die Berliner Literaturkritik

Donnerstag, 1. Mai

Stadttheater Preisverleihung. „Schillerpreise 2008“. Verleihung des Deutschschweizer Schillerpreises an Verena Stefan für „Fremdschläfer“ und Urs Faes für „Liebesarchiv“. Den Französischschweizer Schillerpreis bekommt Jean-François Haas für „Dans la gueule de la baleine guerre“ und den Italienischschweizer Schillerpreis bekommt Erika Zippilli-Ceppi für „Regine di confine“. Anschließend lesen die Preisträger. Eintritt frei. 16.30 Uhr. Theatergasse 16-18, 4500 Solothurn.

Freitag, 2. Mai

10 bis 14 Uhr

Landhaus / Saal Lesung. Emil Zopfi – „Spurlos“. „Erzählt wird die Geschichte eines Mannes, der spurlos in den Bergen verschwindet. Bergführerin Andrea Stamm macht sich auf, ihn zu suchen, nachdem sie die Letzte war, die ihn gesehen hat. Dabei begegnet sie einem Jungen und einem Arzt, der seinerseits auf der Suche ist nach der guten alten Zeit, die er aber im Bergdorf nicht mehr findet.“ (Limmat) Moderation: Thomas Feitknecht. 10 Uhr. 1. Stock, Landhausquai 4, 4500 Solothurn.

Landhaus / Säulenhalle Lesung. Katharina Faber – „Fremde Signale“. „Katharina Fabers Roman erzählt die Geschichte der drei jungen Toten Michail, Linette und Boris, die als Schutzengel ausgeschickt sind, über das Leben eines in den fünfziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts geborenen Mädchens zu wachen.“ (Bilgerverlag) 10 Uhr. Parterre, Landhausquai 4, 4500 Solothurn.

Landhaus / Säulenhalle Lesung. André Winter – „Die Hansens“. „1973 kommt der elfjährige Jan Hansen einem dunklen Geheimnis auf die Spur. Es führt ihn zurück ins Jahr 1907, als sein Urgroßvater auf Usedom in einer Winternacht ertrank. Im selben Jahr schifft sich der siebzehnjährige Pankraz Linder aus Emmensee nach Buenos Aires ein. Zwei Ereignisse, die schicksalshaft am Anfang dieses großen Familien- und Zeitromans stehen. Am 6. April 1909 erreicht Peary den Nordpol. 1916 begegnen wir dem Schriftsteller Hesse auf dem Monte Verità. 1933, die Black Harmonists spielen im Ballsaal in Luzern zum Tanz auf: JAZZZZZZZZZZ. Und weiter führt der Roman ins Jahr 1964: der Vietnamkrieg tobt. 1989 schließlich, zurück in Berlin, die Mauer fällt.“ (Bilgerverlag) Moderation: Daniel Rothenbühler. 11 Uhr. Parterre, Landhausquai 4, 4500 Solothurn.

Landhaus / Saal Lesung. Susanna Schwager – „Die Frau des Metzgers“. „‚Die Frau des Metzgers’ erzählt von der Kindheit und Jugend einer Generation, die dabei ist, uns zu verlassen. In einer armen Großfamilie aus Solothurn beginnt die Geschichte von Hildi. Zu ihr, der Schweigenden, führt uns ein Geflecht von Stimmen, die sich erinnern, wie sie als Kind mitten in einer unübersichtlichen Schar von Geschwistern aufwuchs, wie sie als Jugendliche in der Fabrik arbeitete, um den dringend benötigten Lohn nach Hause zu bringen. Von Ungewissheiten beim Erwachsenwerden ist die Rede, vom Tändeln, vom Kinderkriegen und Heiratenmüssen. Von Grenzüberschreitungen und Hingabe wird erzählt, von stillen Frauen, tapferen Kindern und auch vom Weinen der Männer.“ (Chronos Verlag) Moderation: Silvia Ferrari. 11 Uhr. 1. Stock, Landhausquai 4, 4500 Solothurn.

14 bis 18 Uhr

Landhaus / Säulenhalle Lesung. Franco Supino – „Das andere Leben“. Der Autor liest aus dem im Herbst 2008 erscheinenden Roman. Moderation: Thomas Feitknecht. 14 Uhr. Parterre, Landhausquai 4, 4500 Solothurn.

Landhaus / Saal Lesung. Rolf Lappert – „Nach Hause schwimmen“. „Wilbur, gerade mal 1,50 Meter groß, ist wirklich kein Glückskind: Seine irische Mutter stirbt bei der Geburt, sein schwedischer Vater macht sich aus dem Staub, und sein erstes Zuhause ist der Brutkasten. Erst als seine Großeltern ihn nach Irland holen, erfährt er, was Heimat ist. Doch das Glück währt nicht lang: Sein bester Freund kommt in die Erziehungsanstalt, und seine Großmutter Orla stirbt bei einem Unfall. Auch wenn er gern so stark wäre wie Bruce Willis: Er ist und bleibt ein Verlierer. Erst die charmante Aimee bringt ihm etwas anderes bei: Wilbur muss endlich lernen, zu leben – ob er will oder nicht.“ (Hanser) Moderation: Daniel Zahno. 15 Uhr. 1. Stock, Landhausquai 4, 4500 Solothurn.

Landhaus / Säulenhalle Lesung. Simon Froehling – „Feindmaterie“. „Eine vorgetäuschte Heirat wird geplant, um es Imad zu ermöglichen, der Diskriminierung in seinem Heimatland zu entgehen. Sein Liebhaber, seine Alibi-Ehefrau und sein Anwalt besprechen in Imads Abwesenheit die Details. Um möglichst genau lügen zu können, versuchen sie, die Geschichten, die sie mit ihm verbinden, abzugleichen – und verstricken sich dabei doch immer aufs Neue in Widersprüche. Imad wird zum weißen Fleck, zum unbeschriebenen Blatt, zum Fremden, der den selbstverständlich liberalen, studentischen und zwanglosen Lebensweisen seiner Freunde in vielerlei Hinsicht diametral entgegensteht und der sich der eindeutigen Definition entzieht.“ (Verlag Autoren Agentur) Moderation: Eva Bachmann. 15 Uhr. Parterre, Landhausquai 4, 4500 Solothurn.

Landhaus / Seminarraum Lesung. Ales Rasanau – „Das dritte Auge“. „Ales Rasanau gehört zur stillen Sorte von Dichtern. Er macht kein Aufhebens um seine Person, lehnt ‚Ichhaftigkeit’ und Originalitätssucht im Schreiben ab und kümmert sich weder um Zeitgeist-Themen noch um literarische Trends. Poetische Arbeit bedeutet für ihn das Angerührtwerden von einem Stoff, einem Ding – und das Echo darauf. Seine ‚Punktierungen’ sind haikuhafte Gebilde von großer Lakonie und lapidarer Schönheit, die sowohl auf Pointen wie auf Metaphern verzichten. Scheinbar unprätentiös realisieren sie am vollkommensten, was Rasanau als poetische Arbeit bezeichnet: von einem Stoff, einem Ding angerührt werden – und darauf antworten.“ (Urs Engeler Editor) Moderation: Ilma Rakusa. 16 Uhr. 2. Stock, Landhausquai 4, 4500 Solothurn.

Landhaus / Saal Lesung. Jörg Steiner – „Ein Kirschbaum am Pazifischen Ozean“. „‚Wir verstehen nicht, was mit uns geschieht.’ Und will man das nicht kleinreden, dann kann man wie Jörg Steiner erzählen, von anderen und von sich selbst, kann wahrnehmen, was einem widerfährt, klar und präzise das scheinbar Selbstverständliche in den Blick nehmen und ihn zugleich für das Ungewöhnliche öffnen, kann mit großer Gelassenheit den Begebenheiten und Begegnungen ihr Geheimnis belassen und in einer sachten Bewegung Vergangenes und Gegenwärtiges zusammenfügen und bewahren.“ (Suhrkamp) Moderation: Martin Zingg. 16 Uhr. 1. Stock, Landhausquai 4, 4500 Solothurn.

Landhaus / Säulenhalle Lesung. Margrit Schriber – „Die falsche Herrin“. „Im Jahr 1724 wurde in Schwyz eine junge Frau zum Tode verurteilt - und in letzter Minute gerettet. Die bettelarme Magd hatte sich einen berühmten adligen Namen geborgt und auf Pump ein luxuriöses Leben geführt, indem sie Auftreten und Benehmen der Aristokratie perfekt imitierte.“ (Nagel & Kimche) Moderation: Daniel Zahno. 16 Uhr. Parterre, Landhausquai 4, 4500 Solothurn.

Landhaus / Saal Lesung. Paul Nizon – „Die Zettel des Kuriers. Journal 1990 – 1999“. „‚Da sitzt einer beim Schreiben vor seiner Maschine und beginnt zu spielen. Das ist die Ausgangslage, das ist der Beginn. Der Beginn ist ohne Plan und ohne bestimmtes Wissen und Vorhaben. Ein Mensch, der anfängt zu sprechen oder zu murmeln und der sich im Grunde bekennen, das heißt seiner Existenz und des Lebens vergewissern möchte. Er fängt irgendwo an und nimmt sich und den Leser auf die Reise mit...’“ (Suhrkamp) Moderation: Daniel Zahno. 17 Uhr. 1. Stock, Landhausquai 4, 4500 Solothurn.

Landhaus / Säulenhalle Lesung. Wendy Guerra – „Alle gehen fort“. „Schon als Mädchen vertraut Nieve ihrem Tagebuch an, was sie niemandem zu erzählen wagt. Sie wächst mit ihrer schrägen Hippie-Mutter und deren schwedischem Freund in Cienfuegos auf. Das unbeschwerte Leben findet ein jähes Ende, als das Sorgerecht ihrem gewalttätigen, alkoholkranken Vater zugesprochen wird und Nieve zu ihm in die Berge ziehen muss. Es beginnt eine Zeit der Demütigungen, des Hungers und der Schläge.“ (Lateinamerika Verlag) Auf Spanisch und Deutsch. Moderation: Christoph Kuhn. 17 Uhr. Parterre, Landhausquai 4, 4500 Solothurn.

ab 18 Uhr

Landhaus / Säulenhalle Lesung. Annette Hug – „Lady Berta“. „Bertas Enkelin erzählt das Leben ihrer Großmutter. Wie Berta und Karl in einem Mansardenzimmer zusammenfinden und einander bald wieder verlieren. Wie sich Berta mit dem Leben beeilen will, so kurz vor Kriegsausbruch. Sie berichtet von Bertas Leben in der Schweiz des Aktivdienstes und von der neuen Freiheit eines Schweizer Au-pair-Mädchens im Nachkriegslondon. Sie erzählt aber auch von der Sehnsucht und Wut ihrer Mutter Louise, Bertas Tochter.“ (Rotpunktverlag) Außerdem lesen Lea Gottheil aus ihrem unveröffentlichten Text „Elgin“ und Anja Jardine aus „Als der Mond vom Himmel fiel“. Moderation: Silvia Ferrari. 18 Uhr. Parterre, Landhausquai 4, 4500 Solothurn.

Kulturfabrik Kofmehl Lesung & Poetry Slam. „gägäWärt – DIE Mundartnacht“. gägäWärt-typisch ist die Begegnung von ganz verschiedenen Mundart-Sparten. Ganz besonders gägäWärtig ist das Aufeinandertreffen der Mundarten aus allen Landesteilen. Es geht um Kunst mit dem Mund, denn was sonst heißt MundArt? Und wie es Gabriel Vetter so schön zusammenfasst: „Es ist schon geil, mit überbordender Lust den Leuten Literatur um die Ohren zu hauen.“ Mit Laurin Buser, daniela dill, Dülü Dubach, Rosie Hörler, Rolf Kertini, Beat Lüthi, Fränzi Madörin, Markus Schrag, Manuel Stahlberger, Gisela Widmer sowie Remo Zumstein. Moderation: Simon Chen. 28 sfr. 20.30 Uhr. Kartentelefon: 0041-(0)32-621 33 28. Hans-Huber-Strasse 43b, 4503 Solothurn.

Landhaus / Saal Lesung. Monika Maron – „Ach Glück“. „Ob dies nun der von Johanna insgeheim herbeigesehnte Neuanfang ist oder einfach nur ein Aufbruch, als sie kurzentschlossen dem Lockruf der alten russischen Aristokratin Natalia Timofejewna nach Mexiko folgt, weiß sie selbst nicht. Während sie in 10.000 Meter Höhe erwartungsvoll einer fremdartigen Welt entgegensieht, vielleicht der Begegnung mit der legendären Leonora Carrington, jener wunderbar-verrückten surrealistischen Künstlerin, irrt Achim in Berlin ziellos zwischen den gewohnten Plätzen und Ritualen umher, bedrängt von der Frage, was Johannas Flucht zu bedeuten hat und wie die seltsame Verwandlung seiner Frau mit jenem schwarzen zotteligen Hund zusammenhängt, den sie eines Tages angebunden an einem Abfalleimer an der Autobahn fand und mitnahm.“ (S. Fischer) Moderation: Alexandra Kedves. 20.30 Uhr. 1. Stock, Landhausquai 4, 4500 Solothurn.

Landhaus / Säulenhalle Lesung. Anna Felder – „Le Adelaidi“. „Zentrale Themen sind die Introspektion, die trügerische Dimension der Erinnerung und die Spannung zwischen Leben und Tod. In ihren Texten ist die Tessiner Autorin ständig auf der Suche nach einem perfekten Gleichgewicht zwischen Form und Bedeutung.“ (Limmat) Auf Italienisch und Deutsch. Moderation: Paola Gilardi. 20.30 Uhr. Parterre, Landhausquai, 4500 Solothurn.

Samstag, 3. Mai

9 bis 12 Uhr

Landhaus / Saal Lesung. Peter Stamm – „Wir fliegen“. „Heidi zeichnet das junge Mädchen, das sie nie gewesen ist. Vor Jahren wollte sie Künstlerin werden, in Wien studieren an der Akademie, aber die Reise ging nur bis Innsbruck. Jetzt hat sie Mann und Kind, die sie nie gewollt hat. Erst durch Carmen, die hübsche Lehrtochter aus der Bäckerei, fängt sie wieder an zu träumen. – Bruno arbeitet seit dreißig gleichmäßigen Jahren als Portier in einem Hotel. Er war beim Arzt, ein schlimmes Ergebnis könnte ihn erwarten. Noch weiß er nichts endgültiges, es ist seine letzte Nacht vor dem Resultat. Aber es wird nichts sein, bestimmt nicht. Für einen Moment ist er ganz glücklich.“ (S. Fischer) Moderation: Daniel Rothenbühler. 9 Uhr. 1. Stock, Landhausquai 4, 4500 Solothurn.

Landhaus / Säulenhalle Lesung. Isabelle Stamm – „Zwillings Welten“. „Alex ist seit Jahren verschollen. Sein Zwillingsbruder fährt in ein kleines Schweizer Gebirgsdorf, in dem Alex längere Zeit gelebt hat, um dort mehr über den Verbleib des Bruders herauszufinden.“ (Edition Isele) Außerdem liest Mireille Zindel aus „Irrgast“. Moderation: Martin Zingg. 9 Uhr. Parterre, Landhausquai 4, 4500 Solothurn.

Landhaus / Saal Lesung. Annette Pehnt – „Mobbing“. Erzählt wird aus der Perspektive der Ehefrau des Gemobbten, die nicht weiß, ob sie seinen Schilderungen trauen darf. Mit dem Job verliert der Verwaltungsangestellte Jo Rühlers also auch noch das Vertrauen seiner Frau. Moderation: Alexandra Kedves. 10 Uhr. 1. Stock, Landhausquai 4, 4500 Solothurn.

Landhaus / Säulenhalle Lesung. Jacqueline Moser – „Lose Tage“. „‚Lose Tage’ erzählt von einem Geschwisterpaar, von Adrian und Carla, von ausgelassenen Schwärmereien, der Liebe zur Musik und vielen mal bunten, mal grauen Augenblicken im Leben von Kindern, die erwachsen werden – und bald danach: erwachsen sind.“ (weissbooks) Außerdem liest Maurizio Pinarello aus „Das Gedächtnis der Steine“. Moderation: Daniel Zahno. 10 Uhr. Parterre, Landhausquai 4, 4500 Solothurn.

Landhaus / Seminarraum Lesung. Jochen Kelter – „Ein Ort unterm Himmel“. „Hier geht es um Heimat in vielfältigster Form: gewählte Heimat, verlassene Heimat, entfremdete Heimat, Sehnsucht nach Heimat, Enttäuschung über die Heimat, das Finden einer Heimat, Heimat im Plural.“ (Waldgut Verlag) Moderation: Martin Zingg. 10 Uhr. 2. Stock, Landhausquai 4, 4500 Solothurn.

Landhaus / Seminarraum Lesung & Gespräch. „Dubravko Pušek liest und spricht Fabio Pusterla“. Einführung und Moderation: Paola Gilardi. 11 Uhr. 2. Stock, Landhausquai 4, 4500 Solothurn.

Landhaus / Saal Lesung. Jürg Beeler – „Solo für eine Kellnerin“. „Zwei Männer, Onkel und Neffe, erzählen von ihrer Liebe zur selben Frau. Der eine ist mit ihr verheiratet, der andere sitzt in ihrem Ferienhaus in der Toskana. Der Neffe, Tenorsaxophonist und Verführer, findet im Nachlass seiner Mutter 27 Briefe: Vergangenes holt ihn ein und lässt nicht nur seine Herkunft in völlig neuem Licht erscheinen, sondern spiegelt auch seine Beziehungen zu Frauen – wie etwa jene zur Kellnerin Angelina – in beklemmender Weise wider.“ (Haymon) Moderation: Silvia Ferrari. 11 Uhr. 1. Stock, Landhausquai 4, 4500 Solothurn.

Landhaus / Saal Lesung. Germano Zullo – „Quelques années de moins que la lune“. Moderation: Muriel Zeender. 11 Uhr. 1. Stock, Landhausquai 4, 4500 Solothurn.

12 bis 16 Uhr

Landhaus / Saal Lesung. Keller+Kuhn – „Der Stand der letzten Dinge“. „Sie schreiben trotzdem weiter. Da liegt Delgados tote Katze auf dessen Sofa, mit schönen Grüßen von Kulti. Es wird ernst; mit Hilfe eines Polizeikommissars und alten Freundes machen sie sich auf die Suche nach dem Erpresser. Doch Kulti ist raffiniert, ein trickreiches Katz-und-Maus-Spiel setzt ein. Schon bald fühlen sich die beiden Autoren von Kulti ferngesteuert, als seien sie Figuren in einem eigenen Roman.“ (Limmat) Einführung und Moderation: Eva Bachmann, St. Galler Tagblatt. 12 Uhr. 1. Stock, Landhausquai 4, 4500 Solothurn.

Landhaus / Säulenhalle Diskussion. „Wie bringt die Kritik Literatur ins Gespräch“. Es diskutieren Adolf Muschg, Autor und Literaturwissenschaftler, Daniel Maggetti, Autor und Leiter des Centre de recherches sur les lettres romandes in Lausanne sowie Fabio Pusterla, Autor aus Lugano. Moderation: Francesco Biamonte und Christa Baumberger. 12 Uhr. Parterre, Landhausquai 4, 4500 Solothurn.

Landhaus / Säulenhalle Lesung. Catherine Lovey – „Cinq vivants peur un seul mort“. Moderation: Daniel Rothenbühler. 13 Uhr. Parterre, Landhausquai 4, 4500 Solothurn.

Landhaus / Saal Lesung. Dacia Maraini – „Il treno dell’ultima notte“. Auf Italienisch und Deutsch. Moderation: Paola Gilardi. 14 Uhr. 1. Stock, Landhausquai 4, 4500 Solothurn.

Landhaus / Säulenhalle Lesung. Marius Daniel Popescu – „La symphonie du loup“. Moderation: Muriel Zeender. 14 Uhr. Parterre, Landhausquai 4, 4500 Solothurn.

Landhaus / Säulenhalle Lesung. Daniel Maggetti – „Les créatures du Bon Dieu“. „À l’ombre des montagnes, un village niché au cœur d’une vallée tessinoise est le théâtre de la rencontre d’un homme d’Eglise et d’une aristocrate alémanique, puis de leur vie en commun, mouvementée et insolite. Témoin complice de leur relation, le narrateur est amené à considérer d’un autre œil l’amour, le savoir, la foi ; don Rodrigo et Marie-Louise l’initient à la tolérance, et peut-être, malgré eux, à la compassion.“ (Les Editions de l’Aire) Moderation: Muriel Zeender. 15 Uhr. Parterre, Landhausquai 4, 4500 Solothurn.

Landhaus / Saal Lesung. Ulrich Peltzer – „Teil der Lösung“. „Überwachungskameras am Potsdamer Platz, globalisierte Markenwelten und limitierte Bewegungsfreiheit: an Vorzeichen, die politisches Handeln ebenso notwendig wie illusionär erscheinen lassen, mangelt es nirgends. Christian schlägt sich als freier Journalist mit Gelegenheitsaufträgen durch und ist Teil eines akademischen Proletariats, wie es in Berlin ganze Stadtviertel besiedelt. Selbst Mitte dreißig, hat er die Zeit des bewaffneten Widerstands gegen die Staatsmacht nur noch als Echo miterlebt. Vielleicht sucht er gerade deshalb für eine längst fällige Story Kontakt zu untergetauchten Ehemaligen der Roten Brigaden. In Paris soll ein wichtiger Informant anzutreffen und bereit zum Reden sein. Zunächst aber trifft Christian auf Nele bzw. sie trifft ihn, mit dem Ellenbogen ins Kreuz in der Tür eines Klubs. Die hochbegabte Studentin bewegt sich, von einer geheimnisvollen Wut getrieben, durch den Jahrhundertsommer 2003.“ (Ammann) Moderation: Daniel Rothenbühler. 15 Uhr. 1. Stock, Landhausquai 4, 4500 Solothurn.

Fußballstadion FC Solothurn Lesung & Fußballspiel. „Fussballspiel FADS – Radio 32“. Die Schweizer Schriftsteller-Fußballnationalmannschaft FADS (Fußballspielende Autorinnen und Autoren der Schweiz) spielt gegen das Team von Radio 32, dem Solothurner Lokalradio. Nach Abpfiff des FADS-Spiels lesen Mitglieder des Teams auf der Tribüne aus ihren Werken. Es spielen und lesen Rolf Lappert, Hansjörg Schertenleib, Vincenzo Todisco, Wolfgang Bortlik, Patrick Tschan, Bruno Schlatter, Urs Heinz Aerni, Helmut Maier, Maurizio Pinarello, Lu Bonauer, Gefe und andere. 15 Uhr. Brühlstrasse 79, 4500 Solothurn.

16 bis 19 Uhr

Landhaus / Seminarraum Lesung. François Debluë – „Le front aux vitres“. Außerdem liest Mary-Laure Zoss aus „Le noir du ciel“. Moderation: Daniel Rothenbühler. 16 Uhr. 2. Stock, Landhausquai 4, 4500 Solothurn.

Landhaus / Saal Lesung & Gespräch. Moritz Leuenberger – „Lüge, List und Leidenschaft“. „In seinem dritten Buch ‚Lüge, List und Leidenschaft. Ein Plädoyer für die Politik’ schildert Moritz Leuenberger ausführlich Lügen und Listen in der Tagespolitik, bestreitet aber, dass das ethische Verhalten ein anderes sei als im privaten oder im Berufsleben. Der Schweizer Umwelt- und Verkehrsminister tritt damit Literaturprofessor Peter von Matt entgegen, der in ‚Die Intrige. Theorie und Praxis der Hinterlist’ die These vertritt, ein Politiker müsse ‚lügen, ungerecht sein, Gesetze biegen und sich zielgerichtet verstellen’. Eine These, die sich auf die Unterscheidung zwischen Gesinnungs- und Verantwortungsethik des Soziologen Max Weber stützt.“ (Limmat) Anschließend der Politiker im Gespräch mit dem Autor Peter Stamm. Moderation: Martin Zingg. 16 Uhr. 1. Stock, Landhausquai 4, 4500 Solothurn.

Landhaus / Säulenhalle Lesung Andrea Fazoli – „Das Collier“. „Die Mailänder Studentin Francesca Besson findet auf dem Dachboden im Nachlass ihrer Mutter ein atemberaubend funkelndes Collier. Bei ihren Nachforschungen über dessen Her­kunft stößt sie auf die dunklen Familiengeheimnisse der Ruggeri, einer Tessiner Juweliersdynastie. Beinahe vor Francescas Augen wird ein Mitglied der Familie Ruggeri ermordet, bald darauf ein zweites. Der Täter scheint sich jedes Mal in Luft aufgelöst zu haben, und die Polizei ist ratlos. Die Familie engagiert den jungen Privatdetektiv Elia Contini, der sich gemeinsam mit Francesca an die Lösung der rätselhaften Fälle macht und dabei ein Gewirr von Habgier, Betrug und Verbrechen, vergifteter Liebe und jahrzehntelang geheg­tem Groll durchdringen muss. Die Bedrohung der Familie findet ihren Höhe­punkt in einer atemlosen Tour de Force durch die berauschte, enthemmte Menge der Tanzenden auf der Zürcher Streetparade.“ (Waldgut Verlag) Auf Italienisch und Deutsch. Moderation: Paola Gilardi. 16 Uhr. Parterre, Landhausquai 4, 4500 Sotothurn.

Landhaus / Seminarraum Lesung. Lisa Elsässer – „Ob und darin“. Außerdem liest Svenja Herrmann aus Beiträge in Anthologien und Zeitschriften. Moderation: Silvia Ferrari. 17 Uhr. 2. Stock, Landhausquai 4, 4500 Solothurn.

Landhaus / Saal Lesung. Lukas Bärfuss – „Hundert Tage“. „Ruanda, April 1994, in Kigali wütet der Mob. David, Mitarbeiter der Schweizer Entwicklungshilfe, hat das Flugzeug, mit dem die letzten Ausländer evakuiert wurden, abfliegen lassen. Er versteckt sich hundert Tage in seinem Haus, vom Gärtner mit Nahrung versorgt – und mit Informationen über Agathe, Tochter eines Ministerialbeamten, die der Grund für sein Bleiben ist. Die vergangenen vier Jahre ihrer Liebe ziehen ihm durch den Kopf, die Zeit, die er als Entwicklungshelfer in Kigali verbrachte. Millionen wurden in ein totalitäres Regime gepumpt, das schließlich, als es die Macht an eine Rebellenarmee zu verlieren drohte, einen Genozid organisierte. Auch David wurde zum Komplizen der Schlächter, und als die Aufständischen Kigali einnehmen, flieht er mit den Völkermördern über die Grenze. Dort findet er in einem Flüchtlingslager Agathe wieder, aber es ist nicht die Frau, die er einmal liebte.“ (Wallstein Verlag) Moderation: Alexandra Kedves. 17 Uhr. 1. Stock, Landhausquai 4, 4500 Solothurn.

Landhaus / Säulenhalle Lesung. „Michel Viala liest aus seinen teils unveröffentlichten Werken“. Moderation: Anne Fournier. 17 Uhr. Parterre, Landhausquai 4, 4500 Solothurn.

Landhaus / Säulenhalle Lesung. Eugène – „La vallée de la jeunesse“. 18 Uhr. Parterre, Landhausquai 4, 4500 Solothurn.

Kino im Uferbau Film. Matthias von Gunten – „Max Frisch, Citoyen“. 18.30 Uhr. Telefon: 0041-(0)32-625 80 80. Ritterquai 10, 4502 Solothurn.

ab 19 Uhr

Stadttheater Inszenierung & Diskussion. Simon Froehling – „Feindmaterie“. „Eine vorgetäuschte Heirat wird geplant, um es Imad zu ermöglichen, der Diskriminierung in seinem Heimatland zu entgehen. Sein Liebhaber, seine Alibi-Ehefrau und sein Anwalt besprechen in Imads Abwesenheit die Details. Um möglichst genau lügen zu können, versuchen sie, die Geschichten, die sie mit ihm verbinden, abzugleichen – und verstricken sich dabei doch immer aufs Neue in Widersprüche. Imad wird zum weißen Fleck, zum unbeschriebenen Blatt, zum Fremden, der den selbstverständlich liberalen, studentischen und zwanglosen Lebensweisen seiner Freunde in vielerlei Hinsicht diametral entgegensteht und der sich der eindeutigen Definition entzieht.“ (Verlag Autoren Agentur) Inszenierung: Jan Philipp Gloger. Bühne und Kostüme: Bettina Kraus. Dramaturgie: Silvie von Kaenel. Schauspieler: Katja Tippelt, Günter Baumann, Walid A. El Sheikh, Max Merker. Anschließend Publikumsdiskussion mit dem Autor und Ensemble. 19 Uhr. Theatergasse 16-18, 4500 Solothurn.

Landhaus / Säulenhalle Lesung. Gilles Leroy – „Alabama song“. „Montgomery, Alabama, 1918. Quand Zelda, ‚Belle du Sud’, rencontre le lieutenant Scott Fitzgerald, sa vie prend un tournant décisif. Lui s’est juré de devenir écrivain : le succès retentissant de son premier roman lui donne raison. Le couple devient la coqueluche du tout New York. Mais Scott et Zelda ne sont encore que des enfants : propulsés dans le feu de la vie mondaine, ils ne tardent pas à se brûler les ailes…“ (Mercure de France) Moderation: Muriel Zeender. 20.30 Uhr. Parterre, Landhausquai 4, 4500 Solothurn.

Landhaus / Saal Lesung. Adolf Muschg – „Wenn es ein Glück ist“. „Liebesgeschichten sind ein Genre, dem Adolf Muschg sich über vierzig Jahre stets aufs neue gestellt hat. Dem Raum und der Zeit nach kennen sie keine Grenzen. Sie spielen im neuseeländischen Hügelland ebenso wie auf einer Latifundie in Argentinien. Sie ereignen sich vor dem Hintergrund eines Schweizer Bergdorfs und in den anonymeren Gefilden einer zeitgenössischen Großstadt. Es sind Geschichten mit dem denkbar breitesten Spektrum. Es geht um die Liebe zwischen Mann und Frau, um Freundes-, Kindesliebe und Inzest, und immer wieder: um die Liebe in ihrer vertracktesten oder gar deformierten Gestalt, um Schuld, Ohnmacht, Scheitern, Revolte, Gewalt.“ (Suhrkamp) Moderation: Thomas Feitknecht. 20.30 Uhr. 1. Stock, Landhausquai 4, 4500 Solothurn.

Restaurant Kreuz Lesung & Musik. Tim Krohn – „Vrenelis Gärtli“. „Das Vreneli ist nicht wie andere Kinder. Schon über seine Eltern kursieren im Tal die seltsamsten Gerüchte, und als die Mutter früh stirbt, heißt es, der Vater habe mit bösen Mächten paktiert. Das Vreneli soll fort von ihm und auf die Schule, doch lernt es lieber das zwielichtige Handwerk des Zauberns und streicht in Gestalt eines roten Füchsleins über die zerklüfteten Berge und Gletscher. Nachdem es die Tochter eines reichen Fabrikanten aus der Gefangenschaft eines Hexers gerettet hat, verfolgt der es mit Wut und Ausdauer. Bald darauf trifft das Vreneli den Waisenknaben Melk, einen jungen Sennen, ein Quatemberkind wie sie – und spürt ein Sehnen, das sie bis dahin nicht gekannt hat. Doch bringt der Fluch des Hexers auch den Melk in Gefahr…“ (Eichborn) Musik: Anna Trauffer am Kontrabass. Moderation: Silvia Ferrari. 22 Uhr. Saal, Kreuzgasse 4, 4500 Solothurn.

Sonntag, 4. Mai

10 bis 12 Uhr

Landhaus / Saal Lesung. Urs Jaeggi – „Durcheinandergesellschaft. Versuche, die Gegenwart zu verstehen“. Der Autor, Maler, Bildhauer und Soziologe Urs Jeaggi – einer der geistigen Väter der 68er-Studentenrebellion – wirft in seinem neuen Buch „Durcheinandergesellschaft“ einen genauen Blick auf unsere Zeit, auf die Entwicklung der Gesellschaft und der Soziologie seit 1968. Was macht die Gegenwart aus? Welche geistigen Strömungen prägen unser Leben heute? Was hat es mit der Sinnfrage auf sich? Das sind einige der Themen, die „Durcheinandergesellschaft“ umkreist – ein sehr persönliches Buch, das einen Zugang sucht zum Verständnis unserer Welt. Moderation: Daniel Rothenbühler. 10 Uhr. 1. Stock, Landhausquai 4, 4500 Solothurn.

Kino im Uferbau Film. Matthias von Gunten – „Max Frisch, Citoyen“. 10 Uhr. Telefon: 0041-(0)32-625 80 80. Ritterquai 10, 4502 Solothurn.

Landhaus Diskussion. „Table ronde: Biographie – Wo liegt der Erkenntnisgewinn eines literarischen Zugangs zu einer Biographie?“. Es diskutieren Carl Djerassi, Michael Stauffer und Franco Supino. Moderation: Eva Bachmann. 10.30 Uhr. Säulenhalle, Parterre, Landhausquai 4, 4500 Solothurn.

Landhaus / Saal Lesung. Andrea De Carlo – „Das Meer der Wahrheit“. Auf Italienisch. Deutsche Textpassagen: Maja Pflug. Moderation: Paola Gilardi. 11 Uhr. 1. Stock, Landhausquai 4, 4500 Solothurn.

Landhaus / Säulenhalle Lesung & Gespräch. Nathan Englander – „Das Ministerium für besondere Fälle“. „Kaddisch Poznan, Jude und Sohn einer Hure, hat es im Leben zu nichts Rechtem gebracht. Sein Sohn Pato verachtet ihn, und seine Frau Lillian verdient in einer Versicherungsagentur das Geld für die Familie. Eines Tages wird Kaddischs Sohn verhaftet, und binnen kürzester Zeit verliert sich Patos Spur in der anonymen Apparatur der argentinischen Militärdiktatur. Immer wieder werden Kaddisch und seine Frau im „Ministerium für besondere Fälle“ vorstellig, doch niemand fühlt sich zuständig, niemand will ihnen weiterhelfen…“ (Luchterhand) Auf Englisch und Deutsch. Moderation: Alexandra Kedves. 11.45 Uhr. Parterre, Landhausquai 4, 4500 Solothurn.

ab 12 Uhr

Landhaus / Saal Lesung. Kurt Aebli – „Ich bin eine Nummer zu klein für mich“. „Von fremdvertrauten Dingen handeln diese Gedichte: von Spaziergängen durch Vororte oder vom Gehen auf dem Hochseil, von Vornamen von Frauen, von Zugfahrten mit Bartleby, von bizarren Verwandlungen und von Gefühlen, die sich noch keine Sprache haben schaffen können.“ (Urs Engeler Edition) Außerdem lesen Urs Allemann aus „im kinde schwirren die ahnen. 52 gedichte“ und Raphael Urweider aus „Alle deine Namen“. Moderation: Martin Zingg. 12.45 Uhr. 1. Stock, Landhausquai 4, 4500 Solothurn.

Landhaus / Seminarraum Lesung. Flurina Badel – „lengua da l’ögl“. Außerdem liest Arno Camenisch aus unveröffentlichten Texten. Moderation: Mevina Puorger Pestalozzi. 12.45 Uhr. 2. Stock, Landhausquai 4, 4500 Solothurn.

Landhaus / Säulenhalle Lesung. Lydia Davis – „Fast keine Erinnerung“. „Ob konventionellere und klassische Sujets – eine Reise durch Russland in den Kaukasus, ein karger Winter in äußerster Mittellosigkeit in einem südfranzösischen Bauernhaus, Träume vom idealen Cowboy-Mann, ein Nachmittag, umringt von Familien im Park. Davis’ Feld: das sind die Abenteuer des Alltags und der Gewöhnlichkeit, Träume, Vermutungen und Phantasien, Beziehungs- und Benennungsschwierigkeiten, allesamt unter so merkwürdigem Blickwinkel neu betrachtet, dass das Lesevergnügen von Geschichte zu Geschichte noch größer wird.“ (Droschl) Auf Englisch und Deutsch. Moderation: Alexandra Kedves. 13 Uhr. Parterre, Landhausquai 4, 4500 Solothurn.

Landhaus / Saal Lesung. Carl Djerassi – „Vier Juden auf dem Parnass. Ein Gespräch“. „Die Philosophen Theodor W. Adorno und Walter Benjamin, der Religionshistoriker Gershom Scholem, der Komponist Arnold Schönberg: vier große jüdische Denker des 20. Jahrhunderts, vier Wege jüdischen Selbstverständnisses und vier Lebensgeschichten durch die Abgründe des 20. Jahrhunderts, in denen sich als fünfter Weg auch die Biografie von Carl Djerassi selbst spiegelt. Djerassi lässt diese vier Männer in Dialogen unmittelbar zu Wort kommen. So führt er die Leser ein in ihre Gedankengebäude und lotet aus, welche Bandbreite die Bedeutung des Wortes ‚Jude’, in Hinblick auf Herkunft wie auf Religion oder Politik, abdecken kann. Zugleich erlaubt Djerassi auf der Basis fundierter Recherche aber auch völlig neue Einblicke in die privaten Lebensbereiche von Benjamin, Adorno, Scholem und Schönberg und lässt sie über Freundschaften und Frauenbeziehungen, über Sexualität und Pornographie erzählen.“ (Haymon) Moderation: Eva Bachmann. 14 Uhr. 1. Stock, Landhausquai 4, 4500 Solothurn.

Landhaus / Säulenhalle Lesung. Wolfgang Bortlik – „Hopp Schwiiz“. „Der Schweizer Beitrag zur Geschichte des Fußballs ist weithin unterschätzt. Hans Gamper aus Winterthur gründete den FC Barcelona, in Italien oder Frankreich sind es Schweizer, die eine Reihe von bedeutenden Klubs ins Leben rufen. In den frühen Jahren verbreiteten sie das Spiel so eifrig wie sonst nur die Engländer, zugleich blieb ihr Fußball über Jahrzehnte ein Alpenmassiv voller Gipfel an unglücklichen Niederlagen, gestrauchelten Heroen und mittleren Spielkatastrophen.“ (Kiepenheuer & Witsch) Moderation: Franco Supino. 14 Uhr. Parterre, Landhausquai 4, 4500 Solothurn.

Landhaus / Saal Diskussion. „Politisch Lied, garstig Lied?“ In regelmäßigen Abständen wird hierzulande die Frage diskutiert, ob der Schriftsteller, die Schriftstellerin zu politischen Fragen Stellung beziehen solle. Die Atomenergie, der Fichenskandal und die EWR-Abstimmung vermochten in den achtziger und neunziger Jahren noch viele Schreibende politisch zu mobilisieren. Dann wurde es still – bis zu den Nationalratswahlen im vergangenen Herbst. Die Solothurner Literaturtage, vor dreißig Jahren von politisch Engagierten gegründet, nehmen das Thema des politischen Engagements in einer Diskussionsrunde auf. Es diskutieren Lukas Bärfuss, Adolf Muschg, Georg Kreis und Silvia Licci Lempen. Moderation: Thomas Feitknecht. 15 Uhr. 1. Stock, Landhausquai 4, 4500 Solothurn.

Kino im Uferbau Film. Matthias von Gunten – „Max Frisch, Citoyen“. 17 Uhr. Telefon: 0041-(0)32-625 80 80. Ritterquai 10, 4502 Solothurn.(ang/lea)

30. Solothurner Literaturtage 2008


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