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Alexander Kluge geehrt

Kluge bekommt Grimme-Preis für Qualitätsfernsehen

© Die Berliner Literaturkritik, 04.02.10

MARL (BLK) - Eine fast endlose Reihe an Preisen ziert Alexander Kluges Leben. Jetzt bekommt das inzwischen 77-jährige Multitalent des deutschen Films auch einen Grimmepreis für Qualitätsfernsehen. Genau genommen ist es die Besondere Ehrung des Deutschen Volkshochschul-Verbandes, der hinter den Grimme-Preisen steht. „Kluge ist ein Universalgenie und Intellektueller“, sagt Verbandsdirektor Ulrich Aengenvoort. „Er hat abendfüllende Spielfilme gedreht, Kulturprogramme geprägt und neue Fernsehformate kreiert.“

Bekannt ist der promovierte Jurist als Regisseur, Filmproduzent, Hochschulprofessor, Kunsttheoretiker, Medienmanager und Philosoph. Seine große Liebe gehört den bewegten Bildern. „Filme machen ist meine Lieblingstätigkeit“, hat er seine Passion beschrieben. Seit Mitte der 80er Jahre zählt Kluge zu den einflussreichsten Persönlichkeiten des deutschen Fernsehens und als Vordenker des deutschen Autorenfilms.

Nach seinen Anfängen als Assistent des großen österreichischen Regisseurs Fritz Lang („Metropolis“) war Kluge 1962 Mitbegründer des „Oberhausener Manifests“, hatte in Oberhausen mit einem Kurzfilmpreis auch eine seiner ersten Auszeichnungen eingestrichen.

Kluges Liebe zum Film begann schon in seiner Heimatstadt Halberstadt. „Ich habe der Kassiererin in der Kriegszeit Eier gebracht und durfte dafür ins Kino, auch wenn es für Jugendliche nicht zugelassen war“, erinnert er sich.

Nach dem Abitur in Berlin zog es ihn nach Marburg und Frankfurt am Main, wo er Rechtswissenschaften, Geschichte und Kirchenmusik studierte und mit Jürgen Habermas bei Theodor Adorno Vorlesungen hörte. Bekannt sind seine Essays und Romane („Schlachtbeschreibung“) sowie seine Kulturmagazine wie „10 vor 11“ bei RTL, „News & Stories“ bei Sat.1 oder „Mitternachtsmagazin“ bei Vox. Bei der Gründung des Privatfernsehens hatte er sich die Sendezeiten 1988 erkämpft und wurde dafür als „Quotenkiller“ beschimpft.

Gerne beschreibt Kluge seine nächtlichen Sendungen, in denen es um Film, Musik, Literatur und wissenschaftliche Themen geht, als „Fernsehen der Autoren“, das „in homöopathischer Dosis“ angeboten werde. Produziert werden sie von seiner Düsseldorfer Firma DCTP, die sich mit Sendungen wie Günther Jauchs „Stern TV“ als „Plattform für unabhängige Dritte im deutschen kommerziellen Fernsehen“ versteht und mit großen Verlagen wie dem „Spiegel“, der „Neuen Zürcher Zeitung“ oder der „Süddeutschen Zeitung“ zusammenarbeitet. (dpa/arn)


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