WASHINGTON/FRANKFURT/MAIN (BLK) - Das Deutsche Historische Institut in den USA hat das Einreiseverbot für den Frankfurter Verleger und Ex-Studentenführer Karl Dietrich („KD“) Wolff bedauert. Man hoffe auf eine umgehende Klärung des Vorgangs durch die zuständigen US-Behörden, hieß es in einer in Washington veröffentlichten Erklärung weiter.
Das Institut und das Vassar College hatten den 66-jährigen ehemaligen Chef des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes (SDS) zur Teilnahme an einer wissenschaftlichen Tagung Anfang Oktober zum Thema „Afroamerikanische Bürgerrechte und Deutschland im 20. Jahrhundert“ eingeladen. Wolff war jedoch am vergangenen Freitag (25.9.) nach mehrstündigem Verhör auf dem New Yorker Flughafen zurückgeschickt worden. Sein bis 2010 befristetes Visum sei 2003 widerrufen worden, hatte man ihm mitgeteilt, ohne Gründe zu nennen.
Wolff sei als Zeitzeuge eingeladen worden, erklärte das Institut. Er sei in den frühen 1960er Jahren als Austauschschüler in den USA gewesen, habe für die amerikanische Bürgerrechtsbewegung agiert und 1969 das Black-Panther-Solidaritätskomitee in Deutschland gegründet. „Herr Wolff wollte seine persönlichen Erfahrungen mit der großen Zahl eingeladener Wissenschaftler teilen, die sich für die Tagung versammelt haben“, hieß es weiter. „Wir sind enttäuscht, dass Herr Wolff nicht wie geplant die Tagung persönlich besuchen kann und dass seine Reise so unerwartet unterbrochen wurde.“
KD Wolff, der am 4. Oktober auf dem Podium sprechen sollte, soll nun über eine Videoleitung zugeschaltet werden. Er habe inzwischen zahlreiche Solidaritätszuschriften erhalten, sagte Wolff der dpa am Mittwoch (30.9.). Der Koordinator der Bundesregierung für die deutsch-amerikanische Zusammenarbeit, Karsten Voigt (SPD), habe ihm zugesichert, er werde den US-Botschafter auf den Vorfall ansprechen. (dpa/hel)