BERLIN (BLK) – „Aufgewärmte Phrasen“ präsentiere die Ehefrau von Tony Blair, Cherie Blair, in ihren autobiografischen Aufzeichnungen, findet die „Sunday Times“. Begeistern kann sich hingegen die „NYT“ für Marie Brenners Biografie „Apples & Oranges“, die ein wundervolles, lebendiges Bild einer ungewöhnlichen Familie zeichne.
„Le Monde“
Laetitia Van Eeckhout bespricht für „Le Monde“ Pap Ndiayes Sachbuch „La Condition Noire“. Der Historiker und Sozialwissenschaftler Pap Ndiaye sei nicht verwundert, wenn in der heutigen Integrationsdebatte der „positive Aspekt des Kolonialismus“ diskutiert werde, berichtet Van Eeckhout. Seit dem Jahre 2005 sei die Gesellschaft mit dieser Frage konfrontiert, schreibt Pap Ndiaye in „La Condition Noire“. Es sei keine Frage der sozialen Klasse, sondern eine Debatte über eine gesellschaftliche Minderheit in Frankreich, schreibt der Historiker. Pap Ndiayes „La Condition Noire“ sei ein Beweis für die richtige Einschätzung der sozialen Lage Frankreichs, lobt Van Eeckhout.
„New York Times“
Michiko Kakutani kritisiert für die „New York Times“ Marie Brenners Familienbiografie „Apples & Oranges“. Brenner erzähle mit dem Herz einer Schwester und dem Auge einer Journalistin die Geschichte ihres Bruders, der sich das Leben genommen habe, lobt die Rezensentin. Entstanden sei eine ganz außergewöhnliche Autobiografie, erklärt Kakutani begeistert. Es sei nicht nur ein Glück für die Familie, sondern auch für den Leser, dass diese Geschichte nicht unausgesprochen geblieben sei, meint die Rezensentin. Brenner präsentiere nicht nur ein befremdendes Bild ihres Bruders, sondern zeichne ein wundervolles, lebendiges Bild einer ungewöhnlichen Familie.
„Sunday Times“
Jenny Diski rezensiert für die „Sunday Times“ Cherie Blairs Autobiographie „Speaking for myself“. Als Schlussfolgerungen der Politik Toni Blairs präsentiere seine Ehefrau Cherie Blair nur „aufgewärmte Phrasen“, urteilt Jenny Diski. Die Hauptintention der Autorin sei der finanzielle Gewinn, der mit so einem Buch zu erreichen sei. Für den Leser lasse sich als Resümee dieser Autobiografie nur das harte Leben einer Ministergattin erschließen, schreibt Diski sarkastisch. Als moralischen Grundsatz rate Cherie Blair jeder Ehefrau, ihren Mann bestmöglich bei seinen Aufgaben zu unterstützen. Nach der Ansicht von Jenny Diski hat das wenig mit dem Titel „Speaking for myself“ zu tun, schließt sie ihre Rezension. (lea/wip)
Literaturangaben:
BLAIR, CHERIE: Speaking for myself. The Autobiography by Cherie Blair. Verlag Little, Brown Book Group, London 2008. 421 S., 18.99 £.
BRENNER, MARIE: Apples & Oranges. My Brother and Me, Lost and Found. Verlag Farrar, Straus and Giroux, New York 2008. 268 S., 24 $.
NDIAYE, PAP: La Condition Noire. Edition Calmann-Lévy, Paris 2008. 440 S., 21,50 €.
Presseschau vom 23. Mai 2008
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