LONDON (BLK) – Rosemary Righter bespricht Samantha Powers Biografie „Chasing The Flame“ für das „Times Literary Supplement“ („TLS“). Fesselnd sei der Stoff des Werkes, die Lebensgeschichte Sergio Vieira de Mellos (1948-2003), der als Untergeneralsekretär für die Vereinten Nationen tätig war, schreibt Righter. Der amerikanische Subtext des Werkes lese sich als Politratgeber für den zukünftigen Präsidenten, stellt die Rezensentin fest.
De Mello wurde 1969 während seines Studiums an der Pariser Sorbonne Mitarbeiter des UN-Flüchtlingskommissariats. Er war unter anderem an humanitären und friedenssichernden Einsätzen der UN in Bangladesch, Sudan, Zypern, Mosambik und Peru beteiligt. Tragisch kam De Mello beim Anschlag auf das Hauptquartier in Bagdad 2003 ums Leben. Die Autorin ziehe betont Rückschlüsse auf die Wahlkampagne Barack Obamas, da sie selbst für ihn arbeitete. Dieser Kontext sei einer Biografie nicht angemessen, sie lese sich dann eher wie eine Lobrede, kritisiert die Rezensentin.
Es seien einige politische Fehldeutungen enthalten, und Powers verschwende zu viele Seiten für die Frauen an de Mellos Seite, urteilt Righter. Über vierhundert Interviews habe Powers geführt und mehr als zehntausend Seiten UN-Dokumente habe sie gelesen. Jedoch wurde nach all der Fleißarbeit die falsche Auswahl getroffen, endet Righter. (lea/wip)
Literaturangaben:
POWER; SAMANTHA: Chasing The Flame. Sergio Vieira de Mello and the fight to save the world. Edition Allen Lane the Penguin Press, London 2008. 622 S., 25 £.
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