STOCKHOLM (BLK) – Anders Olsson rezensiert in den „Dagens Nyheter“ den Gedichtband „Nio, nine, neun, neuf“ von Fredrik Nyberg. Ein literarisches Experiment im Grenzbereich zwischen Lyrik und Prosa.
Nyberg hat ein Buch über die Zahl neun geschrieben, in neun Teilen mit jeweils neun Gedichten. Es entsteht eine scheinbar zufällige Ordnung, die in der Epoche nach dem 11. September zugleich eine politische Bedeutung bekommt. Darauf folgt ein Epilog (in neun Gedichten), in der die Zahl sich in das Lebewesen „oiN“ verwandelt. Nybergs Sprache weist auf sich selbst, wie es für Lyrik typisch ist, die Texte sind dabei in Prosa verfasst.
Der Rezensent schreibt, es läge etwas Heimtückisches und tief Beunruhigendes in Nybergs Texten. Der Autor habe die außergewöhnliche Fähigkeit, ein Gefühl von Zwang in die Sprache einzuarbeiten, diese in ihre kleinsten Einzelteile zu zerlegen und dann neu zu ordnen. In Nybergs gleichsam subtilen und alltäglichen Gedichten trete die Bedeutung somit nur als zufälliger Gast der Sprache in Erscheinung. Die Texte seien intelligent, so Olsson, vielleicht bisweilen zu intelligent, aber derart einfallsreiche politische Gedichten müssten heute geschrieben werden. (muc/vol)
Literaturangaben:
NYBERG, FREDRIK: Nio, nine, neun, neuf. Norstedts, Stockholm 2008. 120 S. 12,16 €.
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