HAMBURG (BLK) – Schon als Roman- und Hörspielreihe fand Florian Baxmeyer „Die drei ???“ klasse. Jetzt hat der 34 Jahre alte Regisseur nach „Das Geheimnis der Geisterinsel“ schon den zweiten Film über die Abenteuer der jungen Detektive aus Rocky Beach inszeniert. Der Träger eines Studentenoscars, der gerade auch einen neuen Hamburger „Tatort“ abgedreht hat, sprach mit der Deutschen Presse-Agentur dpa über die Vorteile des Älterwerdens seiner jungen Darsteller und echte Handarbeit bei den Spezialeffekten in „Das verfluchte Schloss“.
„Die drei ??? – das verfluchte Schloss“ ist bei der Kritik bisher auf ein besseres Echo gestoßen als der erste Film. Was ist beim zweiten Mal anders?
Baxmeyer: „Ganz wichtig war, dass die jungen Hauptdarsteller jetzt zwei Jahre älter sind und mit 14-Jährigen kann man einfach andere Sachen machen als mit 12-Jährigen. Da funktionieren andere Dialoge und ein anderer Humor auf einer anderen Ebene. Und wir wollten Justus Jonas eine starke Geschichte geben. Da hat der Film auf jeden Fall gewonnen.“
Das „verfluchte Schloss“ spielt mit seiner düsteren Atmosphäre und vielen originellen Effekten auch eine Hauptrolle. Welche Vision hat das Filmteam bei der Gestaltung des Hauses umgesetzt?
Baxmeyer: „Die Grundidee war, dass sich da jemand vor vielen Jahrzehnten ein Haus gebaut hat, wie es sich vielleicht ein Bill Gates heute bauen würde. Vollautomatisiert mit allen
Annehmlichkeiten, die man sich vorstellen kann – nur eben nicht mit Strom, sondern mit Dampf betrieben. Dann wollten wir das mit echten, gebauten Specialeffects lösen, nicht mit Computereffekten. Das ist wirklich gut gelungen.“
Es sieht alles sehr echt, bedrohlich und staubig aus. Haben Sie gar keine Tricks aus dem Computer gezaubert?
Baxmeyer: „Tatsächlich ist nur die äußere Fassade des Hauses oberhalb der ersten Etage im Computer entstanden, die sieht man nur kurz. Auch bei der gewaltigen Explosion am Ende helfen uns Computereffekte. Aber der Rest ist im Prinzip echte Handarbeit. Da haben wir mit Szenenbauten und Seilen gearbeitet. Wir wollten ganz bewusst angesichts dieser Flut von effektlastigen Filmen für ein jüngeres Publikum einen machen, der ein bisschen erdiger und echter ist.“
Würden Sie als Regisseur gern noch ein drittes Abenteuer der „Drei ???“ inszenieren?
Baxmeyer: „Ja, das kann ich mir gut vorstellen. Vor allem, wenn wir noch eine Schippe drauflegen können. Dasselbe nochmal zu machen, würde mich nicht interessieren. Aber die Steigerung hat vom ersten zum zweiten Teil schon gut geklappt. Beim dritten Teil wären unsere drei Detektive 15 und 16 Jahre alt, da bietet sich als Rahmen eine so genannte Coming-of-age-Geschichte an, mit Jungen, die erwachsen werden, und wo sich das Thema dem Alter angemessen verschiebt. Das kann dann noch dramatischer werden und erwachsener.“
Ist denn Teil 3 schon in Arbeit?
Baxmeyer: „Ob der gedreht wird, ist zunächst mal abhängig vom Erfolg des zweiten Teils. Aber Studio Hamburg entwickelt schon ein Drehbuch. Arbeitstitel ist „Die drei ??? und die silberne Spinne“. (dpa/mon)