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DVA-Sammlung kommt ins Dt. Literaturarchiv

Dokumentensammlung der Deutschen Verlags-Anstalt wechselt nach Marbach

© Die Berliner Literaturkritik, 10.05.10

STUTTGART/FRANKFURT (BLK) - Bedeutender Neuzugang beim Deutschen Literaturarchiv: Die Dokumentensammlung der Deutschen Verlags-Anstalt (DVA) wechselt aus Frankfurt nach Marbach am Neckar. Das dortige Deutsche Literaturarchiv bestätigte am Freitag (7.5.) einen entsprechenden Bericht der „Stuttgarter Zeitung“. Dort sind bereits andere wichtige Verlagsarchive wie die von Cotta, Piper, S. Fischer, Luchterhand oder Suhrkamp/Insel, der spektakulärsten Neuerwerbung der jüngsten Zeit, aufbewahrt.

Vieles aus den historischen Beständen der DVA, deren Ursprünge bis ins Jahr 1831 zurückreichen, wurde im Krieg zerstört. Dennoch kämen nun auch einige Briefe der Schriftsteller Gottfried Benn (1886-1956) sowie Theodor Fontane (1819-1898) mit nach Marbach, hieß es. Aus der Zeit nach 1945 stammen noch viele Korrespondenzen mit Autoren des Verlags: von Schriftstellern wie Sarah Kirsch (75), Christoph Meckel (74) oder Johannes Bobrowski (1817-1965).

Auch Wissenschaftler und Politiker sind im Programm der DVA vertreten, darunter Werke von zwölf Nobelpreisträgern, vier deutschen Bundespräsidenten, dreizehn Kanzlern und Papst Benedikt XVI. Paul Celan zum Beispiel war vor seinem Wechsel zu Suhrkamp zunächst DVA-Autor. „Für die Celan-Forschung, für die Datierung der frühen Werke etwa, sind seine Briefe aus dieser Zeit sehr wichtig“, sagte Jan Bürger von der Handschriftenabteilung des DLA.

Zur Höhe der Kaufsumme wurden wie immer keine Angaben gemacht. Finanziert wurde sie von der Kulturstiftung der Länder und der Robert Bosch Stiftung, die sich erstmals bei einer Erwerbung für Marbach engagierte ­ schließlich war die DVA nicht nur bis zu ihrem Umzug nach München im Jahr 2000 in Stuttgart beheimatet, sondern von 1920 bis 1980 auch im Besitz des Industriellen Robert Bosch und seiner Erben. 1980 gaben diese ihre Anteile ab und ermöglichten eine Stiftungslösung. 1997 übernahm der Verlag der Frankfurter Allgemeinen Zeitung 100 Prozent des Gesellschaftskapitals der DVA. Auch dort wurde der Verkauf des Archivs an Marbach am Freitag bestätigt. (dpa/jos)

Weblinks:

Deutsches Literaturarchiv

Infos von der DVA

BLK-Notizblock

Deutsches Literaturarchiv, Schillerhöhe 8-10, 71666 Marbach


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