STOCKHOLM/UMEA (BLK) - Über das Millionenerbe des schwedischen Krimi-Autors Stieg Larsson („Millennium-Trilogie“) gibt es erste Kontakte zwischen der Familie und der mit ihr erbittert streitenden früheren Freundin. Joakim Larsson, Bruder des 2004 gestorbenen Erfolgsautors, bestätigte der Deutschen Presse-Agentur dpa am Montag (9. 11.) in Umeå, dass Anwälte beider Seiten über ein Abfindungsangebot an die bisher vom Erbe ausgeschlossenen früheren Larsson-Gefährtin Eva Gabrielsson verhandeln sollen. „Dabei geht es ganz einfach nur um ein Ja oder ein Nein“, sagte Larsson.
Die drei Larsson-Bücher mit der Krimi-Heldin Lisbeth Salander haben bisher nach Medienschätzungen weltweit Tantiemen über 130 Millionen Kronen (13 Millionen Euro) eingebracht. Der Autor selbst starb 2004 kurz vor Veröffentlichung des ersten Bandes nach einem Herzinfarkt. Seine Lebensgefährtin bekam von dem Erbe im Gegensatz zu Larssons Bruder und Vater nichts, weil das Paar nicht verheiratet war und der Autor kein Testament hinterlassen hat.
Zusammen mit seinem Vater hatte Larssons Bruder in der Vorwoche über Medien angeboten, dass Gabrielsson einen einmaligen Betrag von 20 Millionen Kronen, knapp zwei Millionen Euro, bekommen könne. Diese erklärte in Stockholm, sie empfinde die Form des Angebots als „ausgesprochen hässlich“. Wenig später erklärte ihre Anwältin die Bereitschaft zu einem Treffen mit juristischen Vertretern von Vater und Bruder Larsson. Über den Zeitpunkt wurden keine Angaben gemacht.
Umstritten ist zwischen beiden Seiten auch, wie die Einnahmen aus der möglichen Veröffentlichung eines unfertig hinterlassenen vierten Thriller-Manuskripts verteilt werden sollen. Die Rechte daran liegen bei der Familie, während Gabrielsson über den Laptop mit dem Text verfügt und bisher nicht herausgegeben hat. (dpa/ros)
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