MÜNCHEN (BLK) – Der israelische Schriftsteller und Journalist David Grossman erhält den Geschwister-Scholl-Preis 2008. Das teilte der Landesverband Bayern im Börsenverein des Deutschen Buchhandels, der die Auszeichnung gemeinsam mit der Landeshauptstadt München verleiht, am Donnerstag mit. Der 54-Jährige bekommt den mit 10.000 Euro dotierten Preis für seinen Band „Die Kraft zur Korrektur“ (2008) und ausdrücklich auch für sein Gesamtwerk, das in mehr als 30 Sprachen übersetzt worden sei, hieß es in der Begründung der Jury.
Grossman habe wie kein anderer seiner Generation immer wieder neu über den Zusammenhang von Literatur und Politik nachgedacht. So plädiere er in „Die Kraft zur Korrektur“ für eine Literatur, die auch unter den Bedingungen des Krieges ein Refugium der Freiheit bleiben müsse. Ausdrücklich verwies die Jury auf Grossmans zutiefst beeindruckendes erzählerisches Werk und sein nicht nachlassendes Drängen, den Dialog zwischen Israelis und Palästinensern nicht aufzugeben.
Die jährlich verliehene Auszeichnung soll die Erinnerung an die Zivilcourage der Studenten Hans und Sophie Scholl wachhalten, die als Mitglieder der „Weißen Rose“ ihren Widerstand gegen das Terrorregime der Nationalsozialisten 1943 in München mit dem Leben bezahlten. Mit dem Preis wird jährlich ein Buch ausgezeichnet, das von geistiger Unabhängigkeit zeuge und geeignet sei, bürgerliche Freiheit sowie moralischen, intellektuellen und ästhetischen Mut zu fördern.
Im vergangenen Jahr war die 2006 in Moskau erschossene Journalistin Anna Politkowskaja posthum mit dem Geschwister-Scholl- Preis geehrt worden. Zu den bisherigen Preisträgern gehören Christa Wolf, Reiner Kunze und Arno Gruen. (dpa/rie)
Literaturangaben:
GROSSMAN, DAVID: Die Kraft zur Korrektur. Hanser Verlag, München 2008. 152 S., 15,90 €.