MÜNCHEN (BLK) – Meike Fessmann bespricht in der „Süddeutschen Zeitung“ Markus Orths’ Roman „Das Zimmermädchen“. Darin behandelt er ein Thema, das in der heutigen Gesellschaft an einer tiefen Angst rührt: seine Intimsphäre nicht schützen zu können.
Handlungsort der Geschichte ist ein Hotel. Protagonistin ist eine junge Frau namens Linda Maria Zapatek (Lynn). Lynn ist Zimmermädchen und hat für „normale“ Verhältnisse eigenartige Anwandlungen. Sie hat unglaublicherweise Spaß an ihrem Job und putzt mit Leidenschaft. Aber mehr noch, Lynn „partizipiert“ am Leben der Hotelgäste und hat ein mehr als eigenartiges „Hobby“. Jeden Dienstag legt sie sich unter ein beliebiges Hotelbett und greift ohne Wissen der Gäste in deren Privatsphäre ein.
Orths’ Roman überzeuge als Spiegel allgemeiner Ängste und spiele geschickt auf der Klaviatur unseres gestörten Raumempfindens, lobt die Rezensentin. Er lege den Finger auf die Wunde der mobilen Dienstleistungsgesellschaft und zeige, dass wir gesehen und gehört werden, überall wo wir uns bewegen. (rie/dan)
Literaturangaben:
ORTHS, MARKUS: Das Zimmermädchen. Roman. Schöffling & Co., Frankfurt am Main 2008. 144 S., 16, 90 €.
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