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„Gomorra“ in Berlin

Aufführung von Savianos Stück beim Italienischen Theaterfestival

© Die Berliner Literaturkritik, 14.11.08

 

BERLIN (BLK) – Das Theaterstück „Gomorra“ nach dem gleichnamigen Enthüllungsroman über die italienische Camorra von Roberto Saviano wird an diesem Freitag (14. November) in Berlin erstmals außerhalb Italiens gezeigt. Der von der italienischen Mafia mit Mord bedrohte Autor hatte im Oktober angekündigt, sein Land aus Sicherheitsgründen vorläufig zu verlassen. Das Mercadante Teatro Stabile in Neapel zeigt das Stück über die dunklen Verzweigungen und finanziellen Mechanismen der organisierten Kriminalität in der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz im Rahmen des diesjährigen „Italienischen Theaterherbstes“.

„Ich bin ein Gefangener meines Buches“, sagte der unter Polizeischutz stehende Saviano im Oktober der italienischen Tageszeitung „La Repubblica“ zu seiner dramatischen Lage. Mehr als 1,2 Millionen Exemplare des Anti-Mafia-Buches „Gomorra“ (deutscher Titel: „Gomorrha. Reise in das Reich der Camorra“) sind bis heute in Italien verkauft worden, in mehr als 40 weiteren Ländern erschien es übersetzt. Die gleichnamige Verfilmung des Buches des italienischen Regisseurs Matteo Garrone gewann bei den Filmfestspielen in Cannes im vergangenen Mai den Großen Preis der Jury und geht bei der nächsten Oscar-Nominierung für Italien ins Rennen. Außerdem wurde der Film gleich mehrfach für den Europäischen Filmpreis 2008 nominiert, der am 6. Dezember in Kopenhagen verliehen wird.

Der 1979 geborene Saviano wurde zusammen mit dem von islamistischen Fundamentalisten verfolgten britischen Autor Salman Rushdie von der schwedischen Nobelpreis-Jury zu einer Veranstaltung am 25. November in Stockholm eingeladen. Wegen der angespannten Sicherheitslage wird der Italiener vermutlich nicht beim Berliner Theatergastspiel dabei sein, sagte der Direktor des Italienischen Kulturinstituts in Berlin, Angelo Bolaffi. „Wir werden alles versuchen, um ihn hier wieder begrüßen zu können, aber die Lage muss sich erst entspannen.“ (dpa/mir)


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