BELGRAD (BLK) – Der Schriftsteller Peter Handke hat bei der serbischen Präsidentenwahl zur Unterstützung des extrem nationalistischen Kandidaten Tomislav Nikolic aufgerufen. „Wenn ich die serbische Staatsbürgerschaft besäße, würde ich heute in Serbien für Nikolic stimmen“, sagte Handke bei einem Treffen mit Nikolic, berichtete die Zeitung „Politika“ am Mittwoch (23. Januar 2008) in Belgrad. Das Blatt veröffentlichte dazu ein Foto mit freundschaftlichem Händeschütteln der beiden Männer.
Handke war seit 1996 wegen seiner Parteinahme für Serbien in den Balkankriegen der 90er Jahre in Kritik geraten. Im März 2006 war der Schriftsteller demonstrativ beim Begräbnis des langjährigen serbischen Autokraten Slobodan Milosevic aufgetreten, dem vor dem UN- Kriegsverbrechertribunal jahrelang der Prozess gemacht worden war. Handke hatte in diesem Zusammenhang im Juni 2006 auf den Heinrich-Heine-Preis der Stadt Düsseldorf verzichtet, nachdem das Kommunalparlament das Votum der Jury für Handke kritisiert hatte. Die von deutschen Künstlern als „Entschädigung“ gesammelten Spendengelder hatten Handke und der Regisseur Claus Peymann im Frühjahr 2007 einer serbischen Enklave in der abtrünnigen südserbischen Provinz Kosovo übergeben. (dpa/wip)