NEW YORK (BLK) – Richard Eder bespricht in der „New York Times“ („NYT“) Heinrich Heines Gedichtband „Travel Pictures“, neu übersetzt von Peter Wortsman. In Heines kurzen Gedichten seien die Emotionen in eine Form gepresst, wie die Kohle zu einem Kristall gepresst wird, schreibt Eder. Der Leser könne aber anhand einiger Werke des Dichters Verachtung und Hohn spüren, empfindet der Rezensent.
Heine (1797-1856) sei ein zwiespältiger Dichter gewesen, seine Texte seien immer mehrdeutig zu verstehen, bemerkt Eder. Er habe eine Allergie gegen die Schönheit in der Lyrik gehabt, habe aber selbst so viel davon produziert, erklärt der Rezensent leicht ironisch. Dieser Sammelband sei intelligent, gewitzt und düster, urteilt Eder, dafür aber nicht minder schön. Der heutige Leser werde Heines Gedichte zuweilen als nie endende Flut ohne genaue Aussage empfinden, gesteht der Rezensent ein.
Religion sei immer ein literarisches Thema für den Dichter gewesen, obwohl er selbst die christliche Gedankenlehre ablehnte. Der jüdische Glauben sei für Heine keine Religion gewesen, sondern „einfach nur eine Menge Pech“, berichtet Eder. Auch Heines Heimat Deutschland mit Wiesen voller Veilchen und Wälder voller Eichen sei ein bevorzugtes Thema seiner Lyrik gewesen. Der Dichter sah einen engen Zusammenhang zwischen der Natur und der Lyrik, bestätigt Eder. (lea/wip)
Literaturangaben:
HEINE, HEINRICH: Travel Pictures. Übersetzt von Peter Wortsman. Archipelago Books Verlag, New York 2008. 223 S., 11,99 €.
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