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„Hunger auf Leben“

Sonntag auf Montag, 8.3., ARD, 0.15 – 1.45 Uhr

© Die Berliner Literaturkritik, 05.03.10

Das kurze Leben der Brigitte Reimann – sie wurde nur 39 - vollzog sich im engen Rahmen der DDR. 1933 in Burg bei Magdeburg geboren, errang sie bereits 1956 mit ihrem ersten Roman „Die Frau am Pranger“ beachtliche Erfolge. Sie wurde gefördert und sie genoss die ihr zugedachte Anerkennung. Als sie nach Hoyerswerda ging, um der sozialistischen Wirklichkeit näher zu kommen, geriet ihr diese Spurensuche zur realsozialistischen Desillusionierung. Das Buch, an dem sie schrieb, wurde kein Vorzeigeroman des sozialistischen Realismus. „Franziska Linkerhand“ erschien erst posthum 1974, nachdem Brigitte Reimann ein Jahr zuvor an Krebs gestorben war, aber eigentlich war es wohl eine Überdosis Leben, die sie ihrem Körper zugemutet hatte. Affären, Arbeit, Alkohol und ein Mangel an Hoffnung nach Sozialismus, an den sie glaubte und für den sie schreiben wollte. Dem System der DDR trotz Ausgeliefertsein verbunden, entwickelt sie in ihrem privaten Leben eine beinahe schon groteske Form von Machtwillen, mit dem sie ihren Liebhabern ihr Ich aufzudrängen versucht. Drei Ehen lässt sie hinter sich – immer auf der Suche nach Neuanfängen. Da sich das Paradies im Großen nicht erreichen lässt, soll es im Kleinen groß sein.

Brigitte Reimann ist kein Romancier gewesen, aber eine wunderbare dramatische Filmfigur. Der Lebensgeschichte dieser leidenschaftlichen, lebenshungrigen und kompromisslosen Frau will der Film nachspüren, ohne dabei im „Es war einmal“ zu verharren. (ARD)

Hunger auf Leben, Sonntag auf Montag, 8.3., ARD, 0.15 – 1.45 Uhr

Mehr Informationen gibt es auf der Webseite von ARD


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