TEL AVIV (BLK) — Die wichtigsten israelischen Schriftsteller und Dichter haben für einen Tag die Berichterstattung der links-liberalen Zeitung „Haaretz“ übernommen. Zum Auftakt der Woche des Hebräischen Buchs schrieben am Mittwoch (10.6.) bekannte Autoren wie David Grossmann, Avraham B. Yehoshua, Zeruya Shalev und Etgar Keret die Nachrichten des Blattes, von der Politik bis zum Feuilleton. Im Wetterbericht erschien ein Gedicht von Ronny Someck über den Beginn des Sommers.
David Grossmann schrieb über ein Entzugszentrum für drogensüchtige Jugendliche in Jerusalem, Etgar Keret begleitete den israelischen Verteidigungsminister Ehud Barak und Yoram Kaniuk beschreibt die Erfahrungen Krebskranker im Krankenhaus in Tel Aviv. Zeruya Shalev traf einen indischen Fremdarbeiter und berichtete über seine schwierigen Lebensumstände im Heiligen Land. Der italienische Schriftsteller Umberto Eco schrieb in einem Gastbeitrag über Taxifahrer in aller Welt.
Die Woche des Hebräischen Buches, die seit 1926 jährlich abgehalten wird, dauert noch bis zum 20. Juni. In den großen Städten des Landes werden dabei auf Buchmärkten die jüngsten Neuerscheinungen angeboten. „Hebräische Literatur ist unsere schönste Exportware und die einzige, die ständig wächst“, schrieb „Haaretz“ in ihrem Leitartikel. „Nur 100 Jahre sind vergangen, seit die heilige Sprache aus ihrem tausendjährigem Schlaf erweckt wurde, aber heute blüht sie in der Literatur, erneuert und erfrischt sich ständig mit dem Geist von Unsinn und Weisheit und besitzt eine zeitlose Schönheit, die viele als die herausragendste Errungenschaft der Rückkehr des jüdischen Volkes in sein Land sehen.“ (dpa/köh/mül)