FRANKFURT / MAIN (BLK) - Erfolgsautor Daniel Kehlmann („Die Vermessung der Welt“) ist ein großer Anhänger der Literatur aus Lateinamerika. „Die Begegnung mit der lateinamerikanischen Literatur hatte (für mich) etwas ungeheuer Befreiendes“, sagte der 34 Jahre alte Kehlmann am Mittwochabend in Frankfurt im Gespräch mit einem der berühmtesten lebenden Autoren Lateinamerikas, Mario Vargas Llosa. Der 73-jährige Peruaner Vargas Llosa, Romancier und Essayist, stellte in Frankfurt sein Buch über das Werk des Autors Juan Carlos Onetti (1909-1994) vor. Der aus Uruguay stammende Onetti wäre am Mittwoch 100 Jahre alt geworden.
Kehlmann hob die Ambivalenz der Figuren im Werk Onettis hervor, der sich als Autor nie angepasst habe. Bei der vom Suhrkamp Verlag im kommenden November geplanten Veröffentlichung des ersten Bandes von Onettis „Gesammelten Werken“ wird Kehlmann das Vorwort übernehmen.
Vargas Llosa nannte Onetti einen Autoren, der in seinen meist tragischen Geschichten mit großer Eleganz die „schwarzen Seiten des menschlichen Lebens und der menschlichen Seele“ aufgedeckt habe. „Er hat mich nie enttäuscht“, sagte Vargas Llosa, zu dessen bekanntesten Werken „Die Stadt und die Hunde“ oder „Tante Julia und der Kunstschreiber“ zählen. (rud/ber)
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