Klage gegen „1001 Nacht“ abgelehnt

Das Werk verstoße weder gegen religiöse Grundsätze noch gegen guten Sitten

© Die Berliner Literaturkritik, 09.06.10

KAIRO (BLK) - Die ägyptische Justiz hat eine von Islamisten angestrengte Klage gegen eine neue Ausgabe der Erzählungen aus „Tausendundeiner Nacht“ abgelehnt. Die Kairoer Tageszeitung „Al-Masry Al-Yom“ berichtete am Mittwoch (9.6), Generalstaatsanwalt Abdulmadschid Mahmud werde kein Verfahren eröffnen. Er habe seine Entscheidung unter anderem damit begründet, dass ein ägyptisches Gericht bereits 1985 festgestellt habe, dass dieses Werk der Weltliteratur weder gegen religiöse Grundsätze noch gegen die guten Sitten verstoße.

Eine Gruppe von zehn Anwälten hatte den Justizbehörden am 17. April eine Klageschrift übergeben, in der sie erotische Passagen aus dem Werk zitierten, die ihrer Ansicht nach anstößig sind und „der öffentlichen Moral schaden“. Sie forderten eine Verurteilung der Intellektuellen, die im Auftrag des Kulturministeriums kürzlich eine neue preiswerte Ausgabe von „Tausendundeine Nacht“ auf den Markt gebracht hatten. Zu den Beschuldigten gehörte auch der bekannte Schriftsteller Gamal al-Ghitani. (dpa/ton)


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