FRANKFURT (ODER) (BLK) - Einblick in das nur wenig bekannte Privatleben des Dichters Heinrich von Kleist (1777-1811): Das Kleist- Museum Frankfurt (Oder) hat 26 handgeschriebene Briefe von Carl von Zenge erworben, einem Freund des Dichters und Bruder von Kleists Verlobter. „Man weiß im Grunde so wenig über Kleist, da ist jedes Detail wichtig“, sagte Museumsdirektor Wolfgang de Bruyn am Dienstag (11.1.) bei der Präsentation. Die Briefe wurden dem Museum von einem Privatmann angeboten, der anonym bleiben wolle. Auch die Verkaufssumme blieb ungenannt.
Von Zenge lebte mit Heinrich von Kleist zeitweise in einer Art Wohngemeinschaft in Berlin und berichtete seiner Schwester Luise in den Briefen (aus der Zeit von 1796 bis 1801) vom alltäglichen Zusammenleben mit dem Dichter. So schrieb von Zenge am 13. Dezember 1.800 über einen Besuch im Hause von Bekannten: „Gestern hat Kleist zum ersten mahle hier getanzt...“.
Das Museum habe die sehr gut erhaltenen Briefe gründlich geprüft, eine Fälschung sei „äußerst unwahrscheinlich“, sagte ein Sachverständiger des Hauses. (swe/dpa)