FRANKFURT AM MAIN (BLK) – Maria Frisé rezensiert in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ den Roman „Das Revier der Amsel“ von Franziska Sperr. Eine Kriminalgeschichte, die sich zu einer bedrückenden Familientragödie entwickelt.
Klara, die Hauptperson des Romans, wird in eine psychiatrische Klinik eingeliefert, nachdem sie ein Baby entführt hat – eine Kurzschlussreaktion, die ihre Ursache in Klaras früher Kindheit hat. Als junges Mädchen von ihren Eltern stets zurückgestellt, projiziert sie ihre unerwiderte Liebe auf einen Mann in der Öffentlichkeit. Da dieser aber unerreichbar bleibt, bemächtigt sie sich seines Kindes. Während in der Klinik der junge Psychologe Dr. Schöpf versucht, hinter Klaras Geheimnis zu kommen, weiß die noch nicht, dass sie mittlerweile endgültig von allen verlassen wurde.
Die Autorin erzeuge mithilfe vieler ungelöster Rätsel und raffinierter Wechsel der Erzählperspektiven eine große Spannung in ihrem Roman, schreibt die Rezensentin. Gleichzeitig beweise sie beeindruckende Sensibilität und Sprachkraft. Schade sei nur, dass sie in dieser anrührenden Tragödie keinen einzigen Hoffnungsschimmer aufblitzen lasse.(muc/ang)
Literaturangaben:
SPERR, FRANZISKA: Das Revier der Amsel. Fahrenheit Verlag, München 2008. 223 S., 19,90 €.
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