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Lars Gustafsson ausgezeichnet

Die Goethe-Medaille 2009 wird dem Schweden Gustafsson verliehen

© Die Berliner Literaturkritik, 28.08.09

WEIMAR (BLK) — Der schwedische Autor und Philosoph Lars Gustafsson ist am Freitag (28.8.) in Weimar mit der Goethe-Medaille 2009 ausgezeichnet worden. Gustafsson nahm den offiziellen Orden der Bundesrepublik Deutschland gemeinsam mit dem Übersetzer Sverre Dahl (Norwegen) und dem Theaterkritiker Victor Marian Scoradet (Rumänien) entgegen. Sie wurden für ihre Verdienste im internationalen Kulturaustausch gewürdigt. Erstmals seit 1955 hat das Goethe-Institut die Auszeichnung am 260. Geburtstag von Goethe und nicht wie bisher zu dessen Todestag am 22. März verliehen. Die Klassikerstadt feierte den Geburtstag traditionsgemäß mit Festen im Dichter-Wohnhaus.

Gustafssons umfangreiches literarisches Werk hat einen starken Deutschlandbezug. Mit seinen Publikationen hat er nach Ansicht der Auswahlkommission seit den 1970er Jahren das deutsche Schwedenbild über Kinderbücher und Kriminalliteratur hinaus geprägt. Auch in seinen Romanen wie der Triologie „Risse in der Mauer“ spiegelten sich seine Deutschland-Besuche wieder. Gustafsson war vor fast 40 Jahren Stipendiat des Deutschen Akademischen Austausch Dienstes (DAAD) in Westberlin und hatte Kontakte zu Hans Magnus Enzensberger, Max Frisch, Uwe Johnson und Günter Grass.

Auch Sverre Dahl wurde 1969/1970 während seiner Studienzeit in Freiburg im Breisgau vom DAAD gefördert. Seit mehr als 20 Jahren übersetzt er deutsche Werke in seine Muttersprache. Er habe sich in herausragender Weise um die Vermittlung deutschsprachiger Literatur und Philosophie in Norwegen verdient gemacht. Die Liste seiner 120 Übersetzungen lese sich wie das „Who is Who“ der deutschsprachigen Dramatik. Er übersetzte Goethe, Novalis und Hölderlin, Kafka, Walser, Bachmann und Kehlmann, aber auch philosophische Texte von Max Weber und Rüdiger Safranski.

Victor Marian Scoradet erhielt die Goethe-Medaille für seine herausragenden Übersetzungen neuer deutscher Theaterstücke, für deren Inszenierung er sich in Rumänien einsetzt. Es sei vor allem ihm zu verdanken, dass deutsche Dramatik dort die am häufigsten gespielten ausländischen Stücke seien, würdigte die Kommission das Engagement von Scoradet. Mit großem Sprachgefühl habe er unter anderem Werke von Grass, Walser und Enzensberger übersetzt.

Mit der Medaille wurden bisher 317 Persönlichkeiten aus 58 Ländern ausgezeichnet. Das Goethe-Institut wollte mit der Verlegung vom Frühjahr in den Sommer auch die Begegnungen der Preisträger mit den Weimarern fördern und organisierte gemeinsam mit dem Kunstfest ein kulturelles Rahmenprogramm. Am Samstag gibt es eine Matinee, in der die drei Preisträger mit der Journalistin Franziska Augstein über das Umbruchjahr 1989 diskutieren werden. (dpa/mül)


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