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Biermann setzt sich für Liao Yiwu ein

Schon im Herbst hatte der Autor nicht zur Frankfurter Buchmesse reisen dürfen.

© Die Berliner Literaturkritik, 03.03.10

HAMBURG (BLK) - Der Hamburger Schriftsteller und Liedermacher Wolf Biermann setzt sich für die Freiheit des chinesischen Schriftstellers Liao Yiwu ein. Chinesische Behörden hatten dem Autor die Reise zu einem Literaturfestival in Köln verwehrt, seither steht er unter Hausarrest. „Die Herrschenden hassen ihn, weil sie ihn fürchten müssen“, schrieb Biermann in einem Beitrag für das „Hamburger Abendblatt“ am Mittwoch (3. März 2010). „Dieser schwache Mensch ist ein sprachmächtiger Zeuge für das Leid der Mao-Massen auf dem langen Marsch in den hypermodernen KZ-Kapitalismus, vor dem nun in der Wirtschaftskrise die Weltmärkte zittern.“

Liao Yiwu war am Montag in der südwestchinesischen Stadt Chengdu kurz vor dem Start aus dem Flugzeug geholt worden. Er wollte am Literaturfest vom 10. bis 20. März in Köln (lit.Cologne) teilnehmen. Die Bundesregierung setzte sich auf hoher Ebene für seine Ausreise ein. Schon im Herbst hatte der Autor nicht zur Frankfurter Buchmesse reisen dürfen.

Biermann, dessen Ausbürgerung 1976 aus der damaligen DDR wegen regimekritischer Lieder eine Welle massiver Kritik am SED-Regime lostrat, schrieb weiter: Er wolle seine Leiden in der ehemaligen DDR mit denen des chinesischen Dissidenten vergleichen. „Wie sonst könnten wir erkennen: Was gleich ist am Verschiedenen und was nicht.“ Seine Hoffnung: „Über diese heikle Frage möchte ich mit Liao Yiwu eines wirklich schönen Tages in Ruhe reden, am Kamin in Altona.“ (dpa/arn)


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