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Literarische Preisträger Juni

Eine Vielzahl von Preisen wurde bislang vergeben

© Die Berliner Literaturkritik, 08.07.09

BERLIN (BLK) – Der italienische Schriftsteller Claudio Magris erhält den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2009. Wie kaum ein anderer hat sich Magris mit den Problemen des Zusammenlebens und Zusammenwirkens verschiedener Kulturen beschäftigt. Die drei ostdeutschen Schriftsteller Erich Loest, Monika Maron und Uwe Tellkamp wurden in Weimar mit dem Deutschen Nationalpreis 2009 ausgezeichnet. Die aus drei Generationen stammenden Autoren symbolisieren mit ihren Werken die mehrfache Gebrochenheit deutscher Geschichte. Der Katholische Kinder- und Jugendbuchpreis 2009 geht an den Berliner Autor Andreas Steinhöfel. Der Autor erhält die Auszeichnung für sein Werk „Rico, Oskar und die Tieferschatten“.

Weitere Preisträger der vergangenen Wochen sind unter anderem Lars Gustafsson (Goethe-Medaille), Ismail Kadare (Prinz-von-Asturien-Preis) und Uwe Timm (Heinrich-Böll-Preis).

Der italienische Schriftsteller Claudio Magris erhält in diesem Jahr den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Das gab der Börsenverein des Deutschen Buchhandels in Berlin bekannt. Wie kaum ein anderer habe sich der 70-Jährige mit den Problemen des Zusammenlebens und Zusammenwirkens verschiedener Kulturen beschäftigt, begründete der Stiftungsrat seine Wahl. Der seit 1950 vergebene und mit 25.000 Euro dotierte Friedenspreis gehört zu den bedeutendsten Auszeichnungen in Deutschland, er wird am 18. Oktober bei der Buchmesse in der Frankfurter Paulskirche überreicht.

Die drei ostdeutschen Schriftsteller Erich Loest, Monika Maron und Uwe Tellkamp wurden am 16. Juni in Weimar mit dem Deutschen Nationalpreis 2009 ausgezeichnet. Die aus drei Generationen stammenden Autoren symbolisierten persönlich und mit ihren Werken die mehrfache Gebrochenheit deutscher Geschichte, heißt es in der Begründung. Sie nahmen die in diesem Jahr mit 60.000 Euro dotierte Auszeichnung im Nationaltheater in Anwesenheit von Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) entgegen, der 1993 die Deutsche Nationalstiftung in der Klassikerstadt mit gegründet hat. Die Stiftung will dazu beitragen, die Fremdheit zwischen Ost und West zu überwinden.

Der Katholische Kinder- und Jugendbuchpreis 2009 geht an den Berliner Autor Andreas Steinhöfel. Der Autor erhalte die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung für sein Werk „Rico, Oskar und die Tieferschatten“, erklärte die Deutsche Bischofskonferenz. Steinhöfel erzählt in seinem amüsanten, herzerwärmenden Kinderkrimi von dem Berliner Jungen Rico und seinem hochbegabten, exzentrischen Freund Oskar. Gemeinsam kommen sie dem gemeinen Kinderentführer Mister 2000 auf die Spur. Eine neunköpfige Jury unter Vorsitz von Weihbischof Robert Brahm aus Trier ermittelte das Preisbuch aus 247 Titeln, die von 60 Verlagen eingereicht wurden.

Der schwedische Schriftsteller Lars Gustafsson wird mit der Goethe-Medaille 2009 ausgezeichnet. Gustafsson erhalte die Auszeichnung für sein Engagement im internationalen Kulturaustausch, teilte das Goethe-Institut in München mit. Mit der Goethe-Medaille wurden bisher 317 Persönlichkeiten aus 58 Ländern ausgezeichnet. Erstmals seit 1955 verleiht das Goethe-Institut die Auszeichnung am Geburtstag des Dichters und nicht an dessen Todestag am 22. März. Johann Wolfgang von Goethe wurde vor 260 Jahren am 28. August 1749 in Frankfurt geboren und starb am 22. März 1832 in Weimar.

Der albanische Schriftsteller Ismail Kadare erhält den spanischen Prinz-von-Asturien-Preis in der Sparte Literatur. Die Jury begründete ihre Entscheidung damit, dass sich Kadare in seinem Werk gegen jede Form des Totalitarismus ausspreche. Kadare erklärte: „Ich bin stolz darauf, eine der bedeutendsten Auszeichnungen der Welt erhalten zu haben.“ Um den Preis hatten sich insgesamt 31 Autoren aus 25 Ländern beworben. Die Prinz-von-Asturien-Preise werden jährlich in acht Sparten vergeben und sind mit jeweils 50.000 Euro dotiert. Sie gelten als die „spanische Version des Nobelpreises“. Die Auszeichnungen werden im Herbst vom Prinzen von Asturien, dem spanischen Thronfolger Felipe, in Oviedo überreicht.

Der Schriftsteller Uwe Timm erhält den Heinrich-Böll-Preis der Stadt Köln. Der 69-Jährige bekomme die mit 20.000 Euro dotierte Auszeichnung für seine „kunstvolle Verschränkung von Historischem mit Poetischem“, teilte die Stadt mit. Uwe Timm zeige „das Große im Kleinen und das Kleine im Großen“ und stehe damit in der Tradition des Literaturnobelpreisträgers Heinrich Böll. Der Preis wird am 11. Dezember in Köln verliehen. Frühere Preisträger waren unter anderem Christoph Ransmayr, Anne Duden und Alexander Kluge.

Elfriede Jelinek wurde zur Dramatikerin des Jahres 2009 gewählt. Die österreichische Nobelpreisträgerin konnte die Stimmen von vier der fünf Juroren für ihr Schauspiel „Rechnitz (Der Würgeengel)“ gewinnen. Es handelt von der bis heute anhaltenden Verdrängung, Verharmlosung und Leugnung von Verbrechen während der Zeit des Nationalsozialismus. Jelinek gilt als Spezialistin für Stücke, die der Fortdauer faschistischen Denkens und Fühlens in der Gegenwart nachspüren. Elfriede Jelinek erhält den mit 15.000 Euro dotierten Dramatikerpreis schon zum dritten Mal.

Der Kunstpreis Rheinland-Pfalz geht dieses Jahr an die Schriftstellerin Ursula Krechel. „Ursula Krechel ist eine renommierte und produktive Schriftstellerin, die sowohl in der Lyrik als auch in der Prosa herausragende Werke geschaffen hat“, begründete Kultusministerin Doris Ahnen (SPD) die Auszeichnung. Der Kunstpreis gilt als höchste Auszeichnung des Landes im künstlerischen Bereich. Er ist mit 10.000 Euro dotiert und wird jährlich abwechselnd in den Sparten der bildenden Künste, der Literatur, der Musik, der darstellenden Künste und des Films verliehen. Ursula Krechel nimmt die Auszeichnung am 31. August in Mainz entgegen.

Der Autor und Dramatiker Eugen Ruge ist mit dem Alfred-Döblin-Preis 2009 ausgezeichnet worden. Ruge erhielt den Döblin-Preis für sein erstes Romanmanuskript „In Zeiten des abnehmenden Lichts“ - ein Epochenroman, der aus der Sicht verschiedener Generationen einer Familie erzählt wird. Die in diesem Jahr mit 15.000 Euro dotierte Auszeichnung wurde ihm in der Berliner Akademie der Künste vom Literaturnobelpreisträger Günter Grass als Preisstifter überreicht. Der Alfred-Döblin-Preis wurde 1979 von Grass in Erinnerung an sein großes literarisches Vorbild, den Verfasser des Romans „Berlin Alexanderplatz“, ins Leben gerufen. (dan/ber)


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