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Literaturkalender für Berlin / Dezember 2009

Von Ausstellung bis Lesebühne - viele Termine rund ums Buch!

© Die Berliner Literaturkritik, 23.12.09

Dienstag, 1. Dezember

Der Märchenbrunnen Lesung. Keine Ruh im Fausthandschuh. Wer es im Winter warm haben will, muss manchmal eng zusammenrücken. So eine Kuschelrunde kann schön sein – wenn es spannende und lustige Märchen vom kalten Winter und der Weihnachtszeit zu hören gibt. 10 Uhr. 4-5 €. Bornstraße 17, 12163 Berlin-Steglitz.

Literaturhaus Lesung. Herbstliteratur 2009: „Ich bin ein Dichter ...“. Zeitgenössische Literatur von Kindern – gelesen von ihnen selbst. Ein Projekt des Konzeptkünstlers und Dichters Misha Bolourie. Veranstalter: KulturPate e.V. Eintritt frei. 11 Uhr. Großer Saal, Fasanenstraße 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Akademie der Künste Lesung. Hans Neuenfels – „Wie viel Musik braucht der Mensch? Über Oper und Komponisten“. Hans Neuenfels liest und spricht über das Buch und seine Arbeit. Eintritt frei. 17 Uhr. Clubraum Ebene 4, Pariser Platz 4, 10117 Berlin-Mitte.

Vertretung des Landes Mecklenburg-Vorpommern Lesung. Dr. Berndt Seite – „Schneeengel frieren nicht“. „In seiner Autobiographie beschreibt Berndt Seite die politische Landschaft der Jahre nach 1989, erzählt vom Leben in der Politik und seinem Personal und spricht dabei auch in aller Offenheit über seine Zweifel, Ängste und Versuchungen. Eine sehr persönliche Auseinandersetzung mit den Ereignissen an einer Epochenschwelle deutscher Geschichte und eine Auseinandersetzung mit der Frage: Was fand 1989 in der DDR statt? Eine Wende?“ (Theater der Zeit). 19 Uhr. In den Ministergärten 3, 10117 Berlin-Mitte.

Vertretung des Landes Schleswig-Holstein Lesung. Konrad Hansen – „Die Kinder der Meerfrau“. An einem stürmischen Tag im Jahre 1725 stranden zwei Brüder in einer Bucht an der Ostseeküste und siedeln sich dort gegen den gewaltsamen Widerstand der Einheimischen an. Wenig später retten sie eine rätselhafte Frau aus den Fluten. Aus ihrem Liebesverhältnis entsteht eine ungewöhnliche Familie, deren abenteuerlichen Schicksale bis in die Grönlandsee und auf die dänischen Zuckerrohrplantagen in der Karibik führen. Konrad Hansens Roman breitet ein faszinierendes Panorama des 18. Jahrhunderts aus, erzählt lebendig vom rauen Dasein an der Küste und auf dem Meer, vom Walfang, von Glücksrittern und kühl kalkulierenden Kaufleuten, vom Sklavenhandel und von dessen Profiteuren. 19 Uhr. In den Ministergärten 8, 10117 Berlin-Mitte.

Léttretage Lyrikabend. Hans-Ulrich Treichel - „Wem gehört die Stadt?“. Ein deutsch-nepalischer Lyrikabend mit Benyu Sharma, Bhupal Rai, Krishna Dharabasi, Viplob Pratik, Denis Abrahams, Tom Bresemann und Luise Boege. In deutscher, englischer und nepalischer Sprache. 80 Dichter aus Nepal haben sich auf Anregung der Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ) poetisch mit dem Gedicht „Wem gehört die Stadt?“ von Hans-Ulrich Treichel auseinandergesetzt. Vier von ihnen stellen ihre Texte gemeinsam mit deutschen Autoren, die ebenfalls Stadtgedichte präsentieren, erstmals dem deutschen Publikum vor. 5 €. 19.30 Uhr. Methfesselstraße 23-25, 10965 Berlin-Kreuzberg.

Literaturwerkstatt Lesung & Gespräch. VERSschmuggel – Eine Karawane der Poesie. Fünf Dichter-Paare arbeiten, unterstützt von Dolmetschern, vier Tage lang an den poetischen Neufassungen der Texte ihres jeweiligen Partners und übertragen diese ins Arabische bzw. Deutsche. Die Ergebnisse und Erfahrungen dieses Austauschs werden an zwei Abenden vorgestellt und erscheinen im kommenden Frühjahr im Wunderhorn-Verlag in einer zweisprachigen Anthologie. 3-5 €. 20 Uhr. Knaackstraße 97, 10435 Berlin-Prenzlauer Berg.

Literaturforum im Brecht-Haus Lesung & Gespräch. Peter Huber in Zusammenarbeit mit Ralph Hug – „Die Schweizer Spanienfreiwilligen. Biographisches Handbuch“ Wolfgang Asholt und Rüdiger Reinecke im Gespräch mit den Herausgebern. 20 Uhr. Chausseestraße 125, 10115 Berlin-Mitte.

Deutsches Theater Lesung. Georg Diez – „Der Tod meiner Mutter“. „Georg Diez, Autor der ‚Süddeutschen Zeitung’, berichtet mit atemberaubender Genauigkeit vom Sterben seiner Mutter, ihrem Kampf um Selbstbestimmung und Würde und seinem eigenen Umgang mit dem Unausweichlichen.“ (Kiepenheuer & Witsch) 20 Uhr. Schumannstraße 13a, 10117 Berlin-Mitte.

Buchhändlerkeller Gespräch. Manfred Wilke – „Der Vorhang geht auf“. György Dalos spricht mit Manfred Wilke über sein Buch. 20.30 Uhr. Carmerstraße 1, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Mittwoch, 2. Dezember

Schwartzsche Villa Musikalische Lesung. Johannes Gahl – „Zwei Märchen vom heiligen Nikolaus“. Mit Mut und durch List gelingt es dem heiligen Nikolaus, den Menschen zu helfen, wenn Ihnen ein Unglück droht. 4,50 €. 10.30 Uhr. Grunewaldstraße 55, 12165 Berlin-Steglitz.

Literaturhaus Lesung. Herbstliteratur 2009: „Ich bin ein Dichter ...“. Zeitgenössische Literatur von Kindern – gelesen von ihnen selbst. Ein Projekt des Konzeptkünstlers und Dichters Misha Bolourie. Veranstalter: KulturPate e.V. Eintritt frei. 11 Uhr. Großer Saal, Fasanenstraße 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Frauenzentrum Schokoladenfabrik Lesung. Ruza Kanitz – „Polenta oder Milchkaffee“. Der Roman schildert in einfühlsamer Weise die emotionale Situation einer Frau zwischen zwei Welten, Berlin und Kroatien. Rückblickend versucht sie, die Bedeutung ihrer Kindheit und Jugend in der kroatischen Heimat zu verstehen. „Die jährlich wiederkehrende Sehnsucht nach der Familie und den Bergen war groß. Die nach dem kleinen rothaarigen Mädchen und den Tränen, die es vergossen hatte, auch. Es war wichtig, es zu loben und der Kleinen zu sagen, dass nichts umsonst war. Wichtig war, auf den Spuren ihrer Vergangenheit zu laufen, zu horchen, zu beobachten und zu staunen. Das Auto fuhr fast leise auf dieser sich schlängelnden, schmalen asphaltierten Straße. Man wollte keinen wecken, keinen Fuchs, keinen Hasen, keinen Bären.“ 18 Uhr. Naunynstraße 72, 10997 Berlin-Kreuzberg.

Verein Berliner Künstler Lesung. Tanja Langer – „Nächte am Rande der inneren Stadt“. „Sie sind jung. Anfang zwanzig. Keiner kennt sich selbst, aber alle wollen es wissen. Eva, die Frau, die nicht treu sein konnte, hat ein Vor-Liebesleben an der Grenze zur Selbstaufgabe. Mitte der 80er Jahre studiert sie Kunstgeschichte in Westberlin. Der Stadt steht ein gewaltiger Umbruch bevor, aber das weiß damals noch niemand. Noch scheint die Szene intakt: eine Boheme, die sich unendlich viel Zeit nimmt, um sich und das Leben neu zu erfinden.“ (DTV) 19 Uhr. Schöneberger Ufer 57, 10785 Berlin-Kreuzberg.

Akademie der Wissenschaft Gesprächsrunde. „Marion Gräfin Dönhoff zum 100. Geburtstag.“ „Die ‚Grande Dame’ des deutschen Journalismus, Marion Gräfin Dönhoff wurde am 2. Dezember 1909 im ostpreußischen Friedrichstein geboren, wo sie auch ihre Kindheit und Jugend verbrachte. Ihr Abitur machte sie in Potsdam und anschließend begann sie in Frankfurt am Main das Studium der Volkswirtschaft, das sie in Basel fortsetzte. Dort schloss sie 1935 ihre Ausbildung mit der Promotion ab. Nach Reisen durch Europa, Afrika und die USA übernahm Marion Gräfin Dönhoff 1938 die Verwaltung des Familienbesitzes in Ostpreußen. Ende Januar 1945 floh sie vor der vorrückenden russischen Armee auf dem Pferd – und ritt sieben Wochen Richtung Westen.“ (Briefmarken-Archiv) Eintritt frei. 19 Uhr. Leibniz-Saal, Markgrafenstraße 38, 10117 Berlin-Mitte.

Liebermann-Villa Lichtbildervortrag. Max Liebermann – „Der zwölfjährige Jesus im Tempel“. Mit August Allebé zeichnete Max Liebermann Mitte der 1880er Jahre das Leben im Judenviertel von Amsterdam. Die Synagoge des Viertels inspirierte ihn schließlich zum wichtigsten Historienbild seines Œuvres „Der zwölf-jährige Jesus im Tempel“. 6 / 4 €. 19 Uhr. Colomierstraße 3, 14109 Berlin–Wannsee.

Café Sybille Lesung. Ralf Bachmann – „Ich habe alles doppelt gesehen - Bilanz eines Journalistenlebens“. Ralf Bachmann begibt sich auf eine Reise durch deutsche Geschichte. 19.30 Uhr. Karl-Marx-Allee 72 , 10243 Berlin-Friedrichshain.

Spukvilla Tempelhof Lesung. Daniel Goetsch – „Herz aus Sand“. Ein berührender, aufrüttelnder Wüstenroman: von einem vergessenen Krieg, von Einsamkeit und Sehnsüchten, von der Liebe. In einem UN-Camp in der Westsahara treffen sie zusammen: Männer und Frauen aus den reichen Ländern, die als Beobachter ein Referendum organisieren sollen. Einer von ihnen ist Frank. Unter der prallen Wüstensonne, die alles zum Flirren bringt, plätschern die Tage dahin. Nachts wird Dattelschnaps getrunken. Schmuggel, Drogen und Prostitution bestimmen das Lagerleben. Sandstürme erzeugen Schimären von Hoffnung und Wahn. Bis Duncker, ein Architekt mit kühnen Plänen auftaucht und in Franks Wohncontainer einzieht. Duncker erinnert Frank an jenen Mann, den er vergessen wollte. Und schlimmer: mit Duncker kommt die Erinnerung an Alma, Franks grosse Liebe, mit der er sich einst ins Leben aufmachte. 8-10 €. 19:30 Uhr. Spukvilla, Albrechtstraße 110, 12103 Berlin-Tempelhof.

Haus der Kulturen der Welt Lesung. Nuruddin Farah – „Netze“. Cambara, eine willensstarke Frau, beschließt, aus ihrer Wahlheimat Toronto in ihr Geburtsland Somalia zurückzukehren. Ihr geliebter Sohn ist durch die Unachtsamkeit ihres Mannes ums Leben gekommen, doch die Reise ist nicht nur eine Flucht: Cambara will das alte Anwesen ihrer Familie den Händen eines Warlords entreißen. Das Mogadischu, in das sie kommt, ist schwer gezeichnet vom Bürgerkrieg. Jugendliche mit automatischen Waffen patrouillieren die Straßen, Clan-Rivalitäten, Langeweile und das allgegenwärtige Kaat haben die einstmals lebendige Stadt im Griff, islamistische Gruppen nutzen die Lähmung, um Einfluss zu gewinnen. Doch nach und nach gelingt es Cambara, Verbündete zu gewinnen – Heldinnen der Vernunft in einer Welt der Zerstörung. 19.30 Uhr. 3-15 €. John-Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Kino Moviemento Buchvorstellung & Lesung. Martin Keune „Groschenroman. Das aufregende Leben des Erfolgsschriftstellers Axel Rudolph“. Martin Keune, geboren 1959 im Sauerland, ist Chef der Berliner Werbeagentur „Zitrusblau“. Er lebt in Berlin und verbringt die Wochenenden in dem havelländischen Dorf Semlin, nahe Rathenow. Dort stieß er auf den schillernden Lebensweg des Schriftstellers Axel Rudolph, der von 1936 bis 1943 ebenfalls in Semlin lebte. Martin Keune hat mehrere Sachbücher und einen Kriminalroman veröffentlicht. 19.30 Uhr. Kottbusser Damm 22, 10967 Berlin-Kreuzberg.

Urania Lesung. Bettina Knothe und Anna Trökes – „Yoga-Gehirn“. Das erste Buch über den positiven Einfluss von Yoga auf unser Gehirn. Wer Yoga praktiziert, kann sein Gehirn im wahrsten Sinne des Wortes, in Form bringen. Diese sensationelle Erkenntnis wird in diesem Buch erstmals dokumentiert. 19.30 Uhr. An der Urania 17, 10787 Berlin-Schöneberg.

Kulturhaus Mitte Lesung. „Die Frauen des Bauhauses“. 19.30 Uhr. Auguststraße 21, 10117 Berlin-Mitte.

Akademie der Künste Gespräch. Metaphysik der Schlaflosigkeit. 60 Jahre „Sinn und Form“. Für den Philosophen E.M. Cioran war Schlaflosigkeit „eine schmerzhafte Erfahrung, eine Katastrophe. Aber sie lässt einen Dinge verstehen, die die anderen nicht verstehen.“ Dem erkenntnisfördernden Wachsein bei Nacht steht die geistige Wachheit am Tage gegenüber, die Aufmerksamkeit für das Lebendige, Poetische, Besondere. „Sinn und Form“, die literarische Zeitschrift der Akademie der Künste, hat seit je die Balance zwischen Gedicht und Gedanken, die Korrespondenz von Philosophie, Anthropologie und Theologie gesucht. Aus Anlass des 60-jährigen Bestehens beleuchten der Chefredakteur Sebastian Kleinschmidt die geistige Physiognomie der Zeitschrift, Thomas Hürlimann und Michael Krüger versuchen im Gespräch mit Matthias Weichelt, die nächtliche Seite der Literatur zu erhellen. 3–5 €. 20 Uhr. Plenarsaal, Pariser Platz 4, 10117 Berlin-Mitte.

Literaturforum im Brecht-Haus Lesung & Gespräch. Wolfgang Asholt, Rüdiger Reinecke und Susanne Schlünder (Hg.) – „Der Spanische Bürgerkrieg in der DDR. Strategien intermedialer Erinnerungsbildung“. Karlheinz Barck und Reiner Tosstorff im Gespräch mit den Herausgebern. 20 Uhr. Chausseestraße 125, 10115 Berlin-Mitte.

Literaturwerkstatt Lesung & Gespräch. VERSschmuggel – Eine Karawane der Poesie. Fünf Dichter-Paare arbeiten unterstützt von Dolmetschern vier Tage lang an den poetischen Neufassungen der Texte ihres jeweiligen Partners und übertragen diese ins Arabische bzw. Deutsche. Die Ergebnisse und Erfahrungen dieses Austauschs werden an zwei Abenden vorgestellt und erscheinen im kommenden Frühjahr im Wunderhorn-Verlag in einer zweisprachigen Anthologie. 3-5 €. 20 Uhr. Knaackstraße 97, 10435 Berlin-Prenzlauer Berg.

Léttretage Vortrag. Arthur Rimbaud – „Der entfesselte Dichter“. Rezitation in Französisch und Deutsch. Mit Matthias Müller-Lentrodt und Tom Bresemann. Rimbaud, ein Dichter, der an die Grenzen ging, ein Schwarzkünstler des Wortes, der mit Farben, Klängen, Düften halluzinatorische Gebilde wie das „Trunkene Schiff“ geschaffen hat, die zu den großartigsten Gedichten der französischen Literatur gehören. Der Dichter, Übersetzer und Rezitator Matthias Müller-Lentrodt stellt an diesem Abend das faszinierende Leben und Dichten dieses „Poète maudit“ vor. 20 Uhr. 5 €. Methfesselstraße 23-25, 10965 Berlin-Kreuzberg.

Literaturhaus Vortrag. Hanns Zischler – „Chamisso Charaden“. Adelbert von Chamisso hat neben seinen literarischen und naturwissenschaftlichen Arbeiten eine Reihe von bislang wenig beachteten, rätselhaften Aufzeichnungen hinterlassen, die eine Deutung in dem Maße herausfordern wie sie diese verweigern. Vorträge zur Literatur- und Wissenschaftsgeschichte. Eintritt frei. 20 Uhr. Großer Saal, Fasanenstraße 23, 10719, Berlin–Charlottenburg.

Buchhändlerkeller Lesung. Hildburg Wegener – „Anna von Gierke: Sozialpädagogin zwischen konservativer Politik und freier Wohlfahrtspflege“. Eine junge Professorentochter übernimmt 1892 in Berlin-Charlottenburg einen Mädchenhort. Sie schafft eine auf ganz Deutschland ausstrahlende Ausbildungsstätte für die neuen sozialen Frauenberufe und umgibt sie mit einem Netz von Einrichtungen, Vereinen und Verbänden der Kinder- und Jugendfürsorge. Sie wird deutschnationale Abgeordnete der Nationalversammlung, führt, als sie 1920 wegen ihrer jüdischen Herkunft nicht für den Reichstag aufgestellt wird, in Berlin eine Frauenliste an, trägt entscheidend zum Aufbau des Systems der freien Wohlfahrtsverbände in der Weimarer Republik bei und wird nach 1933 zum Mittelpunkt eines großen Kreises von Christinnen und Christen in Opposition zum NS-Regime. 20.30 Uhr. Carmerstraße 1, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Klub der Republiken Lesung. „Surfpoeten“. „Die zweite Neuerscheinung ‚Die Surfpoeten’ ist wie ein Lesebühnenabend …, die Zeit vergeht wie im Flug und zwischendurch hat man sogar mehrmals gelacht. (taz) 21 Uhr. Pappelallee 81, 10437 Berlin-Prenzlauer Berg.

Schleichers Buchhandlung Diskussion. Hans-Dieter Schütt – „Glücklich beschädigt“. Republikflucht nach dem Ende der DDR. Vom Mut, in die Asche der Jahre zu sehen — oder wie lebt es sich mit dem Bewusstsein, dem falschen System gedient zu haben? Zu DDR-Zeiten war Hans-Dieter Schütt Chefredakteur der FDJ-Zeitung „Junge Welt“. Ein überzeugter Kommunist und Parteigänger der DDR, der mit der Wende sein „Damaskus“ erlebte. Was fängt ein Mensch mit der plötzlich geschenkten Freiheit an, wie viel Verrat an den früheren Idealen steckt im Genuss dieser Freiheit? Ein ehrliches und kritisches Buch über die Macht von Ideologien und Selbstbetrug! 5-10 €. Lansstraße 8, 14195 Berlin-Dahlem.

Gorki Studio Lesung. Peter Michalzik – „Die sind ja nackt!“. „Wer kennt das nicht: Nackte und Kopulierende auf der Bühne, dazwischen jede Menge roter Farbstoff – man weiß nur nicht wieso! Schlimmer noch, hinterher soll man auch noch etwas Kluges darüber sagen. Ob Skandalinszenierungen oder langweilige Routine, es gibt viele Gründe, den Theaterbesuch aus dem Terminkalender zu streichen – oder wie es Roland Barthes einmal sagte: ‚Ich habe das Theater immer sehr geliebt, und dennoch gehe ich fast nie mehr hin.’“ (Dumont Verlag) Am Festungsgraben 2, 10117 Berlin-Mitte.

Donnerstag, 3. Dezember

Haus der Kulturen der Welt Lesung & Gespräch. Abdourahman Waberi und Cristina Ali Farah – „Barnaby Metschurat“. Anschließend Gespräch mit Nuruddin Farah und Alessandra di Maio. Somali Writing and Beyond / OPEN WOR(L)DS. Alle Veranstaltungen in deutsch-englischer Simultanübersetzung. Was bewegt junge afrikanische Autoren und welche Themen und Motive verhandeln sie? Welche literarischen Einflüsse und Vorbilder sind wahrnehmbar, welche Wege werden neu ausgemessen? Ein Gespräch über Rollen, Selbstverständnis und aktuelle Entwicklungen des afrikanischen Schreibens. 3-15 €. 19 Uhr. John-Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Hotel Morgenland Lesung. Hellmuth Karasek – „Ihr tausendfaches Weh und Ach“. „Leicht und doch mit chaplineskem Ernst erzählt Karasek, wie Männer versuchen, zu lieben und zu flüchten, zu erobern und zu vergessen. Der ‚publizistische Turbokarpfen im Teich der grauen Hechte’ (Gerhard Stadelmaier) berichtet von glücklichen und schmerzlichen Selbstversuchen und von Ausflügen in das unbekannte Land der Frauen.“ (Hoffmann & Campe) 19.30 Uhr. Finckensteinallee 23-27, 12205 Berlin-Steglitz.

Akademie der Künste Archiveröffnung & Lesung. Hans Bunge – „Mensch im Jahrhundert der Wölfe“. Bekannt ist Hans Bunge (1919–1990) vor allem durch seine Gespräche mit Hanns Eisler und Ruth Berlau. Doch charakterisieren diese historischen Dokumente lediglich einen Aspekt der Arbeit des Literaturwissenschaftlers und ersten Leiters des Bertolt-Brecht-Archivs, des Regisseurs und Dramaturgen, unermüdlichen Dokumentaristen und grenzgängerischen Boten zwischen Ost und West. Der nunmehr erschlossene Nachlass bezeugt eindrücklich Leben und Arbeit eines Mannes, der inmitten der epochalen Brüche des 20. Jahrhunderts ganz im Eislerschen Sinne das Seine „ablieferte“. Manfred Bierwisch spricht über seinen Weggefährten und Freund. Dieter Mann liest aus Texten und Briefen. Neben der Einspielung von Tondokumenten gibt an diesem Abend auch eine Vitrinenpräsentation ausgewählter Originale Einblick in den Nachlass. 20 Uhr. Plenarsaal, Pariser Platz, 10117 Berlin-Mitte.

Literarisches Colloquium Lesung & Gespräch. Dänisch-Deutsche Autorenbegegnung. Im April dieses Jahres fand im dänischen Schriftsteller- und Übersetzerzentrum „Hald Hovedgaard“ im Norden Jütlands ein Treffen von jungen Autoren aus Deutschland und Dänemark statt. Acht Schriftsteller arbeiteten an eigenen Texten und kamen miteinander ins Gespräch. Am heutigen Abend sind vier der Teilnehmer des Projekts eingeladen, im LCB aus eigenen Texten zu lesen und über ihre Erfahrungen mit Projekten des europäischen Literaturaustausches zu sprechen. 20 Uhr. Am Sandwerder 5, 14109 Berlin-Wannsee.

Buchhändlerkeller Lesung. Jakob Hein – „Liebe ist ein hormonell bedingter Zustand“. Jakob Hein erzählt die tragikomische Geschichte eines Unbeirrbaren: Der rührend unerfahrene Ostberliner Sascha liebt die Frauen. Wenn sie ihn doch nur zurücklieben würden! Mit den Kumpels hinter einem Glas Cola-Weinbrand in der Club-Gaststätte „Kalinka“ zu hocken, bis das nächste Stück von The Cure kam: das war schon okay. Wirklich cool aber waren die Momente mit Sarah. Sarah war die Frau seines Lebens. Sicher würde sie das auch bald rausfinden. Solange fand Sascha sich damit ab, nur der Vollidiot zu sein, der daneben stand, während Sarah mit „Dose“, dem Sänger von Productive Cough, zusammenkam. Bis ihm klar wurde, dass er sein Leben nicht für die Liebe einer Unbelehrbaren wegschmeißen konnte. Dann vielleicht doch Doreen aus Treptow, die Ex von Olli. Irgendwann würde es ihm gelingen, hinter das Geheimnis der Frauen zu kommen. 20.30 Uhr. Carmerstraße 1, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland Lesung & Gespräch. Horace Engdahl war von 1999 bis 2009 Ständiger Sekretär der Schwedischen Akademie und verkündete in dieser Funktion die letzten zehn Nobelpreisträger für Literatur. Der Schriftsteller hat eine Professur für skandinavische Literatur an der Universität Århus inne, ist als Übersetzer tätig und gehörte als Gründer der Zeitschrift „Kris“ in den 1980er Jahren zu den Erneuerern des schwedischen Literaturdiskurses. 20.30 Uhr. Unter den Linden 78, 10117 Berlin-Mitte.

Freitag, 4. Dezember

Literaturhaus Lesung & Gespräch. Lesung Peter Demetz, anschließend Gespräch mit Esther Kilchmann. Der Osten liegt in der Mitte. Literarische Ost-West-Passagen. Literaturtage des Zentrums für Literaturforschung in Kooperation mit dem Literaturhaus Berlin. 13.30-14.30 Uhr. Großer Saal, Fasanenstraße 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Literaturhaus Lesung & Gespräch. Lesung Dzevad Karahasan, anschließend Gespräch mit Hildegard Kernmayer. Lesung Emma Braslavsky, anschließend Gespräch mit Daniel Weidner. Der Osten liegt in der Mitte. Literarische Ost-West-Passagen. Literaturtage des Zentrums für Literaturforschung in Kooperation mit dem Literaturhaus Berlin. 14.30-16.30 Uhr. Großer Saal, Fasanenstraße 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Literaturhaus Lesung. Yadé Kara – „Selam Berlin“. „Die Geschichte Hasans, neunzehn, der mit seiner Familie jahrelang zwischen Bosporus und Spree hin- und hergependelt ist und der am Tag des Mauerfalls beschließt, Istanbul zu verlassen und ganz nach Berlin zurückzukehren. Ein atemberaubend tragikomischer Roman voll farbigster Charaktere und Episoden aus Ost und West.“ (Diogenes Verlag) 17 Uhr. Fasanenstraße 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Der Märchenbrunnen Lesung. Rauhnächte. Janine Schweiger und Jutta Albrecht erzählen Märchen und Geschichten aus aller Welt. Davon wie unbändig es bei Trollen an Weihnachten zugeht, von Väterchen Frost, der nur bestimmten Menschen etwas antut und von anderen Geschöpfen, die es in kalten Nächten umtreibt. 7-9 €. 19.30 Uhr. Bornstraße 17, 12163 Berlin-Steglitz.

Buchhändlerkeller Lesung. Berliner Autoren aus verschiedenen Ländern – Deutschland, Irland, Italien, Nigeria, UK, USA – lesen neue englische und deutsche Texte. 19.30Uhr. Carmerstraße 1, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Prinz Eisenherz Buchladen Lesung. Friedrich Kröhnke – „Ein Geheimnisbuch“. Zwei Kinder: Abel und Sascha. Und eine Welt voller Bücher. Zwei Leben von den 1960er Jahren bis in die Gegenwart, in deren Mittelpunkt immer die Bücher stehen. Und zwar reihenweise. Von Enid Blyton und Karl May zu Simenon und Hubert Fichte. Ein inzwischen halbvergessener Kosmos von Schönheit und entschiedener Moderne wird in eindrücklichen Bildern wiedererweckt: die aufregende Welt der Taschenbücher. Aus den beiden aufmüpfigen Kindern werden zwei verschrobene Männer. Die Handlung ist in London. Die Handlung ist in Indien und Mexiko. Die Handlung ist in „einem verborgenen Zimmer“ in Berlin-Tiergarten und schließlich in einem Keller in Saarbrücken, in dem sich das Geheimnis enthüllt, von dem in der Kindheit der beiden die Schriftstellerin La Motte nachts gesprochen hatte und das gefährlich süchtig macht. Friedrich Kröhnke erzählt vom Glück, jung zu sein und noch so viel zu lesen vor sich zu haben. 20 Uhr. Lietzenburger Straße 9a, 10789 Berlin-Charlottenburg.

Samstag, 5. Dezember

Literaturhaus Lesung & Gespräch. Lesung Esther Kinsky, anschließend Gespräch mit Christina Pareigis sowie Lesung Juri Andruchowytsch, anschließend Gespräch mit Franziska Thun-Hohenstein. Der Osten liegt in der Mitte. Literarische Ost-West-Passagen. Literaturtage des Zentrums für Literaturforschung in Kooperation mit dem Literaturhaus Berlin. 15-17 Uhr. Großer Saal, Fasanenstraße 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

City-Angel „Stadt der Engel“. Poetische Lesereise per Reisebus – Lichterfahrt durchs vorweihnachtlich beleuchtete Berlin. 16 Uhr. Amsterdamer Straße 19 B, 13347 Berlin-Wedding.

Alte Kantine Lesung. Sieben und einen Streich. Märchen und Geschichten aus Nordeuropa für Klein und Groß stimmungsvoll erzählt und mit Akkordeonmusik beseelt von der Gruppe „Sieben und ein Streich“. Weit oben im Norden Europas ist der Weihnachtsmann zu Hause. Viele Geschichten ranken sich um ihn, aber auch um Trolle, Wichtel und Weihnachtstraditionen. So bekommen die Wichtel jedes Jahr zu Weihnachten für ihre gute Arbeit von den Menschen ein Schälchen Reisbrei mit einem großen Klecks Butter geschenkt. Was aber geschieht, wenn es die Menschen im Weihnachtstrubel vergessen? Lasst euch in den Norden entführen: hört Lustiges und Besinnliches, trefft Trolle und Wichtel, begegnet Gänsen und Tannenbäumen, folgt in verschneite Märchenwelten oder versetzt euch in nördliche verzauberte Wohnstuben mit wärmendem Kamin. Lauscht den Geschichten, den Märchen und der Musik von „Sieben und ein Streich“ – das sind: Christiane Brandes, Patricia Elmer, Heike Henkhaus, Gerhard Moses Heß, Jürgen Kretzschmar, Cornelia Kurth, Ilka Sonntag, Karin Warnken und am Akkordeon Christof Schreiter. 3 €. 16 Uhr. Knaackstraße 97, 10435 Berlin-Prenzlauer Berg.

Volkshochschule Neukölln Schreiben in Cafés. 1. Mitglieder der Neuköllner Schreibwerkstatt präsentieren neue Texte. 18.30 Uhr. Boddinstraße 34,12053 Berlin-Neukölln.

Lichtburgforum Lesung. Junge Lichtburg „Weihnachten is now im Eimer“. Die Junge Lichtburg verschafft dem Publikum eine augenzwinkernde Verschnaufpause im vorweihnachtlichem Einkaufstress oder eine schöne Sicht auf die adventsbegleitenden Probleme jeglicher Art. Eine vergnügliche Lesung für alle, die noch lachen können, kurz vor Nikolaus! Die Textauswahl reicht von Loriot bis Doris Dörrie, von Ephraim Kishon bis Theodor Fontane und Fundstücken aus dem World Wide Weihnachtsnetz. Wer selbst gebackene Plätzchen mitbringt hat freien Eintritt! 5-7 €. 19.30 Uhr. Behmstraße 13, 13357 Berlin-Wedding.

Alte Kantine Lesung. Die Berliner Lesebühnen haben ein Gipfeltreffen. Jeden Samstag um 20 Uhr beginnt eine Lesung der besonderen Art in der Alten Kantine. Delegierte der renommiertesten Lesebühnen Berlins LSD, Surfpoeten, Chaussee der Enthusiasten, Reformbühne Heim & Welt und Gäste bieten ihre besten Stücke dar. Hören und sehen Sie vergnügliche Texte, Gedichte, Szenen, Geschichten, Hörspiele und Lieder. Werden Sie Zeuge der Fingerübungen gestandener Autoren und der literarischen Hoffnungen Berlins. Sie werden sehen, das ist der Gipfel. 5 €. 20 Uhr. Knaackstraße 97, 10435 Berlin-Prenzlauer Berg.

Léttretage Lesung. Katrin Marie Merten – „Salinenland“. Lesung der Autorin, in Zusammenarbeit mit der lyrikedition 2000. Katrin Marie Merten legt eine Sammlung erstaunlicher Gedichte vor. Gegliedert in die Kapitel „Stadt“, „Schlaf“, „Takt“, „Raum“ und „Wach“, erschließt ihr Debüt die Orientierung des Subjekts im Raum. Oft sind es nur leichte Bewegungen, die sich in musikalischen Wortkombinationen spiegeln – Innenansichten zwischen Traum und Wachen, wobei die Grenzen zwischen Innen und Außen fließend sind. Formell nachvollziehbar auch an den wandernden Gedichttiteln, die mal oben, unten oder in der Mitte stehen. „Salinenland“ wird vorstellbar als Ort zwischen Nacht und Tag, wo Salz aus Träumen gewonnen wird und „das schwebende Licht“ von der Erwartung auf Kommendes kündet. Vom Schwebezustand ausgeschlossen bleibt einzig die Sprache: „wenn Körperkonturen zu weichen beginnen / und plötzlich sicher ist, / dass nichts bleibt, / als das, was in Sätzen geschlossen zitiert“. 5 €. 20 Uhr. Methfesselstraße 23-25, 10965 Berlin-Kreuzberg.

Sonntag, 6. Dezember

Literaturhaus Lesung. „Erlesener Sonntag“. Eingeschneit – von schrägen und schaurigen Schneeabenteuern. Kathrin Buchmann und Friederike Ribbe gehen gemeinsam mit Kindern und Eltern auf literarische Schlittenfahrt. Eintritt frei. 11 Uhr. Kaminraum, Fasanenstraße 23, 10719, Berlin-Charlottenburg.

Léttretage Lesung & Film & Gespräch & Verkauf von Drucken am verkaufsoffenen Nikolaussonntag. Es lesen Edmundo Bejarano, Tom Bresemann, Rery Maldonado, Nikola Richter, Alejandra del Rio und Ron Winkler. Früher wurden Sätze im Stehen gesetzt: Man benutzte einen Winkelhaken, ein Setzschiff, eine Ahle, musste mit dem Typometer nachmessen, wie viele Cicero Füllmaterial in einer Zeile fehlten. Was hier so abstrakt und fremd-poetisch klingt, haben Berliner Lyrikerinnen und Lyriker im November in einem Druck-Workshop unter der fachkundigen Anleitung von Bärbel Krenz (Meisterin) im Museum Kreuzberg praktisch erprobt. Edmundo Bejarano, Tom Bresemann, Rery Maldonado, Nikola Richter, Alejandra del Rio und Ron Winkler lesen am Nikolaustag aus ihrer handgedruckten Mappe, die auch als Mini-Ausstellung an den Wänden hängen wird. 5 €. 16 Uhr. Methfesselstraße 23-25, 10965 Berlin-Kreuzberg.

Mutter Fourage Lesung. Suse Weiße – „Russische Schokolade“. Suse Weiße pflegt eine uralte Kunst: die des Erzählens. Als Geschichtenerzählerin erlangte sie internationales Renommée und wurde mehrfach mit Preisen ausgezeichnet. 11 €. 17 Uhr. Chaussestraße 15a, 14109 Berlin-Zehlendorf.

Buchhändlerkeller Erzählbar. Zu Gast die Autorin Holly-Jane Rahlens. Holly-Jane Rahlens ist eine in Deutschland lebende amerikanische Schriftstellerin und Schauspielerin. Sie schrieb unter anderem das Jugendbuch „Prinz William, Maximilian Minsky und ich“ sowie den Roman „Becky Bernstein goes Berlin“. 17 Uhr. Carmerstraße 1, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Hotel Savoy Vortrag. Friedrich Schorlemmer – „Genie der Menschlichkeit. Albert Schweitzer“. Friedrich Schorlemmer entwirft ein eindrückliches Bild vom Leben und Wirken Albert Schweitzers, dessen Ethos zu den universell gültigen Botschaften unserer Zeit gehört. Schweitzer war ein Mann des Geistes wie der praktischen Tat, der tief verinnerlichte Genügsamkeit und Bescheidenheit an den Tag legte. 17 Uhr. Fasanenstraße 9-10, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Schwartzsche Villa Lesung. Texte aus dem Sack. Eine Überraschungslesung zum Nikolaustag. Mit Geschenksäckchen vom Nikolaus. 4-5 €. 20 Uhr. Großer Salon, Grunewaldstraße 55, 12165 Berlin-Steglitz.

Montag, 7. Dezember

Akademie der Wissenschaften Buchpräsentation. Urte von Berg – „Caroline Friederike von Berg – Freundin der Königin Luise von Preußen“. „Caroline Friederike von Berg (1760-1826) führte am Tiergarten in Berlin ein großes Haus, in dem sich die geistige Prominenz versammelte. Die Nähe zu Königin Luise machte sie zu einer einflussreichen Frau. Um sechzehn Jahre älter, wurde sie zur geistigen Mentorin und engen Vertrauten, die Luise zu einer selbstständigen Persönlichkeit heranbildete und auch politisch Einfluss nahm.“ (Wallstein Verlag) 17 Uhr. Jägerstraße 22-23, 10117 Berlin-Mitte.

Literaturhaus Lesung. „das muss ich dir erzählen ...“. Zeitgenössische Literatur von Kindern, Eltern und Großeltern – gelesen von ihnen selbst. Eintritt frei. 18 Uhr. Kaminraum, Fasanenstraße 23, 10719, Berlin-Charlottenburg.

Heinrich Böll Stiftung Podiumsdiskussion. Jürgen Kaube – „Die Illusion der Exzellenz“. Kein Stein bleibt derzeit in den Hochschulen auf dem anderen, eine Strukturreform jagt die nächste. Von den Abschlüssen über die Bezahlung der Professoren und die Doktorandenausbildung bis zur Organisation der Hochschulleitung – nichts soll bleiben, wie es war. Das Versprechen lautet: internationale Konkurrenzfähigkeit, schnelleres und erfolgreicheres Studieren, bessere Forschung. 19.30 Uhr. Schumannstraße 8, 10117 Berlin-Mitte.

Schwartzsche Villa Autorenforum. Lesen-Zuhören-Diskutieren. Vorlesen unveröffentlichter Texte. 20 Uhr. Kleiner Salon, Grunewaldstraße 55, 12165 Berlin-Steglitz.

Literarisches Colloquium Lesung & Gespräch. Péter Esterházy – „Keine Kunst”. „Keine Kunst” hat Péter Esterházy seine neue Erzählung benannt. Die Hauptfigur bildet wie in den „Hilfsverben des Herzens” aus den 80er Jahren Esterházys Mutter, die als charismatische Geschichtenerzählerin und fußballbesessene Frau auftritt: „Als ich beschloss, die Geschichte meiner Mutter zu schreiben, über ihre verblüffende, auf jeden Fall aber ungewöhnliche Beziehung zum Fußball, wusste ich nicht, dass auch ich eine neue Geschichte haben würde“. In den Erzählungen der Mutter ersteht die Familiengeschichte in neuen Variationen wieder auf, aber auch die ungarische Geschichte seit den 30er Jahren und die unfassbare WM-Finalniederlage von 1954 mit ihren tragischen Helden. Péter Esterházy liest aus dem vielstimmigen Werk, das von Terézia Mora virtuos ins Deutsche übertragen wurde. 4-6 €. 20 Uhr. Am Sandwerder 5, 14109 Berlin-Wannsee.

Literaturhaus Lesung & Ehrung. „Walter-Serner-Preis 2009“. Der Dichter Nico Bleutge hält die Laudatio, anschließend wird der preisgekrönte Text von der Autorin und vom Autor vorgetragen. Eintritt frei. 20 Uhr. Großer Saal, Fasanenstraße 23, 10719, Berlin-Charlottenburg.

Dienstag, 8. Dezember

Maxim Gorki Theater Szenische Lesung. Herta Müller – „Herztier“. „Rumänien in den achtziger Jahren: Eine Gruppe von Freunden leistet Widerstand gegen das Terrorregime Ceausescus, sie schreiben oppositionelle Gedichte und dokumentieren die alltägliche Überwachung durch die Securitate. Allmählich aber werden sie selbst Opfer der Verfolgung. Als drei von ihnen in den Westen ausreisen, geht dort der Terror weiter.“ (S. Fischer) 19.30 Uhr. Foyer, Am Festungsgraben 2, 10117 Berlin-Mitte.

Literaturwerkstatt Lesung & Gespräch. Ulrich Schlotmann – „Die Freuden der Jagd“. Auf der Flucht vor einer immer komplexer, immer unverständlicher werdenden Welt begibt sich ein Mann in den Wald, direkt auf das Terrain einfacher Wahrheiten und altbewährter, fundamentalistischer – sprich: sexistischer, rassistischer und religiöser Positionen. Sein Weg zum finsteren Herzen des Waldes, wo er mit sich und der Welt in Einklang zu leben hofft, entwickelt sich immer mehr zum Höllentrip in die Abgründe der menschlichen Seele. Und über den Umweg der Sprache, in die der wandernde Mann seine Gedanken zu kleiden versucht, hält der zersetzende Virus der Komplexität wieder Einzug in seinen Geist und zieht ihm vollends den Boden unter den Füßen weg; eine Aussicht auf Erlösung bleibt aus. 3-5 €. 20 Uhr. Knaackstraße 97, 10435 Berlin-Mitte.

Martin-Gropius-Bau Lesung. Svenja Goltermann – „Die Gesellschaft der Überlebenden“. „Svenja Goltermann erschließt in einem packenden Buch einen blinden Fleck der deutschen Zeitgeschichte: Sie geht der Frage nach, was die Gewalterfahrungen des Zweiten Weltkriegs für deutsche Soldaten und ihre Familien nach dem Krieg bedeuteten. Ein brisanter Beitrag zur Debatte um das Selbstverständnis der Deutschen und ihre Rolle als Täter und Opfer im Zweiten Weltkrieg.“ (DVA) 20 Uhr. Niederkirchnerstraße 7, 10963 Berlin-Kreuzberg.

Deutsches Theater Lesung Helmut Mooshammer liest „Extracte des Lebens“ von Peter Altenberg. Man glaubt ihn schon lange zu kennen, doch wie viel Neues gibt es zu entdecken! Hier ist die erste Bildbiographie, die die Person Altenberg mit unbekannten Bildern und zahlreichen neu gefundenen, großteils unveröffentlichten Brieftexten als innovativen Schriftsteller und als originelle Gestalt, als modernen Mann im Wien um 1900 auf informative und amüsante Art kennen lernen lässt. Nie zuvor war ein Einblick in so viele Szenerien möglich, wo Altenberg im Künstlermilieu des Jugendstils als sensibler Zeitgenosse agiert: als feinnerviger Schriftsteller, treffsicherer Menschenkenner, Hypochonder, alternativer Lebenskünstler und Sammler von Ansichtskarten und Fotografien. 20.15 Uhr. Saal, Schumannstraße 13, 10117 Berlin-Mitte.

Buchhändlerkeller Literarisch-musikalische Soiree. Zum 100. Todestag von Innokentij Annenskij liest Martina Jakobsen aus ihrer Übersetzung seiner Gedichte. 8-10 €. 20.30 Uhr. Carmerstraße 1, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Buchhändlerkeller Lesung. Winterfreuden. Texte zur Jahreszeit. 20.30 Uhr. Carmerstraße 1, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Mittwoch, 9. Dezember

Humboldt-Bibliothek Lesung. Terézia Mora – „Der einzige Mann auf dem Kontinent“. „Umgeben von globalen Wirtschaftskatastrophen macht sich ein Mann daran, sein Lebensidyll zu verteidigen, auch wenn er schon längst zugeben müsste, dass die Firma, für die er arbeitet, zusammengebrochen ist und seine Ehe vor dem Aus steht.“ (Luchterhand Literaturverlag) 19.30 Uhr. Karolinenstraße 19, 13507 Berlin-Reinickendorf.

Neue Nationalgalerie Vortrag & Gespräch. Ines Geipel und Joachim Gauck – „Über die Reprivatisierung des Öffentlichen. Als die Menschen ihre eigene Identität zurück eroberten“. Im Rahmen der Ausstellung von Thomas Demand. 12 / 6 €. 19.30 Uhr. Potsdamer Straße 50, 10785 Berlin-Schöneberg.

Literarisches Colloquium Lesung & Gespräch. David Chariandy – „Vancouver“. Noch kaum bemerkt und gewürdigt, doch mit Nachdruck und ungeheurer Dynamik vollzieht sich neuerdings ein Umbruch in der Bücherwelt: von der Weltliteratur zur Global Literature. Es handelt sich hierbei um eine Literatur im Transit ohne festen Wohnsitz, geschrieben von Migranten aus oft literaturfernen Weltgegenden – meist Krisen- und Bürgerkriegsregionen wie Äthiopien, Pakistan, Libanon oder Somalia. Diese neue Veranstaltungsreihe orientiert sich an den Nominierten für den „Internationalen Literaturpreis 2009“ des Hauses der Kulturen der Welt. In 10 Veranstaltungen wird die Literaturkritikerin Sigrid Löffler die bemerkenswertesten „Weltensammler“ mit ihren Büchern vorstellen. David Chariandys Debütroman „Der karibische Dämon“ erzählt auf einfühlsame Weise die Geschichte einer nach und nach zerfallenden Migrantenfamilie am Rande Torontos. 4-6 €. 20 Uhr. Am Sandwerder 5, 14109 Berlin-Wannsee.

Léttretage Lesung. NEUES VOM JETZT (V). Eine Versuchsanordnung junger deutschsprachiger Gegenwartslyrik an fünf Abenden. Teil 5: Juliane Liebert und Konstantin Ames. Im Jahr 2008 sind zwei Anthologien erschienen, die man zu Recht als Bestandsaufnahmen aktueller deutscher Lyrik der jüngeren Generation bezeichnen kann: „Lyrik von JETZT zwei“, herausgegeben von Björn Kuhligk und Jan Wagner, sowie „Neubuch“, herausgegeben von Ron Winkler. Die Autoren-Auswahl der beiden Bücher überschneidet sich, jedes setzt jedoch auch eigene markante Akzente. 20 Uhr. 5 €. Methfesselstraße 23-25, 10965 Berlin-Kreuzberg.

Literaturforum im Brecht-Haus Lesung & Gespräch. Stephan Gregory – „Wissen und Geheimnis. Das Experiment des Illuminatenordens“ / Lorenz Jäger – „Hinter dem großen Orient. Freimaurerei und Revolutionsbewegungen“. Lothar Müller im Gespräch mit den Autoren. Geheimbünde und Logen wurden gegründet, um Ideen der Aufklärung, um revolutionäre und politische Ideen zu befördern. Hier fanden Revolutionäre ihre Rekrutierungsräume, ihre Vorbereitungsateliers und manchmal auch ihre legale Deckung. So stellt sich der Illuminatenorden als ein Geheimlabor der Moderne dar, in dem bereits zu Zeiten des Ancien Régime die neuen Kommunikations-, Überwachungs- und Selbsterfahrungsprozeduren des bürgerlichen Zeitalters erprobt werden. 20 Uhr. Chausseestraße 125, 10115 Berlin-Mitte.

Buchhändlerkeller Lesung. Eva Förster – „Weit gehen“. Die Autorin Förster liest aus ihrem Lyrikband. 20.30 Uhr. Carmerstraße 1, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Lettrétage Lesung. Ron Winkler – „Fragmentierte Gewässer“. „Ron Winklers Lyrik ist, um es mit dem Titel eines seiner Gedichte zu sagen, ein ‚Leitfaden für Landschaftstouristen’ – zu denen wir heute alle mehr oder weniger geworden sind, wenn wir vor die Berg-, See- und Waldbilder der Natur treten.“ (Berlin Verlag) 5 €. Methfesselstraße 23 – 25, 10965 Berlin-Kreuzberg.

Thalia Buchhandlung Lesung. „30 Jahre TITANIC“. Die bunte BoyGroup-Jubiläums-Show mit Oliver Maria Schmitt, Martin Sonneborn und Thomas Gsella: Die verbotenste Zeitschrift Deutschlands feiert Geburtstag! Jede zehnte TITANIC-Ausgabe ist indiziert, der 30-jährige Pointenterror des legendären Satiremagazins kostete Unsummen an Schmerzensgeld und beendete zahllose Karrieren. Vor allem die der drei ehemaligen Chefredakteure Oliver Maria Schmitt, Martin Sonneborn und Thomas Gsella. Sie rieben sich auf im Kampf gegen Staatsanwälte und Richter, gegen Helmut „Birne“ Kohl, Kurt „Bestie“ Beck und Helmut „Ficken“ Markwort, gegen Johannes „Prionenklumpen“ Rau, gegen „Klorollen“-Jesus und Björn „Badewanne“ Engholm. Kommen Sie, so lange es noch legal ist! Beobachten Sie aus sicherer Entfernung die drei Ex-Chefs mit ihrem brandneuen Jubiläumsprogramm und einer hochkomplexen Power-Point-Präsentation. Genießen Sie unverschämte „Briefe an die Leser“, abstoßende Polit-Aktionen, charmante Pöbeleien, feigen Telefonterror gegen die Zone, vollständige Gedichte und halblustige Witze. Ein Lachereignis der verschärften Exzellenzklasse für Sie und Ihre nächsten Angehörigen! Garantiert bald verboten! Grunerstraße 20 , 10179 Berlin-Charlottenburg.

Donnerstag, 10. Dezember

Die weiße Rose - Kulturzentrum am Wartburgplatz Lesung. Noah Sow – „Deutschland Schwarz Weiß“. „Wir sind mit den vielfältigsten Rassismen aufgewachsen: Wir spielten im Kindergarten ‚Wer hat Angst vorm schwarzen Mann’, sangen ‚Zehn kleine Negerlein’ und finden es normal, dass uns im Schuhgeschäft ein schwarzer Diener aus Porzellan begrüßt. Wenn wir gefragt werden, sind wir natürlich gegen Rassismus. Rassismus zu bekämpfen heißt jedoch, ihn zunächst zu verstehen. Dazu müssen wir lieb gewonnene Vorstellungen und ‚Gewissheiten’ hinterfragen. Vor dem Hintergrund langjähriger Erfahrung mit Antirassismus-Arbeit legt Noah Sow den Finger in die Wunde des unbewussten Rassismus und sorgt für jede Menge erkenntnisfördernde Stolpersteine. Das Buch ist ein Angebot für mehr Fairness und Normalität.“ (C. Bertelsmann) Eintritt frei. 18.30 Uhr. Martin-Luther-Strasse 77, 10825 Berlin-Tempelhof

Jüdisches Museum Lesung & Diskussion. Dialoge über die jüdische Gegenwart. „On the Question of Redemption – Messianism and the End of Days“. Lesung und Diskussion mit Moshe Idel und Elliot R. Wolfson. Was ist Erlösung und wird sie je kommen? Die elementare Krise des 21. Jahrhunderts hat die Suche nach dem Messias mit einem neuen Sinn der Virulenz ausgestattet. Doch die messianische Verheißung eröffnet ein breites Spektrum an Spannungsfeld zwischen Religion und Politik, das jüdische Gesetz und die Vision vom Ende der Welt. Die Vorträge erkunden zeitgenössische Aspekte des Messias-Kultes und konzentrieren sich auf die Beziehung zwischen messianischen Erscheinung und mystischer Vision. Die Diskussion wird in englischer Sprache durchgeführt. 2-3 €. 19 Uhr Altbau 2. OG, Großer Saal, Lindenstrasse 9-14, 10969 Berlin-Kreuzberg.

Restaurant Sans Souci Lesung. Susan Muhlack liest, während eines festlichen Menüs, von Waldteufel, Weihnachtsmäusen und –hasen. Reservierung erforderlich! 19.30 Uhr. Am Großen Wannsee 60, 14109 Berlin-Zehlendorf.

Literaturwerkstatt Lesung. Am 2.8.2009 starb der Dichter Adolf Endler. Die Abschlussveranstaltung der Literaturwerkstatt Berlin im Jahre 2009 ist ihm gewidmet, Autorinnen und Autoren, darunter sein Sohn Konrad Endler, werden für ihn lesen. 3-5 €. 20 Uhr. Knaackstraße 97, 10435 Berlin-Mitte.

Literaturhaus Gespräch. Was ist denn hier passiert? Jörg Baberowski und Michael Jeismann sortieren Neuerscheinungen zur Geschichte, Politik und Literatur. Gast: Sandra Richter. Jörg Baberowski und Michael Jeismann sortieren Neuerscheinungen zur Geschichte, Politik und Literatur. In zwanglosem Gespräch unterhalten sich die Historiker über Neuerscheinungen auf dem Buchmarkt. Im Zentrum steht nicht die Belehrung. Deshalb sollen auch die Autoren zu Wort kommen. Den Anfang macht als Gast Sandra Richter, deren Buch „Lob des Optimismus. Geschichte einer Lebenskunst“ in diesem Jahr bei C.H. Beck erschienen ist. 20 Uhr. Großer Saal, Fasanenstraße 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Akademie der Künste Lesung. Johannes Schenk – „Der möblierte Fisch“. Das Rettungsboot „Gaguim“, hebräisch für „Sehnsucht“, auf dem der Dichter Johannes Schenk (1941-2006) in Worpswede seine Lesungen abhielt, ist vertäut, der Überseekoffer ausgepackt: Seine Manuskripte und Briefe im Archiv der Akademie der Künste bilden eine reiche Materialbasis für die umfangreiche Werkausgabe, die gerade im Wallstein Verlag erscheint. Schenks wechselvolle Biographie, die Erlebnisse als Matrose und Gärtner, Straßenbauarbeiter und Schiffstakler grundieren seine Literatur. Unter der Oberfläche einer scheinbaren Romantik bleiben die Abgründe sozialer und menschlicher Konflikte und das Engagement des Autors immer sichtbar. Im „schönen Akademiehaus von Düttmann“ liest Udo Samel aus Schenks Prosatexten, Geschichten vom Meer und vom Moor, von Phantasten, Hungerkünstlern und Wahrsagerinnen. 20 Uhr. Studiofoyer, Hanseatenweg 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Literaturforum im Brecht-Haus Lesung. Lutz Seiler - „Die Zeitwaage“. Wie viel wiegt die Zeit? Und wovon erzählt das Ticken der Uhren? Der in Wilhelmshorst im Peter-Huchel-Haus lebende Lutz Seiler ist zunächst vor allem als Lyriker bekannt geworden – bis er mit der Erzählung „Turksib“ im Jahr 2007 den Ingeborg-Bachmannpreis gewann. Turksib ist, zusammen mit dreizehn neuen Erzählungen, nun in dem Band „Die Zeitwaage“ zu finden. Es sind Geschichten, in denen es um prägende Wendepunkte geht, um das Groteske im Leben und das häufig vergebliche Ringen um einen anderen Verlauf: Geschichten mithin, die, so wie die Titelerzählung, in der großen Umbruchzeit im Nachwende-Berlin angesiedelt sind. 20 Uhr. Chausseestraße 125, 10115 Berlin-Mitte.

Akademie der Künste Lesung. Johannes Schenk – „Jo Schattig“. „Johannes Schenk erzählt kraftvoll und sinnlich ausladend. In seinem Denken und Schreiben vereinen sich das kindliche Staunen und die Weisheit des in der Welt Herumgekommenen auf eine wunderbare, die Wahrnehmungsfähigkeit seiner Leser schärfende Weise.“ (Wallstein Verlag) 20 Uhr. Hanseatenweg 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Roter Salon Lesung. Michael Schindhelm – „Dubai Speed“. „Unter dem Motto ‚größer, höher, moderner, glamouröser’ sollte in Dubai, mitten in der Wüste, die Welthauptstadt des 21. Jahrhunderts entstehen. Die Metropole am Golf war angetreten, alle Konkurrenten aus dem Feld zu schlagen und in jeder Beziehung Superlative zu schaffen. Doch dann kam die Finanzkrise, und all die milliardenschweren Projekte, vor allem auch jene, die keine Rendite versprechen, standen plötzlich zur Diskussion. Allen voran die Kultur.“ (DTV) 20 Uhr. Linienstraße 227, 10178 Berlin-Mitte.

Buchhändlerkeller Lesung. Ulrike Kolb – „Yoram“. Ulrike Kolb erzählt die Geschichte einer jüdisch-deutschen Liebe, die sich immer wieder gegen die Nachwirkungen der Vergangenheit behauptet und am Ende doch an den ganz normalen Konflikten zu zerbrechen droht. Zärtlich und melancholisch blickt Carla auf ihre Ehe zurück, die als Amour fou in Israel beginnt. So stark und impulsiv die Gefühle Carla und Yoram verbinden, so schmerzhaft schlagen ihnen bald Skepsis und Zweifel entgegen. Kritisch beäugen seine israelischen Freunde die junge Deutsche, und auch Yorams Mutter Aliza ist wenig begeistert von der Wahl ihres Sohnes. 20.30Uhr. Carmerstraße 1, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Freitag, 11. Dezember

Literaturhaus Vorträge. Vorurteile in der Kinder- und Jugendliteratur. Eine Tagung des Zentrums für Antisemitismusforschung im Literaturhaus Berlin. Mit Vorträgen von: Wolfgang Benz, Ute Benz, Mona Körte, Yasemin Shooman, Brigitte Mihok, Sabine Berloge, Matthias Schwerendt, Isabel Enzenbach, Juliane Wetzel, Verena Walter und Michael Reichelt. Ein Beispiel wäre „Jenö war mein Freund“, die Erzählung von Wolfdietrich Schnurre, die Verständnis für Sinti und Roma wecken will, aber in den Klischees gegen „Zigeuner“ verharrt. „Damals war es Friedrich“ mussten Generationen von Schülern lesen, ehe sich die Einsicht verbreitete, dass das Buch nicht der Aufklärung dient. Rassistische Stereotype waren in der Kinderliteratur seit dem 19. Jahrhundert üblich. Vorurteile gegen Minderheiten oder „Fremde“ werden, oft nicht auf den ersten Blick erkennbar, in Jugendbüchern, in Schullektüren, in Comics, Serien des unterhaltenden Genres gepflegt. Ziel der Tagung ist es, auf diese Problematik und ihre Wirkungen aufmerksam zu machen. 14 Uhr. Großer Saal, Fasanenstraße 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

City-Angel „Stadt der Engel“. Poetische Lesereise per Reisebus – Lichterfahrt durchs vorweihnachtlich beleuchtete Berlin. 16 Uhr. Amsterdamer Straße 19 B, 13347 Berlin-Wedding.

Bibliothek der Freien Lesung & Vortrag & Diskussion. Bakunin-Almanach – „Ich brauche Deine Nähe ... dadurch werde ich stärker“. Bakunin und seine Frau Antonija Kwiatkowska. 19 Uhr. Greifswalder Straße 4, 10405 Berlin-Prenzlauer Berg.

Léttretage Lyriklesung. Tobias Herold – „Kruste“. Gedichte. „Ich will mich verringern / ohne ganz zu / verschwinden“ heißt es hier einmal. Das lyrische Ich könnte auch die Lyrik selbst sein, wie sie aus den Gedichten von Tobias Herold mit schlichter, klarer Stimme spricht: Ihres alten Pathoskostüms entkleidet, flüchtet sie sich nicht ins kokett ironische Spiel mit der eigenen Verwandlung in eine Antilyrik. Was von ihr in ihrer Verkleinerung bleibt, treibt den Wettlauf zwischen Ich und Welt in eine Sackgasse der Bilder, die das Denken sich selber geschaffen hat. Diese Bilder zeigen das Denken in seinem Eigenleben, gewissermaßen in seinen Körperaffekten: Sich selbst überlassen, lässt es für einen Moment von einem ab und läuft neben einem her, bis ein neues Spiel jenseits der alten Selbstentfremdungsringelreihen beginnt: die Redewendungen zwischen Ich und Du, beim Wort genommen, verwandeln die Scharniere der Sprache in Gelenke, an denen man sein Äußerstes nach Innen kehren kann und umgekehrt – die Innerlichkeit veräußern heißt die Kruste zwischen der Welt im Kopf und dem Kopf in der Welt aufkratzen und frische Luft hineinlassen. 5 €. 20 Uhr. Methfesselstraße 23-25, 10965 Berlin-Kreuzberg.

Literaturforum im Brecht-Haus Szenische Lesung. Yoko Tawada - „Das nackte Auge in Paris“. Regie und Percussion Saburo Shimada Es lesen Kei Ichikawa, Kana Torino, Franziska Piesche. Das Lasenkan Theater Ensemble zeigte letztes Mal den ersten Teil des Buches: ein Mädchen aus Vietnam kommt, ohne es zu wollen, von Ost- nach Westdeutschland, sie spricht die Sprache nicht, versucht zu fliehen, fährt – im Traum? – in die falsche Richtung. Dieses Mal zeigt das Ensemble den zweiten Teil des Buches: das Mädchen landet in Paris, flüchtet ins Kino und lebt dort viele Jahre – ohne Visum, bei verschiedenen Frauen und Männern, aber vor allem im Cinéma, in einem Dialog mit einer Schauspielerin. 20 Uhr. Chausseestraße 125, 10115 Berlin-Mitte.

Periplaneta Kreativzentrum Lesung. Renzo Spotti – „Mein Sowohlalsauch“. Ein Künstler flüchtet sich von Zürich nach Berlin, denn in der Schweiz wird er ständig von den lästigen Verpflichtungen des Alltags vereinnahmt. Aber auch in der deutschen Metropole entkommt das empfindsam-exzentrische Gemüt nicht dem unsäglichen Verhalten seiner Mitmenschen, deren bloße Existenz ihm oftmals als Affront erscheint. Also quält sich der Verzweifelte zwischen schreienden Kleinkindern, schwitzenden Fahrgästen und pseudointellektuellen Profilneurotikern durch Berlin. 20 Uhr. Bornholmer Straße 81A, 10439 Berlin-Prenzlauer Berg.

Samstag, 12. Dezember

Literaturhaus Vorträge. Vorurteile in der Kinder- und Jugendliteratur. Eine Tagung des Zentrums für Antisemitismusforschung im Literaturhaus Berlin. Mit Vorträgen von: Wolfgang Benz, Ute Benz, Mona Körte, Yasemin Shooman, Brigitte Mihok, Sabine Berloge, Matthias Schwerendt, Isabel Enzenbach, Juliane Wetzel, Verena Walter und Michael Reichelt. Ein Beispiel wäre „Jenö war mein Freund“, die Erzählung von Wolfdietrich Schnurre, die Verständnis für Sinti und Roma wecken will, aber in den Klischees gegen „Zigeuner“ verharrt. „Damals war es Friedrich“ mussten Generationen von Schülern lesen, ehe sich die Einsicht verbreitete, dass das Buch nicht der Aufklärung dient. Rassistische Stereotype waren in der Kinderliteratur seit dem 19. Jahrhundert üblich. Vorurteile gegen Minderheiten oder „Fremde“ werden, oft nicht auf den ersten Blick erkennbar, in Jugendbüchern, in Schullektüren, in Comics, Serien des unterhaltenden Genres gepflegt. Ziel der Tagung ist es, auf diese Problematik und ihre Wirkungen aufmerksam zu machen. 10 Uhr. Großer Saal, Fasanenstraße 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Ballhaus Naunynstraße Lesung. Shiva Arastuie – „Happy Revolution – views on iran. 30 years later: Opium“. 19 Uhr. Naunynstraße 27, 10997 Berlin-Kreuzberg.

Alte Kantine Lesung. Die Berliner Lesebühnen haben ein Gipfeltreffen. Jeden Samstag um 20 Uhr beginnt eine Lesung der besonderen Art in der Alten Kantine. Delegierte der renommiertesten Lesebühnen Berlins LSD, Surfpoeten, Chaussee der Enthusiasten, Reformbühne Heim & Welt und Gäste bieten ihre besten Stücke dar. Hören und sehen Sie vergnügliche Texte, Gedichte, Szenen, Geschichten, Hörspiele und Lieder. Werden Sie Zeuge der Fingerübungen gestandener Autoren und der literarischen Hoffnungen Berlins. Sie werden sehen, das ist der Gipfel. 5 €. 20 Uhr. Knaackstraße 97, 10435 Berlin-Prenzlauer Berg.

Hotel Bogota Lesung. Goethe Johann Wolfgang – „Wahlverwandtschaften“. Eduard und Charlotte leben in zweiter Ehe zusammen auf ihrem Landgut und erfüllen sich damit ihre Jugendliebe. Die Zweisamkeit wird gestört, als Eduard seinen alten Freund Otto, einen in Not geratenen Hauptmann, als Berater und Gartenvermesser auf sein Gut einlädt und Charlotte ihrerseits ihre auf dem Internat unglückliche Pflegetochter Ottilie als häusliche Gehilfin zu sich nimmt. Die Harmonie zwischen Eduard und Charlotte ist durch das Eindringen der Freunde gestört: Charlotte fühlt sich zu dem praktisch denkenden Hauptmann hingezogen, der sensible Eduard empfindet eine innige Neigung zur empfindsamen Ottilie. Während Charlotte und der Hauptmann ihren gegenseitigen Neigungen entschlossen entgegenzutreten versuchen, lassen Eduard und Ottilie die langsam entstehende Liebe zu. 20 Uhr. Schlüterstraße 45, 10707 Berlin-Charlottenburg.

Der Märchenbrunnen Lesung. Angelica Bennert – „Rentier Rudis Weihnachtsabenteuer“. Bornstraße 17 , 12163 Berlin-Schöneberg.

Sonntag, 13. Dezember

Schwartzsche Villa Lesung & Musik. Claudia Müller – „Ohrenbär – Die schönsten Geschichten zum Vorlesen“. Der Schauspieler Joachim Schönfeld liest aus Müllers Buch unter anderem von einer Seifenblasen-Zauberkugel für die freche Frida Frosch. 1,50-2,50 €. 11 Uhr. Großer Salon, Grunewaldstraße 55, 12165 Berlin-Steglitz.

Deutsches Theater Lesung. Ulrich Matthes liest „Atemschaukel“ von Herta Müller. Rumänien 1945: Der Zweite Weltkrieg ist zu Ende. Die deutsche Bevölkerung lebt in Angst. „Es war 3 Uhr in der Nacht zum 15. Januar 1945, als die Patrouille mich holte. Die Kälte zog an, es waren -15° C.“ So beginnt ein junger Mann den Bericht über seine Deportation in ein Lager nach Russland. Anhand seines Lebens erzählt Herta Müller von dem Schicksal der deutschen Bevölkerung in Siebenbürgen. In Gesprächen mit dem Lyriker Oskar Pastior und anderen Überlebenden hat sie den Stoff gesammelt, den sie nun zu einem großen neuen Roman geformt hat. Ihr gelingt es, die Verfolgung Rumäniendeutscher unter Stalin in einer zutiefst individuellen Geschichte sichtbar zu machen. 8 €. 11 Uhr. Schumannstraße 13, 10117 Berlin-Mitte.

Berliner Festspiele/Berliner Lektionen Lesung. Raoul Schrott – „Homers Ilias“. Das älteste Epos Europas und der Ursprungsmythos des Abendlandes in einer neuen, zeitgemäßen Übertragung von Raoul Schrott: Noch nie wurde dem heutigen Leser dieses große Epos vom Trojanischen Krieg so nahe gebracht, in einer ebenso kraftvollen wie bildhaften Sprache. Ausgelöst von Paris’ Raub der schönen Helena, schildert Homer blutige Schlachten zwischen Griechen und Trojanern und erzählt von den Göttern, die den Menschen bei ihrer Selbstzerfleischung zuschauen. 11.30 Uhr. Schaperstraße 24, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Lichtburgforum Lesung. Märchenburg am 3. Advent. Einmal im Monat soll sich nun die Märchenburg für Familien und Freunde des Erzählens öffnen, diesmal sind es Märchen und Lieder rund um Winter und Weihnachten. Die Erzählerinnen Katja Lawrenz und Janine Schweiger laden herzlich dazu ein, sich die Gemüter an den erzählten Geschichten zu wärmen und die Stimmen erklingen zu lassen. Lassen sie sich gemeinsam mit den Erzählerinnen einstimmen auf das Frohe Fest! Wer einen selbstgebackenen Kuchen mitbringt, hat freien Eintritt! 2-7 €. 14.30 Uhr. Behmstraße 13, 13357 Berlin-Wedding.

Deutsches Theater Lesung. Nicht nur zur Weihnachtszeit – Eine (vor)weihnachtliche Lesung für die ganze Familie. Geschenke besorgen. Weihnachtsessen planen. Familienbesuche organisieren. Hektik, Stress und schlechte Laune. Da geht die angeblich so besinnliche (Vor)Weihnachtszeit oft in der Betriebsamkeit unter. Zeit zum gemeinsamen Zuhören, Erzählen, Durchatmen. Die Schauspieler Katrin Wichmann und Helmut Mooshammer stellen ihre Lieblingsweihnachtsgeschichte vor – bei Kerzenlicht, Kakao und Kuchen.16 Uhr. Schumannstraße 13, 10117 Berlin-Mitte.

Volkshochschule Neukölln Lesung. Schreiben in Cafés 2. Mitglieder der Neuköllner Schreibwerkstatt präsentieren neue Texte. 18.30 Uhr. Boddinstraße 34, 12053 Berlin-Neukölln.

Festsaal Diskussion. Raul Zelik und Elmar Altvater – „Vermessung der Utopie“. „Ob Klimawandel, industrielle Überkapazitäten, Arbeitslosigkeit oder Verteilung des Reichtums – der freie Markt scheint grundlegende soziale und wirtschaftliche Probleme nicht lösen zu können. Doch ist eine Gesellschaft jenseits des Kapitalismus überhaupt noch vorstellbar? Raul Zelik und Elmar Altvater liefern in ihrem Gespräch eine radikal-kritische Analyse der Gegenwart. Ihr gemeinsamer Versuch, ein utopisches Gesellschaftsmodell zu entwickeln, geht von einem Ökonomiebegriff aus, der das ökologische und soziale Gemeinwohl einbezieht und auf Vernunft gegründet ist.“ (Blumenbar Verlag) Skalitzer Straße 130, 10999 Berlin–Kreuzberg.

Montag, 14. Dezember

Literarisches Colloquium Dem Vater sein Hut oder Ich mach Dich Messer. Eine ganztägige und sprachübergreifende Fortbildung zu Dialekt und Kiezsprache im Deutschen. Für literarische Übersetzer und andere Interessierte. Fehlende Endungen, unauffällige Dialektanklänge, Syntaxverschiebungen – könnte dies die goldene Formel für die Übersetzung von Migranten- und Créolesprachen sein? Was zeichnet Gastarbeiter-, was das multiethnische Kiezdeutsch aus? Heike Wiese und ihr Team haben diese Sprechweisen vor Ort untersucht, aber auch deren Literarisierung in Werken von Wallraff bis Özdamar oder Zaimoglu, und berichten darüber in ihrem vergleichenden Vortrag „Gastarbeiterdeutsch und Multiethnolekte in literarischer Verwendung“. 9.30-17 Uhr. Anmeldung erbeten. Am Sandwerder 5, 14109 Berlin-Wannsee.

DDR-Museum Lesung. Holly-Jane Rahlens – „Mauerblümchen“. Zwei Wochen nach der Maueröffnung betritt Molly, Typ Mauerblümchen, die S-Bahn in Richtung Ostberlin zum Geburtshaus ihrer Mutter. Auf der Strecke zwischen S-Charlottenburg und U-Schönhauser Allee begegnet die junge Deutsch-Amerikanerin dem Ostberliner Schauspielstudenten Mick. Und beide müssen feststellen, dass noch viele unsichtbare Mauern fallen müssen – auch in ihnen selbst. 19 Uhr. Karl-Liebknecht-Straße 1, 10178 Berlin-Mitte.

Schwartzsche Villa Autorenforum. Lesen-Zuhören-Diskutieren. Vorlesen unveröffentlichter Texte. 20 Uhr. Kleiner Salon, Grunewaldstraße 55, 12165 Berlin-Steglitz.

Der Zauberberg Literarische Buchhandlung Lesung. Terézia Mora – „Der einzige Mann auf dem Kontinent“. „Umgeben von globalen Wirtschaftskatastrophen macht sich ein Mann daran, sein Lebensidyll zu verteidigen, auch wenn er schon längst zugeben müsste, dass die Firma, für die er arbeitet, zusammengebrochen ist und seine Ehe vor dem Aus steht.“ (Luchterhand Literaturverlag) 20 Uhr. Bundesallee 133, 12161 Berlin-Schöneberg.

Literarisches Colloquium Berlin Lesung. Rüdiger Safranski – „Goethe und Schiller. Geschichte einer Freundschaft“. Ihre Freundschaft ist eine Sternstunde des deutschen Geistes: Friedrich Schiller bringt seine Dramen mit Goethes Hilfe auf die Bühne. Johann Wolfgang von Goethe erlebt durch Schiller in Weimar seine zweite Jugend. Dennoch ist ihre gemeinsame Geschichte nicht frei von Konflikten. Etwa Schillers Neid auf den bewunderten Goethe oder Goethes Angst vor dem Aufstieg Schillers. Trotz aller Gegensätze lernte Schiller in der Freundschaft, ‚dass es dem Vortrefflichen gegenüber keine Freiheit gibt als die Liebe’. Am Sandwerder 5, 14109 Berlin-Wannsee.

Dienstag, 15. Dezember

Vertretung Thüringens Lesung. Manfred Geier – „Die Brüder Humboldt“. Das faszinierende Leben zweier Brüder, die Geschichte machten. „Die bisher beste Einführung in Leben und Werk der Humboldts. Auch Kennern dürfte es neue Einsichten und Anregungen vermitteln.“ (Süddeutsche Zeitung) 19 Uhr. Mohrenstraße 64, 10117 Berlin-Mitte.

Urania Vortrag & Diskussion. Joachim Gauck – „Winter im Sommer – Frühling im Herbst“. „Eine Schlüsselfigur der jüngsten deutschen Geschichte erinnert sich: Joachim Gauck, engagierter Systemgegner in der friedlichen Revolution der DDR und herausragender Protagonist im Prozess der Wiedervereinigung als erster Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen.“ (Siedler) 19.30 Uhr. An der Urania 17, 10787 Berlin-Schöneberg.

Deutsches Theater Uraufführung. Dietmar Dath – „Die Abschaffung der Arten“. Dietmar Dath erzählt in „Die Abschaffung der Arten“, einem der aufregendsten und irritierendsten Romane der letzten Jahre, von einer posthumanen Gesellschaft, von der Zukunft der Erde nach dem Ende des Menschen. Angebrochen ist das Zeitalter der „Gente“, eine Elite intelligibler Lebewesen in Tiergestalt, die die Herrschaft übernommen und die Menschheit weitestgehend ausgerottet hat. Fortpflanzung findet allein nach biotechnischen Gesetzmäßigkeiten statt, die Identitäten der „Gente“ sind nicht mehr an einen bestimmten Körper gebunden, nachhaltige Lebensweisen und auf Gerüchen basierende Informationssysteme haben die materielle und akustische Umweltverschmutzung abgelöst. Es sind verstörende Bilder fremder Schönheit, die Dath in seinem Roman zeichnet. Eine anziehende und beunruhigende, poetische und verrückte Vision dessen, was uns alle erwartet. 21 Uhr. Schumannstraße 13, 10117 Berlin-Mitte.

Mittwoch, 16. Dezember

Léttretage Lesung. Milena Oda – „Piquadrat“. Die Autorin liest aus ihrem Prosadebüt. Milena Oda präsentiert den wohl teuersten Debüt-Band aller Zeiten! Ein Exemplar ihres bibliophilen Prosa-Bandes „Piquadrat“ kostet 1.500 Euro. Bitte weiße Handschuhe mitbringen! Die Lithographien des Bandes hat der Künstler Andreas Hegewald beigesteuert, der den Band auch verlegte. 5 €. 20 Uhr. Methfesselstraße 23-25, 10965 Berlin-Kreuzberg.

Literaturforum im Brecht-Haus Buchpremiere. Michael Hofmann/Michael Opitz (Hg.) „Metzler Literaturlexikon DDR-Literatur“. Inge Stephan im Gespräch mit den Herausgebern und mit Katja Lange-Müller. Ist es möglich, literarisches Leben und Kulturpolitik der DDR lexikalisch zu umfassen wie ein herkömmliches Wörterbuch? Über die grundsätzliche Bedeutung von Nachschlagewerken – vor allem im Zeitalter digitaler Medien – und über die Katalogisierung der gesamten Geschichte der DDR-Literatur diskutieren die Herausgeber und einer ihrer „Gegenstände“. 20 Uhr. Chausseestraße 125, 10115 Berlin-Mitte.

Donnerstag, 17. Dezember

Ibero-Amerikanischen Institut Gespräch. Ilija Trojanow – „Weltlese – Lesereisen ins Unbekannte“. Marçal Aquino, Ilija Trojanow und der Übersetzer Kurt Scharf unterhalten im Ibero-Amerikanischen Institut Berlin über die Bedeutung von Literatur für die Vermittlung fremder Kulturen und wie sie als Instrument genutzt werden kann, um Zeitgeschehen besser zu verstehen. Eintritt frei. 19 Uhr. Potsdamer Straße 37, 10785 Berlin-Schöneberg.

Buchhändlerkeller Lesung. Dagmar Leupold – „Die Helligkeit der Nacht“. Die Toten sind nicht tot, am allerwenigsten in der Literatur, und sie selbst hat etwas Geisterhaftes, Nächtliches, aber in einem liebevollen Sinne: Zärtlich beobachtet sie das Leben, wenn auch aus der Ferne. Und da ist es nur zwingend, wenn in Dagmar Leupolds neuem Roman ein Toter spricht, wie zuletzt etwa auch in Romanen von Sibylle Lewitscharoff, Philip Roth oder Uwe Timm. Hier ist es Heinrich von Kleist, der über die Jahrhunderte hinweg einer Frau luftige Briefe der Zuneigung schickt oder geisterhafte Aufzeichnungen macht – ein Journal der Zuwendung und Fragen, der Meditationen und Beobachtungen, kreisend um Themen der Literatur und Radikalität, der Geschichte und ihren Hoffnungen, der Unbedingtheit und ihrer Abgründe. 20.30 Uhr. Carmerstraße 1, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Literaturforum im Brecht-Haus Lesung. Stefanie-Lahya Aukongo – „Kalungas Kind“. 1978, Ostberlin: Ein kleines Mädchen kommt zur Welt – schwer verletzt. Ihre Mutter wurde in den Bürgerkriegswirren Namibias angeschossen und im Zuge einer staatlichen „Solidaritätsaktion“ in die DDR ausgeflogen. Eine Berliner Familie nimmt das behinderte Kind in ihre Obhut und pflegt es liebevoll. Aber nach einem Jahr endet die staatliche Solidarität. Stefanie muss zusammen mit ihrer Mutter zurück nach Afrika – in den Bürgerkrieg. 20 Uhr. Chausseestraße 125, 10115 Berlin-Prenzlauer Berg.

Freitag, 18. Dezember

City-Angel „Stadt der Engel“. Poetische Lesereise per Reisebus – Lichterfahrt durchs vorweihnachtlich beleuchtete Berlin. 16 Uhr. Amsterdamer Str. 19 B, 13347 Berlin-Wedding.

Literaturforum im Brecht-Haus Lesung & Gespräch. Nora Bossong „Webers Protokoll“ und Volker H. Altwasser „Letzte Haut“. Frauke Meyer-Gosau im Gespräch mit den Autoren. Volker H. Altwasser erzählt die unwahrscheinliche und doch wahre Geschichte eines SS-Richters, dessen Auftrag es war, die Korruption in den Konzentrationslagern zu bekämpfen – Nora Bossong von einem deutschen Diplomaten in Mailand, der Verfolgten des faschistischen Regimes half: aus eigennützigen Motiven. Bossong und Altwasser haben den Auftrag angenommen, den Jorge Semprún als Zeitzeuge u n d Schriftsteller an „die Dichter der neuen Generation“ formulierte, „den Mut zu finden, die unerschöpfliche Wahrheit der Vernichtungserfahrung mit den Mitteln der Fiktion herauszuarbeiten“. 20 Uhr. Chausseestraße 125, 10115 Berlin-Mitte.

Haus der Berliner Festspiele Ehrung. Am 10. Dezember wird Herta Müller in Stockholm mit dem Literaturnobelpreis 2009 ausgezeichnet. Wenige Tage nach ihrer Rückkehr wird sie im Haus der Berliner Festspiele von ihren Freunden, Weggefährten und Lesern mit einem abendfüllenden Programm – an dem sich die Preisträgerin auch selbst beteiligt – geehrt und gefeiert. 6-10 €. 20 Uhr. Schaperstraße 24, 10179 Berlin-Charlottenburg.

Buchhändlerkeller Lesung. Robert Menasse – „Ich kann jeder Sagen – Erzählungen vom Ende der Nachkriegsordnung“. Alles kommt wieder. Sogar die Erinnerungen. Wann war sie zu Ende, die Nachkriegsordnung? Als die Mauer fiel? An diesen 9. November 1989 wird sich das junge Paar, das die Hochzeitsnacht vor dem Fernseher verbrachte, ein Leben lang erinnern. Es hat in dieser Nacht deutsche Geschichte erlebt. Zufällig. Denn eigentlich wollten sie nur so schnell wie möglich heiraten. Und der nächste freie Termin beim Standesamt war der 9. November. Der 9. November war für den Vater des Bräutigams bis dahin mit dem Jahrestag der „Reichskristallnacht“ verknüpft. „Pah, Geschichte“, sagt der Nachgeborene. 20.30 Uhr. Carmerstraße 1, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Samstag, 19. Dezember

Deutsches Theater Lesung. Hans Christian Andersen, Carson McCullers, Maxim Gorki und Dylan Thomas gelesen von Ensemblemitgliedern. 8 €. 19 Uhr. Saal, Schumannstraße 13, 10117 Berlin-Mitte.

Alte Kantine Lesung. Die Berliner Lesebühnen haben ein Gipfeltreffen. Jeden Samstag um 20 Uhr beginnt eine Lesung der besonderen Art in der Alten Kantine. Delegierte der renommiertesten Lesebühnen Berlins LSD, Surfpoeten, Chaussee der Enthusiasten, Reformbühne Heim & Welt und Gäste bieten ihre besten Stücke dar. Hören und sehen Sie vergnügliche Texte, Gedichte, Szenen, Geschichten, Hörspiele und Lieder. Werden Sie Zeuge der Fingerübungen gestandener Autoren und der literarischen Hoffnungen Berlins. Sie werden sehen, das ist der Gipfel. 5 €. 20 Uhr. Knaackstraße 97, 10435 Berlin-Prenzlauer Berg.

Montag, 21. Dezember

Schwartzsche Villa Autorenforum. Lesen-Zuhören-Diskutieren. Vorlesen unveröffentlichter Texte. 20 Uhr. Kleiner Salon, Grunewaldstraße 55, 12165 Berlin-Steglitz.

Mittwoch, 23. Dezember

Die Wühlmäuse Lesung. Kim Fisher und Martina Conradt – „Schöne Bescherung“. „Weihnachten – kaum ein Wort verbinden die Menschen mit einer so großen Erwartung: Alles muss perfekt sein. Die Welt heile, das Essen lecker, die Liebsten in bester Stimmung und gleicher Meinung. Der Schnee soll rieseln und die Sterne funkeln. Kurzum: Das kann nicht klappen.“ (Goldmann) 20 Uhr. Pommernallee 2-4, 14052 Berlin-Charlottenburg.

Samstag, 26. Dezember

Alte Kantine Lesebühne. Die Kantinenlesen-Spezial-Shows – Der Jahresrückblick 2009. 5 €. 20 Uhr. Knaackstraße 97, 10435 Berlin-Prenzlauer Berg.

Sonntag, 27. Dezember

Alte Kantine Lesebühne. Die Kantinenlesen-Spezial-Shows – Der Jahresrückblick 2009. 5 €. 19 Uhr. Knaackstraße 97, 10435 Berlin-Prenzlauer Berg.

Montag, 28. Dezember

Alte Kantine Lesebühne. Die Kantinenlesen-Spezial-Shows – Der Jahresrückblick 2009. 5 €. 19 Uhr. Knaackstraße 97, 10435 Berlin-Prenzlauer Berg.

Mittwoch, 30. Dezember

Alte Kantine Lesebühne. Die Kantinenlesen-Spezial-Shows – Der Jahresrückblick 2009. 5 €. 19 Uhr. Knaackstraße 97, 10435 Berlin-Prenzlauer Berg.


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