Werbung

Werbung

Werbung

Literaturkalender für Berlin / Mai 2008

© Die Berliner Literaturkritik, 25.04.08

© Die Berliner Literaturkritik

Zu den Terminen für Berlin April 2008:

Donnerstag, 1. Mai

Zebrano-Theater Lesung. Torsten Schulz – „Revolution und Filzläuse“. „Was tun, wenn man das erste Mal mit einer vietnamesischen Prostituierten erlebt hat und sich hinterher in sie verliebt? Was tun mit den Filzläusen, die einen da jucken? Was tun, wenn diese Frau sich scheinbar in Luft aufgelöst hat? Die Revolution kommt aus dem Osten, für Thomas jedenfalls. Nicole, seine Angebetete, ist hingegen mit einem Kerl aus den USA beschäftigt, der wie ein gealterter Che Guevara daherkommt. Erinnerungen an eine Zeit, als man mit Sex und Politik die Welt noch grundsätzlich verändern wollte. Die aber verändert sich geradezu von selbst.“ (Ullstein) 7 €. 20.30 Uhr. Reservierungstelefon: 030-29 04 94 11. Sonntagstraße 8, 10245 Berlin-Friedrichshain.

Laine-Art Lesung. „Weddingwochen bei den Brauseboys“. Mit Hinark Husen, Volker Surmann, Robert Rescue, Frank Sorge, Heiko Werning und Paul Bokowski. Besondere Gäste: Horst Evers und Jan Koch. 21 Uhr. Telefon: 030-45 02 78 54. Hof, Liebenwalder Straße 39, 13147 Berlin-Wedding.

Freitag, 2. Mai

Deutsches Theater Lesung. Tim Staffel – „Jesús und Muhammed. Eine Liebesgeschichte“. „Muhammed quält sich aus dem Bett; er ist spät dran. Zieht sich seinen blauen, gefütterten Overall an, darüber die Daunenweste und rennt die Treppe sechs Stockwerke hinunter, um seinen Kreislauf in Schwung zu bringen. Der Himmel hängt tief und grau. Muhammed rollt seine orangefarbene Vespa vom Hinterhof auf die Straße, braucht vier Versuche, bis der Motor anspringt. Sein älterer Bruder Tufan hat ihm den Motorroller geschenkt. Damit Muhammed ihn häufiger besucht, obwohl sie höchstens zwanzig Minuten Fußweg voneinander entfernt wohnen. Bis heute hat Tufan nicht akzeptiert, dass Muhammed ausgezogen ist. Seit ihre Eltern in die anatolische Heimat nach Konya zurückgekehrt sind, fühlt Tufan sich als Familienoberhaupt und somit weit mehr verantwortlich für seinen kleinen Bruder, als ohnehin schon. Glaubt jeden seiner Schritte überwachen zu müssen. Aber Muhammed, gerade zwanzig geworden, hat ein eigenes Leben, arbeitet beim Ordnungsamt, macht das Abitur nach und träumt davon, Landschaftsarchitekt zu werden. Er braucht keinen zweiten Vater.“ (Transit-Buchverlag) 21 Uhr. Telefon: 030-28 44 12 25. Box+Bar, Schumannstraße 13a, 10117 Berlin-Mitte.

Samstag, 3. Mai

eßkultur Lesung & Essen. „1001 Nachmittag im Beduinenzelt“. Der Samowar brodelt, die Karte des Morgenlandes wird studiert. Welche Geschichte wird der allmächtige Sultan heute hören wollen? Es riecht nach Weihrauch, Datteln und orientalischen Köstlichkeiten, und plötzlich stehen Sheherazade und ihre Schwester mitten unterm Publikum. Vesper mit warmen und kalten, süßen und deftigen, kostbaren, köstlichen Speisen aus dem Orient. 17 / 10 €. 16 Uhr. Reservierungstelefon: 030-68 08 93 44. Restaurant, Museen Dahlem, Lansstraße 8, 14195 Berlin-Dahlem.

Lettrétage Lesung. „Lesungsreihe der Zeitschrift ‚Belletristik’“. Lesungen gegen den Einheitsbrei. 5 €. 19.30 Uhr. Telefon: 030-692 45 38. Methfesselstraße 23-25, 10965 Berlin-Kreuzberg.

Alte Kantine Lesebühne. „Kantinenlesen Spezial – Benefizabend zugunsten der Schreibwerkstatt e.V. zur Förderung junger Autoren“. Mit Frank Sorge von den Brauseboys, Iris Schwarz und Bäumchen von „Wer braucht das?“, Michael-André Werner von „Die Lautmaler“. Musik: Richard Günther. 5 €. 20 Uhr. Telefon: 030-44 34 19 52. Kulturbrauerei, Knaackstraße 97, 10435 Berlin-Prenzlauer Berg.

Sonntag, 4. Mai

eßkultur Lesung & Essen. „Märchenfrühstück“. 1001 Morgen im orientalischen Beduinenzelt. Märchenlesung und Büffet für Erwachsene und Kinder ab 6 Jahren. 15 / 10 €. 11 Uhr. Reservierungstelefon: 030-68 08 93 44. Restaurant, Museen Dahlem, Lansstraße 8, 14195 Berlin-Dahlem.

Montag, 5. Mai

Landesvertretung Baden-Württemberg Lesung & Tanz. Lea Fleischmann und Chaim Noll – „Meine Sprache wohnt woanders. Gedanken zu Deutschland und Israel“. „Sie wanderten aus in das Land, in dem Milch und Honig fließen. Doch in Israel fanden sie nicht nur eine neue spirituelle Heimat. Lea Fleischmann und Chaim Noll erleben ihr Land jeden Tag in seiner ganzen Widersprüchlichkeit, und beziehen leidenschaftlich Stellung. Trotzdem sind sie ihrer alten Heimat verbunden, dem Land, in dem ihre Sprache wohnt. Ihre Erinnerungen sind auch die Erinnerung an zwei deutsche Staaten: Lea Fleischmann wuchs in der BRD auf, Chaim Noll in der DDR. Sie sehen Deutschland und Israel mit kritischer Anteilnahme und schonungsloser Offenheit. Ein einzigartiges Zeitdokument und gleichzeitig Literatur von hohem Rang.“ (Scherz Verlag) Es liest Chaim Noll. Im Vorfeld tanzt die Folklore-Tanzgruppe „Ha’Rimon“. 19 Uhr. Telefon: 030-25 45 60. Tiergartenstraße 15, 10785 Berlin-Tiergarten.

Jüdisches Museum Lesung. Volker Weidermann – „Das Buch der verbrannten Bücher“. „Es wurde angekündigt als ‚Aktion wider den undeutschen Geist’: Die akribische landesweite Vorbereitung gipfelte am 10. Mai 1933 in der Errichtung von Scheiterhaufen in vielen deutschen Städten, auf die dann Studenten, Bibliothekare, Professoren und SA-Leute in einer gespenstischen Feierstunde die Bücher warfen, die nicht mit ihrer menschenverachtenden Ideologie vereinbar waren. Unvergessen die Tonbandmitschnitte, die dokumentieren, wie Joseph Goebbels auf dem Platz neben der Berliner Staatsoper mit den Worten ‚Und wir übergeben den Flammen die Werke von …’ die einzelnen Autoren aufrief, von denen einige sogar anwesend waren. Volker Weidermann erzählt, wie dieser Tag verlief, an dem es trotzig regnete, er erzählt von dem Bibliothekar Herrmann, der die Urliste aller Listen erstellte, nach denen dann die Scheiterhaufen bedient wurden, und er erzählt von den Werken und ihren Autoren – und davon, wie willfährige Buchhändler und Bibliothekare die Bücher aus ihren Regalen entfernten, so gründlich, dass viele Werke und Autoren danach nicht wieder zum Vorschein kamen.“ (Kiepenheuer & Witsch) 7 / 5 €. 19.30 Uhr. Reservierungstelefon: 030-882 42 50. Auditorium, Erdgeschoss, Altbau, Lindenstraße 9-14, 10969 Berlin-Kreuzberg.

Schwartzsche Villa Lesebühne. „Autorenforum: Lesen – Zuhören – Diskutieren“. Vorlesen unveröffentlichter Texte. Eintritt frei. 19.30 Uhr. Informationstelefon: 030-693 73 51. Kleiner Salon, Grunewaldstraße 55, 12165 Berlin-Steglitz.

Dienstag, 6. Mai

Deutsches Theater Lesung im Rahmen der „60 Jahre Israel – Deutsch-Israelische Literatur im Auswärtigen Amt“. „Deutschland-Israel – Autorenfußballer lesen“. Für die Gäste sind unter anderem mit Assaf Gavron, Etgar Keret, Nir Baram, Eli Eliahu, Yechezkel Nafshi und Guy Lichtenstein vertreten. Dagegen ist dieses Treffen ein Heimspiel für Moritz Rinke, Albert Ostermaier, Ralf Bönt, Jan Böttcher, Sönke Wortmann und ihre Kameraden. Weitere Mitwirkende: Außenminister Frank-Walter Steinmeier und DFB-Chef Theo Zwanziger. 19.30 Uhr. Kartentelefon: 030-28 44 12 25. Kammerspiele, Schuhmannstraße 13a, 10117 Berlin-Mitte.

Via e.V. Lesung & Gespräch. Herta Müller – „Herztier“. „Lola kam aus dem Süden Rumäniens, wollte dem Elend mit Hilfe eines erfolgreichen Mannes entfliehen und hing eines Tages am Strick. Die Freunde glauben nicht an einen Selbstmord, versuchen die Wahrheit herauszufinden und zerbrechen daran. Herta Müllers berühmtester Roman erzählt von den Bestechungs- und Anpassungsversuchen, den Gesten des Widerstands und den Verstößen gegen die Norm. Er schildert eine Gesellschaft, die durch Unterdrückung und materielles Elend an ihr Ende kommt.“ (Hanser) Außerdem liest die Autorin aus „Die blassen Herren mit der Mokkatasse“ und aus Unveröffentlichtem. 5 €. 19.30 Uhr. Anmeldung erbeten unter Telefon: 030-44 35 48 13. Schönhauser Allee 175, 10119 Berlin-Prenzlauer Berg.

Literaturwerkstatt Gespräch. „Immer werd ich mich erinnern. Literatur und Politik: Antjie Krog“. Mit der südafrikanischen Autorin spricht die Berliner Schriftstellerin Ulrike Draesner über das Politische und Literarische. 5 / 3 €. 20 Uhr. Telefon: 030-485 24 50. Kulturbrauerei, Knaackstraße 97, 10435 Berlin-Prenzlauer Berg.

Krimibuchhandlung totsicher Lesung. Gunnar Kunz – „Organisation C“. „Berlin, 1922. Noch immer bestimmen Hunger und Armut das Straßenbild, die Geldentwertung schreitet voran, politische Attentate erschüttern das Land. Im Grunewald wird die Leiche eines jungen Mannes gefunden, der neun Monate zuvor erschossen und verscharrt wurde. Kommissar Gregor Lilienthal ist fest entschlossen, den Mörder zu finden, auch wenn die Spuren längst erkaltet sind. Sein Bruder Hendrik, Philosophieprofessor an der Universität, und Diana Escher, physikalische Assistentin von Max Planck, unterstützen ihn dabei mit philosophischem Witz und wissenschaftlicher Gründlichkeit.“ (Sutton Verlag) Dazu gibt es Buffet und Maibowle. 4,50 €. 20 Uhr. Telefon: 030-84 85 45 09. Winsstraße 16, 10405 Berlin-Prenzlauer Berg.

Münzsalon Buchvorstellung. Lukas Bärfuss – „Hundert Tage“. „Ruanda, April 1994, in Kigali wütet der Mob. David, Mitarbeiter der Schweizer Entwicklungshilfe, hat das Flugzeug, mit dem die letzten Ausländer evakuiert wurden, abfliegen lassen. Er versteckt sich hundert Tage in seinem Haus, vom Gärtner mit Nahrung versorgt – und mit Informationen über Agathe, Tochter eines Ministerialbeamten, die der Grund für sein Bleiben ist. Die vergangenen vier Jahre ihrer Liebe ziehen ihm durch den Kopf, die Zeit, die er als Entwicklungshelfer in Kigali verbrachte. Millionen wurden in ein totalitäres Regime gepumpt, das schließlich, als es die Macht an eine Rebellenarmee zu verlieren drohte, einen Genozid organisierte. Auch David wurde zum Komplizen der Schlächter, und als die Aufständischen Kigali einnehmen, flieht er mit den Völkermördern über die Grenze. Dort findet er in einem Flüchtlingslager Agathe wieder, aber es ist nicht die Frau, die er einmal liebte.“ (Wallstein Verlag) Moderation: Jörg Magenau. 20 Uhr. Anmeldung erbeten unter E-Mail: office@muenzsalon.net. Münzstraße 23, 10178 Berlin-Mitte.

Buchhändlerkeller Ausstellungseröffnung. „blaues und nichtblaues“. Malerei von Karin Martina Wloczyk. Es liest Nina Herting. Musik: Hans Hartmann. Eintritt frei. 20.30 Uhr. Telefon: 030-791 88 97. Parterre links, Carmerstraße 1, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Roter Salon Lesung. John Niven – „Kill Your Friends“. „Erfolg um jeden Preis. Steven Stelfox ist A&R-Manager in einer großen Plattenfirma, immer auf der Suche nach dem nächsten Hit, immer am oberen Level. Doch als die Erfolge ausbleiben, greift er zu radikalen Mitteln. Plötzlich verwandeln sich die guten Freunde in Todfeinde. In einer Welt, in der sich die Protagonisten krampfhaft über Sex, Drugs & Rock ’n’ Roll definieren, gerät sein Leben zunehmend außer Kontrolle. Die Folgen sind verheerend.“ (Heyne) Auf Englisch. Deutsche Textpassagen: Bernd Begemann. 21 Uhr. Telefon: 030-41 71 75 12. Volksbühne, Rosa-Luxemburg-Platz, 10178 Berlin-Mitte.

Mittwoch, 7. Mai

The American Academy Lesung & Gespräch. Nathan Englander – „Das Ministerium für besondere Fälle“. „Auf dem alten jüdischen Friedhof von Buenos Aires, durch eine hohe Mauer vom respektablen Rest getrennt, liegen Zuhälter, Ganoven und Huren begraben. Kaddisch Poznan, selbst Jude und Sohn einer Hure, profitiert von der Scham der Nachkommen, denn gegen ein Handgeld meißelt er nachts die Namen von den Grabsteinen. Sein Sohn Pato verachtet ihn deswegen. Anstatt ihm zu helfen, geht er lieber in Diskos und träumt mit seinen Freunden, den Joint in den Fingern, von der Weltrevolution. Kaddischs Frau Lillian sorgt mit ihrem Job bei einer Versicherungsagentur für den Unterhalt der Familie, obwohl sie sich ihr Leben anders vorgestellt hat.“ (Luchterhand) Auf Englisch. Moderation: Gabriele von Arnim. Eintritt frei. 19 Uhr. Anmeldung erforderlich unter Telefon: 030-80 48 30. Sandwerder 17-19, 14109 Berlin-Wannsee.

Lettrétage Lesung. „Blog-Lesung: REALITY LIVE“. Mit Mademoiselle, Skt. Remondis, Magda Meier, Lilly Jäckl, Tom Bresemann und Philip Maroldt. 5 €. 19.30 Uhr. Telefon: 030-692 45 38. Methfesselstraße 23-25, 10965 Berlin-Kreuzberg.

Emerson Gallery Buchvorstellung. Andrea Vanoni – „Im Herzen rein“. „Die Tote sitzt auf der Parkbank – wie beim Vogelfüttern erstarrt. Vor ihr Tauben, scheinbar auf der Suche nach Brotkrumen. Doch auch die Tiere sind tot, ausgestopft. Wenige Tage später: Eine Frau sitzt im Kino, in der Hand eine Tüte Popkorn, gebannt schaut sie auf die Leinwand, doch ihr Blick ist leer. Getötet durch eine Nadel, die mitten im Herz steckt. Als Paula Zeisberg, Leiterin der neunten Mordkommission in Berlin, mit ihren Ermittlungen nicht weiterkommt, zieht sie den forensischen Psychiater Professor Bach zu Rate. Nicht ahnend, dass der Täter genau auf diesen Moment gewartet hat…“ (Diana) 19.30 Uhr. Anmeldung erforderlich bis 2. Mai unter Telefon: 030-24 04 72 95. Gartenstraße 1, 10115 Berlin-Mitte.

Literaturwerkstatt Lesung & Gespräch. „Verlagskulturen: 30 Jahre konkursbuch Verlag“. Seit 30 Jahren spielt der konkursbuch Verlag mit der Sinnlichkeit in all ihren Facetten. Bekannt geworden mit den Reihen „Mein heimliches Auge“ und „Konkursbuch“, entwickelte die Verlegerin Claudia Gehrke ein vielseitiges Programm von erotischer Literatur, allgemeiner Belletristik, Reisebüchern, alltagsnahen Theoriebüchern, Thrillern und Fotobüchern. Vor mehr als 20 Jahren entdeckte sie Yoko Tawada, die mit ihren Texten zwischen den Kulturen wandert und dabei zauberhafte Bilder aus dem Reich zwischen West und Ost zeichnet. Es lesen und sprechen: Claudia Gehrke, Verlegerin aus Tübingen, Regina Nössler, Autorin aus Berlin und Yoko Tawada, Autorin ebenfalls aus Berlin. Moderation: Ursula März, Literaturkritikerin aus Berlin. 5 / 3 €. 20 Uhr. Telefon: 030-485 24 50. Kulturbrauerei, Knaackstraße 97, 10435 Berlin-Prenzlauer Berg.

Literaturhaus Lesung. Andrei Plesu – „Das Schweigen der Engel“. „Der rumänische Philosoph Andrei Plesu, eine geistige Autorität weit über sein Land hinaus, hat den kommunistischen Ungeist mit seiner gewalttätigen ‚Entweder-Oder-Ideologie’ noch kennen gelernt. Engel zeigen sich dem Menschen dagegen in den Zwischenräumen, sie sind ihr Widerschein. Wenn Andrei Plesu über Engel schreibt, über das, was scheinbar nicht von dieser Welt ist, dann denkt er über den Menschen in dessen scheinbar aufgeklärter Kultur nach.“ (Berlin University Press) Im Gespräch mit dem Autor sprechen Otto Kallscheuer und Pater Klaus Mertes, Rektor des Canisius Kollegs. 5 / 3 €. 20 Uhr. Kartentelefon: 030-887 28 60. Großer Saal, Fasanenstraße 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Bertelsmann-Repräsentanz Lesung. Daoud Hari – „Der Übersetzer“. „Daoud Hari vom Stamm der Zaghawa verließ seine Familie, um die Schule zu besuchen, lernte Arabisch und Englisch. Er reiste illegal nach Ägypten und Israel, um Geld zu verdienen, wurde aufgegriffen und nach Darfur zurückgeschickt. Das Wiedersehen in der Heimat sollte kurz sein: Sein Dorf wurde, wie unzählige andere, ausgelöscht. Statt wie viele seiner Freunde zum Gewehr zu greifen und sich einer Rebellengruppe anzuschließen, tat Hari das, was er konnte: zuhören. Vom Tschad aus führte er Journalisten aus Europa und den Vereinigten Staaten über die Grenze in die gefährlichsten Gebiete Darfurs. Zusammen mit internationalen Beobachtern sprach er in Flüchtlingslagern mit Hunderten von Menschen und übersetzte ihre Geschichten. Im August 2006 verhaftete man ihn und einen Reporter der Chicago Tribune, bezichtigte ihn der Spionage, verhörte ihn unter Folter und drohte ihm mit Exekution. Über einen Monat später konnte er befreit werden.“ (Blessing) Gespräch mit Ulrich Delius, Afrika-Referent. Eintritt frei. 20 Uhr. Telefon: 030-520 09 92 03. Alte Kommandantur, Unter den Linden 1, 10117 Berlin-Mitte.

Kino Babylon Lesung. Christopher Moore – „Liebe auf den ersten Biss“. „Junge Liebe, verfluchtes Glück: Tommy Flood liebt seine neue Freundin, aber Jody ist ein Vampir und hat ihn in einen ewigen Gefährten der Nacht verwandelt. Unsterblichkeit ist zwar cool, und der Sex ist auch nicht zu verachten, doch der unstillbare Hunger nach Blut ist Tommy lästig. Und noch ehe er sich an seinen neuen Appetit gewöhnen kann, wird die junge Liebe bereits bedroht. Der mächtige Vampir Elijah trachtet nach Tommys Unsterblichkeit: Er biss einst Jody voller Leidenschaft in den Hals, nun will er sie um jeden Preis zurückerobern…“ (Goldmann) Auf Englisch. Moderation und deutsche Textpassagen: Christian Ulmen, Schauspieler und Komiker. 10 / 8 €. 20 Uhr. Kartentelefon: 030-242 59 69. Rosa-Luxemburg-Straße 30, 10178 Berlin-Mitte.

Lehmanns Fachbuchhandlung Lesung. Markus Stromiedel – „Zwillingsspiel“. „Berlin wird von einem Terroranschlag erschüttert: Eine Explosion auf dem S-Bahnhof Savignyplatz zerfetzt sieben Menschen, darunter die Tochter eines prominenten Regierungsberaters. Kommissar Paul Selig wird mit den Ermittlungen beauftragt – zu seinem großen Erstaunen, denn eigentlich ist er alles andere als ein Erfolgsmensch: melancholisch, zögerlich, introvertiert. Daran ist seine Zwillingsschwester Lisa nicht ganz unschuldig, die von Kindesbeinen an kaum eine Gelegenheit ausgelassen hat, ihren Bruder zum Verlierer zu stempeln.“ (Knaur Taschenbuch) 6 €. 20.15 Uhr. Telefon: 030-617 91 10. Hardenberg-Haus, Hardenbergstraße 5, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Donnerstag, 8. Mai

Literaturhaus Lesung & Diskussion. „75. Jahrestag der Bücherverbrennung“. Es lesen und diskutieren Zeynel Kiziliapark aus der Türkei, Amir Valle aus Kuba und Bashana Abeywardane aus Sri Lanka. Deutsche Textpassagen: Friedhelm Ptok. Moderation: Tanja Dückers. Eintritt frei. 19 Uhr. Kartentelefon: 030-887 28 60. Großer Saal, Fasanenstraße 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Instituto Cervantes Diskussion im Rahmen der Ausstellung „Francesc Abad betrachtet Walter Benjamin. Erinnerung, Geschichte und künstlerisches Schaffen“. „Benjamin – ein europäisches Gedächtnis“. Es diskutieren Juan Ramón Capella und Henning Teschke. Moderation: Joseph Vogl. Eintritt frei. 19.30 Uhr. Rosenstraße 18-19, 10178 Berlin-Mitte.

Institut français Lesung. Alain Lance – „Longtemps l’Allemagne“. Eintritt frei. 19.30 Uhr. Anmeldung erbeten bis zum 7. Mai unter Telefon: 030-885 90 20. Kurfürstendamm 211, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Bücher am Nonnendamm Lesung. Armin Strohmeyr – „Verlorene Generation“. „Zu den ‚verbrannten’, verbotenen und vertriebenen Autoren in der NS-Zeit gehörten nicht nur so bekannte Namen wie Thomas Mann, Kurt Tucholsky und Alfred Döblin, sondern auch heute weitgehend vergessene Persönlichkeiten. Zu ihrer Zeit waren sie gerühmt und geachtet, hatten ein großes Publikum und erhielten Preise und Anerkennungen. Das äußere wie innere Exil machte sie häufig mundtot. Es sind gebrochene Biografien und zerstörte Karrieren. Zugleich sind diese Autoren wichtige Zeitzeugen und Repräsentanten des ‚anderen’, integren Deutschland.“ (Atrium Verlag) 3 €. 19.30 Uhr. Telefon: 030-34 09 48 57. Nonnendammallee 87a, 13629 Berlin-Spandau.

Theodor Tucher Restaurant am Brandenburger Tor Lesung. „Halten Sie Ihre Zunge im Baum“. Birgit Anders und Werner H. Schuster lesen Texte von Daniil Charms. 7 €. 20 Uhr. Reservierungstelefon: 030-22 48 94 64. Pariser Platz 6a, 10117 Berlin-Mitte.

Literaturforum im Brecht-Haus Lesung & Gespräch. Michael Kumpfmüller – „Nachricht an alle“. „‚Wir stürzen ab, betet für mich’ – diese SMS erhält ein Vater von seiner Tochter mitten in der Nacht, in einem Hotelzimmer in Nordamerika. Was wie ein grausamer Scherz klingt, erweist sich als der modernste aller Albträume: Selbst aus todgeweihten Flugzeugen können wir noch Nachrichten empfangen – Nachrichten an alle.“ (Kiepenheuer & Witsch) Das Gespräch mit dem Autor führt Jörg Magenau. 5 / 3 €. 20 Uhr. Telefon: 030-282 20 03. Chausseestraße 125, 10115 Berlin-Mitte.

Buchhändlerkeller Lesung. Sherko Fatah – „Das dunkle Schiff“. „Das Buch erzählt die Geschichte des jungen Kerim, von Beruf Koch, der sich aus dem irakischen Grenzland auf die beschwerliche und gefährliche Reise nach Europa macht. Von früh an der Idee verfallen, sich zu verwandeln, hat er noch andere Gründe für seine Flucht, war er doch unter die Gotteskrieger geraten und mit ihnen durch das Land gezogen, bevor er sich von ihrem Weg der Gewalt lossagte. Kerim, bemüht, in Deutschland ein neues Leben zu beginnen, kann, obwohl er in dem fremden Land auch Zuwendung und sogar seine erste Liebe findet, die Vergangenheit nicht abschütteln, vielmehr scheint diese sich fortwährend auf ihn zuzubewegen.“ (Jung und Jung) 3 €. 20.30 Uhr. Telefon: 030-791 88 97. Parterre links, Carmerstraße 1, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Laine-Art Lesebühne. „Weddingwochen bei den Brauseboys“. Mit Hinark Husen, Volker Surmann, Robert Rescue, Frank Sorge, Heiko Werning und Paul Bokowski. Sowie als Gäste: Rüdiger Bierhorst und Marc-Uwe Kling, deutscher internationaler Poetry-Slam-Meister. 21 Uhr. Telefon: 030-45 02 78 54. Hof, Liebenwalder Straße 39, 13147 Berlin-Wedding.

Freitag, 9. Mai

Akademie der Künste Gedenken. „Literatur auf dem Scheiterhaufen“. Vor 75 Jahren, am 10. Mai 1933, fand in Berlin auf dem damaligen Opernplatz und heutigen Bebelplatz im Zuge einer „Aktion wider den undeutschen Geist“ durch nationalsozialistische Studentenvereinigungen die erste Bücherverbrennung des Nationalsozialismus statt, der zahlreiche weitere Aktionen folgten. Zehntausende Bücher von jüdischen und regimekritischen Schriftstellern wurden konfisziert und öffentlich verbrannt. Mit Klaus Staeck, Horst Köhler, Günter Lamprecht, Jutta Wachowiak, Volker Braun, Ingo Schulze sowie Herta Müller. Musik: A. v. Zemlinsky. Eintritt frei. 11 Uhr. Telefon: 030-20 05 70. Plenarsaal, Pariser Platz 4, 10117 Berlin-Mitte.

eßkultur Lesung & Essen. „Zusammen is(s)t man weniger allein“. Dorothee Nolte liest aus dem Roman „Zusammen ist man weniger allein“ von Anna Gavalda. Dazu serviert eßkultur beziehungsfördernde Wohngemeinschaftskost. Menü: Dampfende Suppe mit Koriander und Japanperlen, Gänseleberpastete mit grob geschrotenem Pfeffer und Salat, Hecht in geschäumter Butter sowie Crepe Suzette. 30 € inklusive Menü. 19 Uhr. Reservierungstelefon: 030-68 08 93 44. Restaurant, Museen Dahlem, Takustraße 38/40, 14195 Berlin-Dahlem.

Zentrum für Literatur- und Kulturforschung Buchvorstellung & Diskussion. Andreas Pflitsch und Manuel Gogos (Hrsg.) – „1968. Kurzer Sommer – lange Wirkung“. „Das Buch versammelt die wichtigsten literarischen Texte über die Studentenrevolte von 1968 bis zur Gegenwart. Ein äußerst fundierter Überblick über 40 Jahre literarischer Aufarbeitung einer Zeit, die zwar zum Mythos geworden ist, in der Literatur aber keineswegs nur Mythen und Legenden hervorgebracht hat.  Eine Sammlung, die klar macht, wie sich der Blick auf 1968 im Laufe der letzten Jahrzehnte gewandelt hat.“ (dtv) Es lesen und diskutieren die Autoren Emine Sevgi Özdamar und Moritz Rinke mit den Herausgebern. Moderation: Stefan Willer. 20 Uhr. Telefon: 030-20 19 21 73. Tagungsraum 308, 3. Etage, Schützenstraße 18, 10117 Berlin-Mitte.

Buchladen Schwarze Risse Buchvorstellung & Gespräch. James F. Tent – „Im Schatten des Holocaust. Schicksale deutsch-jüdischer ‚Mischlinge’ im Dritten Reich“. „Wie jüdisch musste jemand sein, um als Jude zu gelten? In den Nürnberger Rassegesetzen von 1935 verankerten die Nationalsozialisten eine perfide Definition, die Menschen mit teilweise jüdischer Abstammung in »Mischlinge ersten« oder ‚zweiten Grades’ einteilte. So gekennzeichnet lebten diese Deutschen unter zunehmend restriktiven Bedingungen zwischen den Welten. Im Verlauf des Krieges verschärfte sich ihre Lage. Das Hitlerregime gab allmählich seine unentschiedene Haltung gegenüber den ‚Mischlingen’ auf, so dass auch sie früher oder später die Deportation befürchten mussten. Zwar bewahrte das Ende des Krieges die meisten von ihnen vor diesem Schicksal, ihr Leiden endete damit jedoch keineswegs. Zum Schweigen verdammt – wollten sie sich im Nachkriegsdeutschland ein Leben aufbauen - geriet ihr Schicksal in der öffentlichen Wahrnehmung, aber auch seitens der Forschung in Vergessenheit. Mit großer Sorgfalt und Sachlichkeit hat sich der amerikanische Historiker James F. Tent ihrer vergessenen Geschichte angenommen.“ (Böhlau) Eintritt frei. 20 Uhr. Telefon: 030-692 87 79. Gneisenaustraße 2a, 10961 Berlin-Kreuzberg.

Buchhandlung Gralla Lesung zum 10jährigen Verlagsjubiläum von Eichborn Berlin. Gerhard Seyfried – „Gelber Wind oder Der Aufstand der Boxer“. „1900, Peking. Baron von Ketteler, der deutsche Botschafter in Peking, wird von einem Mitglied des fremdenfeindlichen Geheimbunds der chinesischen ‚Boxer’ erschossen – der Startschuss zum ‚Boxeraufstand’. Missionare, chinesische Christen und ‚fremde Teufel’ werden landauf, landab massakriert. Tausende chinesische Aufständische wollen das Gesandtschaftsviertel in Peking stürmen, in dem die schlecht bewaffneten Diplomaten und ihre Familien, Diener und Gäste sich in ihrer Verzweiflung verschanzt haben. Das chinesische Kaiserhaus gibt sich entsetzt, scheint aber im Geheimen mit den Aufständischen zu paktieren – und tut nichts.“ (Eichborn Berlin) Außerdem liest Karen Duve aus „Taxi“. Zudem erzählt Wolfgang Hörner von 10 Jahre Büchermachen. 20 Uhr. Telefon: 030-70 72 37 23. Hindenburgdamm 42, 12203 Berlin-Steglitz.

LaLuz Lesebühne. Das Brauseboys-Readical – „Berlin Leopoldplatz – Die Geschichte von Julian, der Mitte suchte und den Wedding fand“. Er ist „der Julian“ aus Ostwestfalen. Er kommt nach Berlin, um seinem jungen Leben neuen Schwung zu geben. „Irgendwas Kreatives, mit Medien oder so“ will er machen. Julian zieht es in die hippe Mitte, hinein ins pulsierende Großstadtleben zwischen Clubhopping, Webdesign & Caipi to go. Er hat sich eine schwarze Röhrenjeans gekauft und sich im zentralen In-Revier des Szenelebens eingemietet – exakt dort, wo auf dem Berliner Stadtplan das „M“ von „MITTE“ stand: direkt am Leopoldplatz. Mit großen Augen entdeckt er den Lifestyle des vermeintlichen Stadtzentrums, aber der entpuppt sich als anders als erwartet... Mit Nils Heinrich, Hinark Husen, Robert Rescue, Frank Sorge, Volker Surmann und Heiko Werning. 20.30 Uhr. Kartentelefon: 030-45 08 92 30. Osramhöfe, Oudenarder Straße 16-20, 13347 Berlin-Wedding.

Samstag, 10. Mai

Bebelplatz Lesung & Gespräch & Vortrag & Musik. „Gedenk- und Kulturveranstaltung zum 75. Jahrestag der Bücherverbrennung auf dem Bebelplatz von 11 bis 17 Uhr“. 11 Uhr: Begrüßung: Bürgermeisterin Ingeborg Junge-Reyer und einen spanischen Kultur-Repräsentanten. Musik: Frau Kantorin Avitall Gerstetter. Plädoyer I: Sami Naïr. Gespräch mit Gaspar Cano Peral vom Instituto Cervantes Berlin, Enrique Ojeda von der Stiftung Tres Culturas, Christoph Markschies von der Humboldt-Universität sowie Christian Hanke von der SPD Berlin. 12 Uhr: Musik: Adumá Saxophonquartett spielt das Triptychon von Ari Benjamin Meyers. Plädoyer II: Ignacio Sotelo. Rede: Dr. Christian Hanke, Bürgermeister Berlin-Mitte spricht über politische Verantwortung im Umgang mit der Bücherverbrennung und der Repräsentant der Regierung von Andalusien spricht über die internationale Auswirkung der Bücherverbrennung. 13 Uhr: Silvia Rigar, Schauspielerin der Volksbühne liest aus einem verbrannten Buch. Musik: Hedwig Golpon und Dorothea Knust singen „Lieder, von Brecht geschrieben, von Eisler vertont. Rede: wissenschaftliche Einleitung von Prof. Dr. Markschies, Präsident der Humboldt-Universität. Zudem originale Rundfunkaufnahmen von 1933. Plädoyer III: Barbara Göbel vom Ibero-Amerikanischen Institut. Rede: wissenschaftlicher Vortrag von Prof. Dr. Benz, Zentrum für Antisemitismusforschung, TU Berlin. 14 Uhr: Gespräch mit Sami Naïr, Politologe, Ignacio Sotelo, Soziologe und Barbara Göbel, Ethnologin. Studierende lesen aus einem verbrannten Buch. Musik: Life-Komposition von Miguel Álvarez-Fernández. Plädoyer IV: Jaume Cabré. 15 Uhr: Gespräch mit Lala Süsskind, Präsidentin der Jüdischen Gemeinde von Berlin, Dr. Joachim Gauck, Gegen Vergessen, für Demokratie und Carme Riera, Autorin. Rede: Repräsentant der Gedenkstätte Yad Vashem, Israel. Studierende lesen aus einem verbrannten Buch. 16 Uhr: Musik: Das Duo „Hille & Hüwe“ spielt Debussy und Heine-Vertonungen. Zudem Rundfunkaufnahmen von 1933 mit Erläuterungen durch Historiker. Studierende lesen aus einem verbrannten Buch. Verabschiedung durch Dr. Christian Hanke. Musikalischer Ausklang: Jazz Duo „Siedenburg & Schwabenbauer“. Eintritt frei. 10117 Berlin-Mitte.

Alte Kantine Lesebühne. „Kantinenlesen“. Mit Manfred Maurenbrecher vom Mittwochsfazit, Foxy Freestyle, Ahne von den Surfpoeten sowie Jochen Schmidt von den Chaussee der Enthusiasten. Moderation: Dan Richter. 5 €. 20 Uhr. Telefon: 030-44 34 19 52. Kulturbrauerei, Knaackstraße 97, 10435 Berlin-Prenzlauer Berg.

Festsaal Kreuzberg Lesung zum 10jährigen Verlagsjubiläum von Eichborn Berlin. Karen Duve – „Taxi“. „Eine ziellose Jugend, eine spießige Familie, eine frustrierende Ausbildung – da kommt die Annonce ‚Taxifahrerin gesucht’ schon fast wie die Rettung schlechthin daher. Auch wenn Alex Herwig leider ein Gedächtnis wie ein Sieb hat. Trotzdem büffelt sie Straßennamen und Wegstrecken – und hat das Glück auf einen extrem gnädigen Prüfer zu treffen. Bald sitzt sie zum ersten Mal im Wagen und schwitzt Blut und Wasser, weil sie die Straße nicht kennt, nach der ihr erster Fahrgast fragt. Und Alex wird – halb wider Willen – von einer Kollegen-Clique aufgesogen, die aus abgebrochenen Studenten, gescheiterten Künstlern, misanthropischen Gar-nicht-Akademikern und frauenfeindlichen Verklemmten besteht – bis sie Marco trifft, einen extrem kleingewachsenen aber umso bestimmter agierenden jungen Mann...“ (Eichborn Berlin) Außerdem liest Gerhard Seyfried aus „Gelber Wind oder Der Aufstand der Boxer“. 20 Uhr. Telefon: 030-61 65 60 03. Skalitzer Straße 130, 10999 Berlin-Kreuzberg.

Sonntag, 11. Mai

eßkultur Lesung & Essen. „Märchenfrühstück“. 1001 Morgen im orientalischen Beduinenzelt. Märchenlesung und Büffet für Erwachsene und Kinder ab 6 Jahren. 15 / 10 €. 11 Uhr. Reservierungstelefon: 030-68 08 93 44. Restaurant, Museen Dahlem, Lansstraße 8, 14195 Berlin-Dahlem.

Kaffee Burger Lesebühne. „Reformbühne Heim & Welt“. Mit Jürgen Witte, Falko Hennig, Jakob Hein und Ahne. Zu Gast: Paul Bokowski und Ben Drummer. 5 €. 20 Uhr. Telefon: 030-28 04 64 95. Torstraße 58/60, 10119 Berlin-Mitte.

Montag, 12. Mai

Café MitArt Buchvorstellung. Sven Felix Kellerhoff – „Der Reichstagsbrand. Die Karriere eines Kriminalfalls“. „Den Brand des Reichstages am 27. Februar 1933 nutzten die Nazis virtuos, um ihre Diktatur zu errichten. Aber haben sie ihn deshalb auch selbst angesteckt? Darüber wird seit 75 Jahren erbittert gestritten. Wer in dem Holländer Marinus van der Lubbe den alleinigen Täter sieht, wird von jenen, die an eine Verschwörung der Nazis glauben, als ‚Anhänger der Gestapo-Theorie’ geschmäht.“ (be.bra) Eintritt frei. 11 Uhr. Anmeldung erbeten unter Telefon: 030-44 02 38 14. Linienstraße 139-140, 10115 Berlin-Mitte.

Salon Berlin-Geflüster Lesung & Musik. „Heinrich Heine – Spielmann der Liebe und der Revolution“. Rudolf Gäbler hat sieben Gedichte von Heinrich Heine neu vertont. Kombiniert werden diese Lieder mit Gedichten und Texten von Wolf Biermann, Adelbert von Chamisso und François Villon und Heine-Vertonungen des 19. Jahrhunderts. 15 €. 18 Uhr. Telefon: 030-891 26 76. Koenigsallee 72, 14193 Berlin-Wilmersdorf.

Dienstag, 13. Mai

Museum Europäischer Kulturen Buchvorstellung im Rahmen der Ausstellung „Rumänien – Blickwechsel“. Jean Cuisenier – „Das Gedächtnis der Karpaten. Rumänien und sein kulturelles Erbe: Innen- und Außenansichten“. „‚Das Gedächtnis der Karpaten’ ist eine umfassende ethnographische Arbeit des französischen Ethnologen Jean Cuisenier über Rumänien und seine vorwiegend ländlichen Bewohner: über ihre Alltagsriten und Mythen, über Wohnen, Essen und Kleidung, über Feste und Eigenheiten dieser fremden Region. Wir folgen dem Autor mit dem Blick des ‚Fremden’ auf seinem Weg in die Karpaten, dem Geburtsland der Vampirmythen und Legenden um Graf Dracula. Wir begleiten ihn zu den Schafzüchtern und Bauern der Maramuresch an die Grenze zur Ukraine, wir begegnen in Oltenien Weinbauern und Exorzisten und nehmen an einem traditionellen Begräbnis teil, wir lassen uns in der Bukowina in Hochzeitsrituale und in den Umgang mit der ‚Zauber’wurzel Mandragora einweihen.“ (Jonas Verlag) 11 Uhr. Anmeldung erbeten unter Telefon: 030-83 90 12 87. Arnimallee 25, 14195 Berlin-Dahlem.

Restaurant Tapas y mas Gespräch. Herbert Köfer – „Nie war es so verrückt wie immer...“. „Als erster Nachrichtensprecher der ‚Aktuellen Kamera’ hob er 1952 das DDR-Fernsehen aus der Taufe. Auch als der DFF in der Silvestersendung 1991/92 zu Grabe getragen wurde, war er dabei. Mit DEFA-Highlights – ‚Nackt unter Wölfen’ –, populären Fernsehserien – ‚Rentner haben niemals Zeit’ – und Unterhaltungssendungen – ‚Da lacht der Bär’ – erreichte er ein Millionenpublikum. Noch heute ist der 86Jährige aktiv und feiert Erfolge mit seinem Boulevardtheater ‚Köfer’s Komödiantenbühne’“ (Das neue Berlin-Verlag) Eintritt frei. 15 Uhr. Telefon: 030–28 09 93 53. Neue Grünstraße 18, 10179 Berlin-Mitte.

Buchhandlung Buch & Service Buchvorstellung. Adrian Geiges – „Wie die Weltrevolution aus Versehen einmal im Schwarzwald begann“. „Von der humorfreien Kaderschmiede übers quotengeile Privatfernsehen zum Manager eines Weltkonzerns nach China: Ein Abenteurer seiner Generation erzählt. Schmale Schultern, Kordhose, Brille, Nichtraucher, schüchtern – und trotzdem gilt Adrian Geiges im beschaulichen Staufen als Rebell und Bürgerschreck. Denn Adrian ist Mitglied der SDAJ, der Jugendorganisation der DKP. Friedensbewegt und theoriefest in Sachen Mao, Marx und Lenin träumt er davon, als Berufsrevolutionär das bürgerliche Leben hinter sich zu lassen. Doch Adrian ist nicht nur Kommunist, sondern vor allem ‚Pragmatist’. Und macht sich mit Elan auf seinen langen Marsch durch die Institutionen: Als Reporter für Sex und Partnerschaft schreibt er für die sozialistische Variante der ‚Bravo’, wühlt als Quotennutte des Privatfernsehens im Moskauer Rotlichtmilieu, erobert für einen Weltkonzern das Reich der Mitte und lässt auch die Shanghaier Schönheiten nicht unberührt.“ (Eichborn) 3 €. 19 Uhr. Telefon: 030-50 00 72 22. Lichthof, Auswärtiges Amt, Werderscher Markt 1, 10117 Berlin-Mitte.

Instituto Cervantes Diskussion im Rahmen der Ausstellung „Francesc Abad betrachtet Walter Benjamin. Erinnerung, Geschichte und künstlerisches Schaffen“. „Die in Tatsachen eingeschriebene Wahrheit hüten: Celan, Grossman, Shálamov, Solzhenitsyn“. Es diskutieren Jean Bollack und Georges Nivat. Moderation: Manuel Köppen. Eintritt frei. 19.30 Uhr. Telefon: 030/ 25 76 18-0. Rosenstraße 18-19, 10178 Berlin-Mitte.

Literaturforum im Brecht-Haus Lesung & Gespräch. Simone Barck und Siegfried Lokatis – „Zensurspiele“. „Sie handeln allesamt von der Zensur – im offiziellen Sprachgebrauch der DDR: ‚Druckgenehmigungsverfahren’. Die großen Namen der DDR-Literatur, politische Direktiven und Skandale sind dabei jedoch nur ein Teil des Bildes. Genauso spannend und oft sonderbar zu lesen sind die Vorgänge um die breiten übrigen Bereiche des DDR-Literaturbetriebs, denn auch bei Kinderbüchern, Fachliteratur zur Rinderbesamung oder in der Kalender- und Landkartenproduktion galt es tagtäglich, brisante Klippen zu umschiffen – nicht nur für Verleger, Autoren, Illustratoren und Lektoren, sondern auch für Zollbeamte und Bücherschmuggler.“ (Mitteldeutscher Verlag) Moderation: Harald Jähner. 5 / 3 €. 20 Uhr. Telefon: 030-282 20 03. Chausseestraße 125, 10115 Berlin-Mitte.

Literaturwerkstatt Gespräch. „Literarischer Antisemitismus heute“. Deutschland wird den Antisemitismus nicht los. Die Diskussion darüber flammt hierzulande immer wieder auf. Auch die Fiktion, die Literatur, ist ganz und gar nicht frei davon. Literatur verhandelt Themen, erschafft und beschreibt Personen auf eine ihr eigene Weise, und bleibt dabei mal näher an der Realität, mal weiter weg. Die beschriebenen Sachverhalte wirken beim Lesenden weiter und werden verworfen – oder übernommen. So können, wenn der Schreibende es will und der Lesende es zulässt, Stereotype geschaffen und weiterverbreitet werden. Historisch gesehen, kulminierte der literarische Antisemitismus im Klischee des geldgierigen oder des ewigen Juden. Mit Wolfgang Benz, Historiker aus Berlin, Mona Körte, Literaturwissenschaftlerin aus Berlin und Matthias N. Lorenz, Kulturwissenschaftler aus Lüneburg. Moderation: Sigrid Löffler, Literaturkritikerin aus Berlin. 5 / 3 €. 20 Uhr. Telefon: 030-485 24 50. Kulturbrauerei, Knaackstraße 97, 10435 Berlin-Prenzlauer Berg.

Monarch Lesung. René Hamann – „Schaum für immer“. „Schumann macht Pause im Café und beobachtet eine Frau am Nebentisch. Zu spät bemerkt er, dass auch er beobachtet wird – von Valerie nämlich. Während Valerie ihm erklärt, dass alle Frauen einen siebten Sinn für gierige Männerblicke haben, überlegt Schumann, wie er Valerie seinem Freund Ralf ausspannen kann.“ (Tisch 7) 4 €. 20.30 Uhr. Skalitzer Straße 134, 10999 Berlin-Kreuzberg.

Mittwoch, 14. Mai

Zentral- und Landesbibliothek Lesung & Gespräch. Renatus Deckert (Hrsg.) – „Schriftsteller über ihr literarisches Debüt“. „Das erste Buch eines Autors ist sein Entrée in die Welt der Literatur. Welche Gedanken und Gefühle bewegen ihn beim Blick auf sein Debüt, dessen Erscheinen zwanzig, dreißig oder sogar fünfzig Jahre zurückliegt? Fast einhundert deutschsprachige Autoren – die Einflussreichen und die Stillen, die Erfolgreichen und die Exzentriker – beantworten diese Frage in persönlichen Texten, die eigens für dieses einzigartige Buchprojekt geschrieben wurden. Entstanden ist ein fesselndes Panorama deutschsprachiger Literatur von der Nachkriegszeit bis in die Gegenwart.“ (Suhrkamp) Es liest Katja Lange-Müller. Einführung und Moderation: Renatus Deckert. 19 Uhr. Telefon: 030-90 22 60. Berlin-Saal, Berliner Stadtbibliothek, Breite Straße 36, 10178 Berlin-Mitte.

Polnisches Institut Lesung & Diskussion. Magda Diefenbach-Abraham, Bernd Vogenbeck und Juliane Tomann – „Terra Transoderana. Zwischen Neumark und Ziemia Lubuska“. „Wo liegt die Neumark? Was ist die Ziemia Lubuska? Der Almanach Terra Transoderana betritt Neuland: junge Historiker aus Deutschland und Polen berichten kenntnisreich, unvoreingenommen und aus eigener Anschauung über Geschichte und Gegenwart der westlichsten polnischen Woiwodschaft, die im öffentlichen Bewusstsein kaum bekannt ist. Zwischen Brandenburg, Pommern, Großpolen und Schlesien wartet eine facettenreiche Kulturlandschaft auf ihre Entdeckung!“ (be.bra) Zudem diskutieren Prof. Dr. Karl Schlögel, Frankfurt (Oder), Dr. Beata Halicka, Skorzyn, Zbigniew Czarnuch, Witnica und Ruth Henning, Berlin, über die Identität einer unbekannten Region. Eintritt frei. 19 Uhr. Anmeldung erbeten unter Telefon: 030-44 02 38 14. Burgstraße 27, 10178 Berlin-Mitte.

Rumänisches Kulturinstitut „Titu Maiorescu“ Lesung & Gespräch & Ausstellungseröffnung. „Die Reisen der Dichtung – ein Gespräch über Paul Celan“. Michaela Sirbu liest rumänischer Gedichte von Celan und rumänische Gedichte von Celan übersetzt. Zudem liest Arnau Pons 5 eigene Gedichte; Übersetzung von Armin Senser. Einleitung: Prof. Dr. Denis Thouard. Übersetzung beim Gespräch: Nadine Lipp. Anschließend Eröffnung der Ausstellung von Mechtild van Ahlers: „Mit zeitroten Lippen“, Malerei. Einleitung: Sanna Böswirth, Kunsthistorikerin. 19.30 Uhr. Telefon: 030-89 06 19 87. Koenigsallee 20A, 14193 Berlin-Wilmersdorf.

Literaturforum im Brecht-Haus Lesung & Gespräch. Torsten Schulz – „Revolution und Filzläuse“. „Was tun, wenn man das erste Mal mit einer vietnamesischen Prostituierten erlebt hat und sich hinterher in sie verliebt? Was tun mit den Filzläusen, die einen da jucken? Was tun, wenn diese Frau sich scheinbar in Luft aufgelöst hat? Die Revolution kommt aus dem Osten, für Thomas jedenfalls. Nicole, seine Angebetete, ist hingegen mit einem Kerl aus den USA beschäftigt, der wie ein gealterter Che Guevara daherkommt. Erinnerungen an eine Zeit, als man mit Sex und Politik die Welt noch grundsätzlich verändern wollte. Die aber verändert sich geradezu von selbst.“ (Ullstein) Moderation: Frauke Meyer-Gosau. 5 / 3 €. 20 Uhr. Telefon: 030-282 20 03. Chausseestraße 125, 10115 Berlin-Mitte.

Buchhändlerkeller Buchvorstellung. Joumana Haddad – „Liliths Wiederkehr“. „Lilith, die erste Frau, die Gott erschuf, soll Adam im Paradies dienen, will sich aber dem männlichen Joch nicht beugen und flieht in die Wüste. Joumana Haddad lässt die mythologische Figur der weiblichen Rebellion in Gedicht und szenischer Darstellung aus ihrem Exil wiederkehren. Lilith wird zum Objekt der Begierde aller Männer: Einmal in ihrem Bann, kann man ihr nicht entkommen.“ (Verlag Hans Schiler) 3 €. 20.30 Uhr. Telefon: 030-791 88 97. Parterre links, Carmerstraße 1, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Prinz Eisenherz Buchladen Lesung. „Tim Fish – Comiczeichner und Künstler stellt seine Arbeiten vor“. Der Comiczeichner und Künstler aus den USA, stellt seine Arbeiten vor und gibt eine unterhaltsame Einführung in die zeitgenössische schwule Comic-Szene. Eintritt frei. 20.30 Uhr. Telefon: 030-313 99 36. Lietzenburger Straße 9a, 10789 Berlin-Schöneberg.

Donnerstag, 15. Mai

Italienisches Kulturinstitut Lesung & Diskussion. „Macchie di rosso. Bologna: una città, i suoi delitti, le sue scritture“. Über dieses Ereignis und seine Folgen spricht der Kritiker Luca Crovi mit dem Schriftsteller und Journalisten Luigi Bernardi, der auch aus seinen Werken lesen wird. Auf Italienisch mit Simultanübersetzung. Deutsche Textpassagen: Johannes Hampel. Grußwort: Angelo Bolaffi, Direktor IIC Berlin. 19 Uhr. Anmeldung erbeten bis zum 13. Mai unter Telefon: 030-269 94 10. Hildebrandstraße 2, 10785 Berlin-Tiergarten.

RGB Lesung. Crauss – „Alles über Ruth“. „‚Alles über Ruth’ werden klassische Themen im Alltäglichen sichtbar, Mythen und Märchen wieder gegenwärtig. Die lyrischen Stücke sind anspruchsvoll, aber körperlich fühlbar. Sie sind erotisch, pochen in der Brust, einzelne Zeilen kann man riechen und schmecken. Crauss’ Gedichte vertrauen ihrer Kraft und sind von hoher Musikalität, wenngleich sie nicht mehr so stark wie früher auf die opulente, Zusammenhang stiftende Klangwirkung setzen, sozusagen ‚schlanker’ geworden sind. Ihr Reiz beruht vor allem auf ihrer Leichtigkeit. Crauss beobachtet präzise und verzichtet dabei nicht auf Brechungen ins unerwartet Abgründige, ins Groteske, Melancholische oder auch ins ungeniert Romantische.“ (Buch & Media) Zudem liest der Autor aus „Disko Diamant“ und aus unveröffentlichten Texten. 20 Uhr. Brunnenstraße 65, 13355 Berlin-Wedding.

Buchhändlerkeller Lesung. Kirsten Fuchs – „Heile, heile“. 3 €. 20.30 Uhr. Telefon: 030-791 88 97. Parterre links, Carmerstraße 1, 10623 Berlin-Charlottenburg.

theatertreffen 08 Lesung & Preisverleihung. „Präsentation der Autoren des Dramatikerworkshops“. Mit den Autoren Anne Habermehl, Nicole Kanter, Andreas Liebmann, Laura Naumann und Sabine Wen-Ching Wang. Leitung: John von Düffel. Anschließend Preisverleihung. Eintritt frei. 22 Uhr. Telefon: 030-25 48 90. Haus der Berliner Festspiele, Schaperstraße 24, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Freitag, 16. Mai

Keramik-Museum Lesung. Monika Steinkopf – „Ton und Krüge“. „So außergewöhnlich das Thema zu sein scheint, so allgegenwärtig ist es in der Weltliteratur: Ton und Krüge. Goethe erzählt von Adam, der nur ‚ein Erdenkloß’ ist, bis er mit einigen Tricks zum Leben erweckt wird. Marie Luise Kaschnitz, inspiriert von den Bildern auf einer Schale, macht die Abenteuer des jungen Theseus greifbar. Und Walter Helmut Fritz beschreibt, wie Tonscherben Erinnerungen bewahren. Eine Anthologie, die von Vasen und Krügen erzählt, vor allem aber vom Leben, das hier metaphernreich beschrieben wird. Mit Texten unter anderem von Heinrich Heine, Paul Celan und Durs Grünbein und mit Bildern von Gefäßen, die berühmte Künstler aus dem magischen Stoff Ton geschaffen haben.“ (Insel) 5 €. 19 Uhr. Telefon: 030-321 23 22. Schustehrusstraße 13, 10585 Berlin-Charlottenburg.

Sonntags-Club Lesung. Corinna Waffender – „Laut gedacht“. „Die zurückgezogen lebende Musikerin Hanna verliebt sich in Sascha. Für Hanna ist es die erste Frau und die große Liebe, doch Sascha will ihre langjährige Beziehung zu Julia nicht aufgeben. Während die beiden Verliebten sich mittwochs im Hotel treffen, kämpft Julia nicht nur um Sascha, sondern auch um ihre Halbschwester Silke.“ (Querverlag) 20 Uhr. Telefon: 030-449 75 90. Greifenhagener Straße 28, 10437 Berlin-Prenzlauer Berg.

Literarisches Colloquium Lesung. „Georges-Arthur Goldschmidt liest aus seinen Werken“. Georges-Arthur Goldschmidt, der in diesen Tagen seinen achtzigsten Geburtstag feiert, wurde 1928 in Reinbek bei Hamburg geboren und verlebte seine Kindheit in einer großbürgerlich-hanseatischen Familie, die im 19. Jahrhundert vom Judentum zum protestantischen Glauben konvertiert war. Als Elfjähriger wurde Goldschmidt mit seinem Bruder nach Frankreich in die Emigration geschickt, in einem Internat überlebte er die deutsche Okkupation. Heute lebt er in Paris, wo er als Gymnasiallehrer gearbeitet hat. Als Autor zahlreicher Essays und Romane erregte er besonderes Aufsehen mit seinem subtilen Buch über die deutsche Sprache „Quand Freud voit la mer – Freud et la langue allemande“, das 1988 in Frankreich und 1999 in deutscher Übersetzung erschien. Als Übersetzer ins Französische widmete er sich Werken von Goethe, Nietzsche, Stifter, Kafka und Benjamin; insbesondere aber hat er durch seine Übersetzungen das Werk Peter Handkes in Frankreich bekannt gemacht. Für sein literarisches Werk wurde er unter anderem mit dem Bremer Literaturpreis, dem Nelly-Sachs-Preis und dem Joseph-Breitbach-Preis ausgezeichnet. Moderation: Brigitte Große. 6 / 4 €. 20 Uhr. Telefon: 030-816 99 60. Am Sandwerder 5, 14109 Berlin-Wannsee.

Schwartzsche Villa Lesung & Musik. Anna Politkowskaja – „Menschenschicksale aus Tschetschenien und Beslan“. Anna Politkowskaja fuhr als Sonder-Korrespondentin für die Moskauer „Nowaja Gaseta“ seit Juli 1999 jeden Monat nach Tschetschenien. Ihre Berichte über die vom Krieg betroffenen Menschen sind erschütternde Dokumente. Am 7. Oktober 2006 wurde Anna Politkowskaja erschossen. Es liest die Schauspielerin Erika Eller. Musik: Maria Lucchese an den Klängen und Matthias Bauer am Kontrabass. 12 / 10 €. 20 Uhr. Telefon: 030-852 46 57. Großer Salon, Grunewaldstraße 55, 12165 Berlin-Steglitz.

Literaturhaus Ausstellungseröffnung. „Tripp & Tripp – Bilder über 40 Jahre hinweg. Franz Josef Tripp & Jan Peter Tripp“. Jan Peter Tripp liest aus seinen Text „Querfeldein – auf der Suche nach Jupp“. Eintritt frei. 20 Uhr. Telefon: 030-887 28 60. Fasanenstraße 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Buchhändlerkeller Lesung. Dominic Angeloch – „Blinder Passagier“. 3 €. 20.30 Uhr. Telefon: 030-791 88 97. Parterre links, Carmerstraße 1, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Samstag, 17. Mai

Alte Kantine Lesebühne. „Kantinenlesen“. Mit Marc-Uwe Kling von „Die Lesedüne“, Spider von den „Surfpoeten“, Falko Hennig von „Reformbühne Heim und Welt“, Sarah Schmidt von den „Frühschoppen“. Moderation: Dan Richter. 5 €. 20 Uhr. Telefon: 030-44 34 19 52. Kulturbrauerei, Knaackstraße 97, 10435 Berlin-Prenzlauer Berg.

Sonntag, 18. Mai

eßkultur Lesung & Essen. „Märchenfrühstück“. 1001 Morgen im orientalischen Beduinenzelt. Märchenlesung und Büffet für Erwachsene und Kinder ab 6 Jahren. 15 / 10 €. 11 Uhr. Reservierungstelefon: 030-68 08 93 44. Restaurant, Museen Dahlem, Lansstraße 8, 14195 Berlin-Dahlem.

Wochen der Sprache und des Lesens in Neukölln Lesung. Ilse Kleberger – „Der Wanderer im Wind“. Eintritt frei. 19 Uhr. Telefon: 030-39 50 53 76. Creativ-Centrum Neuköllner Leuchtturm, Emser Straße 117, 12051 Berlin-Neukölln.

Maxim Gorki Theater Lesung. Clemens Meyer – „Die Nacht, die Lichter“. „Er setzt alles auf eine Karte, der Hundebesitzer, der auf der Rennbahn sein Geld verwettet, um eine teure OP zahlen zu können. Sie will es allen zeigen, die junge Frau, und sich vom Flüchtlingsschiff in die erste Liga hochboxen. Clemens Meyers Geschichten spielen in der stillen Wohnung, in der Lagerhalle und am Fluss. Seine Helden sind dem Leben ausgesetzt, es sind die Heimatlosen und Träumer, die die nächtliche Stadt durchstreifen. Meyer trifft die Töne unserer Zeit: In seinen rauen, präzisen und zarten Sätzen erzählt er von großen Illusionen, von Sehnsucht und Einsamkeit.“ (S. Fischer) 20 Uhr. Kartentelefon: 030-20 22 11 15. Bühne, Am Festungsgraben 2, 10117 Berlin-Mitte.

frannz-club Buchvorstellung. Alf Ator – „Die satanischen Achillesferse“. „Zum dritten Mal meldet sich Alf Ator von ‚Knorkator’, um schräge Cartoons und groteske Texte zu präsentieren. Mit einem Humor, der originell, clever und dreist ist, erzählt Alf kurze und kürzeste Geschichten, erschafft ein knorkatisches Chaos aus Worten und Bildern und kalauert sich durch die Welt, deren Absurditäten er dem erlösenden Lachen freigibt.“ (Eulenspiegel Verlag) 12 / 9 €. 20 Uhr. Informationstelefon: 030-726 27 93 33. Kulturbrauerei, Schönhauser Allee 36, 10435 Berlin-Prenzlauer Berg.

Kaffee Burger Lesebühne. „Reformbühne Heim & Welt“. Mit Jürgen Witte, Falko Hennig, Jakob Hein und Ahne. Zu Gast: Julia Trompeter und Marlen Pelny. 5 €. 20 Uhr. Telefon: 030-28 04 64 95. Torstraße 58/60, 10119 Berlin-Mitte.

Montag, 19. Mai

Finnland-Institut Lesung. Joel Haahtela – „Der Schmetterlingssammler“. „Am frühen Morgen des 3. April, die Straßen waren noch feucht vom Regen, machte er sich auf den Weg zur Rechtsanwaltskanzlei. In der Manteltasche eines Verstorbenen, eines gewissen Henri Ruzicka, hatte man ein Testament gefunden, das ihn zum Alleinerben einsetzte. Den Namen Ruzicka hatte er noch nie gehört. Aber schon kurz darauf fuhr er hinaus aufs Land, um sich das Haus anzuschauen, das ihm der Fremde hinterlassen hatte. Es sah verwunschen aus, der Efeu wuchs bis übers Dach. Durch die offene Verandatür betrat er einen staubbedeckten Raum voller Bücher und mit einer beeindruckenden Schmetterlingssammlung. Wer war dieser Henri Ruzicka? Und welche Verbindung gab es zwi­schen ihnen? Die Spurensuche beginnt, und der Erzähler ahnt bald, dass seine vor über 30 Jahren verschwundene Mutter die Verbindung zu Ruzicka sein muss.“ (Piper Nordiska) Auf Finnisch. Deutsche Textpassagen, Dolmetscher und Moderation: Elina Kritzokat. 19 Uhr. Telefon: 030-520 02 60 10. 1. Obergeschoss, Georgenstraße 24, 10117 Berlin-Mitte.

Schwartzsche Villa Lesebühne. „Autorenforum: Lesen – Zuhören – Diskutieren“. Vorlesen unveröffentlichter Texte. Eintritt frei. 19.30 Uhr. Informationstelefon: 030-693 73 51. Kleiner Salon, Grunewaldstraße 55, 12165 Berlin-Steglitz.

Dienstag, 20. Mai

Via e.V. Lesung & Gespräch. Galsan Tschinag – „Auf der großen blauen Straße“. „Als der Junge aus der mongolischen Steppensiedlung in Deutschland ankommt, gibt es viel zu staunen und zu lernen. Es treten in sein Leben: die verrückten Kommilitonen aus aller Herren Länder auf der Suche nach dem Absoluten. Verena und ihre Kunst, glücklich zu machen. Ein Schriftsteller und Pferdenarr mit Namen Strittmatter, dem der Jurtenjüngling zeigt, wie man ein Pferd mit dem Lasso fängt. Und eine neue Sprache mit wundersamen Wörtern: Topinambur!“ (Unionsverlag) 5 €. 19.30 Uhr. Anmeldung erbeten unter Telefon: 030-44 35 48 13. Schönhauser Allee 175, 10119 Berlin-Prenzlauer Berg.

Literaturwerkstatt Lesung & Gespräch. „Verstransfer: Amsterdam-Berlin“. Es lesen und sprechen Hélène Gelèns aus Amsterdam und Marion Poschmann aus Berlin sowie Jan-Willem Anker aus Amsterdam und Tom Schulz aus Augsburg. Moderation: Jan Konst, Literaturwissenschaftler aus Berlin. 5 / 3 €. 20 Uhr. Telefon: 030-485 24 50. Kulturbrauerei, Knaackstraße 97, 10435 Berlin-Prenzlauer Berg.

Literaturhaus Lesung & Gespräch. „Ludwig Feuchtwanger – Intellektueller, Publizist und Verleger Carl Schmitts“. Manfred Flügge, Publizist, Edgar Feuchtwanger, Historiker und Sohn Ludwig Feuchtwangers, und Rolf Rieß stellen Werk und Schaffen Ludwig Feuchtwangers und seine Verbindung zu Carl Schmitt vor. 5 / 3 €. 20 Uhr. Kartentelefon: 030-887 28 60. Großer Saal, Fasanenstraße 23, Berlin-Charlottenburg.

Akademie der Künste Lesung & Gespräch. „U.S. Embassy Literature Series: Annie Proulx“. Annie Proulx wird häufig als Chronistin des amerikanischen Provinzlebens bezeichnet. Sie arbeitete zunächst als Journalistin, bevor sie 1988 ihr erstes Buch „Heart Songs and Other Stories“ veröffentlichte. Für ihre Romane und Erzählungen wurde sie mit allen wichtigen Literaturpreisen Amerikas ausgezeichnet, unter anderem für „Postcards“ (1992) mit dem PEN/Faulkner Award und dem National Book Award sowie dem Pulitzerpreis für „Shipping News“ (1993), der verfilmt wurde. Auf Englisch. Einführung und Gespräch: Eva Boesenberg, Professorin an der Humboldt Universität zu Berlin. 5 / 4 €. 20 Uhr. Telefon: 030-20 05 70. Plenarsaal, Pariser Platz 4, 10117 Berlin-Mitte.

Schwartzsche Villa Lesung & Musik. „Ida Pfeiffer: Island wählte ich, weil ich da eine Natur zu finden hoffte, wie nirgendwo in der Welt.“ Im Jahr 1845 reiste Ida Pfeiffer (1797-1858) nach Island – in ein Land, in dem es zu der Zeit weder Gasthöfe noch Hotels gab. In Begleitung einheimischer Führer erkundete sie das Innere der Insel. Es liest Susan Muhlack. Musik: Astrid Graf an der Klarinette und am Saxophon. 8 / 6 €. 20 Uhr. Telefon: 030-833 33 07. Großer Salon, Grunewaldstraße 55, 12165 Berlin-Steglitz.

Café Karvana Lesung. Kriss Rudolph – „Heute ziehst du aus“. „Er weiß nicht, wieso, aber er fällt gerade aus dem Fenster. Splitternackt, aus der 12. Etage. Dabei geht Lorentz Drache doch sonst nie ohne seine schicke Piloten-Uniform aus dem Haus. Was ist los? Hat ihn jemand geschubst? Gar nicht so unwahrscheinlich, immerhin hat auf 11 Etagen jeder Hausbewohner Grund genug, verdammt sauer auf den arroganten Boeing-Typen zu sein, denn Lorentz hat es sich im Laufe der Jahre mit allen Nachbarn und einigen Nachbarinnen irgendwie verscherzt. Und jetzt fliegt der feine Herr Kapitän in Extremzeitlupe an den Wohnungsfenstern vorbei, und statt Hilferufen oder Mitleid hört er im Fallen nur Kommentare wie ‚Ist der Aufzug kaputt?’, ‚Ach, Sie ziehen aus?’ oder ‚Wo du schon mal auf dem Weg nach unten bist: Sei ein Schatz und nimm den Müll mit, ja?’ Und wenn kein Wunder passiert, dann hat Lorentz gleich ein finales Date mit dem Bürgersteig...“ (Fischer Taschenbuch) Eintritt frei. 20 Uhr. Reservierung empfohlen unter Telefon: 0178-343 32 56. Gabriel-Max-Straße 4, 10245 Berlin-Friedrichshain.

totsicher Krimibuchhandlung Lesung. Stefanie Baumm – „Der Tod wartet nicht“. „In Schleswig-Holstein häufen sich die Todesfälle. Innerhalb weniger Tage werden zwei Leichen an Land geschwemmt, und in einem Kieler Krankenhaus sterben nicht nur Patienten, sondern auch ihre behandelnden Ärzte. Und während sich die Todesnachrichten bei der Kieler Kripo häufen, scheinen nicht nur Kommissar Stahl und sein Kollege Birger Harms ein Interesse an der Lösung der Fälle zu haben...“ (Droemer) 5 €. 20 Uhr. Telefon: 030-84 85 45 09. Winsstraße 16, 10405 Berlin-Prenzlauer Berg.

Lehmanns Fachbuchhandlung Buchvorstellung. Sascha Kersken – „Praxiswissen Ruby“. „Ruby ist die modernste und am klügsten konzipierte Programmiersprache. Sie ist objektorientiert und wird auch als ‚Multiparadigmen-Sprache’ bezeichnet, weil sie dem Programmierer kein bestimmtes Programmierparadigma aufdrängt. Der Leser wird umfassend und praxisnah in diese moderne Programmiersprache eingeführt. Er wird mit allen Sprachgrundlagen vertraut gemacht, die zur Beherrschung dieser Sprache notwendig sind. Objektorientiertheit, Datenbankanbindung und Web-Anwendung mit Ruby stellen daneben die besonderen Schwerpunkte dieser Einführung dar.“ (O’Reilly) Außerdem stellt Denny Carl sein „Praxiswissen Ruby on Rails“ vor. 2 €. 20.15 Uhr. Telefon: 030-617 91 10. Hardenberg-Haus, Hardenbergstraße 5, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Monarch Lesung. Rudolf Lorenzen – „Alles andere als ein Held“. „Robert Mohwinkel ist kein Held. Im Gegenteil, er versucht, wo immer es geht, sich ganz und gar anzupassen. In der Familie, in der Schule, in seiner Ausbildung zum Schiffsmakler, in der Wehrmacht, stets möchte der junge Träumer, nicht auffallen. Nur im Tanzclub blüht er ein wenig auf. Erst nach dem Krieg, als sich die Zeiten geändert haben, und die Duckmäuser alter Schule nicht mehr gefragt sind, wacht er auf. Doch selbst diesmal macht er es nicht wirklich richtig.“ (Verbrecher Verlag) Es lesen, unter Anwesenheit des Autors, Jörg Sundermeier und Werner Labisch. Zudem lesen sie aus „Die Beutelschneider“. 4 €. 20.30 Uhr. Skalitzer Straße 134, 10999 Berlin-Kreuzberg.

Buchhändlerkeller Lesung. „Zum 30. Todestag von Armin T. Wegner“. Es wird gelesen aus „Fünf Finger über dir. Aufzeichnungen einer Reise durch Rußland, den Kaukasus und Persien 1927/28“. 5 / 3 €. 20.30 Uhr. Telefon: 030-791 88 97. Parterre links, Carmerstraße 1, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Kaffee Burger Lesebühne. „Achim Wendels Rumpelofen feat. Anarchopower“. Zu Gast: Bernd Kramer. 21 Uhr. Telefon: 030-28 04 64 95. Torstraße 58/60, 10119 Berlin-Mitte.

Mittwoch, 21. Mai

Akademie der Konrad-Adenauer-Stiftung Lesung & Gespräch. Tom Segev – „Die ersten Israelis“. „Am 14. Mai 1948 verkündete David Ben-Gurion die Gründung des Staates Israel. Seine Proklamation wurde von Tausenden von Juden stürmisch begrüßt und auf den Straßen Tel Avivs, Jerusalems und Haifas gefeiert. Noch in derselben Nacht aber erklärte eine Allianz aus arabischen Staaten Israel den Krieg. Nach diesen ersten gewalttätigen und turbulenten Monaten und einem militärischen Sieg stand der junge Staat vor gigantischen Herausforderungen: Tausende von Immigranten mussten integriert, neue Siedlungen errichtet, Schulen und Universitäten gegründet, Fabriken und Betriebe aufgebaut werden.“ (Siedler) 18 Uhr. Telefon: 030-26 99 60. Tiergartenstraße 35, 10785 Berlin-Tiergarten.

Lettrétage Lesung & Musik. „Bis zum späten Morgen – Krimilesenacht“. 5 €. 19.30 Uhr. Telefon: 030-692 45 38. Methfesselstraße 23-25, 10965 Berlin-Kreuzberg.

Literaturhaus Lesung & Gespräch. „Henryk Bereska zu ehren“. Joachim Walther stellt den von Ines Geipel edierten Band mit Tagebüchern von Henryk Bereska „Kolberger Hefte“ vor. Brigitta Helbig-Mischewski aus Berlin und Gabriela Matuszek aus Krakau sprechen über das deutsch-polnische Gedenkbuch für Henryk Bereska „Fährmann grenzenlos. Deutsche und Polen im heutigen Europa“. Zudem lesen und sprechen Hans Dieter Zimmermann und Olav Münzberg. Es lesen Schauspieler der deutsch-polnischen Studiobühne Berlin. 5 / 3 €. 20 Uhr. Kartentelefon: 030-887 28 60. Großer Saal, Fasanenstraße 23, Berlin-Charlottenburg.

Literarisches Colloquium Lesung. Matthias Politycki – „In 180 Tagen um die Welt“. „Johann Gottlieb Fichtl, ein kleiner Finanzbeamter und Motivkrawattenträger aus dem Bayerischen Wald, tritt das Abenteuer seines Lebens an: eine Weltreise auf dem besten aller Kreuzfahrtschiffe, in deren Verlauf er’s nicht nur mit bezaubernden Hochstaplern und verzauberten Damen, sondern auch mit lebenden Frühlingsrollen, Mitternachtsigeln und einer ganzen Herde Kielschweine zu tun bekommt.“ (marebuch) Moderation: Maike Albath. 6 / 4 €. 20 Uhr. Telefon: 030-81 69 96 15. Am Sandwerder 5, 14109 Berlin-Wannsee.

Humboldt-Bibliothek Lesung. Karen Duve – „Taxi“. „Eine ziellose Jugend, eine spießige Familie, eine frustrierende Ausbildung – da kommt die Annonce ‚Taxifahrerin gesucht’ schon fast wie die Rettung schlechthin daher. Auch wenn Alex Herwig leider ein Gedächtnis wie ein Sieb hat. Trotzdem büffelt sie Straßennamen und Wegstrecken – und hat das Glück, auf einen extrem gnädigen Prüfer zu treffen. Bald sitzt sie zum ersten Mal im Wagen und schwitzt Blut und Wasser, weil sie die Straße nicht kennt, nach der ihr erster Fahrgast fragt. Und Alex wird – halb wider Willen – von einer Kollegen-Clique aufgesogen, die aus abgebrochenen Studenten, gescheiterten Künstlern, misanthropischen Gar-nicht-Akademikern und frauenfeindlichen Verklemmten besteht – bis sie Marco trifft, einen extrem kleingewachsenen, aber umso bestimmter agierenden jungen Mann...“ (Eichborn) Moderation: Claudia Johanna Bauer. 7 €. 19.30 Uhr. Telefon: 030-437 36 80. Karolinenstraße 19, 13507 Berlin-Tegel.

Urania Buchvorstellung. Jörg Hildebrandt (Hrsg.) – „Regine Hildebrandt. Erinnern tut gut. Ein Familienalbum“. „Dieser private Bildband zeigt eine Frau, die sich immer in den Dienst der Familie ebenso wie der Allgemeinheit stellte. Mit zahlreichen unveröffentlichten Fotos, Briefen und Dokumenten aus dem Familienarchiv, herausgegeben von ihrem Ehemann Jörg Hildebrandt. Regine Hildebrandt (1941-2001), die Unermüdliche, Rastlose, schrieb nie Tagebuch, notierte aber alle Unternehmungen seit ihrer Kindheit in kleinen Kalendern. Und sie fotografierte für ihr Leben gern.“ (Aufbau-Verlag) Der Herausgeber und seine Tochter Elske stellen die Bildbiographie über Regine Hildebrandt vor. 19.30 Uhr. An der Urania 17, 10787 Berlin-Schöneberg.

Kaffee Burger Lesung & Musik. Falko Hennig – „100 % Berlin. Was drin ist, was dran ist, was in ist“. „Berlin – das sind nicht nur Reichstag, Brandenburger Tor und Berliner Weiße mit Schuss. Berlin ist da, wo Prominente im Zoo leben, wo die Müllabfuhr eine Big Band ist und der ‚urbane Penner’ mit Laptop und Latte macchiato den kreativen Ton angibt.“ (Knesebeck Verlag) 5 €. 20.30 Uhr. Telefon: 030-28 04 64 95. Torstraße 60, 10119 Berlin-Mitte.

Donnerstag, 22. Mai

Buchhandlung Buch & Service Lesung. Jens Clausen – „Das Selbst und die Fremde. Über psychische Grenzerfahrungen auf Reisen“. „Auf Reisen zu gehen, ferne Welten aufzusuchen, festgelegte Rollen hinter sich zu lassen und vorzustoßen in Räume voller Erwartung und Verheißung – dies ist der Dreh- und Angelpunkt eines zerbrechlichen Glücks und zugleich gefahrvoller Moment seelischen Scheiterns. Denn nirgends mehr als auf Reisen tritt die Fragilität des Selbst zutage: Entscheidungen, die man getroffen, Beziehungen, die man geknüpft, das Leben, das man geführt hat – all das kann an der Schwelle zur Fremde aus der Balance geraten und leicht kann aus dem genüsslichen Baumeln der Seele ein bedrohliches Taumeln werden.“ (Edition das Narrenschiff im Psychiatrie-Verlag) Moderation: Regina Weimbs, Psychologischer Dienst des Auswärtigen Amts. 3 €. 19 Uhr. Telefon: 030-50 00 72 22. Fritz-Kolbe-Saal, Lichthof, Auswärtiges Amt, Werderscher Markt 1, 10117 Berlin-Mitte.

Hotel Morgenland Lesung. Dagmar von Gersdorff – „Goethes Enkel“. „Die Erwartungen bei ihrer Geburt waren hoch. Doch ihre illustre Herkunft brachte Walther, Wolfgang und Alma, den Kindern von Goethes Sohn August und dessen Frau Ottilie, nicht nur Glück. Dagmar von Gersdorff verfolgt erstmals die Lebenswege der Enkel, durch deren kluge Bestimmung Goethes Haus und seine Sammlungen bis heute erhalten blieben.“ (Insel) 8 € inklusive Imbiss. 19.30 Uhr. Reservierungstelefon: 030-843 88 90. Finckensteinallee 23-27, 12205 Berlin-Steglitz.

Literaturwerkstatt Lesung & Gespräch. „Poetische Stars. Lyrik aus Kairo“. Mit Tamim al-Barghouti, Dichter und Politikwissenschaftler aus Kairo, Girgis Shoukry, Lyriker aus Kairo sowie José F.A. Oliver, Lyriker aus Hausach. Moderation: Georges Khalil, Historiker aus Berlin. 5 / 3 €. 20 Uhr. Telefon: 030-485 24 50. Kulturbrauerei, Knaackstraße 97, 10435 Berlin-Prenzlauer Berg.

Literaturhaus Gespräch Christian Linder – „Der Bahnhof von Finnentrop. Eine Reise ins Carl Schmitt Land“. „Carl Schmitt (1888-1985), Erfinder der Freund-Feind-Theorie und Denker des Ausnahmezustands, ist einer der berühmtesten und umstrittensten Theoretiker des Politischen im 20. Jahrhundert. Eine Vielzahl unveröffentlichter Dokumente und Bilder machen das vorliegende Buch zur bislang umfangreichsten Darstellung von Leben und Werk des ‚Ungeheuers’.“ (Matthes & Seitz) Anschließendes Gespräch über das Werk mit Hanns Zischler und Jürgen Busche. 5 / 3 €. 20 Uhr. Kartentelefon: 030-887 28 60. Großer Saal, Fasanenstraße 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Literaturforum im Brecht-Haus Lesung & Gespräch. Richard David Precht – „Lenin kam nur bis Lüdenscheid. Meine kleine deutsche Revolution“. „Als Kind westdeutscher Linker im provinziellen Solingen lernt Richard David Precht schon früh, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden: zwischen Sozialismus und Kapitalismus. Er wächst mit einem klaren Feindbild, den USA, auf, und natürlich ist Coca Cola ebenso verpönt wie Ketchup, ‚Flipper’ oder ‚Raumschiff Enterprise’ – dafür gibt es das GRIPS-Theater und Lieder von Degenhardt und Süverkrüp...“ (List Taschenbuch) Im Gespräch mit dem Autor Wolfgang Benz. 5 / 3 €. 20 Uhr. Kartentelefon: 030-887 28 60. Telefon: 030-282 20 03. Chausseestraße 125, 10115 Berlin-Mitte.

Lehmanns Fachbuchhandlung Lesung. Peter Stamm – „Wir fliegen“. „Heidi zeichnet das junge Mädchen, das sie nie gewesen ist. Vor Jahren wollte sie Künstlerin werden, in Wien studieren an der Akademie, aber die Reise ging nur bis Innsbruck. Jetzt hat sie Mann und Kind, die sie nie gewollt hat. Erst durch Carmen, die hübsche Lehrtochter aus der Bäckerei, fängt sie wieder an zu träumen. – Bruno arbeitet seit dreißig gleichmäßigen Jahren als Portier in einem Hotel. Er war beim Arzt, ein schlimmes Ergebnis könnte ihn erwarten. Noch weiß er nichts endgültiges, es ist seine letzte Nacht vor dem Resultat. Aber es wird nichts sein, bestimmt nicht. Für einen Moment ist er ganz glücklich.“ (S. Fischer) 6 €. 20.15 Uhr. Telefon: 030-617 91 10. Haus Hardenberg, Hardenbergstraße 5, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Buchhändlerkeller Lesung. Gerhard Seyfried – „Gelber Wind oder Der Aufstand der Boxer“. „Peking 1900: Baron von Ketteler, der deutsche Botschafter, wird auf offener Straße erschossen – der Startschuss zum Aufstand des fremdenfeindlichen Geheimbunds der chinesischen ‚Boxer’. Kirchen gehen in Flammen auf, Missionare, chinesische Christen und ‚fremde Teufel’ werden massakriert. Tausende von Aufständischen wollen das Gesandtschaftsviertel in Peking stürmen, in dem sich die Diplomaten mit ihren Familien, Dienern, Gästen und kleinen Schutzwachen verschanzt haben. Das chinesische Kaiserhaus gibt sich entsetzt, scheint aber im Geheimen mit den Aufständischen zu paktieren - und tut nichts.“ (Eichborn) 3 €. 20.30 Uhr. Telefon: 030-791 88 97. Parterre links, Carmerstraße 1, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Freitag, 23. Mai

Schwartzsche Villa Lesung. „Roald-Dahl-Krimiabend“. Der Schauspieler Rudolf Marnitz liest Geschichten von Roald Dahl. 7 / 5 €. 19 Uhr. Telefon: 030-852 64 58. Großer Salon, Grunewaldstraße 55, 12165 Berlin-Steglitz.

Spinnboden Lesbenarchiv und Bibliothek Buchvorstellung. Franziska Rauchut – „In Bewegung bleiben. 100 Jahre Politik, Kultur und Geschichte von Lesben“. „Lebendige und vielfältige Lesbengeschichte in einem Band – informativ, vielfältig, historisch, bunt, analytisch und streitbar. Das Buch versammelt rund 100 Beiträge zu Bewegung, Alltag und Kultur lesbischer Frauen im 20. Jahrhundert. Aktivistinnen zwischen Jahrgang 1931 und 1981 beschreiben politische Kämpfe, Widerstand und Rückschläge, Spaß und Lust, Kontroversen und Streit.“ (Querverlag) 19.30 Uhr. Telefon: 030-448 58 48. 2. Stock, 3. Aufgang, 2. Hinterhof, Anklamer Straße 38, 10115 Berlin-Mitte.

Schleichers Buchhandlung Lesung. „Dahlemer Poetikgespräche“. Peter-André Alt und Peter Bieri im Gespräch mit Hans-Ulrich Treichel. Moderation: Christian Richter. 10 / 5 €. 19.30 Uhr. Kartentelefon: 030-841 90 20. Museum Dahlem, Lansstraße 8, 14195 Berlin-Dahlem.

Maria am Ostbahnhof Lesung. Wladimir Kaminer – „Mein Leben im Schrebergarten“. „Nach der Lektüre der rechtlichen Vorschriften des Bundeskleingartengesetzes (BKleinG), der Baumschutzverordnung (BsV), des Kreislaufwirtschaftsgesetzes (KwG) sowie des Abfall- und Biotoilettengesetzes (BioAb) wurde mir klar, dass wir innerhalb von nur zwei Monaten gegen so ziemlich alle Paragrafen der in Deutschland bestehenden Gartenordnungen verstoßen hatten. Zu unseren Verbrechen gehörten unter anderem Ruhestörung, verbotenes Anpflanzen von Hecken zwischen den Parzellen und die vorsätzliche Anschaffung nicht zulässiger Pflanzen. Es gab kaum ein Verbot, das wir nicht übertreten hatten, außer vielleicht jenem zur Haltung von Großvieh in Kleingartenanlagen. Allerdings waren wir der Anschaffung einer Kuh nicht grundsätzlich abgeneigt. Aber auch ohne Kuh hatten wir genug Sorgen: Der Vorstand hatte den Besuch einer Prüfungskommission angekündigt.“ (Manhattan) Zudem liest der Autor aus unveröffentlichten Texten. 9,95 €. 20 Uhr. Stralauer Platz 33-34, 10243 Berlin-Friedrichshain.

Literaturwerkstatt Lesung & Foto & Musik. „Stille Post der Künste – Wenn Inspiration über Grenzen geht“. Alles begann mit einer Erzählung von Katja Lange-Müller, die dem Fotografen Sascha Weidner zugeschickt wurde. Er ließ sich davon inspirieren und nahm ein Foto auf. Dieses ging an den Komponisten Klaus Janek, der daraus eine Melodie für die Lyrikerin Ann Cotten schuf. Aus der Poesie transportierte Jonas Maron dann die Botschaft in die Welt der Bilder. Sein Foto wiederum landete auf dem Schreibtisch von Kolja Mensing. Dieser hatte nun das letzte Wort in der „Stillen Post der Künste“. Ob sein Werk noch etwas von der ersten Geschichte in sich trägt? Mit den genannten Künstlern. Moderation: Sonja Vandenrath, Literaturreferentin aus Frankfurt am Main. 20 Uhr. Telefon: 030-485 24 50. Kulturbrauerei, Knaackstraße 97, 10435 Berlin-Prenzlauer Berg.

Literaturhaus Lesung & Gespräch. Erich Hackl – „Als ob ein Engel. Erzählung nach dem Leben“. „Mendoza, eine beschauliche argentinische Provinzstadt am Fuße der Anden. Der 8. April 1977 ist der letzte Tag, den Gisela Tenenbaum, 22, mit Sicherheit noch erlebt hat. Ihr weiteres Schicksal ist ungewiss.“ (Diogenes) Einführung und Gespräch: Klemens Renoldner. 5 / 3 €. 20 Uhr. Kartentelefon: 030-887 28 60. Großer Saal, Fasanenstraße 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Literarisches Colloquium Lesung & Gespräch. „Literaturtouren“. Es lesen und sprechen Judith Hermann, Kristof Magnusson und Elke Schmitter. Moderation: Marion Brasch. 6 / 4 €. 20 Uhr. Telefon: 030-81 69 96 15. Am Sandwerder 5, 14109 Berlin-Wannsee.

Literaturforum im Brecht-Haus Lesung & Gespräch. Peter Stamm – „Wir fliegen“. „Heidi zeichnet das junge Mädchen, das sie nie gewesen ist. Vor Jahren wollte sie Künstlerin werden, in Wien studieren an der Akademie, aber die Reise ging nur bis Innsbruck. Jetzt hat sie Mann und Kind, die sie nie gewollt hat. Erst durch Carmen, die hübsche Lehrtochter aus der Bäckerei, fängt sie wieder an zu träumen. – Bruno arbeitet seit dreißig gleichmäßigen Jahren als Portier in einem Hotel. Er war beim Arzt, ein schlimmes Ergebnis könnte ihn erwarten. Noch weiß er nichts endgültiges, es ist seine letzte Nacht vor dem Resultat. Aber es wird nichts sein, bestimmt nicht. Für einen Moment ist er ganz glücklich.“ (S. Fischer) Moderation: Gerrit Bartels. 5 / 3 €. 20 Uhr. Telefon: 030-282 20 03. Chausseestraße 125, 10115 Berlin-Mitte.

Prinz Eisenherz Buchladen Lesung. Tim Staffel – „Jesús und Muhammed. Eine Liebesgeschichte“. „Muhammed quält sich aus dem Bett; er ist spät dran. Zieht sich seinen blauen, gefütterten Overall an, darüber die Daunenweste und rennt die Treppe sechs Stockwerke hinunter, um seinen Kreislauf in Schwung zu bringen. Der Himmel hängt tief und grau. Muhammed rollt seine orangefarbene Vespa vom Hinterhof auf die Straße, braucht vier Versuche, bis der Motor anspringt. Sein älterer Bruder Tufan hat ihm den Motorroller geschenkt. Damit Muhammed ihn häufiger besucht, obwohl sie höchstens zwanzig Minuten Fußweg voneinander entfernt wohnen. Bis heute hat Tufan nicht akzeptiert, dass Muhammed ausgezogen ist. Seit ihre Eltern in die anatolische Heimat nach Konya zurückgekehrt sind, fühlt Tufan sich als Familienoberhaupt und somit weit mehr verantwortlich für seinen kleinen Bruder als ohnehin schon. Glaubt jeden seiner Schritte überwachen zu müssen. Aber Muhammed, gerade zwanzig geworden, hat ein eigenes Leben, arbeitet beim Ordnungsamt, macht das Abitur nach und träumt davon, Landschaftsarchitekt zu werden. Er braucht keinen zweiten Vater.“ (Transit-Buchverlag) 5 €. 20.30 Uhr. Telefon: 030-313 99 36. Lietzenburger Straße 9a, 10789 Berlin-Schöneberg.

Samstag, 24. Mai

Literaturhaus Literarischer Spaziergang & Film. „Auf den Spuren von Mascha Kaléko“. Jutta Rosenkranz spaziert rund um den Savignyplatz und zur Bleibtreustraße. Anschließend Film: „Zur Heimat erkor ich mir die Liebe“, Filmportrait über Mascha Kaléko von Peter Bermbach und Horst Krüger (ZDF 1985; 45 Minuten). 8 / 5 €. 14 Uhr. Anmeldung erforderlich unter Telefon: 030-887 28 60. Fasanenstraße 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Lettrétage Buchvorstellung. Timo Berger – „Ferne Quartiere“. „Ferne Quartiere“ ist eine Gedichtsammlung mit spannungsgeladener Atmosphäre. Timo Berger ist Flaneur in Rio und Buenos Aires. Hier findet Berger den idealen Schauplatz für seine Gedichte – hier im geordneten Chaos treten die Gesetzmäßigkeiten der Dinge und Menschen viel deutlicher zutage. Hier entblößen sie ihre ursprünglichen Wahrheiten. Schlaglichtartig wird das Aufeinandertreffen von Gegensätzen beleuchtet: schwarz/weiß, arm/reich, tierisch/menschlich. Da gibt es die Poesie der Reichen und die Poesie der Armen. Gewalt ist dabei den Spannungspolen immanent. Einführung: Björn Kuhligk. 5 €. 19.30 Uhr. Telefon: 030-692 45 38. Methfesselstraße 23-25, 10965 Berlin-Kreuzberg.

Sonntag, 25. Mai

eßkultur Lesung & Essen. „Märchenfrühstück“. 1001 Morgen im orientalischen Beduinenzelt. Märchenlesung und Büffet für Erwachsene und Kinder ab 6 Jahren. 15 / 10 €. 11 Uhr. Reservierungstelefon: 030-68 08 93 44. Restaurant, Museen Dahlem, Lansstraße 8, 14195 Berlin-Dahlem.

Literaturhaus Lesung. Sayed Kashua – „Tanzende Araber“. „Kashua erzählt von der schmerzhaften Erfahrung einer gescheiterten Assimilation: Der Held des Romans, ein palästinensischer Israeli, wird in ein jüdisches Internat gesteckt. Als hochbegabter Schüler hat er den begehrten Platz erhalten und sitzt nun als einziger Araber in einer Klasse mit jüdischen Kindern, die alles anders machen als er. Er flüchtet sich hinter eine Vielzahl von Masken und muss doch verzweifeln an dem unauflösbaren Konflikt der Identitätsfindung – weder in der arabischen noch in der jüdischen Welt findet er eine innere Heimat.“ (Berlin Verlag) 5 / 3 €. 11 Uhr. Kartentelefon: 030-887 28 60. Großer Saal, Fasanenstraße 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Literaturfest am Kollwitzplatz Lesung. Falko Hennig – „100 % Berlin. Was drin ist, was dran ist, was in ist“. „Berlin - das sind nicht nur Reichstag, Brandenburger Tor und Berliner Weiße mit Schuss. Berlin ist da, wo Prominente im Zoo leben, wo die Müllabfuhr eine Big Band ist und der ‚urbane Penner’ mit Laptop und Latte macchiato den kreativen Ton angibt.“ (Knesebeck Verlag) Eintritt frei. 15 Uhr. Telefon: 030-442 13 01. Bühne, Kollwitzplatz, 10435 Berlin-Prenzlauer Berg.

Literaturfest am Kollwitzplatz Lesung. Sieglinde Geisel – „Irrfahrer und Weltenbummler“. „Goethe reiste noch kaum anders als die alten Griechen und Römer. Mit der Erfindung der Eisenbahn aber begann die Welt zu schrumpfen. Seitdem prägen Bewegung und Fortbewegung, Abfahrt und Ankunft, Reisen durch Raum und Zeit das Gesicht der Moderne. Wer im Hier und Jetzt verharrt, verpasst Chancen, verliert den Anschluss, verhindert sich selbst und den Fortschritt. Doch längst zeigen sich auch die Widersprüche des Reisens: Wer schnell vorankommen will, muss stillsitzen. Je mehr Menschen vorankommen wollen, desto größer wird der Stau, und die Hoffnung auf gesteigerte Bewegung erweist sich nicht selten als trügerisch: Unsere Verkehrsmittel sind schneller geworden, aber die Fahrt zum Arbeitsplatz dauert immer noch so lange wie vor hundert Jahren der Fußmarsch zur Fabrik. Tritt die mobile Gesellschaft also trotz der Beschleunigung auf der Stelle? Neigt die Mobilität gar dazu, sich selber aufzuheben?“ (wjs) Eintritt frei. 15.30 Uhr. Telefon: 030-442 13 01. Bühne, Kollwitzplatz, 10435 Berlin-Prenzlauer Berg.

Literaturfest am Kollwitzplatz Lesung. „Kurzgeschichten von Silvio Hounder“. Eintritt frei. 16.15 Uhr. Telefon: 030-442 13 01. Bühne, Kollwitzplatz, 10435 Berlin-Prenzlauer Berg.

Literaturfest am Kollwitzplatz Lesung. Tim Staffel – „Jesús und Muhammed. Eine Liebesgeschichte“. „Muhammed quält sich aus dem Bett; er ist spät dran. Zieht sich seinen blauen, gefütterten Overall an, darüber die Daunenweste und rennt die Treppe sechs Stockwerke hinunter, um seinen Kreislauf in Schwung zu bringen. Der Himmel hängt tief und grau. Muhammed rollt seine orangefarbene Vespa vom Hinterhof auf die Straße, braucht vier Versuche, bis der Motor anspringt. Sein älterer Bruder Tufan hat ihm den Motorroller geschenkt. Damit Muhammed ihn häufiger besucht, obwohl sie höchstens zwanzig Minuten Fußweg voneinander entfernt wohnen. Bis heute hat Tufan nicht akzeptiert, dass Muhammed ausgezogen ist. Seit ihre Eltern in die anatolische Heimat nach Konya zurückgekehrt sind, fühlt Tufan sich als Familienoberhaupt und somit weit mehr verantwortlich für seinen kleinen Bruder als ohnehin schon. Glaubt jeden seiner Schritte überwachen zu müssen. Aber Muhammed, gerade zwanzig geworden, hat ein eigenes Leben, arbeitet beim Ordnungsamt, macht das Abitur nach und träumt davon, Landschaftsarchitekt zu werden. Er braucht keinen zweiten Vater.“ (Transit-Buchverlag) Eintritt frei. 16.45 Uhr. Telefon: 030-442 13 01. Bühne, Kollwitzplatz, 10435 Berlin-Prenzlauer Berg.

Hotel Savoy Lesung. Günter Krenn – „Romy Schneider. Die Biographie“. „‚Ich muss immer bis zum Äußersten gehen, selbst wenn es nicht gut ist.’ Romy Schneider (1938-1982). Ihre Tragik war ein Dasein zwischen höchstem Ruhm und existentiellem Scheitern. Anders als andere Biographen zeichnet der renommierte Filmexperte Günter Krenn Romy Schneiders Leben nicht allein anhand ihrer Skandale nach, sondern nimmt ihre mehr als 60 Filme in den Blick.“ (Aufbau-Verlag) 17 Uhr. Telefon: 030-31 10 37 14. Fasanenstraße 9-10, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Café Steiner Lesung. Wiebke Eden – „Die Zeit der roten Früchte“. „Friedlich beginnt dieser Debütroman von Wiebke Eden. Eine ländliche Idylle in der Nähe von Stettin im Sommer 1939. Greta, die Protagonistin, ist jung, zwanzig Jahre alt, lebens- und liebeshungrig. Im Garten neben dem Einfamilienhaus in der Buchholzer Flur, wo sie mit ihren Eltern und den beiden Schwestern lebt, wachsen Erdbeeren und Himbeeren, hängen Kirschen an den Bäumen. Es ist Die Zeit der roten Früchte.“ (Arche Verlag) 4 €. 18 Uhr. Telefon: 030-211 99 29. Motzstraße 30, 10777 Berlin-Schöneberg.

Kaffee Burger Lesebühne. „Reformbühne Heim & Welt“. Mit Jürgen Witte, Falko Hennig, Jakob Hein und Ahne. Zu Gast: Spider und S-Bahndati. 5 €. 20 Uhr. Telefon: 030-28 04 64 95. Torstraße 58/60, 10119 Berlin-Mitte.

Montag, 26. Mai

Jüdisches Museum Lesung. Sylke Tempel – „Israel. Reise durch ein altes neues Land“. „Klagemauer und Sicherheitswall, Neuankömmlinge aus aller Welt und Pioniere der ersten Stunde – nirgendwo liegen die Extreme so eng beisammen wie in Israel, das seit seiner Gründung im Mai 1948 in einen Konflikt mit seinen arabischen Nachbarn verstrickt ist. Sylke Tempel hat dieses Land bereist. Auf den Spuren des Exodus durchquert sie die Halbinsel Sinai, sie trifft Algenzüchter mitten in der Wüste, eislaufende Russen, israelische Araber, Soldaten und Überlebende des Holocaust. Sie besucht das altehrwürdige Jerusalem, jüdische Siedler in Hebron und die Hightech-Metropole Tel Aviv. Ihre ebenso farbige wie kenntnisreiche Reisereportage ist zugleich die politische Biographie eines Staates, der sich immer wieder neu erfindet.“ (rowohlt Berlin) Eintritt frei. 19 Uhr. Telefon: 030-25 99 33 00. Auditorium, Erdgeschoss, Altbau, Lindenstraße 9-14, 10969 Berlin-Kreuzberg.

Schwartzsche Villa Lesebühne. „Autorenforum: Lesen – Zuhören – Diskutieren“. Vorlesen unveröffentlichter Texte. Eintritt frei. 19.30 Uhr. Informationstelefon: 030-693 73 51. Kleiner Salon, Grunewaldstraße 55, 12165 Berlin-Steglitz.

Literaturwoche 2008 Lesung. Jenny Erpenbeck – „Heimsuchung“. „Ein Haus an einem märkischen See ist das Zentrum, fünfzehn Lebensläufe, Geschichten, Schicksale von den Zwanzigerjahren bis heute ranken sich darum. Das Haus und seine Bewohner erleben die Weimarer Republik, das Dritte Reich, den Krieg und dessen Ende, die DDR, die Wende und die Zeit der Nachwende.“ (Eichborn Berlin) 20 Uhr. Telefon: 030-421 20 41. Bibliothek Heinrich Böll, Greifswalder Straße 87, 10409 Berlin-Prenzlauer Berg.

Literarisches Colloquium Lesung & Gespräch im Rahmen des „Studio LCB“. Sherko Fatah – „Das dunkle Schiff“. „Das Buch erzählt die Geschichte des jungen Kerim, von Beruf Koch, der sich aus dem irakischen Grenzland auf die beschwerliche und gefährliche Reise nach Europa macht. Von früh an der Idee verfallen, sich zu verwandeln, hat er noch andere Gründe für seine Flucht, war er doch unter die Gotteskrieger geraten und mit ihnen durch das Land gezogen, bevor er sich von ihrem Weg der Gewalt lossagte. Kerim, bemüht, in Deutschland ein neues Leben zu beginnen, kann, obwohl er in dem fremden Land auch Zuwendung und sogar seine erste Liebe findet, die Vergangenheit nicht abschütteln, vielmehr scheint diese sich fortwährend auf ihn zuzubewegen.“ (Jung und Jung) Gesprächspartner: Meike Fessmann und Wolfgang Schneider. Moderation: Hubert Winkels. 6 / 4 €. 20 Uhr. Telefon: 030-81 69 96 15. Am Sandwerder 5, 14109 Berlin-Wannsee.

Literaturwoche 2008 Lesung. Ricarda Junge – „Eine schöne Geschichte“. „‚Welche Rolle spielt schon ein Name?’ denkt Marie, als sie am Bahnhof einer großen Stadt mit einer Studentin verwechselt und in ein Studentenwohnheim einquartiert wird. Dort teilt sie ein Zimmer mit Colina, die kurz darauf spurlos verschwindet. Von diesem Moment an verändert sich alles. Die Stadt verschiebt sich, Cafés verschwinden, Straßen gibt es nicht mehr, Häuser tauchen an anderer Stelle wieder auf. Manchmal kommt es Marie vor, als würden sich die Dinge vor ihr verbergen, und überall kleben plötzlich Zettel: Menschen werden vermisst, Hunde und Katzen gesucht, Wohnungen, Schlüssel, Geldbörsen, Jobs. Was ist das für ein Leben, in dem einem ständig etwas abhanden kommt? Und wie findet man sich zurecht, wenn jeder Plan sofort durchkreuzt wird?“ (S. Fischer) 20 Uhr. Telefon: 030-442 13 01. Georg Büchner Buchladen, Wörther Straße 16, 10405 Berlin-Prenzlauer Berg.

Dienstag, 27. Mai

Café Rix Lesung. Lutz Seiler – „Turksib“. 20 Uhr. Telefon: 030-686 90 20. Karl-Marx-Straße 141, 12043 Berlin-Neukölln.

Literarisches Colloquium Buchvorstellung & Musik. Monique Schwitter – „Ohren haben keine Lider“. „‚In den Tag hinein Leben’, vorhandene Muster meiden, frei sein! Das ist der feste Vorsatz des jungen Paares als es in das Mietshaus zieht. Die übrigen Hausbewohner sind in ihrer eigenen Welt verstrickt und scheinen auf geheimnisvolle Weise ineinander verwoben. Da gibt es die kinderlose Kinderärztin Conny mit ihrer Fernbeziehung, den undurchschaubaren Cellisten Jeff, die alternde, leidenschaftliche Lehrerin Frau Baumgartner und eben Agnes. Zwischen Agnes und der jungen Frau entwickelt sich ein intensives Verhältnis, ein Verhältnis der Anziehung und Abstoßung. Doch plötzlich passiert es: In der Silvesternacht kommt Agnes ums Leben und nichts ist mehr wie es war.“ (Residenz Verlag) Mit Musikbegleitung. 6 / 4 €. 20 Uhr. Telefon: 030-81 69 96 15. Am Sandwerder 5, 14109 Berlin-Wannsee.

Büchergilde Buchhandlung am Wittenbergplatz Buchvorstellung. Sebastian Haffner – „Germany: Jekyll & Hyde. 1939 – Deutschland von innen betrachtet. Erste ungekürzte deutsche Fassung“. Vorgestellt vom Herausgeber Uwe Soukup. Eintritt frei. 20 Uhr. Telefon: 030-218 17 50. Kleiststraße 19-21, 10787 Berlin-Schöneberg.

Literaturwerkstatt Diskussion. „Die 68er und die Literatur“. Es diskutieren Ulrike Draesner, Autorin aus Berlin, Norbert Miller, Literaturwissenschaftler ebenfalls aus Berlin sowie Klaus Siblewski, Lektor aus München. Moderation: Ijoma Mangold, Literaturkritiker aus Berlin. 5 / 3 €. 20 Uhr. Telefon: 030-485 24 50. Kulturbrauerei, Knaackstraße 97, 10435 Berlin-Prenzlauer Berg.

Literaturforum im Brecht-Haus Buchvorstellung. Christiane Zehl Romero und Almut Giesecke (Hrsg.) – „Anna Seghers Briefe 1924-1952 (Werkausgabe V/1)“. „Anna Seghers schrieb ihre Briefe spontan, ganz auf den Moment und den Empfänger eingestellt. So unterschiedlich die Adressaten und Anliegen auch sind, so unverkennbar und eigentümlich ist die Stimme der Schreiberin. Nur durch diese Briefe aus Paris, Pamiers, Mexiko-Stadt und dem Nachkriegs-Berlin wissen wir heute von ihrem persönlichen Befinden, ihren Existenzsorgen im Exil, den Differenzen unter den Emigranten, der Sorge um die Familie und das Werk. Die erschütternden Briefe aus Südfrankreich, wo Anna Seghers um Visa und Geld zur Flucht aus Europa kämpfte, sind das authentische Gegenstück zu dem berühmten Roman ‚Transit’.“ (Aufbau-Verlag) Aus den Briefen liest Carmen-Maja Antoni. Moderation: Sonja Hilzinger. 5 / 3 €. 20 Uhr. Telefon: 030-282 20 03. Chausseestraße 125, 10115 Berlin-Mitte.

Galerie am Festungsgraben Lesung. Klaas Huizing – „In Schrebers Garten“. „Moritz Schreber, Erfinder der Zimmergymnastik und des Schrebergartens, regiert seine Familie mit eiserner Hand. Die Kinder werden zwangsweise körperlich ertüchtigt und mechanisch geradegehalten. Der sensible Paul versucht während der ganzen Kindheit, sich dem Diktat des Vaters zu entziehen. Mit einer gewissen Genugtuung beobachtet der zweitgeborene Sohn dessen Sterben. Er verweigert das ärztliche Erbe, überlebt den einst übermächtigen Bruder, wird erfolgreicher Jurist und heiratet eine Frau, die von seiner Mutter abgelehnt wird. Und dann gibt es noch die Innenwelt von Paul Schreber, bevölkert von Alben der Vergangenheit, von Angst und sexuellen Obsessionen. Als der Spagat zwischen außen und innen nicht mehr gelingt, wird Paul verrückt.“ (Knaus) 20 Uhr. Telefon: 030-25 29 97 70. Am Festungsgraben 1, 10117 Berlin-Mitte.

Lehmanns Fachbuchhandlung Buchvorstellung. Thomas Meyer – „Die Berliner Bauordnung von 2006. Fragen und Probleme nach zwei Jahre Praxis“. 2 €. 20.15 Uhr. Telefon: 030-617 91 10. Hardenberg-Haus, Hardenbergstraße 5, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Kaffee Burger Lesebühne. „Radio Hochsee – Volksmusik in der Großstadt“. Mit Doc Schoko und Falko Hennig. Gast-Expertinnen: Polina Proutskova, Deniza Popova und Diana Labinska. 20.30 Uhr. Telefon: 030-28 04 64 95. Torstraße 58/60, 10119 Berlin-Mitte.

Monarch Buchvorstellung. Giwi Margwelaschwili – „Zuschauerräume“. „Normalerweise sitzen wir im Theater und erfreuen uns aus sicherer Distanz an dem blutigen Spektakel, an der für uns inszenierten Geschichte. Doch was passiert, wenn den Protagonisten auf der Bühne bewusst wird, dass sie nur zur Unterhaltung der Zuschauer agieren und leiden? Die Helden dieses Stücks versuchen, gegen die Realität des Theaters aufzustehen und ihre inszenierte Geschichte mit allen Mitteln zu bekämpfen, denn sie ist als Geschichte der Gewalt – leider, wie die Helden zugeben müssen – nur mit Gewalt zu beseitigen. Aber Vorsicht! Es lauern verräterische Gegenspieler, die auf der Seite der Zuschauer stehen, und auch die Komödie der Liebe will nicht untergehen.“ (Verbrecher Verlag) 4 €. 20.30 Uhr. Skalitzer Straße 134, 10999 Berlin-Kreuzberg.

Buchhändlerkeller Lesung & Musik. „Der Fall Wagner“. Paul Sonderegger liest Friedrich Nietzsche. Musik: Scott Curry spielt am Klavier Wagner und Nietzsche. 10 / 8 €. 20.30 Uhr. Telefon: 030-791 88 97. Parterre links, Carmerstraße 1, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Mittwoch, 28. Mai

Heinrich-Böll-Stiftung Diskussion. „Berlin – Warszawa: De-kon-struktion“. Es diskutieren Stefanie Peter, Kulturwissenschaftlerin, Autorin und Herausgeberin des „Alphabets der polnischen Wunder“; Piotr Peter Lachmann, Schriftsteller und Regisseur; Piotr Buras, Politologe und Publizist, Stiftung Wissenschaft und Politik, Berlin; Hans Henning Hahn, Historiker, Carl-von-Ossietzky Universität, Oldenburg; Hubert Orlowski, Literaturwissenschaftler, Instytut Zachodni (West-Institut) und Wyzsza Szkola Jezyków Obcych, Poznan. 17 Uhr. Anmeldung erforderlich unter E-Mail: info@panberlin.de. Galerie, Hackesche Höfe, Rosenthaler Straße 40/41, 10178 Berlin-Mitte.

Lettrétage Lesung & Gespräch im Rahmen der Lateinamerika-Reihe. Pedro Lemebel – „Träume aus Plüsch“. „Töpfeschlagende Proteste und Tränengas begleiten wie jedes Jahr den September in Santiago de Chile zu Zeiten der Diktatur. Die ‚Tunte von der Front’, den schwulen Paradiesvogel, interessiert das wenig, solange aus dem Radio süße Boleros erklingen und Carlos, der liebenswürdige Student mit dem glänzenden Lilienmund, der ständig schwere Kisten in ihrem Haus ablädt, ihre Träume anheizt. Aber unweigerlich wird sie hineingezogen in die Pläne einer politischen Bewegung, die das Land vom Tyrannen befreien will. Zwischen Liebesgeflüster und schwülstigen Schlagertexten ertönt die Stimme der First Lady, plappernd besorgt um ihren Teint, während der Diktator neben ihr von Alpträumen geplagt wird.“ (Suhrkamp) Es liest der Schauspieler Denis Abrahams. Über den Roman spricht der Übersetzer Matthias Strobel. 5 €. 19.30 Uhr. Telefon: 030-692 45 38. Methfesselstraße 23-25, 10965 Berlin-Kreuzberg.

Maria am Ostbahnhof Lesung. Wladimir Kaminer – „Mein Leben im Schrebergarten“. „Nach der Lektüre der rechtlichen Vorschriften des Bundeskleingartengesetzes (BKleinG), der Baumschutzverordnung (BsV), des Kreislaufwirtschaftsgesetzes (KwG) sowie des Abfall- und Biotoilettengesetzes (BioAb) wurde mir klar, dass wir innerhalb von nur zwei Monaten gegen so ziemlich alle Paragrafen der in Deutschland bestehenden Gartenordnungen verstoßen hatten. Zu unseren Verbrechen gehörten unter anderem Ruhestörung, verbotenes Anpflanzen von Hecken zwischen den Parzellen und die vorsätzliche Anschaffung nicht zulässiger Pflanzen. Es gab kaum ein Verbot, das wir nicht übertreten hatten, außer vielleicht jenem zur Haltung von Großvieh in Kleingartenanlagen. Allerdings waren wir der Anschaffung einer Kuh nicht grundsätzlich abgeneigt. Aber auch ohne Kuh hatten wir genug Sorgen: Der Vorstand hatte den Besuch einer Prüfungskommission angekündigt.“ (Manhattan) Zudem liest der Autor aus unveröffentlichten Texten. 9,95 €. 20 Uhr. Stralauer Platz 33-34, 10243 Berlin-Friedrichshain.

Akademie der Künste Buchvorstellung & Gespräch. Kerstin Hensel – „Lärchenau“. „Günter Rochus Konarske ist ein angesehener und vollkommen skrupelloser Arzt. Er führt an Menschen Experimente durch, strebt allen Ernstes den Nobelpreis an, und seine Ehefrau kann neben diesem aufgeblähten männlichen Ego nur noch in der Welt der Oper Zuflucht nehmen. Zwei Lebensläufe, in denen der Aberwitz der letzten 60 Jahre deutscher Geschichte in einer Direktheit auflebt, als würde man diese Zeit noch einmal durchleben können.“ (Luchterhand) Einführung und Gespräch: Frauke Meyer-Gosau. 5 / 4 €. 20 Uhr. Telefon: 030-20 05 70. Plenarsaal, Pariser Platz 4, 10117 Berlin-Mitte.

Literaturforum im Brecht-Haus Lesung & Gespräch. Götz Aly – „Unser Kampf. 1968 – ein irritierter Blick zurück“. „Die Achtundsechziger bekämpften den Staat und das Kapital, genannt „das herrschende System“. Die Rebellen- und Gendarm-Spiele von 1968 tobten in den Puddingbergen des Wirtschaftswunderlandes. Die Angegriffenen reagierten konfus, aber weit vernünftiger, als die Legende behauptet. Anders als die gängige Veteranen-Literatur zum Thema 68 untersucht Götz Aly, wie die Gegenseite damals dachte.“ (S. Fischer) Im Gespräch mit dem Autor Andreas Fanizadeh und KD Wolff, Stroemfeld Verlag und Bundesvorsitzender des SDS 1967/68. 5 / 3 €. 20 Uhr. Telefon: 030-282 20 03. Chausseestraße 125, 10115 Berlin-Mitte.

Kaffee Burger Lesung im Rahmen des Exberliner Wednesdays. Lewis Crofts – „The Pornographer of Vienna“. „An exquisitely written portrait of the life, art and times of Egon Schiele, the masterful younger contemporary of Gustav Klimt. Biographical fiction at its most imaginative best. Based on and inspired by the the short and intense life of the famous Austrian painter, Egon Schiele, this is a brilliantly imagined novel which will enlighten and delight anyone interested in his mesmerizing art. Schiele is portrayed here as a young hedonist with a burning talent, reflected in the raw, provocative sexuality of his paintings and drawings.“ (Old Street Publishing) 21 Uhr. Telefon: 030-28 04 64 95. Torstraße 58/60, 10119 Berlin-Mitte.

Donnerstag, 29. Mai

Schleichers Buchhandlung Lesung. Frido Mann – „Achterbahn. Ein Lebensweg“. „Er war der Lieblingsenkel von Thomas Mann, wie dessen Tagebuch in vielen begeisterten Einträgen bezeugt: Fridolin Mann, geboren 1940 im kalifornischen Exil als erstes Kind von Michael und Gret Mann. Jetzt erzählt Frido Mann zum ersten Mal in autobiographischer Form sein Leben: das Aufwachsen in einer ungewöhnlichen, zwischen den Kontinenten zerrissenen Familie, die frühen Begegnungen mit seinen berühmten Onkeln und Tanten, die innige Beziehung zu den Großeltern. Offen und unverblümt schreibt Frido Mann über sein schwieriges Verhältnis zum eigenen Vater, der sich mehr um seine Musikerkarriere kümmerte als um seine Söhne. Und Frido Mann schildert, welche Wege und Irrwege er gehen musste, um eine ihn erfüllende berufliche Aufgabe zu finden.“ (rowohlt) 10 / 5 €. 19.30 Uhr. Telefon: 030-841 90 20. Museen Dahlem, Lansstraße 8, 14195 Berlin-Dahlem.

Literaturhaus Buchvorstellung. Jan Philipp Reemtsma – „Vertrauen und Gewalt. Versuch über eine besondere Konstellation der Moderne“. „Jan Philipp Reemtsma untersucht in seinem Buch die Phänomene der Gewalt in ihrem unterschiedlichen Körperbezug und in ihrem Verhältnis zur Ausübung von Macht, es fragt, aus welchem Grund bestimmte Gewaltformen in der Moderne tabuisiert worden sind, obwohl sie nach wie vor fortbestehen, und in welcher Weise dieses Fortbestehen besondere Wahrnehmungs- und Analyseschwierigkeiten produziert.“ (Hamburger Edition) Anschließend der Autor im Gespräch mit dem Literaturkritiker Lothar Müller. 5 / 3 €. 20 Uhr. Kartentelefon: 030-887 28 60. Großer Saal, Fasanenstraße 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Literaturwerkstatt Gespräch. „Übersetzer packen aus – Lippenbekenntnisse: Requisiten der wörtlichen Rede“. Mit den Übersetzern und Autoren Susanna Mende und Kristof Magnusson. 5 / 3 €. 20 Uhr. Telefon: 030-485 24 50. Kulturbrauerei, Knaackstraße 97, 10435 Berlin-Prenzlauer Berg.

Literaturforum im Brecht-Haus Lesung. Adolf Muschg – „Wenn es ein Glück ist. Liebesgeschichten aus vier Jahrzehnten“. „Liebesgeschichten sind ein Genre, dem Adolf Muschg sich über vierzig Jahre stets aufs neue gestellt hat. Dem Raum und der Zeit nach kennen sie keine Grenzen. Sie spielen im neuseeländischen Hügelland ebenso wie auf einer Latifundie in Argentinien. Sie ereignen sich vor dem Hintergrund eines Schweizer Bergdorfs und in den anonymeren Gefilden einer zeitgenössischen Großstadt. Es sind Geschichten mit dem denkbar breitesten Spektrum. Es geht um die Liebe zwischen Mann und Frau, um Freundes-, Kindesliebe und Inzest, und immer wieder: um die Liebe in ihrer vertracktesten oder gar deformierten Gestalt, um Schuld, Ohnmacht, Scheitern, Revolte, Gewalt. Gefasst im expressiven Ton des leidenschaftlich Beteiligten oder niedergeschrieben mit der Sachlichkeit eines Protokollanten.“ (Suhrkamp) 5 / 3 €. 20 Uhr. Telefon: 030-282 20 03. Chausseestraße 125, 10115 Berlin-Mitte.

Buchhändlerkeller Lesung. Dirk Kurbjuweit – „Nicht die ganze Wahrheit“. „Der Privatdetektiv Arthur Koenen erhält einen schier unmöglichen Auftrag: Er soll herausfinden, ob der Vorsitzende einer großen Partei eine Affäre hat. Koenen hat Erfolg - und erfährt die Geschichte einer jungen Frau, die leidenschaftlich für ihre Überzeugungen und um eine hoffnungslose Liebe kämpft“. (Nagel & Kimche) 3 €. 20.30 Uhr. Telefon: 030-791 88 97. Parterre links, Carmerstraße 1, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Wochen der Sprache und des Lesens in Neukölln Lesung. Sarah Schmidt – „Bad Dates“. „‚Ey, ich heiß nicht mehr Elvis, ich heiß jetzt Pogo , sagte er.’ Der Punk, der eben noch Rocker war, ist blamiert. Alle treten sie hier auf: der Jesus-Freak, die für Männer unsichtbare Frau, der Motorradfahrer aus der Vorstadt, die notorische Schorf-Abkratzerin, die Frau, die immer für eine Faschistin gehalten wird oder die blöde Thekenbekanntschaft. In den hier versammelten Storys geht es um die zweite große Liebe, schlechten Sex, um das merkwürdige Verhältnis zu Vögeln und draußen ‚ist Neukölln’.“ (Verbrecher Verlag) Eintritt frei. 21 Uhr. Festivaltelefon: 030-663 84 99. Froschkönig, Weisestraße 7, 12049 Berlin-Neukölln.

Freitag, 30. Mai

Afrika Haus Lesung. Ellen Alpsten – „Die Quellen der Sehnsucht“. „Die junge, temperamentvolle Florence von Sass wird auf einem Sklavenmarkt des Osmanischen Reichs versteigert. Überraschend ersteht der wohlhabende britische Gentleman Sam White Baker sie. Florence wird seine Geliebte und seine Gefährtin. Gemeinsam machen sie sich auf nach Afrika, ins Herz der Dunkelheit, um eines der letzten großen Rätsel dieser Welt zu lösen: In einem gefährlichen Wettlauf mit der Zeit suchen sie nach den sagenumwobenen Quellen des Nils.“ (Heyne) 19 Uhr. Telefon: 030-392 20 10. Bochumer Straße 25, 10555 Berlin-Tiergarten.

Jüdisches Museum Lesung. Michael Chabon – „Die Vereinigung jiddischer Polizisten“. „Detektiv Meyer Landsman, abgetakelter Polizist in Sitka, der Hauptstadt der Juden, ermittelt in einem Mordfall. In dem schäbigen Hotel, in dem er wohnt, wurde sein Zimmernachbar erschossen, und gemeinsam mit seinem Partner Berko beginnt er die Untersuchungen, die ihn zu den Gründungsvätern der Stadt, Schachmeistern und in religiöse Randbezirke führen.“ (Kiepenheuer & Witsch) Auf Englisch und Deutsch. 5 / 2,50 €. 19 Uhr. Telefon: 030-882 42 50. Konzertsaal, 2. Obergeschoss, Altbau, Lindenstraße 9-14, 10969 Berlin-Kreuzberg.

Lichterfelder Buchhandlung Lesung. Herta Müller – „Herztier“. „Lola kam aus dem Süden Rumäniens, wollte dem Elend mit Hilfe eines erfolgreichen Mannes entfliehen und hing eines Tages am Strick. Die Freunde glauben nicht an einen Selbstmord, versuchen die Wahrheit herauszufinden und zerbrechen daran. Herta Müllers berühmtester Roman erzählt von den Bestechungs- und Anpassungsversuchen, den Gesten des Widerstands und den Verstößen gegen die Norm. Er schildert eine Gesellschaft, die durch Unterdrückung und materielles Elend an ihr Ende kommt.“ (Hanser) Außerdem liest die Autorin aus „Der König verneigt sich und tötet“ und aus „Die blassen Herren mit den Mokkatassen“. 8 / 5 €. 19.30 Uhr. Telefon: 030-831 50 01. Oberhofer Weg 15, 12209 Berlin-Steglitz.

Kino Babylon Lesung. Ralf Husmann – „Nicht mein Tag“. „Das Leben ist wie Lotto, man verliert fast immer... Till Reiners ist einer, der so ist wie alle, und bislang hat er das für etwas Positives gehalten. Da wo Till ist, ist es nicht trendy. Schon sein Name ist nicht hip, und dann wohnt er auch noch am Rande des Ruhrgebiets und trägt einen Seitenscheitel. Er hat eine Frau und ein Kind und ein Leben wie eine Tatort-Folge: ziemlich deutsch, mäßig spannend, mit wenig Sex, und man ahnt nach der Hälfte, wie es ausgehen wird. Bis Nappo auftaucht, ein Kerl mit einer Tätowierung, einer Sporttasche und einer echten Waffe. Plötzlich ist alles anders: Ein Kaninchen stirbt, ein Mann wird zusammengeschlagen, ein unflotter Dreier findet statt und Bruce Springsteen spielt dazu. Außerdem fehlen der Dresdner Bank 30.000 Euro. Und Till Reiners ist auch nicht mehr, was er mal war…“ (Scherz Verlag) Neben dem Autor liest der Schauspieler, Moderator und Komiker Christian Ulmen. 10 / 8 €. 20 Uhr. Kartentelefon: 030-242 59 69. Rosa-Luxemburg-Straße 30, 10178 Berlin-Mitte.

Galerie 1er Étage Lesung. Norbert Kron – „Der Begleiter“. „Niels Felitsch, neununddreißig, Kulturjournalist, liebt die Frauen. Als er seine Stelle bei einer großen Zeitung verliert und seine Auftragslage immer schlechter wird, beginnt er für eine Begleitagentur zu arbeiten. Sein Profil: charmant, gebildet, attraktiv und einfühlsam. Es ist auch die Neugier, die ihn treibt: Was sind das für Frauen, die sich einen Mann für die Oper, für Empfänge oder für ihren Urlaub mieten? Und: Wie weit kann und will er mit seinen Dienstleistungen gehen?“ (dtv) 20 Uhr. Telefon: 030-31 80 00 20. Savignyplatz 1, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Samstag, 31. Mai

Dussmann Das KulturKaufhaus Lesung. Winfried Glatzeder – „Paul und ich“. „Seit ‚Paul und Paula’ gehörte Winfried Glatzeder zu den beliebtesten Schauspielstars der DDR – mit seinem markanten Gesicht avancierte er zum ‚Belmondo des Ostens’. Nun erzählt er amüsant und authentisch sein Leben auf Leinwand und Bühne zwischen Berlin, Hamburg, Düsseldorf. Mit bissigem Witz und ironischem Charme berichtet Glatzeder von seiner Nachkriegskindheit im Ostsektor Berlins und den Anfängen seiner Schauspielkarriere, als er unter anderem mit Armin Mueller-Stahl 1966 ‚Ein Lord am Alexanderplatz’ dreht. Nach ‚Zeit der Störche’ und ‚Der Mann, der nach der Oma kam’ gelingt Glatzeder 1973 an der Seite von Angelica Domröse im DEFA-Kultfilm ‚Die Legende von Paul und Paula’ der Durchbruch. Doch seine Arbeit gerät immer wieder in das Blickfeld der Stasi. 1982 zieht Glatzeder mit seiner Familie nach West-Berlin.“ (Aufbau-Verlag) 16 Uhr. Telefon: 030-20 25 11 11. Friedrichstraße 90, 10117 Berlin-Mitte.

Schaubühne am Lehniner Platz Lesung im Rahmen des „nachtcafés“. Simon Froehling – „Feindmaterie“. „Eine vorgetäuschte Heirat wird geplant, um es Imad zu ermöglichen, der Diskriminierung in seinem Heimatland zu entgehen. Sein Liebhaber, seine Alibi-Ehefrau und sein Anwalt besprechen in Imads Abwesenheit die Details. Um möglichst genau lügen zu können, versuchen sie, die Geschichten, die sie mit ihm verbinden, abzugleichen – und verstricken sich dabei doch immer aufs Neue in Widersprüche. Imad wird zum weißen Fleck, zum unbeschriebenen Blatt, zum Fremden, der den selbstverständlich liberalen, studentischen und zwanglosen Lebensweisen seiner Freunde in vielerlei Hinsicht diametral entgegensteht und der sich der eindeutigen Definition entzieht.“ (Verlag Autoren Agentur) 2,50 €. 22.30 Uhr. Kartentelefon: 030-89 00 23. Kurfürstendamm 153, 10709 Berlin-Charlottenburg.(ang/wip)

Zu den Terminen für Berlin Juni 2008:

Veranstaltungskalender für Deutschland:

Veranstaltungskalender für Österreich:

Veranstaltungskalender für die Schweiz:

Berliner Veranstaltungsorte:


Bookmark and Share

BLK mit Google durchsuchen: