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Literaturkalender für Berlin / Oktober 2010

Vom Buchhändlerkeller bis zur Urania - viele schöne Leseveranstaltungen und Buchpräsentationen

© Die Berliner Literaturkritik, 29.10.10


Freitag, 1. Oktober

Urania Lesung. Peter Ensikat – „Ihr könnt ja nichts dafür!“ Ein Ossi erklärt, wie's drüben war: Immer wieder ließ sich Peter Ensikat von Verwandten und Bekannten „aus dem Westen“ geduldig erklären, wie die DDR funktioniert. Jetzt schlägt er zurück - und beschreibt 60 Jahre bundesdeutsche Geschichte und Gegenwart aus der Perspektive des Ossis. 3,50-6 €. 19.30 Uhr. Kleiststraße 13, 10787 Berlin-Schöneberg.

Sepp Maiers 2raumwohnung Lesung. Petra Boden – „Die Berliner Currywurst“. Als Geburtsstunde der Currywurst gilt der 4. September 1949, an dem Herta Heuwer an ihrem Imbiss in Charlottenburg erstmals gebratene Brühwurst mit einer Sauce aus Tomatenmark, Currypulver und weiteren Zutaten servierte. Heute ist die Currywurst aus dem Alltag der Hauptstädter nicht mehr wegzudenken. Petra Boden unternimmt einen kulinarischen Streifzug durch die Berliner Geschichte und Gegenwart und erzählt über Geschichte und Geschichten vor und hinter der Imbisstheke. Eintritt: frei. 20 Uhr. Langhansstraße 19, 13086 Berlin-Weißensee.

Literaturhaus Lesung. Lesung mit Pedro Mairal und seiner Übersetzerin Dagmar Ploetz. In seinem Roman „Das fehlende Jahr des Juan Salvatierra“ erkundet Pedro Mairal die Verbindung von Kunst und Leben – und bietet subtile Einblicke in die Vergangenheit und Gegenwart Argentiniens. Wir freuen uns, den jungen argentinischen Autor nun in Deutschland begrüßen zu dürfen. Herzlich laden wir Sie ein, ihn bei seinen Lesungen am 1. und 2. Oktober in Berlin und auf der Frankfurter Buchmesse zu erleben. 3-5 €. 20 Uhr. Kaminraum, Fasanenstraße 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Brotfabrik Lesung. Pan y Tango in der Brotfabrik. Lesung und Einführung in die Welt der Tangodichtung. Mit: Jule Richter, Carla Pulvermacher und Daniel Adoue. So vielfältig wie die Musik des Tango Argentino sind auch seine Texte, die „Letras de Tango“, die wir zu Ehren des Buchmessen-Gastlands Argentinien präsentieren. Eine deutsche und eine argentinische Schauspielerin interpretieren freche, melancholische, romantische und tragische Texte von Homero Manzi bis J.L. Borges, unterlegt mit Bildern aus Buenos Aires und musikalisch begleitet von dem wunderbaren Tangopianisten Daniel Adoue. Im Anschluss findet im Saal die traditionelle Milonga „Pan y Tango“ statt, eine der größten regelmäßigen Tangosalons in Deutschland. Konzept und Einführung: Karin Betz und Jule Richter. 6 € (mit anschließender Milonga: 10 €). 20 Uhr. Caligariplatz 3, 13086 Berlin-Weißensee.

Samstag, 2. Oktober

Literatur und Kunst um die Grunewaldseen I. - Halensee, Friedhof Grunewald. Literarischer Spaziergang. Auf dem Grunewald-Friedhof in Halensee ist die Begräbnisstätte des zu seiner Zeit mit Gerhard Hauptmann um Ruhm und Ansehen konkurrierenden, heute weniger bekannten Schriftsteller Hermann Sudermann (1857-1928) und seiner Ehefrau Clara, deren Drama „Die faule Mare“, 1904 in München uraufgeführt wurde unter dem Pseudonym E. Linde. Gerhard Hauptmann wohnte in der Nähe. Else Lasker-Schüler floh aus ihrer Ehe mit Herwarth Walden in die Humboldtstraße, in der auch die großen Soziologen und Philosophen Werner und Nicolaus Sombart, Vater und Sohn, lebten. Carl Zuckmayer wohnte in der Koenigsallee unweit vom Luna-Park, der in den 30iger Jahren dem Avus-Ausbau und der Halenseestraße weichen musste, ein fröhlicher Weinberg nach Preußischer Art verschwand Aufnimmerwiedersehn  und am Bismarckplatz thront noch immer über sein Areal wachend Otto von Bismarck mit seinem Lieblingshund, einer Dogge (Skulptur von Max Klein). Er gilt als Begründer des Kurfürstendamms und der Gemeinde Grunewald. Nur mit Anmeldung unter 030/892 13 38. 14 Uhr.

Literaturhaus Symposium. Symposium zum Andenken an Gert Mattenklott. Ehemalige Doktoranden, Kollegen und Freunde reflektieren Passagen aus dem Werk des Literaturwissenschaftlers. Musik: Mustafa Boztüy (Percussion). 16 Uhr. Kaminraum, Fasanenstraße 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Haus der Kulturen der Welt Eröffnung. Festival „Gegengelesen. Literatur aus Argentinien“. Wie schreibt es sich in einem Land, das die Folgen von Staatsterror, Turbokapitalismus und Wirtschaftskrise überwinden muss? Zum Schwerpunkt der diesjährigen Frankfurter Buchmesse präsentiert das Haus der Kulturen der Welt jüngere argentinische Autorinnen und Autoren, die eine Vorliebe für eigensinnige, doch unterhaltsame Literatur eint. Ob sie das europafixierte Selbstverständnis der Mittelschicht in Frage stellen, Romane schreiben, die zugleich literaturtheoretische Essays sind, oder dem Alltag neue Offenbarungen abgewinnen – alle ausgewählten Autorinnen und Autoren steuern mit ihrem Schreiben gegen den harmlosen Konsum von Büchern an. Dazu: das mobile lateinamerikanische Poesiefestival „Latinale“ und eine Ausstellung zur Geschichte der literarischen Avantgarden Argentiniens. „Gegengelesen. Literatur aus Argentinien“ und Ausstellung „Argentiniens literarische Avantgarden“. 18 Uhr. John-Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Haus der Kulturen der Welt Lesung. Nach Borges. Das Erbe der Avantgarden. Pedro Mairal, Cecilia Pavón, Samanta Schweblin – „Was bleibt von den politischen und ästhetischen Avantgarden?“ – fragen und beantworten drei Schriftsteller und Schriftstellerinnen der 1970er-Generation. Samanta Schweblin wird für ihre verstörenden Fiktionen gefeiert („Die Wahrheit über die Zukunft“, Suhrkamp). Cecilia Pavón, Übersetzerin, Galeristin, Herausgeberin und Dichterin („Fette Katze Tonträger“, SuKuLTur), spricht von einem neuen Genre: „Gedichte mit Links“. Pedro Mairal erkundet in seinem Kriminalroman „Das fehlende Jahr des Juan Salvatierra“ (Hanser Verlag) die Verbindung von Leben und Kunst. Moderation: Silvia Fehrmann, Haus der Kulturen der Welt. Mit deutsch-spanischer Simultanübersetzung. 19 Uhr. John-Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Galerie Präsenz Werk Lesung. Wolfgang Louis – „Der zerbrochene Engel“. Wolfgang Louis liest aus seinem Erzählband „Die zerbrochenen Engel“. In „Die zerbrochenen Engel“ wird von Abgründen menschlicher Gedanken und von Hintergründen menschlicher Taten erzählt. Einmal bleibt Wolfgang Louis dabei ganz nah an den Dingen, so dass es einen erschrecken kann. Manch andere Geschichte hingegen scheint der Realität unendlich weit enthoben und lässt einen amüsiert darauf blicken und aufatmen. Mit Feinsinn und Humor formt Wolfgang Louis aus den Dingen Miniaturen: Abgründig. Aberwitzig. Kurzweilig. Geschichten, die Freude an der modernen Erzählung wecken. Musikalisch begleitet von Joachim Gies (sax). 20 Uhr. Selchower Straße 30, 12049 Berlin-Neukölln.

Sonntag, 3. Oktober

Kammerspiele des Deutschen Theaters Buchpremiere. Otto Mellies – „An einem schönen Sommermorgen“. Otto Mellies gehörte über 40 Jahre zu den bedeutenden Protagonisten am Deutschen Theater. In zahlreichen Filmrollen wurde er zum Schwarm des weiblichen Publikums. In seiner Autobiografie erzählt er von seiner Kindheit, von Arbeits- und Lebensstationen – und spart auch nicht mit feinen, uneitlen Anekdoten. Otto Mellies stellt seine Biografie am Deutschen Theater in Berlin vor. 8 €. 11 Uhr. Schumannstraße 13a, 10117 Berlin-Mitte.

Literatur und Kunst um die Grunewaldseen II. – Vom Hagenplatz zum Bahnhof Grunewald. Literarischer Spaziergang. Der „reine Liebesfreund“ von Else Lasker-Schüler, „Tristan kämpfte in Feindesland…Bis der Feind brach seinen Leib“, so dichtete sie über den Tod des Dichters Hans Ehrenbaum-Degele, fiel 1915 in Russland. Sein Freund Friedrich Wilhelm Murnau (Plumpe), der große Stummfilm-Regisseur, erbte das Haus in der Douglasstraße.Alfred Kerr lebte in der Douglasstaße und um die Ecke betrieb Edith Jacobsohns, die Frau  des Verlegers der „Weltbühne“, Siegfried Jacobsohn, nach seinem Tod (1925) den Verlag Williams&Co, wo 1930 Kästners „Emil und die Detektive“, herauskam, hier erschienen „Pu, der Bär“ und die „Dr. Dolittle“-Bücher. Max Reinhardt hat in der Fontanestraße gelebt, Hermann Sudermann in der Bettinastraße, die nach Bettina von Arnim genannt ist. Und in der Erdener Straße war der Salon des Verlegers Samuel Fischer, wo sich die großen Schriftsteller und Geister der Zeit trafen, Gerhard Hauptmann, Thomas Mann, Arthur Schnitzler, Hugo von Hofmannsthal, Stefan Zweig, Walter Rathenau. Nach dem 2. Welt-Krieg initiierte hier Hans Werner Richter die „Gruppe 47“. In der Koenigsallee und im Hasensprung wohnte Ingeborg Bachmann. Nur mit Anmeldung unter 030/892 13 38. 14 Uhr.

Winterfeldtstraße Literarischer Rundgang. Auch im Oktober  streift Eckehard Hoffmann wieder sonntags wieder durch Schöneberg und lädt Sie ein, den Bezirk unter literarischem Blickwinkel  (wieder) zu entdecken. „Das war in Schöneberg im Monat Mai, ein kleines Mädchen war auch dabei. Das hat den Buben oft und gern geküsst, wie das in Schöneberg so üblich ist.“ (Rudolf Bernauer). Unzählige Geschichten lagern unsichtbar auf dem Asphalt einer Großstadt wie Berlin. Das trifft auch auf den Stadtteil Schöneberg zu, der neben Charlottenburg in den 20er Jahren zum „Neuen Westen“ zählte. In Schöneberg befanden sich die Schauplätze, hier trafen sich die Akteure, die wesentlich zum Mythos der „Goldenen Zwanziger“ beitrugen. Hier schlug das Herz der Bohemé. Hier lebten Autoren, deren Bücher Weltruhm erlangten. Eckehard Hoffmann folgt diesen Spuren der Vergangenheit und läßt sie lebendig werden, wenn er an den Originalschauplätzen Prosa, Lyrik und Essays von Alfred Kerr, Else Lasker-Schüler, Hans Fallada, Ernst Toller und vielen anderen mehr vorträgt. Mit Auszügen der Göbbels-Rede am ehemaligen "Sportpalast" erinnert er an den rohen Machtanspruch der Nationalsozialisten. Vorgetragene Texte von Mühsam oder Kästner überraschen in ihrer Aktualität. Die nächsten Termine sind 10.10./ 17.10./ 24.10. und 31.10.2010 jeweils 14 Uhr. Der  Rundgang beginnt an der Winterfeldt-/ Ecke Maaßenstraße an der Uhr.

Haus der Kulturen der Welt Lesung. Festival „Gegengelesen. Literatur aus Argentinien“. Lesung und Gespräch mit Damián Tabarovsky, Fabián Casas, Lina Meruane, Washington Cucurto. 3-5 €. 14 Uhr. John-Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Buchhändlerkeller LebensGeschichten. Mit Sabine Gieschler. ErzählBar. Zu Gast: Stefan Schomann, Journalist, Reporter, Weltreisender. 17 Uhr. Carmenstraße 1, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Haus der Kulturen der Welt Lesung. Festival „Gegengelesen. Literatur aus Argentinien“. Lesung und Gespräch mit Félix Bruzzone, María Sonia Cristoff und Martín Kohan. 18 Uhr. 3-5 €. John-Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Theater O-Ton Art Lesung und Gespräch. Beatrix Langner – „Der wilde Europäer – Adelbert von Chamisso“. Beatrix Langner, Schriftstellerin und Vorsitzende der Chamisso-Gesellschaft, liest aus ihrer Biografie. „Der wilde Europäer – Adelbert von Chamisso“ (Verlag Matthes & Seitz). Hamad Nasser, Leiter des Nachbarschaftstreffs Steinmetzstraße, PFH: „Kinder heute in Berlin. Zwei Kulturen, zwei Sprachen“. Moderation: Sibylle Nägele und Joy Markert; Musik: Saif A. Karomi, Oud/Laute. 19.30 Uhr. Eintritt frei! Kulmer Straße 20A, 10783 Berlin-Schöneberg.

Montag, 4. Oktober

Niederländische Botschaft Lesung. Marente de Moor – „Amsterdam und zurück“. Es ist ein ganzer Haufen Russen, den es zu Beginn der Neunziger in Amsterdam an Land gespült hat. Die Sowjetunion gibt es nicht mehr, die Grenzen sind durchlässiger geworden, aber Heimweh ist trotzdem ein Thema für diese Jungs, denen Puschkin-Büsten und Salzgurken inneren Halt geben, die ihre Tage auf dem pittoresken Rembrandtplein verbringen, wo sie Aquarelle an die Touristen verscherbeln, und ihre Nächte dem Studium des Wodkas widmen. Witali Kirillow ist einer von ihnen, der Mann mit den meergrünen Augen. Längst ist sein Visum abgelaufen, seit dem Tag, an dem er „illegal“ wurde, fährt er vorsichtshalber in der Straßenbahn nicht mehr schwarz. Doch das ist nicht das einzige Delikt in Witalis Leben. Acht Jahre zuvor, als Offizier an der sowjetisch-finnischen Grenze, hinderte er einen Kameraden nicht daran, sich in den Westen abzusetzen. Von der Familie gutmütig als „das größte Loch im eisernen Vorhang“ verspottet, wurde er von der Armee hart bestraft. Seitdem läßt der Gedanke an den Flüchtling Witali nicht mehr los. Und schließlich, unterstützt von der rasant-energischen Jessie, macht er sich auf, um herauszufinden, was aus ihm geworden ist. Moderation und Gespräch: Wladimir Kaminer. 19.30 Uhr. Klosterstraße 50, 10179 Berlin-Mitte.

Theater O.N. Szenische Lesung. Mit Tom Schulz und dem estnischen Sprachakrobaten Jaan Malin (alias Luulur). Gastgeber Martin Jankowski. Der 1979 geborene Jaan Malin (alias LUULUR) gehört zu den ungewöhnlichsten Dichtern Estlands. Als Dichter, Performer und Intellektueller ist er europaweit erfolgreich: Er hat sechs Bücher veröffentlicht, seine Texte und Essays erschienen in namhaften Magazinen. Sein besonderes Interesse gilt dem Surrealen im Leben wie in der Kunst - auch als Künstler und Kurator hat er zahlreiche erfolgreiche Ausstellungen bestritten. Das umtriebige Multitalent hat aber ebenso Forschungen zur baltischen Folklore betrieben, das Schicksal baltischer Auswanderer erforscht oder die Kunstsammlung des estnischen Literaturmuseums zusammengestellt... Um zu erfahren, was diesen außergewöhnlichen Kopf beschäftigt, haben wir ihn zu Vorlesen eingeladen - es steht zu vermuten, dass dieser Besuch Überraschungen bereithalten wird! Der Berliner Dichter Tom Schulz wurde 1970 in der Oberlausitz geboren, seit 2002 veröffentlicht er Lyrik und Prosa. Heute ist er Dozent an der Universität Augsburg und Redakteur der Literaturzeitschrift "Lauter Niemand". Zuletzt veröffentlichte er im Berlin Verlag den Gedichtband „Kanon vor dem Verschwinden“ und gab eine Anthologie neuer politischer Lyrik mit dem Titel „Alles außer Tiernahrung“ heraus. Er gilt als eine der wichtigsten Stimmen der aktuellen Berliner Literatur und wird für uns aus seiner Werkstatt plaudern.3-5 €. 20 Uhr. Literatursalon am Kollwitzplatz, Kollwitzstraße 53, 10405 Berlin-Prenzlauer Berg.

Dienstag, 5. Oktober

Alfred-Döblin Bibliothek im Vivantes Lesung. Daniel Gießer, Peter Mannsdorff, Petra Napieralla, Thomas Tschirner und Luis Saleh - Literaturgruppe des Kreativbereichs der ajb GmbH. Lesung im Rahmen der 4. Berliner Woche der Seelischen Gesundheit. Thema: „Kunst mit allen Sinnen“. Eintritt frei. 16.15 Uhr. Dieffenbachstraße 1, 10967 Berlin-Kreuzberg.

Literaturhaus Diskussion. Herta Müller-Ausstellung. – „An den Rand geschrieben“. Film von Helmuth Frauendorfer. Der Regisseur stellt seinen Film zur Diskussion. 20 Uhr. Kaminraum, Fasanenstraße 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Literaturforum im Brecht-Haus Buchvorstellung & Gespräch. Albrecht Dümling (Hg.) – „Hanns Eisler“. Gerhard Müller im Gespräch mit Rainer Riehn und dem Herausgeber. Zum 100. Geburtstag ihres Namenspatrons lud die Internationale Hanns Eisler Gesellschaft 1998 zu einer Konferenz ein, um zu überprüfen, wieweit der Schöpfer der DDR-Hymne auch nach dem Ende dieses Staates noch interessieren kann. Das vorliegende Buch, entstanden in Zusammenarbeit mit den Musiktheoretikern Heinz-Klaus Metzger und Rainer Riehn, ergänzt die damaligen Referate und Debatten u. a. durch Theodor W. Adornos Notizen zu Eisler und eine Dokumentation des gemeinsamen Briefwechsels. 20 Uhr. Chausseestraße 125, 10115 Berlin-Mitte.

Literarisches Colloquium Lesung. Flavio Soriga – „Die Liebe in London und anderswo“. Flavio Soriga in Lesung und Gespräch. Moderation: Tilman Rammstedt. Ein junger Mann, der seine beengende Insel vor Afrika verlässt und auf der Suche nach einem ‚normalen‘ Leben in der Großstadt stets mit der Vergangenheit seiner beschädigten Kindheit konfrontiert wird. Eine Hochzeitsfeier nach indischem Ritual in einer toskanischen Villa. Das Wiedersehen von einem Tänzer und seiner früheren Geliebten in London. Eine römische Schauspielerin, die sich in ihrer Liebe zu einem machtbesessenen Präsidenten verliert. Flavio Soriga, eines der aufregendsten Autorentalente in Italien, erzählt mit kraftvoller Fantasie und melancholischer Stimme Geschichten von Leidenschaft, Eifersucht und Leichtigkeit. Der Autor, geboren 1975 in Uta auf Sardinien, arbeitet als Journalist in Italien und England und ist künstlerischer Leiter des Lyrikfestivals Settembre dei Poeti von Seneghe. Für sein erstes Buch („Diavoli di Nuraiò“) wurde er 2000 mit dem „Premio Calvino“ ausgezeichnet. Nach seinem Roman „Der Schwarze Regen“ liegt nun mit dem Erzählband „Die Liebe in London und anderswo“ (Luchterhand) Sorigas zweites Buch auf Deutsch (Ü.: Viktoria von Schirach) vor. Der Autor Tilman Rammstedt führt das Gespräch mit Flavio Soriga auf Englisch und liest die deutsche Übersetzung der Erzählungen. 4-6 €. 20 Uhr. Am Sandwerder 5, 14109 Berlin-Wannsee.

Buchhändlerkeller Gespräch. Eva Gesine Baur – „Chopin. Eine Sehnsucht“. Die Autorin erzählt mit Musikbeispielen anhand ihres Buches. Er galt als Liebling der Salons, doch er war scheu. Er galt als Frauenheld, doch er fühlte sich einsam und litt darunter. Die Leichtigkeit seiner Stücke war hart erarbeitet. Und das, was improvisiert wirkte, detailgenau gesetzt. Eva Gesine Baur portraitiert Chopin in seiner ganzen Widersprüchlichkeit und eröffnet einen von Klischees unverstellten Zugang zu seinem Leben und seiner Musik. Zeitgenossen stilisierten ihn zum träumerischen Genie, erlebten ihn als Ästheten von erlesenen Manieren und Frauenschwarm in der Welt der Pariser Salons. Er konnte witzig, bissig und ironisch sein, hielt aber doch die Umgebung auf Distanz und war vielen zu leise, als Mann wie auch als Pianist. Als Klaviervirtuose bezauberte er sein Publikum, und als Komponist der „süßen Abgründe“ verkörpert Chopin bis heute den Romantiker par excellence. Heimweh, Sehnsucht, Vergänglichkeit kennzeichnen Chopins Musik - und sein Leben. In Polen geboren, konnte er den Verlust seiner Heimat trotz aller Erfolge in Paris und Wien nie verschmerzen. Von den Frauen vergöttert, ließ ihn die unglückliche Liebschaft zur 18-jährigen Maria Wodzinska an der Liebe verzweifeln. Und auf dem Höhepunkt seines Ruhms, doch völlig verarmt, machte ihm die Tuberkulose, an der er im Alter von nur 39 Jahren verstarb, das Leben zur Qual. Als Frühvollendeter hinterließ Chopin nicht nur ein grandioses musikalisches Werk, sondern auch tiefe Spuren in den Biographien und Arbeiten seiner Freunde: Franz Liszt, Honoré de Balzac, Heinrich Heine, Eugène Delacroix, vor allem aber George Sand, seiner letzten Geliebten. 20.30 Uhr. Carmenstraße 1, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Mittwoch, 6. Oktober

Literatur und Kunst um die Grunewaldseen III. - Vom Roseneck zum Hagenplatz. Literarischer Spaziergang. Auf diesem Spaziergang erinnern wir uns an die Salonkultur in Grunewald. Die Villa derEdith Andreae, einer Schwester von Walter Rathenau, ist noch weitestgehend erhalten. Sie lud zu ihrem berühmten Salon die gesellschaftliche Creme ihrer Zeit. Hermann Ullstein lebte nicht weit entfernt und in der Hubertusbader Straße hatte Gerhard Hauptmann eine seiner vielen Wohnungen in Grunewald. Die Sphinxe an der Brücke über die Hertha-Hubertus-Seen, ebenso wie die Bismarck-Skulptur am Bismarckplatz wurden von dem Bildhauer Max Klein geschaffen, einem verschwägerten Familienmitglied von Katja Mann geb. Pringsheim. Kladderadatsch-Redakteur Ernst Dohm und seine Ehefrau die Schriftstellerin und Frauenrechtlerin Hedwig Dohm waren die Großeltern von Katja Mann. Sie verkehrten im Hause des Verlegers Georg Bondi, der der Förderer des Kreises um Stefan George war! Er lebte in der Königsallee. Eine der größten  kulturstiftenden Villen war die des Bankiers und Freundes Wilhelms II.,  Franz von Mendelssohn, Wegbereiter der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft; sie ist neo-gotisch-expressionistisch nach dem Krieg von der Johannischen Kirche als Hotel und Sozialeinrichtung mit historischem Kern wiederaufgebaut worden. Im heutigen Schloßhotel wohnte der Justitiar Wilhelms II. Ihm wird eine Affäre mit der Gattin des Hausherrn nachgesagt. Die Geheimtreppe zu ihrem Schlafgemach existiert noch heute. Nur mit Anmeldung unter 030/892 13 38. 14 Uhr.

Kaffee Burger Lesung & Gesang. Vaile Fuchs – „Frei sein“. Vaile Fuchs ist gerade 18 Jahre, als sie den tiefen Wunsch in sich spürt, einfach wegzuwollen: Denn hinter ihrer selbstbewussten Fassade verbirgt sich ein unsicheres Mädchen, das von Selbstzweifeln geplagt ist. Kurz entschlossen macht sich Vaile mit ihren Pferden Marina und Cara allein auf den Weg in die Wildnis. Immer wieder bleibt sie mit ihren übervoll bepackten Pferden im Dickicht stecken. Nachts liegt sie zitternd in ihrem Zelt. Angst hat sie weniger vor Räubern oder wilden Tieren als vielmehr vor der Einsamkeit in sich selbst. Doch nach ein paar Wochen bemerkt Vaile eine unbekannte, neue Stärke in sich … Heute steht Vaile als aufstrebende Schauspielerin und Sängerin mitten im Leben – doch einmal in jedem Jahr bricht sie auch heute noch aus und kehrt mit ihren Pferden zurück in »ihre« Wälder in Schweden. Die Kraft und die Ruhe, die sie dort findet, tragen sie durch den Alltag. 20.30 Uhr. Torstraße 60, 10119 Berlin-Mitte.

Donnerstag, 7. Oktober

VIA Lesung. Sigrun Johanna Zinser – „So viel Heimat ist in mir“. Was ist normal? – Was ist Krankheit? – um diese beiden Fragen geht es in der Ausstellung und szenischen Lesung mit Sigrun Johanna Zinser, die ihre Psychose-Erfahrungen aber auch alltägliche Eindrücke in Text, Farbe und Form verarbeitet. Ihre mitunter radikale Suche nach „Sinn und Form“ endete nicht selten hinter den verschlossenen Türen der Psychiatrie. Ihre Therapie und Heilung fand sie jedoch weniger während der Klinikaufenthalte, als in ihrer literarischen und künstlerischen Arbeit. Es entstanden visuelle und lyrische „Tagebücher“, in denen sie sich fragt: „Ist Krankheit degenerativ oder ein Wandel aus dem man gestärkt hervorgehen kann?“ Gefangen in Kontroversen, geleitet von einem anderen Ich und dennoch auf der Suche nach sich selbst, schildert sie ihren Leidensweg, ihre Hoffnungen, Träume, Ängste und Zweifel. Ihre Texte sind zuweilen radikal, immer ehrlich und geleitet von ihren alltäglichen Impressionen. 19.30 Uhr. Schönhauser Allee 175, 10119 Berlin-Prenzlauer Berg.

Literaturhaus Filmvorführung. Herta Müller-Ausstellung. – „Von der Macht des Verdächtigens“. Film von Walter Wehmeyer. Der Filmemacher stellt seinen 2008 fertig gestellten Film (90 min) vor. 20 Uhr. Kaminraum, Fasanenstraße 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Café Tasso Lesung. Lyrik und Musik: Klara Linthe, Jonathan Robinson, Robert Würz. Klara Linthe ist ausgebildete Massschuhmacherin und Schaftstepperin und hat für Bühne, Tanz und Akrobatik angefertigt. Sie hat in Schneeberg / Erzgebirge und Leipzig, Berlin und München studiert, und zwar u.a. Mode, Malerei und Bühnenbild sowie das Entwerfen von Schmuck und Gerät. Sie ist Mitbegründerin der Spielwiese / Spielwagen Initiative in den Achtziger Jahren in der ehem. DDR (heute Netzwerk Spielkultur) und hat Kreativkurse und Workshops für Kinder und Erwachsene angeleitet. Klara Linthe zeigt ihre künstlerische Arbeit in Ausstellungen, bei Lesungen, Performance- und Gesangsauftritten. Letzteres mit unterschiedlichen Musiker-Partnern. Heute Abend sind das Jonathan Robinson am Kontrabass und Robert Würz am Saxophon. Beide etablierte Jazzmusiker, die in der Berliner Szene regelmäßig mit unterschiedlichen Formationen auftreten. Eintritt: frei, Spenden erbeten. 20 Uhr. Frankfurter Allee 11, 10247 Berlin-Friedrichshain.

Ausland Lesung. Angelika Meier – „England“. Die Autorin liest aus ihrem im Frühjahr 2010 erschienen Romandebüt. Als Valentine von Master Jonathan Quale Higgins III. im Trinity College, Cambridge als neues Mitglied des Kollegiums empfangen wird, eilt ihr der Ruf einer bahnbrechenden wissenschaftlichen Entdeckung voraus: Sie hat einen bislang völlig unbekannten Denker aus dem 17. Jahrhundert ausgegraben und arbeitet nun an der Edition seiner Werke. Lange bleibt unklar, welche Rolle sie in dieser herzlich-elitären Welt zu spielen hat. Was ist ihr geheimer Auftrag? Wer ist auf ihrer Seite? Will man sie beschützen oder bloßstellen? Wer ist eigentlich hinter wem (oder hinter was) her? Was wird hier gespielt? Jedenfalls erweist es sich als einigermaßen schwierig, einen Samsonite-Koffer mit wertvollen Manuskripten rund um die Uhr zu bewachen und zugleich der zweifelhaft-ehrenvollen Gemeinschaft der Kollegen in slapstickartigen Dialoggefechten Rede und Antwort zu stehen, den Studenten im Seminar ihre philosophischen Flausen auszutreiben oder sich mit dem glamourösen Ironiker Orville der Liebe hinzugeben. (...) All das ist viel zu viel für die enge Welt eines kleinen Kopfes, und der Ausweg liegt wohl in der Flucht nach vorn oder im Schlaf…Angelika Meier hat einen brillant komischen Erstlingsroman geschrieben, der virtuos hin- und herschaltet zwischen Farce und literarischem Maskenspiel, zwischen allzu romantischer Liebesgeschichte und kriminalesker Komödie und bei aller Heiterkeit immer wieder seine verstörend traurige Tiefenstruktur offenbart. 20 Uhr. Lychener Straße. 60,  10437 Berlin-Prenzlauer Berg.

La Luz Vorleseshow. Die Brauseboys. Vorleseshow mit Paul Bokowski, Hinark Husen, Frank Sorge, Robert Rescue, Volker Surmann, Heiko Werning und Gästen. Gäste: Meikel Neid (analog karikierender Blogger); Manfred Maurenbrecher (polyphoner Klavierkabarettist). 20.30 Uhr. Osramhöfe, Oudenarderstraße 16-20, 13347 Berlin-Wedding.

Freitag, 8. Oktober

Literaturhaus Vortrag. Romy Schneider. Erinnerungen an ihre Berliner Jahre mit neuen verblüffenden Erkenntnissen zum Leben und Tod der großen Schauspielerin. Vortrag mit Ton-Einspielungen von Peter Glowasz. Veranstalter: Peter Glowasz. Auskünfte: 824 27 80. Eintritt: 5 €. 20 Uhr. Kaminraum, Fasanenstraße 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Instituto Cervantes Lesung. Leopoldo Brizuela – „Nacht über Lissabon“. Moderation und deutsche Lesung: Rike Bolte  Live-Musik: Fado und Milonga. Der Autor, Journalist und Übersetzer Leopoldo Brizuela wurde 1963 in La Plata geboren und hat bereits mehrere preisgekrönte Romane und Erzählbände veröffentlicht. Für seinen Roman Inglaterra wurde er mit dem argentinischen Literaturpreis Premio Clarín ausgezeichnet. Im Instituto Cervantes liest er aus seinem bei Insel publizierten Roman Nacht über Lissabon (Im Original Lisboa. Un melodrama) und spricht mit der Lateinamerikanistin, Autorin und Übersetzerin Rike Bolte. Um richtig in das Ambiente des Romans einzutauchen, gibt es während der Lesung die Live-Musik vom Trio Fado. 5-6 €. 19.30 Uhr. Rosenstraße 18-19, 10178 Berlin-Mitte.

Akademie der Künste Vortrag. Volker Kühn – „Robert Gilbert – der gespaltene Dichter. Meckern ist wichtig - nett sein kann jeder“. Er gilt als einer der letzten modernen Bänkelsänger und unbestechlicher Chronist seiner Epoche: Robert Gilbert. Viele seiner Songs gaben der Zeit, in der sie entstanden, Rhythmus und Sprache. Seine „Ervolkslieder“ wurden zu Evergreens und sind bis heute populär geblieben: „Das gibt’s nur einmal, das kommt nicht wieder“, „Ein Freund, ein guter Freund“, „Das ist die Liebe der Matrosen“. Später schrieb er deutsche Fassungen für Musicalerfolge wie „My Fair Lady“, „Oklahoma“ und „Hello Dolly“. Wichtiger waren ihm selbst die Verse, mit denen er sich immer wieder einmischte und seinen Zeitgenossen ins Gewissen zu reden versuchte, mit sozial engagierten Songs wie dem „Stempellied“ oder den verletzlichen Zeilen aus den Jahren des Exils. Volker Kühn skizziert Leben und Werk des Mannes, in dem Hannah Arendt einen direkten Nachfahr Heinrich Heines sah. Gilberts Motto „Meckern ist wichtig – nett sein kann jeder“ ist zugleich der Titel einer neuen Doppel-CD  mit historischen Aufnahmen aus den Archiven der Akademie der Künste. Mit Volker Kühn, Katherina Lange, Cathlen Gawlich und Ilja Richter am Piano: Nikolai Orloff. 3-5 €. 20 Uhr. Hanseatenweg 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Samstag, 9. Oktober

Friedenau - ein kunstsinniger Ort. Literarischer Spaziergang. Wo Nobelpreisträger und Expressionisten lebten. Friedhof Stubenrauchstraße: Marlene Dietrich, Jeanne Mammen, Helmut Newton. Die Niedstraße ist die Schriftstellerstraße der 60/70iger Jahre schlechthin. Auf Grass’ Terrasse, der seine Gäste leidenschaftlich bekochte, schallten die Stimmen des Friedenauer Literatenchors, der Nachbar Uwe Johnson, Hans Magnus Enzenberger, dessen Bruder mit den anderen Kommunarden nebenan in Johnsons Wohnung die Kommune I gründete,  Max Frisch, Ingeborg Bachmann. Kästners Sekretärin wohnte hier einige Häuser weiter, die nach 1933 heimlich die Texte ihres Chefs weiter tippte, gleich um die Ecke, in der Görresstraße, gründete sich 1951 der ehemalige Buchhändlerkeller und in Wolff’s Bücherei in der Bundesallee ist jetzt ein neuer magischer Ort:  „Der Zauberberg“, eine Buchhandlung, 2009  von der russischen Literaturwissenschaftlerin  Natalia Liublina mit überwiegend russischer Literatur bestückt. (Führung auch am 31.10.). Nur mit Anmeldung unter 030/892 13 38. 14 Uhr.

Literaturhaus Vortrag & Diskussion. Was ist Übersetzen? Vortrag und Diskussion mit dem literarischen Übersetzer und Autor Juri Elperin Veranstalter: DAMU e.V.. Auskünfte: vorstand[at]damu.de. 2 €. 19 Uhr.  Kaminraum, Fasanenstraße 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Sonntag, 10. Oktober

Berliner Ensemble Lesung. Ingrid Betancourt – „Kein Schweigen, das nicht endet“. 2321 Tage in der Hand der FARC-Rebellen. Selten hat das Schicksal einer Geisel die Welt so bewegt wie das der kolumbianischen Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt. In ihrem aufrüttelnden Buch von großer literarischer Kraft legt sie Zeugnis ab. Sie setzt sich den Erinnerungen an die Schreckensjahre im Dschungel, die sie an die Grenzen ihrer Leidensfähigkeit und Widerstandskraft brachten, erneut aus, findet schließlich zu sich selbst – und hofft nicht zuletzt, dass die Welt ihr Schweigen breche über die Zustände in Kolumbien. Deutsche Lesung: Iris Berben, Moderation: Marina Ruperti. 13 €. 11 Uhr. Bertolt-Brecht-Platz 1, 10117 Berlin-Mitte.

Ausland Symposium. Verzögerung: Ein Symposion zur Lyrik F.B. Steiners. Franz Baermann Steiner, geboren 1909 in Prag, verstorben 1953 in Oxford, dürfte heute am ehesten noch einem Fachpublikum als Sozialanthropologe bekannt sein, dessen wissenschaftliche Arbeiten etwa zur Sklaverei oder dem Begriff des Tabus seiner Zeit voraus waren und nichts an Aktualität eingebüßt haben. Sein lyrisches Werk, das nicht zuletzt Paul Celan und Elias Canetti besonders schätzten, gilt es nicht "wiederzuentdecken", sondern überhaupt erst wahrzunehmen. Steiners so vielgestaltige wie enigmatische Dichtungen, von denen zu seinen Lebzeiten nur wenige verstreut erscheinen konnten, sind der sogenannten literarischen Öffentlichkeit nicht in Vergessenheit geraten - sie hat vielmehr so gut wie gar nicht Notiz von ihnen genommen. Vor zehn Jahren ist der Band "Am stürzenden Pfad" mit Steiners gesammelten Gedichten als Teil einer dreiteiligen Werkausgabe erschienen, welche die wichtigsten wissenschaftlichen und literarischen Arbeiten Steiners versammelt. Wir laden dazu ein, im Rahmen eines Nachmittagssymposions Franz Baermann Steiners Lyrik, die auf ganz eigentümliche Weise zwischen unterschiedlichsten thematischen Anknüpfungspunkten und literarischen Traditionen sowie einer dezidiert modernen Formensprache vermittelt, kennenzulernen und zu reflektieren. Der Eintritt ist frei.14.30 Uhr. Lychener Straße. 60,  10437 Berlin-Prenzlauer Berg.

Montag, 11. Oktober

Jüdisches Museum Lesung. Ruth Klüger – „Was Frauen schreiben“. „Frauen lesen anders“ – das behauptete die Schriftstellerin Ruth Klüger in ihrem gleichnamigen berühmten Buch. Die angesehene Literaturwissenschaftlerin und Feministin stellt dort – mit Witz und gelassener Ironie – fest, dass Frauen ständig Literatur von Männern lesen, andersherum jedoch Werke von Sylvia Plath, Virginia Woolf oder Jane Bowles nicht unbedingt zu den Lieblingsbüchern der Männer zählen. In ihrem neuen Buch „Was Frauen schreiben“ geht sie der Frage nach, ob Frauen auch anders schreiben. Werfen sie einen „Blick aufs Leben durch anders geschliffene Gläser“? Antwort sucht sie in Werken von so unterschiedlichen Autorinnen wie Herta Müller und Nadine Gordimer, Erika Mann und J. K. Rowling, Slavenka Drakulic, Doris Dörrie, Margaret Atwood und vielen anderen. Ruth Klügers Kanon: Eine Literaturgeschichte aus Sicht der Frau. 7-9 €. 19.30 Uhr. Lindenstraße 9-14, 10969 Berlin-Kreuzberg.

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Literaturforum im Brecht-Haus Buchvorstellung & Gespräch. Bernd Roeck – „Ketzer, Künstler und Dämonen: Die Welten des Goldschmieds David Altenstetter“. Werner Röcke im Gespräch mit dem Autor. Bernd Roeck ist ein Historiker, der kenntnisreich, verständlich und auf der Höhe seiner Wissenschaft spannend zu erzählen weiß. Vom Augsburger Goldschmied David Altenstetter, der als vermeintlicher Ketzer Ende des 16. Jahrhunderts verhört wurde. Dem Autor gelingt es anhand der überlieferten Protokolle, den Goldschmied, sein Leben und Arbeiten, dem Leser plastisch vor Augen zu stellen. So ist ein überaus anschauliches Porträt der Zeit um 1600 entstanden. 20 Uhr. Chausseestraße 125, 10115 Berlin-Mitte.

Lehmanns Fachbuchhandlung Lesung. Frédéric Beigbeder – „Ein französischer Roman“. Klug, komisch, kontrovers – Frédéric Beigbeder knüpft mit der fulminanten Bestandsaufnahme seines Lebens an die Brillanz an, die er mit seinem Buch „39,90“ schon einmal unter Beweis gestellt hat. Frédéric Beigbeder liest auf Französisch. Der Schauspieler Thilo Prothmann liest einige Passagen auf Deutsch. Moderation: Eva-Marie von Hippel, Piper Verlag. 5-7,50 €. 20.30 Uhr. Hardenbergstraße 5, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Dienstag, 12. Oktober

Literaturhaus Lesung. Pedro Mairal – „Das fehlende Jahr des Juan Salvatierra“. Der Schriftsteller liest zusammen mit seiner Übersetzerin Dagmar Ploetz aus dem Roman. 20 Uhr. Kaminraum, Fasanenstraße 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Literaturforum im Brecht-Haus Lesung & Gespräch. Wolfgang Schlüter – „Gruß, Greenaway!“. Sigrid Löffler im Gespräch mit dem Autor. Schon in seinem 2007 erschienenen Roman “Anmut und Gnade“ hat Wolfgang Schlüter eine besondere Sprachmacht und Lust am Detail gezeigt. Mit seinem jüngsten Werk bestätigt der Autor seinen erzählerischen Übermut. “Gruß, Greenaway!“ ist eine Geschichte, die gleichzeitig Kriminal-, Liebes- wie auch Freundschafts- und Künstlerroman ist, wo Flämische Genremalerei, Peter Greenaways Filme, Ornithologie und Szenen aus dem Literaturbetrieb schwindelerregend verwoben werden. In Zusammenarbeit mit dem Verlag Matthes & Seitz Berlin. 20 Uhr. Chausseestraße 125, 10115 Berlin-Mitte.

Krimibuchhandlung totsicher Aus dem Stegreif Das Impro-Live-Hörspiel mit Turbine William wie die Birne. Seien Sie Zeuge, wenn die Eingaben des Publikums zu einem spannenden Krimi miteinander verwoben werden. Wer ist der Mörder? Wie heißt das Opfer? Wer ermittelt wann und wo? Warum hat der Nachbar nichts von dem Verbrechen mitbekommen? Und vor allem: Um was für ein Verbrechen handelt es sich? Erleben Sie das IMPRO-LIVE-HÖRSPIEL und beeinflussen selbst den Fortlauf der Geschichte. Seien Sie gespannt, wir sind es auch... 4 €. 20 Uhr. Winsstraße 16, 10405 Berlin-Prenzlauer Berg.

Vertretung des Landes Rheinland-Pfalz Preisverleihung & Lesung. Michael Krüger erhält den Joseph-Breitbach-Preis 2010. Michael Krüger © Renate von Mangoldt. „Der Joseph-Breitbach-Preis 2010 wird an den Dichter, Essayisten und Herausgeber Michael Krüger verliehen. Der Lyriker hat in einer Reihe wichtiger Gedichtbände auf die Entwicklung der Poesie Einfluss genommen und in immer erneuerter Unmittelbarkeit gegenwärtige Erfahrung an die großen Traditionen des 20. Jahrhunderts angeschlossen“ – so begründete die Jury ihre Entscheidung. Am Erzähler hebt sie seine schwebend-ironische Haltung hervor, der Herausgeber und Essayist habe sich um die Verknüpfung der anglo-amerikanischen Avantgarde mit der deutschen verdient gemacht. Am 24. September wird der Verleger des Carl Hanser Verlages den Preis in Koblenz, der Geburtsstadt Breitbachs, entgegennehmen. An diesem Abend liest Michael Krüger, eingeführt von Norbert Miller, in der Landesvertretung von Rheinland-Pfalz. Eintritt frei. 19 Uhr. In den Ministergärten 6, 10117 Berlin-Mitte.

Buchhändlerkeller Filmvorführung. LebensBilder präsentiert von Jürgen Tomm. Berlin, wie es war - literarisch (2). Film-Dokumentation aus dem Jahr 1985 mit Uli Becker, F.C Delius, Bodo Morshäuser, Leonie Ossowski, Karin Reschke, Klaus Schlesinger, Antonio Skármeta. 20.30 Uhr. Carmenstraße 1, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Mittwoch, 13. Oktober

Urania Buchvorstellung. Volker Hess – „Die Charité in Berlin – Fotografien um 1910“. Die Charité ist - als versorgendes Krankenhaus wie auch als medizinische Forschungseinrichtung - seit ihrer Gründung 1710 einzigartig in Deutschland und historisch von weltweiter Bedeutung. Der Band unternimmt einen fotografischen Rundgang durch die Charité um 1910 und versammelt Aufnahmen von Architektur, medizinischer Forschung und Betreuung sowie von den Menschen, die das berühmteste Krankenhaus Deutschlands prägten. 3,50-6 €. 17.30 Uhr. Kleiststraße 13, 10787 Berlin-Schöneberg.

Literarisches Colloquium Lesung. Europäische Erzähler – „Zone“. Moderation: Lothar Müller. „Ich wollte ein zeitgenössisches Epos schreiben“, so lässt sich der 1972 im westfranzösischen Niort geborene Mathias Énard, zitieren. Mit „Zone“ (soeben im Berlin Verlag in der Übersetzung von Holger Fock und Sabine Müller erschienen) legt er es vor: es ist ein Roman, der die Schrecklichkeiten der christlich-arabischen Konflikte des letzten Jahrhunderts bis hin zur Gegenwart heraufbeschwört: Vom Balkankrieg zum Blutbad der christlichen Phalange in Beirut von 1982, von Mussolinis Nordafrikakrieg bis hin zum Haager Kriegsverbrecherprozess reicht der Erzählbogen. Das Besondere an dem Buch jedoch ist die mäandernde Sprache, die einen ungeheuren Lesesog entwickelt. Ènard studierte Kunstgeschichte und orientalische Sprachen. Nach längeren Aufenthalten im Nahen Osten lebt er heute in Barcelona, wo er Arabisch lehrt. 4-6 €. 20 Uhr. Sandwerder 5, 14109 Berlin-Wannsee.

Theater im Palais Lesung. Peter Ensikat – „Ihr könnt ja nichts dafür!“. Ein Ossi erklärt, wie's drüben war: Immer wieder ließ sich Peter Ensikat von Verwandten und Bekannten „aus dem Westen“ geduldig erklären, wie die DDR funktioniert. Jetzt schlägt er zurück - und beschreibt 60 Jahre bundesdeutsche Geschichte und Gegenwart aus der Perspektive des Ossis. Peter Ensikat präsentiert sein Buch im Theater am Palais auf großer Bühne. (Kartenbestellung: www.theater-im-palais.de/karten.php oder unter der Nummer 030 - 20 10 693). 10 €. 20 Uhr. Am Festungsgraben 1, 10117 Berlin-Mitte.

Buchhändlerkeller Lesung. Gesine Palmer – „Der Tausch“. Für Niemand - Beziehungswahn mit Methode. Die Autorin liest aus der Elegie „Der Tausch“. 20.30 Uhr. Carmenstraße 1, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Donnerstag, 14. Oktober

Literaturhaus Lesung. Fritz J. Raddatz – „Tagebücher. Jahre 1982–2001“. Der Autor liest Passagen aus dem Tagebuch und spricht mit Hans-Jürgen Heinrichs. 20 Uhr, Kaminraum, Fasanenstraße 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Literarisches Colloquium Christa Wolf – „Stadt der Engel oder The Overcoat of Dr. Freud. Christa Wolf in Lesung und Gespräch. Moderation: Christina Weiss.In diesem Jahr ist der lange erwartete neue Roman von Christa Wolf erschienen: „Stadt der Engel oder The Overcoat of Mr. Freud“. Die Stadt der Engel ist Los Angeles – und die Anspielung an Freud verweist darauf, dass das Erinnern ein zentrales Thema dieses autobiografisch gefärbten Romans ist. Christa Wolf war 1992/1993 Gast des Getty Centers in Brentwood in Los Angeles als sie von der deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert mehrfach eingeholt wurde. Einmal weil Kalifornien ein Zentrum der deutschen Emigration während des Faschismus war, zum anderen weil sich in dieser Zeit für Christa Wolf noch einmal die Frage stellte, wie man sich in verschiedenen politischen Verhältnissen bewegt, ohne sich selbst zu verlieren. Den Abend moderiert die frühere Staatsministerin für Kultur Christina Weiss. 4-6 €. 20 Uhr. Am Sandwerder 5, 14109 Berlin-Wannsee.

Café Tasso Lesung. Die Unerhörten. Die neue Lesebühne mit den künftigen Stars der unerhörten Literatur präsentiert: Ein Thema - sechs Autoren! Sechs verschiedene Geschichten von sechs eigenwilligen Autoren in sechs individuellen Stilen zu einem vorgegebenen Thema. Das erwartet Sie bei den „Unerhörten“ - und weitere, unerhört gute Bonusgeschichten. Doch hören Sie selbst...Es lesen für Sie (in alphabetischer Reihenfolge) : Friedhelm Feller, Oliver Mahlke, Ariane Meinzer, Mark Scheppert, Susanne Schmidt, Ralph Trommer und ein/e Überraschungsautor oder -autorin aus unserem unerhörten Kreis!. Eintritt frei, Spenden erbeten. 20 Uhr. Frankfurter Allee 11, 10247 Berlin-Friedrichshain.

Babylon Filmfestival. 14. – 17.10.2010. ZEBRA Poetry Film Festival. Das Filmfestival der Dichtkunst zeigt seine Streifen. Vier Tage lang präsentiert das 5. ZEBRA Poetry Film Festival die besten aktuellen Poesiefilme. Aus 71 Ländern wurden über 900 Kurzfilme eingereicht, die auf einem Gedicht basieren. In verschiedenen Themenprogrammen werden 150 davon gezeigt, 26 Filme wurden von der Programmkommission für den Wettbewerb ausgewählt und konkurrieren um den Preis des besten Poesiefilms. Eine international besetzte Jury ermittelt die Gewinner. Es werden die Preise „ZEBRA-Preis für den besten Poesiefilm“, „Filmpoesie-Preis des Goethe-Instituts“ und „Ritter-Sport-Preis, gestiftet von der Alfred Ritter GmbH&Co KG“ im Wert von insgesamt 10.000 € vergeben. Das ZEBRA Poetry Film Festival hat sich als internationales Forum für Poesiefilme etabliert. Es bietet die weltweit größte Plattform für dieses junge, dynamische Kurzfilmgenre und zeigt einen Überblick über die aktuellen Entwicklungen der Poesiefilmproduktion. Neu ist dieses Jahr ein deutsch-israelischer Realisierungsworkshop. Drei Filmemacher aus Israel treffen auf drei deutsche Dichter. Die Filmemacher und Dichter entwickeln gemeinsam ein Drehbuch zu je einem Gedicht der Autoren und realisieren in sechs Tagen ihre Poesiefilme. Die Ergebnisse dieser poetisch-filmischen Zusammenarbeit haben dann im Festival ihre Premiere mit anschließendem Publikumsgespräch. Mit dabei sind die Dichter Daniel Falb, Monika Rinck und Jan Wagner sowie die Filmemacher Emanuella Amichai, Avi Dabach und Joshua Simon. Dazu gibt es ein Programm mit Poesiefilmen aus Israel, kuratiert von dem Filmemacher Avi Dabach (Tel Aviv). Einen Blick zurück auf die Klassiker der Stummfilmzeit wirft das historische Programm. Das ZEBRA Poetry Film Festival zeigt mit dem 1910 entstanden „The Unchanging Sea“ von D. W. Griffith einen der ersten Poesiefilme überhaupt. Das Werk basiert auf einem Gedicht von Charles Kingsley. Weitgehend unbekannt ist das Frühwerk „Mein Bruder kommt“ (1919) von Michael Curtis nach einem Gedicht von Antal Farkas. Curtis erlangte mit „Casablanca“ später Weltruhm. Begleitet werden die Stummfilme von André Feldhaus am Klavier. Ram Devineni vom New-Yorker Label Rattapallax präsentiert eine Auswahl an Filmen aus den USA und bringt als Highlight auch die Dichtergrößen Anne Waldman und Bob Holman mit. Umrahmt wird das Festival mit der Ausstellung „Public Poetry Matters“ der Medienkünstler Eddi D (NL), Pim Zwier (NL) und Matt Hulse (UK). Ein moderiertes Programm für kleine Zuschauer zwischen sechs und zwölf Jahren gibt Einblicke in die Entstehung von Poesie, Film und Festival. Mit Filmbeispielen, Basteleien sowie in Anwesenheit von Filmemachern und Dichtern. Zum Abschluss wählen die Kinder ihren Lieblingsfilm. Dichterlesungen, Werkstattgespräche sowie ein Themenschwerpunkt Argentinien ergänzen das umfangreiche Programm des 5. ZEBRA Poetry Film Festival. Das ZEBRA Poetry Film Festival ist ein Projekt der Literaturwerkstatt Berlin in Kooperation mit interfilm Berlin. Rosa-Luxemburg-Straße 30, 10178 Berlin-Mitte.

Buchhandlung Frauenstein Lesung. Tim Herden – „Gellengold“. In diesem Frühjahr hat ARD-Hauptstadtkorrespondent und Tagesschau-Experte Tim Herden sein Krimi-Debüt „Gellengold“ vorgelegt. In seinem Insel-Krimi erklärt er den Lesern jedoch nicht die neuesten Entwicklungen aus Bildung, Finanzen oder Gesundheit, sondern wirft einen ebenso amüsanten wie  aufschlussreichen Blick hinter die Kulissen der beliebten Urlaubsidylle von Hiddensee. In der Hauptrolle: Ein Berliner Hauptkommissar. Um ein wenig Ruhe zu finden, lässt sich Hauptkommissar Stefan Rieder von Berlin auf die Ostseeinsel Hiddensee versetzen. Hier soll er als Zivilbeamter ein Auge auf die Sicherheit der Touristen haben – sehr zum Missfallen des Inselpolizisten Ole Damp. Als jedoch schon bald am Südstrand der Insel, nahe dem Leuchtfeuer Gellen, eine Leiche auftaucht, ist es schnell vorbei mit der erhofften Ruhe und das ungleiche Duo muss sich zusammenraufen, um gemeinsam einen Mörder zu finden. Ihre einzige Spur: eine kleine Goldmünze in der Hand des Toten …19.30 Uhr. Alte Jakobstraße 85, 10179 Berlin-Mitte.

Georg Büchner Buchladen Lesung. Lucy Fricke – „Ich habe Freunde mitgebracht“. Was tun, wenn Träume, Ziele und Liebhaber durcheinandergeraten, Erschöpfung die Wut ablöst und einem die Entscheidungen langsam ausgehen? Lucy Fricke zelebriert das Scheitern als Ehrensache in einem Roman, der weltklug ist und ungeheuer komisch: vier junge Leute in einem Auto - aus einer kleinen Flucht wird eine große Fahrt. 5 €. 20 Uhr. Wörther Straße 16, 10405 Berlin-Prenzlauer Berg.

La Luz Vorleseschow. Die Brauseboys. Vorleseshow mit Paul Bokowski, Hinark Husen, Frank Sorge, Robert Rescue, Volker Surmann, Heiko Werning und Gästen. Gäste: Die Zuckerröhren (süße Klänge); N.N.. 20.30 Uhr. Osramhöfe, Oudenarderstraße 16-20, 13347 Berlin-Wedding.

Lehmanns Fachbuchhandlung Autorenlesung & Buchpremiere. Knud Kohr – „500 Meter - Trotz Multipler Sklerose um die Welt“. Als Knud Kohr mit 37 Jahren erfährt, dass er an MS leidet, weiß er nicht, wie viel Zeit ihm bleibt, um das zu tun, was er schon immer machen wollte: Einmal um die Welt reisen. Sein Reisebericht ist die berührende Geschichte eines Mannes, der seiner Krankheit die Stirn bietet und sich sein Leben zurückerobert. Bei Lehmanns stellt Knud Kohr sein Buch erstmals öffentlich vor. Moderation: Wolfgang Prosinger, Der Tagesspiegel. 4-6 €. 20.30 Uhr. Hardenbergstraße 5, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Buchhändlerkeller Lesung. Svenja Leiber – „Schipino“. Schipino: vier Datschen in der Nähe einer maroden Kolchose. Eine Handvoll Menschen, ein Klavier und ein Gasherd auf einem Hügel mitten im Wald, umringt von Sümpfen und Seen. Jan Riba ist aus seiner Welt gefallen und hier gelandet. Er hat sein Büro in Deutschland abgeschlossen und ist in den Zug nach Moskau gestiegen, zu seinem Freund Viktor, der ihm den russischen Sommer zeigen will. Zusammen sind sie nach Schipino gekommen, haben sich auf dem Heuboden eingerichtet und sich in das Leben der anderen gefügt. Da sind Wassili, der launische Forscher, schön wie eine Frau; der glatzköpfige Pawel und die dünne Anna. Tolik mit dem Klavier. Darja, die in ihrem Kummer Kleider näht, und die geheimnisvolle Lilja, die wie ein flüchtiger Gast in den Holzhäusern ein und aus geht und sich nach Moskau träumt. Und ganz Schipino wartet auf Mascha, deren Schicksal untrennbar mit diesem Ort und seinem Sterben verknüpft scheint. Svenja Leiber ist eine Erzählkünstlerin, die Landschaften, Stimmungen und Situationen aus wenigen Worten entstehen lässt und ihren Figuren tief ins Herz schaut. „Schipino“ ein ist Roman von geradezu magischer Sprachkraft über die Suche nach Atem in einer atemlosen Zeit. 20.30 Uhr. Carmenstraße 1, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Freitag, 15. Oktober

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Literaturhaus Lesung. Arno Schmidt – „Zettel’s Traum“. Joachim Kersten, Bernd Rauschenbach und Jan Philipp Reemtsma lesen aus Arno Schmidts Überbuch. 20 Uhr. Kaminraum, Fasanenstraße 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Literarisches Colloquium Fortbildung. „ …von säkularen Ausmaßen“ – NS-Deutsch als Beispiel totalitären Sprachgebrauchs. Eine ganztägige und sprachübergreifende Fortbildung für literarische Übersetzer und Interessierte. Leitung: Gabriele Leupold und Eveline Passet. Gibt es eine spezifisch totalitäre Sprache? Wodurch zeichnet sie sich aus? Durch einen eigenen Wortschatz, gewiß. Doch was charakterisiert diesen Wortschatz jenseits bestimmter ideologisch besetzter Begriffe? Gibt es Wortbildungsmuster, die als typisch totalitär eingestuft werden können, etwa vielgliedrige Komposita oder Abkürzungswörter? Und wie steht es mit einer spezifisch totalitären Stilistik? Bevorzugt sie bestimmte rhetorische Figuren, Wortgruppen, Satzbauweisen, z.B. Nominalstil oder Superlativ? In seinem Vortrag „Ideologie und Sprache – Verbalstrategien in der NS-Propaganda“ wird Christian A. Braun, Verfasser einer maßgebenden Arbeit zum nationalsozialistischen Sprachstil, Charakteristika des NS-Stils aufzeigen und dabei auch die Frage diskutieren, wie ideologische Weltkonstruktion und Sprachgebrauch ineinandergreifen. Renate Birkenhauer, die zur Zeit ihr in den 1980er Jahren auf Anregung von Übersetzern entstandenes „Wörterbuch NS-Deutsch“ grundlegend überarbeitet, wird in ihrem gleichnamigen Vortrag ebenso über menschenverachtende sprachliche Stereotypen und Mechanismen der Wortbildung sprechen wie über Formen der „lagerszpracha“ , jener deutschbasierten Lingua franca unter den nicht-deutschen KZ-Häftlingen, die in frühen Übersetzungen von Lagerliteratur wiederholt als fehlerhaftes Deutsch wegkorrigiert wurde. In den anschließenden Übungen soll der Blick über die NS-Sprache hinaus auf übersetzungsspezifische Fragen gelenkt werden, wie sie sich beim Übertragen fremdsprachiger Literatur stellen, die von totalitären Regimes handelt und deren Sprache auf die eine oder andere Weise abbildet. Der Eintritt ist frei, 10 Euro Unkostenbeteiligung für einen Mittagsimbiß und Getränke sind vorgesehen. 10-18 Uhr. Uhr. Am Sandwerder 5, 14109 Berlin-Wannsee.

Admiralspalast Lesung. Daniel Brühl liest Haruki Murakami. In „1Q84“ verbindet der Japaner wieder unterschiedlichste Erzählstränge: Aomame ersticht bei einem Rendezvous einen reichen Ölhändler und wundert sich, warum die Nachrichten den Mord nicht vermelden. Ist sie in eine Parallelwelt geraten? Um diese Sphäre vom gewöhnlichen Leben im Jahr 1984 zu unterscheiden, gibt Aomame der neuen, unheimlichen Welt den Namen 1Q84. Derweil soll Hobby-Schriftsteller Tengo einen Roman der exzentrischen 17jährigen Fukaeri überarbeiten, damit sie einen Literaturpreis bekommt. Der Text ist zwar äußerst originell, aber dafür schlecht geschrieben – ein riskanter Auftrag. TICKETS: BUCHBOX! Kiezbuchhandlung, Danziger Str. 22, 10435 Berlin. 20 Uhr. Friedrichstraße 101, 10117 Berlin-Mitte.

Samstag, 16. Oktober

Kammerspiele Buchpräsentation. Hans Rübesame (Hg.) – „Antrag auf Demonstration“. Am 15. Oktober trafen sich rund 800 Theaterschaffende der DDR im Deutschen Theater Berlin, um sich über die angespannte Lage im Land auszutauschen. Aus einer Mischung von Angst und Hoffnung, Beschwichtigungsversuchen und Aufbruchswillen entwickelte sich eine Eigendynamik: Man forderte die Aufhebung der Zensur, kritisierte die SED und schlug eine Großdemonstration für den 4. November vor – die schließlich das Ende der DDR einläutete. Ein erst kürzlich aufgefundener Audiomitschnitt von dieser Versammlung erfasst wie in einem Brennspiegel wesentliche Elemente der „friedlichen Revolution“. Das hier vorgelegte Protokoll ist ein einzigartiges Dokument vom Mündigwerden der Bürger. In Zusammenarbeit mit dem Links Verlag. Eintritt frei. 18 Uhr. Schumannstraße 13a, 10117 Berlin-Mitte.

Literaturhaus Lesung. Tigertexte - Ein Tucholskyabend mit Jazz. Mit Gerlinde Kempendorff (voc) und Uli Kempendorff (sax/kl). Veranstalter: Gerlinde Kempendorff. Tel.: 84 10 70 01. 6-12 €. 20 Uhr. Kaminraum, Fasanenstraße 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Sonntag, 17. Oktober

Museum für Naturkunde Matinee über Vögel. „Vögel sind gewissermaßen das bessere Ich der Dinosaurier“ (Jonathan Franzen in „Mein Vogelproblem“). Mit Jonathan Franzen. Der Eintritt geht auf Wunsch von Jonathan Franzen an das Ökowerk Berlin. Möchten Sie im Anschluss an die Veranstaltung auch die Ausstellungen des Museums für Naturkunde besuchen, muss der reguläre Museumseintritt gezahlt werden. Der Autor Jonathan Franzen über Vögel, Hobbyornithologen und die Lebenslektionen, die man beim Beobachten von Vögeln lernt. Wo immer er hinreist; lange vorher informiert er sich über die besten Beobachtungsorte. Er sammelt Beobachtungen und immer neue Arten. So hat ihn seine Leidenschaft fürs „bird watching“ auch schon an die Teiche der Brandenburger Parks und ins Berliner Umland geführt. In Zusammenarbeit mit dem Museum für Naturkunde und dem Saarländischen Rundfunk. Reservierung unter: evolution[at]mfn-berlin.de. 11 Uhr. Invalidenstraße 43, 10115 Berlin-Mitte.

Deutsches Theater Gespräch. Gregor Gysi trifft Roger Willemsen. 2006 konnte man vermuten, der in den 90er Jahren überaus erfolgreiche Fernsehmann Roger Willemsen moderiere nur noch Jazzgalas, doch dann überraschte er mit seiner ,Afghanischen Reise‘ und mit seinem Interviewband ,Hier spricht Guantanamo‘. Seither ist Willemsen einer der schärfsten Kritiker des deutschen Afghanistan-Einsatzes. Der gebürtige Bonner, 55, studierte Germanistik, Philosophie und Kunstgeschichte. 2002 begann er, sich aus dem Fernsehen zurückzuziehen; Fernsehredakteure, wird er später sagen, seien „eine Spezies, die in der Regel von nichts im Leben so viel versteht wie von Quote.“ Deshalb schreibt Willemsen lieber. Mit Gregor Gysi spricht er unter anderem über sein neues Buch „Die Enden der Welt“. 8 €. 11 Uhr. Schumannstraße 13a, 10117 Berlin-Mitte.

Kino Babylon Workshop. Poetic Encounters. The 1st Berlin – Tel Aviv Workshop For Poetry & Film. Zum ersten Mal findet im Zebra Poetry Film Festival ein Realisierungsworkshop statt. Die Literaturwerkstatt Berlin bringt Filmemacher aus Tel Aviv mit Dichtern aus Berlin zusammen und ermöglicht das gemeinsame Arbeiten an Poesiefilmen. Die Ergebnisse werden im Festival gezeigt, die Dichter und Filmemacher erzählen über ihr gemeinsames Arbeiten und stellen sich den Fragen des Publikums. Emanuella Amichai, Avi Dabach und Joshua Simon sind seit Sommer 2010 in intensivem Austausch mit den Dichtern Daniel Falb, Monika Rinck und Jan Wagner. Lyrik trifft auf Film; Dichter auf Filmemacher. Über Ländergrenzen hinweg lassen sich die drei Künstlerduos auf die Kunst des Anderen ein und entwerfen die Drehbücher zu ihren Poesiefilmen. Vor dem Festival treffen sie sich, um in sechs Tagen ihre Ideen filmisch umzusetzen. 14.45 Uhr. Rosa-Luxemburg-Straße 30, 10178 Berlin-Mitte.

Literaturhaus Lesung. Jean-Philippe Toussaint – „Die Wahrheit über Marie“. Der Autor liest zusammen mit Peter Urban-Halle aus seinem neuen Roman. Marie und der Erzähler machen Liebe, zur gleichen Zeit, nur nicht miteinander. Sie sind in Paris, seit ihrer Trennung in Tokio ist der Erzähler ein paar Straßen weiter gezogen. Es ist eine glutheiße Sommernacht, und das eigentliche Drama steht noch bevor. Ein Mann wird sterben. Jener reiche Pferdebesitzer, den Marie in Tokio kennengelernt und mit dem sie uchtartig Japan verlassen hat. Zahir, eines seiner Rennpferde, ist in einen Skandal verwickelt und muss aus dem Land geschleust werden, eine abenteuerliche Nacht-und-Nebel-Aktion, in der Zahir den gesamten Tokioter Flughafen lahmlegt. 20 Uhr. Kaminraum, Fasanenstrasse 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Montag, 18. Oktober

Literaturhaus Lesung. Poesie der Nachbarn: Kroatien. Branko Čegec, Ivana Bodrožić Simić, Ann Cotten und Hans Thill lesen aus der Anthologie „Konzert für das Eis“. 20 Uhr. Kaminraum, Fasanenstraße 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Literarisches Colloquium Lesung. Melinda Nadj Aboni – „Tauben fliegen auf“. Moderation: Thomas Geiger. In „Tauben fliegen auf“ erzählt die aus einer ungarischen Familie aus der Vojvodina stammende Melinda Nadj Abonji (Jung und Jung) die Geschichte einer Familie, die aus Titos Jugoslawien in die Schweiz übersiedelt. Es ist die Geschichte zweier Mädchen, die die ersten Lebensjahre in Serbien aufwachsen und dann nach ein paar Jahren mit ihrer Mutter in die Schweiz nachziehen. Bewegend, aber nie rührselig, erzählt Melinda Nadj Abonji vom Leben zwischen zwei Kulturen, vom dörflichen Leben im Norden Serbiens und von den Schwierigkeiten sich in der zur Heimat werdenden Fremde zurechtzufinden – und von der Unmöglichkeit davon. Eine Kandidatin für den Deutschen Buchpreis 2010. Melinda Nadj Abonji erhielt ein „Grenzgänger“ -Stipendium. Mit freundlicher Unterstützung der Robert Bosch Stiftung. 4-6 €. 20 Uhr. Am Sandwerder 5, 14109 Berlin-Wannsee.

Dienstag, 19. Oktober

Haus Berliner Stadtbibliothek Lesung. Knut Elstermann – „Klosterkinder“. Knut Elstermann liest aus seinem Buch „Klosterkinder – Deutsche Lebensläufe am Gymnasium zum Grauen Kloster in Berlin“. Vor der Lesung besteht die Möglichkeit, an einer Führung durch die Sammlungen des Berlinischen Gymnasiums zum Grauen Kloster teilzunehmen, die als Dauerleihgabe in der ZLB bewahrt werden. Beginn der Führung: 17.30 Uhr, Treffpunkt: Breite Str. 30 (Torbogen). Für die Führung bitte vorher anmelden unter: sondersammlungen@zlb.de. Eintritt: frei. 19 Uhr. Ribbeck-Haus, Breite Straße 36, 10178 Berlin-Mitte.

Stiftung Brandenburger Tor Lesung & Gespräch. – „Unter zweierlei Sternen – Liebe, Migration und Recht“. In Lesung und Gespräch: Michael Roes (Autor, Berlin), Emine Sevgi Özdamar (Autorin, Berlin), Jutta Limbach (Präsidentin des Bundesverfassungsgericht a. D., Berlin), Christoph von Planta (Anwaltskanzlei vpmk Rechtsanwälte) Moderation: Barbara Wahlster (Redaktionsleitung Literatur, Deutschlandradio Kultur, Berlin). Eintritt frei (um Anmeldung wird gebeten bis 11.10.2010 unter Tel: 030. 22 63 30 30). 20 Uhr. Max Liebermann Haus, Pariser Platz 7, 10117 Berlin-Mitte.

Akademie der Künste Buchvorstellung. Peter Hacks u.a. – „Berlinische Dramaturgie“ Ein einzigartiger Archivbestand liegt nun in kompletter und kommentierter Ausgabe vor: Zwischen 1972 und 1990 diskutierten mit Peter Hacks so streitbare Autoren und Gelehrte wie Helmut Baierl, Peter Dehler, Wolfgang Harich, Wieland Herzfelde, Wolfgang Kohlhaase, Jörg-Michael Koerbl, Werner Mittenzwei, Heiner Müller, Günther Rücker, Ronald M. Schernikau, Anna Elisabeth Wiede, Robert Weimann und Benito Wogatzki zu Fragen der Welt- und Zeitdramatik, der Ästhetik und Technik des Dramas. Nicht zuletzt durch ihre Orientierung aufs Publikum ist diese gewachsene Dramaturgie in Dialogen geeignet, auch künftig Debatten über Literatur, Theater und Gesellschaft anzuregen. Buchvorstellung mit Nicole Heesters, Rolf Becker, Peter Dehler, Jürgen Kuttner, Thomas Neumann, Thomas Oberender. Herausgeber Thomas Keck, Jens Mehrle. 3-5 €. 20 Uhr. Plenarsaal, Pariser Platz 4, 10117 Berlin-Mitte.

Literarisches Colloquium Lesung. Die unerträgliche Freiheit. Zum Start der editionBalkan. Ein bulgarischer Abend mit Dimitar Atanassow, Bozhana Apostelowa und Maria Stankowa. Lesung der deutschen Texte: Max Volkert Martens Einführung: Roumen M. Evert. Die neue Buchreihe editionBalkan im Dittrich Verlag setzt sich zum Ziel, zeitgenössische Autoren aus den Balkanländern vorzustellen. Zum Start der Reihe erscheinen vier Übersetzungen bulgarischer Autoren: Dimitar Atanassow („Die unerträgliche Freiheit“ , übersetzt von Roumen M. Evert), Bozhana Apostelowa („Kreuzung ohne Weg“ , übersetzt von Ines Sebesta), Maria Stankowa („Langeweile“ , übersetzt von Barbara Beyer) sowie ein Werk des kürzlich verstorbenen Viktor Paskov („Autopsie“, übersetzt von Alexander Sitzmann). Lesungen und Gespräche mit den angereisten Autoren und dem Herausgeber und Übersetzer Roumen M. Evert. Eintritt frei. 20 Uhr. Am Sandwerder 5, 14109 Berlin-Wannsee.

Literaturforum im Brecht-Haus Lesung & Gespräch. Wolfgang Bunzel (Hrsg.) – „Verlass dich, dass ich dir nicht fehle“ - Briefwechsel zwischen Herz und Ruhm, Teil 3: Bettina von Arnims Briefwechsel mit ihren Söhnen. Dagmar Just im Gespräch mit dem Herausgeber Wolfgang Bunzel. Es liest Angelika Waller. Bettina Brentano, spätere von Arnim, ging in die Literaturgeschichte ein als Schriftstellerin, politisch engagierte Intellektuelle, Herrin auf Gut Wiepersdorf und hoch begabte Briefschreiberin. Sie korrespondierte mit Karoline von Günderrode und König Friedrich Wilhelm IV. Nicht zuletzt aber richtete sie Briefe an ihre vier Söhne. Wolfgang Bunzel berichtet über das ehrgeizige Langzeitprojekt der Brief-Edition. 20 Uhr. Chausseestraße 125, 10115 Berlin-Mitte.

Stiftung Brandenburger Tor Lesung & Gespräch. „Unter zweierlei Sternen – Liebe, Migration und Recht“. Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Literaturwerkstatt Berlin. In Lesung und Gespräch: Michael Roes (Autor, Berlin), Emine Sevgi Özdamar (Autorin, Berlin), Jutta Limbach (Präsidentin des Bundesverfassungsgericht a. D., Berlin), Christoph von Planta (Anwaltskanzlei vpmk Rechtsanwälte), Moderation: Barbara Wahlster (Redaktionsleitung Literatur, Deutschlandradio Kultur, Berlin). 20 Uhr. Max Liebermann Haus, Pariser Platz 7, 10117 Berlin-Mitte.

Buchhändlerkeller Lesung. Gerrit Confurius – „Der Pinocchio-Effekt. Vom Eigensinn des Ich in einer verkehrten Welt“. Der Autor liest aus seinem Essay. 20.30 Uhr. Carmenstraße 1, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Mittwoch, 20. Oktober

Literatur und Kunst am Gendarmenmarkt. Literarischer Spaziergang. Um 1800 haben die Salons der Damen, allen voran Rahel Lewin, später Verheiratete  Varnhagen von Ense, das kulturelle Leben um den Gendarmenmarkt geprägt, sie hatte ihren ersten Salon in dem Dachstübchen in der Jägerstraße, vis-à-vis vom Geburtshaus  Alexander von Humboldts. Heinrich von Kleist wohnte in der Mauerstraße, der Philosoph und Theologe Friedrich Schleiermacher in den Pfarrhäusern Ecke Glinka/Taubenstraße, E.T.A  Hoffman vis-à-vis dem Schauspielhaus, in der Charlottenstraße, ein paar Häuser weiter, im Wirtshaus Wegener,  gab’s den berühmten Sekt, der den freiheitlichen Geist beflügelte. Die Hugenotten brachten den Berlinern die Seidenkunst und das gute Essen, was ja manchem Gourmet als die höchste Kunst gilt. In der Französischen Straße war das Haus der Hugenottenfamilie Archad, der der Erfinder des Rübenzuckers, Franz Carl Archad  (1753-1821) entstammte. Führung auch am 20.10. Nur mit Anmeldung unter 030/892 13 38. 14 Uhr.

Literaturhaus Philosophisches Café. Lutz von Werder – „Die Ethik der Pflicht“ (Immanuel Kant). Veranstalter: Lutz von Werder. Auskünfte: 211 92 04. 3 €. 17.30 Uhr. Kaminraum, Fasanenstraße 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Café Tasso Lesung & Gespräch. Wilfrid Jaensch - Ein Autor im Gespräch II. Fortsetzung der Veranstaltungsreihe mit Wilfrid Jaensch, Autor und Vortragsredner im Feld der Anthroposophie und Waldorfpädagogik. Jaensch liest aus seinen Werken und berichtet aus seinem bunten Arbeitsleben. Hier ein kleiner Auszug aus seinen Tätigkeiten. Jaensch studierte bei Walter Muschg in Basel und arbeitete u.a. mit: Kriegsdienstverweigerung, Kuratorium Unteilbares Polen, Arena Basel, Kritische Untergrundschule Schweiz, Lehrerseminar Liestal, Tief- und Straßenbau Kury AG Reinach... In Warrah Village (NSW, Australien), einer Dorfgemeinschaft mit landwirtschaftlichem Betrieb nebst Ausbildungs- und Therapiezentrum für geistig behinderte Menschen, war er im Landschafts- und Gartenbau und als Heilpädagoge tätig. Von 1963-71 gab Jaensch die  Zeitschrift ÑPolemosì, ´Blätter für die Nach-Moderne' heraus. Eintritt frei. 19 Uhr. Frankfurter Allee 11, 10247 Berlin-Friedrichshain.

Literaturforum im Brecht-Haus Gespräch. Zum 50. Geburtstag von R. M. Schernikau. „die anmaßung der welt vergessen und uns ihr zu wenden“ (R. M. Schernikau). Volker Gransow im Gespräch mit Georg Fülberth, Hermann L. Gremliza, Dietrich Mühlberg und Helmut Peitsch. „Was Schernikau so reizvoll macht, ist die innige Verknüpfung von Erkenntnis und Genuß“, schreibt Manfred Mugrauer über den 1991 früh verstorbenen Dichter, der als kaum Zwanzigjähriger mit “Kleinstadtnovelle” die literarische Bühne betreten hatte. Schon diesen Text, nur vordergründig die Geschichte eines Coming-outs, prägen strenges Formbewusstsein und eine Sinnlichkeit und Avantgarde des Denkens, die jeden Satz ins Zeitlos-Gültige heben. Was eigentlich meint Emanzipation? Und wie, konkret, für Zeiten wie unsere und danach, arbeitet Schernikau ihr zu? Wollen wir ihn wirklich lesen? 20 Uhr. Chausseestraße 125, 10115 Berlin-Mitte.

Kulturhaus Mitte Lesung. ZUKUNFTSSALON (einmalig)! Was denkt die heutige Naturwissenschaft über unsere Zukunft? WERDEN WIR EWIG LEBEN? – Lesung mit Kurzfilmen und Interviews internationaler Wissenschaftler von Roman Brinzanik und Tobias Hülswitt. Gastgeber Martin Jankowski. 3-5 €. 20 Uhr. Auguststrasse 21, 10117 Berlin-Mitte.

Literarisches Colloquium Lesung. Hausgäste. Gintaras Grajauskas, Finn-Ole Heinrich und Liu Ka-Shiang. Mehr als 40 Stipendiaten haben wir in diesem Jahr beherbergt, Autoren und Übersetzer aus aller Welt. Bevor das LCB zur Baustelle wird und für mehrere Monate schließt (saniert werden u.a. die Gästezimmer, der Veranstaltungssaal und die Heizungsanlage), stellen wir unsere Autoren des Hauses im Monat Oktober vor: den litauischen Schriftsteller Gintaras Grajauskas, der taiwanesische Autor Liu Ka-shiang sowie den in Hamburg lebenden Finn-Ole Heinrich, der mit mit seinem Erzählungsband „Gestern war auch schon ein Tag“ (mairisch verlag) bekannt wurde. Eintritt frei. 20 Uhr. Am Sandwerder 5, 14109 Berlin-Wannsee.

Literaturhaus Lesung. Schweizer Buchpreis 2010: Shortlist-Karawane unterwegs in Deutschland. Die Nominierten des Schweizer Buchpreises 2010 präsentieren ihre aktuellen Bücher. 20 Uhr. Kaminraum, Fasanenstraße 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Lehmanns Fachbuchhandlung Lesung. Daniel Glattauer –„Theo - Anworten aus dem Kinderzimmer“. Bei der Geburt seines Neffen Theo fasste Bestsellerautor Daniel Glattauer („Gut gegen Nordwind”) den Entschluss, das Kind beim Älterwerden zu beobachten und zu beschreiben, wie es die Welt der Erwachsenen für sich erobert. Entstanden ist eines der herzerwärmendsten und witzigsten Bücher, das je über Kinder geschrieben wurde. Ein absolutes Lesevergnügen! 8-10 €. 20.30 Uhr. Hardenbergstraße 5, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Donnerstag, 21. Oktober

Queens Jubiläumsveranstaltung. In bester Gesellschaft - 20 Jahre BücherFrauen / Women in Publishing. Wir konnten nicht nur die Schirmherrschaft des Senators für Wirtschaft, Technologie und Frauen Harald Wolf gewinnen, sondern auch eine interessante Gesprächspartnerin einladen, die uns viel Unterhaltsames und Spannendes darüber erzählen kann, wie Frauen (anders) netzwerken und warum: Eva Hehemann, Autorin des Buches „Frauengesellschaft(en) in Deutschland - von der privaten Feier bis zum Berufsverband“, wird im Gespräch mit Yvonne de Andrés über ihre Begegnungen mit den unterschiedlichsten Frauennetzwerken und -gesellschaften berichten. Darüber hinaus gibt es natürlich wie immer reichlich Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen, sich an gemeinsame Projekte und Veranstaltungen zu erinnern, sich auszutauschen oder einfach in einer freundlichen Atmosphäre miteinander zu feiern. Wir bitten um eine Zusage bis zum 19. Oktober. 18 Uhr. Pappelallee 65, 10437 Berlin-Prenzlauer Berg.

Literaturforum im Brecht-Haus Lesung & Gespräch. R. M. Schernikau – „legende“. Zum 50. Geburtstag von R. M. Schernikau. „legende“ – Montageroman von Ronald M. Schernikau. Es lesen Simone von Zglinicki und Robert Stadlober. Einführung Thomas Keck. Past revisited: vier Halbgötter unter Schokoladenfabrikanten mit Selbstabschaffungsdrang, vier angehende Allmächtige unter Schlagersängerinnen, bunten Tunten, Parteiwohngebietsgruppenvorstandsmitgliedern, Fahrradverkäufern mit Karrierewunsch, schreienden Hausmeisterinnen, berufsverbotenen Lehrern, dem Neffen von Ulla und dem schönsten Mann der Welt. Und dann ist da auch noch Herr Lange, Vertreter der Zukunft, der mit der Vergangenheit in Handelsbeziehung tritt, vielmehr: getreten wird. Der Roman, formal an die Bibel angelehnt, ist eine alle Grenzen sprengende Montage, der fulminante Abschied eines Künstlers, dessen Ziel war: „etwas loben können“. 20 Uhr. Chausseestraße 125, 10115 Berlin-Mitte.

Literarisches Colloquium Lesung. Von der Weltliteratur zur Global Literature. Lesung: Rawi Hage. Moderation: Sigrid Löffler. In seinem erfolgreichen Debütroman „Als ob es kein Morgen gäbe“ erzählte Rawi Hage die Geschichte zweier Jugendlicher, die sich in dem vom Bürgerkrieg verwüsteten Libanon der achtziger Jahre durchschlagen. Das Buch wurde für den Internationalen Literaturpreis 2009 nominiert und mit dem IMPAC-Award ausgezeichnet. Im September 2010 ist nun der zweite Roman des 1964 im Libanon geborenen Autors erschienen: „Kakerlake“ (Piper Verlag, aus dem Amerikanischen von Gregor Hens). In Montreal, wo Rawi Hage selbst seit fast zwanzig Jahren lebt, spielt auch der neue Roman über einen libanesischen Kleinkriminellen, der, traumatisiert vom Tod seiner Schwester, in einer zwielichtigen und gewalttätigen Unterwelt zu überleben versucht. Dabei kommt der namenlose Erzähler fast ausnahmslos mit Iranern, Algeriern und anderen Libanesen in Berührung, die ebenfalls in der eisigen Stadt gestrandet sind. Rawi Hage zeichnet mit diesem sprachgewaltigen neuen Roman ein düsteres Bild vom Alltag der Immigranten in seiner Wahlheimat Kanada. Durch den Abend führt die Literaturkritikerin Sigrid Löffler, die Kuratorin dieser Veranstaltungsreihe über bemerkenswerte internationale Autoren, die für den aktuellen Umbruch von der Weltliteratur zur Global Literature stehen. 4-6 €. 20 Uhr. Am Sandwerder 5, 14109 Berlin-Wannsee.

Café Tasso Lesung. Texttouren – Literarische Lesebühne. Lesung mit wechselnden Autoren und Musik. Jeden dritten Donnerstag im Monat begrüßen Uli Christenn und Wolfgang Louis eine/n Autor/in. Im Anschluss an die Lesung Offenes Mikro. Wolfgang Louis ist Autor zahlreicher Bücher. Sein Erzählband „Die zerbrochenen Engel“ ist 2009 im fhl-verlag Leipzig erschienen. Uli Christenn, gelernter Metallblasinstrumentenmacher und Antiquar lebt als Jazzposaunist und Autor in Berlin. Eintritt frei, Spenden erbeten. 20 Uhr. Frankfurter Allee 11, 10247 Berlin-Friedrichshain.

La Luz Vorleseshow. Die Brauseboys. Vorleseshow mit Paul Bokowski, Hinark Husen, Frank Sorge, Robert Rescue, Volker Surmann, Heiko Werning und Gästen. Gäste: Thomas Franz (virtuoser LoFi-Liedermacher); N.N.. 20.30 Uhr. Oudenarderstraße 16-20, 13347 Berlin-Wedding.

Buchhändlerkeller Lesung. Judith Zander – „Dinge, die wir heute sagten“. Bresekow, ein Dorf in Vorpommern. Als die alte Frau Hanske stirbt, kommt ihre Tochter Ingrid mit ihrer Familie aus Irland zur Beerdigung. Ingrid hatte Bresekow vor vielen Jahren fluchtartig verlassen. Der Besuch verändert vieles im Dorf, wirft gerade für die Familien Ploetz und Wachlowski alte und neue Fragen auf. Die Dorfbewohner beginnen zu sprechen, über ihr derzeitiges Leben und ihre Verstrickungen von damals. Bresekow war immer eine kleine Welt, eng, abgelegen und heute zudem vom Verfall bedroht. Judith Zander lässt drei Generationen zu Wort kommen. Sie erzählt mit ungeheurer Sprachkraft von einem verschwiegenen Ort im Nordosten Deutschlands, von Provinz und Alltag, von Freundschaft und Verrat, vom Leben selbst. 20.30 Uhr. Carmenstraße 1, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Freitag, 22. Oktober

Literaturhaus Lesung. Stéphane Hessel – „Ô ma mémoire. Gedichte, die mir unentbehrlich sind“. Der Wahlpariser trägt einige Gedichte vor. Einführung und Gespräch Peter von Becker. 20 Uhr. Kaminraum, Fasanenstraße 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Deutsches Theater Szenische Lesung. Heinrich von Kleist – „Geschichte einer Seele“. Mit Ulrich Matthes. „So tief Ulrich Matthes in Hermann Beils Textfassung in die Abgründe und Sehnsüchte Kleists hineintaucht, so wenig stellt sich je Pathos ein. Das Gefühl des ewigen Ausgeschlossenseins, die Panik vor dem Mittelmäßigen, das verzweifelte Klammern an einen 'Lebensplan' als trügerischer Fluchtweg aus dem Gefühlschaos: Matthes bringt derart viele Facetten zutage, dass die Briefe in neuem Licht erscheinen.“Der Tagesspiegel. 20 Uhr. Schumannstraße 13a, 10117 Berlin-Mitte

Samstag, 23. Oktober

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Literaturhaus Lesung. Max Kommerell – „Heinrich von Kleist. Die Sprache und das Unaussprechliche“. Blanche Kommerell liest Heinrich von Kleist im Essay von Max Kommerell. Veranstalter: Blanche Kommerell. Auskünfte: 56 27 141. 8-12 €. 20 Uhr.  Kaminraum, Fasanenstraße 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Café Tasso Szenische Lesung mit Musik. „siehst Du mich?“ Liebesgedichte (berühmter) jüdischer Schriftstellerinnen - rezitiert von Anne Baum, ergänzt durch Portraits der Autorinnen, die Viola von Wantoch lesen wird. Der kanadische Komponist Brian Agro gibt den musikalischen Rahmen mit eigenen Kompositionen am Piano. Musik, die zwischen  Jazz und Klassik schwebt. Sie hören Gedichte von: Rose Ausländer, Mascha Kaleko, Gertrud Kolmar, Else Lasker-Schüler, Selma Meerbaum-Eisinger und Francisca Stoecklin. Mit Anne Baum, Viola von Wantoch, Brian Agro. Eintritt frei, Spenden erbeten. 20 Uhr. Frankfurter Allee 11, 10247 Berlin-Friedrichshain.

Sonntag, 24. Oktober

Literaturhaus Lesung. Valentino Zeichen – „Gedichte“. Der Lyriker liest zusammen mit Antonio Staude aus den von G. H. H. übersetzten Gedichten. 11 Uhr. Kaminraum, Fasanenstraße 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Montag, 25. Oktober

Akademie der Konrad-Adenauer-Stiftung Lesung. Patrick Roth – „Starlite Terrace“. Starlite Terrace – so heißt ein altes Apartmentgebäude um einen beleuchteten Swimmingpool in Los Angeles. Im Laufe eines Jahres erzählen vier seiner Bewohner – Rex, Moss, Gary und June – ihre aufeinander bezogenen Geschichten. Der Mann an Noahs Fenster, Rex, erzählt scheinbar nur von seinem Vater, der Gary Cooper in „Zwölf Uhr mittags“ gedoubelt haben soll, aber er kündigt auch den „Tod des Königs“, das Ende unserer Zeit und des herrschenden Bewusstseins an. – Moss McCloud, der in Angst vor dem nächsten Holocaust lebt, erwartet in Sonnenfinsternis den Besuch seiner Tochter, die vor vierzig Jahren in New York entführt worden war und deren Spur er bis nach Los Angeles folgte. – Gary, ein Schlagzeuger und christlicher Fundamentalist, der den Turtles-Hit „Happy Together“ in den sechziger Jahren gespielt haben könnte, sucht in Reiter auf dem Sturm einen Weg aus persönlicher Schuld, sich durch Liebe im Untergang noch zu retten. – Und Die Frau im Sternenmeer, June, Ex-Sekretärin in Hollywood, deren Mann sie zur Zeit ihrer größten Krise mit einem Starlet namens Marilyn Monroe betrog, überlebt das Leben. Neugeboren taucht sie aus ihrer Asche im Pool des Starlite Terrace hervor. In vier Geschichtskaskaden entfaltet Patrick Roth eine Welt, in die das Unerwartete einbricht und auf seltsam eigene Weise die Wirklichkeit verwandelt, die eben noch definiert und festzustehen schien. Starlite Terrace erzählt von Wundern im Alltäglichen. 3-5 €. 19 Uhr. Tiergartenstraße 35, 10785 Berlin-Tiergarten.

Literarisches Colloquium Lesung. Antonio Tabucchi. Gesprächspartner: Carmen Morese und Andreas Isenschmid. Moderation: Maike Albath. Antonio Tabucchi hat viele Jahre lang als Professor für Portugiesische Literatur an der Universität von Siena gearbeitet, ist Herausgeber und Übersetzer der Werke Fernando Pessoas und pendelt heute zwischen der Toskana, Paris und Lissabon hin und her. Aber Literatur ist für Tabucchi weder eine Wissenschaft, noch ein Beruf, den man erlernen kann, sondern, wie er es ausdrückt, ein Teil der Seele. Seine Helden empfinden das eigene Dasein als Geheimnis; jede Antwort wirft neue Fragen auf, jede Lösung birgt einen mysteriösen Kern, und jede Reise führt in ein Labyrinth. Das gilt auch für die Protagonisten seines jüngsten Erzählbandes „Die Zeit altert schnell“ (Ü: Karin Fleischanderl), der gerade im Hanser Verlag erschienen ist – Geschichten über Opfer von Diktaturen und Kriegen, über Spitzel und Opportunisten. Mit Skepsis beobachtet Antonio Tabucchi seit einigen Jahren den gesellschaftlichen Wandel Italiens und beklagt immer wieder den Niedergang der politischen Kultur. Im Studio LCB diskutiert der Schriftsteller mit der Leiterin des Goethe-Instituts Neapel Carmen Morese und dem Literaturkritiker Andreas Isenschmid über seine Arbeit und die Lage in seiner Heimat. Den deutschen Text liest der Schauspieler und Rundfunksprecher Frank Arnold. 4-6 €. 20 Uhr. Studio LCB. Am Sandwerder 5, 14109 Berlin-Wannsee.

Literaturhaus Vortrag. Ludwig Haesler – „Robert Schumanns „Frauenliebe und Leben“ (op.42): Zur musikalischen Psychologie des Verliebens und Liebens und dessen Realisierung im Leben (mit Musikbeispielen)“. Vortrag von Ludwig Haesler. Veranstalter: Berliner Psychoanalytisches Institut. Auskünfte: 26 55 49 18. 20.15 Uhr. Kaminraum, Fasanenstraße 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Lehmanns Fachbuchhandlung Lesung. Katharina Hacker – „Die Erdbeeren von Antons Mutter“. In ihrem neuen Roman gelingt Bestsellerautorin Katharina Hacker („Die Habenichtse“) das einfühlsame Porträt von Menschen, die zurückblicken müssen, um weitergehen und die zweite Lebenshälfte gestalten zu können. „Die Erdbeeren von Antons Mutter” ist ein eindringliches Meisterwerk. Zuletzt erschienen von Katharina Hacker die Romane „Eine Art Liebe“ (2003), „Die Habenichtse“, für den sie 2006 den „Deutschen Buchpreis“ und den „d.lit-Preis“ erhielt, und „Alix, Anton und die anderen“ (2009). 5-7,50 €. 20.30 Uhr. Hardenbergstraße 5, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Dienstag, 26. Oktober

Museum für Kommunikation Vortrag. Erik Porath – „Geheimes Wissen und massenhafte Verbreitung. Elias Canettis Überlegungen zur Dynamik des Gerüchts“. Erik Porath ist seit 2008 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für Literatur- und Kulturforschung im Projekt „Ausdrucksgebärden zwischen Evolutionstheorie und Kulturgeschichte“. 18.30 Uhr. Leipziger Straße16, 10117 Berlin-Mitte.

Urania Lesung. Dan Ariely – „Fühlen nützt nichts, hilft aber“. Warum halten wir die eigenen Ideen immer für die besten? Weshalb wirken sich hohe Boni nachteilig auf die Arbeitsleistung aus? Wieso folgen wir bei der Partnersuche nicht unserem Schönheitsideal? Und warum lassen sich Rachegefühle so schwer bezähmen? In seinem neuen Bestseller untersucht Dan Ariely unser Verhalten in der Arbeitswelt und in zwischenmenschlichen Beziehungen. Sein ernüchternder Befund: Wir meinen zwar, Alltagssituationen vernünftig einschätzen zu können und Herr unserer Entscheidungen zu sein, doch in Wirklichkeit lassen wir uns oft von unseren Instinkten und Gefühlen leiten. Wir erliegen Trugschlüssen und begehen unwissentlich immer wieder Fehler – zum eigenen Nachteil. Ariely hilft uns, die wahren Triebfedern unseres Handelns zu erkennen. Und er hat auch eine gute Botschaft: Tatsächlich geht es uns meist viel besser, wenn wir den Verstand links liegenlassen. 6 €. 19.30 Uhr. An der Urania 17, 10787 Berlin-Schöneberg.

O-TonArtTheater Lesung. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „eat my pussy“ lädt das „Kätzchen zum nächsten Salon ein. Das Motto lautet diesmal „eat my sterblichkeit“. „ich. du. er. sie. auch das liebe hundchen und der vogel auf dem ast. und der ast. die blätter, gerade im herbst und das gras. der morgen, der bäcker, tagchen, selbst das brötchen. ich. hier steht: sterben heißt, aufhören zu leben. heißt einschlafen, krepieren, vergehen. hier steht auch: den geist aufgeben, erlöst werden, sein dassein erfüllen. heißt es: das leben verlieren oder das leben vollenden. wo ein anfang ist ein ende ist ein anfang. hier steht: dran glauben müssen. Moderation: Christian Ingenlath & Kathrin Schadt. Künstler: Elke Erb! (Texte), Anja (Violine), Gwendolyn (Tanz), keep.kool (performance), Angela Fournes (Bestatterin: Vortrag) u.a. wie immer Kurzfilm Überraschungen“. 19.30 Uhr. Kulmerstraße 20A, Berlin-Schöneberg.

Literaturhaus Lesung. Oskar Loerke – „Sämtliche Gedichte“. Lutz Seiler stellt in einem einleitenden Essay Oskar Loerke vor. Frank Arnold liest dessen Gedichte. 20 Uhr. Kaminraum, Fasanenstraße 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Krimibuchhandlung totsicher Lesung. Sir Arthur Conan Doyle – „Ein Skandal in Böhmen“. Doktor Watsons krimineller Salon: Sherlock holmes und die Königin der Diebe. „Für Sherlock Holmes bleibt sie immer die Frau. Keineswegs war es so, daß er für sie eine mit Liebe verwandte Empfindung gehegt hätte. Alle Gefühle, und dieses ganz besonders, waren seinem kalten, genauen, aber wundervoll ausgewogenen Geist zuwider. Und dennoch gab es für ihn nur eine Frau, und diese Frau war Irene Adler.“ Sherlock Holmes verhindert einen politischen Skandal in einem europäischen Königshaus – und doch erleidet er seine größte und nachhaltigste Niederlage. Denn seine perfekte Gleichung hat eine Unbekannte, die ihn zu Fall bringt: Die Königin der Diebe. Dr. Watson (alias Stephan Reher) liest „Ein Skandal in Böhmen“ von Sir Arthur Conan Doyle. Dazu gibt es ein Buffet. 4 €. 20 Uhr. Winsstraße 16, 10405 Berlin-Prenzlauer Berg.

Literaturforum im Brecht-Haus Buchvorstellung & Gespräch. Insa Wilke – „Ist das ein Leben: Der Dichter Thomas Brasch“. Moderation Hannah Markus. Insa Wilke beleuchtet in diesem ersten biografischen Essay über Thomas Brasch die Schnittstelle von Leben und Arbeiten und ermöglicht so einen neuen Blick auf die Bedeutung seines Werkes für unsere Zeit. Auf Grundlage umfangreicher Nachlassmaterialien zeichnet sie einen bisher unbeachteten Schreib- und Denkversuch nach, der von der historischen Zäsur 1989 auf das 21. Jahrhundert ausstrahlt. Wilkes Untersuchung zeigt, dass Brasch im Spiegel von Dichterfiguren wie Brecht und Babel, Johnson und Musil, Heym und Wolf die Grenzen zwischen Leben und Arbeiten, Ästhetik, Politik und Biografie aufhebt und so die Leser in ein wildes Denken zieht. 20 Uhr. Chausseestraße 125, 10115 Berlin-Mitte.

Georg Büchner Buchladen Lesung. Alina Bronsky – „Die schärfsten Gerichte der tartarischen Küche“. Die leidenschaftlichste und durchtriebenste Großmutter aller Zeiten ist die Hauptfigur in diesem Roman, radikal, selbstverliebt und komisch von der Autorin beschrieben, die Geschichte von drei Frauen: die Großmutter, die schwangere Tochter und die Enkelin, die 1978 auf die Welt kommt. 8 €. 20 Uhr. Wörther Straße 16, 10405 Berlin-Prenzlauer Berg.

Buchhändlerkeller Lesung.. Victor Auburtin – „Bescheiden steht am Straßenrand...“. Hartmut Mangold, Peter Moses-Krause und Max Landgrebe stellen Leben und Werk des großen  deutschen Feuilletonisten vor. Heiter und ironisch, oft mit verhaltener Melancholie, folgt Victor Auburtin den kleinen Dingen des Lebens. Seine Phantasie und sein kritischer Geist entzünden sich am Alltäglichen ebenso wie an Krieg und sozialen Krisen. 20.30 Uhr. Carmenstraße 1, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Mittwoch, 27. Oktober

Literaturhaus Tagung. Anlässlich der Herta-Müllerausstellung. Vom 27. – 29. 10. 2010 Tagung – „Verbrechen der Diktaturen in Osteuropa“. Zur Eröffnung spricht Herta Müller. Detailierte Informationen: ab Mitte September. Fasanenstraße 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Akademie der Künste Lesung & Gespräch. 5-Uhr-Tee: Till Nikolaus von Heiseler. „Medientheater“, herausgegeben von Till Nikolaus von Heiseler, reflektiert in Gesprächsform Theater als Vorläufer der audiovisuellen Medien und fragt, inwieweit die neuen technischen Möglichkeiten über die gegenwärtig bestimmende Struktur des Stadttheaters hinaus neue Formen für ein Theater der Zukunft produziert. Lesung und Gespräch u.a. mit Anne Tismer, Wolfgang Ernst, Matthias Lilienthal. 17 Uhr. Pariser Platz 4, 10117 Berlin-Mitte.

Café Sibylle Lesung. Friedrich Schorlemmer – „Wohl dem, der Heimat hat“. 3-6 €. 19.30 Uhr. Karl-Marx-Allee 72, 10243 Berlin-Friedrichshain.

Literaturforum im Brecht-Haus Gespräch & Lesung. Ernst Peter Fischer – „Die Charité. Ein Krankenhaus in Berlin, 1710 bis heute.“. Invalidenhaus und Charité – Zur Geschichte von Medizin und Wissenschaft in Berlin. Laurenz Demps „Das Berliner Invalidenhaus und die Entwicklung seines einstigen Geländes“. Gegründet als Quarantänehaus und Lazarett, hat sich die Charité, die dieses Jahr ihr 300jähriges Jubiläum feiert, vom einstigen Armenkrankenhaus zu einer der renommiertesten Universitätskliniken der Welt entwickelt. Ebenfalls bis ins frühe 18. Jahrhundert zurück reicht die Gründung des benachbarten und mit der Geschichte der Charité eng verknüpften Invalidenhauses, in dem kriegsbeschädigte Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften Aufnahme fanden. Der Wissenschaftshistoriker Ernst Peter Fischer und der Stadthistoriker Laurenz Demps rekapitulieren 300 Jahre Berliner Medizin- und Wissenschaftsgeschichte in Zeiten des Aufbruchs und der Krise. 20 Uhr. Chausseestraße 125, 10115 Berlin-Mitte.

Münzsalon Lesung. Mitternachtboogie. Edo Popovic, Clemens Meyer und Alida Bremer in Lesung und Gespräch. Mit „Mitternachtsboogie“ wurde der kroatische Schriftsteller Edo Popovic als Kultautor seiner Generation in den achtziger Jahren bekannt. Nach „Ausfahrt Zagreb-Süd“ , „Kalda“ und „Die Spieler“ erscheint nun dieser vielgefeierte Debütroman in deutscher Übersetzung bei Voland & Quist. In biergetränkten Nächten, zufälligen Begegnungen in der Halbwelt Zagrebs und mit lakonischem Stil gewährt Edo Popovic Einblicke in die Jugend des sozialistischen Jugoslawiens am Ende der Tito-Ära. Edo Popovic, geboren 1957, ist Mitbegründer einer der wichtigsten Literaturzeitschriften des ehemaligen Jugoslawiens. Von 1991 bis 1995 war er als Kriegsberichterstatter Kroatiens für seine ideologiefreien Reportagen ebenso angesehen wie gefürchtet. Seine Bücher wurden in mehrere Sprachen übersetzt. Edo Popovic und der Autor Clemens Meyer lesen aus „Mitternachtsboogie“ und sprechen mit der Übersetzerin Alida Bremer. Anmeldung erbeten an news[at]muenzsalon.net. 4-6 €. 20 Uhr. Münzstraße 23, 10178 Berlin-Mitte.

Renaissance-Theater Lesung. Bernhard Schlink – „Sommerlügen“. Spätestens seit „Der Vorleser“ gehört Bernhard Schlink zu den erfolgreichsten Schriftstellern Deutschlands. Zur Lesung aus seinem neuen wunderbaren Erzählband „Sommerlügen“ holt Lehmanns Buchhandlung ihn in das Renaissance-Theater Berlin. Moderation: Tilman Krause, Die Literarische Welt. 12-16 €. 20 Uhr. Hardenbergstraße 6, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Lehmanns Fachbuchhandlung (Friedrichstraße) Lesung. Prof. Dr. Michael Tsokos – „Der Totenleser“. Nahezu täglich hat Michael Tsokos es mit Toten zu tun, die auf spektakuläre Weise ums Leben gekommen sind und die Frage aufwerfen: War es Suizid, war es ein Unfall − oder war es Mord? In seinem zweiten Buch ist der bekannte Rechtsmediziner dem Tod erneut auf der Spur und schildert weitere unglaubliche Fälle aus eigener Erfahrung. 4-6 €. 20 Uhr. WICHTIGE INFO : Veranstaltungsort ist diesmal die Filiale in der Friedrichstraße 128 10117 Berlin-Mitte.

Akademie der Künste Buchpremiere. Rolf Haufs – „Tanzstunde auf See“. Rolf Haufs, viele Jahre Stellvertretender Direktor der Sektion Literatur, gehört zu den wichtigsten und eigenwilligsten Stimmen der deutschen Poesie. Seit seinem Erstling „Straße nach Kohlhasenbrück“ hat er zahlreiche Gedichtbände veröffentlicht, für die er u.a. mit dem Hans-Erich-Nossack-Preis und dem Peter-Huchel-Preis ausgezeichnet wurde. Trotz ihres skeptischen, gelegentlich sogar sarkastischen Grundtons sind seine Gedichte heiter und dem Leben zugewandt. 20 Uhr. Hanseatenweg 10, 10557 Berlin-Tiergarten

Donnerstag, 28. Oktober

Literaturwerkstatt Poesiegespräch. Lutz Seiler – „im felderlatein“. In Lesung und Gespräch: Lutz Seiler (Autor, Wilhelmshorst) Moderation: Nico Bleutge (Autor und Literaturkritiker, Berlin). Poesiegespräche sind exklusive Gesprächsmöglichkeiten zu Dichtern und Gedichten. Sie werden das Programm der Literaturwerkstatt Berlin entlang der wichtigsten Neuerscheinungen der letzten Monate nun auch über das Jahr begleiten. Nico Bleutge, selbst Dichter, wird als kritisch begleitender Gesprächspartner auch die zweite Veranstaltung in dieser Reihe moderieren. Lutz Seilers neue Gedichte, entstanden zwischen 2004 und 2010, unternehmen Expeditionen ins Grenzland rund um Berlin, mitten in den „satzbau dieser gegend“, vom Wechsel der Zeit gezeichnet. „im felderlatein“, das heißt: im Acker einer Sprache sein, ein Streifzug zugleich durch die Legende einer Landschaft, wie sie zu Ohren kommt, beim Gehen, im Flüstern, beim Schweigen. Mit jedem Schritt auf diesem Weg erweist sich die musikalische Kraft der Gedichte und Lutz Seiler trifft den Ton für die ernsthaftesten Übertreibungen der Poesie: Für die wundersame Geschichte der „ersten zärtlichkeit“, geschehen zu einer Zeit, als die Schatten noch „kleine schwarze zahlungseinheiten“ waren. Oder für die Odyssee der „fussinauten“, den Argonauten ebenbürtig an Treue und Beständigkeit. Und nicht zuletzt für die Geschichte der schönen, verstoße nen Aranka, die „aus den kniekehlen gesungen hat“. Legenden „im felderlatein“. Lutz Seiler (*1963 Gera) schreibt Lyrik und Prosa und leitet das literarische Programm im Peter-Huchel-Haus in Wilhelmshorst. „im felderlatein“ ist sein vierter Gedichtband, zuletzt veröffentlicht er „Die Zeitwaage“ (Erzählungen, Suhrkamp Verlag 2009). Er erhielt zahlreiche Preise und Stipendien, darunter 2007 den Ingeborg-Bachmann-Preis. Knaackstraße 97, Kulturbrauerei, 10435 Berlin-Pankow.

Helene Nathan Bibliothek Lesung. Lesung mit Gerald Koenig. Im Rahmen der Reihe „Verbotene Bücher - Zensur damals und heute“ stellt Gerald Koenig folgende Titel vor: Klaus Mann, Mephisto, 1936, verboten in der BRD und Irmtraud Morgner, Rumba auf einen Herbst, 1965, verboten in der DDR. Der Eintritt ist frei. 18.30 Uhr. In den Neukölln Arcaden, Karl-Marx-Straße 66, 12043 Berlin-Neukölln.

Literaturhaus Lesung. „Siehst du mich?“. Rezitationsabend mit Anne Baum, Viola von Wantoch und Christian Bänsch. Veranstalter: Viola von Wantoch. Auskünfte: 325 84 47. 6-8 €. 19.30 Uhr. Kaminraum, Fasanenstraße 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Bücher am Nonnendamm Lesung. Martin Keune – „Groschenroman“. Ihr be.bra verlag stellt sich vor.  Der be.bra verlag hat sich seit seiner Gründung im Jahr 1994 als unabhängiger Verlag mit populären Sachbüchern zu den Themen Geschichte, Kultur, Architektur und Zeitgeschichte einen Namen gemacht. Neben dem Verleger, Ulrich Hopp, wird auch Autor Martin Keune (Groschenroman) den Abend begleiten. Er lebt in Berlin und verbringt die Wochenenden in dem havelländischen Dorf Semlin, nahe Rathenow. Dort stieß er auf den schillernden Lebensweg des Schriftstellers Axel Rudolph, dessen Lebensgeschichte er in seinem „Groschenroman“ nacherzählt. 19.30 Uhr. Nonnendammallee 87a, 13629 Berlin-Spandau.

Literaturforum im Brecht-Haus Lesung & Gespräch. Roswitha Quadflieg – „Der Glückliche - Roman zu zehn Stimmen“. Lebenszeugnisse. Wolfgang Benz im Gespräch mit der Autorin. Der Roman „Der Glückliche“ beruht auf der von Roswitha Quadflieg recherchierten Biografie des Dr. L. W., der von 1921 bis 1933 Stadtarzt in Speyer war und 1938 wegen Beleidigung Hitlers verhaftet wurde. Aufgrund eines ärztlichen Gutachtens verbrachte er fortan 21 Jahre in der Heil- und Pflegeanstalt Lohr. Drei Tage nach seiner Entlassung stürzte er auf einer Bergwanderung in den Tod. Der Roman setzt nochmals 25 Jahre später an: sieben Familienmitglieder, ein Mitinsasse, ein Arzt und ein Rechtsanwalt tragen ihre jeweils eigene Sicht auf das Leben des Dr. L. W. vor. Alle beharren darauf, die Wahrheit zu kennen. In Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Antisemitismusforschung. 20 Uhr. Chausseestraße 125, 10115 Berlin-Mitte.

Café Tasso Lesung. Storyatella kommunizieren– Berliner Kurzgeschichten. Eintritt frei, Spenden erbeten. LITERATURSALOON LUNGE, STORYATELLA und die VirtuArtisten. Thema heute: Alles Gute kommt von oben. Seit 2001 veranstalten die VirtuArtisten die Kommunikationskunst-Veranstaltung LUNGE. Mittlerweile hat sich die LUNGE zu einer literarischen Leseveranstaltung abseits der Lach-Lesebühnen-Literatur Berlins entwickelt, an der explizit zu einem Thema jeweils neu verfasste Kurzgeschichten und Erzählungen von den VirtuArtisten und den STORYATELLA-Autoren vorgetragen werden. Ausgewählte Kurzgeschichten werden in der Kurzgeschichten-Taschenzeitschrift „STORYATELLA“ veröffentlicht, die zweimal im Jahr erscheint. 20 Uhr. Frankfurter Allee 11, 10247 Berlin-Friedrichshain.

La Luz Vorleseschow. Die Brauseboys. Vorleseshow mit Paul Bokowski, Hinark Husen, Frank Sorge, Robert Rescue, Volker Surmann, Heiko Werning und Gästen. Gäste: N.N.; N.N. 20.30 Uhr. Oudenarderstraße 16-20, 13347 Berlin-Wedding.

Buchhändlerkeller Lesung. Léda Forgó – „Vom Ausbleiben der Schönheit“. „Auf den ersten Blick hatte er schöne Augen. Auf den zweiten Blick war er seltsam. Beim dritten Hinsehen war Lále nicht mehr in der Lage, an ihm schön und seltsam zu unterscheiden.“ „Léda Forgó ist mit diesem Buch ein Meisterstück gelungen — eine poetische Choreographie der Lust, kleiner Schrecken und tiefer Wahrheiten.» Michael Stavaric „Das Außergewöhnliche an Léda Forgó ist nicht einmal, dass sie so unglaublich begabt ist, sondern wie sie in ihrem neuen Roman zeigt, was Identität ist — dieser so aufgeblasene wie abgenutzte Begriff wird in ‹Vom Ausbleiben der Schönheit› anschaulich als das Einzige, was einen Menschen zu retten vermag: seine Eigenständigkeit, die unverwechselbare Sprache, die verwirrende Intimität des Körpers, die Wahrhaftigkeit. Und so ist dieser Roman von Léda Forgó ein Buch über Widerständigkeit und Glück geworden, ein einziges Trotzdem!“ Katharina Hacker. 20.30 Uhr. Carmenstraße 1, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Fachbuchhandlung Lehmanns Lesung. Anne Hertz – „Goldstück“.Die beiden Hertz-Schwestern lesen aus ihrem neuen Roman! Das Leben ist kein Wunschkonzert – oder etwa doch? Maike hat das -Gefühl, vom Pech verfolgt zu sein: Warum sonst sollte ihr Freund sie verlassen -haben? Und warum bricht ein Jahrhundert­sommer an, kaum dass sie am Umsatz eines Sonnenstudios beteiligt ist? Doch manchmal muss man sich etwas nur wirklich wünschen, um es zu bekommen – denn Wünsche können ungeahnte Kräfte freisetzen. Aber sie haben auch erstaunliche Folgen …Anne Hertz ist das Pseudonym der Hamburger Autorinnen Frauke Scheunemann und Wiebke Lorenz, die nicht nur gemeinsam schreiben, sondern als Schwestern auch einen Großteil ihres Lebens miteinander verbringen. Bevor Anne Hertz 2006 in Hamburg zur Welt kam, wurde sie 1969 und 1972 in Düsseldorf geboren. 50 Prozent von ihr studierten Jura, während die andere Hälfte sich der Anglistik widmete. Anschließend arbeiteten 100 Prozent als Journalistin. Anne Hertz hat im Schnitt 2 Kinder und mindestens 0,5 Männer. Sie lebt in einem großen Haus mit allen Menschen, die ihr wichtig sind. 20.30 Uhr. Hardenbergstraße 5, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Café Froschkönig Lesung. Wolfgang Louis – „Die zerbrochenen Engel“. In „Die zerbrochenen Engel“ wird von Abgründen menschlicher Gedanken und von Hintergründen menschlicher Taten erzählt. Einmal bleibt Wolfgang Louis dabei ganz nah an den Dingen, so dass es einen erschrecken kann. Manch andere Geschichte hingegen scheint der Realität unendlich weit enthoben und lässt einen amüsiert darauf blicken und aufatmen. Mit Feinsinn und Humor formt Wolfgang Louis aus den Dingen Miniaturen: Abgründig. Aberwitzig. Kurzweilig. Geschichten, die Freude an der modernen Erzählung wecken. 21 Uhr. Weisestraße 17, 12049 Berlin-Neukölln.

 

Freitag, 29. Oktober

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Bibliothek der Freien Anarchistische Bücherei im Haus der Demokratie Vortrag & Diskussion. „Die Freiheit, die ich meine …“. Der Freiheitsbegriff aus libertärer Sicht. „Freiheit“ - welch ein hehres Wort. Ein jeder führt es im Munde und fordert Freiheit, spielt sich gar als ihr Förderer auf. So ist es nicht verwunderlich, dass dieses in den letzten 200 Jahren meist ge- und missbrauchte Wort seinen eigentlichen Sinn immer mehr verloren hat und weithin nur noch als bloße Worthülse gebraucht wird. Heutzutage ist „Freiheit“ ein Synonym für alles Mögliche, nur eben nicht für das, was seine ursprüngliche Bedeutung ausmachte, nämlich ohne jede Bevormundung, in jeder Beziehung uneingeschränkt und eigenverantwortlich leben und handeln zu können. Alle hierarchischen Gesellschaftssysteme von rechts bis links oder der Mitte benutzen daher den Begriff Freiheit immer nur in Teilaspekten wie z.B. als „nationale Freiheit“, „Freiheit von Ausbeutung“, „Freiheit des Westens“ oder „freie Marktwirtschaft“. Dabei wird die Unteilbarkeit des Begriffs Freiheit stets ausgeklammert. Auf diese Weise ist Freiheit oft dort am wenigsten vorhanden, wo sie am lautesten beschworen wird. In mehreren Kurzbeiträgen versuchen einige Mitarbeiter der Bibliothek der Freien, ihren persönlichen Freiheitsbegriff zum Ausdruck zu bringen, um aufzuzeigen, dass es wirkliche Freiheit nur in einem herrschaftsfreien Umfeld geben kann. Eintritt frei. 19 Uhr. Greifswalder Str. 4, 2. Hof, Raum 1102, 10405 Berlin-Prenzlauer Berg.

Kammerspiele Lesung. Ferdinand von Schirach – „Schuld“. Ferdinand von Schirach ist seit 16 Jahren als Anwalt und Strafverteidiger tätig. Laut Klappentext seines Erzählbands Schuld gehören „Industrielle, Prominente, Angehörige der Unterwelt und ganz normale Menschen“ zu seiner Klientel. Solche Sätze sollen den Autor interessanter machen. Ferdinand von Schirach hat das aber gar nicht nötig. Alle Geschichten aus Schuld sind gut bis blendend geschrieben. Und spannend sind sie allesamt sowieso. 8 €. 20 Uhr. Schumannstraße 13a, 10117 Berlin-Mitte.

Samstag, 30. Oktober

Krumme Lanke  -  Schlachtensee. Waldsee, Fischerhütte,  Muthesius- und Bauhaus-Villen. Literarischer Spaziergang. Die „Neue Gemeinschaft“, eine der Reformgemeinschaften um die Jahrhundertwende 1900, wurde maßgeblich gegründet von den Brüdern Julius (1859-1930) und Heinrich (1855-1906) Hart, Peter Hille (1854-1904), Gustav Landauer (1870-1919), Erich Mühsam (1878-1934). Zunächst traf man sich seit 1900 in der Uhlandstraße in Charlottenburg-Wilmersdorf, dann bezog man 1902 unweit des Bahnhofs Schlachtensee eine große Villa mit 30 Zimmern. Hille schrieb damals: „Die Kindheit soll aus eigenem Rechte da sein…Es ist ein Unfug, die Kinder zu erziehen, will sagen, ihnen zu befehlen…“ Er ist damit einer der Begründer der heute viel diskutierten Reformpädagogik. Else Lasker-Schüler war die Weggefährtin Hilles. Sie schrieb „Das Peter Hille Buch“. Nur mit Anmeldung unter 030/892 13 38. 14 Uhr.

Buchhändlerkeller Lesung. Carmer Eins - Literarische Lesebühne. Eigene Texte - Lyrik / Prosa - lesen und diskutieren mit Sabine Schönfeldt und Signe Ibbeken. 20.30 Uhr. Carmenstraße 1, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Sonntag, 31. Oktober

Café Tasso Gespräch. Philosophisches Sonntagscafé mit Matthias Neumann. Thema heute: Geister und Gespenster. Heute, zu Halloween sind sie unterwegs - Feen, Fledermäuse, Geister, Hexen, Kürbisse, Skelette, Zombies, Tote und Vampire. Gerade bei Kindern ist das Fest beliebt. Aber was sind eigentlich Geister und Gespenster? An jedem letzten Sonntag im Monat. Eintritt frei, Spenden erbeten. 16 Uhr. Frankfurter Allee 11, 10247 Berlin-Friedrichshain. (kum)

 


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