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Literaturkalender für Berlin / September 2010

Vom internationalen Literaturfestival bis zu Vorleseshows - zahlreiche interessante Literaturveranstaltungen

© Die Berliner Literaturkritik, 27.09.10


Mittwoch, 1. September

Kunstfabrik Schlot (Edisonhöfe) Buchpräsentation & Lesung.„Eddie Rosner" - Buchpräsentation - der ersten Monografie zu Berlins Jazz-Ikone mit seiner Musik. In der Geschichte des europäischen Jazz war Eddie Rosner (1910 - 1976) eine Ausnahmegestalt. In Berlin machte er bereits in jungen Jahren als Mitglied der „Weintraub Syncopators“ Karriere. Als Jude in Deutschland ab 1933 nicht mehr sicher, führte ihn ein unruhiges Leben durch ganz Europa. 1939 landete er schließlich in der Sowjetunion, wo er als „Westimport“ im Zweiten Weltkrieg schnell zu einem Superstar mit eigenem Jazzorchester wurde... 2010 wäre Eddie Rosner 100 Jahre alt geworden. Am 1. September präsentieren Gertrud Pickhan und Maximilian Preisler - mit zahlreichen Bildern - die erste Monografie zum Leben und der Musik dieses einzigartigen Berliner Musikers, der zum Weltenbummler wurde. Die Combo um den Saxofonisten Dirk Engelhardt spielt dazu Rosners Musik, adaptiert für ein modernes Jazz-Quartett. 8-10 €. 20Uhr. Chausseestraße 18, 10115 Berlin-Mitte.

Tazcafé Buchpräsentation Anne Huffschmid – „Mexiko – „das Land und die Freiheit“. Die Autorin präsentiert zur Ausstellungseröffnung ihr Buch und stellt sich den Fragen des taz-Autors Wolf-Dieter Vogel und des mexikanischen Journalisten Yaotzin Botello. Rudi-Dutschke-Straße 23, 10969 Berlin-Kreuzberg.

Übrigens: Wer unser unabhängiges Literaturmagazin unterstützen möchte, kauft seine Bücher in unserem Online-Buchladen — mit allem Service, den auch die großen Fische bieten.

Literaturforum im Brecht-Haus Lesung und Gespräch. Anke Stelling – „Horchen“. Moderation Wiebke Porombka. Gesprächspartner: Dirk Kroegel. Dass Glück und persönliche Freiheit zusammenhängen, ist eine Art Zauberformel der modernen Gesellschaft. Die dreißigjährige Katja, die eine Kinderladenkindheit, eine Wohnung mit Holzdielen und einen zugewandten Freund hat, müsste demzufolge glücklich sein. Und trotzdem verlässt sie eines Tages ihr altes Leben und verfällt Gernot, dem Anhänger einer fundamentalchristlichen Sekte. Anke Stelling geht in ihrem Roman der Frage nach, warum Fügung statt Freiheit, Gefolgschaft statt Sinnsuche in unserer Zeit eine derartige Faszinationskraft entfalten können. Der Abend wird begleitet durch Dirk Kroegel, Religions- und Sektenexperte des Berliner Senats. In Zusammenarbeit mit DAS MAGAZIN. 3-5 €. 20 Uhr. Chausseestraße 125, 10115 Berlin-Mitte.

Donnerstag, 2. September

Ladengalerie  Lesung & Gespräch. Detlef Joseph – „Die DDR und die Juden“. Mit Renate Kirchner. Moderation: Arnold Schölzel. Detlef Joseph untersucht, wie die DDR mit ihren jüdischen Mitbürgern umgegangen ist. Der Jurist hat sich Arbeiten, Ausstellungen und andere Publikationen vorgenommen, die die These vertreten, in der DDR hätten Juden nicht jene Aufmerksamkeit und Anerkennung erfahren, die sie wegen des Holocaust hätten bekommen müssen - und widerlegt diese Behauptung. Als ehemaliger Professor an der Humboldt-Universität und Universität Maputo beschäftigt sich Detlef Joseph seit vielen Jahren mit dem Thema Antisemitismus und Antizionismus. 2-3 €. 19 Uhr. Torstraße 6, 10119 Berlin-Mitte.

Buchhandlung 89 Lesung. Erika Riemann – „Die Schleife an Stalins Bart“.Wie geht man mit Traumata und den inneren Verletzungen um, die sie angerichtet haben? Die Antwort: Nur reden hilft. „Wenn ich meinen Zuhörern sage, dass ich nicht weitersprechen kann, versteht das jeder. Sie begreifen auch ohne Worte, wie tief solche Erlebnisse ins Leben schneiden. In den Jahren der Haft haben sie mich so schmutzig gemacht. Mit Blicken, mit Worten, mit Gesten. Das wird man nie wieder los.“ Die Schleife an Stalins Bart hat Erika Riemann zu einer öffentlichen Person gemacht, die seit Erscheinen des Buches zu zahllosen Veranstaltungen, Lesungen, Talkshows eingeladen wurde, Berge von Briefen erhalten hat und im November 2009 das Bundesverdienstkreuz verliehen bekam. Sie ist zu einer Dauerreisenden in Sachen Vergangenheitsbewältigung geworden, der es gelingt, die Menschen aus ihrem Schweigen über eigene traumatische Erfahrungen zu locken. Ihr Motto: »Die Wahrheit muss raus.« In ihrem neuen Buch berichtet sie über diese so schwierige wie lohnende Arbeit, sich den jahrzehntelang verdrängten Erinnerungen an erlittenes SED-Unrecht zu stellen. Sie spricht von sich, aber für viele. 19 Uhr. Grünberger Straße 84, 10245 Berlin-Friedrichshain.

Literaturhaus Lesung. Mario Wirz – „Vorübergehend unsterblich“. Buchpremiere mit dem Lyriker Mario Wirz und dem Musiker Tobias Schmidt. Veranstalter: Aufbau Verlag. Auskünfte: 28 39 41 74. Eintritt frei. 20 Uhr. Großer Saal, Fasanenstraße 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Literaturforum im Brecht-Haus Gespräch. Dichterleben. Richard Pietraß im Gespräch mit Klaus Reichert. Als Anglist und Übersetzer ein Meister deutender Rede, versteht sich der 1938 in Fulda Geborene auch in seiner eigenen Poesie auf die Kunst der Andeutung. Der langjährige Professor und amtierende Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung kommt auf leisen Versfüßen einher. Sein in zwei Sprachen geschultes Gespür bewahrt ihn vor forscher Dichteramtsanmaßung, lässt ihn auf Kehl- und Fehllaute, Prall- und Gleitsilben und verschwundene Wörter achten, die, wie Windstöße in drückender Hitze oder Inseln im Sprachstrom wieder auftauchen. 3-5 €. 20 Uhr. Chausseestraße 125, 10115 Berlin-Mitte.

Buchhändlerkeller Lesung. Thommie Bayer – „Fallers große Liebe“. „Nehmen Sie auch eine ganze Bibliothek?“  Eines Tages steht Faller bei ihm im Laden. Neugierig sieht sich der junge Antiquar Alexander Storz die Sammlung an, alles Kostbarkeiten, Erstdrucke. Sie kommen ins Gespräch – und spontan unterbreitet ihm Faller ein Angebot: »Begleiten Sie mich auf eine Reise. Sie fahren, ich bezahle Sie.« Schon am nächsten Tag gleiten die beiden in einem dunkelgrünen Jaguar dahin. Über das Ziel lässt ihn der unergründliche Faller im Dunkeln, und Storz versucht ein Muster, eine Idee hinter den Orten zu erkennen, die sie anfahren. Geht es hier um eine Schuld? Um Rache oder die Liebe? Je länger sie unterwegs sind, je länger sie über das Leben und die Liebe reden, desto klarer wird Alexander, dass er endlich Gewissheit über Agnes bekommen muss, seine eigene große Liebe. 20 Uhr. Carmenstraße 1, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Café Tasso Lesung. Elfriede Jelinek – „Die Klavierspielerin“. Linda Sixt und Helge Vögler lesen Texte aus Elfriede Jellineks Roman „Die Klavierspielerin“. Dieser Roman zählt zu den bedeutendsten Werken Jelineks und kann der zeitgenössischen Literatur zum Thena Mutter-Tochter-Beziehung zugeordnet werden. Erzählt wird die Geschichte der Klavierlehrerin Erika Kohut, die von ihrer herrschsüchtigen Mutter zur Pianistin gedrillt wurde und unter ihrer bedrückenden Kontrolle emotional und sexuell abstirbt. Eintritt frei, Spenden erbeten. 20 Uhr. Frankfurter Allee 11, 10247 Berlin-Friedrichshain.

La Luz Vorlesshow. Die Brauseboys. Vorleseshow mit Paul Bokowski, Hinark Husen, Frank Sorge, Robert Rescue, Volker Surmann, Heiko Werning und Gästen. Gäste: Micha Ebeling (von „Liebe statt Drogen“) u.a. 20.30 Uhr. Osramhöfe, Oudenarderstraße 16-20, 13347 Berlin-Wedding.

Freitag, 3. September

Kita Paul und Anna Lesung. Jutta Franck – „Die Mittagsfrau“. Eine idyllische Kindheit in der Lausitz am Vorabend des ersten Weltkriegs, das Berlin der goldenen Zwanziger, die große Liebe: So könnte das Glück klingen, denkt Helene. Aber steht ihr die Welt wirklich offen? Helene glaubt unerschütterlich daran, folgt ihren Träumen und lebt ihre Gefühle - auch gegen die Konventionen einer zunehmend unerbittlichen Zeit. Dann folgt der zweite große Krieg, Hoffnungen, Einsamkeit - und die Erkenntnis, dass alles verloren gehen kann. Julia Franck erzählt in ihrem großen neuen Roman ein Leben, das in die Mühlen eines furchtbaren Jahrhunderts gerät, und die Geschichte einer faszinierenden Frau. 19.30 Uhr. Goßlerstraße 3, 12161 Berlin-Friedenau.

Literaturhaus Lesung. Michael Kleeberg – „Das amerikanische Hospital“. Einführung und Gespräch: Elmar Krekeler. Im amerikanischen Hospital in Paris treffen sich zufällig ein Mann und eine Frau; sie, Hélène, möchte sich einer reproduktionsmedizinischen Behandlung unterziehen, er, David Cote, amerikanischer Offizier, ist schwer traumatisiert von seinen Kriegserlebnissen im ersten Irakkrieg. Beide Personen befinden sich in einer Lebenskrise: Hélène muss sich von den Glücksverheißungen der modernen Medizin allmählich verabschieden, und David Cote muss feststellen, dass er die soldatische Tradition seines Landes und seiner Familie nicht mit seinem eigenen, poetischen und selbstreflexiven Bewusstsein vereinbaren kann. An der Krise dieser Figuren zeigt Michael Kleeberg auf, wie unser Glaube an die Machbarkeit der privaten und politischen Lebensumstände sowie die Lösung aller Probleme durch technischen Fortschritt an seine Grenzen stößt.20 Uhr. Großer Saal, Fasanenstraße 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Akademie der Künste Lesung. Ingomar von Kieseritzky – „Traurige Therapeuten“. Lesung und Archiveröffnung mit Ingomar von Kieseritzky. Einführung Harald Hartung. Begrüßung Wolfgang Trautwein. Ingomar von Kieseritzky zeichnet in seinen Erzählungen, Romanen und zahlreichen Hörspielen das Tableau einer von Absurditäten, Katastrophen und Desastern geprägten Welt. Mit feinstem satirischen Besteck seziert er die Verhältnisse und dringt zu ihren Abgründen vor, hochkomisch und todernst zugleich. Anlässlich der Übergabe seines literarischen Vorlasses an das Archiv der Akademie der Künste liest Ingomar von Kieseritzky aus seinem unveröffentlichten Roman „Traurige Therapeuten“. 3-5 €. 20 Uhr. Pariser Platz 4, Berlin-Mitte.

Literarisches Colloquium Lesung. Saisonauftakt. In Lesung und Gespräch: Katharina Döbler, Mariam Kühsel-Hussaini, Sascha Reh, Jan Wagner und Judith Zander. Moderation: Anja Goerz und Knut Elstermann. Zu Beginn des Bücherherbstes stellen wir fünf bemerkenswerte Neuerscheinungen von Autorinnen und Autoren aus Berlin vor. Gleich vier Romandebüts gilt es darunter zu entdecken. Katharina Döbler blickt in ihrem Roman „Die Stille nach dem Gesang“ (Galiani Berlin) auf das Leben einer Frau, die sich in den Schatten eines rebellischen Mannes aus großbürgerlicher Familie begibt. In „Gott im Reiskorn“ (Berlin University Press) erzählt Mariam Kühsel-Hussaini von einer alten afghanischen Kalligraphenfamilie, orientalischer Poesie und einem Leben zwischen Hindukusch und Exil. Sascha Reh lässt in seinem tragikomischen Roman „Falscher Frühling“ (Schöffling & Co.) den Alltag einer Theaterfamilie auseinander brechen. Judith Zander, die für den Auszug aus ihrem Debüt „Dinge, die wir heute sagten“ (dtv premium) mit dem 3sat-Preis in Klagenfurt ausgezeichnet wurde, führt mit ihrem Roman in ein Dorf nach Vorpommern und erzählt von Freundschaft, Verrat und provinzieller Enge. Jan Wagner schließlich sucht in seinem Lyrikband „Australien“ (Berlin Verlag) den kürzesten Weg zum anderen Ende der Welt.4-6 €. Am Sandwerder 5, 14109 Berlin-Wannsee.

Samstag, 4. September

Literaturhaus Lesung. Herzhaftes aus Berlin. Ania Brunn liest aus „Aufgefischt im Netz“, Wolfgang Nieblich aus „Die Currywurst“. Veranstalter: PalmArtPress. Auskünfte: 278 52 35. Eintritt: 5 €. 16 Uhr. Kaminraum, Fasanenstraße 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Sternwarte Lesung. Live: Literatur auf der Sternwarte: Phantastische Geschichten II. Ein Literaturabend mit Science-Fiction-Kurzgeschichten bzw. Ausschnitten aus bekannten Texten – einmal nicht unter den Sternen des Planetariums, sondern, den Sternen ein wenig näher, im Hörsaal der Sternwarte. Mittels Film werden wir Sie auch optisch mit zu geheimnisvollen Welten und Sternennebeln nehmen.... 2-3 €. 20 Uhr. Munsterdamm 90, 12169 Berlin-Tempelhof-Schöneberg.

Sonntag, 5. September

Literarische Streifzüge durch Schöneberg. Unzählige Geschichten lagern unsichtbar auf dem Asphalt einer Großstadt wie Berlin. Das trifft auch auf den Stadtteil Schöneberg zu, der neben Charlottenburg in den 20er Jahren zum „Neuen Westen“ zählte. In Schöneberg befanden sich die Schauplätze, hier trafen sich die Akteure, die wesentlich zum Mythos der „Goldenen Zwanziger“ beitrugen. Hier schlug das Herz der Bohéme. Hier lebten Autoren, deren Bücher Weltruhm erlangten. Eckehard Hoffmann folgt diesen Spuren der Vergangenheit und lässt sie lebendig werden, wenn er an den Originalschauplätzen Prosa, Lyrik und Essays von Alfred Kerr, Else Lasker-Schüler, Hans Fallada, Ernst Toller und vielen anderen mehr vorträgt. Mit Auszügen der Göbbels-Rede am ehemaligen „Sportpalast“ erinnert er an den rohen Machtanspruch der Nationalsozialisten. Vorgetragene Texte von Mühsam oder Kästner überraschen in ihrer Aktualität. Reservierungen erfolgen  telefonisch unter 030/21005445 oder per Mail über info@hoerenundgehen.de .Auch am 12. und 19.9. jeweils um 14 Uhr. Treffpunkt: Winterfeldt-/ Ecke Maaßenstraße an der Uhr.

Buchhändlerkeller ErzählBar. Zu Gast: Fridolin Frenzel, Maler. Gespräch im Rahmen der Reihe LebensGeschichten mit Sabine Gieschler. 17 Uhr. Carmenstraße 1, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Café Tasso Lesung. Gedichtlesung: Monika Tomkowiak. Dichtung und Musik – Tomkowiak liest eigene Lyrik begleitet von Helmut Descher mit klassischer Musik am Klavier. Eintritt frei, Spenden erbeten. 15 Uhr. Frankfurter Allee 11, 10247 Berlin-Friedrichshain.

Montag, 6. September

Norwegische Botschaft Berlin  Buchpremiere & Konzert. Ketil Bjornstad – „Die Frau im Tal“. Moderation: Dr. Thomas Sparr. In seinem neuen Roman zeichnet Ketil Bjørnstad einfühlsam den Weg des jungen Pianisten Aksel Vinding aus tiefer Verzweiflung zu neuer Hoffnung. Vor der Kulisse der kargen Landschaft Nordnorwegens entfaltet der Autor eine mitreißende Geschichte voller Leidenschaft. Eintritt: frei. 19.30 Uhr. Rauchstraße 1, 10787 Berlin-Tiergarten.

Literarisches Colloquium Lesung. Adam Thirlwell – „Flüchtig”. Haffner ist charmant, eitel und moralisch verwerflich. Er ist ein Freigeist und ein Wüstling. Und er liebt Frauen. In einem behaglichen Alpen-Kurort sitzt Haffner nun, mit 78 Jahren, und denkt über die Verkopplungen des Lebens nach. Und sucht ein Allheilmittel, eine Wiedergutmachung. Und noch mehr Frauen. Nach und nach kommen bei ihm und dem Leser Fragen auf. Hat man seine Vergangenheit eigentlich verdient? Hat man die Familie, die man brauchte? Und die eigene Geschichte? Musste das sein? Ein brillanter, bösartiger und melancholischer Roman, eine unzüchtige Komödie, die den Leser verblüfft zurücklässt.4-6 €. 20 Uhr. Am Sandwerder 5, 14109 Berlin-Wannsee.

Literatursalon am Kollwitzplatz Lesung. Steffen Popp und Sabine M. Krämer. Der 1978 geborene Steffen Popp (aufgewachsen in Dresden) lebt seit 2001 in Berlin, ist sowohl Lyriker als auch von der Kritik gefeierter Prosaautor und gilt zurecht als eines der Wunderkinder der neuen deutschen Literatur aus dem koobooks-Universum. Sein Roman „Ohrenberg oder der Weg dorthin“ war zum Deutschen Buchpreis 2006 nominiert und wurde mit dem Rauriser Literaturpreis 2007 für das beste Prosadebüt ausgezeichnet. Sein aktueller Gedichtband „Kolonie zur Sonne“ wird von der österreichischen „Volltext“ als „glückssendend, schönheitstriefend, abgefahren“ beschrieben – das wollen wir natürlich genauer wissen…. Die Berliner Schriftstellerin Sabine M. Krämer gilt als Meisterin der sozialen Beobachtung und hat - Ursache oder Folge – auch Berufe wie Wäscherin, Köchin, Barkeeperin oder Putzfrau in ihrem Lebenslauf. Das scheint System zu haben: Statt an Akademien hält sie sich mitten im Leben auf. Seit ihrem Debüt Anfang der Neunzigerjahre sammelte sie für ihre literarischen Arbeiten etliche Preise und Stipendien. In ihrem neuesten Roman „Bis später“, der in einem Pflegeheim spielt, denken 13 sehr verschiedene Menschen über ihr Leben nach. Auch die Gedanken des Personals mischen sich in diesen Chor der Stimmen. Ein literarisches Experiment über das Erinnern. 20 Uhr. Theater O.N (Zinnober), Kollwitzstraße 53, 10405 Berlin-Prenzlauer Berg.

Dienstag, 7. September

Schokofabrik Vortrag. Marie-Luise Schwarz-Schilling – „Single oder Paar. Was ist Wunsch – was ist Schicksal?“. Vortrag und Diskussion mit der Autorin des Buches „Ehe – Seitensprung der Geschichte“. Das System Ehe prägt eine Epoche - nicht eine ganze Menschheitsgeschichte. Andere Formen der Paarbildung – früher als Sippe, heute als Nichteheliche Lebensgemeinschaft – treten in Wettbewerb. Die Ehe verliert ihr Monopol. In offenen Partnerschaften schleichen sich immer wieder die alten, ehelichen „Unterschiede“ zwischen Mann und Frau ein. Warum - fragt die Autorin – halten sich feudale und romantische Verhaltensmuster so hartnäckig im post-modernen Gemüt? Sind Mann und Frau so verschieden, dass sie sich nicht verstehen können? Hat das mit Biologie oder Geschichte zu tun? Sollten sie besser getrennt leben – als Single bleiben oder eine Besuchspartnerschaft eingehen? Aber wem sind wir als Menschen dann zugehörig? Heute, zum ersten Mal seit vielen tausend Jahren, verlangen solche Fragen persönliche Entscheidungen und immer wieder eine neue Wahl: nicht nur über die Form der Paarbildung sondern vor allem über ihren Kern – eine Partnerschaft zwischen Ebenbürtigen. Nur für Frauen! Kostenlos! 19 Uhr. Seminarraum, Naunynstraße 72, 10997 Berlin-Kreuzberg.

Literaturhaus Arte-Preview. Geschichten der Freundschaft. Walter Benjamin zum Gedächtnis. Dokumentation von David Wittenberg. Im Anschluss an den Film sprechen Erdmut Wizisla und David Wittenberg über diese dokumentarisch-essayistische Collage. Eintritt frei. 20 Uhr. Großer Saal, Fasanenstraße 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Lounge im Turm Lesung. Ricarda Junge – „Die komische Frau“. Geister oder die Schatten der Vergangenheit? Ein Haus nahe der Berliner Karl-Marx-Allee, durch das der Atem der Geschichte weht, eine junge Frau, die mit der Vergangenheit konfrontiert wird, als ihre Gegenwart aus den Fugen gerät, und ein kleiner Junge, dessen Phantasien immer realer werden. Lena und Leander ziehen mit ihrem Sohn von Hamburg nach Berlin – in einen der stalinistischen Prachtbauten nahe der Karl-Marx-Allee. In diesen Häusern, einst verdienten Kommunisten vorbehalten, sind auch Jahre nach der Wiedervereinigung die alten Strukturen und Seilschaften noch lebendig. Belustigt beobachten die Neuzugezogenen die alten Mieter, die hier seit Jahrzehnten wohnen und wie in alten Zeiten ihr Hausbuch führen. Dann trennen sich Lena und Leander, er zieht aus. Und plötzlich geschehen merkwürdige Dinge: Hatte Lena die Fenster nicht geschlossen? Hat sie wirklich vergessen, die Kerzen zu löschen? Und wen sieht ihr kleiner Sohn, wenn er immer öfter ängstlich von der „komischen Frau“ spricht? Eigentlich hatte sie gedacht, dass die Trennung von Leander eine Erlösung ist, dass sie den Weg frei macht für ein neues Leben. Plötzlich aber gerät alles aus dem Lot. 20 Uhr. Frankfurter Tor 9, 10243 Berlin-Friedrichshain-Kreuzberg.

Literaturhaus Lesung. Hans-Jürgen Froböse – „Die schönsten Geschichten aus Maghrebinien“ - frei nach Gregor v. Rezzori. Veranstalter: Simone Classen. Auskünfte: 44 04 88 94. Eintritt frei. 20 Uhr. Kaminraum, Fasanenstraße 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Literarisches Colloquium Lesung. Hausgäste. In Lesung und Gespräch: Clemens Berger, Luljeta Lleshanaku, Judith Rotem und Thien Tran. Unter dem Dach des LCB wohnen im September und Oktober besonders viele Autoren und Übersetzer. Clemens Berger aus Wien und Thien Tran aus Köln gehören zu den acht jungen deutschsprachigen Autoren, die in diesem Jahr ein Aufenthaltsstipendium im LCB erhalten haben. Clemens Berger sorgte unlängst mit seinem dritten Roman „Das Streichelinstitut” (Wallstein Verlag) für Furore – erste Einblicke gewährt die Website www.streichelinstitut.com. Thien Trans erster Gedichtband „Fieldings“ erschien 2009; im gleichen Jahr wurde er mit dem Rolf Dieter Brinkmann Stipendium der Stadt Köln ausgezeichnet. Der Autor wurde im Süden Vietnams geboren und lebt seit seinem dritten Lebensjahr in Deutschland. Luljeta Lleshanaku gehört zu den interessantesten Autorinnen Albaniens. Soeben ist ihr erster Gedichtband in deutscher Übersetzung erschienen: „Kinder der Natur“, übersetzt von der Autorin (und LCB-Stipendiatin) Andrea Grill. Und schließlich ist Judith Rotem aus Jerusalem zu Gast, die nach einem Leben in einer streng religiösen Familie zur Schriftstellerin wurde. Ihr Roman „Eine Frau mit Vergangenheit” erschien in deutscher Übersetzung im List Verlag. 4-6 €. 20 Uhr. Am Sandwerder 5, 14109 Berlin-Wannsee.

Starick Buchhandlung. Blind-Date-Lesung. Am 18. August stellte der Börsenverein des Deutschen Buchhandels die Longlist für den Deutschen Buchpreis 2010 vor. Auch in diesem Jahr haben Interessierte die Gelegenheit, einen der Nominierten bei einer Blind-Date-Lesung kennenzulernen. Ort und Zeitpunkt stehen fest, nur der/die eingeladene Autor/in bleibt bis zuletzt eine Überraschung. 6 €. 20 Uhr. Breite Straße 35/36, 14199 Berlin-Schmargendorf.

Buchhändlerkeller Ausstellungseröffnung & Lesung. Sarah Haffner: DRAUSSEN - Landschaften in Pastell und Mischtechniken. Lesung: Hin und her über Checkpoint Charlie und Invalidenstraße.  Eintritt frei. 20.30 Uhr. Carmenstraße 1, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Lehmanns Buchhandlung Lesung. Rainer Strecker liest aus Cornelia Funkes „Tintenwelt-Trilogie“. Eintritt 5 €. 20.30 Uhr. Hardenbergstraße 5, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Mittwoch, 8. September

Nordische Botschaft Buchpremiere. Lesung & Gespräch. Torben Guldberg – „Thesen über die Existenz der Liebe“. Deutscher Text: Dominic Raacke. Moderation: Ulrich Sonnenberg. Was ist die Liebe? Eine Kraft, die größer ist als der Mensch, überall und nirgends, ein allumfassendes Gefühl, wie eine Vibration im Weltall. Wir leiden, verzehren uns, fliegen zu den Sternen. Aber wer wusste je eine genaue Antwort? Guldbergs Erzähler findet keine Ruhe, bevor er nicht das Geheimnis der Liebe gelüftet hat. Rastlos treibt ihn die Frage durch fünf Jahrhunderte rund um die Welt. In Amsterdam, Berlin und New York sammelt er Liebesgeschichten: leidenschaftlich und zärtlich, zerstörerisch und rebellisch. Mit einem gigantischen Fernrohr sucht er die Liebe zu bündeln. Sein Experiment mündet in eine Katastrophe, eine Feuersbrunst vernichtet die ganze Stadt. Was ist die Liebe? Sie ist das unbeschreibliche Glück, von dem wir nie aufhören werden zu erzählen. Ein Roman von bewegender Schönheit. 19.30 Uhr. Rauchstraße 1, 10787 Berlin-Tiergarten.

Literaturhaus Lesung. Irina von Bentheim („Sex and the City“) stellt ihr Hörbuchlabel Hörbar weiblich vor. Moderation: Yvonne de Andrés. Veranstalter: BücherFrauen. Auskünfte: 34 70 77 46. Eintritt: 2.50-5 €. (BücherFrauen frei). 20 Uhr. Kaminraum, Fasanenstraße 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Clinker-Lounge der Backfabrik Lesung. Iris Bahr – „Schlampen im Schlafsack“. Sarah Kuttner: Moderation & deutsche Passagen. Der Club der toten Dichter ist eine Legende -spannende Lebensabschnittspartner an amerikanischen Eliteunis erst recht. Völlig gelangweilt von den grauen Gestalten ihrer neuen Lehranstalt bricht Iris nach Südamerika auf: Neurosen lassen sich doch am besten in der Ferne verarbeiten. Mit Rucksack und Freundin Talia geht sie auf MOOMLATZ-Tour durch Peru, Ecuador und Kolumbien – auf der Suche nach dem großen Abenteuer- und Mr. Right. Iris Bahr wuchs in Israel auf und lebt in den USA. Sie ist regelmäßig in TV-Rollen zu sehen („King of Queens“, „Friends“). Bei ihrem preisgekrönten Comedy-Soloprogramm „Dai“ kann man sie am Broadway bewundern. 6-8 €. 20 Uhr. Saarbrücker Straße 36 a, 10405 Berlin-Prenzlauer Berg.

Buchhändlerkeller Lesung. Katharina Döbler – „Die Stille nach dem Gesang“. Klavier: Tomas Bächli. Katharina Döbler, geboren in Gunzenhausen, studierte Theaterwissenschaften. Sie ist Autorin von Hörspielen und Theaterstücken, Redakteurin bei Le Monde diplomatique und arbeitet als Literaturkritikerin für Die Zeit und den Rundfunk. Katharina Döbler lebt in Berlin. Ihr Debüt wurde vom Deutschen Literaturfonds in Darmstadt gefördert. 20.30 Uhr. Carmenstraße 1, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Donnerstag, 9. September

Literaturhaus Lesung. Tobias Hülswitt und Roman Brinzanik – „Werden wir ewig leben? Gespräche über die Zukunft von Mensch und Technologie“. Die beiden Herausgeber stellen ihr Buch – im Format einer Korsakowshow – vor. 20 Uhr. Kaminraum, Fasanenstraße 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Georg Büchner Buchladen Lesung. Carl von Siemens – „Kleine Herren. Ein Deutscher in Oxford“. 1995 -2010 15 Jahre - Grosses Jubiläumsprogramm. Oxford ist die Kaderschmiede der internationalen Elite. Doch wie sieht es hinter den Kulissen dieser altehrwürdigen Universität aus? Rattles, ein junger Deutscher, tritt seine Studienzeit am Trinity College in Oxford an und lernt diese Welt voller Glanz und Tradition kennen. In skurrilen, pointiert geschriebenen Szenen und Dialogen beschreibt Carl von Siemens die Wandlung eines deutschen Studenten zu einem Mitglied der englischen Elite. Das Buch ist eine gelungene Gesellschaftssatire und über die Liebe zu England. Carl v. Siemens studierte Philosophie, Politologie und Volkswirtschaftslehre am Trinitiy College in Oxford. Reportagen, Essay und Kurzgeschichten erschienen u.a. in Rolling Stone, Lettre Internationale und Der Freund. „Kleine Herren“ ist sein erster Roman. 1995 -2010 15 Jahre Georg Büchner Buchladen am Kollwitzplatz. Georg Büchner Buchladen am Kollwitzplatz Lesung. Oxford ist die Kaderschmiede der internationalen Elite. Doch wie sieht es hinter den Kulissen dieser altehrwürdigen Universität aus? Rattles, ein junger Deutscher, tritt seine Studienzeit am Trinity College in Oxford an und lernt diese Welt voller Glanz und Tradition kennen.. In skurrilen, pointiert geschriebenen Szenen und Dialogen beschreibt Carl von Siemens die Wandlung eines deutschen Studenten zu einem Mitglied der englischen Elite. Das Buch ist eine gelungene Gesellschaftssatire und über die Liebe zu England. Carl v. Siemens studierte Philosophie, Politologie und Volkswirtschaftslehre am Trinitiy College in Oxford. Reportagen, Essay und Kurzgeschichten erschienen u.a. in Rolling Stone, Lettre Internationale und Der Freund. Kleine Herren ist sein erster Roman. 20 Uhr. Wörther Straße 16, 10405 Berlin-Prenzlauer Berg.

Café Tasso Lesung. Lesebühne: Die Unerhörten. Die künftigen Stars der unerhörten Literatur bringen zu Gehör: sechs verschiedene Geschichten von sechs eigenwilligen Autoren in sechs individuellen Stilen zu einem vorgegebenen Thema. Das erwartet Sie bei den „Unerhörten“ - und weitere, unerhört gute Bonusgeschichten. Doch hören Sie selbst.... Eintritt frei, Spenden erbeten. 20 Uhr. Frankfurter Allee 11, 10247 Berlin-Friedrichshain.

Theodor Tucher Restaurant Politisches Kabarett von und mit  Anny Hartmann – „Humor ist, wenn man trotzdem wählt.“ Mögen Sie Witze über Angela Merkels Frisur? Oder die Englisch-Kenntnisse von Oettinger, Westerwelle und Co.? Lachen Sie gern über die persönlichen Schwächen der Politiker? Dann sind Sie im Programm von Anny Hartmann genau falsch! Ja, denn bei Anny Hartmann sind Sie genau richtig, wenn Sie auf eine inhaltliche und gleichzeitig höchst amüsante Darbietung von Geschehnissen der aktuellen politischen und gesellschaftlichen Ereignisse stehen. Es gibt nur sehr wenige Frauen, die sich aufs politische Bühnen-Parkett wagen. Anny Hartmann gehört definitiv dazu! Aufklärung mit hohem Unterhaltungswert. Kritisch, weiblich, charmant! 7 €. 20 Uhr. Pariser Platz 6a, 10117 Berlin-Mitte.

Froschkönig Lesung. Abbas Khider – „Der falsche Inder“. Der Autor erhält für die Arbeit an seinem dritten Roman (der zweite kommt im nächsten Frühjahr!) das begehrte Stipendium der Villa Aurora und wird einen Teil des nächsten Jahres in Los Angeles verbringen. 3 €. 20 Uhr. Weisestraße 17, 12049 Berlin-Neukölln.

Buchhändlerkeller Lesung. Peter Høeg – „Die Kinder der Elefantenhüter“ Peter Urban-Halle liest aus seiner Übersetzung dieses Romans, 20.30 Uhr. Carmenstraße 1, 10623 Berlin-Charlottenburg.

La Luz Vorleseshow. Die Brauseboys. Vorleseshow mit Paul Bokowski, Hinark Husen, Frank Sorge, Robert Rescue, Volker Surmann, Heiko Werning und Gästen. Gäste: Markus Liske und der Singende Tresen u.a. 20.30 Uhr. Osramhöfe, Oudenarderstraße. 16-20, 13347 Berlin-Wedding.

Samstag, 11. September

Lehmanns Buchhandlung Schnitzeljagd. Lehmanns lässt’s funken! Alle Cornelia-Funke-Fans laden wir zu einer spannenden Kinder-Theaterschnitzeljagd in die Lehmanns Buchhandlung ein. Die Besucher entdecken mit dem Geschichtenerzähler Julius viele Gestalten aus den Büchern der Kinder- und Jugendbuchautorin Cornelia Funke. Dabei stoßen sie auch auf „Reckless“, das lang ersehnte neue Buch der Autorin, welches am 14. September 2010 erscheint. Mitraten lohnt sich, es gibt es tolle Preise zu gewinnen. Die Schnitzeljagd beginnt um 14 Uhr. Kinder-Aktion: Cornelia-Funke-Schnitzeljagd. Eintritt: Frei. 14 bis 16 Uhr. Hardenbergstraße 5, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Joseph Roth Diele Lesung & Gespräch. Christiane Carstens – „Kurt Hiller“ - Literarischer Expressionismus im Cabaret „Gnu“. Mit Christiane Carstens, N.N. (Kurt Hiller Gesellschaft), Volker Kühn (angefragt), Sibylle Nägele und Joy Markert. Eine Veranstaltung von Literatur-Salon Potsdamer Straße und Joseph Roth Diele in Kooperation mit der Kurt Hiller Gesellschaft und dem Antiquariat Bücherhalle. Zweite Veranstaltung der „Charme-Offensive Potsdamer Straße“. Kurt Hiller (1885-1972). Dr. jur. Kurt Hiller war Schriftsteller und Publizist, schrieb u.a. für Herwarth Waldens „Sturm“ und Karl Kraus’ „Fackel“. 1909 gründete er die erste expressionistische Autorengruppe in Berlin. Der „Neue Club“ veranstaltete literarische Cabaretabende unter dem Namen „Neopathetisches Cabaret“, 1909-1911. Hiller war es, der den Begriff Expressionismus von der Malerei auch auf die Literatur übertrug. 1911 gründete er das literarische Cabaret „Gnu“, in dem er bis 1914 Lesungen mit Schriftstellern wie Heinrich Mann veranstaltete, unter anderem im Café Austria, Potsdamer Straße 28 (heute 72) und in der Potsdamer Straße 118C, Buchhandlung Reuß & Pollack (heute 59). Er gab die erste expressionistische Anthologie heraus: »Der Kondor«, u.a. mit Versen von Ernst Blass, Max Brod, Georg Heym, Else Lasker-Schüler. 1912 erschien die Erstausgabe in nur 350 Exemplaren. 1914 Mitgründer des Aktivismus, mit den Jahrbüchern „Das Ziel“, 1916-1924. 1918 Gründer des Politischen Rates geistiger Arbeiter, 1926 Gründer und Leiter der Gruppe Revolutionärer Pazifisten. Er war wichtiger Autor der Zeitschrift „Weltbühne“. Bis Ende der 20er Jahre war Hiller in dem vom Sexualforscher Magnus Hirschfeld gegründeten Wissenschaftlich humanitären Komitee. Von den Nazis verfolgt, floh er 1934 nach Prag und 1938 nach London. Er kehrte 1955 nach Deutschland zurück und lebte bis 1972 in Hamburg. Zweibändige Autobiografie: „Leben gegen die Zeit“ (Logos, Eros). Kurt Hiller sagte von sich: „Soviel Stühle gab es nicht, wie zwischen denen ich saß.“ An ihn erinnert der Kurt-Hiller-  Park gegenüber dem Haus am Kleistpark. Eintritt frei! 20 Uhr. Joseph Roth Diele, Potsdamer Straße 75, 10785 Berlin-Schöneberg.

Café Tasso Improvisationstheater. Im freien Fall. Jeden zweiten Samstag im Monat wird improvisiert! Die mindestens 9köpfige Schauspielgruppe bringt nach eigener Selbstdarstellung eine natürliche Abneigung gegen Kochbücher, Stadtpläne, Tanzschritte und das Auswendiglernen von Gedichten mit. Sie fahren nach Gefühl, tanzen nach Gehör und kochen nach Farben - jedes Mal ein anderes schmackhaftes Süppchen. Eintritt: All You Can Pay. 20.30 Uhr. Frankfurter Allee 11, 10247 Berlin-Friedrichshain.

Sonntag, 12. September

Literaturhaus Erlesene Sonntage. „nachgeäfft – von Vorfahren und Nachahmern“. Kathrin Buchmann und Frank Kurt Schulz „lauste der Affe“ beim Lesen und Betrachten der spannenden Geschichten. Für die ganze Familie mit Kindern ab 6 Jahren. Eintritt frei. 11 Uhr. Kaminraum, Fasanenstraße 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Berliner Ensemble Lesung. Jutta von Ditfurth – „Die Himmelsstürmerin“. Gertrud Elisabeth Freiin von Beust wächst wohlbehütet im Schloss ihrer Eltern in Langenorla bei Weimar auf. Ihre Adoption durch den Herzog von Schleswig-Holstein ebnet ihr den Weg in den Hochadel. Doch der Ausbruch des Deutsch-Französischen Krieges 1870 erschüttert die Idylle: Gertrud gelangt auf abenteuerlichen Wegen ins belagerte Paris, wo sie dem deutschen Deserteur Albert Lauterjung, Messerschleifer und Sozialdemokrat, begegnet. Er bringt ihre Weltanschauung ins Wanken – und erobert ihr Herz. Im März 1871 fegt die Pariser Commune die alte Ordnung hinweg. Inmitten dieser Revolution entdeckt Gertrud von Beust den Traum von Freiheit und Gerechtigkeit und muss sich entscheiden … In einer szenischen Lesung zur Pariser Commune wird die Autorin und Urenkelin der Protagonistin Gertrud Elisabeth Freiin von Beust ihren Roman vorstellen. Jutta Ditfurth ist Soziologin, Publizistin und politische Aktivistin in der außerparlamentarischen Linken. Sie war Bundesvorsitzende der Grünen, trat 1991 aus und gründete die Ökologische Linke mit. Von 2001 bis 2008 vertrat sie die Wählervereinigung ÖkoLinX-Antirassistische Liste im Frankfurter Römer. Zuletzt veröffentlichte sie u. a. „Ulrike Meinhof. Die Biografie“ (2007) und die Streitschrift „Zeit des Zorns“ (2009).7 €. 11 Uhr. Bertolt-Brecht-Platz 1, 10117 Berlin-Mitte.

Grunewaldsee Literarischer Stadtspaziergang. Literatur und Kunst um die Grunewaldseen I. Spaziergang vom Roseneck zum Hagenplatz. Villa Mendelssohn, Schloßhotel. Auf diesem Spaziergang erinnern wir uns an die Salonkultur in Grunewald. Die Villa der Edith Andreae, einer Schwester von Walter Rathenau, ist noch weitestgehend erhalten. Sie lud zu ihrem berühmten Salon die gesellschaftliche Creme ihrer Zeit. Hermann Ullstein lebte nicht weit entfernt und in der Hubertusbader Straße hatte Gerhard Hauptmann eine seiner vielen Wohnungen in Grunewald. Die Sphinxe an der Brücke über die Hertha-Hubertus-Seen, ebenso wie die Bismarck-Skulptur am Bismarckplatz wurden von dem Bildhauer Max Klein geschaffen, einem verschwägerten Familienmitglied von Katja Mann geb. Pringsheim. Kladderadatsch-Redakteur Ernst Dohm und seine Ehefrau die Schriftstellerin und Frauenrechtlerin Hedwig Dohm waren die Großeltern von Katja Mann. Sie verkehrten im Hause des Verlegers Georg Bondi, der der Förderer des Kreises um Stefan George war! Er lebte in der Königsallee. Eine der größten kulturstiftenden Villen war die des Bankiers und Freundes Wilhelms II., Franz von Mendelssohn, Wegbereiter der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft; sie ist neo-gotisch-expressionistisch nach dem Krieg von der Johannischen Kirche als Hotel und Sozialeinrichtung mit historischem Kern wiederaufgebaut worden. Nur mit Anmeldung unter 030/892 13 38. 14 Uhr.

Montag, 13. September

Akademie der Künste Lesung. Adolf Muschg – „Sax“. Buchpremiere mit Adolf Muschg und Norbert Lammert. Einführung Martin Hielscher. Adolf Muschg hat mit „Sax“ einen neuen Roman geschrieben. Er handelt von drei jungen Rechtsanwälten, die im schweizerischen Münsterburg in eine nicht ganz geheure Dachwohnung ziehen. Die „Trockenwohner“ scheinen jedoch Wiedergänger eher anzuziehen als zu vertreiben – sei es den Freiherrn von Sax, das „Gespenst des Kommunismus“ oder die bösen Geister des 19. und 20. Jahrhunderts. Doch vor allem spukt durch alle Kapitel des Romans die berühmteste Minnehandschrift des Mittelalters, die Herr von Sax als Kriegsbeute mitgehen ließ. Wer sie öffnet, wird mit Haut und Haar hineingezogen. Adolf Muschg, von 2003 bis 2006 Präsident der Akademie der Künste, hat ein labyrinthisches und abgründiges Werk geschaffen. Martin Hielscher führt in den Roman ein, über den anschließend Bundestagspräsident Norbert Lammert mit dem Autor spricht. 3-5 €. 19 Uhr. Plenarsaal, Pariser Platz 4, Berlin-Mitte.

Akademie der Konrad-Adenauer-Stiftung Lesung. Tom Segev – „Simon Wiesenthal. Eine Biographie“. Lesung und Gespräch mit dem Autor. Als Simon Wiesenthal im Alter von 97 Jahren in Wien starb, betrauerte die Welt einen unermüdlichen Kämpfer gegen die Verbrecher des NS-Regimes. Vom Tag seiner Befreiung aus dem Konzentrationslager Mauthausen an machte es sich Simon Wiesenthal zur Aufgabe, die Täter vor Gericht zu bringen. Fünf Jahre nach seinem Tod legt nun der bekannte Historiker und Journalist Tom Segev die erste aus Originalquellen erarbeitete Biographie (Siedler Verlag) dieser Jahrhundertgestalt vor. Er zeichnet die höchst lebendige und spannende Lebensgeschichte eines überaus mutigen Mannes nach, der, fast allein auf sich gestellt, eine Reihe atemberaubender Aktionen initiierte. Segev kann mit so mancher unbekannten Tatsache aufwarten. 7-9-€. 19.30 Uhr. Tiergartenstraße 35, 10785 Berlin-Tiergarten.

Dienstag, 14. September

Tschechisches Zentrum CzechPoint Lesung. Emil Hakl – „Treffpunkt Pinguinhaus“. Im Rahmen des 20. Berliner Bohemicum-Slovacicum lädt das Tschechische Zentrum Berlin herzlich zur Lesung mit dem Prager Schriftsteller Emil Hakl ein. Vater und Sohn treffen sich zu einem Spaziergang durch die Prager Peripherie und unterhalten sich den ganzen Nachmittag lang. Der Vater ist über siebzig und Biologe, der Sohn ein längst erwachsener Werbegrafiker, der mit einer viel jüngeren Frau zusammenlebt. In ihrem Gespräch erinnern sich die beiden an die Vergangenheit, sprechen über Flugzeuge und Frauen, kommentieren ihre Mitmenschen; die unterschiedlichen Lebenserfahrungen der beiden Intellektuellen treffen dabei immer wieder aufeinander. Und obwohl sie längst erwachsen sind, bleiben sie ihren Rollen aus der Vergangenheit verhaftet: der Vater macht sich Sorgen und gibt Ratschläge, der Sohn fühlt sich wie ein bevormundeter kleiner Junge - und ist sich doch schmerzlich der Kostbarkeit und Unwiederbringlichkeit der Begegnungen mit dem Vater bewusst. Emil Hakl gelingt in seinem berührenden, mit leichter Hand komponierten Dialog, der zwei originelle und sensible Charaktere plastisch skizziert, ein allgemein gültiges Lehrstück über das Leben und eine nicht alltägliche Liebeserklärung an seine Heimatstadt Prag. Eintritt frei. 19 Uhr. Friedrichstraße 206 / Eingang Zimmerstraße, 10969 Berlin-Mitte.

Krimibuchhandlung totsicher Lesung. Karla Schmidt – „Das Kind auf der Treppe“. Schuld und Selbstjustiz - Verbrechen und Vergebung. Berlin, Hauptstraße 155: Im Treppenhaus sitzt ein merkwürdig blasser, kleiner Junge, allein. Leni, aus Reykjavik geflohen, vor ihrem gewalttätigen Ehemann, nimmt sich des geheimnisvollen Jungen an, denn in Berlin hat das „Schulwegmonster“ bereits mehrere Kinder auf bestialische Art getötet. Gleichzeitig weiß sie, dass sie vor ihrem Mann erst dann sicher sein kann, wenn er tot ist. Leni gerät in den Strudel der Ereignisse, und bald weiß sie selbst nicht mehr, ist sie Täterin oder Opfer? Angeregt von Bowies Bild „Child in Berlin“ zeichnet Karla Schmidt das Bild einer Familietragödie, gnadenlos, schwarz und brutal, mit einer Sprache die einen in den Bann schlägt, das Grauen weckt und dennoch nicht los lässt. Eintritt: 4 €. 20 Uhr. Winsstraße 16, 10405 Berlin-Prenzlauer Berg.

Literaturforum im Brecht-Haus Lesung & Gespräch. Alain Claude Sulzer – „Zur falschen Zeit“. Sigrid Löffler im Gespräch mit dem Autor. Mit großer Dezenz und dennoch mit der Wucht einer griechischen Tragödie entfaltet Alain Claude Sulzer in seinem Roman Zur falschen Zeit die Geschichte eines Mannes, der an sich selbst und an den Zeitumständen, in denen er lebt, scheitert. Sigrid Löffler und Alain Claude Sulzer diskutieren über die Möglichkeiten der Literatur, anhand weniger Figuren das Panorama einer ganzen Gesellschaft zu entfalten. Mit freundlicher Unterstützung von Pro Helvetia. 3-5 €. 20 Uhr. Chausseestraße 125, 10115 Berlin-Mitte.

English Theatre Berlin Lesung. Don Winslow – „Tage der Toten“. Lesung des deutschen Textes: Dietmar Wunder. Moderation: Günther Grosser. Alle mögen Frank, den Mann vom Angelladen. Nur wenige kennen ihn als Frankie Machine, den legendären Mafiakiller … Frank Macchiano ist ein geschiedener Kleinunternehmer, ein leidenschaftlicher Liebhaber und eine feste Stütze des Strandlebens von San Diego – der Mann vom Angelladen, den alle mögen und der immer noch gerne surft, obwohl er nicht mehr der Jüngste ist. Er ist auch ein Mafiakiller im Ruhestand: Frankie Machine, bekannt für gnadenlose Effizienz. Er hat das Geschäft hinter sich gelassen, und so soll es auch bleiben. Doch dann holt ihn die Vergangenheit ein: Jemand will ihn töten, und Frankie Machine muss ihn zuerst finden. Das Problem: Die Liste der Verdächtigen ist länger als die kalifornische Küste … 20 Uhr. Fidicinstraße 40, 10965 Berlin-Kreuzberg.

Buchhändlerkeller Lesung. Ulrike Herrmann – „Hurra, wir dürfen zahlen. Der Selbstbetrug der Mittelschicht“. Die Mittelschicht in Deutschland betrachtet sich gerne und immer häufiger als Opfer. Ständig hat sie den Verdacht, sie würde vom Staat ausgebeutet. Doch: Stellt die Mittelschicht nicht die Mehrheit in dieser Gesellschaft? Warum stimmt sie zum Beispiel für Steuergesetze, die die Oberschicht einseitig privilegieren? Warum benimmt sich die Mittelschicht so irrational? Ulrike Herrmann untersucht den bundesdeutschen Alltag, analysiert die wundersame Vermehrung der Milliardäre, die Renaissance des Adels, die Rückkehr der Dienstboten, die Verachtung der Unterschicht und den fatalen Glauben der Mittelschicht, sie sei privilegiert. Aber die Zeit drängt. Die Mittelschicht muss zu einem realistischen Selbstbild finden und ihren Elitedünkel aufgeben, sonst wird sie auch weiterhin allein für die Folgen der Finanzkrise zahlen.“. 20.30 Uhr. Carmenstraße 1, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Mittwoch, 15. September

Haus der Kulturen der Welt Lesung. 10. internationales literaturfestival berlin. Sergej Lukianenko – „Trix Solier. Zauberlehrling voller Fehl und Adel“. Kasachstan/Russland). Der populäre Autor präsentiert mit seinem aktuellen Jugendbuchtext „Trix Solier. Zauberlehrling voller Fehl und Adel“ nicht nur einen neuen Erzählton, sondern auch eine gelungene Kombination aus Fantasy-, Schelmen- und Bildungsroman.Durch einen Putsch seiner Eltern und seines Königreiches beraubt, schwört der junge Prinz Trix Solier Rache. Er begibt sich in die Ausbildung bei dem Magier Sauerampfer. Doch irgendwie ist das Leben außerhalb der Schlossmauern so ganz anders als erwartet. Furchterregende Untote, minderbemittelte Minotauren, verwirrte Feen und eine Prinzessin, die es vor ihrer Zwangsverheiratung zu retten gilt, sind nur einige seiner Reisebekanntschaften. In Kooperation mit Beltz & Gelberg sowie dem Hörverlag. Die deutsche Übersetzung liest der Schauspieler Stefan Kaminski, der auch das Hörbuch eingelesen hat. 12 Uhr. John-Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Haus der Kulturen der Welt Lesung. 10. internationales literaturfestival berlin. Eröffnung. Juan Goytisolo (Spanien) über das Pulsieren des Raumes. Wie Ortserkundungen zu Texten werden. Schon früh begann der spanische Journalist und Schriftsteller Juan Goytisolo mit seiner Welterkundung, angefangen mit dem Exil in Frankreich während des Franco-Regimes bis hin zu Reisen nach Nordafrika, Kuba, in den Nahen Osten und die USA. Er wurde nicht nur einer der erfolgreichsten spanischen Literaten im Ausland, sondern bezog auch in Essays und Reportagen kritisch Stellung zu politischen Themen. Insbesondere hat er sich mit dem Islam auseinandergesetzt und als Kriegsbeobachter die Konflikte in Bosnien und Tschetschenien kommentiert. In seiner Eröffnungsrede für das 10. internationale literaturfestival berlin spricht er darüber, wie seine Ortserkundungen zu Texten wurden. Eröffnungsrede Juan Goytisolo (Spanien) über das Pulsieren des Raumes: Wie Ortserkundungen zu Texten werden. Grußworte: Cornelia Pieper, Joachim Sartorius, Ulrich Schreiber. Einführung: Sigrid Löffler. Eintritt: 4-12 €. 19 Uhr. John-Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Café Tasso Gespräch & Lesung. Wilfrid Jaensch – Ein Autor im Gespräch II. Jeden dritten Mittwoch im Monat setzten wir uns mit dem Autor Wilfrid Jaensch an einen Gesprächstisch, um etwas über ihn und sein Arbeitsfeld zu erfahren. Wilfrid Jaensch ist Gründungsmitglied des Berliner Waldorflehrer-Seminars und war dort an die 20 Jahre Dozent für Anthroposophische Grundlagen, Schulungsweg und Allgemeine Menschenkunde. Vor einem Jahr beendete er diese Dozententätigkeit. Er ist weiterhin als (lesender) Autor aktiv. Eintritt frei, Spenden erbeten. 19 Uhr. Frankfurter Allee 11, 10247 Berlin-Friedrichshain.

Literaturforum im Brecht-Haus Buchvorstellung & Gespräch. Martin Sabrow (Hg.) – „Erinnerungsorte der DDR“. Étienne François im Gespräch mit dem Herausgeber. Die DDR gibt es nicht mehr: Im Gedächtnis der Ostdeutschen wie der Westdeutschen lebt sie aber weiter. Fünfzig Publizisten und Zeithistoriker aus Ost und West analysieren in dem von Martin Sabrow herausgegebenen Buch die wichtigsten Bezugspunkte der Erinnerung an ein untergegangenes Land: Vom Trabi bis zur Transitautobahn, von der Stasi bis zum Sandmännchen, vom Intershop bis zur Bückware, von der Jugendweihe bis zu den Montagsdemonstrationen. 3-5 €. 20 Uhr. Chausseestraße 125, 10115 Berlin-Mitte.

Lehmanns Buchhandlung Lesung. Ulrich Wickert – „Das achte Paradies“. „Das achte Paradies“ ist ein Kriminalroman der Extraklasse und der vierte Fall für Jacques Ricou“. Ulrich Wickerts „Richter aus Paris“. Diesmal muss Ricou nach Südfrankreich: Mit dem Tod eines Models beginnt seine Jagd nach den Männern mit dem achteckigen Stern. Ricou muss gegen die georgische Mafia antreten. Ulrich Wickert glänzt als Kenner französischer Lebensart und als brillanter Krimiautor. 8-10 €. 20.30 Uhr. Hardenbergstraße 5 - 10623 Berlin-Charlottenburg.

Donnerstag, 16. September

Haus der Kulturen der Welt Lesung. 10. internationales literaturfestival berlin. Eva Muggenthaler präsentiert ihre Bilderbücher „Paulas Reisen“ sowie „Der weisse und der schwarze Bär“ (Deutschland). Die Kraft kindlicher Fantasie und Imagination lässt Paula durch verschiedene Traumländer reisen. Sie durchquert das Land der Kreise, der Tausend-Ecken, der roten Töne und das Land Kopfunter. Nirgends darf sie jedoch sie selbst sein, sondern soll sich stets anpassen. Wohlbehalten ins Land der weichen Kissen und damit in ihr eigenes Bett zurückgekehrt, hat nicht nur sie erfahren, wie wichtig Mut zum Anderssein und Toleranz sind. Jede Nacht wacht der weiße Bär am Bett des kleinen Mädchens und nimmt ihr mit seiner Gegenwart die Angst vor der Dunkelheit, indem er Helligkeit ins Dunkel der Nacht bringt. Eines Abends nimmt jedoch ein schwarzer Bär seinen Platz ein. Als Beschützer aus dem Hintergrund hilft er die kindliche Angst vor der Dunkelheit zu überwinden, indem er das kleine Mädchen mit dieser vertraut macht. Internationale Kinder- und Jugendliteratur. MODERATION: Shelly Kupferberg. 9 Uhr. Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Haus der Kulturen der Welt Lesung. 10. internationales literaturfestival berlin. Sindiwe Magona - Reflections für Schüler: Südafrika heute (Südafrika) (In englischer Sprache). Nach einer einführenden Lesung von ausgewählten Gedichten aus „Please, Take Photographs“ diskutiert die Autorin mit den jugendlichen Teilnehmern das Leben im Südafrika der Gegenwart jenseits der bunten Fußball-Weltmeisterschaftskulisse. Geboren in der Transkei und aufgewachsen in den Cape Flats bei Kapstadt arbeitete Sindiwe Magona viele Jahre für die UNO in New York und setzt sich auch nach ihrer Rückkehr nach Südafrika für die Auseinandersetzung mit dem Thema Apartheid, der Pandemie des HIV-Virus und dem Alltag in Südafrika auseinander. Internationale Kinder- und Jugendliteratur. MODERATION: Hans-Christian Oeser. 10 Uhr. Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Haus der Kulturen der Welt Lesung. 10. internationales literaturfestival berlin. Marjolijn Hof liest aus ihrem Kinderbuch „Tote Maus für Papas Leben“ (Niederlande). Kikis Vater ist als Arzt immer wieder in Krisengebieten im Einsatz und lässt seine Familie mit ihren Ängsten um sein Wohlbefinden allein in der Heimat zurück. Seine Tochter entwickelt eine eigene Argumentationslogik, um mit ihren Ängsten umgehen zu können. Sie glaubt durch die Verknüpfung von Wahrscheinlichkeiten einzelner voneinander unabhängiger Ereignisse seine Rückkehr absichern zu können. Dabei entstehen Situationen zwischen Komik und Tragik, welche deutlich machen, wie schwierig es ist, die eigene Machtlosigkeit in manchen Situationen zu akzeptieren. Internationale Kinder- und Jugendliteratur. MODERATION: Maike Blatnik. 11 Uhr. Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Haus der Kulturen der Welt Lesung. 10. internationales literaturfestival berlin. Sindiwe Magona liest aus ihrem Roman für junge Erwachsene „Mother to Mother“ (Ü: Von Mutter zu Mutter) (Südafrika). Südafrika 1993: Auf der Rückfahrt in die Townships von Gugulethu mit dem Auto wird die 26-jährige Studentin und bekennende Apartheidsgegnerin Amy Biehl von einer Gruppe junger Schwarzer erst rassistisch beschimpft und nach einer misslungenen Flucht gesteinigt und erstochen. Sindiwe Magona erzählt fiktionalisiert von diesen Ereignissen, geschockt und motiviert von dem Umstand, dass diese unweit ihrer eigenen Haustür stattfanden. Über die Erzählperspektive der Mütter sowohl des Opfers als auch des Täters schildert die Autorin die Ära der Apartheid und die extreme Gewaltbereitschaft unter der Bevölkerung angesichts täglicher Ungerechtigkeit und Erniedrigung. Internationale Kinder- und Jugendliteratur. MODERATION: Shelly Kupferberg SPRECHERIN: Kathleen Gallego-Zapata. 11.-13. KlasseI (Anmeldung erforderlich unter (030) 27 87 86 -66/-70). 13 Uhr. Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Haus der Kulturen der Welt Lesung. 10. internationales literaturfestival berlin. Amara Lakhous – „Der Krach der Kulturen um einen Fahrstuhl an der Piazza Vittorio“ (Italien / Algerien). Amara Lakhous stammt eigentlich aus Algerien, schreibt aber auf Italienisch und gehört zu den literarischen Entdeckungen der letzten Jahre. In seinem Buch „Krach der Kulturen um einen Fahrstuhl an der Piazza Vittorio“ ist ein Verbrechen an eben jenem Platz Ausgangspunkt für ein vielschichtiges Porträt des römischen Lebens. Lakhous behält sich als Einwanderer einen unverfälschten Blick auf die ihn umgebende Realität vor. Literaturen der Welt. MODERATION: Susanne Müller. 18 Uhr. Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Haus der Kulturen der Welt Lesung. 10. internationales literaturfestival berlin. Joshua Ferris – Im Irrsinn des modernen Lebens“ (USA). Eines Tages bricht ein erfolgreicher Manhattaner Anwalt und Familienvater auf – „Ins Freie“. Ohne erkennbare Logik verlässt er Frau und Kind, zerstört damit das, was er liebt, und begibt sich auf eine Reise in seine eigenen Abgründe. Joshua Ferris zeigt in seinem Roman die Sehnsucht nach menschlicher Nähe und die Abgründe familiärer Beziehungen. Literaturen der Welt. MODERATION: Gabriele von Arnim SPRECHER: Ulrich Matthes. 4-8 €. 19 Uhr. Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Buchhändlerkeller Diskussion. Bär unter Palmen Nord-Südlicher Literatursalon: Usama bin Laden auf einer Botschafterparty - Husein Chawich und  Günther Orth diskutieren Romane von Abdarrahman Munif und Mohammed Hanif. Veranstaltung im Rahmen des Internationalen Literaturfestivals Berlin.19.30 Uhr. Carmenstraße 1, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Haus der Kulturen der Welt Lesung. 10. internationales literaturfestival berlin. Mit Sergej Minajew – „Zu den Mumien im Chanel-Kostüm der Moskauer Clubs“ (Russland). Sergej Minajews Kultroman „Seelenkalt“ seziert die Moskauer Gesellschaft der Reichen und Schönen. Mit seinen Beschreibungen des schalen und stumpfsinnigen Lebensalltags eines jungen Moskauer Finanzdirektors kritisiert er exemplarisch das von Gier geprägte moderne Wirtschaftleben und die kritiklose Übernahme des amerikanischen Lebensstils seiner Generation. Fokus Osteuropa. MODERATION: Henrike Schmidt SPRECHER: Matthias Scherwenikas. 4-6 €. 19.30 Uhr. Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Bücher am Nonnendamm Lesung. Melda Akbaș – „So wie ich will - Mein Leben zwischen Moschee und Minirock“. elda Akbaș, geboren 1991, lebt in Berlin und macht im Frühjahr 2010 ihr Abitur. In ihrer Freizeit engagierte sie sich als stellvertretende Schulsprecherin, im Bezirksschülerausschuss und arbeitet für die Türkische Gemeinde Deutschland. Im März 2009 wurde ihr Projekt „l.o.s. – let’s organize somethin’!“ von der Deutschen Bank und der Initiative »Deutschland – Land der Ideen« ausgezeichnet. Sie ist 18, lebt als Deutsch-Türkin in Berlin, steht kurz vor dem Abitur, engagiert sich als Schülerin, und ihr größter Wunsch ist ein selbstbestimmtes Leben: Melda Akbaș bezweifelt, dass viele Deutsche wissen, was es heißt, ein Migrantenkind zu sein. Vorurteile und Desinteresse bestimmen das Bild. Eloquent und selbstbewusst setzt sie ihre Momentaufnahme dagegen. Ihr Hintergrund: eine Familie von konservativ bis weltoffen, ein bunter Mix aus Köpfen und Haltungen. Sie selbst versucht den Spagat zwischen Respekt vor ihren muslimischen Wurzeln und ihrer Entschlossenheit, sich einzumischen, mitzubauen an einer friedlichen Welt vieler Kulturen und als Frau selbständig zu leben. 3 €. 19.30 Uhr. Nonnendammallee 87a, 13629 Berlin-Spandau.

Theodor Tucher Restaurant Lesung. Wiglaf Droste – „Auf sie mit Idyll!“. Der Dichter Wiglaf Droste beobachtet, beschreibt und ergreift die Welt und ihre Bewohner. Seine Aperçus und Uppercuts verteilt er nach Belieben, doch niemals beliebig. In feiner Sprache belöffelt er trostferne Christen ebenso wie trübe islamistische Aufesser von Mohamettbrötchen. Tragödien wie das Draußen rauchen, die Übergangsjacke, den Pilgerstrom oder servile Servicekräfte werden ebenso gut gelaunt und kenntnisreich abgefertigt wie kulinarische Katastrophen vom Schlage Dollase oder Lafer. In saure Gurken wie Till Schweiger oder Guido Westerwelle beißt Droste kurz und final hinein, um sich dann doch lieber der Liebe und der Huldigung zuzuwenden: F.W. Bernstein, Johnny Cash, Raymond Chandler, Bob Dylan, Danny Dziuk, Peter Hacks, Randy Newman, Joachim Ringelnatz werden gefeiert. Und über allem waltet das Rheinsberger Idyll. Wiglaf Droste, lebt in Berlin oder auf Reisen, schreibt für den Funk, die FR und die SZ, gibt gemeinsam mit Meisterkoch Vincent Klink die kulinarische Kampfschrift Häuptling eigener Herd heraus, darf mit einem berühmten Essener Jazz-Trio als Sänger Platten aufnehmen, leiht seine Stimme auf Hörbüchern verehrten Kollegen wie Voltaire, Dashiell Hammett, Volker Kriegel, Peter Hacks, Kinky Friedman und James Krüss. Für seine harsche, polemische, liebevoll wortschöpferische und lyrische Sprache wurde Wiglaf Droste 2003 mit dem Ben Witter-Preis und 2005 mit dem Annette von Droste-Hülshoff-Preis ausgezeichnet. 10 €. 20 Uhr. Pariser Platz 6a, 10117 Berlin-Mitte.

Heimathafen Neukölln Lesung. Güner Balci – „ArabQueen“. Im Gespräch mit Heinz Buschkowsky, Bezirksbürgermeister von Berlin-Neukölln. Moderation und Text: Inka Löwendorf. Freiheit fühlt sich im Kopf anders an als im Herzen. Mariam führt ein Doppelleben: Zu Hause die folgsame Tochter kurdischer Eltern, in der Welt außerhalb die selbstbewusste „ArabQueen“, die mit ihrer deutschen Freundin Lena Tanzen geht und Jungs trifft, dies aber durch Lügen vor ihrer Familie zu verbergen weiß. Als der Vater ihr eröffnet, dass ihr Cousin Walid auf dem Weg nach Deutschland ist, um sie zu heiraten, weiß Mariam, dass sie eine Entscheidung treffen muss, an der sie zu zerbrechen droht. Die Journalistin Güner Yasemin Balci, die selbst jahrelang in einem Mädchentreff in Neukölln gearbeitet hat, erzählt eindrucksvoll am Schicksal Mariams, wie es ist, in zwei unvereinbaren Welten zu leben – für viele junge muslimische Frauen in Deutschland die bittere Realität – und welchen Preis die Freiheit hat. 20 Uhr. Karl-Marx-Straße 141, 12043 Berlin-Neukölln.

Literaturwerkstatt Lesung. Klagenfurt-Nachlese. In Lesung und Gespräch: Peter Wawerzinek, Aleks Scholz, Dorothee Elmiger, Stephanie Gleißner und Christina Maria Landerl Moderation: Hubert Winkels Peter Wawerzinek hat bei den 34. Tagen der deutschsprachigen Literatur mit „Ich finde dich / Rabenliebe“ Jury und Publikum gleichermaßen überzeugt: „Ich habe gedacht, wenn ich mich schreibend verschenke, entfliehe ich dem Teufelskreis der Erinnerung. Schreibend bin ich tiefer ins Erinnern hineingeraten als mir lieb ist.“ Ganz anders ist Aleks Scholz’ Blick auf seinen Gegenstand: „Google Earth“ beginnt mit dem Satz: „Trampes Grundstück ist einfach strukturiert.“ Dorothee Elmiger war die große Überraschung des Wettbewerbs. „Einladung an die Waghalsigen“ gilt als eines der interessantesten Romandebüts dieses Herbstes. 2009 war sie bereits einmal in Klagenfurt, als Stipendiatin des Literaturkurses. An diesem Abend lesen mit Stephanie Gleißner und Christina Maria Landerl zudem zwei junge in Berlin lebende Autoren, die mit ihren Texten beim 14. Klagenfurter Literaturkurs auf sich aufmerksam gemacht haben. 20 Uhr. Knaackstraße 97, 10435 Berlin-Pankow.

Literaturforum im Brecht-Haus Buchvorstellung & Gespräch. Wilhelm von Sternburg – „Gotthold Ephraim Lessing“. Moderation Harro Zimmermann. „Angesichts der wachsenden gesellschaftlichen Intoleranz, dem „Kampf der Kulturen“ und Religionen und dem offenbar unbesiegbaren Rassismus ist die Stimme der Vernunft und Toleranz notwendiger denn je“, so Wilhelm von Sternburg. Nach Biografien über Feuchtwanger, Roth u.a. widmet er sich dem führenden Kopf der deutschen Aufklärung: Lessing. Die ästhetischen und philosophischen Schriften des Dramatikers haben Maßstäbe in der Weltliteratur gesetzt und seine Ideale von Humanismus und Wahrheitssuche sind heute so aktuell und gültig wie zu seinen Lebzeiten. In Zusammenarbeit mit Radio Bremen. 3-5 €. 20 Uhr. Chausseestraße 125, 10115 Berlin-Mitte.

Café Tasso Lesung. TextTouren – Lesung mit wechselnden Autoren. Jeden dritten Donnerstag begrüßen Uli Christenn und Wolfgang Louis eine/n Autor/in, anschließend offenes Mikro. Wolfgang Louis ist Autor zahlreicher Bücher. Sein Erzählband „Die zerbrochenen Engel“ ist 2009 im fhl-verlag Leipzig erschienen. Uli Christenn, gelernter Metallblasinstrumentenmacher und Antiquar lebt als Jazzposaunist und Autor in Berlin. Eintritt frei, Spenden erbeten. 20 Uhr. Frankfurter Allee 11, 10247 Berlin-Friedrichshain.

Kino Babylon Lesung. Ken Bruen – „Jack Taylor fährt zur Hölle“. Ken Bruen liest aus „Jack Taylor fährt zur Hölle“, dem neusten Band der Jack-Taylor-Serie: Taylor, schwer gebeutelt wie immer, trägt sich mit dem Gedanken, seinen 'Beruf' als Privatermittler an den Nagel zu hängen. Doch vorher hat er noch eine Schuld zu begleichen - und nimmt seinen (vorläufig) letzten Fall an: Er soll eine Frau finden, die im berüchtigten Magdalenenstift Mädchen zur Flucht verholfen hat, die dort von Nonnen misshandelt wurden. Doch wie bei Jack Taylor zu befürchten, kommt alles ganz anders als der Leser erahnt. 20 Uhr. Rosa-Luxemburg-Straße 30, 10178 Berlin-Mitte.

Instituto Cervantes Lesung. Juan Goytisolo aus seinen Werken. Im Rahmen des „internationalen literaturfestivals berlin“ liest der Autor Juan Goytisolo aus seinen Werken. 20 Uhr. Rosenstraße 18-19, 10178 Berlin-Mitte.

Haus der Kulturen der Welt Lesung. 10. internationales literaturfestival berlin. Jaroslav Hasek (1883-1923). Texte aus: „Der verwirrte Laubfrosch“ und „Die Partei des maßvollen Fortschritts“. Der brave Soldat Schwejk spielt mit dem Gehorsam. Seine Lieblingslektüre: die Wünsche in den Augen der Vorgesetzten. Seine Unterwürfigkeit macht sie fertig. Als „Redakteur Schwejk“ der Zeitschrift „Die Welt der Tiere“ spielt Hasek mit der Wissenschaft: Er erfand viele unbekannte Tiere und begeisterte die Fachwelt. Als Betrüger entdeckt, wurde er entlassen. Die Zeitschrift, deren wissenschaftlichen Ruf er vollständig ruiniert hatte, musste ihr Erscheinen einstellen. Erinnerung, sprich. EINFÜHRUNG: Hartmut Diekmann SPRECHER: Roland Schäfer. 4-6 €. 20.15 Uhr. Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Studio der Berliner Schaubühne Lesung. Elisabet Rank – „Und im Zweifel für dich selbst“. Musik von „This mess is mine“. Wenn man zwanzig ist und nie auf die Idee kommen würde, jeden Tag so zu leben, als wäre es der letzte – wie geht man dann mit dem Tod des Geliebten um? Als Lenes Freund Tim bei einem Autounfall stirbt, bricht die Existenz von Lene und Tonia in Stücke. Berlin, Prüfungen, Partys - nichts in ihrem Leben ist bislang besonders schwerwiegend gewesen. „Nutze den Tag“ war nur ein hübscher Spruch in Schönschrift. Als sie plötzlich mit einem schrecklichen Verlust klarkommen müssen, setzen sie sich ins Auto und fahren los, erst mal nur weg, kreuz und quer durchs sommerlich heiße Mecklenburg, Hauptsache nicht zurück, denn zu Hause wird alles anders sein. Doch am Meer geht es nicht mehr weiter, und Tonia, die Erzählerin, begreift: So sehr man glaubt, die Welt bleibt stehen, es geht immer weiter. Für die anderen, die noch da sind. Für die neue Liebe. Und im Zweifel für sich selbst. 20.30 Uhr. Kurfürstendamm 153, 10709 Berlin-Charlottenburg.

Haus der Kulturen der Welt Lesung. 10. internationales literaturfestival berlin. Sofi Oksanen – „Fegefeuer“. Die Autorin schildert das Schicksal zweier Frauen in den Wirren europäischer Geschichte (Finnland / Estland). Eine alte estnische Frau entdeckt eine schutzsuchende junge Russin in ihrem Garten und versteckt sie vor ihren mafiösen Peinigern. Was sie nicht weiß – die beiden Frauen verbindet ein lang zurückliegendes Familiendrama. „Fegefeuer“ erzählt europäische Geschichte zwischen Sowjetbesatzung und neuen Realitäten, in der Frauen Opfer männlicher Gewalt und politischer Systeme sind. Literaturen der Welt. MODERATION: Marius Meller SPRECHERIN: Anna Thalbach. 4-8 €. 20.30 Uhr. Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

La Luz Vorleseshow. Die Brauseboys. Vorleseshow mit Paul Bokowski, Hinark Husen, Frank Sorge, Robert Rescue, Volker Surmann, Heiko Werning und Gästen. Gäste: N.N. 20.30 Uhr. Osramhöfe, Oudenarderstraße 16-20, 13347 Berlin-Wedding.

Haus der Kulturen der Welt Lesung. 10. internationales literaturfestival berlin. Radka Denemarková – „Ein herrlicher Flecken Erde“. Radka Denemarkovás Blick auf die verdrängte deutsch-tschechische Nachkriegsgeschichte (Tschechien). Nachdem die 16-jährige Gita die Hölle von Auschwitz überlebt hat, kommt sie 1945 in ihr böhmisches Heimatdorf zurück. Doch der Familienbesitz wurde konfisziert und die Deutschsprachige wird als Staatsfeindin verjagt. Radka Denemarková erzählt in ihrem preisgekrönten Roman „Ein herrlicher Flecken Erde“ von verdrängten Wirklichkeiten in der europäischen Geschichte des 20. Jahrhunderts. Fokus Osteuropa. MODERATION: Gabriele von Arnim. 4-6 €, 21 Uhr. Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Admiralspalast Lesung. Ken Bruen und Jason Starr – „Attica“. Moderation: Knut Elstermann. Lesung deutscher Text: David Nathan (dt. Stimme von Johnny Depp). Die Krimiautoren, beide bedeutende Vertreter des Noir-Krimi, stellen ihren letzten Teil ihrer Trilogie um den aufgeblasenen New Yorker Geschäftsmann Max Fisher und seine skrupellose Geliebte Angela Petrakos vor. In „Attica“ sitzt Max Fisher wegen Drogenhandel in einer Zelle im berüchtigten Attica. Angela Petrakos flieht nach einem brutalen Mord ins Ausland, doch ihre Flucht findet auf der griechischen Insel Lesbos ein aussichtloses Ende ... Soll das wirklich alles gewesen sein im Leben von Max und Angela? „Attica“ wird in der amerikanischen HardCaseCrime-Reihe veröffentlicht, die in Deutschland im Rotbuch Verlag erscheinen. Knut Elstermann wird durch die Lesung führen und die deutsche Stimme von Johnny Depp, David Nathan, liest den deutschen Text. 6-8 €. 22 Uhr. Studio 101, Friedrichstraße 101, 10117 Berlin-Mitte.

Freitag, 17. September

Haus der Kulturen der Welt Lesung. 10. internationales literaturfestival berlin. András Baranyai (Ungarn) präsentiert seine Bilderbücher „Piroska és a farkas“ (Ü: Rotkäppchen) und „Szerintem mindenki maradjon otthon vasárnap délután“ (Ü: Ich denke, jeder sollte an einem Sonntagnachmittag zu Hause bleiben). Rotkäppchens Weg zur Großmutter und die Begegnung mit dem Wolf – der junge ungarische Illustrator erzählt Altbekanntes auf eine moderne Weise neu. Ohne Textebene, ganz über seine Bilderwelt aus grafischen und dem Bereich des Comics entlehnten Elementen erzählt er die Geschichte Rotkäppchens und lädt den kindlichen Betrachter zur Entdeckungsreise ein.Mit der Familiengeschichte um leidenschaftlich verfolgte Hobbys und familiäre Verpflichtungen stellt der Illustrator einen weiteren Bilderbuchtext vor. Internationale Kinder- und Jugendliteratur. MODERATION: Shelly Kupferberg SPRECHER: Sven Philipp. 1.-3. Klasse (Anmeldung erforderlich unter (030) 27 87 86 -66/-70). 9 Uhr. Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Haus der Kulturen der Welt Lesung. 10. internationales literaturfestival berlin. Marius Jonutis (Litauen) präsentiert sein farbenprächtiges Kinderbuch „Kirminas paukstis: tavo pirmoji knyga apie skraidymo mena“ (Ü: Wurm-Vogel. Dein erstes Buch über die Kunst des Fliegens). Der Wurm hat einen Traum: Er möchte die Kunst des Fliegens erlernen. Deshalb bittet er den Vogel um Hilfe. Als es Herbst wird, verlassen die Vögel das Land Richtung Süden. Der Wurm-Vogel jedoch bleibt, zu sehr ist er dem Erdreich verbunden, es fehlt ihm der Geist der Vögel. In Anspielung an Richard Bachs Text „Die Möwe Jonathan“ von 1970 erzählt diese Parabel des Litauers von dem Streben nach Neuem und Unbekannten, wobei das Fliegen nur ein Bild für die Sehnsucht nach Freiheit ist sowie den Wunsch nach einer selbstbestimmten Identität. Internationale Kinder- und Jugendliteratur. MODERATION: Shelly Kupferberg SPRECHER: Sven Philipp. 4./5. Klasse (Anmeldung erforderlich unter (030) 27 87 86 -66/-70). 11 Uhr. Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Haus der Kulturen der Welt Lesung. 10. internationales literaturfestival berlin. Azouz Begag (Frankreich) präsentiert Texte und Lieder aus „Coeur de banlieue“ (Ü: Herz der Vorstadt). (In französischer und deutscher Sprache). Vom „Guerre des boutons“ in „Le Gone du Chaâba“ (dt. Azouz, der Junge vom Stadtrand) bis zum „Guerre des moutons“ (Ü: Krieg der Schafe), von den Konflikten der pickeligen Jugendlichen bis zum Streit um die Hammel, die angeblich in den Badewannen der in Frankreich lebenden Muslime geschlachtet werden: Welch ein beispielloser Aufstieg! Als Kind einer Einwandererfamilie, die in der Blechhütte des Chaâbas in der Banlieue von Lyon lebt, schafft es Azouz Begag bis zum Minister für die Förderung der Chancengleichheit in Paris. Ein literarisches und musikalisches Programm des Grenzgängers zwischen den Kulturen mit Lesung, Chansons und viel Humor! Internationale Kinder- und Jugendliteratur. 7.-10. Klasse (Anmeldung erforderlich unter (030) 27 87 86 -66/-70). 12 Uhr. Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Haus der Kulturen der Welt Lesung. 10. internationales literaturfestival berlin. Sindiwe Magona (Südafrika) liest aus ihrem Buch „Beauty's Gift“ und präsentiert eine Auswahl von Gedichten aus „Please, Take Photographs“. (In englischer Sprache). „Beauty’s Gift“ ist einer der wichtigsten südafrikanischen Texte über die HIV-Pandemie. Er erzählt die Geschichte von Beauty, die, angesteckt von ihrem untreuen Ehemann, innerhalb von sechs Wochen nach Erhalt der Diagnose an Aids stirbt. Vorher nimmt sie jedoch ihren Freunden das Versprechen ab, sich bewusst mit der Gefahr dieser Krankheit auseinandersetzen. Die Novelle ist überdies bestimmt von einem ausgeprägten „Black Feminism“, der u. a. die Rolle der Frau und deren Degradierung in einer Gesellschaft mit patriarchalischen Strukturen und Apartheidsdenken diskutiert. Außerdem präsentiert die Autorin eine Auswahl von Gedichten aus „Please, Take Photographs“, in denen sie das Südafrika der Gegenwart beschreibt. Internationale Kinder- und Jugendliteratur. MODERATION: Hans-Christian Oeser. 11.-13. Klasse (Anmeldung erforderlich unter (030) 27 87 86 -66/-70). 13 Uhr. Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Haus der Kulturen der Welt Diskussion. 10. internationales literaturfestival berlin. Die Literaturen der anderen... Literaturübersetzungen in Mittel- und Osteuropa. Mit Lidija Dimkovska (Mazedonien), Valzyna Mort (Belarus) und Ana Ristovic (Serbien). Eine Gesprächsrunde mit Literaturübersetzerinnen, die aus Sprachen Mittel- und Osteuropas (MOE) übersetzen, soll die Facetten der Übersetzungsarbeit vor dem Hintergrund aktueller Gegebenheiten des Literaturbetriebs in MOE beleuchten. Wie ist es um das Interesse des Lesepublikums an Übersetzungen bestellt? Gibt es Verlage und Literaturzeitschriften, die durch konsequente Übersetzungspolitik den Literaturaustausch innerhalb von MOE fördern? Wie kann man die Etablierung „neuer Literatursprachen“ wie Weißrussisch bewerten? Fokus Osteuropa I Reflections. MODERATION: Esther Kinsky. 4-6 €. 16 Uhr. Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Haus der Kulturen der Welt Buchvorstellung & Gespräch. 10. internationales literaturfestival berlin. Born in the Bronx. Hip Hop - die Geschichte einer urbanen Kultur. HipHop verbinden die meisten mit den 80er-Jahren, in denen er von der Musikindustrie entdeckt wurde. Seine Wurzeln aber liegen in der Bronx der 70er, als ein impulsiver und neuer Sound der dortigen Underground-Kultur Ausdruck verlieh. Erstmals auf Deutsch erscheint jetzt die Dokumentation „Born in the Bronx“ mit unveröffentlichten Bildern des ersten HipHop-Fotografen Joe Conzo: historische Momentaufnahme einer lokalen, performance-basierten Kultur. Conzo berichtet über die soziale und kreative Energie des frühen Hip-Hop. Der Architekt und Stadtplaner Omar Akbar wirft einen urbanistischen Blick auf diesen zu Unrecht verrufenen Stadtteil. Moderation: Susanne Stemmler. 4-6 €. 16.30 Uhr. Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Literaturhaus Ausstellungseröffnung. „Herta Müller. Der kalte Schmuck des Lebens“. Eine Produktion des Literaturhauses München in Zusammenarbeit mit dem Literaturhaus Berlin. Ausstellungsbegrüßung 18 Uhr: Es sprechen André Schmitz, Herta Müller und Ernest Wichner. 18 Uhr. Fasanenstraße 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Haus der Kulturen der Welt Lesung. 10. internationales literaturfestival berlin. Martin Pollack segelt mit galizischen Emigranten zum „Kaiser von Amerika“ (Österreich). Martin Pollack erzählt von der Flucht galizischer Emigranten, die um 1900 die Habsburger Monarchie verließen, um ihr Glück in den USA zu suchen. In der Hoffnung auf ein Willkommen des „Kaisers von Amerika“, werden sie zur leichten Beute amerikanischer Geschäftemacher. Eine Geschichte über die ewigen Verlierer und die ewigen Gewinner, die aus der Not anderer Profit schlagen. Literaturen der Welt. MODERATION: Katharina Raabe. 4-8 €. 19 Uhr. Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Clinker-Lounge der Backfabrik Lesung. Sascha Lobo – „Strohfeuer“. Sascha Lobo, geboren 1975, war Kreativdirektor einer Werbeagentur. Heute arbeitet er freiberuflich als Kommunikationsstratege. Er ist freier Mitarbeiter der Zentralen Intelligenz Agentur und verantwortlicher Redakteur des mit dem Grimme-Preis ausgezeichneten Weblogs „Riesenmaschine“. 2006 erschien sein vielbeachtetes Buch „Wir nennen es Arbeit“ (mit Holm Friebe). Bei dieser Buchpremiere stellt uns Lobo seinen rasanten Debütroman vor- eine fesselnde Geschichte aus den Tagen der New Economy, über gewaltige Verlockungen und schmerzhafte Verluste - und über die Lebensgier an sich. 6-8 €. 20 Uhr. Saarbrücker Straße 36a, 10405 Berlin-Prenzlauer Berg.

Haus der Kulturen der Welt Lesung. 10. internationales literaturfestival berlin. Tadeusz Borowski (1922 Ukraine - 1951 Polen). Text aus: „Bei uns in Auschwitz“. Die Erzählungen „Bei uns in Auschwitz“ kennen keinen Ausweg. Weil man uns in Auschwitz nicht gelehrt hatte, die Hoffnung aufzugeben, „sterben wir im Gas“, schreibt er. Wir aber, die wir uns aufs Lernen aus der Geschichte berufen, können uns auf Borowski nicht berufen. Wir glauben uns bereits auf festem Boden. Doch seine Geschichten öffnen uns die Augen, zeigen uns, dass wir inmitten eines reißenden Flusses stehen und gar nicht schwimmen können. Erinnerung, sprich. MODERATION: Benjamin Voelkel SPRECHER: Matthias Scherwenikas. 4-6 €. 2015 Uhr. Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Haus der Kulturen der Welt Lesung. 10. internationales literaturfestival berlin. Rana Dasgupta – „Solo“. Rana Dasguptas turbulente Geschichte eines hundertjährigen Bulgaren (Grossbritannien / Indien). Rana Dasgupta stellt in seinem Roman „Solo“ die Frage, ob jeder Mensch ein Wissen in sich trägt, dass der gesamten Menschheit von Nutzen sein kann. In einem Tagtraum überwindet ein fast hundertjähriger Bulgare die Zwänge der Vergangenheit und erfindet sich ein anderes Leben, in dem ihm alle Wege offenstehen und er seine Kreativität und Talente entfalten kann. Literaturen der Welt. MODERATION: Angela Spizig SPRECHER: Hans-Werner Meyer. 4-8 €. 20.30 Uhr. Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Deutsches Theater Lesung. Poetry Night II . Im Rahmen des „internationalen literaturfestivals berlin“ liest Serhij Zhadan zusammen mit Kevin Hart, Dennis O'Driscoll und Nikola Madzirov. 20.30 Uhr. Schumannstraße 13a, 10117 Berlin-Mitte.

Haus der Kulturen der Welt Gespräch. 10. internationales literaturfestival berlin. Eva Sichelschmidt im Gespräch mit Valzhyna Mort (Belarus) und Natalja Kljutscharjowa (Russland). Was bedeutet Literatur für junge Autorinnen? Ernüchternd, provozierend, zornig, poetisch, wortmächtig sind die Texte aus Belarus und Russland. Eva Sichelschmidt führt durch die literarische Soirée der besonderen Art, bei der die Schriftstellerinnen von heute sich in persönlicher und literarischer Begegnung über Schreiben und Erzählen austauschen. Fokus Osteuropa I Specials. SPRECHER: Susanna Kraus. 4-6 €. 21 Uhr. Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Samstag, 18. September

Haus der Kulturen der Welt Lesung. 10. internationales literaturfestival berlin. Ilija Trojanow – „Fühlend sehe ich die Welt“. Die Weltumsegelung eines blinden Marineleutnants - entdeckt von Ilija Trojanow (Deutschland / Bulgarien) In „Fühlend sehe ich die Welt“ präsentiert Ilija Trojanow erstmals auf Deutsch die Beschreibung einer einzigartigen Weltumsegelung. Der mit 25 Jahren erblindete britische Marineleutnant James Holman war 1819 ohne Hilfe zu einer Weltreise aufgebrochen, kam bis zu den westafrikanischen Kolonien und nach Sibirien, und hat die Eindrücke von seiner wagemutigen Reise in einem Tagebuch festgehalten. Fokus Osteuropa. MODERATION: Marius Meller.4-6 €. 15 Uhr. Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Haus der Kulturen der Welt Lesung. 10. internationales literaturfestival berlin. György Dragomán – „Der weiße König“. György Dragomán über Diktaturerfahrungen eines Kindes (Ungarn). György Dragománs Roman „Der weiße König“ spielt zur Zeit der rumänischen Diktatur unter Ceaucescu. Aus der Perspektive eines Kindes wird die Erfahrung psychischer Gewalt und die Verrohung und Niedertracht in den menschlichen Beziehungen vermittelt, was der Geschichte den Klang eines bösen Märchens verleiht und die Absurdität von Diktaturen deutlich werden lässt. Fokus Osteuropa. MODERATION: Silvia Szarková SPRECHER: Max Gertsch. 4-6 €. 16.30 Uhr. Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Haus der Kulturen der Welt Lesung. 10. internationales literaturfestival berlin. Vladimir Sorokin – „23000“. Vladimir Sorokins frostiger Abgesang auf die Menschheit (Russland). Mit seinem Roman „23000“, der das Projekt Menschheit für gescheitert erklärt, schließt Vladimir Sorokin seine Romantrilogie „Eis“ ab. In diesem fantastischen Roman brilliert Sorokin erneut mit stilistischen Experimenten, imitiert die Sprache von Verrückten, erzählt im Stil des roman noir und liefert einen Exkurs über die Maschinenbegeisterung im Geiste der 1920er Jahre. Fokus Osteuropa. MODERATION: Wilfried F. Schoeller SPRECHER: Friedhelm Ptok. 4-6 €. 18 Uhr. Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Buchhandlung Timbooktu Lesung. María Cecilia Barbetta – „Änderungsschneiderei Los Milagros“. Nichts ist mehr, wie es war, als die schöne Analía Morán in der Änderungsschneiderei Los Milagros in Buenos Aires auftaucht und in das Leben der jungen Schneiderin Mariana Nalo tritt: Während sie Analías Hochzeitskleid ändert, scheint Mariana immer tiefer in das Leben der anderen einzudringen, das ihr fremd und merkwürdig vertraut ist … Ein Debüt voller emotionaler Kraft und mitreißender Gefühle um zwei junge Frauen und ein rätselhaftes Wunder namens Liebe. 19 Uhr. Kurfürstendamm 100, 10709 Berlin.

Haus der Kulturen der Welt Lesung. 10. internationales literaturfestival berlin. Nicol Ljubic – „Meeresstille“. Nicol Ljubics Liebesgeschichte im Schatten des bosnischen Krieges (Deutschland). Mit seiner Geschichte über ein Massaker in Bosnien geht Nicol Ljubic der Frage nach individueller Schuld der Nachgeborenen von politischen Katastrophen nach. In seinem Roman „Meeresstille“ verliebt sich ein junger Deutscher mit kroatischen Wurzeln in eine serbische Studentin, erfährt jedoch erst nach dem Scheitern der Beziehung, dass ihr Vater, ein Shakespeare-Forscher, sich wegen Kriegsverbrechen in Den Haag verantworten muss. Fokus Osteuropa. MODERATION: Sven Arnold. 4-6 €. 19.30 Uhr. Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Literaturhaus Lesung. Geht in der Sonne die Schöne vorbei…. Blanche Kommerell liest Peter Handke - Gedichte und Erzählungen. Mit Manuel Dolderer. Veranstalter: Blanche Kommerell. Auskünfte: 56 27 141. Eintritt: 8-12 €. 20 Uhr. Kaminraum, Fasanenstraße 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Haus der Kulturen der Welt Lesung. 10. internationales literaturfestival berlin. Leonid Dobycin (1894-1936). Text aus: „Die Stadt N.“. 1936 erschien Dobycins Roman über eine kleinbürgerliche Kindheit in einer russischen Kleinstadt abseits der politischen Umschwünge, an dem er sieben Jahre geschrieben hatte. Daraufhin wurde er in der Formalismus-Debatte als Volksfeind diffamiert und verschwand spurlos. Peter Urban hat den Roman mit Akzent auf den von den stalinistischen Kulturfunktionären gerügten sprachlichen „Abweichungen“ neu übersetzt. Erinnerung, sprich. EINFÜHRUNG: Peter Urban SPRECHER: Matthias Scherwenikas. 4-6 €. 20.15 Uhr. Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Haus der Kulturen der Welt Lesung. 10. internationales literaturfestival berlin. Michael Stavaric – „Böse Spiele“. Michael Stavaric und die „bösen Spiele“ im Geschlechterkrieg (Österreich / Tschechien). Michael Stavarics Roman „Böse Spiele“ dreht sich um die mörderischen Verhältnisse in einer Viererbeziehung. Mit Anklängen an die Mythologie erzählt er eine Geschichte von Begehren, Hingabe, Sex und Verrat in der von allen Regeln befreiten, modernen Beziehungskultur und führt die Banalität von Alltagssituationen und das Missverstehen zwischen Männern und Frauen vor. Fokus Osteuropa. MODERATION: Shelly Kupferberg. 4-6 €. 21 Uhr. Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Sonntag, 19. September

Friedenau Literarischer Stadtspaziergang. Friedenau - ein kunstsinniger Ort. Wo Nobelpreisträger und Expressionisten lebten. Friedhof Stubenrauchstraße: Marlene Dietrich, Jeanne Mammen, Helmut Newton. Die Niedstraße ist die Schriftstellerstraße der 60/70iger Jahre schlechthin. Auf Grass’ Terrasse, der seine Gäste leidenschaftlich bekochte, schallten die Stimmen des Friedenauer Literatenchors, der Nachbar Uwe Johnson, Hans Magnus Enzenberger, dessen Bruder mit den anderen Kommunarden nebenan in Johnsons Wohnung die Kommune I gründete,  Max Frisch, Ingeborg Bachmann. Kästners Sekretärin wohnte hier einige Häuser weiter, die nach 1933 heimlich die Texte ihres Chefs weiter tippte, gleich um die Ecke, in der Görresstraße, gründete sich 1951 der ehemalige Buchhändlerkeller und in Wolff’s Bücherei in der Bundesallee ist jetzt ein neuer magischer Ort:  „Der Zauberberg“, eine Buchhandlung, 2009  von der russischen Literaturwissenschaftlerin  Natalia Liublina mit überwiegend russischer Literatur bestückt. Nur mit Anmeldung unter 030/892 13 38. 14 Uhr;

Haus der Kulturen der Welt Lesung. 10. internationales literaturfestival berlin. Anna Altschuk (1955-2008): „Schwebe zu Stand“. Lyrik. Mit Michail Ryklin (Russland). „Ich würde ein Gedicht mit einem lebendigen Organismus vergleichen, in dem alle Funktionen eng miteinander verbunden sind“, sagte die 1955 auf der russischen Insel Sachalin geborene Videokünstlerin, Fotografin und Dichterin über ihre Werke. Ihre Gedichte stehen in der Tradition der russischen Avantgarde, denn Anna Altschuk zerbricht Wörter und Sätze, die so ihre Bedeutungen freigeben, und fügt die Bestandteile neu zusammen – zu schillernden, auch visuell hochkomplexen, luftigen Gebilden. 2007 verließ Anna Altschuk mit ihrem Mann Michail Ryklin Moskau und siedelte nach Berlin, wo sie 2008 starb. Michail Ryklin wird ihren Gedichtband „Schwebe zu Stand“ vorstellen. Fokus Osteuropa I Erinnerung, sprich. MODERATION: Katharina Raabe SPRECHERIN: Gabriele Leupold. 4-6 €. 16.30 Uhr. Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Haus der Kulturen der Welt Lesung. 10. internationales literaturfestival berlin. Liao Yiwu – „Fräulein Hallo und der Bauernkaiser“. Liao Yiwu und die Underdogs der chinesischen Gesellschaft (China).Liao Yiwu zeigt in seinem Interviewband „Fräulein Hallo und der Bauernkaiser“ die Randgestalten der chinesischen Gesellschaft und ein verborgenes China. Unter anderen kommen ein Animiermädchen, ein buddhistischer Mönch, ein Parteikader, der zu seiner Frau mit „schlechtem Klassenhintergrund“ steht, sowie die Familie eines beim Massaker auf dem Platz des himmlischen Friedens getöteten Studenten zu Wort. Literaturen der Welt. 4-8 €. 17 Uhr. Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Haus der Kulturen der Welt Lesung. 10. internationales literaturfestival berlin. Filip Florian – „Kleine Finger“. Filip Florian taucht in die rumänische Vergangenheit ein (Rumänien). Bei Ausgrabungen in der Nähe eines kleinen Karpatenstädtchens wird ein Massengrab entdeckt. Vielen Skeletten fehlen die kleinen Finger, was auf ein Verbrechen der Securitate hindeutet, bis die Toten schließlich als Pestopfer identifiziert werden. Filip Florian verbindet in seinem Debütroman mit großer Imaginationskraft die Rekonstruktion realer Ereignisse mit fantastischen Elementen. Fokus Osteuropa MODERATION: Carmen Francesca Banciu SPRECHER: Elias Arens4.6 €. 18 Uhr. Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Haus der Kulturen der Welt Lesung. 10. internationales literaturfestival berlin. Natalja Kljutscharjowa – „Endstation Russland“. Natalja Kljutscharjowas Fahrt durch das heutige Russland der Extreme (Russland). Auf der Suche nach glücklichen Menschen folgt Natalja Kljutscharjowa in „Endstation Russland“ einem Petersburger Studenten auf eine Fahrt kreuz und quer durch ihre Heimat. Dabei trifft sie auf Verirrte, Verrückte und einsame Helden am Rande einer Gesellschaft im Umbruch. Ihr Debütroman ist eine schillernde Enzyklopädie des Lebens im heutigen Russland der Extreme. Fokus Osteuropa. MODERATION: Olga Wostrezowa SPRECHERIN: Kathleen Gallego-Zapata. 4-8 €. 18.30 Uhr. Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Haus der Kulturen der Welt Lesung. 10. internationales literaturfestival berlin. Vladimir Bajac – „Hamam Balkanija“. Mit Vladislav Bajac in den balkanischen Hamam osmanisch-südosteuropäischer Geschichte (Serbien). Vladimir Bajacs historischer Roman „Hamam Balkanija“ macht Geschichte erfahrbar. Das Osmanische Reich, Südosteuropa, das Oszillieren zwischen Ost und West, Aufbau und Dekonstruktion sowie eine Parallelgeschichte in der Gegenwart – das sind die großen Ecksteine seiner sorgfältig komponierten Geschichte über Freundschaft, die Suche nach einer verwandten Seele und nach Erlösung. Fokus Osteuropa. MODERATION: Olaf Ihlau SPRECHER: Elias Arens. 4-6 €. 19.30 Uhr. Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Deutsches Theater Lesung Nuruddin Farah – „Bruder Zwilling“. Im Rahmen des „internationalen literaturfestivals berlin“. Moderation: Wilfried F. Schoeller. Lesung des deutschen Textes: Frank Arnold. 20 Uhr. Schumannstraße 13a, 10117 Berlin-Mitte.

Deutsches Theater Lesung. Poetry Night IV. José F. A. Oliver – „fahrtenschreiber“. Im Rahmen des „internationalen literaturfestivals berlin“ liest der Autor José F. A. Oliver zusammen mit Israel Bar Kohav und Istavan Kemeny 20.30 Uhr. Schumannstraße 13a, 10117 Berlin-Mitte.

Haus der Kulturen der Welt Lesung. 10. internationales literaturfestival berlin. Nikolai Gogol (1809 Ukraine-1852 Moskau), Alfred Schnittke (1934 UDSSR-1998 Hamburg). „Der Revisor“, „Die toten Seelen“. Nikolai Gogol schob dem „Revisor“ noch eine theatralische Deutung des Revisor nach. Die Beamten der Provinzstadt seien keine Menschen, sondern die Leidenschaften unserer Seele, und die Stadt sei die Stadt unserer Seele. Der Protest folgte auf dem Fuße: „Lassen Sie mir die Beamten“, schrieb ihm ein Schauspieler. „Nein, ich gebe sie nicht her! Nicht, solange ich lebe! Das sind wirkliche Menschen, unter denen ich aufgewachsen und gealtert bin.“ Alfred Schnittke gab den Beamten Asyl in seiner Musik. Erinnerung, sprich. EINFÜHRUNG: Hartmut Diekmann SPRECHER: Roland Schäfer. MUSIK: Aydar Gaynullin (Bajan). 4-6 €. 21 Uhr. Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Montag, 20. September

Haus der Kulturen der Welt Lesung. 10. internationales literaturfestival berlin. Louis-Philippe Dalembert – „Rue du Faubourg Saint-Denis“ (Haiti) (In französischer Sprache). Moussa erzählt in dem üblichen Slang seines Pariser Problemviertels von seinem Leben als schwarzer Teenager, seinem Alltag und seiner Freundschaft mit zwei einsamen älteren Nachbarn. Im Sommer 2003 ändert sich das Leben des Jungen jedoch von Grund, auf als einer der Nachbarn auf mysteriöse Weise ums Leben kommt und die Polizei den Verdächtigen im engeren Umfeld zu suchen beginnt. Internationale Kinder- und Jugendliteratur. MODERATION: Clarisse Cossais. 11.-13. Klasse (Anmeldung erforderlich unter (030) 27 87 86 -66/-70). 10 Uhr. Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Haus der Kulturen der Welt Lesung. 10. internationales literaturfestival berlin. Tobias Elsässer – „Ab ins Paradies“ (Deutschland). Fabians Großvater ist gestorben, doch niemand spricht über seinen plötzlichen Tod. Und dann muss der 16-Jährige voller Wut mit ansehen, wie der letzte Wunsch seines Großvaters ignoriert wird. Dieser hatte sich gewünscht, dass seine Asche im Meer vor der Insel Sylt verstreut wird, da er als junger Mann dort glücklich gewesen ist. Also gräbt sein Enkel die Urne wieder aus und macht sich gemeinsam mit der ein Jahr älteren Alice auf die Reise Richtung Norddeutschland. Internationale Kinder- und Jugendliteratur. 7.-9. Klasse (Anmeldung erforderlich unter (030) 27 87 86 -66/-70). 11.30 Uhr. Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Haus der Kulturen der Welt Lesung. 10. internationales literaturfestival berlin. Trenton Lee Stewart – „Flood Summer“ (USA). (In englischer Sprache). Sich selbst als Versager betrachtend, hat sich ein junger Mann in seinem heruntergekommenen Trailer in Lockers Creek, Arkansas, verkrochen und vor sich selbst und der Welt versteckt. Um ihn herum zeugt in seiner Wahrnehmung alles von seinem Versagen: kaputte Reifen, eine sterbende Katze und seine eigene Planlosigkeit. Als ein beständiger Regen einsetzt, der zu einer reißenden Flut wird, führt ihn dies zu einer jungen Frau, mit der er einen Neubeginn wagt. Gemeinsam stellen beide sich ihrer jeweiligen Vergangenheit und offenbaren damit Geheimnisse, die besser im Verborgenen verblieben wären. Internationale Kinder- und Jugendliteratur. MODERATION: Bernhard Robben. 11.-13. Klasse (Anmeldung erforderlich unter (030) 27 87 86 -66/-70). 12 Uhr. Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Haus der Kulturen der Welt Lesung. 10. internationales literaturfestival berlin Bora Cosics Gedichte über den Abschied und die Ankunft im Ungewissen (Serbien, Deutschland, Kroatien). 1992 verließ Bora Cosic seine Heimat Serbien aus Protest. Im Exil fing er erneut an, Gedichte zu schreiben. Vorgestellt wird sein Lyrikband „Die Toten. Das Berlin meiner Gedichte“, in dem er einerseits Erinnerungen an ein Zeitalter heraufbeschwört und andererseits die neuen Stätten seiner inneren und äußeren Emigration erkundet. Fokus Osteuropa. MODERATION: Shelly Kupferberg SPRECHER: Frank Arnold. 18 Uhr. Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Haus der Kulturen der Welt Lesung. 10. internationales literaturfestival berlin László Krasznahorkai – „Seiobo“. László Krasznahorkai über Vollkommenheit und Unvollkommenes (Ungarn). Der große Melancholiker der ungarischen Literatur László Krasznahorkai erzählt mit untrüglichem Sinn für Momente des Göttlichen im Handwerk oder der Natur vom inspirierenden Funken in den Dingen. Seiobo ist eine japanische Göttin, deren Pfirsiche nur alle 3000 Jahre blühen, aber Unsterblichkeit schenken. Ihrem Namen ist sein neuer Erzählband gewidmet, den er zusammen mit Andreas Isenschmid vorstellt. Fokus Osteuropa. MODERATION: Verena Auffermann SPRECHER: Frank Arnold. 4-6 €. 19.30 Uhr. Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Haus der Kulturen der Welt Lesung. 10. internationales literaturfestival berlin Sibylle Lewitscharoff im Gespräch mit Thomas Steinfeld über literarischen Stil und Sprache. „Der Sprachverführer“ Thomas Steinfeld, leitender Redakteur bei der Süddeutschen Zeitung, zeigt in seinem Buch die Lebendigkeit der deutschen Sprache und ermutigt zur Nutzung all ihrer Möglichkeiten, um die Welt in Sätze zu fassen. Über seine unkonventionelle Stilkunde ist er im Gespräch mit Sibylle Lewitscharoff, einer der glanzvollsten Stilistinnen der deutschen Gegenwartsliteratur. 4-8 €. 20 Uhr. Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Literaturforum im Brecht-Haus Berliner Montagsdiskurs. Theater – Chanson – Politisches Lied. Paul Werner Wagner im Gespräch mit Gisela May. Die Schauspielerin Gisela May war ab 1951 Mitglied am Deutschen Theater und von 1962 an dreißig Jahre lang am Berliner Ensemble. 1957 erkannte Hanns Eisler ihr besonderes Talent für das Chanson. Gisela May gastierte neben ihrer intensiven Bühnen-, Film- und Fernseharbeit als gefeierte Sängerin in vielen Ländern Europas, in den USA und Australien. Gisela May versteht es immer wieder, das Publikum mit der Ausdruckskraft und Virtuosität ihrer Stimme zu gewinnen. 3-5 €. 20 Uhr. Chausseestraße 125, 10115 Berlin-Mitte.

Max Liebermann Haus Lesung. Nicoleta Esinencu – „Odessa Transfer“. Im Rahmen des „internationalen literaturfestivals berlin“ liest Nicoleta Esinencu aus ihrem neuesten Roman. 20 Uhr. Pariser Platz 7, 10117 Berlin-Mitte.

Buchhändlerkeller Treffen Junger Autoren mit Lydia Dimitrow, Olga Galicka, David Holdowanski,  Kai Mertig, Laura Naumann, Jule Sonnentag, Lena Stange. Moderation: Rabea Edel. Im Rahmen des Internationalen Literaturfestivals Berlin. 20 Uhr. Carmenstraße 1, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Haus der Kulturen der Welt Lesung. 10. internationales literaturfestival berlin Marina Zwetajewa (1892-1941). Marina Zwetajewa war eine russische Dichterin mit einer männlichen Seele: entschieden, kämpferisch, unbedingt. Eine Amazone des Dichtens hat sie sich selbst genannt. Ihre Dichtung ist gewaltig und stürmisch, voller Leben und Tod, so ehrlich wie wahr. Zwischen Heimat und Exil, dem „blutenden Holunder“ und der „brennenden Erberesche“, war sie hin- und hergerissen. Während ihres Frankreichaufenthalts mit der Welt nur noch in Briefen verbunden, kehrte sie 1939 nach Russland zurück. Genauso unerschrocken, wie sie gelebt hat, nahm sie sich 1941 das Leben. Erinnerung, sprich. MODERATION: Marina Neubert SPRECHERIN: Kathleen Gallego-Zapata. 4-6 €. 20.15 Uhr. Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Schaubühne Lesung. Ann Cotten – „Florida-Räume“. Im Rahmen des „internationalen literaturfestivals berlin“ unternimmt Ann Cotten Experimente mit Sprache und Form. 20.30 Uhr. Studio, Kurfürstendamm 153, 10709 Berlin-Charlottenburg.

Haus der Kulturen der Welt Lesung. 10. internationales literaturfestival berlin Ayse Kulin – „Bir Gün – Der schmale Pfad“. Aus der Begegnung einer inhaftierten kurdischen Politikerin mit einer türkischen Journalistin entspinnt sich ein Dialog: Mit den Vergangenheits- und Zukunftsszenarien der beiden Frauen und ihren unterschiedlichen Lebensentwürfen thematisiert der Roman „Bir Gün“ das aktuelle politische Geschehen in der Türkei. Ayse Kulin, geboren 1941 in Istanbul, wurde in der Türkei mehrfach als „Autorin des Jahres“ ausgezeichnet. Viele ihrer Erzählungen und Romane wurden verfilmt und in zahlreiche Sprachen übersetzt. Ihre literarische Auseinandersetzung mit der kurdischen Frage und den darin involvierten Menschen – so der ersten kurdischen Abgeordneten im türkischen Parlament Leyla Zana – ist der Ausgangspunkt für das an die Lesung anschließende Gespräch. Moderation: Susanne Stemmler. 4-6 €. 20.30 Uhr. Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Dienstag, 21. September

Haus der Kulturen der Welt Lesung. 10. internationales literaturfestival berlin. Janne Teller – „Nichts. Was im Leben wichtig ist“ (Dänemark). „Nichts bedeutet irgendwas, deshalb lohnt es sich nicht, irgendwas zu tun.“ Mit diesen Worten lässt der Schüler Pierre-Anthon innerhalb weniger Momente die Kleinstadtidylle seines Wohnortes zerbrechen. Was hat heute noch Bedeutung? In ihrer fesselnden Parabel über das Erwachsenwerden setzt sich die Autorin mit der Suche des Einzelnen nach dem persönlichen Platz im Leben auseinander. Sie beschreibt die soziale Dynamik, die sich innerhalb der Schulklasse entwickelt und brutale Züge annimmt, um den vom gesellschaftlich normierten Verhalten abweichenden Mitschüler zu überzeugen. Internationale Kinder- und Jugendliteratur. MODERATION: Shelly Kupferberg SPRECHERIN: Regina Gisbertz. 10./11. Klasse (Anmeldung erforderlich unter (030) 27 87 86 -66/-70). 9 Uhr. Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Haus der Kulturen der Welt Lesung. 10. internationales literaturfestival berlin. Ramón Trigo präsentiert seine farbenprächtigen Bilderbücher „Las bombillas que se encienden y se apagan“ (Ü: Glühbirnen) sowie „Casa vacía „ (Ü: Das leere Haus) (Spanien). Von der kindlichen Neugier für den kreativen Prozess und den damit verbundenen Fehlschlägen, Zweifeln und Teilerfolgen bis zum finalen Kunstwerk erzählt der Spanier ebenso poetisch wie von der Flucht eines Jungen vor dem Regen in ein verlassenes Haus. Hier erkennt dieser, dass Leere nicht die Abwesenheit von allem bedeutet, sondern dass er selbst bereits mit seiner Gegenwart Spuren hinterlassen und die scheinbar verlassenen Räume mit Leben gefüllt hat. Internationale Kinder- und Jugendliteratur. MODERATION: Ilona Schulz SPRECHER: Friedhelm Ptok. 1.-3. Klasse (Anmeldung erforderlich unter (030) 27 87 86 -66/-70). 9.30 Uhr. Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Haus der Kulturen der Welt Lesung. 10. internationales literaturfestival berlin. Jenny Brosinski präsentiert ihr Bilderbuch „Die Bürgschaft“ (Deutschland). Die Geschichte um Damon, der auszog um die Herrschaft des Tyrannen seines Heimatlandes zu beenden, dabei in Gefangenschaft geriet und den besten Freund als Pfand für seine Rückkehr zurückließ, ist wohlbekannt. Mit ihren leichten und filigranen Aquarell-Illustrationen hat die junge Zeichnerin die klassische Ballade Friedrich Schillers um Freundschaft und Vertrauen neu interpretiert. Sie erzählt in ihren Bildern die Geschichte vom Wettlauf gegen die Zeit und entwirft eine Bilderwelt voller Details, die zum genauen Hinschauen einladen. Internationale Kinder- und Jugendliteratur. MODERATION: Shelly Kupferberg SPRECHER: Frank Arnold. 4.-6. Klasse (Anmeldung erforderlich unter (030) 27 87 86 -66/-70). 11.30 Uhr. Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Haus der Kulturen der Welt Lesung. 10. internationales literaturfestival berlin. Manos Kontoleon – „Anishiros angelos“. (Griechenland): Autorenlesung für Schüler. Athen im Dezember 2008: Der 15-jährige Alexandros wird von einem Polizisten erschossen. Daraufhin entladen sich die bereits seit Längerem schwelenden sozialen Spannungen, es kommt zu anhaltenden und zum Teil gewaltvollen Protesten innerhalb der Bevölkerung Griechenlands. Manos Kontoleon (Griechenland) erzählt in seinem neuen Jugendbuch „Anishiros angelos“ (Ü: Machtloser Engel) fiktionalisiert das persönliche Drama der Tochter des Polizisten, die Alexandros kurz vor seinem Tod in der S-Bahn kennengelernt hat und die diese Begegnung nicht loslässt. Internationale Kinder- und Jugendliteratur. MODERATION: Shelly Kupferberg SPRECHER: Ulrike Frank. 9.-11. Klasse (Anmeldung erforderlich unter (030) 27 87 86 -66/-70). 13.30 Uhr. Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Haus der Kulturen der Welt Lesung. 10. internationales literaturfestival berlin. Mahmud Doulatabadi – „Der Colonel“. Mahmud Doulatabadi (Iran). Über die Abgründe der Angst und des Todes. Der Kummer schafft die Poesie, sagt Mahmud Doulatabadi, 1940 geborener Grandseigneur der persischsprachigen Literatur, mit einem Wort Dostojewskis. Doulatabadis zuletzt auf Deutsch erschienener Roman „Der Colonel“ ist ein nachtschwarzes, regennasses Buch der Angst und des Todes, die erste große literarische Verarbeitung der iranischen Revolution von 1979 und ihrer Folgen, die in der Heimat des Autors bislang nicht veröffentlicht werden durfte. Die Handlung des Buches, die wie auf den Gemälden der alten niederländischen Meister sich aus dem Dunkel herausschält, umfasst nicht einmal 24 Stunden, und doch gelingt es Mahmud Doulatabadi, in diesem atmosphärisch wie sprachlich dichten Roman, das mentale Porträt eines Landes zu zeichnen, das am Rande des Abgrunds steht und in einem Labyrinth aus alptraumhaften Ausnahmesituationen gefangen ist. Nichts ist in diesem Buch eindeutig, alles zweischneidig, ein jeder Täter und Opfer. Und das ist es, was Mahmud Doulatabadis von Bahman Nirumand übersetzten Roman „Der Colonel“ auch so besonders macht: Dass dieses von großer Dringlichkeit getragene Buch weit über iranspezifische Momente hinausweist, weil es ihm um die großen Fragen der Menschheit zu tun ist: Wie kann man sich von der Niedertracht, die einen umgibt, befreien, wenn man selbst mit seinem ganzen Dasein, in der Niedertracht gefangen ist? Wie ist ein Mensch fähig, etwas zu tun, was er aus tiefstem Herzen verachtet, und welche Mechanismen treiben ihn dazu, es dennoch zu tun? Fragen, auf die Mahmud Doulatabadi eine Antwort zu finden versucht. Moderation: Barbara Wahlster. 4-8 €. 18 Uhr. Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Haus der Kulturen der Welt Lesung. 10. internationales literaturfestival berlin. Boris Pahor – „Nomaden ohne Oase“. Boris Pahor über den Kampf der Machtlosen (Slowenien). In „Nomaden ohne Oase“ geht es um die jungen slowenischen und kroatischen Männer, die von Mussolini im Zweiten Weltkrieg an die Front nach Libyen geschickt wurden, wo sie für die Sünden des Regimes büßen mussten. Das Dilemma der Küstenslowenen nach dem Zweiten Weltkrieg im Kampf um ein freies Territorium behandelt sein autobiografischer Roman „Im Labyrinth“. FOKUS OSTEUROPA. MODERATION: Thomas Poiss SPRECHER: Felix Römer. 4-6 €. 19 Uhr. Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Haus der Kulturen der Welt Lesung. 10. internationales literaturfestival berlin. Iwan Bunin (1870 Russland-1953 Frankreich). Texte: „Dunkle Alleen“, „Kaukasus“, „Leichter Atem“. Er war der literarische Erbe Tschechows und Turgenjews, André Gide sah in ihm den größten russischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Er war die Stimme seiner untergehenden Welt, die zu lieben sich scheute und so das Leben verlor. Bunin emigrierte nach der Russischen Revolution nach Frankreich, erhielt 1933 den Nobelpreis für Literatur und wurde 1956, drei Jahre nach seinem Tod, in der Sowjetunion rehabilitiert. Erinnerung, sprich. EINFÜHRUNG: Marina Neubert SPRECHER: Roland Schäfer. 4-6 €. 19 Uhr. Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Alte Feuerwache Lesung. Petra Reski – „Von Kamen nach Corleone. Die Mafia in Deutschland“. Petra Reski enthüllt die Mafiaverstrickungen in Deutschland und Italien – von den Morden in Duisburg bis zu Berlusconis dubiosen Verhandlungen. Petra Reski zeigt, wie gut sich die Mafia seit 40 Jahren in Deutschland eingerichtet hat und wie sehr dies von deutschen Politikern ignoriert wird. Sie beleuchtet die Verflechtungen der Mafia mit Politik und Wirtschaft und erzählt von dem verzweifelten Kampf Italiens um seine Demokratie. In einem weißen Alfa Romeo Spider fährt Petra Reski von Deutschland nach Italien. Ihre erste Italienreise führte von ihrem Heimatort Kamen bis nach Corleone. Heute nimmt sie denselben Weg – auf den Spuren der Mafia. Die Reise ist voller Begegnungen: mit Ermittlern, Kellnern, Mafiosi und ihren Frauen. Der Leser erfährt, wie viele Duisburger Pizzerien wegen mafioser Verstrickungen in Berichten des BKA auftauchen, wie die ’Ndrangheta in Stuttgart italienische Wahlzettel fälschte, warum die Bosse die deutsche Angst vor dem großen Lauschangriff teilen, welche Clans in Mailand die Stadträte bestimmen und wie Journalisten mundtot gemacht werden. 19 Uhr. Axel-Springer-Straße 40-41, 10969 Berlin-Kreuzberg.

Haus der Kulturen der Welt Lesung. 10. internationales literaturfestival berlin. Aharon Appelfeld – „Katerina“. Aharon Appelfeld lässt das Zusammenleben von Christen und Juden in der Bukowina aufscheinen (Israel). Der 1932 in Czernowitz geborene Aharon Appelfeld erzählt die Geschichte seines Lebens weiter. In seinem Sittengemälde des Zusammenlebens von Juden und Christen in der Bukowina Anfang des 20. Jahrhunderts bis zur NS-Zeit schildert er den Leidensweg der jungen Ukrainerin Katerina, deren gleichnishaftes Schicksal sie zu einer Chronistin der Geschichte werden lässt. Literaturen der Welt. MODERATION: Shelly Kupferberg SPRECHER: Friedhelm Ptok. 4-8 €. 19.30 Uhr. Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Literaturhaus Lesung. 13. Literarischer Abend des Frieling-Verlages Berlin. Thema: Paradiese. Mit Wolfgang Kascha, Dorette Schieferdecker, Angelika von Nordenskjöld und Winfried Brandstäter. Veranstalter: Frieling Verlag. Reservierungen: Tel. 766 99 90. Eintritt frei. 20 Uhr. Kaminraum, Fasanenstraße 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Buchhändlerkeller Lesung. Gabriele Goettle – „Angst und Arbeitslosigkeit“. Die Reportagen von Gabriele Goettle. Moderation: Marius Meller. Sprecherin: Margarita Broich. Im Rahmen des Internationalen Literaturfestivals Berlin. 20 Uhr. Carmenstraße 1, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Literaturforum im Brecht-Haus Buchpremiere und Gespräch. Jörg Aufenanger – „Vierzig Tage im Leben des Heinrich von Kleist“. Moderation Jens Bisky. Anfang 1803 war Kleist für mehrere Wochen Gast bei Christoph Martin Wieland, einem der einflussreichsten Dichter in der damaligen deutschen Literaturszene. Wieland hatte Gefallen an dem „jungen Mann von seltenem Genie“ gefunden und bestärkte ihn in seinem radikal neuen dramatischen Stil. Machtlos muss er jedoch mit ansehen, wie Kleist immer wieder das eben Geschriebene vernichtet. Als dann noch Luise, die mehr als zehn Jahre jüngere Tochter Wielands, ins Spiel kommt, steigert sich Kleists Schaffenskrise zu einer Lebenskrise: Kleist flieht, ohne Abschied zu nehmen… In Zusammenarbeit mit dem Kleist-Museum und dem Transit Verlag. 3-5 €. 20 Uhr. Chausseestraße 125, 10115 Berlin-Mitte.

Schaubühne Lesung. Dietmar Dath – „Deutschland macht dicht“. Im Rahmen des „internationalen literaturfestivals berlin“ fiktionalisiert Dietmar Dath den Kapitalismus als skurriles Märchen. 20.30 Uhr. Saal C, Kurfürstendamm 153, 10709 Berlin-Charlottenburg.

Haus der Kulturen der Welt Lesung. 10. internationales literaturfestival berlin. Assaf Gavron – „Alles paletti“. Assaf Gavrons Roadmovie durch das moderne Amerika (Israel). „Alles paletti“ heißt eine Umzugsfirma in New York, der drei junge Israelis den einzigen Laster nebst zwei von der ukrainischen Mafia frisierten Glücksspielautomaten stehlen und nach Las Vegas starten. Damit beginnt eine Jagd durch ganz Amerika: Hinter ihnen ist der Umzugsunternehmer und die Mafia her, die Mafia wiederum wird vom FBI verfolgt, und die drei Israelis suchen einfach nur ihr Glück. Literaturen der Welt. MODERATION: Shelly Kupferberg SPRECHER: Max Gertsch. 4-8 €. 21 Uhr. Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Mittwoch, 22. September

Haus der Kulturen der Welt Lesung. 10. internationales literaturfestival berlin. Philippe Lechermeier präsentiert sein aktuelles Kinderbuch „Journal secret du Petit Poucet“ (Ü: Das geheime Tagebuch des kleinen Däumlings) (Frankreich). Diese Nacherzählung des weltbekannten Märchens vom kleinen Däumling ist außergewöhnlich, denn sie erzählt die Abenteuer um dessen Familie, die sieben Brüder, die tyrannische Stiefmutter sowie die fantastischen Erlebnisse im Wald in Tagebuchform. In engem Wechselverhältnis bereichern sich Bild und Text immer wieder um weitere Bedeutungsebenen, literarische und historische Anspielungen. Mit viel Witz und dabei stets das kindliche Publikum im Blick, schildert diese neue Fassung auf originelle Art und Weise die Reise des kleinen Däumlings. Internationale Kinder- und Jugendliteratur. MODERATION: Shelly Kupferberg SPRECHER: Friedhelm Ptok. 3./4. Klasse (Anmeldung erforderlich unter (030) 27 87 86 -66/-70). 9 Uhr. Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Literarisches Colloquium Seminar. Viele Wege führen nach Rom – oder zum Literaturübersetzen. Berufskundeseminar für Einsteiger und Zukunftsplaner. Das Seminar richtet sich an alle, die mehr über die Wege zum Literaturübersetzen und die rechtlichen und wirtschaftlichen Seiten dieses Berufs erfahren wollen. Besprochen werden: Möglichkeiten des Einstiegs, Auftragsakquise, Vertragsgestaltung, Honorare, Urheberrecht, Künstlersozialkasse, VG Wort, Stipendien, Übersetzerverband und Gewerkschaft. Seminarleitung: Claudia Steinitz (seit 20 Jahren Übersetzerin aus dem Französischen) und Jochen Schwarzer (seit 15 Jahren Übersetzer aus dem Englischen). Für einen Imbiss und Getränke bitten wir vor Ort um einen Unkostenbeitrag von 10 Euro. Anmeldungen erforderlich – bitte mit kurzer Angabe, ob Sie über das Literaturübersetzen noch nachdenken oder schon auf dem Weg dazu sind. Bitte bis 17.9.2010 per Mail an: claudia.steinitz[at]bluewin.ch. 9.30 Uhr - 17 Uhr. Am Sandwerder 5, 14109 Berlin-Wannsee.

Haus der Kulturen der Welt Lesung. 10. internationales literaturfestival berlin. Manos Kontoleon präsentiert sein Kinderbuch „O adelfos tis Aspassias“ (Ü: Aspassias Bruder) (Griechenland). Damian ist zehn Jahre alt und erzählt in Tagebuchform von seinem Alltag. Viel hat er sich vorgenommen und große Entschlüsse stehen an. Doch eigentlich läuft nichts so, wie er es sich vorgestellt hat. Als Sohn von Schriftsteller-Eltern und jüngerer Bruder einer sich selbst als allwissend betrachtenden älteren Schwester hat man es aber auch nicht leicht. Und wenn es dann auch noch Autoverkäufe zu verhindern, peinliche geerbte Karnevalskostüme zu überspielen und das fehlende Alphatier-Gehabe des Vaters zu kompensieren gilt, ist das Chaos vorprogrammiert. Internationale Kinder- und Jugendliteratur. MODERATION: Doris Wille. 4.-6. Klasse (Anmeldung erforderlich unter (030) 27 87 86 -66/-70). 10 Uhr. Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Haus der Kulturen der Welt Lesung. 10. internationales literaturfestival berlin. David Habchy (Libanon) präsentiert „Haltabees Haltabees“ (Ü: Der kleine Schneider Haltabies) und „Haltabees Haltabees. Ashaar men semsem wa khyar“ (Ü: Der kleine Schneider Haltabies. Gedichte aus Sesam und Gurke). Haltabies ist unsterblich verliebt. Doch egal, was er unternimmt, um das Herz der jungen Frau für sich zu gewinnen, sie weist seine Zuneigungsbekundungen zurück und heiratet sogar einen anderen. Tief traurig über diese Entwicklung entscheidet sich Haltabies, die Erde zu verlassen, und reist zu einem fernen Planeten, um sich fortan ganz dem Schreiben von Gedichten über die Liebe zu widmen. Diese beiden fantastischen Geschichten bestechen durch ihre außergewöhnliche Illustrationswelt und die wunderbar verrückte und überaus liebenswerte Figur Haltabies. Internationale Kinder- und Jugendliteratur. MODERATION: Kathleen Gallego-Zapata. 3./4. Klasse (Anmeldung erforderlich unter (030) 27 87 86 -66/-70). 11 Uhr. Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Haus der Kulturen der Welt Lesung. 10. internationales literaturfestival berlin. David Habchy (Libanon) präsentiert „Haltabees Haltabees“ (Ü: Der kleine Schneider Haltabies) und „Haltabees Haltabees. Ashaar men semsem wa khyar“ (Ü: Der kleine Schneider Haltabies. Gedichte aus Sesam und Gurke). Haltabies ist unsterblich verliebt. Doch egal, was er unternimmt, um das Herz der jungen Frau für sich zu gewinnen, sie weist seine Zuneigungsbekundungen zurück und heiratet sogar einen anderen. Tief traurig über diese Entwicklung entscheidet sich Haltabies, die Erde zu verlassen, und reist zu einem fernen Planeten, um sich fortan ganz dem Schreiben von Gedichten über die Liebe zu widmen. Diese beiden fantastischen Geschichten bestechen durch ihre außergewöhnliche Illustrationswelt und die wunderbar verrückte und überaus liebenswerte Figur Haltabies. Internationale Kinder- und Jugendliteratur. MODERATION: Kathleen Gallego-Zapata. 3./4. Klasse (Anmeldung erforderlich unter (030) 27 87 86 -66/-70). 11 Uhr. Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Haus der Kulturen der Welt Lesung. 10. internationales literaturfestival berlin. Karlijn Stoffels – „1:0 für die Idioten“ (Niederlande). „Die Welt und ich haben schon immer miteinander im Streit gelegen.“ – So beschreibt Luisa ihr Verhältnis zu ihrer Umwelt und umgekehrt. Auf der Suche nach adäquaten emotionalen sowie sozialen Ausdrucksformen überschreitet sie immer wieder Grenzen. Mit Ablehnung reagiert sie auf das angepasste Leben der anderen und scheitert bei dem Versuch, es ihnen gleichzutun. Einen Selbstmordversuch im Meer vereitelt ein Hund, der sie ans Land zieht. Um endlich zu sich selbst zu finden, lässt sich Lisa in einer Jugendpsychiatrie aufnehmen und macht dort erste Schritte in Richtung einer selbstbestimmten Zukunft. Internationale Kinder- und Jugendliteratur. MODERATION: Kathleen Gallego-Zapata SPRECHERIN: Regina Gisbertz. 9.-11. Klasse (Anmeldung erforderlich unter (030) 27 87 86 -66/-70). 13 Uhr. Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Kurfürstendamm Literarischer Stadtspaziergang. 125 Jahre Kurfürstendamm: Halensee. Vergnügungen und Schicksale: Velodrom, Lunapark; Dutschke-Attentat,  Else  Lasker-Schüler, Melli Beese, Friedhof Grunewald. In der Katharinenstraße lebten die Lyrikerin Else Lasker-Schüler und Herwarth Walden, der Herausgeber der expressionistischen Zeitschrift „Der Sturm“, mit dem sie von 1903 bis 1912 verheiratet war. (Berliner Gedenktafel). Auf dem Grunewald-Friedhof in Halensee ist die Begräbnisstätte des zu seiner Zeit mit Gerhard Hauptmann um Ruhm und Ansehen konkurrierenden, heute weniger bekannten Schriftsteller Hermann Sudermann (1857-1928) und seiner Ehefrau Clara, deren Drama „Die faule Mare“, 1904 in München uraufgeführt wurde unter dem Pseudonym E. Linde. Nur mit Anmeldung unter 030/892 13 38. 14 Uhr.

Bötzowbuch Lesung. Tanya Stewner – „Liliane Susewind – Ein Panda ist kein Känguru“. Im Tierpark der Nachbarstadt wurde ein Panda-Baby von seiner Mutter verstoßen. Gut, dass Lilli mit Tieren sprechen kann! So versteht sie sofort, dass der kleine Bär ohne Ersatzmama nicht überleben wird. Kurzerhand entführt sie ihn, um zusammen mit den Tieren im Zoo ihrer Stadt eine Lösung zu suchen. Glücklicherweise nimmt die einsame Kängurudame Kylie das Bärenkind in ihren Beutel auf. Es ist Mutterliebe auf den ersten Blick! Doch das Adoptionsglück wird bald getrübt: Wenn Kylie durch ihr Gehege hüpft, wird dem Panda im Beutel schlecht …. Was kann Lilli nur tun? 16 Uhr. Bötzowstraße 27, 10407 Berlin-Prenzlauer Berg.

Schokofabrik Lesung. Tränen aus Eis – Zwangsadoptionen in der DDR. Autorinnenlesung mit Eva Siebenherz. Eva Siebenherz ist 1959 in Dresden geboren. Von der Mutter als Ebenbild des Vaters abgelehnt, gerät sie als jugendliche Herumtreiberin mit dem Gesetz in Konflikt. Sie heiratete früh, zwei Söhne wurden geboren. 1982 wurde Eva Siebenherz verhaftet, das Sorgerecht für ihre Kinder wurde ihr entzogen. Ein Sohn wurde vom Staat zur Adoption frei gegeben, der zweite wuchs zwangsweise bei dem leiblichen Vater auf. 1986 folgte die Ausreise nach Westdeutschland. Nach dem Fall der Berliner Mauer begann Eva Siebenherz mit der Suche nach ihren beiden Söhnen und dem Vater der Kinder. Durch Folgen der Haft ist sie seit 1989 Frührentnerin. Um das Erlebte zu verarbeiten, schrieb sie die Autobiographie „Tränen aus Eis”. Wie viele Kinder und Eltern wurden Opfer von Zwangsadoptionen in der ehemaligen DDR? Wie viele Betroffene wurden bis heute nicht als politische Opfer der SED – Diktatur anerkannt und suchen bis heute ihre Angehörigen? Eva Siebenherz möchte mit ihrem Buch versuchen, die öffentliche Diskussion zu diesem Thema zu verstärken. Mit einem Teil des Erlöses aus dem Buchverkauf werden Betroffene bei Suche nach Angehörigen unterstützt. Tel: 615 29 99. Nur für Frauen! Kostenlos! 19 Uhr. Seminarraum, Naunynstraße 72, 10997 Berlin-Kreuzberg.

Slowakisches Institut Lesung. Jozef Banáš – „Jubelzone“. Ein literarischer Abend im Rahmender Veranstaltungsreihe „Geschichte(n) der Jubelzone“. Buchtaufe und Präsentation der deutschen Ausgabe des Romans von Jozef Banáš „Jubelzone“– eine dramatische Geschichte der Freundschaft und der Liebe (1968-2008). Grußwort: Martin Sarvaš – Direktor des Slowakischen Instituts Berlin. Einführung: Markus Meckel – Außenminister a.D., Freund vom Autor und Pate des Buches. Lesung: Ivan Denes – Publizist und Schriftsteller Unter Anwesenheit: Jozef Banáš – Autor des Buches. 19 Uhr. Zimmerstraße 27, 10969 Berlin-Mitte.

Haus der Kulturen der Welt Lesung. 10. internationales literaturfestival berlin. Cheikh Hamidou Kane – „Der Zwiespalt des Samba Diallo“. Cheikh Hamidou Kane und die Auseinandersetzung mit dem Kolonialismus (Senegal). In seiner autobiographischen Erzählung „Der Zwiespalt des Samba Diallo“ beschreibt Cheikh Hamidou Kane die Krise der traditionellen senegalesischen Gesellschaft, die durch ihre Begegnung mit der Kolonialmacht ausgelöst wurde. Die Handlung dreht sich um einen jungen Senegalesen aus elitären Verhältnissen, der in einen Zwiespalt zwischen seiner traditionellen Erziehung und seinen europäischen Bildungsweg gerät. Literaturen der Welt. MODERATION: Flora Veit-Wild SPRECHER: Friedhelm Ptok. 4-6 €. 19.30 Uhr. Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Café Sibylle Lesung. Manfred Flügge – „Die vier Leben der Marta Feuchtwanger“. 3-6 €. 19.30 Uhr. Karl-Marx-Allee 72, 10243 Berlin-Friedrichshain.

Literaturhaus Lesung. Alan Pauls – „Geschichte der Tränen“. Der Autor liest zusammen mit Christian Hansen aus seinem Roman und berichtet über seinen Berlin-Aufenthalt. 20 Uhr. Kaminraum, Fasanenstraße 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Literaturforum im Brechthaus Lesung. Marie NDiaye – „Drei starke Frauen“. Moderator: Vincent von Wroblewsky. Drei Lebensläufe, drei starke Frauen, die ihre Würde verteidigen: Die Autorin erzählt von den komplexen Beziehungen zwischen der ehemaligen Kolonie Senegal und der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich, von Entwurzelung, Migrantentum und der Suche nach Identität. Auf besondere Weise kombiniert NDiaye ihre realistischen Erzählungen mit Elementen des Fantastischen und Surrealen. Oft spielen magische Tiere eine Rolle oder Dämonen, die ihr albtraumhaftes Unwesen treiben. 20 Uhr. Chausseestraße 125, 10115 Berlin-Mitte.

Akademie der Künste Lesung. Adolf Endler – „Dies Sirren. Gespräche mit Renatus Deckert“. Buchpremiere und Gespräch mit Gerrit-Jan Berendse, Renatus Deckert, Rolf Haufs, Katja Lange-Müller, Ulf Stolterfoht. In diesem September wäre Adolf Endler 80 Jahre alt geworden. Der vor einem Jahr verstorbene Schriftsteller wollte nie eine Autobiographie im herkömmlichen Sinn schreiben. In seinen letzten Lebensjahren hat er sich immer wieder mit Renatus Deckert getroffen, der ihn intensiv zu seinem Leben befragte. In sieben ausführlichen Gesprächen erinnert er sich an seine rheinländische Kindheit im Krieg, seine Anfänge als Schriftsteller, die Zeit am Leipziger Literaturinstitut, den Mauerbau und die kulturpolitischen Auseinandersetzungen in der DDR. Endler hat das Manuskript der Gespräche noch autorisiert und betrachtete sie als sein letztes literarisches Werk. Katja Lange-Müller und Renatus Deckert stellen das Buch vor. In Lesung und Gespräch erinnern sie sich gemeinsam mit Rolf Haufs, Ulf Stolterfoht und Gerrit-Jan Berendse an Adolf Endler. 3-5 €. 20 Uhr. Plenarsaal, Pariser Platz 4, Berlin-Mitte.

Literaturwerkstatt Poesiegespräch. Karin Fellner – „hangab zur kehle“. In Lesung und Gespräch: Karin Fellner (Autorin, München). Moderation: Nico Bleutge (Autor und Literaturkritiker, Berlin). Poesiegespräche sind exklusive Gesprächsmöglichkeiten zu Dichtern und Gedichten. Sie werden das Programm der Literaturwerkstatt Berlin entlang der wichtigsten Gedichtbände der letzten Monate über das Jahr begleiten. Nico Bleutge, selbst Dichter, wird als kritisch begleitender Gesprächspartner die ersten Veranstaltungen moderieren. Mit Karin Fellners großartigem Band „hangab zur kehle“ (Yedermann Verlag 2010) starten wir. In „hangab zur kehle“ entführen Fellners Gedichte in eine Welt der aufgefächerten Lebenswirklichkeiten. Ob es sich um die Visionen einer sterbenden Magd, um die geharnischte Widerrede einer Bathseba oder um unseren Alltag zwischen Schlagerparaden und PIN-Codes handelt: Im vielgliedrigen Transfer zwischen Innen und Außen entzündet sich ein bilderreicher „funkverkehr“. 20 Uhr. Knaackstraße 97, 10435 Berlin-Pankow.

Haus der Kulturen der Welt Lesung. 10. internationales literaturfestival berlin. Zbigniew Herbert (1924 Lemberg-1998 Warschau). Texte aus: „Im Vaterland der Mythen“ und „Herrn Cogitos Vermächtnis. Inschrift“. Dem Imperativ „Zeige deine Wunde“ ist Zbigniew Herbert nicht gefolgt. Er empfand ihn als romantisch und selbstbezogen. Jenseits des Künstlers erstreckt sich eine schwere, dunkle, aber reale Welt. Man darf nicht aufhören zu glauben, dass wir diese Welt in Worte fassen können. Herbert studierte Rechte, Philosophie und Kunstgeschichte. Seine Reisen zur Antike verwandelte er in beste Prosa. Erinnerung, sprich. EINFÜHRUNG: Hartmut Diekmann SPRECHER: Frank Arnold. 4-6 €. 20.15 Uhr. Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Lehmanns Buchhandlung Lesung. Ingrid Noll – „Ehrenwort“. Drei Generationen unter einem Dach: Student Max, die Buchhändlerin Petra, Ingenieur Harald und Willy, hochbetagt. Trautes Heim, Glück allein? Zwischen Maxiwindeln und mörderischer Eisenstange spielt die bitterböse Kriminalkomödie „Ehrenwort“. Nach Bestsellern wie „Die Apothekerin“ und „Kalt ist der Abendhauch“ der neue Geniestreich der Krimiautorin Ingrid Noll. Bei Lehmanns stellt sie ihr neues Buch vor. 8-10 €. 20.30 Uhr. Hardenbergstraße 5, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Haus der Kulturen der Welt Lesung. 10. internationales literaturfestival berlin. Olga Tokarczuk – „Unrast“. Olga Tokarczuk beobachtet Zerfliessendes in zerfliessender Zeit (Polen). In Notizen, Reflexionen, Augenblicksbeobachtungen und Erzählungen beschäftigt sich die polnische Autorin Olga Tokarczuk in „Unrast“ mit der Entwurzelung und Rastlosigkeit des modernen Menschen. In schönen und melancholischen Bildern erzählt sie von der Obsession der permanenten Wanderschaft und bezieht dabei auch Mythologie und philosophische Betrachtungen mit ein. Fokus Osteuropa. MODERATION: Olaf Kühl SPRECHERIN: Kathleen Gallego-Zapata. 4-8 €. 20.30 Uhr. Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Kino Babylon Buchpremiere. Alexander Osang – „Königstorkinder“. Andreas Hermann, Anfang 40, hat die erste Hälfte seines Lebens im Osten Deutschlands verbracht. Nach der Wende beruflich vielfach gescheitert, lebt er in einer winzigen Wohnung in Berlin, Prenzlauer Berg, und arbeitet als Ein-Euro-Jobber an einem Kulturprogramm zum 20. Jahrestag des Mauerfalls. Ausgerechnet mit einer Gruppe arbeitsloser Intellektueller soll er die Ereignisse des Jahres 1989 nachspielen. Andreas Hermanns Beschäftigungsagentur grenzt an eine Siedlung weißer Townhäuser, die am Königstor für wohlhabende Bewohner errichtet wurde. Dort lebt Ulrike Beerenstein, die in einem der vielen neuen Ladenbüros der Stadt arbeitet. Jeden Morgen beobachtet sie Andreas Hermann von ihrem Fenster aus. Als ihr Mann zu einer Dienstreise aufbricht, beginnen sie eine Affäre: Andreas Hermann betritt das weiße Townhouse wie eine neue Welt. 21 Uhr. Rosa-Luxemburg-Straße 30, 10178 Berlin-Mitte.

Donnerstag, 23. September

Haus der Kulturen der Welt Lesung. 10. internationales literaturfestival berlin. Sverre Henmo – „Großer Bruder, kleiner Bruder“ (Norwegen). Adrian liebt seinen kleinen Bruder, der mit dem Down-Syndrom geboren worden ist. Zugleich kämpft er jedoch um seine Unabhängigkeit und eine emotionale Abgrenzung von seinem Elternhaus. Gemeinsam mit seinem besten Freund Otto macht er sich in mitunter äußerst schrägen Experimenten auf die Spur von normierten Gesellschaftskodexen und hinterfragt diese. Sverre Henmo geht es weniger um eine direkte Erörterung des Themas Behinderung, vielmehr wirft er einen analytischen Blick auf die familiären Strukturen unter dem Einfluss des täglichen Lebens mit einem geistig und körperlich eingeschränkten Familienmitglied. Internationale Kinder- und Jugendliteratur. MODERATION: Shelly Kupferberg. 9.-11. Klasse (Anmeldung erforderlich unter (030) 27 87 86 -66/-70). 9 Uhr.

Haus der Kulturen der Welt Lesung. 10. internationales literaturfestival berlin. Emily Gravett präsentiert „Monkey and Me“ (Ü: Affe und ich) und weitere ihrer Bilderbücher (Großbritannien). „Monkey and me, Monkey and me, Monkey and me, We went to see...“– Gemeinsam begeben sich ein kleines Mädchen und ihr Lieblingskuscheltier auf eine spielerische Reise in die Tierwelt. Hier begegnen sie Pinguinen, Kängurus, Fledermäusen, Elefanten und Affen. Sie imitieren deren Tierlaute sowie Bewegungen und beenden ihren Ausflug schließlich müde, aber doch zufrieden am Kaffeetisch bei Tee und Keksen. Emily Gravetts Kinderbücher erzählen oftmals mittels Tierfiguren mit viel Humor von den kindlichen Abenteuern zwischen Wirklichkeit und Imagination. Nicht selten steht am Schluss der Ereignisse eine unerwartete Wendung, die den kindlichen Betrachter zur wiederholten Lektüre einlädt. Internationale Kinder- und Jugendliteratur. MODERATION UND SPRECHERIN: Kathleen Gallego-Zapata. 1.-3. Klasse (Anmeldung erforderlich unter (030) 27 87 86 -66/-70). 9.30 Uhr. Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Haus der Kulturen der Welt Lesung. 10. internationales literaturfestival berlin. Julia Billet - Reflections für Schüler: Leben am Rande der Gesellschaft (Frankreich). (In französischer Sprache). Diejenigen, die in der Halle des "Gare de Lyon" leben, sind ganz unten in der sozialen Hierarchie angekommen. Nachdem sie alles verloren haben, was ihnen jemals etwas bedeutet hat, erwarten sie nichts mehr von der Gesellschaft und diese erwartet nichts mehr von ihnen. Mit dem Leben der einstigen Mitmenschen verbindet sie kaum mehr etwas. Sie haben ihre eigenen Rituale, Ticks und Vorlieben entwickelt, denen sie nachgehen, und versuchen über die Runden zu kommen. Ausgehend von ihrem Text „Salle des pas perdus“, erzählt die Autorin über die Entstehung dieses Jugendbuches und diskutiert mit den teilnehmenden Schülern solch ein Leben am Rande der Gesellschaft. Internationale Kinder- und Jugendliteratur. MODERATION: Clarisse Cossais. 10.-12. Klasse (Anmeldung erforderlich unter (030) 27 87 86 -66/-70). 10 Uhr. Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Haus der Kulturen der Welt Lesung. 10. internationales literaturfestival berlin. Peter Pohl stellt sein aktuelles Kinderbuch „Anton, ich mag dich“ vor (Schweden). Anton ist in allem der Beste, nichts scheint er nicht zu können. Seine Mitschüler sind voller Bewunderung für die Sportskanone und den Hobbyzauberer und suchen seine Freundschaft. Aber Anton bleibt im Umgang mit diesen oberflächlich, lässt keinen seiner Mitschüler näher an sich heran, mit Ausnahme von Jojo. Zu dessen Verwunderung freundet sich Anton mit ihm an. Doch es bleiben viele offene Fragen: Woher Anton ständig neue Handys hat und warum sein Vater ihn nie vom Sport abholt. Jojo beschließt, Nachforschungen anzustellen, und dies bleibt nicht folgenlos. Internationale Kinder- und Jugendliteratur. MODERATION: Shelly Kupferberg SPRECHER: Frank Arnold. 4.-6. Klasse (Anmeldung erforderlich unter (030) 27 87 86 -66/-70). 11.30 Uhr. Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Haus der Kulturen der Welt Lesung. 10. internationales literaturfestival berlin. Poetry Slam für Schüler. Großes Finale des Poetry-Slam-Projekts an Berliner Schulen. Im Rahmen von Poetry-Slam-Workshops haben Schüler der Klassen 8-12 unter Anleitung von erfahrenen Slammern der Berliner Poetry-Slam-Szene eigene Texte geschrieben, überarbeitet, verfeinert und die Kunst der Performance trainiert. Nun kommen die jeweiligen Gewinner der Schulslams für das große Finale zusammen und treten in drei Runden gegeneinander an. Das Publikum entscheidet per Applaus, wer die drei ersten Plätze unter sich ausmachen wird, und kürt den Sieger. Die Klatschtatzen schwingen lässt der Moderator des Bastard Slam Wolf Hogekamp, eingeheizt wird von den Shootingstars der Berliner U20-Szene, Josefine Bergholz, und dem grandiosen Rapper und Poeten Gauner. Internationale Kinder- und Jugendliteratur. MC: Wolf Hogekamp. Featured Poets: Josefine Bergholz, Gauner. Schulen, die am Vorprojekt teilnehmen möchten, melden sich bitte im Festivalbüro unter Tel. (030) 27 87 86 -66/-70 an! 3-5 €. 17 Uhr. Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Haus der Kulturen der Welt Lesung. 10. internationales literaturfestival berlin. Peter Pohl – „Der Regenbogen hat nur acht Farben“ sowie „Anton, ich mag dich“ (Schweden). Heinrich, Sohn eines deutschen Vaters und einer schwedischen Mutter, siedelt als Fünfähriger 1945 von Deutschland nach Schweden um. Doch anstatt einer idyllischen Kindheit erwarten ihn hier erneut Anfeindungen und Erniedrigungen. Während seine Mutter die Augen vor der Ausgrenzung ihres Sohnes durch die Nachbarkinder verschließt, zeigen erst Heinrichs Großvater und schließlich die gleichaltrige Ylva dem Jungen Möglichkeiten auf, mit der Situation umzugehen und diese für sich zu nutzen. Der mehrfach prämierte Autor präsentiert mit diesem in Teilen autobiografischen Jugendbuch aus seinem Frühwerk und seinem aktuellen Kinderbuch die Spannbreite und Vielschichtigkeit seines Werks. Internationale Kinder- und Jugendliteratur. MODERATION: Shelly Kupferberg SPRECHER: Matthias Scherwenikas. 4.-6. Klasse (Anmeldung erforderlich unter (030) 27 87 86 -66/-70). 19 Uhr. Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Haus der Kulturen der Welt Preisverleihung. 10. internationales literaturfestival berlin. Preisverleihung des Georg Dehio-Buchpreises 2010.An die Preisträger Martin Pollack (Österreich), Wlodzimierz Nowak (Polen) und Joanna Manc (Polen / Deutschland). Das Deutsche Kulturforum östliches Europa e. V. in Potsdam vergibt 2010 zum vierten Mal den Georg-Dehio-Buchpreis. Mit dieser vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien dotierten Auszeichnung ehrt das Kulturforum Autorinnen und Autoren, die sich in ihren Werken fundiert und differenziert mit den Traditionen und Wechselbeziehungen deutscher Kultur und Geschichte im östlichen Europa auseinandersetzen. In diesem Jahr werden Martin Pollack mit dem Hauptpreis sowie Wlodzimierz Nowak und Joanna Manc mit dem Ehrenpreis ausgezeichnet. Die Preisverleihung findet, wie schon 2008, im Rahmen des internationalen literaturfestivals berlin statt. Fokus Osteuropa I Specials. LAUDATOREN: Juri Andruchowytsch (Ukraine) und Gerd Koenen (Deutschland). Eintritt frei. 19 Uhr. Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Babylon Lesung. Andrzej Stasiuk – „Dojczland“. Fokus Osteuropa. Im Rahmen des „internationalen literaturfestivals berlin“ begibt sich der Autor Andrzej Stasiuk auf eine Reise duch sein „Dojczland“. 19 Uhr. Rosa-Luxemburg-Straße 30, 10178 Berlin-Kreuzberg.

Haus der Kulturen der Welt Lesung. 10. internationales literaturfestival berlin. Hans Joachim Schädlich und die Lebensreise Kokoschkins (Deutschland). Der rüstige Mittneunziger Fjodor Kokoschkin kehrt von einer Erinnerungsreise aus Russland zurück. 1918 hatten die Bolschewiken seinen Vater ermordet, woraufhin er über Odessa nach Berlin floh und danach vor den Nazis nach Prag, bis er schließlich in die USA auswanderte. Die Erinnerungen an sein wechselvolles Schicksal lässt die Geschichte der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts aufleben. 4-6 €. 19.30 Uhr. Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Literaturhaus Gespräch. Im Rahmen der Herta Müller-Ausstellung: „Donbass-Sklaven“ & „Schicksal der Donauschwaben“. Filme von Günter Czernetzky. Der Regisseur stellt seine Filme im Gespräch mit Ernest Wichner vor. 20 Uhr. Kaminraum, Fasanenstraße 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Literarisches Colloquium Lesung. Peter Wawerzinek – „Rabenliebe“. Gesprächspartner: Katja Lange-Müller und Peter Schneider, Moderation: Hajo Steinert. Die monatliche Veranstaltungs- und Sendereihe „Studio LCB” feiert ihr 20jähriges Jubiläum mit drei prominenten Berliner Schriftstellern: Peter Wawerzinek, Katja Lange-Müller und Peter Schneider. Im Mittelpunkt des Abends steht die Lesung Wawerzineks aus seinem im Juni mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichneten Roman „Rabenliebe“. Der 1954 in Rostock geborene Autor erzählt darin von seiner Kindheit. Nachdem die Eltern in den Westen geflohen sind, wuchs der Junge in mehreren Kinderheimen auf, ehe er von einem Lehrerehepaar adoptiert wurde. „Wie konnte meine Mutter mich verlassen?”, ist die bohrende Frage, die sich Peter Wawerzinek in seinem Leben immer wieder stellte, bis er endlich darüber schreiben konnte. Äußerst berührend erzählt er, wie er sich auf die Suche nach der verlorenen Mutter begibt, einen – am Ende gescheiterten – Fluchtversuch unternimmt und sie kurz nach dem Fall der Mauer 1989 wiederfindet, um sie wiederum aus den Augen zu verlieren. Wawerzinek fiel in den achtziger und frühen neunziger Jahren als Performance-Künstler, Musiker und Stegreifpoet in den Provinzen der DDR und auch in der Ost-Berliner Bohème am Prenzlauer Berg auf. Verschiedene Bücher erschienen (u. a. 1990 der Roman „Nix”), ehe es lange Zeit still um ihn wurde. Nun ist er wieder da und feiert beim Publikum und in der Literaturkritik große Erfolge. Die Gesprächspartner des von Hajo Steinert moderierten Abends sind die in Ost-Berlin aufgewachsene Schriftstellerin Katja Lange-Müller, 2008 mit dem vom Deutschlandfunk und der Stadt Braunschweig vergebenen Wilhelm-Raabe-Literaturpreis ausgezeichnet, und der im Westen der Stadt seit 1962 lebende Schriftsteller und Publizist Peter Schneider, geboren 1940 in Lübeck. Von seinen Erzählungen und Romanen erlangte vor allem „Der Mauerspringer” (1982) internationalen Ruhm. 4-6 €. 20 Uhr. Am Sandwerder 5, 14109 Berlin-Wannsee.

Literaturforum im Brechthaus Lesung & Gespräch. Paul Schaffer – „Als ich in Auschwitz war. Bericht eines Überlebenden“. Lebenszeugnisse. Wolfgang Benz im Gespräch mit dem Autor und Ingrid Schupetta. Paul Schaffer wächst als Kind einer jüdischen Familie in Wien auf. Im Jahre 1938 flieht die Familie nach Belgien und später nach Südfrankreich, wo sie von der Vichy-Regierung ausgeliefert wird. Nach Aufenthalt in Internierungslagern wird die Familie nach Auschwitz deportiert. Die Frauen werden sofort ermordet, später auch der Vater. Paul Schaffer überlebt als Zwangsarbeiter bei der Firma Siemens-Schuckert. Zurück in Frankreich baut er sich ein neues Leben auf. Ingrid Schupetta, Leiterin der NS-Dokumentationsstelle Krefeld, hat seine Erinnerungen ins Deutsche übertragen. In Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Antisemitismusforschung. 20 Uhr.

Haus der Kulturen der Welt Lesung. 10. internationales literaturfestival berlin. Milos Crnjanski (1893 Ungarn - 1977 Jugoslawien). „Tagebuch über Carnojevic“. Die Kritik nahm Anstoß am vermeintlichen Zynismus des „Tagebuchs über Carnojevic“ von Miloš Crnjanski, das 1921 erschien und vor allem sprachlich ein einzigartiger Versuch ist, die Erlebnisse des Ersten Weltkriegs zu verarbeiten. Angesichts ungekannter Schreckensbilder wechseln in diesem höchst poetischen Text euphorische Töne mit Resignation und Fatalismus. Erinnerung, sprich. 4-6 €. 20.15 Uhr. Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Café Tasso Lesung. Leben nach dem Tod eines geliebten Menschen. Ida Lorbach: „Sehnsucht nach meiner Schwester “ - Einen nahe stehenden Menschen zu verlieren ist eine einschneidende Erfahrung, die uns an die Grenzen unseres gewohnten Erlebens bringen kann. Nach dem Suizid ihrer Schwester hat die Autorin ihren Erfahrungen in Gedichten und Texten Ausdruck gegeben. Sie lässt uns Anteil haben an dem breiten Spektrum von Gefühlen, die die Begegnung mit dem Tod hervorruft. Ida Lorbach ist während und nach der Lesung für Gespräch oder Fragen offen. Eintritt frei, Spenden erbeten. 20 Uhr. Frankfurter Allee 11, 10247 Berlin-Friedrichshain.

Prinz Eisenherz Buchladen Lesung Michael Sollorz – „Piratenherz“. Der Autor liest aus seinem vor wenigen Tagen erschienenen Erzählband „Piratenherz“ - Michael Sollorz erkundet, wie sich Menschen gegen die Banalität ihrer Existenz behaupten. Ein Funke genügt, und plötzlich nimmt die Sehnsucht überhand. Ob es am Ende gut ausgeht oder nicht, spielt dabei keine Rolle; seine Helden wollen das Leben spüren. So wie Rüdiger, dessen Muttergefühle für den Asiaten im Hinterhaus aus dem Ruder laufen oder wie Volker, der im Labyrinth der Sauna die Orientierung verliert. Sollorz destilliert die Sehnsucht und das Glück seiner Helden zu Kabinettstücken von großer Intensität. 20.30 Uhr. Lietzenburger Straße 9a, 10789 Berlin-Charlottenburg.

La Luz Vorleseshow. Die Brauseboys. Vorleseshow mit Paul Bokowski, Hinark Husen, Frank Sorge, Robert Rescue, Volker Surmann, Heiko Werning und Gästen. Gäste: Sacha Brohm (berühmter Vorleser und Bartträger aus Bielefeld) u.a. 20.30 Uhr. Osramhöfe, Oudenarderstraße 16-20, 13347 Berlin-Wedding.

Haus der Kulturen der Welt Lesung. 10. internationales literaturfestival berlin. Wann hat dieser Scheißkrieg ein Ende? Ernst Jüngers Kriegstagebuch 1914-1918. Zwischen 1914 und seiner letzten Verwundung im August 1918 hat Ernst Jünger kontinuierlich ein Kriegstagebuch geführt, auf denen sein späterer Frontbericht „In Stahlgewittern“ basiert. Erstmals liegen nun seine Notizen über Militärisches und Persönliches, Amouröses und Barbarisches, Anrührendes und Abstoßendes in einer kommentierten Ausgabe vor. Specials. SPRECHER: Friedhelm Ptok. 4-6 €. 20.30 Uhr. Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Freitag, 24. September

Haus der Kulturen der Welt Lesung. 10. internationales literaturfestival berlin. Emily Gravett präsentiert „Dogs“ (Ü: Hunde) und weitere ihrer Bilderbücher (Grossbritannien). „I love big dogs and small dogs. I love stroppy dogs and soppy dogs. […] But the dog that I love best? Let’s see...“. Wie soll man sich nur entscheiden, welcher Hund einem der liebste ist, schließlich haben sie alle ihre Vorzüge und Eigenheiten. Der Autorin und Illustratorin Emily Gravett geht es genauso und so stellt sie dieses Bilderbuch als Liebeserklärung an den vierbeinigen Freund des Menschen neben anderen Kinderbüchern aus ihrer Feder vor. Internationale Kinder- und Jugendliteratur. MODERATION UND SPRECHERIN: Kathleen Gallego-Zapata. 1.-3. Klasse (Anmeldung erforderlich unter (030) 27 87 86 -66/-70). 9 Uhr. Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Haus der Kulturen der Welt Lesung. 10. internationales literaturfestival berlin. Julia Billet liest aus „Alors, partir?“ (Ü: Fortgehen?) (Frankreich). In der Gemeinschaft von Sinti und Roma, in der der Jugendliche Jaime aufwächst, ist jedes Mitglied gleichberechtigt, egal ob Mann, Frau oder Kind. Doch ihr Alltag gerät völlig durcheinander, als sie einen amtlichen Erlass erhalten, der die bevorstehende Räumung des sich über Jahre etablierten Lagers und damit eine erneute Entwurzelung ankündigt. Jaime macht bald die Erfahrung, dass seine Liebe zur Sprache und zur Literatur ihm helfen kann, die Erinnerungen seines Volkes in Erzählungen zu schützen. Internationale Kinder- und Jugendliteratur. MODERATION: Shelly Kupferberg SPRECHER: Regina Gisbertz. 7.-9. Klasse (Anmeldung erforderlich unter (030) 27 87 86 -66/-70). 11 Uhr. Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Haus der Kulturen der Welt Lesung. 10. internationales literaturfestival berlin. Priya Basil liest aus ihrem aktuellen Roman „The Obscure Logic of the Heart” (Großbritannien). (In englischer Sprache). Eine heimliche Liebe wird zum unlösbaren Dilemma: Lina ist schon immer der streng gehütete Augapfel ihres Vaters gewesen. Als sie Anil, einen reichen, gebildeten und liberal eingestellten Architekturstudenten aus der asiatischen Gemeinschaft Kenias, kennenlernt, ändert sich für sie alles. Obwohl ihrer beider Leben, Herkunft, politische Einstellung und Religionszugehörigkeit unterschiedlicher nicht sein könnten, lässt sie sich auf die Beziehung ein. Das Doppelleben, das sie dafür zu führen gezwungen ist, droht nicht nur ihre Familie, sondern auch das Paar selbst auseinanderzureißen. Internationale Kinder- und Jugendliteratur. MODERATION: Bernhard Robben. 11.-13. Klasse (Anmeldung erforderlich unter (030) 27 87 86 -66/-70). 13 Uhr. Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Literaturwerkstatt Colloquium. Armut und kulturelle Teilhabe. Im Gespräch: Wolfgang Büscher (Die Arche), Ute Jaroß (Goldnetz gGmbH, Sozialmarkt), Kerstin Markowski (Herberge zur Heimat e.V. Berlin), Gudrun Seidewitz (Berliner Dom), Bianka Thielke (Die Wühlmäuse). Viele Menschen verspüren das Bedürfnis nach Kultur, sind aber aus finanziellen Gründen nicht in der Lage, am kulturellen Leben ihrer Stadt teilzuhaben. Große Teile der Bevölkerung werden von den Zugängen zu Bildung und Kultur immer mehr abgeschnitten – eine Entwicklung, die die Gesellschaft spaltet. Einige Initiativen versuchen, diese Lücke zu schließen, oft mit viel privatem und ehrenamtlichem Engagement. Ein Beispiel dafür ist die Kulturloge Berlin, die seit Anfang dieses Jahres in Kooperation mit sozialen und kulturellen Partnern Menschen mit geringem Einkommen den kostenlosen Besuch von Kulturveranstaltungen ermöglicht. Der ständig wachsende Zuspruch, den sie erfahren, zeugt von dem großen Ausmaß des Bedarfs. Im Rahmen der Woche des bürgerschaftlichen Engagements diskutieren Vertreter der Sektoren Ehrenamt, Soziales, Kultur und Wissenschaft in zwei Panels über die Möglichkeiten der Kultur, Armut und soziale Ausgrenzung zu bekämpfen: Panel 1: Armut und Lust auf Mehr! – Kulturelle Teilhabe. Panel 2: Kultur, Nachhaltigkeit und Ehrenamt. 14 Uhr. Knaackstraße 97, 10435 Berlin-Pankow.

Haus der Kulturen der Welt Lesung. 10. internationales literaturfestival berlin. Anilda Ibrahimi – „Rot wie eine Braut“. Anilda Ibrahimi über das Leben einer Familie in einem albanischen Bergdorf (Italien / Albanien). Anilda Ibrahimi stammt aus Albanien, lebt heute in Italien und gibt in ihrem Buch „Rot wie eine Braut“ Einblick in die archaischen Familienstrukturen in Albanien. Die Protagonistin, die ihre Heimat verlassen hat, erinnert sich aus der Ferne an das Leben ihrer Familie in einem kleinen Bergdorf. Sie entwirft das Bild dreier Frauen unterschiedlicher Generationen und zeichnet den Weg von einer bäuerlichen hin zu einer modernen Gesellschaft nach. Literaturen der Welt. MODERATION: Elettra de Salvo. 4-6 €. 16 Uhr. Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Haus der Kulturen der Welt Lesung. 10. internationales literaturfestival berlin. Noémi Kiss und die Suche nach Sex und Identität (Ungarn). Die „ungarische E. T. A. Hoffmann-Exegetin“ Noémi Kiss zeigt in ihren Erzählungen "Was geschah, während wir schliefen" die Suche einer Frau nach ihrer sexuellen Rolle, nach Halt und Identität, nach Lust und Exzessen. Dabei überschreitet sie die Grenzen zwischen Ländern, den Geschlechtern, zwischen Angst und Sehnsucht, zwischen Traum und Realität. Fokus Osteuropa. 4-6 €. 17 Uhr. Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Haus der Demokratie Lesung. Johann Bauer – „Ein weltweiter Aufbruch!“. Über den gewaltfreien Anarchismus der 70er Jahre, Kritik an der RAF und die „Mescalero-Affäre“. Vorstellung einer Neuerscheinung. Die Bewegungen der 70er Jahre werden in Darstellungen der Massenmedien meist auf einen einzigen Konflikt reduziert: RAF contra Staat. So wird die Geschichte emanzipatorischer und alternativer sozialer Bewegungen marginalisiert. In dem Buch „Ein weltweiter Aufbruch!“ wird aus der Geschichte der Graswurzel-Bewegung nach '68 erzählt, die eine Programmatik gewaltloser Revolution entwickelte. Dabei wandte sie sich gegen den bestehenden Herrschaftsapparat, aber auch gegen leninistische Parteimodelle und eine Militarisierung revolutionärer Bewegungen. Durch die tatsächliche Massenaktionsbewegung gegen Atomenergie wurden neue Formen der Selbstorganisation hervorgebracht, was zum Zerfall autoritärer Konzepte, aber auch zur Bildung neuer Partei-Illusionen geführt hat. So sind viele der emanzipatorischen Ideen, die seit den 60er Jahren entwickelt wurden, bis heute aktuell geblieben und sollten angesichts der ökonomischen und gesellschaftlichen Umbrüche neu diskutiert werden. (Buchvorstellung durch den Autor, eine Gemeinschaftsveranstaltung mit der Stiftung Haus der Demokratie). Eintritt frei. 19 Uhr. Veranstaltungssaal im Quergebäude (EG), Greifswalder Straße 4, 10405 Berlin-Prenzlauer Berg.

Haus der Kulturen der Welt Lesung. 10. internationales literaturfestival berlin. Michal Hvorecky – „Eskorta“. Michal Hvorecky über einen Callboy zwischen Bratislava und Davos (Slowakei). Der Osten ist der neue Westen! Michal Hvorecky schreibt in seinem Nachwenderoman „Eskorta“ über einen arbeitslosen Schauspieler, der sich im Bratislava der 1990er Jahre in der Glitzerwelt des Turbokapitalismus bei einem Begleitservice für reiche Managergattinnen verdingt. Ein ironischer und grotesker Roman über das neue Europa und die Exzesse der Globalisierung. Fokus Osteuropa. 4-6 €. 19 Uhr. Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Deutsches Theater Lesung. Durs Grünbein – „Aroma“. Im Rahmen des „internationalen literaturfestivals berlin“: Durs Grünbein liest aus seinem Werk. Moderation: Gustav Seibt. 19 Uhr. Kammerspiele, Schumannstraße 13a, 10117 Berlin-Mitte.

Haus der Kulturen der Welt Lesung. 10. internationales literaturfestival berlin. Eva Menasse – „Lässliche Todsünden“. Eva Menasse auf der Fährte der Todsünden im Alltag (Deutschland). Trägheit, Gefräßigkeit, Wollust, Hochmut, Zorn, Neid und Habgier – mit erzählerischer Rasanz, genauem Blick und unverwechselbarem Witz spürt Eva Menasse in ihren Erzählungen „Lässliche Todsünden“ den Verfehlungen menschlicher Existenzen nach und berichtet von Beziehungstragödien, missglückten Ausbruchsversuchen und sich rächender Selbsttäuschung. Literaturen der Welt. MODERATION: Gabriele von Arnim. 4-8 €. 19.30 Uhr. Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Theodor Tucher Restaurant Lesung. Sasha Brohm, Volker Surmann und Paul Bokowski. Eine Neurose ist eine Neurose ist eine Neurose. Die drei Sonderlinge tun nichts, sie wollen nur lesen. Drei ausgewiesene Vorlesekünstler, zwei aus Berlin, einer aus Bielefeld (ausgerechnet). Da muss man doch zum Stadtneurotiker werden. Sie stellen ihre Macken zur Schau und zwar in Textform. Öffentliches Wundenlecken zu Unterhaltungszwecken. Schreiben ist Therapie. Lachen auch. Zu Risiken und Nebenwirkungen dieser Lesung fragen Sie, wen Sie wollen. Sasha Brohm lebt und liest in Bielefeld. Dort ist er weltbekannt. Sein erstes Buch heißt „Sasha Brohms glitzerndes Schatzkästlein voller funkelnder Alltagsmärchen“. Paul Bokowski lebt in Berlin-Wedding. Das ist nicht viel besser als Bielefeld. Dort ist er Mitglied der Vorlesebühne „Brauseboys“ und ist Co-Autor der Geschichtensammlung „Berlin mit Alles“. Volker Surmann ist ebenfalls „Brauseboy“, Herausgeber zweier Sammelbände namens „Sex - Von Spaß war nie die Rede“ und Autor des Romans „Die Schwerelosigkeit der Flusspferde“. 7 €. 20 Uhr. Pariser Platz 6a, 10117 Berlin-Mitte.

Akademie der Konrad-Adenauer-Stiftung Lesung. Petra Morsbach – „Der Cembalospieler“. „Petra Morsbach hat ein geradezu begnadetes Talent, menschliche Geschichten zu erzählen.“ Hellmuth Karasek: Als er sich im Alter von fünf Jahren zum ersten Mal an ein Klavier setzt, öffnet sich eine neue Welt für den erblindenden Moritz. Alles scheint sich jetzt zu ändern, bald spielt er, als sei er dafür geboren worden. Doch das Leben als außergewöhnlicher Künstler und musikalisches Wunderkind ist nicht nur erhaben, sondern auch lächerlich, absurd, tragisch und komisch. Petra Morsbach, geboren 1956 in Zürich, studierte in München und St. Petersburg. Nach zehn Jahren als Dramaturgin und Regisseurin lebt sie seit 1993 als Schriftstellerin in der Nähe von München. Sie hat mehrere Romane und den Essayband „Warum Fräulein Laura freundlich war. Über die Wahrheit des Erzählens.“ verfasst. Für ihr Werk wurde Petra Morsbach unter anderem mit dem Marieluise-Fleißer-Preis, dem Johann-Friedrich-von-Cotta-Preis und 2007 mit dem Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung ausgezeichnet. Sie ist Mitglied des P.E.N. und der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. 20 Uhr. Tiergartenstraße35, 10785 Berlin-Toergarten.

Restaurant Freiraum Lesung. Marcus Murken – „EGO – Gefälschte Morde“. Krimilesebühne Wortmotive. 20 Uhr. Buchholzer Straße 5, 10437 Berlin-Prenzlauer Berg.

Berliner Ensemble Lesung. Peer Steinbrück – „Unterm Strich“. Moderation: Elisabath Niehar. Als die Finanzkrise ausbrach, galt Peer Steinbrück vielen Bürgern und Bürgerinnen als der Sicherheitsanker der Regierung. Inzwischen sitzt der ehemalige Finanzminister nicht mehr auf der Regierungsbank. Darüber hat er jedoch nicht verlernt, Klartext zu reden. Peer Steinbrück analysiert schonungslos die Lage und zeigt Wege aus der Krise. Seine Botschaft ist eindeutig. Egal ob es um die Stärkung unserer Wirtschaft, die Stabilität der sozialen Sicherungssysteme oder die Lage der Parteien (insbesondere der SPD) geht: Eine gute Zukunft unseres Landes hängt davon ab, dass Politik und Bürger sich offen eingestehen, welche Schnitte nötig sind, statt Tabus zu pflegen und mit unhaltbaren Versprechungen von den Problemen abzulenken. 20 Uhr. Bertolt-Brecht-Platz 1, 10117 Berlin-Mitte.

Literaturhaus Lesung. Achim Wannicke – „Zeitenwäscherin“. Achim Wannicke liest aus seinem neuen Gedichtband. Die Vertonung eines Gedichtes, von Viktor Hoffmann, wird uraufgeführt. Veranstalter: Aphaia Verlag. Auskünfte: 813 39 98. Eintritt: 3-5 €. 20 Uhr. Kaminraum, Fasanenstraße 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Haus der Kulturen der Welt Lesung. 10. internationales literaturfestival berlin. Stanislaw Lem (1921 Lemberg - 2006 Krakau). Texte aus: „Solaris“. Eine nicht versiegende Quelle überraschender Ideen und sprachlicher Neuerungen machte Lem zum meistgedruckten und meistverfilmten Science-Fiction Autor. Er selbst hielt sich für einen biederen Philosophen, der die künftigen Entwicklungen zu beschreiben versucht. Von seiner Ausbildung Mediziner, hatte er sich geweigert, im Examen ideologischen Stoff wiederzugeben. Das darauffolgende Praktizierverbot machte ihn zum Autor. Nachdem das Kriegsrecht in Polen verhängt war, wanderte er nach Berlin und Wien aus. Erinnerung, sprich. EINFÜHRUNG: Hartmut Diekmann SPRECHERIN: Regina Gisberz. 4-6 €. 20.15 Uhr. Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Haus der Kulturen der Welt Lesung. 10. internationales literaturfestival berlin. Jochen Schmidt – „Meine wichtigsten Körperfunktionen“. Jochen Schmidt lädt ein zur Sightseeingtour in die Abgründe seiner Existenz (Deutschland). Jochen Schmidt erkundet den dunklen Kontinent des Körpers und erklärt in seinen Erzählungen „Meine wichtigsten Körperfunktionen“ seine humorige Welt. Aus radikal egozentrischem Blickwinkel betrachtet er auf unterhaltsame Weise allerlei Alltagsprobleme, darunter auch durchaus existenzielle: „Was macht man auf einem Stehempfang mit seinem Schaschlikspieß?“ Literaturen der Welt. MODERATION: Marius Meller. 4-8 €. 21 Uhr. Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Samstag, 25. September

Haus der Kulturen der Welt Lesung. 10. internationales literaturfestival berlin. Oksana Sabuschko – „Museum der vergessenen Geheimnisse“. Oksana Sabuschko recherchiert im „Museum der vergessenen Geheimnisse“ (Ukraine). Oksana Sabuschkos Roman ist eine entschiedene und teilweise schockierende Analyse der gesellschaftlichen Verhältnisse der Ukraine. Sie geht vor allem der Frage nach dem Umgang mit der Vergangenheit und vererbten Traumata nach. In einem komplexen Panorama erzählt sie die Geschichte dreier Frauen und damit auch die schwierige und verworrene Geschichte der Ukraine im 20. Jahrhundert. Fokus Osteuropa. MODERATION: Gabriella Gönczy SPRECHERIN: Kathleen Gallego-Zapata. 4-6 €. 15 Uhr. Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Haus der Kulturen der Welt Lesung. 10. internationales literaturfestival berlin. Juri Andruchowytsch, der ukrainische Karneval und der Tod in Venedig (Ukraine). Juri Andruchowytschs Roman „Perverzija“ dreht sich um das Verschwinden eines Ukrainers in Venedig. Der gefeierte und umstrittene Klassiker der ukrainischen Gegenwartsliteratur erzählt seine grotesk-karnevaleske Geschichte mit barocker Lust an Sprachspielereien und thematisiert dabei die Frage nach nationaler Identität und der Beziehung der Ukraine zu Europa. Fokus Osteuropa. MODERATION: Katharina Narbutovic. 4-6 €. 16.30 Uhr. Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Haus der Kulturen der Welt Lesung. 10. internationales literaturfestival berlin. Julia Kissina – „Vergiss Tarantino“. Julia Kissina provoziert in ihren Texten mit Realem, Absurdem und Phantastischem (Russland / Deutschland). Die literarischen Anfänge der in Kiew geborenen und in Berlin lebenden Autorin Julia Kissina liegen in der Undergroundszene der 90er Jahre, wo sie als Vertreterin der zweiten Generation des Moskauer Konzeptualismus bekannt wurde. In Deutschland stieg ihr Erzählband „Vergiss Tarantino“ (2005) zu einem Kult-Buch auf. Sie liest aus dem für den Andrei-Bely-Preis nominierten Buch „Einfache Wünsche“ (2002), in dem sie die Möglichkeiten von Fiktion und künstlerischer Provokation im Alltag auslotet sowie aus Gedichten, in denen sie Gelegenheit bietet, das Gewohnte mit der "Zunge der Sprache" neu wahrzunehmen. Fokus Osteuropa. MODERATION: Martina Jakobson SPRECHERIN: Naomi Krauss. 4-6 €. 18.30 Uhr. Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Bibliothek der Freien Anarchistische Bücherei Vortrag & Diskussion. Die Hog Farm Kommune. Eine hierzulande fast vergessene Keimzelle der Hippie-Subkultur in den USA der 60er Jahre. Nachdem 2009 mit dem vierzigsten Jubiläum von Woodstock dem Ende der Hippie-Ära auch offiziell mit allergrößter Aufmerksamkeit gedacht wurde, wollen wir uns im Jahr 2010 mit einem ihrer Ursprünge beschäftigen. Die Hog Farm (mit ihrem Spiritus Rector, dem Clown Wavy Gravy), die damals eine der bekanntesten Großkommunen in den USA war, gilt auch als eine der Keimzellen der Hippie-Bewegung. In ihrem Konvoi bunt bemalter, ausrangierter alter Linienbusse fuhren ihre Mitglieder kreuz und quer durchs Land. Dabei verstanden sie diese Touren nicht nur als "Werbekampagne" für ihren alternativen Lebensstil, sondern sahen gleichzeitig darin auch einen spirituell-psychedelischen Trip, bei dem man nicht nur Land und Leute kennenlernte, sondern sich auch selbst fand. Eintritt frei. 19 Uhr. Haus der Demokratie, Greifswalder Straße 4, 2. Hof, Raum 1102,10405 Berlin-Prenzlauer Berg.

Haus der Kulturen der Welt Lesung. 10. internationales literaturfestival berlin. German Sadulajew – „Ich bin Tschetschene“. German Sadulajew über die tschetschenische Tragödie (Russland / Tschetschenien). „Ich bin Tschetschene“ von German Sadulajew ist der erste literarische Versuch, die tschetschenische Tragödie aus dem Inneren heraus zu begreifen. Sein „Roman in Splittern“ spiegelt den Verlust von Heimat und Identität und erzählt in poetischen Miniaturen von den historischen und mythologischen Wurzeln der Tschetschenen, von Kindheitserinnerung, der Grausamkeit des Kriegs und der Fremdheit im Exil. Fokus Osteuropa. MODERATION: Marina Neubert SPRECHER: Burghart Klaußner. 4-8 €. 19 Uhr. Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Haus der Kulturen der Welt Lesung. 10. internationales literaturfestival berlin. Witold Gombrowicz (1904 Polen - 1969 Frankreich). Text aus: „Pornographie“. „Vom Sockel herabsteigen, Hofgesinde und Leibgarde vertreiben, den Hermelin an den Nagel hängen und sich nackt ausziehen, um sich auf der Straße mit einem Hergelaufenen zu prügeln – ja, das ist mein Stil.“ Er war der jugendlichste aller Schriftsteller, in dem Erwachsene oft einen „Ekel der Reife“ hervorriefen. Sein Roman „Pornographie“ ist ein Fest der Erlösung von der Reife. Erinnerung, sprich. EINFÜHRUNG: Benjamin Voelkel SPRECHER: Frank Arnold. 4-6 €. 20.15 Uhr. Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Haus der Kulturen der Welt Lesung. 10. internationales literaturfestival berlin. Nicolai Lilin – „Sibirische Erziehung“. Nicolai Lilins sibirische Erziehung bei den „ehrbaren Verbrechern“ (Russland / Italien). Der in Italien lebende Autor Nicolai Lilin berichtet in seinem Debüt von seiner Kindheit bei den sibirischen Urki, einem mafiaähnlichen Clan, der unter Stalin nach Transnistrien zwangsumgesiedelt wurde. Er lernte dort ein Leben kennen, das eigenen Gesetzen und Bräuchen folgte und sich am Rande der Gesellschaft außerhalb aller gewohnten Kategorien von Gut und Böse bewegte. Fokus Osteuropa. MODERATION: Arno Widmann SPRECHER: Burghart Klaußner. 4-8 €. 20.30 Uhr. Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Sonntag, 26. September

Schmargendorf Literarischer Stadtspaziergang. Die starken Frauen von Schmargendorf - Spaziergang von der alten Dorfkirche zum Wilden Eber, zum Prominentenstandesamt im Rathaus Schmargendorf. Obwohl Lou Andreas Salome (1861-1937) bereits eine bedeutende Schriftstellerin und mit Friedrich Nietzsche befreundet war, bevor sie den 14 Jahre jüngeren Rainer Maria Rilke (1875-1926), den sie vom 1.8.1898 bis 20.10.1900 in die gemeinsame Wohnung mit ihrem Ehemann, dem Orientalisten  Professor  Friedrich Andreas (1846-1930), aufnahm, ist es nicht gelungen, auch für sie eine Gedenktafel an der ehemaligen Villa Waldfrieden in der Hundekehlestraße anzubringen. Rilke schrieb hier die Erstfassung seines „Cornets“ in einer einzigen stürmischen Herbstnacht, der 1906 als 1. Band der Insel-Bücherei erschien und eins der erfolgreichsten Bücher der Literaturgeschichte wurde. Nur mit Anmeldung unter 030/892 13 38. 14 Uhr.

Café Tasso Gespräch. Philosophisches Sonntagscafé mit Matthias Neumann. Gesprächsrunde mit Matthias Neumann, heute: Woher kommt die Logik? Und wo sind ihre Grenzen? An jedem letzten Sonntag im Monat. Eintritt frei, Spenden erbeten. 16 Uhr. Frankfurter Allee 11, 10247 Berlin-Friedrichshain.

Montag, 27. September

Museen Dahlem Gespräch. Vom Büchermachen, dem Leben mit Büchern und allem, was daraus folgt – Klaus Wagenbach zu Gast im DAHLEMER AUTORENFORUM. Nachträglich zum 80. Geburtstag des Verlegers eine Verbeugung vor der Leistung eines außergewöhnlichen Büchermachers. Klein – sein Verlag, groß – seine Geschichte, und dabei immer noch unabhängig! Zeit- und Literaturgeschichte verkörpern Verleger und Verlag in oft aufregender politischer und kulturgeschichtlicher Weise. Christian Richter im Gespräch mit Klaus Wagenbach und einem Überraschungsgast. Schleichersbuch zu Gast in den Museen Dahlem 8-12 €.  Lansstraße 8, 14195 Berlin-Dahlem.

Dienstag, 28. September

Literarisches Colloquium Lesung. Lesung. Rolf Lappert – „Auf den Inseln des letzten Lichts“. Moderation: Frank Meyer. Der Roman „Nach Hause schwimmen“ war der große Durchbruch für den Schweizer Schriftsteller Rolf Lappert – bei der Kritik (Schweizer Buchpreis 2008), vor allem aber auch bei den Lesern. Erzählfreude, Anschaulichkeit, differenzierte Charakterzeichnung – die Tugenden des in Irland lebenden Autors scheinen der angelsächsischen Erzähltradition entsprungen zu sein. Mit „Auf den Inseln des letzten Lichts” legt Lappert in diesem Herbst einen weiteren umfangreichen Roman vor. Die Geschwister Megan und Tobey sind trotz aller Unterschiede auf einzigartige Weise aneinander gebunden. Eines Tages ist Megan verschwunden, und Tobeys Suche nach ihr wird zu einem lebensgefährlichen Abenteuer: Auf einer winzigen philippinischen Insel stößt er auf eine seltsame, im Verfall begriffene Welt. Wissenschaftler und Versuchstiere einer einstigen Forschungsstation für Primaten vegetieren hier vor sich hin, und Tobey kommt einem dunklen Geheimnis auf die Spur, von dem nur Megan die ganze Wahrheit kennt . Der Hörfunkjournalist Frank Meyer moderiert die Lesung. 4-6 €. 20 Uhr. Am Sandwerder 5, 14109 Berlin-Wannsee.

Literaturforum im Brechthaus Buchvorstellung & Gespräch. Robert Winter – „Täter im Geheimen“. Moderation Annette Leo. Der Grenzinspekteur der Geheimen Feldpolizei Wilhelm Krichbaum ist als Schreibtischtäter für unzählige NS-Verbrechen verantwortlich. Nach 1945 wurde er in einem Spruchkammerverfahren als „entlastet“ eingestuft und startete eine zweite Karriere. Für die Organisation Gehlen, den Vorläufer des heutigen BND, rekrutierte der Abwehrspezialist und Gestapo-Mann alte Kameraden aus der Feldpolizei-Zeit. Robert Winter hat die Geschichte des Wilhelm Krichbaum rekonstruiert. Er liefert ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie NS-Täter als Spezialisten im Kampf gegen den Kommunismus die Bundesrepublik der fünfziger Jahre mitprägten. 20 Uhr. Chausseestraße 125, 10115 Berlin-Mitte.

Mittwoch, 29. September

Akademie der Künste Lesung. Fünf-Uhr-Tee. Siegfried Jacobsohn – „Gesammelte Schriften“. Über Verantwortung und Wirkung von Theaterkritik. Lesung und Gespräch mit Ulrich Matthes, Gunther Nickel, Rüdiger Schaper, Alexander Weigel. Moderation Petra Kohse. Mit „Siegfried Jacobsohn. Gesammelte Schriften“ (5 Bände) wird eine Fundgrube zur Berliner Theatergeschichte zu Beginn des 20. Jahrhunderts vorgestellt, hervorragend editiert von Gunther Nickel und Alexander Weigel. Über Verantwortung und Wirkung von Theaterkritik gestern und heute spricht Petra Kohse mit beiden Herausgebern, dem Theaterkritiker Rüdiger Schaper und Ulrich Matthes, der zugleich ausgewählte Texte liest. Eintritt frei. 17 Uhr, Clubraum, Pariser Platz 4, 10117 Berlin-Mitte.

Akademie der Künste Lesung. Martin Mosebach – „Was davor geschah“. Buchpremiere mit Martin Mosebach. Einführung und Gespräch Michael Maar. Wie war das eigentlich mit Dir, bevor wir uns kannten? Diese Frage steht am Anfang des neuen Romans von Martin Mosebach. Das Paar kennt sich erst seit kurzem. Die Antwort des Mannes wird zu einem ganzen Roman, einem Gespinst aus Wahrheit und Dichtung, einem wahren Lügenpalast. Frankfurt am Main ist die phantastische Bühne dieses Gesellschaftstheaters. In gewohnt heiterem Ton erzählt der Büchner-Preisträger von den zerstörerischen Energien der Liebe. Eine Familie, zwei Ehen mussten zerfallen, damit sich ein glückliches Paar findet. „Was davor geschah“ ist eine böse und spannende Geschichte, ein weiteres Zeugnis der großen Erzählkunst Martin Mosebachs. Michael Maar, der diesjährige Heinrich-Mann-Preisträger, führt in das Buch ein und spricht mit dem Autor über seinen neuen Roman. 3-5 €. 20 Uhr. Plenarsaal, Pariser Platz 4, 10117 Berlin-Mitte.

Literaturforum im Brechthaus Lesung & Gespräch. Josef H. Reichholf – „Warum die Menschen sesshaft wurden. Das größte Rätsel unserer Geschichte“. Andrea Seibel im Gespräch mit dem Autor. Warum die Menschen sesshaft wurden? Ganz einfach: sie hatten sich zu viel Kram angeschafft, vor allem sperrige und zerbrechliche Tontöpfe, die sich nicht gut fürs Unterwegssein eigneten. Das erste kultivierte Getreide war die zum Bierbrauen verwendete Gerste. Die Tontöpfe, in denen das Getreide und das Bier aufbewahrt wurden, behinderten die Mobilität entschieden und so war das Bier ein Grund zum Sesshaftwerden. Das und mehr beschreibt Reichholf in seinem Buch. 20 Uhr. . Chausseestraße 125, 10115 Berlin-Mitte.

Literaturwerkstatt Lost and Found – Poesie im Einsatz gegen Alzheimer. Performance und Diskussion mit Gary Glazner und Henrikje Stanze (Slammerin und Pflegewissenschaftlerin) Moderation: Florian Werner (Autor und Literaturwissenschaftler, Berlin). Gedichte bleiben am längsten! Das stellt der New Yorker Slampoet Gary Glazner in seinem Poesieprojekt für Alzheimerkranke „AlzPoetry“ immer wieder fest. Als „Vater“ der Slampoetry- Bewegung – er organisierte 1990 den ersten nationalen US-Slamwettbewerb in San Francisco – begann er 1998 Altersheime zu besuchen und rezitierte vor den Bewohnern Klassiker der Dichtkunst. Überraschenderweise konnten selbst schwer Demenzkranke häufig einzelne Gedichtzeilen mitrezitieren und bei Liedern mitsingen. Das bestärkte ihn, Performances nicht nur auf Slam-Bühnen, sondern auch für Alzheimer-Patienten zu veranstalten. Im Sommer 2010 gründete Glazner in Marburg die deutsche AlzPoetry-Sektion. Er vermittelte in Workshops für Schüler, Dichter, Slammer und Krankenhauspersonal Vermittlungstechniken von Lyrik bei Alzheimerpatienten. Mit dabei war u. a. die Slammerin und Pflegewissenschaftlerin Henrikje Stanze. Sie begrüßt die Idee, Lyrik als Therapieform bei Alzheimer einzusetzen, berichtet darüber, wie Lyrik verloren geglaubte Erinnerungen wieder finden lässt und erklärt die Situation von Demenzkranken aus der Sicht der Pflegewirtschaft. 20 Uhr. Knaackstraße 97, 10435 Berlin-Pankow.

Haus der Kulturen Preisverleihung. Internationaler Literaturpreis – Haus der Kulturen der Welt 2010: Sieben Autoren und ihre Übersetzer sind nominiert. Preisverleihung im großen Auditorium. Das Haus der Kulturen der Welt und die Stiftung Elementarteilchen vergeben 2010 zum zweiten Mal den „Internationalen Literaturpreis – Haus der Kulturen der Welt“ für zeitgenössische Erzählliteratur in deutscher Erstübersetzung. Dieser internationale Buchpreis, dotiert in Höhe von 35.000 Euro, wird anteilig mit 25.000 Euro an den Autor und mit 10.000 an den Übersetzer verliehen. 20 Uhr. John-Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Literaturhaus Gespräch. Im Rahmen der Herta Müller-Ausstellung: Pfingsten 1951 – Deportation in den Bărăgan. Film von Tiberiu Stoichici. William Totok spricht zur Einführung. 20 Uhr. Kaminraum, Fasanenstraße 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Prinz Eisenherz Buchladen Buchpräsentation. Anlässlich des 48. Deutschen Historikertages in Berlin und in Kooperation mit dem Fachverband Homosexualität und Geschichte e.V. lädt die Prinz Eisenherz Buchhandlung zur Vorstellung von „INVERTITO“ - Jahrbuch für die Geschichte der Homosexualitäten ein. In die historische Forschung eingebettet zeigt Invertito die Vielfalt der regionalen und epochalen Erscheinungsformen, Selbst- und Fremdbestimmungen der Homosexualitäten auf. 20.30 Uhr. Lietzenburger Straße 9a, 10789 Berlin-Charlottenburg.

Donnerstag, 30. September

Literarisches Colloquium Seminar. Was bringt die Urheberrechtsreform im „3. Korb“ für den Schutz der Autorenrechte. Seminar für Autorinnen und Autoren. Das massenweise Einscannen und Verfügbarmachen von ganzen Büchern durch Google Book Search (und eventuell andere) berühren unmittelbar die Interessen von Autoren und Urhebern und führen zu rechtlichen Unsicherheiten. Wie in den Vorjahren informieren Eva Inés Obergfell (TU München, Lehrstuhl für Wirschaftsrecht und Geistiges Eigentum) und Ingo Fessman (Rechtsanwalt in Berlin) über diese Entwicklungen und über neue, die Autorenrechte betreffende gerichtliche Entscheidungen. Der Eintritt ist frei, Anmeldung erbeten unter 030 - 816 99 60. Beginn: 14-18 Uhr. Am Sandwerder 5, 14109 Berlin-Wannsee.

Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland Lesung und Gespräch. Europa literarisch: UK. In Lesung und Gespräch: Tim Parks (Autor) Moderation: Thomas Wohlfahrt (Literaturwerkstatt Berlin). Fort von Europa: „Träume von Flüssen und Meeren“ (Kunstmann Verlag 2009) führt weg vom Kontinent, den diese Reihe zum Zentrum hat. Der jüngste Roman von Tim Parks (*1954, Manchester) wechselt die Perspektive und führt in die indische Megalopole Delhi. Nach dem Tod des Anthropologen Albert James beschäftigen sich seine Frau Helen, der gemeinsame Sohn John und der Journalist Paul aus unterschiedlichen Perspektiven mit dem Lebenswerk des Wissenschaftlers. Aus den einzelnen Fragmenten fügt sich ein Bild des verstorbenen Albert zusammen – verwirrend zunächst, ähnlich den chaotischen und turbulenten Straßenszenen Delhis, und doch offenbart sich Alberts Sohn John endlich eine Erkenntnis. Tim Parks’ Beschäftigung mit Indien ist ein Novum: Bislang spielten sich die Handlungen seiner Romane zumeist in Italien ab. Der Autor lebt mit seiner Familie in Verona und gilt als  profunder Kenner Italiens. Bislang erschienen 14 Bücher von ihm, darunter „Italienische Verhältnisse“ und „Mimis Vermächtnis“. Parks, ausgezeichnet unter anderem mit dem Somerset Maugham Award, ist auch als Übersetzer tätig (Tabucchi, Moravia, Calvino) und unterrichtet an der Universität Mailand. Er schreibt regelmäßig für den New Yorker und die New York Times. Eintritt frei, kein Nacheinlass. Um Anmeldung bis zum 23.9. wird gebeten. 18 Uhr. Unter den Linden 78, 10117 Berlin-Mitte.

Jüdisches Museum Buchpräsentation. W. Michael Blumenthal– „In achtzig Jahren um die Welt. Mein Leben“. Buchpremiere mit W. Michael Blumenthal und Michael Naumann im Jüdischen Museum Berlin. Der Direktor des Jüdischen Museums Berlin, W. Michael Blumenthal, legt seine Memoiren vor, die zugleich ein Zeitzeugnis des wechselvollen 20. Jahrhunderts sind. Geboren in der Weimarer Republik, aufgewachsen in der NS-Zeit in Berlin, floh er mit seiner Familie vor den Nationalsozialisten an das andere Ende der Welt, nach Shanghai. Von dort emigrierte er in die USA und machte Karriere in Wirtschaft und Politik, unter anderem im State Department unter Präsident Kennedy und als Finanzminister unter Präsident Carter. 1997 folgte er dem Ruf seiner Heimatstadt und kehrte nach Berlin zurück. 19.30 Uhr. Lindenstraße 9-14, 10969 Berlin-Kreuzberg.

Café Tasso Lesung. Storyatella kommunizieren – Berliner Kurzgeschichten. Thema heute: Auf der Insel. Seit 2001 veranstalten die VirtuArtisten die Kommunikationskunst-Veranstaltung LUNGE. Mittlerweile hat sich die LUNGE zu einer literarischen Leseveranstaltung abseits der Lach-Lesebühnen-Literatur Berlins entwickelt, an der explizit zu einem Thema jeweils neu verfasste Kurzgeschichten und Erzählungen von den VirtuArtisten und den STORYATELLA-Autoren vorgetragen werden. Eintritt frei, Spenden erbeten. 20 Uhr. Frankfurter Allee 11, 10247 Berlin-Friedrichshain.

Literaturforum im Brechthaus Lesung. Urs Faes – „Paarbildung“. Moderation: Andreas Isenschmid. Eigentlich ist Andreas Lüscher Unfallpsychologe. Seit er jedoch eine Stelle als Gesprächstherapeut in der onkologischen Abteilung eines Krankenhauses angetreten hat, bestimmen Vokabeln aus der Krebstherapie seinen Arbeitsalltag: Dosisfraktion, Rezidivrisiko, Paarbildung. Ihn, der lieber beobachtet als mittendrin steht, der lieber Distanz wahrt, als zu nahe zu kommen, fasziniert das Verhältnis zwischen Patient und Arzt, die Bedeutung von Kommunikation, von Worten. 3-5 €. 20 Uhr. Chausseestraße 125, 10115 Berlin-Mitte.

La Luz Vorleseshow. Die Brauseboys. Vorleseshow mit Paul Bokowski, Hinark Husen, Frank Sorge, Robert Rescue, Volker Surmann, Heiko Werning und Gästen. Gäste: Sarah Hakenberg (Texte). 20.30 Uhr. Osramhöfe, Oudenarderstraße 16-20, 13347 Berlin-Wedding. (kum)


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