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Literaturkalender für Deutschland / April 2010

Von Aachen bis Würzburg - die wichtigsten Termine rund ums Buch

© Die Berliner Literaturkritik, 30.04.10

 

Aachen

25.4. --- Couvenmuseum Lesung. Barbara Bongatz – „Perlensamt“. Martin Saunders, amerikanischer Kunsthistoriker in Berlin, lernt durch Zufall David Perlensamt kennen, einen eigenartig anziehenden, geheimnisvollen Menschen. Wenige Tage nach dieser Begegnung geschieht in Perlensamts Villa in der Fasanenstraße ein Mord. Fast zur selben Zeit wird dem Auktionshaus, für das Saunders arbeitet, ein Courbet angeboten. Exakt das Bild, das Saunders in der Wohnung Perlensamts gesehen hat... Perlensamt ist ein Kriminal- und Gesellschaftsroman, der das große Thema Raub- und Beutekunst aufblättert auf den Spuren bedeutender Werke und ihrer Sammler zwischen Berlin, Paris und New York. Barbara Bongartz wurde 1957 in Köln geboren. Sie studierte Theater- und Filmwissenschaften, Kunstgeschichte und Philosophie in Paris, München, Köln und lebt seit 1996 in Düsseldorf und New York. „Perlensamt“ ist ihr erster Roman. 5-7 €. 11 Uhr. Hühnermarkt 17, 52062 Aachen.

Abstatt

23.4. --- Burg Wildeck Lesung. Felix Huby – „Null Chance“. Peter Heiland zwischen den Fronten brutaler Jugendgangs. Erst zocken sie Gleichaltrige ab, dann einen wehrlosen alten Mann. Sie liefern sich Schlachten mit feindlichen Banden und bezeichnen sich als Original-Gangster und Megachecker – Jungen ohne Chance, zumeist aus der Türkei und den arabischen Ländern. Osman Özal, Chef einer neuen Jugendbande in Berlin-Neukölln, glaubt zu wissen, wie man ein OG, ein Original-Gangster, wird. Man muss wilder, rücksichtsloser und brutaler sein als alle anderen. Er und seine Gang verlangen Respekt und fordern ihn mit ihren Fäusten und ihren Messern ein. Aber dann wird Osman Özal überraschend ermordet. Hauptkommissar Peter Heiland muss den Mörder finden, bevor die Rächer aus Osmans Bande oder aus dessen Familie ihn stellen. Felix Huby schreibt seit 1976 Kriminalromane, Tatorte und Krimiserien. Aus seiner Feder stammen die Kommissare Bienzle, Palü, Schimanski und nun auch Peter Heiland. Felix Huby wurde für sein Werk mit dem „Ehrenglauser“ der Autorengruppe Deutsche Kriminalliteratur „Das Syndikat“ ausgezeichnet. 20 Uhr. Burg Wildeck, 74232 Abstatt.

Augsburg

12.4. --- Taschenbuchladen Krüger e.K. Lesung. Arno Geiger – „Alles über Sally“. Alfred und Sally sind schon reichlich lange verheiratet. Das Leben geht seinen Gang, allzu ruhig, wenn man Sally fragt. Als Einbrecher ihr Vorstadthaus in Wien heimsuchen, ist plötzlich nicht nur die häusliche Ordnung dahin: In einem Anfall von trotzigem Lebenshunger beginnt Sally ein Verhältnis mit Alfreds bestem Freund. Und Alfred stellt sich endlich die entscheidende Frage: Was weiß ich von dieser Frau, nach dreißig gemeinsamen Jahren? Arno Geiger, der international gefeierte Buchpreisträger aus Österreich, schreibt noch einmal den großen Roman vom Liebesverrat. Eine Geschichte von Ehe und Liebe in unserer Zeit. 20 Uhr. Färbergäßchen 1, 86150 Augsburg.

15.4. --- Friedrich Pustet KG Lesung. Barbara Beuys – „Sophie Scholl. Biographie“. Sophie Scholl ist eine Ikone der deutschen Geschichte. Mit Flugblättern hatte sie es gewagt, die verbrecherische Politik Adolf Hitlers anzuklagen. Doch ihr Weg von der jugendlichen NS-Führerin zur entschiedenen Gegnerin des Nationalsozialismus war länger, widersprüchlicher und differenzierter als bisher dargestellt. Barbara Beuys hat Hunderte bisher unbekannte Dokumente gesichtet, die das Rückgrat der ersten umfassenden Biografie über Sophie Scholl bilden. Eingebettet in die farbige, historisch präzise Schilderung der Nazi-Herrschaft beschreibt sie meisterhaft die ganze Lebensspanne der Widerstandskämpferin der Weißen Rose. 20 Uhr. Karolinenstraße 12, 86150 Augsburg.

20.4. --- Taschenbuchladen Krüger Lesung. Moritz Rinke – „Der Mann, der durch das Jahrhundert fiel“. Stammt das angebissene Stück Butterkuchen im Tiefkühlschrank tatsächlich von Willy Brandt? Kann ein toter Onkel noch ein Kind zeugen? Wurde die schöne Kommunistin Marie von der Gestapo abgeholt oder von der eigenen Familie im Teufelsmoor vergraben? Und wie werden die Seelen der Menschen aufbewahrt? Ausgerechnet als Paul Wendland in Berlin mit seinem Leben und seinen kuriosen Kunstprojekten in die Zukunft starten will, holt ihn die Vergangenheit ein. In Worpswede drohen das geschichtsträchtige Haus seines Großvaters und sein Erbe im Moor zu versinken – samt lebensgroßen Bronzestatuen von Luther über Bismarck bis zu Max Schmeling und Ringo Starr. Die Reise zurück an den Ort der Kindheit zwischen mörderischem Teufelsmoor, norddeutschem Butterkuchen und traditionsumwitterter Künstlerkolonie nimmt eine verhängnisvolle Wendung. Vergessen geglaubte Familienfragen, aus dem Moor steigende historische Gestalten und die skurrile Begegnung mit einem mysteriösen Vergangenheitsforscher spülen ein ungeheuerliches Geflecht an Lügen und Geheimnissen aus einem ganzen Jahrhundert an die Oberfläche. Moritz Rinke rührt sanft, aber vollkommen anarchisch und mit einer umwerfenden Tragikomik an den Lebensmotiven, Geschlechter-, Generations- und Identitätskonflikten seiner Figuren und ihren seelischen Abgründen. Er erzählt vom Künstlerleben, von Ruhm, Verführung und Vergänglichkeit und von einem Dorf im Norden, das berühmt ist für seinen Himmel und das flache Land – und überzeugt als raffinierter Komponist einer überschäumenden, irrwitzigen Realität in diesem furiosen Romandebüt. 20 Uhr. Färbergäßchen 1, 86150 Augsburg.

Bad Bramstedt

16.4. --- Schloß Lesung Peter Henning – „Die Ängstlichen“. Eine deutsche Familie. Veranstalter: Buchhandlung Hans im Glück. Mit diesem Buch legt Peter Henning seinen langerwarteten großen Roman vor. Die Chronik einer musterhaften Familie ist eine aberwitzige, rabenschwarze menschliche Komödie, ein Mosaik aus Hoffnung, Glück, kleinen und großen Schrecken - ein Buch des Lebens. Über Taunus und Rhön gehen sintflutartige Regenfälle nieder. Sie sind Vorboten eines Orkans, der die Familie Jansen mit aller Zerstörungskraft trifft: Weil Johanna Jansen, die 80-jährige Patriarchin, in ein Wohnstift ziehen will, möchte sie ihre Kinder noch einmal um sich versammeln. Doch der Lebensabend wird für sie zur Sonnenfinsternis: Plötzlich verschwindet ihr Lebensgefährte, der Spieler und Hasardeur Janek, und Helmut, ihr ältester Sohn, sieht sich von einer tödlichen Krankheit bedroht, während sein jüngerer Bruder Christian aus der Psychiatrie flieht, um sich mit allen Mitteln nach Hause durchzuschlagen. Auch Ulrike, Johannas Tochter, begibt sich auf eine Reise, die für sie und ihren untreuen Mann zur Tortur gerät, derweil Ben Jansen um die Liebe seines Lebens kämpft. Als die Jansens ein letztes Mal zusammenfinden, ziehen erneut dunkle Wolken auf. Es sind die Schatten des Kleinmuts und der Angst, der Geltungssucht und Lieblosigkeit - die Schatten einer deutschen Familie. 19.30 Uhr. Bleeck 16, 24576 Bad Bramstedt.

Bad Orb

27.4. --- Haus des Gastes Lesung. Harriet Köhler – „Und dann diese Stille“. Wie ist es, wenn man in hohem Alter seine Frau verliert und auf einmal merkt, dass man nie mit ihr geredet hat – zumindest nicht über das, was einem seit sechzig Jahren das Herz zuschnürt? Wie ist es, wenn man als Rentner wieder bei seinem Vater einzieht – und einen Mann pflegt, der einem ein Leben lang fremd geblieben ist? Und wie ist es, wenn man immer sicher war, anders zu sein als die Eltern – und nun, da man zum ersten Mal liebt, erkennen muss, dass man genauso verstockt und unfähig ist wie sie? Walther sitzt an Grethes Krankenbett und sieht hilflos die letzte Chance verstreichen, ihr alles zu erzählen. Jürgen will seinem Vater zur Seite stehen, aber der wehrt seine Hilfe ab. Dennoch entsteht zwischen den beiden Männern eine Nähe, die neu für sie ist. Als Walther damals aus dem Krieg und der Gefangenschaft kam, war Jürgen bereits zehn, er hat seinen Sohn nicht aufwachsen sehen. Diese Jahre haben sie immer getrennt, Jahre, in denen viel geschehen ist, Erlebnisse, für die es keine Worte gibt. Doch nun wird Walther zum Pflegefall und Jürgen zum Pfleger, und Vater und Sohn entkommen sich nicht mehr. Als dann auch noch Jürgens Sohn Nicki sie besucht, der mit Ruth gerade zum ersten Mal erfährt, wie schön und schwer es ist zu lieben, wird die Mauer des Schweigens rissig und die Vergangenheit blitzt hervor. Alte, bislang nie ausgesprochene Konflikte bahnen sich wütend ihren Weg an die Oberfläche und führen zu einer vorsichtigen und zarten Annäherung. Nach ihrem hochgelobten Debüt „Ostersonntag“ erweist sich Harriet Köhler erneut als feinfühlige und genaue Beobachterin familiärer Bindungen. Mit beeindruckender Sprache und in intensiven Bildern erzählt sie von Trauer und Sehnsucht, von Wut und Liebe, aber auch von der Möglichkeit, zu verstehen und zu verzeihen – und umspannt, fast nebenbei, die Geschichte dreier Generationen, geprägt von den Spätfolgen des Krieges. 19.30 Uhr. Burgring 14, 63619 Bad Orb.

Bad Vilbel

20.4. --- Kurhaussaal Lesung. Friedbert Pflüger – „Richard von Weizsäcker“. Richard von Weizsäcker hat als Regierender Bürgermeister von Berlin und als Bundespräsident deutsche Geschichte geschrieben. In einem von Sympathie getragenen Porträt stellt sein Wegbegleiter und ehemaliger Mitarbeiter Friedbert Pflüger die prägenden Ereignisse und großen Themen im Leben des über alle Parteigrenzen hinweg hoch geachteten Politikers vor. Bis heute ist Richard von Weizsäcker einer der beliebtesten und angesehensten deutschen Politiker. Als Regierender Bürgermeister des geteilten Berlins und danach als Bundespräsident, in dessen Amtszeit (1984 bis 1994) der Fall der Mauer und das Ende des Kalten Kriegs fielen, stand er lange Zeit im Mittelpunkt des deutsch-deutschen Geschehens. Wie kaum ein anderer Politiker hat Weizsäcker das Bild Deutschlands im Ausland geprägt und die deutsche und europäische Einigung begleitet und gestaltet. Kenntnisreich porträtiert Friedbert Pflüger den Menschen und Politiker Richard von Weizsäcker, und er zeigt auf, was für den großen Staatsmann zu den Leitthemen seines Lebens wurde: die Auseinandersetzung mit der deutschen Vergangenheit, die Zusammengehörigkeit der Menschen in den beiden deutschen Staaten sowie die Kritik am Parteienstaat und die Überwindung der Politik- und Parteiverdrossenheit vieler Bürger. 19 Uhr. Niddastraße 1, 61118 Bad Vilbel.

Bensheim

14.4. --- Bürgerhaus Lesung. Richard David Precht – „Wer bin ich – und wenn ja wie viele?“. Eine faszinierende Reise in die Welt der Philosophie – Richard David Prechts Buch bietet Antworten auf die großen Fragen des Lebens .Was ist Wahrheit? Woher weiß ich, wer ich bin? Warum soll ich gut sein? Bücher über Philosophie gibt es viele. Doch Richard David Prechts Buch „Wer bin ich? – und wenn ja wie viele?“ ist anders als alle anderen Einführungen. Niemand zuvor hat den Leser so kenntnisreich und kompetent und zugleich so spielerisch und elegant an die großen philosophischen Fragen des Lebens herangeführt. Ein einzigartiger Pfad durch die schier unüberschaubare Fülle unseres Wissens über den Menschen. Von der Hirnforschung über die Psychologie zur Philosophie bringt Precht uns dabei auf den allerneusten Stand. Wie ein Puzzle setzt sich das erstaunliche Bild zusammen, das die Wissenschaften heute vom Menschen zeichnen. Eine aufregende Entdeckungsreise zu uns selbst: Klug, humorvoll und unterhaltsam! 15 €. 20 Uhr. Großer Saal, Am Beauner Platz, 64625 Bensheim.

Bielefeld

14.4. --- Neustädter Marienkirche Lesung. Joachim Gauck – „Winter im Sommer – Frühling im Herbst“. Eine Schlüsselfigur der jüngsten deutschen Geschichte erinnert sich: Joachim Gauck, engagierter Systemgegner in der friedlichen Revolution der DDR und herausragender Protagonist im Prozess der Wiedervereinigung als erster Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen. Joachim Gauck verlebte seine Kindheit in einem Dorf an der Ostseeküste. Später studierte er Theologie in Rostock und fand seinen Weg in die Kirche in Mecklenburg. Distanz zum DDR-System prägte seine Tätigkeit von Anfang an. Wie selbstverständlich wurde er Teil einer kritischen Bewegung und schließlich zu einer Symbolfigur im Umbruch von 1989. Nach dem Mauerfall übernahm Gauck politische Verantwortung, er wurde Abgeordneter im ersten freien Parlament der DDR und erster Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen. Der Kampf gegen das Vergessen und Verdrängen blieb als Redner und Kommentator sein großes Thema, auch als er nach zehn Jahren aus dem Amt ausschied. Zu seinem 70. Geburtstag hat Joachim Gauck seine Erinnerungen aufgeschrieben. Ihm ist ein gleichermaßen politisches wie emotional berührendes Buch gelungen, in dem er in klaren Bildern die traumatisierende Erfahrung der Unfreiheit und das beglückende Erlebnis der Freiheit nachzeichnet und den schwierigen Übergang von erzwungener Ohnmacht zu einem selbstbestimmten Leben beschreibt. „Gaucks Erinnerungen sind eine Art Freiheitslehre; seine Selbstauskünfte berichten vom Erlernen des aufrechten Ganges - und davon, warum sich die Mühe lohnt. Für all jene, die wissen wollen, wie demokratische Gesinnung in der Diktatur überwinterte, hat er ein lehrreiches Buch verfasst. Wer immer noch rätselt, was für eine Gesellschaft die DDR war, der kann es hier nachlesen.“ 19.30 Uhr. Papenmarkt 10, 33602 Bielefeld.

22.4. --- Bunker Ulmenwall Lesung. Helge Timmerberg – „Der Jesus vom Sexshop“. „Adrenalin ist an und für sich nicht bösartig, sondern ein befreundetes Hormon. Es macht wach und putzmunter, denn es rast wie Rasierklingen durchs Blut und tut den Nervengut, tausendmal besser als Kokain. Adrenalin ist der letzte Joker des Lebens. Und ist dieses auch ein durchgehend verschlafenes gewesen, egal, im Angesicht des Todes verschafft es Mega-Aufmerksamkeit für die Situation. Es gibt Adrenalin-Klassiker wie den Schatten eines Schlachtermessers hinter dem transparenten Duschvorhang, oder wenn man durch ein Flugzeugfenster schaut, und die Turbine brennt. Adrenalin auch, wenn im Hals der Apfel klemmt oder ein hungriger Wolf seine Lieder singt. Ein hungriger Wolf? Mir schien, es waren mehrere...“ „Dieser Reiseschriftsteller reiht sich ein unter die Großen des letzten Jahrhunderts wie Bruce Chatwin, Paul Theroux oder Hunter S. Thompson.“ (Bayern 2). „Ein absolutes Muss, man liest, lacht, träumt.“ (Der Spiegel über „Shiva Moon“) „In meiner Generation der beste Schreiber Deutschlands.“ (Sibylle Berg). 20 Uhr. Kreuzstraße 0, 33602 Bielefeld.

Bochum

15.4. --- Gemeindehaus Stiepel Lesung. Joachim Gauck – „Winter im Sommer – Frühling im Herbst“. Eine Schlüsselfigur der jüngsten deutschen Geschichte erinnert sich: Joachim Gauck, engagierter Systemgegner in der friedlichen Revolution der DDR und herausragender Protagonist im Prozess der Wiedervereinigung als erster Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen. Joachim Gauck verlebte seine Kindheit in einem Dorf an der Ostseeküste. Später studierte er Theologie in Rostock und fand seinen Weg in die Kirche in Mecklenburg. Distanz zum DDR-System prägte seine Tätigkeit von Anfang an. Wie selbstverständlich wurde er Teil einer kritischen Bewegung und schließlich zu einer Symbolfigur im Umbruch von 1989. Nach dem Mauerfall übernahm Gauck politische Verantwortung, er wurde Abgeordneter im ersten freien Parlament der DDR und erster Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen. Der Kampf gegen das Vergessen und Verdrängen blieb als Redner und Kommentator sein großes Thema, auch als er nach zehn Jahren aus dem Amt ausschied. Zu seinem 70. Geburtstag hat Joachim Gauck seine Erinnerungen aufgeschrieben. Ihm ist ein gleichermaßen politisches wie emotional berührendes Buch gelungen, in dem er in klaren Bildern die traumatisierende Erfahrung der Unfreiheit und das beglückende Erlebnis der Freiheit nachzeichnet und den schwierigen Übergang von erzwungener Ohnmacht zu einem selbstbestimmten Leben beschreibt. „Gaucks Erinnerungen sind eine Art Freiheitslehre; seine Selbstauskünfte berichten vom Erlernen des aufrechten Ganges - und davon, warum sich die Mühe lohnt. Für all jene, die wissen wollen, wie demokratische Gesinnung in der Diktatur überwinterte, hat er ein lehrreiches Buch verfasst. Wer immer noch rätselt, was für eine Gesellschaft die DDR war, der kann es hier nachlesen.“ 19.30 Uhr. Brockhauser Straße 72, 44797 Bochum.

Bodenheim

14.4. --- Buchhandlung Ruthmann Lesung. Kathrin Gerlof – „Alle Zeit“. Als Juli und Klara einander im winterlichen Park begegnen, ahnen sie nicht, wie ihre beiden Leben verwoben sind. Die eine ist blutjung, hochschwanger und mutterseelenallein. Die andere, alt und gebrechlich, verliert mehr und mehr den Bezug zur Welt und weiß, fürs Erinnern bleibt nicht mehr viel Zeit. Warum nur fühlt Juli sich der alten Frau so nah? Spürt sie, was Klara und das Kind in ihrem Leib verbindet? Alle Zeit erzählt, wie ein tragisches Ereignis die ohnehin lose verknüpften Familienbande endgültig kappen konnte und weshalb das Baby und die vergessliche Frau mehr als drei Generationen trennen. Eine berührende Geschichte über das Altwerden, das Neugeborensein und eine Liebe am Ende des Lebens. Kathrin Gerlof, geboren 1962 in Köthen/Anhalt, lebt als freie Journalistin und Autorin in Berlin. Ihr Debütroman Teuermanns Schweigen erschien 2008 im Aufbau Verlag und wurde von der Kritik gefeiert. 20 Uhr. Wormser Str. 13, 55294 Bodenheim.

Bonn

22.4. --- Thalia Buchhandlung Lesung. Hellmuth Karasek – „Ihr tausendfaches Weh und Ach“. Leicht und doch mit chaplineskem Ernst erzählt Karasek, wie Männer versuchen, zu lieben und zu flüchten, zu erobern und zu vergessen. Der „publizistische Turbokarpfen im Teich der grauen Hechte“ (Gerhard Stadelmaier) berichtet von glücklichen und schmerzlichen Selbstversuchen und von Ausflügen in das unbekannte Land der Frauen. Die Beziehung zwischen Männern und Frauen – ein Wechselbad zwischen Liebe und Verlieren, Leidenschaft und Erkalten. Das Dilemma: Die Leidenschaft kennt keine Treue und verspricht keine Dauer. Ehe und Familie dagegen basieren auf der versprochenen Treue und der garantierten Dauer. Nestflüchter und Nestwärmer, das sind Mann und Frau. Und die Treue ist keine Frage der Moral, sondern der Bequemlichkeit, der Feigheit und des Mangels an Gelegenheiten. Eine Geschichte in Geschichten aus fünfzig Jahren Geschlechterkampf. 20.30 Uhr. Am Hof 20, 53113 Bonn.

Bottrop

25.4. --- Kulturzentrum August Everding Lesung. Joachim Ringelnatz. Achim Amme liest aus dem Werk von Joachim Ringelnatz. 15 Uhr. Böckenhoffstraße 30, 46236 Bottrop.

Braunschweig

9.4. --- Thalia Buchhandlung Buchvorstellungen. Es ist wieder soweit: der wunderbare Bücherflüsterer Thomas Bernhardt stellt Ihnen die Buchneuerscheinungen des Frühjahrs vor. Frisch inspiriert von der gerade vergangenen Buchmesse in Leipzig hat er den Bücherkoffer voller literarischer Schönheiten. Lassen Sie sich mitnehmen auf Thomas Bernhardts Bücherreise - wie Sie es gewohnt sind: spannend, inspirierend, originell - ganz einfach Bernhardt! Eintritt frei. 20.15 Uhr. Hutfiltern 9, 38100 Braunschweig.

21.4. --- Buchhandlung Graff Lesung. Barbara Beuys – „Sophie Scholl Biografie“. Sophie Scholl ist eine Ikone der deutschen Geschichte. Mit Flugblättern hatte sie es gewagt, die verbrecherische Politik Adolf Hitlers anzuklagen. Doch ihr Weg von der jugendlichen NS-Führerin zur entschiedenen Gegnerin des Nationalsozialismus war länger, widersprüchlicher und differenzierter als bisher dargestellt. Barbara Beuys hat Hunderte bisher unbekannte Dokumente gesichtet, die das Rückgrat der ersten umfassenden Biografie über Sophie Scholl bilden. Eingebettet in die farbige, historisch präzise Schilderung der Nazi-Herrschaft beschreibt sie meisterhaft die ganze Lebensspanne der Widerstandskämpferin der Weißen Rose. 6-8 €. 20.15 Uhr. Sack 15, 38100 Braunschweig.

29.4. --- Mercure Hotel Lesung. Joachim Gauck – „Winter im Sommer – Frühling im Herbst“. Eine Schlüsselfigur der jüngsten deutschen Geschichte erinnert sich: Joachim Gauck, engagierter Systemgegner in der friedlichen Revolution der DDR und herausragender Protagonist im Prozess der Wiedervereinigung als erster Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen. Joachim Gauck verlebte seine Kindheit in einem Dorf an der Ostseeküste. Später studierte er Theologie in Rostock und fand seinen Weg in die Kirche in Mecklenburg. Distanz zum DDR-System prägte seine Tätigkeit von Anfang an. Wie selbstverständlich wurde er Teil einer kritischen Bewegung und schließlich zu einer Symbolfigur im Umbruch von 1989. Nach dem Mauerfall übernahm Gauck politische Verantwortung, er wurde Abgeordneter im ersten freien Parlament der DDR und erster Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen. Der Kampf gegen das Vergessen und Verdrängen blieb als Redner und Kommentator sein großes Thema, auch als er nach zehn Jahren aus dem Amt ausschied. Zu seinem 70. Geburtstag hat Joachim Gauck seine Erinnerungen aufgeschrieben. Ihm ist ein gleichermaßen politisches wie emotional berührendes Buch gelungen, in dem er in klaren Bildern die traumatisierende Erfahrung der Unfreiheit und das beglückende Erlebnis der Freiheit nachzeichnet und den schwierigen Übergang von erzwungener Ohnmacht zu einem selbstbestimmten Leben beschreibt. „Gaucks Erinnerungen sind eine Art Freiheitslehre; seine Selbstauskünfte berichten vom Erlernen des aufrechten Ganges - und davon, warum sich die Mühe lohnt. Für all jene, die wissen wollen, wie demokratische Gesinnung in der Diktatur überwinterte, hat er ein lehrreiches Buch verfasst. Wer immer noch rätselt, was für eine Gesellschaft die DDR war, der kann es hier nachlesen.“ 19 Uhr. Berliner Platz 3, 38102 Braunschweig.

30.4. --- Buchhandlung Graff Lesung. Günter Wallraff – „Aus der schönen neuen Welt“. „Ganz unten“, Günter Wallraffs Reportage über den menschenverachtenden Handel mit Leiharbeitern, war mit über fünf Millionen verkauften Exemplaren einer der größten Erfolge in der deutschen Buchhandelsgeschichte. Jetzt ist Wallraff wieder undercover unterwegs…Niemand hat mehr Missstände aufgedeckt als er. Millionen haben seine Bücher gelesen, junge Journalisten nehmen sich an ihm ein Vorbild, wenn sie in Rollen schlüpfen, um die dunklen Seiten der gesellschaftlichen Realität aufzudecken – eine Vorgehensweise, die im Schwedischen „wallraffa“ genannt wird. Doch Günter Wallraff hat sich nicht zur Ruhe gesetzt. Seit einiger Zeit ist er wieder undercover unterwegs. Als „Michael G.“ recherchierte er den Alltag in deutschen Callcentern – das Echo auf die in der Zeit veröffentlichte Reportage war gewaltig: Wallraff war Gast in Fernseh- und Hörfunksendungen; zahlreiche Callcenter-Mitarbeiter meldeten sich, die ihm von eigenen Erlebnissen berichteten. Der zweite Coup: Als Niedriglöhner arbeitete Wallraff in einer Fabrik, die für Lidl Brötchen backt, bis zur Erschöpfung, erlitt mehrfach – wie auch seine Kollegen – Brandverletzungen. Dem Lidl-Aufsichtsratschef Klaus Gehrig schlug Wallraff in der Sendung „Kerner“ vor, gemeinsam mit ihm zwei Tage lang unter diesen „Straflager-Bedingungen“ zu arbeiten – was dieser ablehnte. Und im Winter 2008/2009 hat Günter Wallraff am eigenen Leibe erfahren, wie Obdachlose in Deutschland leben. Er quartierte sich in Obdachlosenheimen ein und verbrachte die kältesten Tage des Winters auf der Straße, bei Temperaturen bis zu minus 20 Grad. Neben einer vierten Rolle, die bis zum Erscheinen geheim bleiben muss, und weiteren Fällen dokumentiert Wallraff in diesem Buch erstmals umfassend die Ergebnisse seiner neuen Recherchen, die auch nach den Presseveröffentlichungen weitergehen. Sein Fazit: In einem reichen Land leben heute immer mehr Menschen „ganz unten“, und das droht die Gesellschaft zu zerreißen. 20.15 Uhr, Sack 15, 38100 Braunschweig.

Bremen

5.4. --- Lemon Lounge Buchbesprechung. Thomas Bernhard – „Das Kalkwerk“. Zum Inhalt: Konrad arbeitet jahrzehntelang an einer Studie über das Gehör, „das philosophischste aller Sinnesorgane“. Seine Frau, er selbst, die ganze Umwelt werden ihm zu Objekten des Experimentes, das Unhörbare zu hören, das Erkannte mitzuteilen. Als die allein auf den „Wörterverkehr“ gestellte Kommunikation zur „exemplarischen Wortlosigkeit“ wird, stellt sich der Tod ein. Eintritt frei. 19 Uhr. Am Wall 164, 28195 Bremen.

12.4. --- Literaturhaus Lesung. Herbert Feuerstein – „Reisen, Essen und andere Katastrophen“. Herbert Feuerstein kommt nach Bremen! Im Theater am Goetheplatz wird er aus seinen Büchern vorlesen. Drei Reisebücher hat er unterdessen geschrieben: „Feuersteins Reisen“, „Feuersteins Ersatzbuch“ und „Feuersteins Drittes“ - und einen Sammelband mit alten und neuen Texten („Frauen Fragen Feuerstein“). Freuen Sie sich auf den spitzbübischen Charme des Kabarettisten und seine pointenreiche Sicht auf unsere Welt! In Kooperation mit dem Bremer Literaturkontor. 19.30 Uhr. Goetheplatz 1-3, 28203 Bremen.

14.4. --- Zentralbibliothek Lesung. Joe Schlosser – „work in progress goes crime”. Mit Joe Schlosser. Moderation: Jürgen Alberts. Eine gemeinsame Veranstaltungsreihe von Literaturkontor und Stadtbibliothek. Eintritt frei. 19 Uhr Krimibibliothek, Am Wall 201, 28195 Bremen.

15.4. --- Literaturhaus Lesung. Peter Kaempfe liest ausgewählte Texte von Friedo Lampe. Viel zu wenig hat Bremen seinen Dichter Friedo Lampe (1899-1945) gekannt, stellt schon Alma Rogge fest. Und dass obwohl er „zu den interessantesten Schriftstellern gehört, die Bremen in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhundert hervorgebracht hat“. Mit dem Schauspieler Peter Kaempfe erhält nun das Bremer Publikum erneut die Gelegenheit einen Einblick in Friedo Lampes Werk zu bekommen. In ein Werk, von dem Wolfgang Koeppen sagt es sei ein „wichtiges, vollendetes, nobles, noch unausgeschöpftes Oeuvre, voll von Lesefreuden, ein Lehrbuch für junge Schriftsteller.“ Peter Kaempfe liest an diesem Abend ausgewählte Texte aus „Am Rande der Nacht“ und „Von Tür zu Tür“. Moderation: Kathrin Klug. 6-8 €. 19.30 Uhr. Bamberger Haus, Faulenstr. 69, 28203 Bremen.

15.4.--- Zentralbibliothek Lesung. „Walter Kempowski in Bremen“. 4 Kempowski-Leser lesen aus dem Roman „Alles umsonst“ von Walter Kempowski. Einführung: Almut Straßburg-Grönzin. Eintritt frei. 17 Uhr. Krimibibliothek, Am Wall 201, 28195 Bremen.

15.4. --- Zentralbibliothek Vortrag. Florian Vollmers – „Filme Lesen - Literatur Sehen: Das Kreuz mit den Literaturverfilmungen“. Wir alle kennen den Mechanismus: kaum ist ein Roman auf dem Markt erfolgreich, schon streiten sich die Filmproduzenten um die Verfilmungsrechte. Was in Hollywood im großen Stil praktiziert wird („Harry Potter“ u.a.), macht auch vor dem deutschen Markt nicht halt. Ob „Die Päpstin“, „Das Parfüm“ oder „Wüstenblume“, ob zum fünften Mal „Effi Briest“ oder zum vierten Mal „Die Buddenbrooks“: bei solchen Titeln hören die Produzenten schon früh die Kinokassen klingeln. Was aber ist künstlerisch von solchen Filmen zu halten? 4 €. 19.30 Uhr. Wall Saal, Am Wall 201, 28195 Bremen.

20.4. --- Literaturhaus Literarisches Gespräch. José Saramago – „Hoffnung im Alentejo“. Der portugiesische Nobelpreisträger José Saramago ist heute - zuletzt in den Medien mit der Verfilmung seines Romans „Die Stadt der Blinden“ - ein exponierter Vertreter der portugiesischen Literatur. Der literarische Durchbruch gelang ihm 1979 mit seinem Roman „Hoffnung im Alentejo“. Südlich des Tejo, im portugiesischen „Hinterland“, formierte sich als erstes der Aufstand gegen die feudalen Herrschaftsstrukturen und die Diktatur Salazars. Der Roman thematisiert dieses Aufbegehren bis zum Ausbruch der Nelkenrevolution im April 1974. In der Präsentation dieses für Portugal zentralen historischen Stoffes lässt Saramago bereits seine spätere stilistische und dramaturgische Meisterschaft erkennen. Die Textgrundlage unseres literarischen Gesprächs ist Deutsch (rororo 22302) - kürzere Textteile des portugiesischen Originals können auf Wunsch der Teilnehmer/innen einbezogen werden (werden als Kopie gestellt). Die Veranstaltung steht im Zusammenhang mit der Studienreise „Portugals Süden“ (8.-16.5.) - die Teilnahme an der Literaturveranstaltung ist jedoch unabhängig von der Teilnahme an der Studienreise. In Kooperation mit dem Bremer Presseclub. Mit Dr. Manfred Treib. Anmeldung: (0421) 36159525. 6-8 €. 19 Uhr. Bremer Presseclub, Schnoor 27/28, 28203 Bremen.

20.4. --- Literaturhaus Lesung mit Cornelia Petmecky – „Schauriges und Böses von Edgar Allen Poe“. Edgar Allen Poe, 1809 in Boston geboren und 1849 in Baltimore, mit 40 Jahren gestorben, ist der bedeutendste amerikanischer Dichter der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Als wichtigster Vertreter der amerikanischen Romantik hat Poe in seinen Erzählungen alle Bezirke des Menschlichen durchmessen, das Grausige und Groteske, das Abenteuerliche und Utopische. Die geistvollen Fiktionen und Betrachtungen, die in seiner Epik verwoben sind, nehmen manchen Dichter der Gegenwart voraus, immer dringt seine Prosa in unbekannte Räume vor. Feinnervig reagiert er auf eine Wirklichkeit, die er mehr ahnte als sah; daher erscheinen seine Erzählungen so modern. Von der Eindringlichkeit und Kühnheit seiner Abenteuer- und Kriminalnovellen, seiner spiritistischen Geschichten und Humoresken wird jede Generation aufs Neue gepackt. E.A. Poe ist Begründer und Meister der Kurzgeschichte und gilt als Wegbereiter der modernen Kriminalliteratur. 19.30 Uhr. Theater an der Lessingstraße, Lessingstraße 12, 28203 Bremen.

22.4. --- Zentralbibliothek Lesung. „Wunderbare Wörterwelten“. Auftakt zum Welttag des Buches 2010. Bremer Autorinnen und Autoren stellen Bücher vor, die sie beeinflusst haben. Mit Colin Böttger, Osman Engin, Konstanze Radziwill u.a. Moderation: Jürgen Alberts. Musik: Florian Oberlechner (Akkordeon). Eine gemeinsame Veranstaltung von Stadtbibliothek und Literaturkontor. Eintritt frei. 20 Uhr. Lesegarten, Am Wall 201, 28195 Bremen.

Büdigen

13.4. --- Kulturzentrum Lesung. Anne Weber – „Luft und Liebe“. Wo die Liebe sich in Luft auflöst, fängt Literatur an: „Luft und Liebe“ ist eine mitreißende Liebes- und Verratsgeschichte, ein großes literarisches Vergnügen. Die große Liebe – gibt es das? Anfang Vierzig und in Herzensdingen längst an das ganz normale Glück oder Unglück gewöhnt, begegnet sie in Paris einem nicht mehr ganz jungen Mann mit Bauchansatz, nach dem sich auf der Straße niemand umdrehen würde. Aber entgegen alle Erwartungen ist er der Mann, auf den die Heldin gewartet hat: Er ist zärtlich, aufmerksam und charmant, Hals über Kopf verliebt und verspricht ihr den Himmel auf Erden. Und um die Idylle vollkommen zu machen, lebt dieser Märchenprinz auf einem Schloss in der französischen Provinz. Zu schön, um wahr zu sein? Als die Träume – gemeinsames Leben, Hochzeit, Kind – Realität werden sollen, zerplatzen sie wie Seifenblasen. Und die mit großer Leichtigkeit und funkelnder Ironie erzählte Geschichte nimmt ein Ende mit Schrecken ...Anne Webers sprachliche Brillanz, ihre Fähigkeit, „auf leichte Art ernst zu werden“ (Jochen Jung, Die Zeit) machen aus einer unerhörten Begebenheit einen doppelbödigen Roman. Anne Weber, geboren 1964, lebt in Paris und der Bretagne. Ihre Bücher, die sie auf Deutsch und Französisch schreibt, erscheinen in beiden Ländern zugleich. Sie übersetzt sowohl aus dem Deutschen ins Französische (u.a. Wilhelm Genazino), als auch aus dem Französischen ins Deutsche (u.a. Pierre Michon). Zuletzt erschienen von ihr „Besuch bei Zerberus“ (2004), ausgezeichnet mit dem Heimito-von-Doderer-Preis, und „Gold im Mund“ (2005), in Klagenfurt ausgezeichnet mit dem 3sat-Preis. 5 €. 19.30 Uhr. Obergasse 23 d, 63654 Büdigen.

Burgdorf

30.4. --- Raatssaal im Burgdorfer Schloss Lesung. Sibylle Lewitscharoff – „Apostoloff“. Zwei Schwestern. Die eine auf der Rückbank, die andere auf dem Beifahrersitz, die eine scharfzüngig und kampflustig, die andere nachsichtig und höflich: Sie sind unterwegs im heutigen Bulgarien. Auf der ersten Hälfte ihrer Reise waren sie Teil eines prächtigen Limousinenkonvois, der die Leichen von 19 Exilbulgaren – in den Vierzigern von Sofia nach Stuttgart ausgewandert – in ihre alte Heimat überführte. Darunter der frühverstorbene Vater der Schwestern. Jetzt sind sie Touristinnen, chauffiert vom langmütigen Rumen Apostoloff. Er möchte den beiden die Schätze seines Landes zeigen, die Keramik mit Pfauenaugendekor (dessen Kobaltblau giftig ist), die Schwarzmeerküste (komplett versaut), die Architektur (ein Verbrechen des 20. Jahrhunderts). Die Jüngere, die Erzählerin, spuckt Gift und Galle. Apostoloffs Vermittlungsversuche zwischen Sofia und Stuttgart sind zunächst wenig erfolgreich. Denn das bulgarische Erbe der Schwestern wiegt schwer – wenn der Vater, der erfolgreiche Arzt und schwermütige Einwanderer, in ihren Träumen auftaucht, schlängelt das Ende des Stricks, an dem er sich erhängt hat, noch hinter ihm her. Doch dem „Unglück, das dieses Aas von einem Vater auf Häupter und Herzen seiner Töchter geladen hat“ wird nicht auf melancholische Art begegnet. Sibylle Lewitscharoffs neuer Roman ist eine Suada von der Rückbank, die bissige, rabenschwarze und erzkomische Abrechnung einer Tochter mit dem Vater und seinem Land. 10-12 € (Jugendliche frei). 20 Uhr. Spittaplatz 5, 31303 Burgdorf.

Chemnitz

13.4. --- Tietz-Café Lesung. Clemens Meyer – „Gewalten“. Clemens Meyer schreibt ein Tagebuch über die Gewalten unserer Zeit: Eine Stadt sucht ihren Mörder, Jubel beim Pferderennen, der beste Freund liegt im Hospiz. Ein Hund stirbt. Endlose Zahlenreihen fließen über einen Bildschirm in einer menschenleeren Fabrikhalle. Die psychiatrische Notaufnahme wird zur Endstation einer heillosen Nacht. Roh, unheimlich und geheimnisvoll ist die Welt, durch die wir täglich gehen. Clemens Meyer entwirft Szenen von großer poetischer Kraft und verstörender Klarheit. Ein Jahr lang erkundet er Seelenlandschaften, reale Orte und imaginäre Welten. Er erzählt von Alpträumen, jubelnder Euphorie und dem Irrwitz unseres Lebens. Clemens Meyer, geboren 1977 in Halle / Saale, lebt in Leipzig. 2006 erschien sein Debütroman „Als wir träumten“, für den er zahlreiche Preise, darunter den Mara-Cassens-Preis, erhielt. 2008 folgten die Erzählungen „Die Nacht, die Lichter“, die unter anderem mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet wurden. Im Frühjahr 2010 erscheint „Gewalten. Ein Tagebuch“. 19.30 Uhr. Moritzstraße 20, 09111 Chemnitz.

22.4. --- Tietz- Café Lesung. Judith Hermann – „Alice“. „Die Planeten laufen langsam. Aber sie machen ihre Transite. Und dann ändert sich dein ganzes Leben.“ Wenn jemand geht, der dir nahe ist, ändert sich dein ganzes Leben, es ändert sich, ob du willst oder nicht. Alles wird anders. Alice ist die Heldin dieser fünf Geschichten, alle erzählen von ihr – und davon, wie das Leben ist und das Lieben, wenn Menschen nicht mehr da sind. Dinge bleiben zurück, Bücher, Briefe, Bilder, und ab und zu täuscht man sich in einem Gesicht. Lebenswege kreuzen sich, ändern die Richtung und werden unwiederbringlich auseinandergeführt. Die Autorin von „Sommerhaus, später“ und „Nichts als Gespenster“ schreibt Geschichten von ungeheurer Kraft und großer literarischer Schönheit. Judith Hermann wurde 1970 in Berlin geboren. 1998 erschien ihr erstes Buch „Sommerhaus, später“, dem eine außerordentliche Resonanz zuteil wurde und für das sie mit dem Literaturförderpreis der Stadt Bremen, dem Hugo-Ball-Förderpreis und dem Kleist-Preis ausgezeichnet wurde. 2003 erschien der Erzählungsband „Nichts als Gespenster“. Einzelne dieser Geschichten wurden 2007 für das deutsche Kino verfilmt. Für ihr neues Buch „Alice“ (2009) erhielt Judith Hermann den Friedrich-Hölderlin-Preis. Die Autorin lebt und schreibt in Berlin. 19.30 Uhr. Moritzstraße 20, 09111 Chemnitz.

26.4. --- Thalia Buchhandlung Lesung. Helge Timmerberg – „Der Jesus vom Sexshop“. „Adrenalin ist an und für sich nicht bösartig, sondern ein befreundetes Hormon. Es macht wach und putzmunter, denn es rast wie Rasierklingen durchs Blut und tut den Nervengut, tausendmal besser als Kokain. Adrenalin ist der letzte Joker des Lebens. Und ist dieses auch ein durchgehend verschlafenes gewesen, egal, im Angesicht des Todes verschafft es Mega-Aufmerksamkeit für die Situation. Es gibt Adrenalin-Klassiker wie den Schatten eines Schlachtermessers hinter dem transparenten Duschvorhang, oder wenn man durch ein Flugzeugfenster schaut, und die Turbine brennt. Adrenalin auch, wenn im Hals der Apfel klemmt oder ein hungriger Wolf seine Lieder singt. Ein hungriger Wolf? Mir schien, es waren mehrere...“ „Dieser Reiseschriftsteller reiht sich ein unter die Großen des letzten Jahrhunderts wie Bruce Chatwin, Paul Theroux oder Hunter S. Thompson.“ (Bayern 2). „Ein absolutes Muss, man liest, lacht, träumt.“ (Der Spiegel über „Shiva Moon“). „In meiner Generation der beste Schreiber Deutschlands.“ (Sibylle Berg). 20.15 Uhr. Neumarkt 2, 09111 Chemnitz.

Coburg

19.4. --- Berufliche Oberschule Lesung. Roger Schmelzer – „Die besten zehn Sekunden meines Lebens“. Kann man in nur zehn Sekunden die Chance auf ein Leben mit seiner Traumfrau spektakulär vermasseln? Jawohl, muss Chris Mackenbrock erfahren, man kann – und wie! 12. März 1983, 7 Uhr 53 und 20 Sekunden: Das Schicksal hält die Luft an. Der sechzehnjährige Chris bekommt eine der Chancen, die einem das Leben nur alle paar Jahrzehnte bietet. Wenn er sich richtig entscheidet, könnte er endlich cool, sportlich und schlank werden – und vor allem das Herz seiner Klassenkameradin Kathleen erobern. 12. März 1983, 7 Uhr 53 und 30 Sekunden: Alles vorbei! Chris hat die große Gelegenheit verpasst. Aber Chris gibt nicht auf. Immer wieder kreuzt sein Weg den seiner großen Liebe. Dabei bleibt ihm wenig erspart, denn dieser führt ihn in die geheimnisvolle Welt der Katholischen Landjugend, splitternackt unter das Bett seiner Traumfrau, mit einer Pantomimengruppe auf Kirchentage, in die politischen Wirren der neu gegründeten Grünen Partei, auf die Pfingstdemonstrationen von Wackersdorf, in die Welt der Endlosstudenten und schließlich sogar in die Niederungen der TV-Unterhaltung. Aber egal, was Chris auch anstellt, es gelingt ihm einfach nicht, sein Leben wieder in die Spur zu kriegen. Kann es wirklich sein, dass man manche Chancen nur einmal bekommt? Nein! Chris Mackenbrock jedenfalls kriegt eine zweite. Denn eines Morgens ist es wieder der 12. März 1983, 7 Uhr 53, das Schicksal hält die Luft an – und wenn sich Chris diesmal richtig entscheidet, kann alles anders werden. Unfassbar komisch und entwaffnend ehrlich erzählt Roger Schmelzer von den kleinen Dingen im Leben und ihrer Bedeutung für das ganz große Glück. 20 Uhr. Am Plattenäcker 6, 96450 Coburg.

20.4. --- Gemeindezentrum St. Augustin Lesung. Barbara Beuys – „Sophie Scholl Biografie“. Sophie Scholl ist eine Ikone der deutschen Geschichte. Mit Flugblättern hatte sie es gewagt, die verbrecherische Politik Adolf Hitlers anzuklagen. Doch ihr Weg von der jugendlichen NS-Führerin zur entschiedenen Gegnerin des Nationalsozialismus war länger, widersprüchlicher und differenzierter als bisher dargestellt. Barbara Beuys hat Hunderte bisher unbekannte Dokumente gesichtet, die das Rückgrat der ersten umfassenden Biografie über Sophie Scholl bilden. Eingebettet in die farbige, historisch präzise Schilderung der Nazi-Herrschaft beschreibt sie meisterhaft die ganze Lebensspanne der Widerstandskämpferin der Weißen Rose. 20 Uhr. Obere Klinge 1, 96450 Coburg.

21.4. --- Theater in der Reithalle Lesung. Norbert Hummelt, Klaus Siblewski – „Wie Gedichte entstehen“. Von der Einrichtung der Arbeitswerkstatt, den ersten poetischen Eingebungen über das Entwerfen und schließlich das Schreiben von Gedichten wird aus der Sicht des Autors Norbert Hummelt und der des Lektors Klaus Siblewski auf alle wichtigen Aspekte eingegangen, die beim Schreiben von Gedichten eine entscheidende Rolle spielen. Dieses Buch ist das erste in seiner Art zu einem Thema, das nicht nur Autoren interessiert, sondern alle Literatur- und Lyrikliebhaber. 20 Uhr. Schloßplatz 3, 96450 Coburg.

Darmstadt

7.4. --- Literaturhaus Lesung. Lesebühne der Darmstädter Textwerkstatt – „Zwei Lyriker im Gespräch“. Zwei Lyriker im Gespräch: Julia Mantel und George Goodman, der unserer Lesebühne auch als Musiker verbunden ist. Seine Erfahrungen als Komponist und Musikwissenschaftler haben bei ihm zu einem einzigartigen lyrischen Experiment geführt, das zwischen Sprache und Ton keine Unterscheidungen mehr trifft und die Grenzen der Genres grundlegend aufhebt. Julia Mantel, die kreativ auch in anderen Bereichen der Kunst ist, liest aus ihrer soeben erschienenen Gedichtsammlung „new poems“. Die Veranstaltung hat Werkstattcharakter und bietet neben der Präsentation den Diskurs. Konzept und Moderation: Kurt Drawert. Der Eintritt ist frei. 20 Uhr. Kasinostraße 3, 64293 Darmstadt.

13.4. --- Literaturhaus Lesung. Lutz Seiler – „Die Zeitwaage“. „Einmal in der Woche bin ich bei Uhrmacher Walinski, um meine Armbanduhr auf die Zeitwaage zu legen. Seit ich entdeckt habe, tatsächlich ein Träumer zu sein (ein verdammter Träumer, wie mein Vater es früher so oft sagte), bin ich vollkommen ruhig; ich bin ruhig und gelassen und tue nur noch, was ich will. Dinge, von denen ich weiß, daß sie gut für mich sind.“ Mit der Ruhe eines Seiltänzers bewegt sich dieser Träumer auch durch das Nachwende-Berlin. Zu den Dingen, die dabei in seinen Besitz geraten, gehört eine einzigartige Uhr, in deren Ticken er die Geschichte hören kann, die ihm geschehen ist. Lutz Seilers lange erwartetes neues Buch enthält neben „Turksib“, für die er mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet wurde, dreizehn neue Erzählungen. Ob in der Geschichte einer gespielten Erschießung oder im alltäglichen Drama einer wirklichen Trennung – in allen Texten des Bandes „Die Zeitwaage“ geht es um prägende Wendepunkte, um das Groteske im Leben und unser häufig vergebliches Ringen um einen anderen Verlauf. 20 Uhr. Kasinostraße 3, 64293 Darmstadt.

21.4. --- Literaturhaus Vortrag. Dr. phil. Peter Kaupp – „Goethe der studentische Comment und sein Leipziger Duell von 1767“. Eintritt frei. 19.30 Uhr. Kasinostraße 3, 64293 Darmstadt.

29.4. --- Literaturhaus Lesung. „Poesiebrücke: Malgorzata Ploszewska mit Werken von Urszula Abroziewicz. Deutsch- polnische Lesung“. Mit der zweisprachigen deutsch-polnischen Lesung wird die erfolgreiche Reihe „Poesiebrücke“ als gemeinsames Projekt der Partnerstädte Darmstadt und Plock fortgesetzt. In diesem Jahr stellt die Übersetzerin Malgorzata Ploszewska die Werke der verstorbenen Plocker Dichterin Urszula Abroziewicz vor. 19.30 Uhr. Kasinostraße 3, 64293 Darmstadt.

Delbrück

13.4. --- Buchhandlung Meschede Lesung. Wiebke Lorenz – „Allerliebste Schwester“. Drei Jahre ist es her, dass Eva ihre Zwillingsschwester verlor, unter Umständen, die nie ganz aufgeklärt worden sind. Danach nahm Evas Leben eine von vielen als ungeheuerlich empfundene Wendung: Sie heiratete den Witwer, den Ehemann der verstorbenen Marlene. Allmählich haben sich die Menschen in ihrer Umgebung an dieses Arrangement gewöhnt. Doch ihr selbst kommt es wie ein Frevel vor, und als sie eine Totgeburt erleidet, empfindet sie diese als Strafe dafür. Während ihr Mann diese Tragödie als bloßes Malheur behandelt, wird Eva davon aus der Bahn geworfen. Sie flüchtet sich in Erinnerungen an die vermeintlich glückliche Kindheit mit ihrer Zwillingsschwester. Immer öfter erscheint ihr Marlene in verstörend realen Tagträumen und sagt ihr, was sie zu tun oder zu lassen habe. Eva droht allen Halt zu verlieren, bis eines Tages in der Buchhandlung, wo sie als Aushilfe arbeitet, ein Mann auftaucht, der ihre Schwester gekannt hat. Auf sonderbare Weise fühlt sie sich zu diesem Unbekannten hingezogen und glaubt, dass er ihr helfen kann, das Rätsel um Marlenes Tod zu lösen. In einem eindringlichen und suggestiven Tonfall und mit unwiderstehlicher Spannung zieht Wiebke Lorenz den Leser in den Strudel einer Familiengeschichte voller Obsessionen und Geheimnisse. Psychodrama auf hohem Niveau – fesselnd bis zur letzten Seite. 19.30 Uhr. Oststraße 1, 33129 Delbrück.

Delmenhorst

7.4. --- Stadtkirche Lesung. Joachim Gauck – „Winter im Sommer – Frühling im Herbst“. Eine Schlüsselfigur der jüngsten deutschen Geschichte erinnert sich: Joachim Gauck, engagierter Systemgegner in der friedlichen Revolution der DDR und herausragender Protagonist im Prozess der Wiedervereinigung als erster Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen. Joachim Gauck verlebte seine Kindheit in einem Dorf an der Ostseeküste. Später studierte er Theologie in Rostock und fand seinen Weg in die Kirche in Mecklenburg. Distanz zum DDR-System prägte seine Tätigkeit von Anfang an. Wie selbstverständlich wurde er Teil einer kritischen Bewegung und schließlich zu einer Symbolfigur im Umbruch von 1989. Nach dem Mauerfall übernahm Gauck politische Verantwortung, er wurde Abgeordneter im ersten freien Parlament der DDR und erster Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen. Der Kampf gegen das Vergessen und Verdrängen blieb als Redner und Kommentator sein großes Thema, auch als er nach zehn Jahren aus dem Amt ausschied. Zu seinem 70. Geburtstag hat Joachim Gauck seine Erinnerungen aufgeschrieben. Ihm ist ein gleichermaßen politisches wie emotional berührendes Buch gelungen, in dem er in klaren Bildern die traumatisierende Erfahrung der Unfreiheit und das beglückende Erlebnis der Freiheit nachzeichnet und den schwierigen Übergang von erzwungener Ohnmacht zu einem selbstbestimmten Leben beschreibt. „Gaucks Erinnerungen sind eine Art Freiheitslehre; seine Selbstauskünfte berichten vom Erlernen des aufrechten Ganges - und davon, warum sich die Mühe lohnt. Für all jene, die wissen wollen, wie demokratische Gesinnung in der Diktatur überwinterte, hat er ein lehrreiches Buch verfasst. Wer immer noch rätselt, was für eine Gesellschaft die DDR war, der kann es hier nachlesen.“ 19.30 Uhr. Lutherstraße/Kirchplatz, 27749 Delmenhorst.

14.4. --- Buchhandlung Ruppert Lesung. Klaus-Peter Wolf – „Ostfriesensünde“. Mord an der Nordseeküste. Was geschah damals wirklich bei dem Banküberfall, bei dem Ann Kathrins Vater ums Leben kam? Bis heute konnte dieser Fall nicht geklärt werden. Doch jetzt verfolgt Ann Kathrin eine neue Spur. Es sind Fotos ihres Vaters aufgetaucht, die nicht zu dem Bild passen, das Ann Kathrin von ihrem Vater hat. Aber als Ann Kathrin die Frau aufsucht, der die Fotos gehören, liegt diese tot im Wohnzimmer. Ein Zufall? Klaus-Peter Wolf, 1954 in Gelsenkirchen geboren, lebt als freier Schriftsteller und Drehbuchautor in Norddeutschland. Er zählt heute zu den erfolgreichsten Autoren deutscher Sprache. Seine Bücher und Filme wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem Anne-Frank-Preis, dem Erich-Kästner-Preis und dem Magnolia Award Shanghai. Seine Bücher wurden bisher in 22 Sprachen übersetzt und über 8 Millionen Mal verkauft. 19.30. Lange Straße 43, 27749 Delmenhorst.

Detmold

27.4. --- Buchhaus am Markt Lesung. Wladimir Kaminer – „Meine russischen Nachbarn“. Männer sind bekanntlich vom Mars, Frauen von der Venus. Aber woher kommen Russen? Sie kommen aus Berlin. Sie spielen morgens Trompete und freuen sich, wenn ihre Nachbarn mit dem Besen an die Decke klopfen, um sie anzufeuern. Sie lieben Besuch, kapern aber notfalls auch ein paar Zeugen Jehovas, um sie in ihrer Wohnung festzuhalten, bis alle Fragen zu Gott und der Welt beantwortet sind. Wladimir Kaminer ist überzeugt, dass seine beiden Nachbarn Andrej und Sergej auf diese Weise der deutschen Gesellschaft ein ganzes Trio dauerhaft entzogen haben. Möglicherweise helfen sie Andrej auch beim Erlernen der deutschen Sprache. Denn sein Wortschatz ist auf den rätselhaften Satz begrenzt „Tschüss, bis zum nächsten Mal, wenn es wieder heißt: Popkonzert!“ Der Versuch, mittels einer Hypnose-Kassette Deutsch zu lernen, scheiterte. Zwar beherrscht man anschließend jede gewünschte Sprache fließend, sie wird allerdings von der Umwelt oft nicht erkannt. Glücklicherweise gibt es aber auch andere Wege, einander zu verstehen. Zum Beispiel durch die Lektüre der so komischen wie völkerverbindenden Geschichten von Wladimir Kaminer! 12 €. 19.30 Uhr. Marktplatz 1, 32756 Detmold.

Donauwörth

15.4. --- Zeughaus Lesung & Musik. Jörg Maurer – „Sterben, wo andere Urlaub machen“. Nach dem Bestseller „Föhnlage“ der zweite Alpenkrimi mit Kommissar Jennerwein. Beim Neujahrsspringen in einem alpenländischen Kurort stürzt ein Skispringer schwer – und das, wo Olympia-Funktionäre zur Vergabe zukünftiger Winterspiele zuschauen. Wurde der Springer etwa beschossen? Kommissar Jennerwein ermittelt bei Schützenvereinen und Olympia-Konkurrenten. Als ausgerechnet in einem Gipfelbuch per Bekennerbrief weitere Anschläge angedroht werden, kocht die Empörung im Ort hoch: Jennerwein muss den Täter fassen, sonst ist die Hochsaison in Gefahr. Jörg Maurer stammt aus Garmisch-Partenkirchen. Er studierte Germanistik, Anglistik, Theaterwissenschaften und Philosophie und ist nun nicht nur Krimiautor, sondern auch Musikkabarettist. Eine feste Größe in der süddeutschen Kabarettszene, leitete er jahrelang ein Theater in München und wurde für seine Arbeit mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Kabarettpreis der Stadt München (2005) und dem Agatha-Christie-Krimi-Preis (2005 und 2006). Sein Krimi-Kabarettprogramm ist Kult. „Kriminell komisch.“ (Süddeutsche Zeitung). 20 Uhr. Rathausgasse 1, 86609 Donauwörth.

Dorsten

12.4. --- BZ Marie-Lindenhof Lesung. Joachim Gauck – „Winter im Sommer - Frühling im Herbst“. Eine Schlüsselfigur der jüngsten deutschen Geschichte erinnert sich: Joachim Gauck, engagierter Systemgegner in der friedlichen Revolution der DDR und herausragender Protagonist im Prozess der Wiedervereinigung als erster Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen. Joachim Gauck verlebte seine Kindheit in einem Dorf an der Ostseeküste. Später studierte er Theologie in Rostock und fand seinen Weg in die Kirche in Mecklenburg. Distanz zum DDR-System prägte seine Tätigkeit von Anfang an. Wie selbstverständlich wurde er Teil einer kritischen Bewegung und schließlich zu einer Symbolfigur im Umbruch von 1989. Nach dem Mauerfall übernahm Gauck politische Verantwortung, er wurde Abgeordneter im ersten freien Parlament der DDR und erster Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen. Der Kampf gegen das Vergessen und Verdrängen blieb als Redner und Kommentator sein großes Thema, auch als er nach zehn Jahren aus dem Amt ausschied. Zu seinem 70. Geburtstag hat Joachim Gauck seine Erinnerungen aufgeschrieben. Ihm ist ein gleichermaßen politisches wie emotional berührendes Buch gelungen, in dem er in klaren Bildern die traumatisierende Erfahrung der Unfreiheit und das beglückende Erlebnis der Freiheit nachzeichnet und den schwierigen Übergang von erzwungener Ohnmacht zu einem selbstbestimmten Leben beschreibt. „Gaucks Erinnerungen sind eine Art Freiheitslehre; seine Selbstauskünfte berichten vom Erlernen des aufrechten Ganges - und davon, warum sich die Mühe lohnt. Für all jene, die wissen wollen, wie demokratische Gesinnung in der Diktatur überwinterte, hat er ein lehrreiches Buch verfasst. Wer immer noch rätselt, was für eine Gesellschaft die DDR war, der kann es hier nachlesen.“ 19.30 Uhr. Im Werth 6, 46282 Dorsten.

Dortmund

14.4. --- HCC Management Lesung. Michael Jürgs – „Seichtgebiete. Warum wir hemmungslos verblöden“. Alle wissen es, keiner schreit auf: Ob falsche Betroffenheit in Talkshows, prollige Vorbilder wie Mario Barth oder Dieter Bohlen, von Supernannys statt von ihren Eltern erzogene Kinder oder die selbst vom Feuilleton zu Ikonen der Subkultur stilisierten Bestsellerautoren à la Roche, Bushido und Co. – überall breiten sich Seichtgebiete und Verblödung aus. Jürgs prangert nicht deutsch bierernst, sondern indem er sie lächerlich macht, jene an, die zynisch schamlos mit der Verdummung Geld machen. Er schont auch nicht sich und seine Branche, und erst recht nicht die Oberlehrer der Nation, die nur angeekelt ihre Nasen rümpfen. Mit seiner provokanten Streitschrift warnt Jürgs vor den Folgen einer verödenden demokratischen Kultur. 19.30 Uhr. Königswall 21, 44137 Dortmund.

15.4. --- Stadtbibliothek Bücherstreit. Von der Buchmesse frisch auf den Kritikertisch. Zweimal jährlich trifft sich vor Publikum eine kompetente Crew, um heftig und geistreich über Ausgewähltes aus dem aktuellen Buchmarkt zu streiten. Diese Crew versorgt die Dortmunder Leserinnen und Leser mit nützlichen Empfehlungen, macht Ihnen Lust auf die Lektüre an langen Winterabenden und hält Tipps bereit für originelle Buchgeschenke. Auf dem Podium: Marianne Brentzel, Dr. Rutger Booß, Horst-Dieter Koch, Ulrich Moeske und Petra Meurer. Eine Veranstaltung des Kulturbüros der Stadt Dortmund, der Stadt- und Landesbibliothek, der Volkshochschule, des Vereins für Literatur und der Mayerschen Buchhandlung. 2,50-4 €. 20 Uhr. Königswall 18, 44137 Dortmund.

Dresden

1.4. --- Frauenkirche-Unterkirche Lesung. Uwe Saeger – „Die gehäutete Zeit“. 20 Uhr. An der Frauenkirche, 01067 Dresden.

12.4. --- Filmtheater Schauburg Buchpremiere. Olaf Schubert – „Wie ich die Welt retten würde, wenn ich Zeit dafür hätte.“ „Meinetwegen kann die Erde rund bleiben…“ Der berühmte Comedian Olaf Schubert kann mit diesem Umstand leben, doch abgesehen davon herrscht für ihn großer Handlungsbedarf. Sei es der tägliche Kampf gegen das organisierte Verbrechen, die zunehmende Umweltverschmutzung oder grassierende Epidemien: Der berühmteste Betroffenheitslyriker stellt sich den globalen Problemen und versucht, die Welt mit seinem losen Mundwerk zu retten. Wie ihm das gelingt und was das Wunder im Pullunder auf seinem beschwerlichen Weg an Abenteuern zu überstehen hat, davon erzählt er offenherzig und ohne Beschönigungen in seinem kuriosen Erlebnisbericht. „Nur allzu oft versuchen ungeschulte Amateure die Welt zu retten. Mit Olaf Schubert ist endlich mal ein echter Profi am Werk.“ Vince Ebert (Physiker, Komiker und Bruder im Geiste). Olaf Schubert, geboren 1967, ist neben zahlreichen Gastspielen im ZDF, MDR, WDR, ARTE, RTL und bei diversen Radiosendern regelmäßiger Gast u. a. im Quatsch Comedy Club und Nightwash und festes Esemble-Mitglied bei den TV-Sendungen „heute-show“ und „Cindy aus Marzahn und Die jungen Wilden“. Er ist Gewinner zahlreicher Preise wie den Berlin-Preis des Kabarett-Theaters „Die Wühlmäuse“ und den Deutschen Comedy Preis 2008 als „Bester Newcomer“. 2009 erhielt er den deutschen Kleinkunstpreis. Große Erfolge feiert er mit seinem aktuellen Programm „Meine Kämpfe“. Olaf Schubert lebt in Dresden. 20 Uhr. Königsbrücker Straße 55, 01099 Dresden.

12.4. --- Militärhistorisches Museum Lesung. Michael Degen – „Mein heiliges Land“. Wenige Jahre nach dem Krieg schifft sich Michael Degen, der die Nazizeit mit seiner Mutter im Berliner Untergrund überlebte, nach Israel ein. Er will seinen Bruder finden, der 1940 noch aus Deutschland fliehen konnte. Ganz auf sich selbst gestellt, betritt der Siebzehnjährige ein Land voller blühender Zitrushaine, ein Land im Aufbruch, in das von überall her Menschen strömen – und muss all seinen Mut und seine Kraft aufbringen, um sich in dieser fremden Heimat durchzuschlagen: Er weigert sich, in der Armee zu dienen, und tritt in den Hungerstreik; er lernt Hebräisch, und nach kurzer Zeit schon steht er in Tel Aviv auf der Bühne und gibt Molière; vor allem aber setzt er alles daran, die Überlebenden seiner Familie aufzuspüren, seinen fast hundertjährigen Großonkel etwa, dessen Lebensklugheit und sprühender Witz ihn faszinieren. Schließlich stößt er auf eine Spur, die zu seinem Bruder führt. So dramatisch sein gelebtes Leben ist, so mitreißend und persönlich vermag Michael Degen davon zu erzählen – und zeichnet dabei nicht nur ein lebendiges, bewegendes Bild der Gründungsjahre Israels, sondern auch der Nachkriegszeit in Deutschland. 19 Uhr. Olbrichtplatz 2, 01099 Dresden.

23.4. --- Kulturhaus Löschwitz Lesung. Jáchym Topol – „Die Teufelswerkstatt“. Ein junger Mann flieht aus Theresienstadt. Sein einziges Gepäck: ein Schließfachschlüssel und ein USB-Stick mit den Kontaktdaten reicher Holocaust-Überlebender, die ihn und Onkel Lebo beim Aufbau eines alternativen Erinnerungsortes unterstützen sollten. Mit „Pritschensuchern“ aus der ganzen Welt, jungen Leuten, die im Osten nach ihren ermordeten Großeltern forschen, hatten sie eine Kommune gegründet und mit Kafka-T-Shirts, Ghetto-Pizza und Therapieangeboten der offiziellen KZ-Gedenkstätte Konkurrenz gemacht. Als die Behörden die anstößige Institution niederwalzen lassen, verhelfen Alex und Maruška dem Ich-Erzähler zur Flucht nach Minsk. In den Dörfern und Wäldern Weißrusslands, der „Teufelswerkstatt“, wo SS-Schergen, aber auch der NKWD gemordet haben, soll er bei der Errichtung einer Gedenkstätte unerhörten Ausmaßes helfen. Verliebt in die schöne Maruška, wird er in eine blutige Erinnerungsverschwörung hineingezogen. Jáchym Topol, literarischer Enkel Bohumil Hrabals, inzwischen selbst ein Meister der surrealen Groteske, erzählt in seinem dicht und fesselnd geschriebenen Roman vom Kampf um die Erinnerung, die im postsozialistischen Westen an Kommerz und Musealisierung, im Osten an der Unzumutbarkeit des Realen scheitert. 8-10 €. 20 Uhr. Friedrich-Wieck-Straße 6, 01326 Dresden.

29.4. --- Erich Kästner Museum Lesung. Kurt Drawert – „Steinzeit“. Lesung zum Thema „Familie“. Mit Kurt Drawert und Tilman Döring. Familie Huhn - er ein Architekt ohne Auftragschancen, sie nörgelnde Ehefrau, die Schwester Anna und die schon tote Mutter in einem Rollstuhl, die schizophrene Tochter Jana und der coole Sohn Jan - hat sich einen Swimmingpool in den Garten bauen lassen. Aber nicht irgendeinen, sondern den schönsten weit und breit in der Siedlung. Er hat nur einen entscheidenden Nachteil: Er kann sein Wasser nicht halten. Das ist umso peinlicher, als dieses Monument des Erfolges und des Wohlstands noch am 25. desselben Monats eingeweiht werden soll und zu dieser Feier alle geladen sind, die Rang und Ansehen haben: der Herr Streitvogel vom Bauamt, auch Bobo genannt, der Makler Herr Meise und die heiligen Damen Amanda und Almeida, die Nachbarn Harald und Gertrud Kiesel und der Herr Fabian, artist´s agent, der Psychiater Dr. Freudenstein und die Arbeiter und Reporter natürlich. Was also tun, so kurz vor dem Jahrtausendwechsel, mit den Defekten? Auch der Künstler Ernesto kann nicht mehr helfen, und so schneidet Dr. Freudenstein den Gesellschaftskörper am Ende fachgerecht auf, um zu sehen, ob er ein Herz hat. Um dieses Lustspiel, das in eine gigantische Feier mündet, gruppiert Drawert einige Prosatexte, in denen er sich als Archäologe betätigt, schauend in die Abgründe, die steinzeitlichen Tiefen unseres Herkommens. 19 Uhr. Antonstraße 1, 01097 Dresden.

Düsseldorf

11.4. --- Heinrich-Heine Institut Literarische Matinee. Lore Schaumann zum 90. Geburtstag. Literarische Matinee mit Dr. Karin Füllner, Kay Lorentz, Rolfrafael Schröer und Michael Serrer. Eintritt frei. 11 Uhr. Bilker Straße 12-14. 40213 Düsseldorf.

12.4. --- Stern Verlag Jansen & Co. Lesung. Matthias Horx – „Das Buch des Wandels“. Wir sind viel besser darin, mit Veränderungen umzugehen und Neues auszuprobieren, als viele befürchten. Matthias Horx zeigt in seiner Auseinandersetzung mit der Geschichte des Wandels von Menschen und Gesellschaften, dass gerade Krisenzeiten den Blick klären. Ein großer gesellschaftspolitischer Wurf von Matthias Horx, der es wie kein anderer versteht, mit historischem Bewusstsein darüber nachzudenken, wie wir künftig leben wollen. Wir reden täglich über die Veränderungen, denen wir ausgesetzt sind, über den rasenden Wandel der Globalisierung oder den rasanten Wandel der Technologie. Viele fürchten sich vor Veränderungen, weil sie einen Verlust an Gewissheiten und Sicherheit erwarten. Aber wie funktioniert Wandel im Alltag, in der Gesellschaft, bei jedem Einzelnen wirklich, und was bedeutet er für jeden von uns? Matthias Horx schlägt einen Bogen von den Jäger- und Sammlerkulturen bis zur hochkomplexen Welt von heute, um zu zeigen, wie die Menschheit Herausforderungen bewältigt hat oder wann und warum eine Gesellschaft – wie etwa das Volk der Maya – scheiterte. Leicht und anschaulich schildert er auf der Grundlage der neuesten Erkenntnisse aus Psychologie, Verhaltensökonomie, Glücksforschung und den Neurowissenschaften, was es im Großen wie im Kleinen braucht, um die Welt neu zu erfinden und den Wandel als Chance zu begreifen. Ein kluges, spannendes und höchst zeitgemäßes Buch gegen die Angst vor der Zukunft! 6-10 €. 20.15 Uhr. Friedrichstraße 24 – 26, 40217 Düsseldorf.

15.4. --- Heinrich-Heine-Institut Lesung. Heinz-Joachim Schädlich – „Kokoschkins Reise“. „Hans Joachim Schädlich ist der grosse Lakoniker unter den deutschen Gegenwartsautoren.“ (Die Zeit). Der Exilrusse Fjodor Kokoschkin kehrt auf der Queen Mary 2 von einer Reise an die Orte seiner Kindheit und Jugend nach New York zurück. Seine Erinnerungen rufen die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts mit ihren Verfolgungen, Schicksalen und Emigrationen wach…19.30 Uhr. Bilker Straße 12-14. 40213 Düsseldorf.

18.4. --- Heinrich-Heine Institut Bücherbühne. Zoran Drvenkar & Frankie, Paula, JanBenMax. Lesung für Familien mit Kindern ab 7 Jahren. Zoran Drvenkar ist einer der bekanntesten deutschen Kinderbuchautoren – „preisgekrönt“ und vielgelesen! Kindheit ist ein magisches Thema für ihn. Neugier, Ängste und ihre ganz eigene Weltsicht haben die Helden seiner Kinderbücher gemeinsam: Frankie ist sechs und glaubt, ein Mädchen aus seiner Klasse hätte ihn verflucht. Wird er bei Regen wirklich unsichtbar? Das könnte zweifellos Paula gefallen – sie wird nämlich immer dicker und will nicht, dass Ihr Onkel Hiram sie bei seinem jährlichen Besuch so sieht. Den aber stört das gar nicht, er wirft Paula in die Luft, und sie kommt nicht mehr herunter ...Und die Brüder Jan, Ben und Max sind immerhin unsichtbar für Ihre Babysitterin, die müde Nachbarin, Frau Metzler. Kaum ist sie im Sessel eingeschlafen, sind Jan, Ben und Max als Geheimagenten unterwegs, rasen durch die Zeit, landen auf dem Grund des Ozeans oder verfehlen den Mond nur um einige Meter. 3-5 €. 15 Uhr. Bilker Straße 7, 40213 Düsseldorf.

20.4. --- Heinrich-Heine-Institut Lesung. László Földényi – „Schicksalllosigkeit“ - Ein Imre-Kertész-Wörterbuch. Absurd · Alltag · Anführungszeichen · Anpassung · Antisemitismus · Atonalität · Auschwitz · Bank · Beichte · Bericht · Berufshumanist · Beständigkeit · Bildung · Bildungsroman · Blick · Blitz · Du · Dürer · Durchbruch · Ein bißchen Erleuchtung · Erlöser (Erlösung) · Ermunterung · Ersetzbarkeit · Ertrinkender · Fahrrad · Falle · Film · Fokus · Formulierbarkeit · Freiheit · Fußballplatz · Gegenwart · Gesicht · Glück · Gnade · Goethe · Gott · Grau · Güte · Hamlet · Hand · Haß · Henker · Holocaust · Hund · Ich · Ich bin, der ich bin · Identität · Irrtum · Jude · Judit · K · Katastrophe · Körper · Kollektivismus · Konzentrationslager · Kugelschreiber · L · Lachen · Langeweile · Leben · Letzten Endes · Liebe · Literatur · Márai · Mysterium · Name · Natürlich · Nein · Nichts · Ohrstöpsel · Optische Falle · Peitsche · Pflaumen · Privatleben · Ratio · Religion · Schicksal · Schizophrenie · Schlachtbeil · Schreiben (Schrift) · Schritt · Selbstverleugnung · Sisyphos · Sozusagen (Sogenannt) · Spiegel · Sprache · Spur · Stacheldraht · Stein · Stinkbombe · Sträfling · Sünde (Schuld) · Totalität · Tragödie · Transzendenz · Traum · Tutzing · Überlebender · Vater · Verbrennen · Vor sich hin pfeifen · Waage · Weimar · Wer erzählt? · Wissen · Wolkengrab · Zeugnis (Zeugnis-Geben) · Zoll (Zöllner). 19.30 Uhr. Bilker Str. 12-14, 40213 Düsseldorf.

20.4. --- Zentralbibliothek Lesung. Helge Hesse – „Unbekannte Helden der Weltgeschichte“. Helge Hesse erzählt von unbekannten Abenteurern, Piraten, Eroberern und Sklaven, die mit ihren Taten Geschichte geschrieben haben - von der Antike bis zum 20. Jahrhundert. Ein Pole, der freiwillig als Gefangener nach Auschwitz ging, um dort einen Aufstand zu initiieren. Ein amerikanischer Pilot, der drohte, auf seine Kameraden schießen zu lassen, um vietnamesische Frauen und Kinder vor ihnen zu schützen. Ein spanischer Entdecker, der Medizinmann bei den Indianern wurde. Eine 15-Jährige, die neun Tage lang Königin von England war, und 16 weitere ungewöhnliche Lebensläufe. Helge Hesse, geboren 1963, lebt als freier Autor und Publizist in Düsseldorf. Sein Bestseller „Hier stehe ich, ich kann nicht anders. In 80 Sätzen durch die Weltgeschichte“ wurde 2006 als „historisches Buch des Jahres“ ausgezeichnet. Eintritt frei. 18 Uhr. Bertha-von-Suttner-Platz 1, 40200 Düsseldorf.

Eberswalde

10.4. --- Paul-Wunderlich-Haus Lesung. Stephan Schulz – „What a Wonderful World. - Als Louis Armstrong durch den Osten tourte“. Der „König des Jazz“ gab im Frühjahr 1965 siebzehn Konzerte in der DDR. Ob in Berlin, Leipzig, Magdeburg, Erfurt oder Schwerin – bei Louis Armstrong jubelten alle. Es kochte der ausverkaufte Saal. Der Journalist Stephan Schulz hat in Archiven recherchiert, Zeitzeugen interviewt und so die einzige Konzertreise von Louis Armstrong durch die DDR nachgezeichnet. Er präsentiert auf seinen Lesungen auch seltene Fotografien, Schmalfilmaufnahmen und Einspielungen von Original-Tonaufnahmen. 10.30 Uhr. Am Markt 1, 16225 Eberswalde.

Eisenach

12.4. --- Buchhandlung die Eule Lesung. Achill Moser – „Das Glück der Weite“. Zu Fuß und mit Kamelen durch 25 Wüsten der Welt. Achill Moser erzählt von den Höhepunkten seiner Reisen und nimmt den Leser mit auf seine Wanderungen durch die geheimnisvollsten Einöden der Erde. Atemberaubende Fotos geben auch einen bildlichen Eindruck davon. Bereits als Siebzehnjähriger reist Achill Moser in die Wüste, die ihn begeistert, sein Leben verändert und die er intuitiv als „Heimat meiner Seele“ erlebt. Mehr als dreißig Jahre lebt er als Pendler zwischen zwei Welten. Mal wandert er monatelang durch die Weiten in Afrika, Asien, Amerika, Australien und Europa – dann genießt er wieder das Leben als Familienvater in Hamburg. Ihm geht es nicht nur ums Abenteuer, sondern er ist ebenso stets auf der Suche nach sich selbst. Somit ist jeder Weg in die Wüste für ihn auch eine spirituelle Reise sowie ein gewagter Gang in die eigene Seelenlandschaft – denn erst in uns selbst zeigt die Wüste, was sie ist. „Wer durch die Wüste wandert, kommt bei sich selbst an.“ 19.30 Uhr. Karlstraße 3, 95187 Eisenach.

Eppingen

27.4. --- Buchhandlung Holl&Knoll Lesung. Isabelle Müller – „Phönixtocher“. „Aus jedem Stein, den sie uns vor die Füße werfen, werden wir unseren Weg bauen.“ Das ist das trotzige Lebensmotto von Isabelle. Von Loan, ihrer lebenstüchtigen vietnamesischen Mutter hat sie den Willen, immer wieder Mut zu fassen und nach vorne zu blicken. Auch wenn das Leben fast unerträglich scheint. „Phönixtochter“ erzählt die Geschichte einer bemerkenswerten Frau, die sich vom Unglück nicht überwältigen lässt, die das Leben meistert und am Ende – trotz aller Schicksalsschläge – eine erfolgreiche Unternehmerin in Deutschland wird. Isabelle Müller wurde 1964 in Tours (Frankreich) als Isabelle Gaucher geboren. Ab 1985 arbeitete sie in Deutschland als Dolmetscherin und Übersetzerin. 1990 machte sie sich als Kunsthändlerin selbstständig. Auf zahlreichen Asienreisen lernte sie ihre vietnamesischen Wurzeln und die meisten Schauplätze aus dem bewegten Leben ihrer Mutter Dau-Thi-Cuc, genannt Loan, kennen. Isabelle Müller ist mit einem Deutschen verheiratet und hat zwei Kinder. 20 Uhr. Brettener Straße 30, 75031 Eppingen.

Erfurt

28.4. --- Buchhandlung Peterknecht Lesung. Helge Timmerberg – „Der Jesus vom Sexshop“. „Adrenalin ist an und für sich nicht bösartig, sondern ein befreundetes Hormon. Es macht wach und putzmunter, denn es rast wie Rasierklingen durchs Blut und tut den Nervengut, tausendmal besser als Kokain. Adrenalin ist der letzte Joker des Lebens. Und ist dieses auch ein durchgehend verschlafenes gewesen, egal, im Angesicht des Todes verschafft es Mega-Aufmerksamkeit für die Situation. Es gibt Adrenalin-Klassiker wie den Schatten eines Schlachtermessers hinter dem transparenten Duschvorhang, oder wenn man durch ein Flugzeugfenster schaut, und die Turbine brennt. Adrenalin auch, wenn im Hals der Apfel klemmt oder ein hungriger Wolf seine Lieder singt. Ein hungriger Wolf? Mir schien, es waren mehrere...“ „Dieser Reiseschriftsteller reiht sich ein unter die Großen des letzten Jahrhunderts wie Bruce Chatwin, Paul Theroux oder Hunter S. Thompson.“ (Bayern 2). „Ein absolutes Muss, man liest, lacht, träumt.“ (Der Spiegel über „Shiva Moon“). „In meiner Generation der beste Schreiber Deutschlands.“ (Sibylle Berg). 8,50-9,50 €. 20 Uhr. Anger 28, 99084 Erfurt.

Ettlingen

14.4. --- Die Buchhandlung Lesung. Barbara Beuys – „Sophie Scholl Biografie“. Sophie Scholl ist eine Ikone der deutschen Geschichte. Mit Flugblättern hatte sie es gewagt, die verbrecherische Politik Adolf Hitlers anzuklagen. Doch ihr Weg von der jugendlichen NS-Führerin zur entschiedenen Gegnerin des Nationalsozialismus war länger, widersprüchlicher und differenzierter als bisher dargestellt. Barbara Beuys hat Hunderte bisher unbekannte Dokumente gesichtet, die das Rückgrat der ersten umfassenden Biografie über Sophie Scholl bilden. Eingebettet in die farbige, historisch präzise Schilderung der Nazi-Herrschaft beschreibt sie meisterhaft die ganze Lebensspanne der Widerstandskämpferin der Weißen Rose. 8 €. 20 Uhr. Schillingsgasse 3, 76275 Ettlingen.

Feldkirch

16.4. --- Theater am Saumarkt Lesung. Erica Pedretti – „fremd genug“. Im Rahmen der Feldkircher Literaturtage 2010. Im Dezember 1945 fährt ein Rotkreuztransportzug von Warschau über Auschwitz, Prag, München nach St. Margrethen, mit ihm reisen Auslandschweizer, KZ-Überlebende und einige mehr, darunter die fünfzehnjährige Erica Pedretti und ihre Geschwister. In Fremd genug erzählt Erica Pedretti von Abreisen und Ankünften, von Stationen ihrer Lebensreise, die sie aus der Tschechoslowakei in die Schweiz brachte, von der Schweiz in die USA und wieder zurück in die Schweiz. Im Anschluss an die Lesung Gespräch mit Hanno Loewy. 20.15 Uhr. Mühletorplatz 1, 6800 Feldkirch.

Flensburg

29.4. --- Buchhaus Weiland Lesung. Andrea Jeska – „Wir sind kein Mädchenverein“. Seit fast zehn Jahren dürfen Frauen bei der Bundeswehr Dienst an der Waffe leisten. Mehr als 16.300 Soldatinnen sind derzeit im Einsatz bei Heer, Luftwaffe, Marine, im Bereich Streitkräfte Basis und im Sanitätsdienst. Was sind das für Frauen? Welche Rolle haben sie innerhalb einer bislang von Männern dominierten Welt? Und was bewegt sie, wenn sie zu Auslandseinsätzen berufen werden? BRIGITTE-Autorin Andrea Jeska schreibt über ein hochbrisantes Thema — über junge Frauen, die wissen: Soldatin sein heißt auch, in den Krieg zu ziehen. Für Hauptfeldwebel Sonja Cole, Ausbilderin beim III. Luftwaffenregiment, zählen Disziplin und Treue. Coles Erwartungen orientieren sich an dem, was sie selbst zu geben bereit ist, und das ist im Ernstfall alles. Die Bundeswehr ist schließlich kein Mädchenverein. Frauen, die sich für die Bundeswehr entscheiden, müssen an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit gehen, manchmal besser als die Männer sein und gegen Vorurteile kämpfen. Hinzu kommt, dass die Bundeswehr heute de facto Krieg in Afghanistan führt und im Golf von Aden Piraten bekämpft, die ihrerseits schwer bewaffnet sind. Andrea Jeska hat Soldatinnen u.a. am Horn von Afrika in Aktion erlebt. „Krieg nicht ausgeschlossen“, das ist eine Entwicklung, die vielen Frauen zu schaffen macht. Erstmalig berichten Frauen in der Bundeswehr von ihren Einsätzen. 4,50-6,50 €. 19.30 Uhr. Holm 37, 24937 Flensburg.

Frankfurt am Main

11.4. --- Schauspielhaus Lesung. Anne Weber – „Luft und Liebe“. Wo die Liebe sich in Luft auflöst, fängt Literatur an: „Luft und Liebe“ ist eine mitreißende Liebes- und Verratsgeschichte, ein großes literarisches Vergnügen. Die große Liebe – gibt es das? Anfang Vierzig und in Herzensdingen längst an das ganz normale Glück oder Unglück gewöhnt, begegnet sie in Paris einem nicht mehr ganz jungen Mann mit Bauchansatz, nach dem sich auf der Straße niemand umdrehen würde. Aber entgegen alle Erwartungen ist er der Mann, auf den die Heldin gewartet hat: Er ist zärtlich, aufmerksam und charmant, Hals über Kopf verliebt und verspricht ihr den Himmel auf Erden. Und um die Idylle vollkommen zu machen, lebt dieser Märchenprinz auf einem Schloss in der französischen Provinz. Zu schön, um wahr zu sein? Als die Träume – gemeinsames Leben, Hochzeit, Kind – Realität werden sollen, zerplatzen sie wie Seifenblasen. Und die mit großer Leichtigkeit und funkelnder Ironie erzählte Geschichte nimmt ein Ende mit Schrecken ...Anne Webers sprachliche Brillanz, ihre Fähigkeit, „auf leichte Art ernst zu werden“ (Jochen Jung, Die Zeit) machen aus einer unerhörten Begebenheit einen doppelbödigen Roman. Anne Weber, geboren 1964, lebt in Paris und der Bretagne. Ihre Bücher, die sie auf Deutsch und Französisch schreibt, erscheinen in beiden Ländern zugleich. Sie übersetzt sowohl aus dem Deutschen ins Französische (u.a. Wilhelm Genazino), als auch aus dem Französischen ins Deutsche (u.a. Pierre Michon). Zuletzt erschienen von ihr „Besuch bei Zerberus“ (2004), ausgezeichnet mit dem Heimito-von-Doderer-Preis, und „Gold im Mund“ (2005), in Klagenfurt ausgezeichnet mit dem 3sat-Preis. 19 Uhr. Neue Mainzer Straße 17, 60311 Frankfurt.

12.4. --- Jahrhunderthalle Lesung. Michael Mittermeier – „Achtung Baby“. Jahrelang hat Michael Mittermeier auf der Bühne Späße über junge Eltern gemacht. Vor kurzem ist er selbst Vater geworden. Wie seine Tochter sein Leben verändert und worüber er jetzt lacht, erzählt er in diesem Buch. Es fängt an in der Zeit davor, als Eltern noch die Anderen sind – bemitleidenswerte Wesen, die mit müden Augen und Breiflecken auf der Hose beteuern, dass sie sich auf den Urlaub im Kinderhotel freuen. Und die sich nur für eins interessieren: „Und wann ist es bei euch soweit?“. (Kiepenheuer & Witsch). 20 Uhr. Pfaffenwiese, 65929 Frankfurt am Main.

13.4. --- Literaturhaus Lesung. Nadja Küchenmeister – „Alle Lichter“. Mit Hubert Spiegel, FAZ. „Schön ist Nadja Küchenmeisters Sprache und wie ganz neu. Sie verschmelzt die Gefühle und die Gegenstände zu einer großen, sanften Melodie“ – so öffnete ZEIT-Autor Ulrich Greiner in der „Frankfurter Anthologie“ weit die Tür in die literarische Zukunft von Nadja Küchenmeister, die nun mit „Alle Lichter“ ihren ersten wohlkomponierten Gedichtband vorlegt. „Alle Lichter“, erschienen im Verlag Schöffling & Co., ist ein Buch sehr moderner Gedichte, die niemals ihr Herkommen aus der großen Tradition lyrischen Sprechens und Schreibens verleugnen. Nadja Küchenmeister, geboren 1981 in Berlin, wo sie auch lebt, veröffentlichte bis jetzt Hörspiele und erhielt bereits mehrere Förderstipendien 3,50-6 €. 20 Uhr Schöne Aussicht 2, 60311 Frankfurt am Main.

15.4. --- Literaturhaus Buchpräsentation & Lesung (italienisch / deutsch). „Der Geist von Turin: Pavese, Ginzburg, Einaudi und die Wiedergeburt Italiens nach 1943“. Mit Maike Albath und Carlo Ginzburg. In Mussolinis Italien, im Schatten der Fabriken von Fiat und Olivetti, begegneten sich in den dreißiger Jahren in Turin ein paar gebildete junge Leute. Sie gründeten Zeitschriften und Verlage, schrieben kritische Artikel, nahmen Verbannung und Gefängnis auf sich und fühlten sich als Avantgarde. Und das waren sie: Aus dem Kreis um Cesare Pavese, Leone und Natalia Ginzburg und den Verlag Einaudi kam jener Geist, der nach 1945 das Klima intellektueller Freiheit in Italien wesentlich geprägt hat. Maike Albath, die Italien kennt und liebt, beschwört in ihrem Buch die Stadt, in der diese stolze Episode aus Italiens jüngerer Vergangenheit ihren Lauf nahm, und ihre einmalige geistige Landschaft: Selten haben Intellektuelle einen so nachhaltigen Einfluss auf die Geschicke eines ganzen Landes genommen. Carlo Ginzburg, der berühmte Sohn der weltberühmten italienischen Autorin Natalia Ginzburg, wuchs in Turin auf. Der Historiker und Kulturwissenschaftler ist führender Vertreter der Mikrogeschichte und der Neuen Kulturgeschichte. Bekannt wurde er in Deutschland 1980 mit „Der Käse und die Würmer – die Welt eines Müllers um 1600“. Er lehrt in Pisa und in den USA. Maike Albath, geboren 1966 in Braunschweig, lebt in Berlin. Sie hat mehrere Jahre in Turin und Padua gelebt und ist eine Kennerin der italienischen Gegenwartskultur. Ihre Arbeit als Literaturkritikerin wurde 2003 mit dem Alfred-Kerr-Preis ausgezeichnet. 3,50-6 €. 20 Uhr. Schöne Aussicht 2, 60311 Frankfurt am Main.

15.4. --- Hessisches Literaturforum Lesung. Barbara Bongartz – „Topmodel“. Früher noch rief der Begriff „Topmodel“ Namen wie Twiggy oder Claudia Schiffer ins Gedächtnis. In den letzten Jahren jedoch assoziiert man das Wort mehr und mehr mit dem prägenden Medientrend der 2000er Jahre: dem Casting. Dank Heidi Klum sucht Deutschland jährlich unter vielen Tausend Bewerberinnen „Germany’s Next Topmodel“. Barbara Bongartz hat für ihr neues Buch einen Blick hinter die Kulissen gewagt und sich mit der Frage auseinandergesetzt, warum junge Frauen sich der quälenden Castingprozedur dieser „merkwürdig banalen Person“ unterziehen. Das Resultat ist ein gleichermaßen schonungsloser wie amüsanter Band, nach dessen Lektüre man das Geschäft mit sehr dünnen und sehr hübschen Frauen aus einer neuen Perspektive sieht.Barbara Bongartz wurde 1957 in Köln geboren und studierte Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften, Germanistik und Philosophie in Köln und Paris. Seit der Veröffentlichung ihres ersten Romans Örtliche Leidenschaften – Compilationes 1997 lebt sie als freie Autorin in Düsseldorf, New York und Berlin. Zuletzt erschien der Roman Perlensamt (weissbooks, 2009). 3-6 €. 20 Uhr. Waldschmidtstraße 4, 60316 Frankfurt am Main.

19.4. --- Literaturhaus Lesung. Laurence Sterne – „Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman“ Es liest Peter Heusch, letzter Tristram-Day. Wir danken Peter Heusch für 24 wunderbare Montagen, an denen er uns mit „Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman“ vertraut machte. 3,50-6 €. 20 Uhr. Schöne Aussicht 2, 60311 Frankfurt am Main.

20.4. --- Literaturhaus Lesungen. Finnlandschwerpunkt 2009 – 2010: Kaksinkertainen / Dubbelt / Doppelt. / finnisch / deutsch. Olli Jalonen liest aus „Vierzehn Knoten bis Greenwich“, Robert Åsbacka liest aus „Das zerbrechliche Leben“. Moderation: Meike Frese / Übersetzung: Antje Mortzfeldt. 5-8 €. 20 Uhr. Schöne Aussicht 2, 60311 Frankfurt am Main.

20.4. --- Romanfabrik Lesung. Thomas Gsella – Nennt mich Gott. Das Beste aus 50 Jahren“. Gsella: seinen ersten, noch tastenden Reim aus dem elften Monat, lebenskluge Fabeln, väterliche Bekenntnisse, bizarre Völkerverständigungsgedichte, zwiespältige Berufs- und Kinderhymnen, Fußballsonette dieses „Gottes der Fußballyrik“ (taz) sowie, erstmals in Buchform, zahlreiche zeitkritische bis zeitverherrlichende Gedichte aus der TITANIC (mit Fotos) und unveröffentlichte neue Werke des „jüngsten Nachwuchsklassikers“ (Eckhard Henscheid). 20.30 Uhr. Hanauer Landstraße 186, 60314 Frankfurt.

21.4. --- Literaturhaus Lesung. Finnlandschwerpunkt 2009 – 2010: Kaksinkertainen / Dubbelt / Doppelt. Matti Rönkä liest aus „Russische Freunde“. Petri Tamminen liest u.a. aus „Mein Onkel und ich”. Moderation und Übersetzung: Meike Frese. 5-8 €. 20 Uhr. Schöne Aussicht 2, 60311 Frankfurt am Main.

22.4. --- Literaturhaus Lesung. Finnlandschwerpunkt 2009 – 2010: Kaksinkertainen / Dubbelt / Doppelt. Timo Parvela liest für Schüler ab 8 Jahren aus seinen Ella-Büchern. Moderation: Friedbert Stohner / Übersetzung: Anu Pyykönen-Stohner. 2 € im Klassenverband. 10.30 Uhr. Schöne Aussicht 2, 60311 Frankfurt am Main.

23.4. --- INSTITUTO CERVANTES Videokonferenzschaltung. Lesung des Don Quijote per Videokonferenz zum Welttag des Buches. Im Jahr 1996 erklärte die UNESCO den 23. April als „Welttag des Buches und der Urheberrechte“. Seitdem feiern ihn jedes Jahr weltweit Literatur-, Kultur- und Bildungseinrichtungen mit zahlreichen Veranstaltungen. Gleichzeitig ist der 23. April der Todestag des Schriftstellers Miguel de Cervantes und Datum der Verleihung des höchsten spanischen Literaturpreises „Premio Cervantes“. Programm: Tag der offenen Tür der Bibliothek Libros Cruzados. Besucher tauschen Bücher in der Cervantes-Buchbörse. Live Übertragung der Lesung des „Quijote“ aus dem Circulo de Bellas Artes in Madrid. An dieser vollständigen und durchgehenden Lesung können neben Persönlichkeiten aus Politik und Kultur alle lesefreudigen Besucher unseres Institutes per Videokonferenzschaltung teilnehmen. Ab 12 Uhr. Staufenstr. 1, 60323 Frankfurt.

23.4. --- Stadtteilbibliothek Rödelheim Lesung. Valentin Senger – „Kaiserhofstraße 12“. Eva Demski liest aus Valentin Sengers Roman „Kaiserhofstraße 12“. Im Stile eines Tatsachenberichtes, kraftvoll, ohne jedes schmückende Beiwerk, schildert der 1918 geborene Autor seine Kindheit, das Lavieren durch Behörden und Instanzen, die misstrauischen Amtsmienen und die immerwährende Furcht vor der Entdeckung der wahren Identität. Nach der Machtergreifung 1933 erweist sich Mama Senger als Meisterin der Camouflage, eine für die Familie wahrscheinlich lebensrettende Maßnahme! Dennoch geht Valentin später hart mit ihr ins Gericht: „Mama hatte uns eingeprägt, immer nur zu tun, was andere auch machten, jedes Auffallen zu vermeiden.“ So sehr hatte sich ihre Maxime des Kleinmachens in ihn hineingefressen, daß er noch nach Jahren nicht angstfrei seine Meinung äußern konnte. Anschließendes Gespräch mit Irmgard Senger. 19.30 Uhr. Radilostraße 17-19, 60489 Frankfurt am Main.

26.4. --- Literaturhaus Lesung. „Zum roten Eck“ – Gespräch über Valentin Senger und Georg K. Glaser. Im Rahmen von „Frankfurt liest ein Buch“. Mit Irmgard Senger und KD Wolff. 3-5 €. 20 Uhr. Schöne Aussicht 2, 60311 Frankfurt am Main.

27.4. --- Literaturhaus Lesung. Zeitkapsel Nr. 10 „Hans Blumenbergs Zettelkästen. Entschlüsselt von Ulrich von Bülow und Dorit Krusche“. In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Literaturarchiv Marbach.3,50-6 €. 20 Uhr. Schöne Aussicht 2, 60311 Frankfurt am Main.

27.4. --- Goethe-Haus Lesung. Walter Kappacher – „Der Fliegenpalast“. Im August 1924 zog sich der 50-jährige Hugo von Hofmannsthal nach Bad Fusch im Pinzgau zurück, um hier, in der Sommerfrische seiner Jugendjahre, nach vielen erfolglosen Versuchen endlich sein Trauerspiel ‚Der Turm’ zu vollenden. Dieser Konstellation hat Walter Kappacher eine Novelle gewidmet. In einem raffinierten Geflecht verschiedener Perspektiven und Zeitebenen zeigt sie den alternden, psychisch wie physisch überempfindlichen Schriftsteller, der um dichterische Inspiration ringt und zugleich von einer Flut ungeordneter Eindrücke und Erinnerungen überschwemmt wird. Im Anschluss an die Lesung findet ein Gespräch mit Walter Kappacher und Konrad Heumann (Kritische Hofmannsthal-Ausgabe) statt. Walter Kappacher, geboren 1938 in Salzburg, hat seit 1967 sieben Romane und zahlreiche Erzählungsbände veröffentlicht. Im Oktober 2009 erhielt er den renommierten Georg-Büchner-Preis, nicht zuletzt aufgrund seines jüngsten Werks „Der Fliegenpalast“, das von der Kritik einhellig als „stilles Meisterwerk“ gefeiert wurde. 6 €. 19 Uhr. Großer Hirschgraben 23-25, 60311 Frankfurt am Main.

Freiburg

14.4. --- Theater Freiburg Lesung. Anne Weber – „Luft und Liebe“. Wo die Liebe sich in Luft auflöst, fängt Literatur an. „Luft und Liebe“ ist eine mitreißende Liebes- und Verratsgeschichte, ein großes literarisches Vergnügen. Die große Liebe – gibt es das? Anfang Vierzig und in Herzensdingen längst an das ganz normale Glück oder Unglück gewöhnt, begegnet sie in Paris einem nicht mehr ganz jungen Mann mit Bauchansatz, nach dem sich auf der Straße niemand umdrehen würde. Aber entgegen alle Erwartungen ist er der Mann, auf den die Heldin gewartet hat: Er ist zärtlich, aufmerksam und charmant, Hals über Kopf verliebt und verspricht ihr den Himmel auf Erden. Und um die Idylle vollkommen zu machen, lebt dieser Märchenprinz auf einem Schloss in der französischen Provinz. Zu schön, um wahr zu sein? Als die Träume – gemeinsames Leben, Hochzeit, Kind – Realität werden sollen, zerplatzen sie wie Seifenblasen. Und die mit großer Leichtigkeit und funkelnder Ironie erzählte Geschichte nimmt ein Ende mit Schrecken ...Anne Webers sprachliche Brillanz, ihre Fähigkeit, „auf leichte Art ernst zu werden“ (Jochen Jung, Die Zeit) machen aus einer unerhörten Begebenheit einen doppelbödigen Roman. Anne Weber, geboren 1964, lebt in Paris und der Bretagne. Ihre Bücher, die sie auf Deutsch und Französisch schreibt, erscheinen in beiden Ländern zugleich. Sie übersetzt sowohl aus dem Deutschen ins Französische (u.a. Wilhelm Genazino), als auch aus dem Französischen ins Deutsche (u.a. Pierre Michon). Zuletzt erschienen von ihr „Besuch bei Zerberus“ (2004), ausgezeichnet mit dem Heimito-von-Doderer-Preis, und „Gold im Mund“ (2005), in Klagenfurt ausgezeichnet mit dem 3sat-Preis. 20 Uhr. Winterer-Foyer, Bertoldstraße 46, 79098 Freiburg.

27.4. --- Theater Freiburg Lesung. Lukas Hammerstein – „Wo wirst du sein“. Die Liebe, die uns vom Leben abhält: sehnsüchtig und radikal, zärtlich und utopisch, leidenschaftlich romantisch. Eine Bankerin wird entführt: Lisa Locust, die Ikone des maroden Kapitalismus. Zu den Tätern, einer Gruppe junger Aktivisten, gehört auch der 50jährige Maximilian Klein, der in Lisa schnell seine alte Freundin aus Kindertagen wiedererkennt. Max hat in seinem Leben vieles aufgegeben, nur eins nicht: seine radikale, Jahrzehnte überdauernde Liebe zu Lisa. Es ist eine Liebe, die ihn seines eigenes Leben beinahe verpassen lässt. In der langen Nacht, in der er bei der Entführten Wache hält, berühren sich ihre Leben noch einmal, ein letztes Mal. Wie haben wir gelebt? Wen haben wir geliebt? Wo wirst du sein? „Irgendwann überkam Max das Gefühl, etwas im Leben falsch zu machen, genauer: alles.“ Lukas Hammerstein, geboren 1958 in Freiburg, studierte Jura und Philosophie. Er veröffentlichte mehrere Romane, zuletzt „Die 120 Tage von Berlin“ und „Video“. Darüber hinaus ist Hammerstein Autor zahlreicher Radiofeatures und Essays zu Ästhetik und Politik. 19 Uhr. Winterer-Foyer, Bertoldstraße 46, 79098 Freiburg.

29.4. --- Galerie im Alten Wiehrebahnhof Werkstattgespräch. Wir veranstalten wie jeden Monat unser literarisches Werkstattgespräch, in dessen Rahmen Autoren noch unveröffentlichte Texte zur Diskussion stellen können. Eintritt frei. 20 Uhr. Urachstraße 40, 79102 Freiburg.

Friedrichshafen

22.4. --- RavensBuch Lesung. Silvia Roth – „Schattenriss“. „Der Entführer wirbelte herum. Die Kugel traf die Bankangestellte genau zwischen die Augen.“ Ein blutiger Banküberfall, eine spektakuläre Geiselnahme und Spuren, die zu einem dunklen Kapitel der DDR-Geschichte führen. Der neue Fall für Kommissar Hendrik Verhoeven und seine Kollegin Winnie Heller bietet eine meisterhafte Mischung von Action und psychologischer Spannung. Die Täter schlagen kurz vor Schalterschluss zu. Schwer bewaffnet stürmen sie die Sparkassenfiliale in der Wiesbadener Innenstadt, erschießen einen Kassierer und nehmen die übrigen Bank-angestellten und Kunden als Geiseln. Unter ihnen befindet sich zufällig auch Kommissarin Winnie Heller. Doch warum haben es die Männer auf den Filialleiter abgesehen, der gerade auf Dienstreise ist? Und warum nennen sie ihn „Malina“ anstatt bei seinem richtigen Namen? Die Gangster verschanzen sich mit ihren Geiseln schließlich in einer stillgelegten Fabrik. Während Kommissar Hendrik Verhoeven und die Sonderkommission fieberhaft versuchen, die geheimnisvolle Identität Malinas zu klären, erschießen die Entführer kaltblütig die erste Geisel. Für die Gefangenen beginnt ein Albtraum. 20 Uhr. Karlstraße 42, 88045 Friedrichshafen.

Fulda

13.4. --- Stadtschloss Lesung. Günter Kunert – „Als das Leben umsonst war“. Günter Kunert ist einer der wichtigsten Lyriker unseres Jahrhunderts. Keiner hat wie er die Wirrungen der deutschen Geschichte in Gedichten verfolgt, keiner einen so illusionslosen Blick auf den Menschen im Allgemeinen und die Menschen in Deutschland im Speziellen gerichtet. Mit „Als das Leben umsonst war“ legt Kunert seine Gedichte der letzten Jahre vor: ironische und unsentimentale Bruchstücke von dem, was aus den großen Untergängen der Weltgeschichte übrig bleibt. In seiner Lyrik formuliert er die „Fragen eines skeptischen Zeitgenossen, seine Unruhe, seine Angst“, so Marcel Reich-Ranicki. 20 Uhr. Fürstensaal, Schlossstr. 1, 36037 Fulda.

Garmisch-Patenkirchen

23.4. --- Gräfe&Unzer Musikkabarettistische Krimilesung mit Jörg Maurer. Jörg Maurer – „Hochsaison“. Sterben, wo andere Urlaub machen. Nach dem Bestseller „Föhnlage“ der zweite Alpenkrimi mit Kommissar Jennerwein. Beim Neujahrsspringen in einem alpenländischen Kurort stürzt ein Skispringer schwer – und das, wo Olympia-Funktionäre zur Vergabe zukünftiger Winterspiele zuschauen. Wurde der Springer etwa beschossen? Kommissar Jennerwein ermittelt bei Schützenvereinen und Olympia-Konkurrenten. Als ausgerechnet in einem Gipfelbuch per Bekennerbrief weitere Anschläge angedroht werden, kocht die Empörung im Ort hoch: Jennerwein muss den Täter fassen, sonst ist die Hochsaison in Gefahr… Jörg Maurer stammt aus Garmisch-Partenkirchen. Er studierte Germanistik, Anglistik, Theaterwissenschaften und Philosophie und ist nun nicht nur Krimiautor, sondern auch Musikkabarettist. Eine feste Größe in der süddeutschen Kabarettszene, leitete er jahrelang ein Theater in München und wurde für seine Arbeit mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Kabarettpreis der Stadt München (2005) und dem Agatha-Christie-Krimi-Preis (2005 und 2006). Sein Krimi-Kabarettprogramm ist Kult. „Kriminell komisch.“ Süddeutsche Zeitung. 19.30 Uhr. Rathausplatz 15, 82467 Garmisch-Partenkirchen.

Gerlingen

22.4. --- Stadtbücherei Lesung. Isabelle Müller – „Phönixtocher“. „Aus jedem Stein, den sie uns vor die Füße werfen, werden wir unseren Weg bauen.“ Das ist das trotzige Lebensmotto von Isabelle. Von Loan, ihrer lebenstüchtigen vietnamesischen Mutter hat sie den Willen, immer wieder Mut zu fassen und nach vorne zu blicken. Auch wenn das Leben fast unerträglich scheint. „Phönixtochter“ erzählt die Geschichte einer bemerkenswerten Frau, die sich vom Unglück nicht überwältigen lässt, die das Leben meistert und am Ende – trotz aller Schicksalsschläge – eine erfolgreiche Unternehmerin in Deutschland wird. Isabelle Müller wurde 1964 in Tours (Frankreich) als Isabelle Gaucher geboren. Ab 1985 arbeitete sie in Deutschland als Dolmetscherin und Übersetzerin. 1990 machte sie sich als Kunsthändlerin selbstständig. Auf zahlreichen Asienreisen lernte sie ihre vietnamesischen Wurzeln und die meisten Schauplätze aus dem bewegten Leben ihrer Mutter Dau-Thi-Cuc, genannt Loan, kennen. Isabelle Müller ist mit einem Deutschen verheiratet und hat zwei Kinder. 19.30 Uhr. Schulstraße 13, 70839 Gerlingen.

Göttingen

3.4. --- Literarisches Zentrum Lesung. Memento. Momente II. Mit Herta Müller, Daniel Kehlmann, Christian Brückner, Alexander Schimpf, Stephan Meier. Das Komitee writers in prison, eine Sektion des Internationalen PEN-Clubs, wurde 1960 gegründet als Reaktion auf die zunehmende Zahl jener Länder, in denen Autorinnen und Autoren durch Verfolgung, Haft und Folter mundtot gemacht oder vernichtet werden. Weltweit gibt es über siebzig writers in prison-Komitees, die sich um die gefangenen Schriftsteller und ihre oft mittellosen Angehörigen kümmern. Alle diese Unternehmungen kosten viel Geld, das der PEN-Club nur durch Spenden aufbringen kann. „Memento. Momente. II“ ist eine Benefizveranstaltung für das Komitee writers in prinson des deutschen PEN-Clubs, die von Alexander Schimpf, Herta Müller, Daniel Kehlmann, Christian Brückner und Stephan Meier gestaltet wird. 25 €. 17 Uhr. Aula am Wilhelmsplatz 1,37073 Göttingen.

9.4. --- Literarisches Zentrum Lesung Herlinde Koelbl – „Mein Blick“ oder Langzeitprojekt Mensch. Sie hat Modedesign gelernt, einen Beruf, in dem man Menschen ein- und manchmal verkleidet. Zufällig kam sie zur Fotografie, um dann alles anders zu machen. Herlinde Koelbl enthüllt menschliche Existenzen. Der Auslöser zwinkert in dem Moment, in dem sich Persönlichkeit an der Oberfläche der Posen zeigt. Ihre Fotos trotzen der Momenthaftigkeit des Mediums, bannen Biografien auf Fotofilm. Sie eröffnen ein Panorama von Stärken und Schwächen. Mit beharrender Neugier und respektvoller Schonungslosigkeit erkundet sie Leben, ihre Langzeitprojekte zeugen von Disziplin und Leidenschaft. In dem Film RAUSCH UND RUHM dokumentiert sie den Drogenentzug des Popliteraten von Stuckrad-Barre. Für „Spuren der Macht“ lichtet sie über Jahre die politische Elite des Landes ab (Schröder, Merkel, Fischer). Mit Interviews macht sie deutlich, wie das Amt den Menschen verändert. Koelbls Arbeit zeigt Spuren, die das Leben hinterlässt, Kratzer auf der Oberfläche, Überbelichtungen, monochrome Wunden. Im Martin-Gropius-Bau gab es eine Werkschau mit dem Titel „Mein Blick“, der Bildband zur Ausstellung erschien im Steidl Verlag. Der Lektor Jan Strümpel und Hauke Hückstädt sprechen mit der Künstlerin. 8,50-13,50 €. 20 Uhr. Düstere Straße 20, 37073 Göttingen.

12.4. --- Deutsches Theater Lesung. Lars Brandt – „Gold und Silber“. Eine mittelgroße deutsche Stadt am Ende des 20. Jahrhunderts. Hier gibt es eine Gruppe jüngerer und nicht mehr ganz so junger Leute, die sich als Künstler fühlen und sich fragen: Wie finde ich das richtige Leben in dieser so komplizierten und schlecht organisierten Welt? Sie wissen, was sie wollen, aber sie wissen nicht wirklich, wie sie es machen sollen. So auch der Erzähler, der sich weigert zu begreifen, dass die von ihm verehrte Ginger bereits vergeben ist und nichts von ihm wissen will. Seine Hartnäckigkeit führt ihn mit Umwegen nach Rom, zum Sehnsuchtsort aller Künstler, der nun auch seiner Liebe aufhelfen soll. Lars Brandt bringt auf leichte, assoziative Weise das Schwerste zur Sprache: Sein Künstler- und Liebesroman erzählt von Menschen auf der Suche nach dem richtigen Leben. 5,50-16,50 €. 19.45 Uhr. Theaterplatz 11, 37073 Göttingen.

21.4. --- Literarisches Zentrum Lesung. Dokumentarfilm. Aysun Bademsoy – „Am Rand der Städte“. oder „Lost in Mersin“. Nach Jahren in Deutschland zieht es sie wieder zu Familie und Wurzeln in die Türkei zurück. Die Türken nennen sie „Deutschländer“. Vom Ersparten leisten sie sich Wohnungen in Appartementburgen mit Namen wie „Meeresblick“ oder „Am Olivenhain“, mit Balkon und Pool und Grenzzaun zur außenliegenden Türkei. Reintegration ist schwer. Wie die Migranten hat sich auch die Türkei in den Jahren der Abwesenheit weiterentwickelt. Aysun Bademsoys Film „Am Rand der Städte“ zeigt die Konflikte der doppelten Migranten. Die Kamera kommt ins Gespräch mit Familien, die sich an zwei Orten zu Hause fühlen, aber nirgends heimisch. – Seit 1994 beschäftigt sich Bademsoy immer wieder mit Migrationshintergründen und kulturellen Überschneidungen. Am bekanntesten ist vielleicht ihre Trilogie über die kickenden Türkinnen in Kreuzberg. Nie liefert sie ihre Protagonisten der Linse aus. In diesen Filmen gibt es keine kommentierende Stimme, keine dramatisierende Hintergrundmusik drängt sich auf, Schnitte und Szenenwechsel verfolgen keine tendenziöse Aussage. Diese Filme beeindrucken durch die schnörkellos-klare Darstellung von Lebenssituationen. Die Philosophin Michaela Rehm (Bielefeld/Göttingen) fragt nach dem dokumentarischen Festhalten kultureller Doppelbegabungen. 3,50-6,50 €. 20 Uhr. Düstere Straße 20, 37073 Göttingen.

Grafing

22.4. --- Gymnasium Lesung. Raul Schrott – „Die Blüte des nackten Körpers“. Die Liebeslyrik wurde im Alten Ägypten entdeckt. Raoul Schrott, Kenner der Antike und antiker Sprachen, hat eine Auswahl aus den ägyptischen Quellen zusammengestellt und übersetzt. Die Gedichte der Liebe, die in der Epoche Ramses' des Großen entstanden, waren intim, erotisch ungezwungen und leidenschaftlich religiös. Schrott macht diese Texte endlich wieder zugänglich, in einer ebenso bildhaften wie kraftvollen Sprache. Die Liebesgedichte aus dem Alten Ägypten sind ein weiterer Schritt zu den Ursprüngen der Menschheit und ihrer Poesie. 19 Uhr. Jahnstraße 17, 85567 Grafing.

Greiz

15.4. --- Stadtbibliothek Lesung. Bürger Lars Dietrich – „Schlecht Englisch kann ich gut“. Potsdam in den achtziger Jahren: Der kleine Lars Dietrich ist ein geborenes Showtalent. Ob Wehrunterricht oder Fahnenappell – er findet überall seine Bühne. Da entdeckt er 1983 durch eine ZDF-Sendung den neuesten Trend aus den USA: Breakdance – und ist sofort Feuer und Flamme. Doch wie lässt sich eine westliche Jugendkultur im Arbeiter-und-Bauern-Staat leben? Ohne die Originalmusik, die richtigen Klamotten und unter den misstrauischen Augen der Partei? Selbstironisch und voll schrägem Humor erzählt ein Paradiesvogel von den Erfahrungen der letzten Generation, die noch in der DDR aufwuchs. 19 Uhr. Kirchplatz 04, 07973 Greiz.

Groß-Umstadt

23.4. --- Stadtbücherei Lesung. Thomas Gsella – „Nennt mich Gott. Das Beste aus 50 Jahren“. Gsella: seinen ersten, noch tastenden Reim aus dem elften Monat, lebenskluge Fabeln, väterliche Bekenntnisse, bizarre Völkerverständigungsgedichte, zwiespältige Berufs- und Kinderhymnen, Fußballsonette dieses „Gottes der Fußballyrik“ (taz) sowie, erstmals in Buchform, zahlreiche zeitkritische bis zeitverherrlichende Gedichte aus der TITANIC (mit Fotos) und unveröffentlichte neue Werke des „jüngsten Nachwuchsklassikers“ (Eckhard Henscheid). 20 Uhr. Am Darmstädter Schloß 6, 64823 Groß-Umstadt.

Hamburg

6.4. --- Literaturhaus Lesung. Elisabeth Rank – „Und im Zweifel für dich selbst“. „Wenn man zwanzig ist und nie auf die Idee kommen würde, jeden Tag so zu leben, als wäre es der letzte – wie geht man dann mit dem Tod des Geliebten um?“ Als Lenes Freund Tim bei einem Autounfall stirbt, bricht die Existenz von Lene und Tonia in Stücke. Berlin, Prüfungen, Partys - nichts in ihrem Leben ist bislang besonders schwerwiegend gewesen. „Nutze den Tag“ war nur ein hübscher Spruch in Schönschrift. Als sie plötzlich mit einem schrecklichen Verlust klarkommen müssen, setzen sie sich ins Auto und fahren los, erst mal nur weg, kreuz und quer durchs sommerlich heiße Mecklenburg, Hauptsache nicht zurück, denn zu Hause wird alles anders sein. Doch am Meer geht es nicht mehr weiter, und Tonia, die Erzählerin, begreift: So sehr man glaubt, die Welt bleibt stehen, es geht immer weiter. Für die anderen, die noch da sind. Für die neue Liebe. Und im Zweifel für sich selbst. „Am Rand der Landstraße hielten wir an, um zu rauchen. Nebeneinander lehnten wir am Auto, es musste schön ausgesehen haben für die, die in den Autos saßen und an uns vorbeifuhren. Zwei Beine in einem Rock und zwei Beine in einer engen Hose, wehende Haare und Zigaretten zwischen den Fingern. Wie Cowboys standen wir, und vielleicht dachten sie, wir fänden das gut, wir würden das genießen.“ Elisabeth Ranks literarisches Debüt ist ein Generationenporträt und der Roman eines Lebensgefühls: die Geschichte der ersten echten Krise im Erwachsenenleben, erzählt als Roadstory. 20 Uhr. Schwanenwik 38, 22087 Hamburg.

6.4. --- Literaturhaus Lesung. Mit Katrin Seddig, Julia Gäbel und Elisabeth Rank. Nein, es ist nicht nötig, Helene Hegemann einzuladen und über Plagiatsvorwürfe zu diskutieren, um das breite Spektrum der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur abzubilden. Es genügt, einen genauen Blick auf das zu werfen, was junge Autorinnen und Autoren schreiben, und schon vergisst man künstliche Feuilletonhypes und ist ganz bei der Literatur. In diesem Frühjahr legen gleich drei in Hamburg lebende Schriftstellerinnen ihre Romandebüts vor – Texte, die kaum auf einen Nenner zu bringen sind und wünschenswerte Vielfalt präsentieren. „Als sie auftauchte, war Pitty für alle ein Rätsel” – so beginnt Julia Gäbel, Jahrgang 1975, ihren Roman „Pittys Blues” (Knaus Verlag), den sie eine „Liebesgeschichte” nennt. Eine, die in Dickville spielt, wo das Leben keinerlei Überraschungen bereitzuhalten pflegt … bis ein alter Pick-up wieder auftaucht, mitsamt jenem rätselhaften Mädchen namens Pitty. Zwischen ihr und dem verschlossenen Dick bahnt sich alsbald etwas an, an einem skurrilen Ort, der von nicht minder skurrilen Charakteren bevölkert ist. 6-10 €. 20 Uhr. Schwanenwik 38, 22087 Hamburg.

7.4. --- Literaturhaus Lesung. Katharina Ritter – „Der große Ausbruch“. Spaß mit Büchern: Katharina Ritter. Katharina Ritter erzählt die Abenteuergeschichte „Der große Ausbruch“. Eintritt frei. 15.30 Uhr. Schwanenwik 38, 22087 Hamburg.

12.4. --- Sta*-club Lesung. Volker Strübing – „Mister & Missis.Sippi“. Schüler treffen Autoren. Schwanenwik 38, 22087 Hamburg. schüler treffen autoren. Zu Ehren von Mark Twain präsentiert Volker Strübing „Mister & Missis.Sippi“ in Lesung und Film. Eintritt frei. 19 Uhr. Schwanenwik 38, 22087 Hamburg.

13.4. --- Literaturhaus Jazz & Lyrik. Himmel auf Zeit: Jazz und Lyrik aus dem Hamburg der 20er Jahre. Lesung mit Musik mit Torsten M. Krogh (Sprecher) und Matthäus Winnitzki (Klavier). 8-12 €. 20 Uhr. Schwanenwik 38, 22087 Hamburg.

14.4. --- Hochschule für Angewandte Wissenschaft Lesung und Disput. Lutz Seiler – „Die Zeitwaage“. „Einmal in der Woche bin ich bei Uhrmacher Walinski, um meine Armbanduhr auf die Zeitwaage zu legen. Seit ich entdeckt habe, tatsächlich ein Träumer zu sein (ein verdammter Träumer, wie mein Vater es früher so oft sagte), bin ich vollkommen ruhig; ich bin ruhig und gelassen und tue nur noch, was ich will. Dinge, von denen ich weiß, dass sie gut für mich sind.“ Mit der Ruhe eines Seiltänzers bewegt sich dieser Träumer auch durch das Nachwende-Berlin. Zu den Dingen, die dabei in seinen Besitz geraten, gehört eine einzigartige Uhr, in deren Ticken er die Geschichte hören kann, die ihm geschehen ist. Lutz Seilers lange erwartetes neues Buch enthält neben „Turksib“, für die er mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet wurde, dreizehn neue Erzählungen. Ob in der Geschichte einer gespielten Erschießung oder im alltäglichen Drama einer wirklichen Trennung – in allen Texten des Bandes „Die Zeitwaage“ geht es um prägende Wendepunkte, um das Groteske im Leben und unser häufig vergebliches Ringen um einen anderen Verlauf. Department Design. 17.30 Uhr. Armgartstraße 24, 22087 Hamburg.

14.4. --- Warburg-Haus Lesung. Radka Denemarková – „Ein herrlicher Flecken Erde“. Gita muss in ihrem Leben durch mehrere Höllen gehen: von den Nazis als Jüdin gequält, von den Tschechen als Kollaborateurin vertrieben, schließlich von den ehemaligen Nachbarn als habgierige Alte abgestempelt, als sie den Familienbesitz zurückfordert. Doch trotz aller körperlicher und emotionaler Wunden führt Gita den Kampf gegen Unrecht und für Verständigung weiter. Ebenso kompromisslos wie ergreifend schildert dieser preisgekrönte Roman die menschliche Seite der unmenschlichen Geschichte. Gita will nur nach Hause, sich unter der warmen, weichen Zudecke verkriechen, den geliebten Geruch der Villa in sich aufnehmen. Doch die Realität sieht anders aus, als die Sechzehnjährige 1945 aus dem Konzentrationslager zurück in ihr Heimatdorf, das tschechische Puklice, kommt. Der Familienbesitz wurde konfisziert, Fremde leben jetzt dort, und die Deutschsprachige wird als Staatsfeindin verjagt. Erst sechzig Jahre später kehrt Gita zurück, um die Familie zu rehabilitieren. Und wieder schlägt ihr als ehemalige Großgrundbesitzerin der Hass der Dorfbewohner entgegen. Doch längst ist für Gita Weiterleben zur Kampfansage gegen Gewalt und Lüge geworden. Mutig, mit sehr plastischen, unter die Haut gehenden Bildern und mit enormer Sprachmacht wagt dieser kompromisslose Roman, für den die Autorin mit dem bedeutendsten tschechischen Literaturpreis ausgezeichnet wurde, einen Blick auf die verdrängte deutsch-tschechische Nachkriegsgeschichte. Heilwigstraße 116, 20249 Hamburg.

15.4. --- Literaturhaus Lesung. Arno Geiger. „Alles über Sally“. Alfred und Sally sind schon reichlich lange verheiratet. Das Leben geht seinen Gang, allzu ruhig, wenn man Sally fragt. Als Einbrecher ihr Vorstadthaus in Wien heimsuchen, ist plötzlich nicht nur die häusliche Ordnung dahin: In einem Anfall von trotzigem Lebenshunger beginnt Sally ein Verhältnis mit Alfreds bestem Freund. Und Alfred stellt sich endlich die entscheidende Frage: Was weiß ich von dieser Frau, nach dreißig gemeinsamen Jahren? Arno Geiger, der international gefeierte Buchpreisträger aus Österreich, schreibt noch einmal den großen Roman vom Liebesverrat. Eine Geschichte von Ehe und Liebe in unserer Zeit. 20 Uhr. Schwanenwik 38, 22087 Hamburg.

15.4. --- Museum D.E.S. Lesung. Buchpremiere. Klaus-Peter Wolf – „Ostfriesensünde“. Mord an der Nordseeküste. Was geschah damals wirklich bei dem Banküberfall, bei dem Ann Kathrins Vater ums Leben kam? Bis heute konnte dieser Fall nicht geklärt werden. Doch jetzt verfolgt Ann Kathrin eine neue Spur. Es sind Fotos ihres Vaters aufgetaucht, die nicht zu dem Bild passen, das Ann Kathrin von ihrem Vater hat. Aber als Ann Kathrin die Frau aufsucht, der die Fotos gehören, liegt diese tot im Wohnzimmer. Ein Zufall? Klaus-Peter Wolf, 1954 in Gelsenkirchen geboren, lebt als freier Schriftsteller und Drehbuchautor in Norddeutschland. Er zählt heute zu den erfolgreichsten Autoren deutscher Sprache. Seine Bücher und Filme wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem Anne-Frank-Preis, dem Erich-Kästner-Preis und dem Magnolia Award Shanghai. Seine Bücher wurden bisher in 22 Sprachen übersetzt und über 8 Millionen Mal verkauft. 5 €. 19 Uhr. Ponton Neumühlen, 22763 Hamburg.

15.4. --- Thalia Theater Lesung. Kristín Marja Baldursdóttir – „Die Farben der Insel“. Vattenfall Lesetage. Wenn Sie „Die Eismalerin“ mochten, dann werden Sie „Die Farben der Insel“ lieben! Die Fortsetzung von „Die Eismalerin“ von Kristín Marja Baldursdóttir. Die Malerin Karitas lebt allein und zurückgezogen in einem kleinen Dorf an der Küste. Ihre Kinder sieht sie nur selten, Sigmar, ihren Mann, fast gar nicht. Auch ihre künstlerische Karriere will nicht voranschreiten, zu unverständlich und düster wirken ihre Bilder auf die Dorfbevölkerung. Doch Anfang der fünfziger Jahre ändert sich die Lage. Karitas reist nach Paris, um dort neue Inspirationen für ihre Kunst zu erhalten. Zurück in Island findet sie endlich die Anerkennung, die sie verdient. Kann sie Sigmar jetzt auch an ihrem Leben teilhaben lassen? Kristín Marja Baldursdóttir ist eine der bekanntesten Journalistinnen und Schriftstellerinnen in Island. Im Fischer Taschenbuch Verlag sind lieferbar: „Möwengelächter“, „Kühl graut der Morgen“, „Hinter fremden Türen“ und „Die Eismalerin“. Die Autorin lebt in Reykjavík. 19 Uhr. 5 €. Alstertor, 20095 Hamburg.

15.4. --- Staatsbibliothek Lesung. Matthias Horx – „Das Buch des Wandels“. Wir sind viel besser darin, mit Veränderungen umzugehen und Neues auszuprobieren, als viele befürchten. Matthias Horx zeigt in seiner Auseinandersetzung mit der Geschichte des Wandels von Menschen und Gesellschaften, dass gerade Krisenzeiten den Blick klären. Ein großer gesellschaftspolitischer Wurf von Matthias Horx, der es wie kein anderer versteht, mit historischem Bewusstsein darüber nachzudenken, wie wir künftig leben wollen. Wir reden täglich über die Veränderungen, denen wir ausgesetzt sind, über den rasenden Wandel der Globalisierung oder den rasanten Wandel der Technologie. Viele fürchten sich vor Veränderungen, weil sie einen Verlust an Gewissheiten und Sicherheit erwarten. Aber wie funktioniert Wandel im Alltag, in der Gesellschaft, bei jedem Einzelnen wirklich, und was bedeutet er für jeden von uns? Matthias Horx schlägt einen Bogen von den Jäger- und Sammlerkulturen bis zur hochkomplexen Welt von heute, um zu zeigen, wie die Menschheit Herausforderungen bewältigt hat oder wann und warum eine Gesellschaft – wie etwa das Volk der Maya – scheiterte. Leicht und anschaulich schildert er auf der Grundlage der neuesten Erkenntnisse aus Psychologie, Verhaltensökonomie, Glücksforschung und den Neurowissenschaften, was es im Großen wie im Kleinen braucht, um die Welt neu zu erfinden und den Wandel als Chance zu begreifen. Ein kluges, spannendes und höchst zeitgemäßes Buch gegen die Angst vor der Zukunft! 19 Uhr. Von Melle Park 3, 20146 Hamburg.

15.4. --- Mahnmal St. Nikolai Lesung. Doris Gercke – „Pasewalk“. Eine Geschichte von Verbrechen, Sühne und Versöhnung. Eine deutsche Geschichte. Die junge Anwältin Lisa verachtet ihre Großmutter Dora, die wegen Mordes im Gefängnis sitzt. Damit ihre Enkelin die Tat versteht, schickt Dora sie nach Pasewalk, in die Stadt, wo die Familie seit Generationen gelebt hat. Hier wird die Vergangenheit für Lisa plötzlich zur schrecklichen Gegenwart. Lisa ist vierzehn, als ihre Großmutter Dora verhaftet und wegen Mordes verurteilt wird. Seither weigert sich Lisa, mit der alten Frau zu sprechen. Sie ahnt, dass die Tat mit Verbrechen aus der Nazizeit zu tun hat, und diese Zeit geht sie nichts mehr an. Dann aber fährt sie, auf Bitten Doras, nach Pasewalk. Die Stadt ist ihr fremd und gleichzeitig vertraut, ein Ort, wie gestorben und doch voll von heimlichem Leben. Hier erfährt Lisa, warum Dora den Mord begangen hat. Und sie muss sich entscheiden: Wird sie die Großmutter weiter als Monster sehen, oder kann sie die alte Frau verstehen und bei sich aufnehmen? Ist sie bereit, die Geschichte ihrer Familie anzunehmen? 19 Uhr. Willy-Brandt-Straße 60, Hamburg.

16.4. --- Deutscher Ring Lesung. Harriet Köhler – „Und dann diese Stille“. Wie ist es, wenn man in hohem Alter seine Frau verliert und auf einmal merkt, dass man nie mit ihr geredet hat – zumindest nicht über das, was einem seit sechzig Jahren das Herz zuschnürt? Wie ist es, wenn man als Rentner wieder bei seinem Vater einzieht – und einen Mann pflegt, der einem ein Leben lang fremd geblieben ist? Und wie ist es, wenn man immer sicher war, anders zu sein als die Eltern – und nun, da man zum ersten Mal liebt, erkennen muss, dass man genauso verstockt und unfähig ist wie sie? Walther sitzt an Grethes Krankenbett und sieht hilflos die letzte Chance verstreichen, ihr alles zu erzählen. Jürgen will seinem Vater zur Seite stehen, aber der wehrt seine Hilfe ab. Dennoch entsteht zwischen den beiden Männern eine Nähe, die neu für sie ist. Als Walther damals aus dem Krieg und der Gefangenschaft kam, war Jürgen bereits zehn, er hat seinen Sohn nicht aufwachsen sehen. Diese Jahre haben sie immer getrennt, Jahre, in denen viel geschehen ist, Erlebnisse, für die es keine Worte gibt. Doch nun wird Walther zum Pflegefall und Jürgen zum Pfleger, und Vater und Sohn entkommen sich nicht mehr. Als dann auch noch Jürgens Sohn Nicki sie besucht, der mit Ruth gerade zum ersten Mal erfährt, wie schön und schwer es ist zu lieben, wird die Mauer des Schweigens rissig und die Vergangenheit blitzt hervor. Alte, bislang nie ausgesprochene Konflikte bahnen sich wütend ihren Weg an die Oberfläche und führen zu einer vorsichtigen und zarten Annäherung. Nach ihrem hochgelobten Debüt „Ostersonntag“ erweist sich Harriet Köhler erneut als feinfühlige und genaue Beobachterin familiärer Bindungen. Mit beeindruckender Sprache und in intensiven Bildern erzählt sie von Trauer und Sehnsucht, von Wut und Liebe, aber auch von der Möglichkeit, zu verstehen und zu verzeihen – und umspannt, fast nebenbei, die Geschichte dreier Generationen, geprägt von den Spätfolgen des Krieges. 19 Uhr. Ludwig-Ehrhardt-Str. 22, 20459 Hamburg.

17.4. --- Kampnagel Lesung. Christiane Neudecker – „Das siamesische Klavier“. Wann sie damit anfingen, die Toten zu rufen, weiß im Nachhinein niemand so genau. Es begann doch als harmlose Jugendfreizeit auf dem Hof, aber dann wurden die Spiele der Kinder immer beunruhigender. Bis zu jener Nacht, von der sich die, die sie überlebten, bis heute noch nicht erholt haben. Ein Schatten, der sich im lichtverschmutzten Hongkong zu verselbständigen beginnt. Ein Boxer, der gegen einen teuflisch guten Gegner kämpft. Eine verhängnisvolle Begegnung mit einem Erlkönig der Neuzeit oder ein Schachspiel mit einem Toten: Christiane Neudeckers Geschichten erzählen von dem winzigen Spalt, der sich von Zeit zu Zeit in unserem hoch technisierten Dasein auftut – sie versetzen mit hypnotischer Spannungskunst das Genre der unheimlichen Erzählung von E.T.A Hoffmann bis Daphne du Maurier in unsere moderne, nur scheinbar durchrationalisierte Welt. 8 €. 19 Uhr. Jarrestraße 20, 22303 Hamburg.

19.4. --- Literaturhaus Lesung. Vattenfall Lesetage: Timo Parvela liest aus den „Ella“-Büchern. Elina Kritzokat moderiert, Sina Morcinek liest den deutschen Text. 2-5 €. 15 Uhr. Schwanenwik 38, 22087 Hamburg.

19.4. --- Literaturhaus Lesung. Isabel Abedi – „Lucian“. Vattenfall Lesetage: Isabel Abedi liest aus „Lucian“, Eduardo Macedo begleitet sie auf der Gitarre. 2-5 €. 17 Uhr. Schwanenwik 38, 22087 Hamburg.

20.4. --- Friedhof Ohlsdorf Lesung. Tobias Elsäßer – „Ab ins Paradies“. Fabian trampt ans Meer. Er will seinem Großvater den letzten Wunsch erfüllen. Alice muss ins Internat. Doch sie beschließt abzuhauen, bevor man ihr die Coolness austreibt und sie zu einem wohlerzogenen Mädchen macht. Zwei junge Menschen, die im richtigen Moment zusammentreffen, damit sie sich in den falschen Momenten beistehen können. Tobias Elsäßer, geboren 1973, arbeitet als freier Journalist, Autor und Gesangslehrer. Darüber hinaus leitet er Schreibwerkstätten und Songwriter-Workshops für Jugendliche. Bei generation ist von ihm auch der Roman „Ab ins Paradies“ erschienen. 10 Uhr. Kapelle 4, Fuhlsbüttlerstraße 756, 22337 Hamburg.

20.4. --- Haus der Patriotischen Gesellschaft Lesung. Nicol Ljubic – „Meeresstille“. Morgens, wenn er aufwachte, lag er jedes Mal mit dem Kopf auf ihrem Kissen. Kann die Liebe zweier junger Menschen eine Brücke bauen über Schuld und Trauma nach dem Balkankrieg? Robert liebt Ana, und Ana liebt Robert. Doch etwas gerät zwischen sie, worüber Ana nicht sprechen kann. Etwas ist vorgefallen, damals, im Jugoslawien-Krieg, als sie noch ein Mädchen war. Eine ungeklärte Schuld ihres Vaters, die sie, weit weg von ihrer Heimat, bis nach Berlin verfolgt. Der serbische Kriegsverbrecher Zlatko Šimić steht in Den Haag vor Gericht. Im Zuschauerraum sitzt Robert und versucht, sich ein Bild von dem Mann zu machen, über den Ana so liebevoll erzählt hat. Wie konnte dieser Mann schuldig werden an einem teuflischen Verbrechen, bei dem 42 Menschen qualvoll verbrannten, ausgerechnet er, der Professor für Anglistik war und ein hochgebildeter und angesehener Shakespeare-Liebhaber ist? In Deutschland geboren, hat sich Robert für seine kroatische Abstammung nie interessiert, bis er eines Tages Ana begegnet, einer serbischen Studentin. Die Liebe zu ihr führt ihn in die Vergangenheit seiner Familie und die eines ganzen Volkes. 20 Uhr. Trostbrücke 4-6, 20457 Hamburg.

20.4.--- Jüdischer Salon am Grindelmarkt Lesung & Gespräch. Yannick Haenel – „Jan Karski“. In französischer und deutscher Sprache. Yannick Haenel (*1967 in Rennes) erzählt in „Jan Karski“ mit biographischen und fiktiven Elementen nach, wie diese historische Figur im zweiten Weltkrieg von den Alliierten ins Warschauer Ghetto geschickt wurde, um unerkannt die Zustände zu erkunden. Nach seiner Berichterstattung an die Engländer und Amerikaner berichtet er in „Shoah“ (von Claude Lanzmann) über sein Entsetzen und Unverständnis über die Untätigkeit der Alliierten nach seiner Rückkehr. Der Roman wurde mit dem Fnac-Romanpreis 2009 ausgezeichnet. Die deutsche Übersetzung von Claudia Steinitz erscheint im Herbst 2010 bei Rowohlt. Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Institut français de Hambourg. 5-10 €. 20 Uhr. Grindelhof 59, 20146 Hamburg.

20.4. --- Vattenfall Center Lesung. Leah Cohn – „Der Kuss des Morgenlichts“. Als die Musikstudentin Sophie dem faszinierenden Cellisten Nathanael Grigori begegnet, ist es für sie die große Liebe. Doch schon nach einem kurzen Sommer der Leidenschaft verlässt er sie plötzlich und ohne Erklärung. Sophie ist am Boden zerstört, einzig ihre gemeinsame Tochter Aurora bleibt ihr als Erinnerung. Doch als Aurora sieben Jahre alt wird, verändert sie sich auf sonderbare Weise. Sophie ahnt nicht, dass um sie ein uralter Kampf zwischen Gut und Böse entbrannt ist. Denn Nathanael und Aurora sind Nephilim: unsterbliche gefallene Engel, die einen Auftrag zu erfüllen haben... Die Lesung findet im Rahmen der Vattenfall-Lesetage statt. 19 Uhr. Spitalerstraße 22, 20095 Hamburg.

21.4. --- Planetarium Lesung. Matthias Politycki – „Jenseitsnovelle“. Eine mitreißende Liebesgeschichte – und ihr schlimmster Albtraum zugleich. In einer Novelle von bedrückender Dichte erzählt Matthias Politycki vom Glück und Unglück der Liebe und wie der Tod all ihre Gewissheiten zunichtemachen kann. Eine atemlose Reise in die Abgründe von Treue und Betrug, das Drama einer Liebe in unserer Zeit. Hinrich Schepp ist unter die Sehenden geraten. Nach Jahrzehnten starker Kurzsichtigkeit möchte er den Frauen und ihrer grandioser Unbegreiflichkeit endlich auf den Grund kommen. Umso mehr, als er in seiner Stammkneipe eine verführerische Schönheit an der Bar beobachtet, die – für einen Schepp entsetzlich verwerflich und glückverheißend zugleich – von ihrer Begleiterin erst geküsst, dann sogar in den Hals gebissen wird. Sein Leben gerät endgültig in Schieflage, als ebenjene Frau wenig später wieder in seiner Kneipe auftaucht – als Bedienung. Aber was hat das alles mit den Notizen seiner Frau Doro zu tun, die er eines Morgens auf dem Schreibtisch findet? Und was mit dem dunklen kalten See, in den die Frischverstorbenen laut Doro alle hineinmüssen, um darin ein zweites Mal zu sterben? 19 Uhr. Hindenburgstraße 1b, 22303 Hamburg.

21.4. --- Literaturhaus Lesung. Kaksinkertainen/dubbelt/doppelt: Olli Jalonen & Kjell Westö. Olli Jalonen liest aus „Vierzehn Knoten bis Greenwich“, Kjell Westö liest aus „Wo wir einst gingen“. Heiko Ruprecht liest die deutschen Texte, Antje Mortzfeld übersetzt, Jens Büchsenmann moderiert. Finnland zu Gast in den Literaturhäusern in Kooperation mit FILI, dem Zentrum für finnische Literatur in Helsinki. 6-10 €. 20 Uhr. Schwanenwik 38, 22087 Hamburg.

27.4.--- Jüdischer Salon am Grindelmarkt Lesung. Lea Fleischmann – „Heiliges Essen“. Die Autorin Lea Fleischmann wanderte 1979 nach Jerusalem aus. In ihrem Buch „Heiliges Essen“ aus der Reihe „Das Judentum für Nichtjuden verständlich gemacht“ erläutert sie die Bedeutung der biblischen Speisegebote und regt zum Nachdenken über das eigene Essverhalten an. Sie zeigt auf anschauliche Weise wie man mit dem koscheren Essen im Einklang mit der Schöpfung leben und jede Mahlzeit in ein spirituelles Erlebnis verwandeln kann. Die Zuhörer haben im Anschluss an die Lesung die Möglichkeit Fragen zu stellen. 5-10 €. 20Uhr. Im Café Leonar, Grindelhof 59, 20146 Hamburg.

28.4. --- Literaturhaus Vortrag. „Über den deutschen Stil. Literatur und Sprache im frühen 21. Jahrhundert“ – ein Vortrag von Thomas Steinfeld. Mit anschließender Diskussion. Zweieinhalb Tage, vom 27. bis zum 29. April, ist das Literaturhaus Hamburg Treffpunkt für über 30 Literaturkritiker und Autoren aus dem deutschsprachigen Raum. Im Rahmen dieser „Hamburger Begegnung”, die alljährlich stattfinden und von Meike Feßmann, Sibylle Lewitscharoff und Rainer Moritz organisiert wird, finden tagsüber nichtöffentliche Workshopdiskussionen zu ästhetischen Fragen gegenwärtigen Schreibens statt. Der zweite Tag der „Hamburger Begegnung” schließt mit einem öffentlichen Vortrag von Thomas Steinfeld, Feuilletonchef der „Süddeutschen Zeitung”. Dessen Ausführungen „Über den deutschen Stil” gehen davon aus, dass die Zukunft der deutschen Sprache einmal in der Literatur lag und dass sie in der Literatur als Projekt betrieben wurde. Thomas Steinfeld, der als bewusst kritischer Betrachter des Literaturbetriebs gilt, wird fragen, wie heute mit der Sprache umgegangen wird – eine mehr als dringliche Auseinandersetzung. Es geht, kurzum, über die Sprachbewusstheit in der Literatur. Im Anschluss werden Steinfelds Thesen diskutiert, auch unter den anwesenden Autoren und Kritikern der „Hamburger Begegnung”. 6-10 €. 20 Uhr. Schwanenwik 38, 22087 Hamburg.

29.4. --- Literaturhaus Lesung. Annette Pehnt, Robert Menasse und Peter Weber lesen aus ihren neuen Werken. Meike Feßmann moderiert. Zweieinhalb Tage, vom 27. bis zum 29. April, ist das Literaturhaus Hamburg Treffpunkt für über 30 Literaturkritiker und Autoren aus dem deutschsprachigen Raum. Im Rahmen dieser „Hamburger Begegnung”, die alljährlich stattfinden und von Meike Feßmann, Sibylle Lewitscharoff und Rainer Moritz organisiert wird, finden tagsüber nichtöffentliche Workshopdiskussionen zu ästhetischen Fragen gegenwärtigen Schreibens statt. Der Schlusstag der „Hamburger Begegnung” gibt drei der eingeladenen Autorinnen und Autoren Gelegenheit, aus neueren Texten vorzutragen und mit der Kritikerin Meike Feßmann darüber zu sprechen. Die Freiburgerin Annette Pehnt liest aus ihren Erzählungen „Man kann sich auch wortlos aneinander gewöhnen das muss gar nicht lange dauern” (Piper), über die die „Süddeutsche Zeitung” schreibt: „Mit fast britischem Understatement steht Annette Pehnt ihren Figuren bei, die sich in einem barschen Alltag nach Hilfe sehnen.”Der Wiener Robert Menasse liest aus „Ich kann jeder sagen. Erzählungen vom Ende der Nachkriegsordnung” (Suhrkamp), wohingegen der im schweizerischen Wattwil geborene Peter Weber Auszüge aus seinem aktuellen Roman „Die melodielosen Jahre” (Suhrkamp) vorstellen wird. Die „Hamburger Begegnung” wird realisiert mit freundlicher Unterstützung der Kunst- und Literaturstiftung. Petra und K.-H. Zillmer, der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius, der Behörde für Kultur, Sport und Medien Hamburg und des Hotel Wedina. 6-10 €. 20 Uhr. Schwanenwik 38, 22087 Hamburg.

Hameln

29.4. --- Stadtbücherei Lesung. Friedbert Pflüger – „Richard von Weizsäcker“. Richard von Weizsäcker hat als Regierender Bürgermeister von Berlin und als Bundespräsident deutsche Geschichte geschrieben. In einem von Sympathie getragenen Porträt stellt sein Wegbegleiter und ehemaliger Mitarbeiter Friedbert Pflüger die prägenden Ereignisse und großen Themen im Leben des über alle Parteigrenzen hinweg hoch geachteten Politikers vor. Bis heute ist Richard von Weizsäcker einer der beliebtesten und angesehensten deutschen Politiker. Als Regierender Bürgermeister des geteilten Berlins und danach als Bundespräsident, in dessen Amtszeit (1984 bis 1994) der Fall der Mauer und das Ende des Kalten Kriegs fielen, stand er lange Zeit im Mittelpunkt des deutsch-deutschen Geschehens. Wie kaum ein anderer Politiker hat Weizsäcker das Bild Deutschlands im Ausland geprägt und die deutsche und europäische Einigung begleitet und gestaltet. Kenntnisreich porträtiert Friedbert Pflüger den Menschen und Politiker Richard von Weizsäcker, und er zeigt auf, was für den großen Staatsmann zu den Leitthemen seines Lebens wurde: die Auseinandersetzung mit der deutschen Vergangenheit, die Zusammengehörigkeit der Menschen in den beiden deutschen Staaten sowie die Kritik am Parteienstaat und die Überwindung der Politik- und Parteiverdrossenheit vieler Bürger. 5-7,50 €. 19 Uhr. Sudetenstraße 1, 31785 Hameln.

Hamm

23.4. --- VHS Lesung. Michael Gantenberg – „Neu-Erscheinung“. Paul Elmar Litten lebt in einer sehr überschaubaren Kreisstadt: 50.000 Einwohner, die Hälfte katholisch, die andere das Gegenteil. Paul ist verheiratet, arbeitet als Lokalredakteur beim Westfälischen Heimatboten und will endlich mal zeigen, welches Talent wirklich in ihm schlummert. Er macht einen geheimen Deal mit dem Herausgeber und veröffentlicht als ‚Bella Gabor’ einen spektakulären Fortsetzungsroman auf Seite 1 des Heimatboten: „Die Messias“, die Geschichte von Jesu Zwillingsschwester Hannah, die nach zweitausend Jahren Unsterblichkeit endlich das wahre Leben leben will: Sie möchte Liebe finden, Sex haben und vielleicht auch ein paar Kilo abnehmen, möglicherweise sogar gleichzeitig. Das Ganze schlägt ein wie eine Bombe im idyllisch sortierten Westfalen, und auch Pauls Frau ist begeistert – nur ahnt sie nicht, wer Bella Gabor wirklich ist… Michael Gantenberg (geboren 1961) war WDR-Radiomoderator, Gastgeber des Satiremagazins „Extra 3“ und schrieb u.a. für DIE ZEIT und die FAZ. Für die RTL-Komödie „Ritas Welt“ erhielt er den Grimme-Preis und den Deutschen Fernsehpreis. Er entwickelte „Alles Atze“ und „Nikola“ und schrieb als TV-Autor für den „Großen Deutschtest“ (mit Hape Kerkeling) und die Krimireihe „Unter Verdacht“. Im Jahr 2009 erschien sein Romandebüt „Neu-Erscheinung“. Michael Gantenberg lebt mit seiner Familie in der Nähe des Sauerlandes. 20 Uhr. Willy-Brandt-Platz 3, 59065 Hamm.

Hanau

13.4. --- Buchhandlung Dausien Vortrag. Prof. Dr. Hermann Kurzke über Thomas Manns „Betrachtungen eines Unpolitischen“. „Man kann dieses Buch, wenn man die Scheuklappen der politischen Korrektheit ablegt, auch heute noch mit Gewinn lesen.“ Hermann Kurzke. Wie ein Monolith steht dieser gewaltige Essay im Werk Thomas Manns. „Die Betrachtungen eines Unpolitischen“ werden gerne als konservatives Pamphlet, als Beleg für Thomas Manns reaktionäre Gesinnung während des Ersten Weltkriegs aufgefasst. Hermann Kurzke gelingt in seiner Neuedition eine andere und aufregende Lesart, die den Text in den liberalen Diskurs zurückholt. Zahlreiche Zeugnisse und Quellen, die Kurzke während seiner jahrelangen Beschäftigung mit den „Betrachtungen“ nachweisen konnte, legen nahe, den Essay als mal leidenschaftliches, mal ironisch gebrochenes Zeugnis eines permanenten Selbstwiderspruchs zu lesen. Eines der zentralen Werke Thomas Manns wird mit dieser Edition endlich neu erschlossen. 20 Uhr. Salzstraße 18, 63450 Hanau.

Hannover

6.4. --- Lehmanns Buchhandlung Lesung. Miljenko Jergovic – „Freelander“. In Freelander begleitet der Leser den pensionierten Gymnasiallehrer Karlo Adum auf seiner rasanten Fahrt zu einer Testamentseröffnung in seiner Geburtsstadt Sarajevo. Miljenko Jergović erzählt fulminant: mal melancholisch, mal urkomisch. Miroslav Nemec, der seit 1991 den Münchner Tatortkommissar Ivo Batic spielt, leiht Jergovic bereits zum zweiten Mal seine Stimme. 6-8 €. 20.30 Uhr. Georgstraße 10, 30159 Hannover.

12.4. --- Literarischer Salon Lesung. Samson Kambalu – „Jive Talker“. Samson Kambalu wurde 1975 als fünfter Spross einer zehnköpfigen Familie in Malawi geboren. Er erhielt ein Stipendium für die renommierte Kamuzu Academy und organisierte die erste Konzeptkunstausstellung in Malawi. Von da an ging es in mehrerer Hinsicht steil nach „oben“: geografisch nach London, wo er heute lebt, und mit seiner Karriere: Sein „Holy Ball“, Kambalus bekanntestes Kunstwerk, hüpfte von einem Erdteil zum andern. Der autobiografische Roman „Jive Talker“ ist seine erste Veröffentlichung. 20 Uhr. Conti-Hochhaus, 14. Etage, Königswörther Platz, 30167 Hannover.

15.4. --- Literaturhaus Preisverleihung. LiteraTour Nord 2010. In ihrer 18. Saison erfuhr die LiteraTour Nord eine schöne Veränderung: Als Lese- und Veranstaltungsort kam Rostock neu hinzu. Dort wie in Oldenburg, Bremen, Lübeck, Lüneburg und Hannover fanden die Lesungen von Jochen Schimmang, Angelika Overath, Nora Bossong, Helmut Krausser, Matthias Politycki und Eva Menasse starke Resonanz. Wir freuen uns über diesen großen Zuspruch und laden Sie nun herzlich zur öffentlichen Preisverleihung ein! Den von der VGH-Stiftung ausgelobten und mit 15.000 Euro dotierten Preis erhält in diesem Jahr Matthias Politycki. Der 1955 in Karlsruhe geborene Autor zählt zu den wichtigsten deutschsprachigen Gegenwartsautoren. In einer eigenen, unverkennbaren Sprache hat „der größte lebende Sprachkulinariker unter den deutschen Dichtern“ (Die Welt) etliche Romane, Essays und Gedichtbände veröffentlicht, darunter den Bestseller „Weiberroman“ und die bei uns im Literaturhaus vorgestellten Bücher „Herr der Hörner“ und „In 180 Tagen um die Welt“. Zur LiteraTour Nord 09/10 stellte der in Hamburg und München lebende Autor, der über Nietzsche promovierte, seine aktuelle „Jenseitsnovelle“ vor. Die Laudatio auf den Preisträger hält Hajo Steinert, Chefredakteur „Kulturelles Wort und Literatur“ des Deutschlandfunks, und Matthias Politycki wird eine Kostprobe aus einem noch unveröffentlichten Werk geben. Die Preisverleihung findet im Gebäude der VGH Versicherungen statt, Schiffgraben 4, Haus D/Neubau. Eintritt frei. 19 Uhr. Sophienstraße 2, 30159 Hannover.

19.4. --- Literarischer Salon Lesung. Andrea De Carlo – „Als Durante kam“. Lesung in italienischer Sprache. Deutscher Part: Matthias Haase. 20 Uhr. Königsworther Platz 1, 30167 Hannover.

22.4. --- Literaturhaus Lesung. Moritz Rinke – „Der Mann, der durch das Jahrhundert fiel“. Stammt das angebissene Stück Butterkuchen im Tiefkühlschrank tatsächlich von Willy Brandt? Kann ein toter Onkel noch ein Kind zeugen? Wurde die schöne Kommunistin Marie von der Gestapo abgeholt oder von der eigenen Familie im Teufelsmoor vergraben? Und wie werden die Seelen der Menschen aufbewahrt? Ausgerechnet als Paul Wendland in Berlin mit seinem Leben und seinen kuriosen Kunstprojekten in die Zukunft starten will, holt ihn die Vergangenheit ein. In Worpswede drohen das geschichtsträchtige Haus seines Großvaters und sein Erbe im Moor zu versinken – samt lebensgroßen Bronzestatuen von Luther über Bismarck bis zu Max Schmeling und Ringo Starr. Die Reise zurück an den Ort der Kindheit, zwischen mörderischem Teufelsmoor, norddeutschem Butterkuchen und traditionsumwitterter Künstlerkolonie, nimmt eine verhängnisvolle Wendung. Vergessen geglaubte Familienfragen, aus dem Moor steigende historische Gestalten und die skurrile Begegnung mit einem mysteriösen Vergangenheitsforscher spülen ein ungeheuerliches Geflecht an Lügen und Geheimnissen aus einem ganzen Jahrhundert an die Oberfläche. Moritz Rinke rührt sanft, aber vollkommen anarchisch und mit einer umwerfenden Tragikomik an die Lebensmotive, die Geschlechter-, Generations- und Identitätskonflikte seiner Figuren und ihre seelischen Abgründe. Er erzählt vom Künstlerleben, von Ruhm, Verführung und Vergänglichkeit und von einem Dorf im Norden, das berühmt ist für seinen Himmel und das flache Land – und überzeugt als raffinierter Komponist einer überschäumenden, irrwitzigen Realität in diesem furiosen Romandebüt. 6-8 €. 19.30 Uhr. Sophienstraße 2, 30159 Hannover.

26.4. --- Literarischer Salon Lesung. Helene Hegemann – „Axolotol Roadkill“. Na, aber sicher. Helene Hegemanns Roman-Debüt „Axolotl Roadkill“ hat den Küken-Bonus gar nicht nötig, auf dem man fleißig herumreiten wird: Sooo jung! Und darf man daran überhaupt vorbei? Am Alter einer Autorin, von der ein Drama uraufgeführt wurde, als sie 15 war. Die mit 16 für ihren Film „Torpedo“ den Ophüls-Preis bekam. Und die jetzt, mit 18, diesen Roman abliefert. Der spielt in Berlin, klar. Es geht um schlechte Drogen, kaputten Sex und reichlich wohlstandsverwahrloste junge Menschen, okay. Und die 16-jährige Romanheldin Mifti knallt in ihrem tagelangen Taumeltakt zwischen Albtraum und Realität durch Clubs wie das „Berghain“, durch allerlei Szenelofts und Hipster-Läden. Egal. Was dieses Debüt ausmacht, ist der präzise, enorm wortmächtige Ton: so hirnversaust wie Schlingensief, so distinktionssicher wie Dietmar Dath und so durchgedreht wie Rene Polleschs Theaterpersonal. Dass aus diesem kaum fassbaren Wortgewitter ein Buch wurde, ist ein echtes Fräuleinwunder, das sich Jens Meyer von Autorin und Lektorin erklären lässt. 5-7 €. 20 Uhr. Conti-Hochhaus, 14. Etage, Königswörther Platz, 30167 Hannover.

28.4. --- Lehmanns Buchhandlung Lesung. Susanne Fröhlich – „Und ewig grüßt das Moppel-Ich“. Diät zu halten ist kein Spaß. Dicksein auch nicht. Der tägliche Kampf mit den Pfunden ist nichts für Feiglinge. Süßigkeiten, Big-Mac und Co. sind mächtige Gegner. Wie man sie (wenigstens zeitweise) besiegt, warum dürre Zicken fast schlimmer sind als eine Woche ohne Kohlehydrate, von Hungeranfällen, Strategien, Tricks der Promis, Sportversuchen, kleinen Niederlagen und großen Erfolgen berichtet Susanne Fröhlich aus Erfahrung am eigenen Leib. Wie gewohnt schonungslos -- vor allem mit sich selbst. Trost, Hoffnung und schlankere Perspektiven für alle, die täglich aufs Neue mit ihrem „Moppel-Ich“ in den Ring steigen. 20.30 Uhr. Georgstraße 10,30159 Hannover.

29.4. --- Literaturhaus Lesung. Patricia Duncker – „Der Komponist und seine Richterin“. Patricia Duncker ist eine der bedeutendsten englischen Schriftstellerinnen der Gegenwart und entspinnt in ihrem neuen Roman „Der Komponist und seine Richterin“ ein Netz vielschichtiger Beziehungen, in dem sie den Leser genussvoll zappeln lässt: Auf einer Lichtung im tiefsten Jura stoßen Jäger auf eine Gruppe Toter: Erwachsene und Kinder, im Neujahrsschnee zu einem Halbkreis angeordnet und keine Anzeichen äußerer Gewalt. Kommissar André Schweigen erkennt das Muster eines Sektenselbstmords, den er fünf Jahre zuvor untersucht hat, gemeinsam mit der Richterin Dominique Carpentier, die auch jetzt sofort zur Stelle ist. Ein altes Buch, in mysteriösem Code geschrieben, bringt sie auf die Spur des berühmten Komponisten Friedrich Grosz. In diesem charismatischen, unbeugsamen Mann findet die Richterin ihren Widerpart, und ein Kräftemessen beginnt, in dessen Verlauf sie sich immer tiefer in die Geheimnisse der Sekte verstrickt und die Grenzen zwischen Recht und Unrecht sich unmerklich verschieben. Moderiert von Ulrike Sárkány, Literaturredakteurin bei NDR Kultur, stellt Patricia Duncker ihr doppelbödiges und hochspannendes neues Werk bei uns vor. 19.30 Uhr. Sophienstraße 2, 30159 Hannover.

Heidelberg

27.4. --- Deutsch-Amerikanisches-Institut Lesung. Joachim Gauck – „Winter im Sommer – Frühling im Herbst“. Eine Schlüsselfigur der jüngsten deutschen Geschichte erinnert sich: Joachim Gauck, engagierter Systemgegner in der friedlichen Revolution der DDR und herausragender Protagonist im Prozess der Wiedervereinigung als erster Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen. Joachim Gauck verlebte seine Kindheit in einem Dorf an der Ostseeküste. Später studierte er Theologie in Rostock und fand seinen Weg in die Kirche in Mecklenburg. Distanz zum DDR-System prägte seine Tätigkeit von Anfang an. Wie selbstverständlich wurde er Teil einer kritischen Bewegung und schließlich zu einer Symbolfigur im Umbruch von 1989. Nach dem Mauerfall übernahm Gauck politische Verantwortung, er wurde Abgeordneter im ersten freien Parlament der DDR und erster Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen. Der Kampf gegen das Vergessen und Verdrängen blieb als Redner und Kommentator sein großes Thema, auch als er nach zehn Jahren aus dem Amt ausschied. Zu seinem 70. Geburtstag hat Joachim Gauck seine Erinnerungen aufgeschrieben. Ihm ist ein gleichermaßen politisches wie emotional berührendes Buch gelungen, in dem er in klaren Bildern die traumatisierende Erfahrung der Unfreiheit und das beglückende Erlebnis der Freiheit nachzeichnet und den schwierigen Übergang von erzwungener Ohnmacht zu einem selbstbestimmten Leben beschreibt. „Gaucks Erinnerungen sind eine Art Freiheitslehre; seine Selbstauskünfte berichten vom Erlernen des aufrechten Ganges - und davon, warum sich die Mühe lohnt. Für all jene, die wissen wollen, wie demokratische Gesinnung in der Diktatur überwinterte, hat er ein lehrreiches Buch verfasst. Wer immer noch rätselt, was für eine Gesellschaft die DDR war, der kann es hier nachlesen. 20.15 Uhr. Sofienstraße 12, 69115 Heidelberg.

Heilbronn

22.4. --- Osiandersche Buchhandlung Lesung. Arno Geiger – „Alles über Sally“. Alfred und Sally sind schon reichlich lange verheiratet. Das Leben geht seinen Gang, allzu ruhig, wenn man Sally fragt. Als Einbrecher ihr Vorstadthaus in Wien heimsuchen, ist plötzlich nicht nur die häusliche Ordnung dahin: In einem Anfall von trotzigem Lebenshunger beginnt Sally ein Verhältnis mit Alfreds bestem Freund. Und Alfred stellt sich endlich die entscheidende Frage: Was weiß ich von dieser Frau, nach dreißig gemeinsamen Jahren? Arno Geiger, der international gefeierte Buchpreisträger aus Österreich, schreibt noch einmal den großen Roman vom Liebesverrat. Eine Geschichte von Ehe und Liebe in unserer Zeit. 20 Uhr. Fleiner Straße 3, 72072 Heilbronn.

Heinsberg

13.4. --- Buchhandlung Rainer Gollenstede Lesung. Michael Jürgs – „Seichtgebiete. Warum wir hemmungslos verblöden“. Alle wissen es, keiner schreit auf: Ob falsche Betroffenheit in Talkshows, prollige Vorbilder wie Mario Barth oder Dieter Bohlen, von Supernannys statt von ihren Eltern erzogene Kinder oder die selbst vom Feuilleton zu Ikonen der Subkultur stilisierten Bestsellerautoren à la Roche, Bushido und Co. – überall breiten sich Seichtgebiete und Verblödung aus. Jürgs prangert nicht deutsch bierernst, sondern indem er sie lächerlich macht, jene an, die zynisch schamlos mit der Verdummung Geld machen. Er schont auch nicht sich und seine Branche, und erst recht nicht die Oberlehrer der Nation, die nur angeekelt ihre Nasen rümpfen. Mit seiner provokanten Streitschrift warnt Jürgs vor den Folgen einer verödenden demokratischen Kultur. 20 Uhr. Hochstr. 62, 52525 Heinsberg.

Heppenheim

20.4. --- Alte Sparkasse Lesung. Antje Rávic Strubel – „Kältere Schichten der Luft“. Ein Kanu-Camp in Schweden. Hier arbeiten Aussteiger, Abenteuersuchende, Arbeitslose und Naturfreaks. Für einige Sommerwochen retten sie sich in eine kulturferne Landschaft. Auch Anja hat sich aus ihrem deutschen Kleinstadtalltag geflüchtet. Sie sucht Ruhe, doch sie wird überrascht von einer Leidenschaft: Eines Tages steht eine fremde, junge Frau am See und legt Anja die Arme um den Hals und entführt sie in ein unbewohntes Haus. Sie gibt ihr den Namen ihres verlorenen Geliebten, des Schiffsjungen Schmoll. Doch der Zauber, die nachgeholte Unschuld dieser ersten Liebe, wird bald vergiftet durch den Argwohn und die Übergriffe der Campbewohner. Angst und Verstörung bedrohen nicht nur die Phantasien, sondern auch die Realität der beiden Frauen. Aus Aggression wird schließlich tödliche Gewalt. Antje Rávic Strubel, 1974 geboren, studierte nach einer Buchhandelslehre Amerikanistik, Psychologie und Literaturwissenschaften in Potsdam und New York. Ihre Romane wurden mit zahlreichen Preisen geehrt, „Kältere Schichten der Luft“ (2007) war für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert und wurde mit dem Rheingau-Literatur-Preis und dem Hermann-Hesse-Preis ausgezeichnet. Sie veröffentlichte zuvor die Romane „Offene Blende“ (2001), „Unter Schnee“ (2001), „Fremd Gehen. Ein Nachtstück“ (2002) sowie „Tupolew 134“ (2004), zuletzt erschien „Vom Dorf. Abenteuergeschichten zum Fest“ (2007). 4-6 €. 20 Uhr. Laudenbacher Tor 4, 64646 Heppenheim.

Ingolstadt

9.4. --- Städtische Galerie Harderbastei Lesung. Stefanie Gercke – „Schwarzes Herz“. Die Journalistin Lisa Darling gilt in Südafrika als das „Gewissen der Nation“. Ihre Welt droht zusammenzubrechen, als der Verdacht aufkommt, dass ihr Vater zur Zeit der Apartheid bei der Geheimpolizei war. Lisa will die Wahrheit herausfinden ... und macht eine grausame Entdeckung. Lisa gilt als „die“ kritische Journalistin im südafrikanischen Fernsehen. Als ihr vorgehalten wird, dass ihr geliebter Vater Bill einer der schlimmsten Menschenjäger im Apartheidsstaat gewesen sein soll, glaubt sie kein Wort. Auch nicht, als er beschuldigt wird, Angehörige seines Nachbarn und Freundes, des Zulus Amos Nyathi, ermordet zu haben. Doch dann wird Lisas Mutter gekidnappt, und ihr Vater behauptet, dass Amos’ Bruder Vusa – ein zwielichtiger Sangoma – dahintersteckt. Mit der Pistole in der Faust bedroht Bill den Zulu. Im Handgemenge erleidet er einen Herzinfarkt, ein Schuss fällt... und löst damit eine Katastrophe aus, die auch Lisa an den Rand des Abgrunds bringt. 19.30 Uhr. Oberer Graben 55, 85049 Ingolstadt.

Karlsruhe

13.4. --- Buchhandlung Mächtlinger Lesung. Isabelle Müller – „Phönixtocher“. „Aus jedem Stein, den sie uns vor die Füße werfen, werden wir unseren Weg bauen.“ Das ist das trotzige Lebensmotto von Isabelle. Von Loan, ihrer lebenstüchtigen vietnamesischen Mutter hat sie den Willen, immer wieder Mut zu fassen und nach vorne zu blicken. Auch wenn das Leben fast unerträglich scheint. „Phönixtochter“ erzählt die Geschichte einer bemerkenswerten Frau, die sich vom Unglück nicht überwältigen lässt, die das Leben meistert und am Ende – trotz aller Schicksalsschläge – eine erfolgreiche Unternehmerin in Deutschland wird. Isabelle Müller wurde 1964 in Tours (Frankreich) als Isabelle Gaucher geboren. Ab 1985 arbeitete sie in Deutschland als Dolmetscherin und Übersetzerin. 1990 machte sie sich als Kunsthändlerin selbstständig. Auf zahlreichen Asienreisen lernte sie ihre vietnamesischen Wurzeln und die meisten Schauplätze aus dem bewegten Leben ihrer Mutter Dau-Thi-Cuc, genannt Loan, kennen. Isabelle Müller ist mit einem Deutschen verheiratet und hat zwei Kinder. 20 Uhr. Pfinztalstraße 36, 76227 Karlsruhe-Durlach.

26.4. --- Hochschule für Gestaltung Lesung. Anne Weber – „Luft und Liebe“. Wo die Liebe sich in Luft auflöst, fängt Literatur an: „Luft und Liebe“ ist eine mitreißende Liebes- und Verratsgeschichte, ein großes literarisches Vergnügen. Die große Liebe – gibt es das? Anfang Vierzig und in Herzensdingen längst an das ganz normale Glück oder Unglück gewöhnt, begegnet sie in Paris einem nicht mehr ganz jungen Mann mit Bauchansatz, nach dem sich auf der Straße niemand umdrehen würde. Aber entgegen alle Erwartungen ist er der Mann, auf den die Heldin gewartet hat: Er ist zärtlich, aufmerksam und charmant, Hals über Kopf verliebt und verspricht ihr den Himmel auf Erden. Und um die Idylle vollkommen zu machen, lebt dieser Märchenprinz auf einem Schloss in der französischen Provinz. Zu schön, um wahr zu sein? Als die Träume – gemeinsames Leben, Hochzeit, Kind – Realität werden sollen, zerplatzen sie wie Seifenblasen. Und die mit großer Leichtigkeit und funkelnder Ironie erzählte Geschichte nimmt ein Ende mit Schrecken ...Anne Webers sprachliche Brillanz, ihre Fähigkeit, „auf leichte Art ernst zu werden“ (Jochen Jung, Die Zeit) machen aus einer unerhörten Begebenheit einen doppelbödigen Roman. Anne Weber, geboren 1964, lebt in Paris und der Bretagne. Ihre Bücher, die sie auf Deutsch und Französisch schreibt, erscheinen in beiden Ländern zugleich. Sie übersetzt sowohl aus dem Deutschen ins Französische (u.a. Wilhelm Genazino), als auch aus dem Französischen ins Deutsche (u.a. Pierre Michon). Zuletzt erschienen von ihr „Besuch bei Zerberus“ (2004), ausgezeichnet mit dem Heimito-von-Doderer-Preis, und „Gold im Mund“ (2005), in Klagenfurt ausgezeichnet mit dem 3sat-Preis. 19 Uhr. Lorenzstraße 15, 76135 Karlsruhe.

Kassel

14.4. --- vhs Region Kassel Lesung. Rosa Ribas – „Kalter Main“. Hochwasser in Frankfurt, und in den Fluten des Mains treibt ein Toter: Marcelino Soto, beliebtes Mitglied der spanischen Gemeinde in Frankfurt, wurde brutal ermordet. Hauptkommissarin Cornelia Weber-Tejedor übernimmt den Fall und ist bald mehr in die Ermittlungen verstrickt, als ihr lieb ist. Zwischen Bankentürmen und Bahnhofsviertel - der erste Fall der Frankfurter Kommissarin Cornelia Weber-Tejedor. 19.30 Uhr. Wilhelmshöher Allee 19-21, 34117 Kassel.

Kiel

13.4. --- Literaturhaus Schleswig-Holstein Zusammenschau des literarischen Werks Bodo Heimanns anlässlich seines 75. Geburtstages. Aus Anlass des 75. Geburtstags des Kieler Schriftstellers und Herausgebers des Euterpe-Jahrbuchs, der Edition Euterpe und einiger Anthologien hat das Literaturhaus Bodo Heimann zu einer literarischen Werkschau eingeladen. Seit mehr als 30 Jahren hat Heimann vor allem Lyrik und lyrische Prosa in einer Reihe von Gedichtsammlungen veröffentlicht. Der Abend lädt ein, dieses Schaffen in einem Querschnitt von den Anfängen bis zum heutigen Tag in Lesung und Gespräch kennen zu lernen. Moderation: Wolfgang Sandfuchs. Eintritt frei. 20 Uhr. Schwanenweg 13, 24105 Kiel.

20.4. --- Niederdeutsche Bühne Lesung. Grön is mien leevste Farv - Lesung mit Musik. 19.30 Uhr. Wilhelmplatz 2, 24116 Kiel.

22.4. --- Literaturhaus Schleswig-Holstein Lesung. Patricia Duncker – „Der Komponist und seine Richterin“. Zum Erscheinungstermin ihres neuen Romans ist die 1951 in Jamaika geborene und in der Jugend nach Großbritannien übergesiedelte Schriftstellerin Patricia Duncker zu Gast, die seit ihrem Debüt mit dem Roman „Die Germanistin“ in Deutschland vielgelesen ist. In ihrem neuen Roman „Der Komponist und seine Richterin“ nimmt Duncker den Leser mit ungeheurer Sogkraft in eine Geschichte mit, die quer durch Europa führt und ein Netz vielschichtiger Beziehungen spinnt: Ein Sektenselbstmord, ein ägyptisches Totengebet, ein Komponist und eine Richterin, die ihn nicht aus den Augen lässt. Lesung deutscher Passagen Jutta Hagemann. Moderation und Übersetzung Karen Noelle. Eintritt: 5-8 €. 20 Uhr. Schwanenweg 13, 24105 Kiel.

26.4. --- Literaturhaus Schleswig-Holstein Lesung. Sibylle Lewitscharoff – „Apostoloff“. Zwei Schwestern, die eine scharfzüngig und kampflustig, die andere nachsichtig und höflich, sind unterwegs im heutigen Bulgarien. Auf der ersten Hälfte ihrer Reise waren sie Teil eines prächtigen Limousinenkonvois, der die Leichen von 19 Exilbulgaren - in den Vierzigern von Sofia nach Stuttgart ausgewandert - in ihre alte Heimat überführte. Darunter der frühverstorbene Vater der Schwestern. Jetzt sind sie Touristinnen, chauffiert vom langmütigen Rumen Apostoloff. Er möchte den beiden die Schätze seines Landes zeigen, die jüngere Schwester, die Erzählerin, spuckt Gift und Galle. Sibylle Lewitscharoffs neuer Roman ist eine Suada von der Rückbank, die bissige, rabenschwarze und erzkomische Abrechnung einer Tochter mit dem Vater und seinem Land. Sibylle Lewitscharoff, 1954 in Stuttgart geboren, studierte Religionwissenschaften in Berlin, lebte jeweils ein Jahr in Buenos Aires und Paris und danach wieder in Berlin. Sie ist Autorin von Radiofeatures und Hörspielen und hat ein Grammatik-Brettspiel erfunden. 1994 veröffentlichte sie ihr erstes Buch, „36 Gerechte“. Für ihren Roman „Pong“ erhielt sie 1998 den Ingeborg Bachmann-Preis. 4-7 €. 20 Uhr. Schwanenweg 13, 24105 Kiel.

28.4. --- Metro-Kino Lesung. Harry Rowohlt liest und erzählt. 20 Uhr. Holtenauer Straße 162-170, 24105 Kiel.

Kleve

25.4. --- XOX-Theater Lesung. Thomas Fuchs – „Grenzverkehr“. Milena, die stolze Siegerin einer Misswahl in der Provinz, wird für ein Werbefoto für eine Wäschespinne gebucht. Doch sie will mehr vom Leben und zieht (auch sich) aus, um im Goldenen Westen ihr Glück zu suchen. Dort lernt sie einen veritablen Zoo von Überlebenskünstlern kennen. Ein Sittenroman über die Herrschaft der Torheit, den Traum vom Westen, die Jagd nach dem Geld und der Sehnsucht, dem Schlamassel zu entkommen. Vergnüglich, spannend, ernst und mit einem guten Schuss Erotik, wobei unsere Heldin im Herzen immer „rein“ bleibt. 16 Uhr. Brienner Straße 6-12, 47533 Kleve.

Koblenz

14.4. --- Mayersche Buchhandlung Lesung. Lea Fleischmann – „Heiliges Essen“. Die Autorin Lea Fleischmann wanderte 1979 nach Jerusalem aus. In ihrem Buch „Heiliges Essen“ aus der Reihe „Das Judentum für Nichtjuden verständlich gemacht“ erläutert sie die Bedeutung der biblischen Speisegebote und regt zum Nachdenken über das eigene Essverhalten an. Sie zeigt auf anschauliche Weise wie man mit dem koscheren Essen im Einklang mit der Schöpfung leben und jede Mahlzeit in ein spirituelles Erlebnis verwandeln kann. Die Zuhörer haben im Anschluss an die Lesung die Möglichkeit Fragen zu stellen. 7-10 €. 20.15 Uhr. Löhrstraße 28 – 30, 56058 Koblenz.

Köln

13.4. --- Literaturhaus Literarischer Diskurs. – „Schreiben nach der Wohlstandsgesellschaft“. Diskussion: Wie reagieren Schriftsteller auf die Krise? Literatur und Geld – das war immer eine heikle Affäre. „Hungert sie aus!“ plädierte Oliver Jungen 2008 gegen eine übersättigte Stipendiatenliteratur, der die wirklich existentiellen Stoffe fehlten. Nun ist die Krise da, und auch in der Literatur wird gekürzt, gestrichen und rückbesinnt; sogar die aktuelle Finanz- und Arbeitswelt wird wieder thematisiert. Was hat sich für Autoren verändert – wenn überhaupt? Gehören innere wie äußere Krisen, Brüche und Widersprüche nicht seit jeher zum Kerngeschäft der Literatur? Könnte sie nicht gerade jetzt besonders ihre Stärken zeigen? Über Sinn und Unsinn in der Krise, ästhetische Strategien, Moden, Zyklen und politische Kulturen, über Krisengewinnler und -verlierer, die Kunst des erfolgreichen Scheiterns und das Überleben am kalten Buffet - darüber diskutieren im Rahmen der Reihe „Literarischer Diskurs Köln. Jo Lendle (DuMont-Verlag), Evelyne Polt-Heinzl (Literaturwiss.), Oliver Jungen (FAZ) und Nika Bertram (Autorin). Moderation: Christian Bos (KStA). Eintritt frei. 20 Uhr. Schönhauser Straße 8, 50968 Köln.

14.4. --- Literaturhaus Buchpremiere. Erasmus Schöfer – „Der gläserne Dichter“. Erasmus Schöfers Erkundung der Schriftstellerexistenz. Erasmus Schöfers neues Buch macht anschaulich: Kunst geht aufs Ganze. Der gläserne Dichter, dessen Existenzweise Schöfer erkundet, wird bis in die feinsten und geheimsten Antriebe und Bedingungen seines Lebens beschrieben. Das Motiv der Forschungsreise ist, die psychischen, die materiellen und sozialen Widerstände aufzudecken, die dem Gelingen eines Kunstwerks in aller Regel entgegenstehen, deren Spuren aber meist aus ihnen getilgt sind, wenn es denn gelungen ist. Zu Schöfers bitter-ironischem Porträt gehört die Schilderung sowohl des alltäglich-banalen Arbeitskampfes des Dichters am Schreibtisch mit seinen eigenen Schwächen, mit seinem Text und seiner Sprache, als auch seines Kampfes mit den Menschen und Kräften, die in der gesuchten Öffentlichkeit, dem Literaturmarkt, der Gesellschaft, eine Anerkennung und Wirkung seines Werks behindern. 4-7 €. 20 Uhr. Schönhauser Straße 8, 50968 Köln.

16.4. --- Café Lichtblick Lesung. Barbara Beuys – „Sophie Scholl Biographie“. Sophie Scholl ist eine Ikone der deutschen Geschichte. Mit Flugblättern hatte sie es gewagt, die verbrecherische Politik Adolf Hitlers anzuklagen. Doch ihr Weg von der jugendlichen NS-Führerin zur entschiedenen Gegnerin des Nationalsozialismus war länger, widersprüchlicher und differenzierter als bisher dargestellt. Barbara Beuys hat Hunderte bisher unbekannte Dokumente gesichtet, die das Rückgrat der ersten umfassenden Biografie über Sophie Scholl bilden. Eingebettet in die farbige, historisch präzise Schilderung der Nazi-Herrschaft beschreibt sie meisterhaft die ganze Lebensspanne der Widerstandskämpferin der Weißen Rose. 19.30 Uhr. Gisbertstr. 98 , 51061 Köln.

19.4 --- Literaturhaus Lesung. Ulrike Draesner – „Ein wenig Lüge darf schon sein“. Ulrike Draesners Roman über Liebe und Astronomie. Ein Wiedersehen, das einschlägt wie ein Blitz: plötzlich steht die Astrophysikerin Harriet ihrer großen Liebe von einst gegenüber. Und allmählich, aber unaufhaltsam, gerät ihr bisheriges Leben aus seiner geordneten Umlaufbahn. Harriet, halbindisch, mathematikbegeistert, macht in ihrem Beruf aus wissenschaftlichen Daten schöne kosmische Bilder - ein wenig Lüge darf dabei schon sein. Auch zuhause scheint alles gut eingerichtet mit Partner Ash und Ben, dessen Sohn aus einer früheren Beziehung. Doch dann fährt Ash mit dem Auto ausgerechnet die Frau von Harriets Jugendliebe an, und Peter, der Mann, den sie längst vergessen zu haben glaubte, tritt von neuem in ihr Leben. „Selten wurde ein Liebesdrama mit so viel Sprachwitz und Eleganz erzählt.“ (FAZ). Eine Veranstaltung im Rahmen der Reihe Germanistischer Montag der Universität zu Köln. Eintritt frei. 19.30 Uhr. Hörsaal XII (Hauptgebäude), Universität zu Köln, Albertus-Magnus-Platz, 50923 Köln.

20.4. --- Mayersche Buchhandlung Lesung. – „Viel Spaß beim Erziehen!“. Viel Spaß beim Erziehen - so lautet das Motto dieses Buches. Jan-Uwe Rogge, Deutschlands bekanntester Erziehungsexperte, und Angelika Bartram erzählen darin Geschichten über die Probleme und Nöte der Familien von heute. Es versteht sich als Gegenthese zur öffentlichen Debatte: Kein Ratgeber, sondern ein Roman, in dem ein Professor beauftragt wird, einen Oscar für die „perfekte Erziehung“ zu verleihen. Er reist von Familie zu Familie und erlebt, wie die besten Rezepte scheitern und dass mehr Disziplin nicht die allein selig machende Lösung ist. Ohne erhobenen Zeigefinger werden konkrete Erziehungsprobleme thematisiert und manchmal ganz unerwartete Lösungen geboten. Das ultimative Entlastungsbuch für gestresste und verunsicherte Eltern. Dr. Jan-Uwe Rogge ist Familien- und Kommunikationsberater und erfolgreicher Buchautor. Er ist regelmäßig zu Gast in Rundfunk- und TV-Sendungen rund um das Thema Erziehung. Seine Bücher sind Bestseller und weltweit in 21 Sprachen übersetzt. Angelika Bartram ist eine renommierte Autorin. Sie schreibt Drehbücher, Hörspiele und Komödien. Seit Jahren arbeitet sie bei TV- und Buchprojekten mit Jan-Uwe Rogge zusammen und entwickelte mit ihm das Internetangebot „Familienzirkus“. 7-10 €. 20.15 Uhr. Schildergasse 31-37, 50667 Köln.

21.4. --- Literaturhaus Lesung. Jáchym Topol – „Die Teufelswerkstatt“. Ein junger Mann flieht aus Theresienstadt. Sein einziges Gepäck: ein Schließfachschlüssel und ein USB-Stick mit den Kontaktdaten reicher Holocaust-Überlebender, die ihn und Onkel Lebo beim Aufbau eines alternativen Erinnerungsortes unterstützen sollten. Mit „Pritschensuchern“ aus der ganzen Welt, jungen Leuten, die im Osten nach ihren ermordeten Großeltern forschen, hatten sie eine Kommune gegründet und mit Kafka-T-Shirts, Ghetto-Pizza und Therapieangeboten der offiziellen KZ-Gedenkstätte Konkurrenz gemacht. Als die Behörden die anstößige Institution niederwalzen lassen, verhelfen Alex und Maruška dem Ich-Erzähler zur Flucht nach Minsk. In den Dörfern und Wäldern Weißrusslands, der „Teufelswerkstatt“, wo SS-Schergen, aber auch der NKWD gemordet haben, soll er bei der Errichtung einer Gedenkstätte unerhörten Ausmaßes helfen. Verliebt in die schöne Maruška, wird er in eine blutige Erinnerungsverschwörung hineingezogen. Jáchym Topol, literarischer Enkel Bohumil Hrabals, inzwischen selbst ein Meister der surrealen Groteske, erzählt in seinem dicht und fesselnd geschriebenen Roman vom Kampf um die Erinnerung, die im postsozialistischen Westen an Kommerz und Musealisierung, im Osten an der Unzumutbarkeit des Realen scheitert. 5-7 €. 20 Uhr. Schönhauser Straße 8, 50968 Köln.

23.4. --- Literaturhaus Lesung. Lange Nacht der Finnischen Literatur. Zukünftige Klassiker, Krimis, Lyrik und Musik. Mit Olli Jalonen, Monika Fagerholm, Ilpo Tiihonen und Matti Rönkä. In allen Häusern des Netzwerkes der Literaturhäuser findet im April 2011 ein Festival der finnischen Literatur statt. In Köln stellen folgende AutorInnen ihre Werke vor: Olli Jalonen, der in Vierzehn Knoten bis Greenwich von einem Wettbewerb erzählt, bei dem die Teilnehmer entlang des Null-Meridian die Erde umrunden sollen, von Greenwich nach Greenwich, zu Fuß und im Segelboot. Mit zum Team der beiden Freunde gehören Grahams Frau Isla und Petrs Bruder Kari aus Finnland. Im Lauf der Weltumrundung verliert der Wettbewerb mehr und mehr an Bedeutung und die Spannungen zwischen den Reisenden nehmen zu. Monika Fagerholm, deren Roman „Das amerikanische Mädchen“ mit der Serie Twin Peaks verglichen wurde und monatelang die finnischen und schwedischen Bestsellerlisten anführte. Das Buch handelt vom Tod einer jungen Frau, die kurz nach ihrer Ankunft in Finnland ertrinkt. Ein Tod wird unter den Bewohnern eines Dorfes schon bald zum Mythos wird. Wer war schuld am Tod des amerikanischen Mädchens? Wieso hat ihr Freund Björn sich am nächsten Tag erhängt? Und was hat Bengt, der ebenfalls in Eddie verliebt war, mit ihrem Tod zu tun? Auch Matti Rönkä ist ein in Finnland erfolgreicher Krimi-Autor. Viktor Kärppä, sein Detektiv in dem Roman „Der Grenzgänger“, führt sein kleines Büro nur noch nebenbei. Doch er hat sein Auskommen: Er arbeitet als Subunternehmer für verschiedene Helsinkier Baufirmen, verkauft auf dem grauen Markt in Russland Haushaltsgeräte und betreibt einen Kiosk auf einem Autobahnrastplatz. Mit dem ruhigen Leben ist es vorbei, als in Helsinki ein Jugendlicher an verunreinigtem Heroin stirbt und weitere Tote folgen. Sowohl die finnische Polizei als auch frühere Auftraggeber setzen Kärppä unter Druck, seine Kontakte nach Russland spielen zu lassen. Ilpo Tiihonen ist einer der wichtigsten Lyriker Finnlands, bekannt für seine lakonischen, hintergründigen, unberechenbaren Texte, die er – so auch an diesem Abend - mit eigens dafür komponierter Musik vorstellt. Moderation: Elina Kritzokat & Paul Berf. 5-8 €. 20 Uhr. Schönhauser Straße 8, 50968 Köln.

25.4. --- Allerweltshaus Lesung. Fatou Diome – „Ketala“ Lesung in französischer Sprache. Deutscher Part: N.N. 13 Uhr. Körnerstraße 77-79, 50823 Köln.

27.4. --- Literaturhaus Lesung. Angela Steidele – „Pionierinnen der Wissenschaft, der Kultur und der Liebe“. Angela Steideles Geschichte zweier ungewöhnlicher Frauen Adele Schopenhauer – Schriftstellerin, Künstlerin, die Schwester des Philosophen Arthur Schopenhauer – und die „Rheingräfin“ Sibylle Mertens-Schaaffhausen verband eine leidenschaftliche Liebesbeziehung mit den dazugehörigen Höhen und Tiefen. Seit 1828 waren sie ein Paar: „am besten vergleichst Du uns ein paar Leuten, die sich spät finden und dann einander heiraten. Stürbe sie – so spräng ich jetzt in den Rhein, denn ich könnte nicht ohne sie bestehen“, schrieb Adele. Anhand vieler bisher unveröffentlichter Quellen erzählt die in Köln lebende Historikerin Angela Steidele die Geschichte zweier ungewöhnlicher Frauen: Pionierinnen, die in Wissenschaft und Kultur, Wirtschaft, Politik und nicht zuletzt in ihrem Privatleben Grenzen einrissen – zu einer Zeit, als es Liebe zwischen Frauen offiziell gar nicht geben durfte. 4-7 €. 20 Uhr. Schönhauser Straße 8, 50968 Köln.

28.4. --- Literaturhaus Lesung. Giancarlo De Cataldo – „Die Verzahnung von organisiertem Verbrechen und Politik“. Giancarlo De Cataldos Thriller zwischen Realität und Fiktion. Rom in den 1970er und 1980er Jahren: Eine Gruppe Jugendlicher aus den Elendsvierteln steigt in großem Stil in das Geschäft mit Rauschgift, Prostitution und Glücksspiel ein. Binnen kurzem kontrolliert sie den Drogenmarkt der italienischen Hauptstadt. Staat und Mafia werden gleichermaßen auf sie aufmerksam, protegieren und instrumentalisieren sie. In seinem Roman Romanzo Criminale zeigt De Cataldo vor der Folie einer realen Begebenheit, wie korrupt Teile der italienischen Gesellschaft sind. Er führt ungeschminkt vor Augen, wie organisiertes Verbrechen und Politik sich verzahnen, wie einfach es ist, die politischen und staatlichen Strukturen sowie die alltägliche, banale Korrumpierbarkeit des Einzelnen für kriminelle Zwecke zu nutzen. Dieser Thriller kennt keinen Kommissar, der für Recht und Ordnung sorgt, sondern nur die beunruhigende Gewissheit, dass das politische System nicht weniger kriminell ist als jenes derer, die morden und stehlen. Moderation: Paola Barbon. Veranstaltungspartner: Istituto Italiano, Folio Verlag. 4-6 €. 19.30 Uhr. Italienisches Kulturinstitut, Universitätsstr. 81, 50931 Köln.

Konstanz

20.4. --- Osiandersche Buchhandlung Lesung. Arno Geiger – „Alles über Sally“. Alfred und Sally sind schon reichlich lange verheiratet. Das Leben geht seinen Gang, allzu ruhig, wenn man Sally fragt. Als Einbrecher ihr Vorstadthaus in Wien heimsuchen, ist plötzlich nicht nur die häusliche Ordnung dahin: In einem Anfall von trotzigem Lebenshunger beginnt Sally ein Verhältnis mit Alfreds bestem Freund. Und Alfred stellt sich endlich die entscheidende Frage: Was weiß ich von dieser Frau, nach dreißig gemeinsamen Jahren? Arno Geiger, der international gefeierte Buchpreisträger aus Österreich, schreibt noch einmal den großen Roman vom Liebesverrat. Eine Geschichte von Ehe und Liebe in unserer Zeit. 20 Uhr. Rosgartenstraße 29, 78462 Konstanz.

22.4. --- VHS Lesung. Philipp Felsch – „Wie August Petermann den Nordpol erfand“. Nordpol: Ort der Sehnsucht und Entdeckerlust für das 19. Jahrhundert. Ein Deutscher will bei diesem Abenteuer mit dabei sein: der genialische Kartenzeichner August Petermann. Die Engländer reiben sich erstaunt die Augen, als dieser Bücherwurm, der noch nie einen Eisberg gesehen hat, ihnen erklärt, wo sich – „ernsthaften und besonnenen Berechnungen“ zufolge – der für verschollen erklärte John Franklin aufhalten muss. Als die Seeoffiziere sich gegen Petermanns Theorien wehren, zieht er sich tief enttäuscht nach Gotha in Thüringen zurück. Dort erobert Petermann den Nordpol auf seine Weise: auf dem Papier. Und schickt zahlreiche Expeditionen in die Irre, weil er von seiner – falschen – Theorie partout nicht lassen will. Das subtile Porträt eines typisch deutschen Forschers, eines „Humboldts am Schreibtisch“. 19.30 Uhr. Katzgasse 7, 78462 Konstanz.

Krefeld

14.4. --- Thalia Buchhandlung Bei einem Glas Wein stellt Ihnen Birgitt Schweren-Wolters in Zusammenarbeit mit der VHS Krefeld weitere Neuerscheinungen vor und berichtet über Neuigkeiten aus der Literaturwelt. 3 €. Hochstraße 90-92, 47798 Krefeld.

Kronberg im Taunus

15.4. --- Museum Kronberger Malerkolonie Lesung. Lea Singer – „Konzert für die linke Hand“. Ein Ausnahmeschicksal, das jeden fasziniert, denn es ist ein einziges Trotzdem. Maurice Ravel schrieb ihm sein Klavierkonzert für die linke Hand, Prokofjew sein viertes, Richard Strauss, Hindemith und Britten komponierten für ihn. Er hatte seine rechte Hand im Großen Krieg verloren. Seine Willensstärke und Konsequenz machten Paul Wittgenstein dennoch zu einem der berühmtesten Virtuosen seiner Zeit. Paul Wittgenstein war ein ganz und gar ungewöhnlicher Mann voller Widersprüche: ein Wahrheitsfanatiker, der ein Doppelleben führte, ein katholisch getaufter Jude, der alle Juden für unehrlich hielt, ein österreichischer Patriot, der 1938 in die USA emigrieren musste, ein hochbegabter Pianist, der im Krieg den rechten Arm verlor und weiter Konzerte gab. Der umschwärmte Sohn einer Familie, die als „die Krupps der Habsburger Monarchie“ galt, heiratete die blinde Tochter eines Straßenbahnangestellten. Lea Singer geht den Dramen dieses Lebens einfühlsam, klug und mit großer sprachlicher Eleganz auf den Grund. „Lea Singer versteht es, aus ihren Recherchen Honig zu saugen.“ (NDR). 19.30 Uhr. Tanzhausstraße 1, 61476 Kronberg.

Landau

21.4. --- Universität Landau Lesung. Gsella, Thomas – „Nennt mich Gott. Das Beste aus 50 Jahren“. Gsella: seinen ersten, noch tastenden Reim aus dem elften Monat, lebenskluge Fabeln, väterliche Bekenntnisse, bizarre Völkerverständigungsgedichte, zwiespältige Berufs- und Kinderhymnen, Fußballsonette dieses „Gottes der Fußballyrik“ (taz) sowie, erstmals in Buchform, zahlreiche zeitkritische bis zeitverherrlichende Gedichte aus der TITANIC (mit Fotos) und unveröffentlichte neue Werke des „jüngsten Nachwuchsklassikers“ (Eckhard Henscheid). 20.30 Uhr. Fortstraße 7, 76829 Landau.

Leer

23.4. --- Stadtbibliothek Lesung. Georg Klein – „Roman unserer Kindheit“. „Erzähl schon!“, sagt sie schließlich, und es klingt merkwürdig dumpf. Der Ältere Bruder aber hebt den Kopf und guckt über die Büsche und Baumspitzen in den weiß betupften Himmel. Ein scheinbar ewiger Sommer umfängt Neubaublöcke, amerikanische Kasernen, ein verlassenes Wirtshaus unter uralten Kastanien und die Laubenkolonie, wo die Kinder der Neuen Siedlung sich die großen Ferien vertreiben. Langsam, kaum merklich, sickert das Unheimliche ein: Ein Mord wird angekündigt, dann kommen die Boten, buchstäblich aus einer anderen Welt. Und es sieht aus, als könnten sie zumindest eines der Siedlungskinder auf die Nachtseite dieses Sommers hinüberziehen. „Roman unserer Kindheit“ ist zugleich ein radikal autobiographisches und magisch-phantastisches Buch, ein Kindheitsroman voll fiebrigem Witz und dunkler Einsicht. 20 Uhr. Wilhelminengang 2, 26789 Leer.

Leipzig

7.4. --- Literaturcafe Lesung & Gespräch. Wojciech Kuczok – „Senność / Lethargie“. Polen in Leipzig 2010: Wojciech Kuczok im Gespräch mit Bernd Karwen. Bereits für seinen ersten Roman „Gnój“ („Dreckskerl“, Suhrkamp Verlag 2007) wurde der 1972 in Chorzów/Polen geborene Wojciech Kuczok von der Kritik bejubelt und mit dem Paszport Polityki sowie der Nike, dem wichtigsten Literaturpreis Polens, ausgezeichnet. 2010 erscheinen zwei neue Romane des Schriftstellers und Drehbuchautors: „Senność“ („Lethargie“, Suhrkamp Verlag, August 2010) erzählt von drei Männern, deren Alltag von dem Gefühl der Unerfülltheit durchdrungen ist. Als sich ihre Wege kreuzen, erwachen sie aus ihrer Lethargie. Der Gebirgsroman „Spiski / Verschwörungen“ erscheint im Herbst im polnischen Verlag W.A.B. Auszüge aus beiden Texten stellt der Autor – einer der führenden Vertreter der jungen polnischen Schriftstellergeneration – in Lesung und Gespräch vor. 20 Uhr. Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig.

11.4. --- Moritzbastei Lesung. Michael Lentz – „Offene Unruh“. Michael Lentz, ist „unter den wichtigsten jungen deutschen Schriftstellern der rasanteste“ (Felicitas von Lovenberg, F.A.Z.); er schreibt über die Liebe, als sei noch nie darüber geschrieben worden. Selbstbewusst und subversiv, leidenschaftlich liebeswund, verführerisch, so dass dem Liebenden das tausendfach Gesagte neu erscheint. Wann ist das letzte Mal so ungestüm und offen von der Unruhe, die wir Liebe nennen, gesprochen worden? Michael Lentz, 1964 in Düren geboren, lebt in Berlin. Diverse Preise, u.a. Ingeborg-Bachmann-Preis 2001, Förderpreis des BDI 2002 und Preis der Literaturhäuser 2005. Zuletzt erschienen die Prosabände „oder“ und „Muttersterben“, die Lyrikbände „Aller Ding“ und „Offene Unruh“ sowie die Romane „Liebeserklärung“ und „Pazifik Exil“. 16.30 Uhr. Universitätsstraße 9, 04109 Leipzig.

15.4. --- Haus des Buches Lesung & Gespräch. Elke Heidenreich präsentiert ihre Musikedition. Lesung und Gespräch mit Elke Heidenreich und Elena Cheah. Als Herausgeberin der Edition Elke Heidenreich erfüllt sich die bekannte Autorin und Kritikerin einen lange gehegten Wunsch: die Verbindung von Literatur und Musik in schönen Büchern, denn: „Zwischen beidem gibt es viele Berührungspunkte … Die Musik erzählt im Grunde die gleichen Geschichten wie die Literatur: Sie erzählt von Liebe und Tod. Musik ist wie Literatur Trost angesichts der Vergänglichkeit.“ Zusammen mit Elena Cheah stellt Elke Heidenreich ihr neues Editionsprojekt vor. Die Cellistin Cheah ist Mitglied des West-Eastern Divan Orchestra, über dessen Geschichte sie in ihrem Buch „Die Kraft der Musik“ schreibt. Was als unwägbares kulturelles Experiment begann, das Orchester wurde 1999 von Daniel Barenboim und Edward Said in Weimar gegründet, entwickelte sich bald zu einer einzigartigen Begegnungsstätte. Die Porträts der Orchestermitglieder legen Zeugnis ab von dem alltäglichen Zusammenleben und der verbindenden Kraft der Musik, auch wenn Glaube, die politischen Fakten und reale Grenzen zwischen den Musikern stehen. Neben Neuerscheinungen finden auch zu Unrecht vergessene Werke in Elke Heidenreichs Edition ihren Platz, so Franz Werfels „Verdi. Roman einer Oper“, der 1924 eine wahrhafte Verdi-Renaissance in Deutschland auslöste. Elke Heidenreich spricht über den Expressionisten, der zu den meistgelesenen deutschsprachigen Autoren der 1920er und 30er Jahre zählte.4-5 €. 20 Uhr. Großer Saal, Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig.

15.4. --- Frauenkultur e.V. Leipzig Lesung. Bärbel Reetz – „Lenins Schwestern“. „Lenins Schwestern“ erzählt von Frauen im Aufbruch, die sich für die großen utopischen Entwürfe ihrer Zeit – Sozialismus, Marxismus und Psychoanalyse – leidenschaftlich engagierten, von ihrem Gelingen und Scheitern in Zeiten dramatischer gesellschaftlicher Umbrüche. 19 Uhr. Windscheidstr. 51, 04277 Leipzig.

22.4. --- Haus des Buches Lesungen. Kaksinkertainen / dubbelt / doppelt. Finnland besucht die Literaturhäuser mit Robert Åsbacka, Monika Fagerholm und Petri Tamminen. Moderation: Paul Berf. Lesung: Pierre Besson und Renate Krößner. Zum „Festival der finnischen Literatur“ haben sich drei namhafte Autoren angekündigt. Robert Åsbacka (geb.1961 in Terjärv) wurde 2009 für den Nordischen Literaturpreis nominiert. Sein Roman „Das zerbrechliche Leben“ (Hanser 2010) erzählt von dem pensionierten Kapitän Thomasson, von Liebe und Verlust und der überragenden Bedeutung der Musik. Die Finnlandschwedin Monika Fagerholm (geb. 1961 in Helsingfors) schrieb den Kriminalroman „Das amerikanische Mädchen“ (Fahrenheit 2008). Die mysteriöse Geschichte um die junge Eddie de Wire und ihr Ertrinken im Moorsee wurde mit dem August-Preis ausgezeichnet. Von Petri Tamminen (geb. 1966 in Helsinki) erschien zuletzt die lakonisch-anrührende Familiengeschichte „Mein Onkel und ich“ (Suhrkamp 2007). Mit Humor und Ironie erzählt er darin vom finnischen Sommer, den die Großfamilie in den Schären verbringt. Pierre Besson, bekannt aus Detlev Bucks Komödie „Liebesluder“ (2002), und die Schauspielerin Renate Krößner, gefeiert in Konrad Wolfs „Solo Sunny“ (1980), lesen aus den drei Romanen. 3-4 €. 20 Uhr. Saal 3, Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig.

22.4. --- Schaubühne Lindenfels Lesung. Richard Wagner – „Es reicht. Gegen den Ausverkauf unserer Werte.“ Provokante Thesen: Aus dem christlichen Abendland, dem Kontinent der Aufklärung, ist McAbendland geworden. Darin wird Columbus zu Popeye, das Lexikon verwandelt sich in Wikipedia und aus Ethos wird Popcorn. Die kulturellen Werte der europäischen Gesellschaft sieht Wagner gefährdet durch den unkritischen Umgang mit der Erlebnisgesellschaft, der islamischen Einwanderung und der 68er Ideologie. Fehlen uns die Fähigkeit und der Wille, Europas Werte und seine Freiheit zu verteidigen? Dieses pointierte und streitbare Buch will zurückführen zu unseren europäischen Wurzeln. Es handelt von dem, was es zu verteidigen gilt: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. 19 Uhr. Karl-Heine-Str. 50, 04229 Leipzig.

23.4. --- Literaturhaus Lesung. Kaksinkertainen / dubbelt / doppelt. Timo Parvela liest aus „Ella auf Klassenfahrt“ (Carl Hanser Verlag 2009). Moderation: Friedbert Stohner. Übersetzung: Anu Pyykönen-Stohner. Der finnische Kinderbuchautor Timo Parvela hat das neueste der inzwischen weit über seine Heimat hinaus bekannten und beliebten Ella-Abenteuer im Gepäck. In Lesung und Gespräch stellt er kleinen und großen Zuhörern sein drittes Buch vor. Darin schickt er die junge Heldin auf eine wilde Klassenfahrt, die dank Klassendödel Pekka nicht, wie geplant, Richtung Süden geht, sondern irgendwo in Lappland endet, wo es im Mai noch schneit und wo die Schüler Quartier beim Weihnachtsmann neh-men müssen. Will der sie womöglich als Helferwichtel entführen? Und ist er gar mit ihrem Lehrer verwandt? Das Chaos jedenfalls ist perfekt, doch trotz aller Verwirrungen haben Ella und ihre Freunde jede Menge Spaß. „Kinder halten sich den Bauch vor Lachen“ (Neue Zürcher Zeitung) – und nicht nur sie. 10 Uhr. Saal 3, Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig.

26.4. --- Literaturcafe Lesung. Lutz Seiler – „Die Zeitwaage“. Moderation: Ulrich Hammer-Schmidt. Ob in der Geschichte einer gespielten Erschießung oder im alltäglichen Drama einer wirklichen Trennung – in allen Texten des neuen Buches von Lutz Seiler geht es um prägende Wendepunkte, um das Groteske im Leben und unser häufig vergebliches Ringen um einen anderen Verlauf. Sein Erzählband „Die Zeitwaage“ ist für den Preis der Leipziger Buchmesse 2010 in der Kategorie Belletristik nominiert und enthält unter anderem die Erzählung „Turksib“, für die der Autor 2007 mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet wurde. Lutz Seiler wurde 1963 in Gera geboren und lebt heute in Wilhelmshorst bei Berlin. Nach einer Lehre als Baufacharbeiter arbeitete er als Zimmermann und Maurer. 1990 schloss er ein Studium der Germanistik ab und leitet seit 1997 das Literaturprogramm im Peter-Huchel-Haus. Neben Erzählungen publiziert Lutz Seiler Gedichte und Essays, darunter „pech & blende“ (2000) und „Sonntags dachte ich an Gott“ (2004). Für sein Werk erhielt er bereits zahlreiche Preise, darunter den Kranichsteiner Literaturpreis, den Bremer Literaturpreis und den Preis der SWR-Bestenliste. Ulrich Hammerschmidt, geboren 1965, leitet das Ressort Kultur der Freien Presse in Chemnitz. 20 Uhr. Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig.

28.4. --- Lehmanns Buchhandlung Lesung. Fulminante Debütanten: Junge Autoren aus dem poetenladen präsentieren ihre Werke. Spannend, poetisch, sprachlich dicht. Dass Kurzgeschichten genauso fesselnd sein können wie ganze Romane beweisen die jungen Autoren Katharina Bendixen und Constantin Göttfert mit ihren im Leipziger Verlag poetenladen erschienenden Debütbänden. Katharina Bendixens Erzählband „Der Whiskyflaschenbaum“ (2009) erregte bei der Kritik große Aufmerksamkeit und wurde durchweg positiv besprochen. Das diesjährige Debüt im poetenladen heißt „In dieser Wildnis“ und ist das Werk des österreichischen Autors Constantin Göttfert. Ein Jahr trennt Bendixens und Göttferts Bücher. In beiden Fällen handelt es sich um außergewöhnliche und vor allen Dingen eigenwillige Prosa, wie man sie auf dem Buchmarkt selten findet. Im Rahmen der Lesung stellen die Autoren ihre Erzählbände vor. 2-4 € (inkl. 1 Glas Wein). 20.15 Uhr. Grimmaische Straße 10, 04109 Leipzig.

29.4. --- Lehmanns Buchhandlung Lesung. Die Publikumslieblinge Oliver Rohrbeck (u.a. dt. Stimme von Ben Stiller) und David Nathan (u.a. dt. Stimme von Johnny Depp) lesen in dieser 1. Lehmanns Lesenacht. Bei dieser Veranstaltung sind Sie, das Publikum, gefragt - vorgelesen wird (fast) alles, was Sie den beiden Profi-Sprechern an Texten mitbringen: egal ob klassisches oder skurriles, humorvolles oder dramatisches, ob alt oder neu, (fast) alles ist erlaubt - die Lesezeit darf nur nicht länger als 15 Minuten sein. Also, seien Sie kreativ und packen Sie Ihr Tagebuch ein, die Betriebsanleitung von Ihrem Milchschäumer oder die klassische Liebesszene von Romeo und Julia, Ihren aktuellen Lieblingsroman, ein Backrezept, ein Gedicht, ein Medikamentenbeipackzettel oder oder oder... . Prima Vista ist bereits Kult in Berlin und anderen deutschen Städten - es ist der Kult-Event der Lauscherlounge, den Sie auf keinen Fall verpassen dürfen! 6-8 € (inkl. 1 Glas Wein). 20.15 Uhr. Grimmaische Straße 10, 04109 Leipzig.

Lichtenstein/Sachsen

14.4. --- Daetz-Centrum Lesung. Clemens Meyer – „Gewalten“. Clemens Meyer schreibt ein Tagebuch über die Gewalten unserer Zeit: Eine Stadt sucht ihren Mörder, Jubel beim Pferderennen, der beste Freund liegt im Hospiz. Ein Hund stirbt. Endlose Zahlenreihen fließen über einen Bildschirm in einer menschenleeren Fabrikhalle. Die psychiatrische Notaufnahme wird zur Endstation einer heillosen Nacht. Roh, unheimlich und geheimnisvoll ist die Welt, durch die wir täglich gehen. Clemens Meyer entwirft Szenen von großer poetischer Kraft und verstörender Klarheit. Ein Jahr lang erkundet er Seelenlandschaften, reale Orte und imaginäre Welten. Er erzählt von Alpträumen, jubelnder Euphorie und dem Irrwitz unseres Lebens. Clemens Meyer, geboren 1977 in Halle/Saale, lebt in Leipzig. 2006 erschien sein Debütroman „Als wir träumten“, für den er zahlreiche Preise, darunter den Mara-Cassens-Preis, erhielt. 2008 folgten die Erzählungen „Die Nacht, die Lichter“, die unter anderem mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet wurden. Im Frühjahr 2010 erscheint „Gewalten. Ein Tagebuch“. 18 Uhr. Schloßallee 2, 09350 Lichtenstein/Sachsen.

Lilienthal

23.4. --- Buchstäblich Lesung. Moritz Rinke – „Der Mann, der durch das Jahrhundert fiel“. Stammt das angebissene Stück Butterkuchen im Tiefkühlschrank tatsächlich von Willy Brandt? Kann ein toter Onkel noch ein Kind zeugen? Wurde die schöne Kommunistin Marie von der Gestapo abgeholt oder von der eigenen Familie im Teufelsmoor vergraben? Und wie werden die Seelen der Menschen aufbewahrt? Ausgerechnet als Paul Wendland in Berlin mit seinem Leben und seinen kuriosen Kunstprojekten in die Zukunft starten will, holt ihn die Vergangenheit ein. In Worpswede drohen das geschichtsträchtige Haus seines Großvaters und sein Erbe im Moor zu versinken – samt lebensgroßen Bronzestatuen von Luther über Bismarck bis zu Max Schmeling und Ringo Starr. Die Reise zurück an den Ort der Kindheit zwischen mörderischem Teufelsmoor, norddeutschem Butterkuchen und traditionsumwitterter Künstlerkolonie nimmt eine verhängnisvolle Wendung. Vergessen geglaubte Familienfragen, aus dem Moor steigende historische Gestalten und die skurrile Begegnung mit einem mysteriösen Vergangenheitsforscher spülen ein ungeheuerliches Geflecht an Lügen und Geheimnissen aus einem ganzen Jahrhundert an die Oberfläche. Moritz Rinke rührt sanft, aber vollkommen anarchisch und mit einer umwerfenden Tragikomik an die Lebensmotive, die Geschlechter-, Generations- und Identitätskonflikte seiner Figuren und ihre seelischen Abgründe. Er erzählt vom Künstlerleben, von Ruhm, Verführung und Vergänglichkeit und von einem Dorf im Norden, das berühmt ist für seinen Himmel und das flache Land – und überzeugt als raffinierter Komponist einer überschäumenden, irrwitzigen Realität in diesem furiosen Romandebüt. 19.30 Uhr. Stadskanal 1, 28865 Lilienthal.

Lohne

26.4. --- Hofstelle Möhring Lesung. Klaus-Peter Wolf – „Ostfriesensünde“. Mord an der Nordseeküste. Was geschah damals wirklich bei dem Banküberfall, bei dem Ann Kathrins Vater ums Leben kam? Bis heute konnte dieser Fall nicht geklärt werden. Doch jetzt verfolgt Ann Kathrin eine neue Spur. Es sind Fotos ihres Vaters aufgetaucht, die nicht zu dem Bild passen, das Ann Kathrin von ihrem Vater hat. Aber als Ann Kathrin die Frau aufsucht, der die Fotos gehören, liegt diese tot im Wohnzimmer. Ein Zufall? Klaus-Peter Wolf, 1954 in Gelsenkirchen geboren, lebt als freier Schriftsteller und Drehbuchautor in Norddeutschland. Er zählt heute zu den erfolgreichsten Autoren deutscher Sprache. Seine Bücher und Filme wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem Anne-Frank-Preis, dem Erich-Kästner-Preis und dem Magnolia Award Shanghai. Seine Bücher wurden bisher in 22 Sprachen übersetzt und über 8 Millionen Mal verkauft. 10 €. 19.30 Uhr. Mühlenstraße 2, 49393 Lohne.

Lörrach

22.4. --- Stadtbibliothek Lesung. Peter Stamm – „Sieben Jahre“. Ein Mann zwischen zwei Frauen, die eine ist begehrenswert, bei der anderen ist er frei. Sonja ist schön und intelligent und lebt mit Alex. Eine vorbildliche Ehe, er müsste glücklich sein. Aber wann ist die Liebe schon einfach? Und wie funktioniert das Glück? Iwona wäre neben Sonja fast unsichtbar, sie ist spröde und grau. Aber Alex fühlt sich lebendig bei ihr – und weiß nicht, warum. Sie liebt ihn. Er trifft sie immer wieder, und als sie von ihm schwanger wird und das Kind kriegt, das Sonja sich wünscht, setzt er alles aufs Spiel. Peter Stamm erzählt so lakonisch und leidenschaftlich wie kein anderer von widerstreitenden Gefühlen und der Sehnsucht nach dem Leben. „Sieben Jahre“ ist ein großer Roman über die Zumutung des Glücks, geliebt zu werden. Peter Stamm, geboren 1963, studierte einige Semester Anglistik, Psychologie und Psychopathologie. Er lebt mit seiner Familie in Winterthur. Er arbeitete in verschiedenen Berufen, unter anderem in Paris und New York. Seit 1990 arbeitet er als freier Autor und Journalist. Er schrieb mehr als ein Dutzend Hörspiele. Seit seinem Romandebüt „Agnes“ 1998 erschienen drei weitere Romane, drei Erzählsammlungen und ein Band mit Theaterstücken. Zuletzt erschien 2009 der Roman „Sieben Jahre“. 20 Uhr. Basler Straße 152, 79537 Lörrach.

Lübeck

2.4. --- Buddenbrookhaus Literarischer Spaziergang. Schriftsteller in Lübeck - Von Thomas Mann bis Emanuel Geibel. Mit Heide Aumann. 8 €. 11 Uhr. Mengstraße 4, 23552 Lübeck.

2.4. --- Buddenbrookhaus Führung. Schlaglichter - die „Manns“ in 30 Minuten. Mit Dr. Alexej Baskakov. 6 €. 17 Uhr. Mengstraße 4, 23552 Lübeck.

18.4. --- Buddenbrookhaus Literarischer Spaziergang. Auf den Spuren der Manns in Lübeck mit Kurzbesuch im Günter Grass-Haus. Mit Jan Bovensiepen. 8 €. 11 Uhr. Mengstraße 4, 23552 Lübeck.

18.4. --- Café Art Lesung. Thomas Fuchs – „Grenzverkehr“. Milena, die stolze Siegerin einer Misswahl in der Provinz, wird für ein Werbefoto für eine Wäschespinne gebucht. Doch sie will mehr vom Leben und zieht (auch sich) aus, um im Goldenen Westen ihr Glück zu suchen. Dort lernt sie einen veritablen Zoo von Überlebenskünstlern kennen. Ein Sittenroman über die Herrschaft der Torheit, den Traum vom Westen, die Jagd nach dem Geld und der Sehnsucht, dem Schlamassel zu entkommen. Vergnüglich, spannend, ernst und mit einem guten Schuss Erotik, wobei unsere Heldin im Herzen immer „rein“ bleibt. 20 Uhr. Kapitelstraße 4-8, 23551 Lübeck.

Ludwigsburg

20.4. --- Frisörsalon Sebastian Jödicke Lesung. Christian Schünemann – „Die Studentin“. Im Rahmen der Ludwigsburger Krimitage liest Christian Schünemann aus seinem Krimi „Die Studentin. Der dritte Fall für den Frisör“. 20 Uhr. Könerstraße 19, 71634 Ludwigsburg.

22.4 --- Thalia Buchhandlung Lesung. Wolfgang Schorlau – „Das München-Komplott“. Das Bundeskriminalamt bittet seinen früheren Zielfahnder und heutigen Privatermittler Georg Dengler um Mithilfe: Er soll die Akten der damaligen Sonderkommission Theresienwiese über den Anschlag auf das Münchner Oktoberfest 1980 prüfen. Dengler denkt, es sei ein leichter Auftrag, doch schon bald entdeckt er die ersten Widersprüche. Warum wurde in dem Abschlussbericht der Sonderkommission behauptet, es handele sich bei dem Attentäter um einen Einzelgänger, während glaubhafte Zeugenaussagen ihn unmittelbar vor der Tat mit weiteren Personen gesehen haben? Dengler ermittelt und steht plötzlich selbst im Fadenkreuz mächtiger Interessen. In seinem neuen Roman entwickelt Wolfgang Schorlau aus realen Geschehnissen eine Geschichte, die aus dem Kalten Krieg bis in unsere Zeit reicht und den Leser bis zur letzten Seite in Atem hält. 20 Uhr. Kirchstraße 5, 71634 Ludwigsburg.

Ludwigshafen

27.4. --- Ernst-Bloch-Zentrum Lesung. Durs Grünbein – „Die Bars von Atlantis“. Der Begriff Metapher leitet sich ab vom griechischen metà phérein (anderswo hintragen), was in der Antike meist „per Schiff“ bedeutete, so dass die Seefahrt bald selbst zur Metapher für die Dichtkunst wurde. Das Schiff als Symbol für den Aufbruch, das Wagnis des Lebens, gehört seither zu den beflügelndsten Bildern der Literatur, Meeres- und Tiefseephantasien finden wir nicht nur bei Homer und Melville, sondern auch bei Jules Verne, Baudelaire, T. S. Eliot, ja sogar bei Dante. In 14 Essays spürt Durs Grünbein der Faszination des Meeres nach, nicht nur in Büchern, sondern auch im Museo Archeologico von Paestum und auf dem Grund des Tyrrhenischen Meers. „Was“, so fragt der begeisterte Taucher, „wenn noch mehr dahintersteckt, eine Sehnsucht nach der Wiege der Evolution, der Urheimat jeder einzelnen sterblichen Zelle?“. 19 Uhr. Walzmühlstraße 63, 67061 Ludwigshafen.

Lüneburg

21.4. --- Heinrich-Heine-Haus Lesung. Die ehemaligen Stipendiaten des Jahres 2008 lesen aus ihren aktuellen Romanen. Björn Kern liest aus „Das erotische Talent meines Vaters“. Für seine Bücher erhielt er u.a. den Brüder-Grimm-Preis und das Stipendium der Casa Baldi. Thomas Lang stellt seine aktuelle Veröffentlichung „Bodenlos oder Ein gelbes Mädchen läuft rückwärts“ vor. Für seinen zweiten Roman „Am Seil“ hatte er 2005 den Ingeborg-Bachmann-Preis erhalten. Moderation: Martina Sulner, Literaturredakteurin HAZ. 20 Uhr. Am Ochsenmarkt 1, 21335 Lüneburg.

25.4. --- Konzertscheune Lesung. Gisela May – „Es wechseln die Zeiten“. Die Schauspielerin Gisela May liest und erzählt aus ihren Erinnerungen „Es wechseln die Zeiten“. Die weltberühmte Brecht-Interpretin feierte triumphale Erfolge in der Hauptrolle der „Mutter Courage“ am Berliner Ensemble. Ihr komisches Talent bewies sie in der TV-Kultserie „Adelheid und ihre Mörder“ als Mutter von Evelyn Hamann. In ihren Erinnerungen erzählt sie heitere Anekdoten und ihre Erlebnisse mit anderen großen Künstlern wie etwa Hanns Eisler oder Marlene Dietrich. 16.30 Uhr. Gut Wienebüttel, 21339 Lüneburg.

28.4. --- Heinrich-Heine-Haus Lesung. Maria Elisabeth Straub – „Sommer mit Emma“. Maria Elisabeth Straub vom Autorenduo Borger und Straub liest voraussichtlich aus „Sommer mit Emma“. 20 Uhr. Am Ochsenmarkt 1, 21335 Lüneburg.

Magdeburg

8.4. --- Literaturhaus Ronald M. Schernikau – „Irene Binz. Eine Befragung“ Porträt einer Mutter. Lesung mit Thomas Keck und Ellen Schernikau. Gemeinschaftsveranstaltung mit dem Rotbuch-Verlag. 21 Uhr. Thiemstraße 7, 39104 Magdeburg.

14.4. --- Literaturhaus Tucholsky zum 120. Geburtstag. Mit Bernd Kurt Goetz. Gemeinschaftsveranstaltung mit der Literarischen Gesellschaft Magdeburg e.V. . 18 Uhr. Thiemstraße 7, 39104 Magdeburg.

22.4. --- Literaturhaus Lesung mit Ludwig Schumann. 19 Uhr. Thiemstraße 7, 39104 Magdeburg.

28.4. --- Literaturhaus Lesung. Peter – „Aus dem Eckhaus“. Biehle Peter Biehle liest aus seinem neuen Buch „Aus dem Eckhaus“. 18 Uhr. Thiemstraße 7, 39104 Magdeburg.

Mainz

15.4. --- Mainzer Rathaus Lesung. Josef Haslinger – „Phi Phi Island“. Eröffnungslesung mit Josef Haslinger. Am 26. Dezember 2004 löste ein Seebeben vor der Küste der indonesischen Insel Sumatra eine Flutwelle aus. Der Tsunami tötete und verletzte Hunderttausende, machte unzählige heimatlos, zerstörte ganze Landstriche. Auch die wenige Kilometer vor der Westküste Thailands gelegene Insel Koh Phi Phi wurde von der verheerenden Naturkatastrophe schwer getroffen. Josef Haslinger und seine Familie verbrachten hier ihren Weihnachtsurlaub. Sie überlebten die Katastrophe. „Phi Phi Island“ ist ein Augenzeugenbericht des Unglücks. 19.30 Uhr. Ratssaal, Jockel-Fuchs-Platz 1, 55129 Mainz.

16.4. --- Bahnwagen Gleis 6 Lesung. Eva Baronsky – „Herr Mozart wacht auf“. „Dieses Buch ist wie eine Umarmung.“ Robert Schneider. Am Vorabend noch hat er auf dem Sterbebett gelegen. Nun erwacht Wolfgang an einem unbekannten Ort und - wie ihm nach und nach klar wird - in einer fremden Zeit. Die Ungeheuerlichkeit seiner Zeitreise ins Jahr 2006 kann er sich nur mit einem göttlichen Auftrag erklären: Er soll endlich sein Requiem beenden. Als wunderlicher Kauz und lebender Anachronismus irrt Wolfgang durch das moderne Wien, wagt nicht mehr, sich Mozart zu nennen, und scheitert an U-Bahntüren und fehlenden Ausweisen. Einzig die Musik dient ihm als Kompass, um sich in der erschreckend veränderten Welt zu orientieren. Zur Seite stehen ihm ein polnischer Stehgeiger, das Mädchen Anju und seine Lust, hergebrachte Harmonien auf den Kopf zu stellen. Doch je länger sich Wolfgang in der fremden Zeit aufhält, desto drängender wird die Frage, was ihn erwartet, wenn er das Requiem vollendet hat. „Solange es nur Musik gab, war er bereit, in jeder Welt zurechtzukommen.“ 19.30 Uhr. Mombacher Str. 6, 55122 Mainz.

Marbach

15.4. --- Literaturmuseum der Moderne Gespräch. Siegfried Kracauer – „History“. Welche Geheimnisse offenbart Siegfried Kracauers letztes Buch? Seine treueste Leserin, Archivarin und Editorin, Ingrid Belke, und der Schauspieler, Essayist und Filmkritiker Hanns Zischler sprechen im Berthold-Leibinger-Auditorium über die historische Ästhetik des großen Filmtheoretikers. 3-5 €. 20 Uhr. Schillerhöhe 10, 71672 Marbach am Neckar.

21.4. --- Literaturmuseum der Moderne Buchvorstellung. Siegfried Kracauer – „Geschichte - Vor den letzten Dingen“. Neuausgabe 2009: Siegfried Kracauers Geschichte - Vor den letzten Dingen. Moderation: Ulrich Raulff. Welche Vorbilder und welche Ideen leiteten Kracauer bei derNiederschrift seines „Geschichtsbuch“? Die Historikerin und Editorin Ingrid Belke und der Schauspieler, Essayist und Filmkritiker Hanns Zischler sprechen über das letzte, unvollendete Buch des großen Filmhistorikers. 20 Uhr. Schillerhöhe 10, 71672 Marbach am Neckar.

Meerane

14.4. --- Stadtbibliothek Lesung. Claudia Puhlfürst – „Ungeheuer“. Immer wieder quälen grausame Albträume die Journalistin Lara Birkenfeld. Bruchstückhafte Szenen, in denen sie von einem perversen Täter nachts durch den Wald gehetzt wird. Dann stößt sie in der Redaktion auf einen Fall, der ihre diffusen Ahnungen in ein völlig neues Licht rückt. Und es bleibt nicht der einzige Mord dieser Art – die Opfer sind alle weiblich, jung, blond. Gemeinsam mit dem Psychologen Mark Grünthal nimmt Lara die Spur des Serienmörders auf. Und ihre erschreckenden Visionen werden beinahe Realität. 3-5 €. 19 Uhr. August-Bebel-Straße 49, 08393 Meerane.

München

7.4. --- IG Feuerwache Lesung. Friedrich Ani – „Wie Licht schmeckt“. Lukas hat einen ungewöhnlichen Wunsch zu seinem 14. Geburtstag: ein paar Tage allein durch München streifen. Unterwegs lernt er die blinde Sonja kennen. Sie öffnet ihm die Augen, und er lernt, das Leben und seine eigenen Gefühle neu zu entdecken: Plötzlich ist jedes Geräusch, jede Berührung intensiver. Lukas weiß, dass er Sonja nicht verlieren will. Nur wie er das schaffen kann, weiß er nicht. 19 Uhr. Ganghoferstraße 41, 80339 München.

12. 4. --- Lyrikkabinett Lesung. „Poetry in Motion“ – mit Polar Bear (London/GB), Felix Römer (Kassel) und Moritz Kienemann (München). Moderation: Ko Bylanzky; an den Turntables: Poetry DJ Rayl Patzak. Mit freundlicher Unterstützung des Kulturreferats. 5-7 €. 20 Uhr. Amalienstr.83a, 80799 München.

12.4. --- Literaturhaus Lesung. Karl-Josef Kuschel, Frido Mann und Paulo Astor Soethe – „Mutterland. Die Familie Mann und Brasilien.“ Ein musikalisch-literarischer Abend mit Karl-Josef Kuschel, Frido Mann und Paulo Astor Soethe. Moderation: Dirk Heißerer. Musik: Leonhard Schilde (Piano). Julia da Silva Bruhns, die Mutter von Heinrich und Thomas Mann sowie von deren drei Geschwistern, wurde 1851 „im Urwalde“ als Tochter des lübischen Kaufmanns Johann Ludwig Hermann Bruhns und der brasilianischen Pflanzerstochter Maria Senhorina da Silva geworden. Mit sieben Jahren wird sie nach Lübeck verpflanzt, heiratet dort den Kaufmann Johann Thomas Heinrich Mann und zieht nach dessen frühem Tod mit ihren fünf Kindern nach München, ein folgenreicher Schritt für die deutsche Literatur. Karl-Josef Kuschel, Frido Mann, Paulo Astor Soethe lesen aus ihrem Buch (Artemis & Winkler) und gehen den Spuren der Schriftstellerfamilie nach. Der Pianist Leonhard Schilde führt mit brasilianischer und deutscher Salonmusik durch die Veranstaltung.6-8 €. 20 Uhr. Saal, Salvatorplatz 1, 80333 München.

12.4. --- Klinikum rechts der Isar Lesung. Arno Strobel – „Der Trakt“. Der Weg durch den nächtlichen Park, der Überfall – all das weiß sie noch, als sie aus dem Koma erwacht. Ihre Erinnerung ist völlig klar: Sie heißt Sibylle Aurich, ist 34 Jahre alt, lebt mit Mann und Kind in Regensburg. Sie scheint fast unversehrt. Und doch beginnt mit ihrem Erwachen eine alptraumhafte Suche nach sich selbst. Zwar hat Sibylle ihr Gedächtnis behalten, die Welt aber hat offenbar die Erinnerung an Sibylle verloren: Ihr Mann kennt sie nicht, von ihrem eigenen Hochzeitsfoto starrt ihr das Gesicht einer Fremden entgegen, und niemand hat je von ihrem Sohn Lukas gehört! Wurde er entführt? Hat er nie existiert? Und wem kann sie überhaupt noch trauen? Arno Strobel, 1962 in Saarlouis geboren, studierte Informationstechnologie und arbeitet heute bei einer großen deutschen Bank in Luxemburg. Mit dem Schreiben begann er im Alter von fast vierzig Jahren. Arno Strobel lebt mit seiner Familie in der Nähe von Trier. „Der Trakt“ ist sein dritter Roman. 20 Uhr. Hörsaal, Ismaninger Straße 22, 81675 München.

13.4. --- Literaturhaus Lesung. Arno Geiger – „Alles über Sally“. Alfred und Sally sind schon reichlich lange verheiratet. Das Leben geht seinen Gang, allzu ruhig, wenn man Sally fragt. Als Einbrecher ihr Vorstadthaus in Wien heimsuchen, ist plötzlich nicht nur die häusliche Ordnung dahin: In einem Anfall von trotzigem Lebenshunger beginnt Sally ein Verhältnis mit Alfreds bestem Freund. Und Alfred stellt sich endlich die entscheidende Frage: Was weiß ich von dieser Frau, nach dreißig gemeinsamen Jahren? Arno Geiger, der international gefeierte Buchpreisträger aus Österreich, schreibt noch einmal den großen Roman vom Liebesverrat. Eine Geschichte von Ehe und Liebe in unserer Zeit. 20 Uhr. Saal, Salvatorplatz 1, 80333 München.

13.4. --- Lyrikkabinett Lesung. Skype connected. Michael Basse liest aus seinem neuen Gedichtband. Einführung: Katrin Schuster. 5-7 €. 20 Uhr. Amalienstr.83a, 80799 München.

15.4. --- Amperé im Muffatwerk Lesung. Nicol Ljubic – „Meeresstille“. Morgens, wenn er aufwachte, lag er jedes Mal mit dem Kopf auf ihrem Kissen. Kann die Liebe zweier junger Menschen eine Brücke bauen über Schuld und Trauma nach dem Balkankrieg? Robert liebt Ana, und Ana liebt Robert. Doch etwas gerät zwischen sie, worüber Ana nicht sprechen kann. Etwas ist vorgefallen, damals, im Jugoslawien-Krieg, als sie noch ein Mädchen war. Eine ungeklärte Schuld ihres Vaters, die sie, weit weg von ihrer Heimat, bis nach Berlin verfolgt. Der serbische Kriegsverbrecher Zlatko Šimić steht in Den Haag vor Gericht. Im Zuschauerraum sitzt Robert und versucht, sich ein Bild von dem Mann zu machen, über den Ana so liebevoll erzählt hat. Wie konnte dieser Mann schuldig werden an einem teuflischen Verbrechen, bei dem 42 Menschen qualvoll verbrannten, ausgerechnet er, der Professor für Anglistik war und ein hochgebildeter und angesehener Shakespeare-Liebhaber ist? In Deutschland geboren, hat sich Robert für seine kroatische Abstammung nie interessiert, bis er eines Tages Ana begegnet, einer serbischen Studentin. Die Liebe zu ihr führt ihn in die Vergangenheit seiner Familie und die eines ganzen Volkes. 20 Uhr. Zellstraße 4, 81667 München.

16.4. --- Amperé im Muffatwerk Lesung. Christiane Neudecker – „Das siamesische Klavier“. Wann sie damit anfingen, die Toten zu rufen, weiß im Nachhinein niemand so genau. Es begann doch als harmlose Jugendfreizeit auf dem Hof, aber dann wurden die Spiele der Kinder immer beunruhigender. Bis zu jener Nacht, von der sich die, die sie überlebten, bis heute noch nicht erholt haben. Ein Schatten, der sich im lichtverschmutzten Hongkong zu verselbständigen beginnt. Ein Boxer, der gegen einen teuflisch guten Gegner kämpft. Eine verhängnisvolle Begegnung mit einem Erlkönig der Neuzeit oder ein Schachspiel mit einem Toten: Christiane Neudeckers Geschichten erzählen von dem winzigen Spalt, der sich von Zeit zu Zeit in unserem hoch technisierten Dasein auftut – sie versetzen mit hypnotischer Spannungskunst das Genre der unheimlichen Erzählung von E.T.A Hoffmann bis Daphne du Maurier in unsere moderne, nur scheinbar durchrationalisierte Welt. 20 Uhr. Zellstraße 4, 81667 München.

16.4. --- Muffathalle Lesung. Andrea Winkel – „Drei, vier Töne, nicht mehr“. Andrea Winkler zählt zu den am meisten beachteten Schriftstellerinnen der jüngeren Generation in Österreich. In ihrem neuen Roman setzt eine Frau elf Mal an, sich zu erinnern. Sie leidet an dem Verlust eines geliebten Menschen, an einer heftigen Verletzung und einem Abschied, der nicht stattgefunden hat. Gerade diese Erschütterung und die Angst, sich selbst verloren zu gehen, werden zum Motor ihrer Erinnerungen, die von den Begegnungen geblieben sind. Egal, ob sie innehält in einem Park, eine Straße entlanggeht oder auf einer Schaukel sitzt, immer spricht sie mit dem Abwesenden, als wäre er noch hier und die Geschichte ihrer Liebe könne noch einmal beginnen. 21 Uhr. Linprunstraße 43, 80335 München.

18.4. --- Literaturhaus Buchpräsentation. Ingeborg Bachmann – „Kriegstagebuch“. „Das ist der schönste Sommer meines Lebens, und wenn ich hundert Jahre alt werde – das wird der schönste Frühling und Sommer bleiben. Vom Frieden merkt man nicht viel, sagen alle, aber für mich ist Frieden, Frieden!“ 1945, unmittelbar nach Kriegsende, notiert die achtzehnjährige Ingeborg Bachmann diese Zeilen in ihrem Tagebuch. Aus ihnen sprechen die Abscheu vor der NS-Ideologie und die Erleichterung über das Ende der Nazi-Herrschaft. Der euphorische Ton hat noch einen weiteren Grund: Ingeborg Bachmann hat sich in den britischen Besatzungssoldaten Jack Hamesh verliebt, einen Wiener Juden, dem 1938 die Emigration gelang. Er befragt die junge Frau zunächst zu einer Mitgliedschaft im „Bund deutscher Mädel“; es entsteht bald eine enge Freundschaft. Dennoch wandert Hamesh im Frühjahr 1946 in das damalige Palästina aus. Zum ersten Mal wird Ingeborg Bachmanns Kriegstagebuch vom Spätsommer 1944 bis zum Juni 1945 vollständig aus dem Nachlaß publiziert. Der Band versammelt zusätzlich sämtliche erhaltene Briefe von Jack Hamesh an Ingeborg Bachmann. Zusammen mit den Journalaufzeichnungen entsteht so ein einzigartiges Dokument des Dialogs zwischen den Kindern der Opfer und der Täter. 17 Uhr. Salvatorplatz 1, 80333 München.

19.4. --- Lyrikkabinett Lieder in Auswahl. „So sie mir pfiff zum Katzenlohn“. Oswald von Wolkenstein (1377-1445): Die Lieder in Auswahl. Ins Neuhochdeutsche übertragen und präsentiert von Gerhard Ruiss. 5-7 €. 20 Uhr. Amalienstr.83a, 80799 München.

19.4. --- Literaturhaus Lesung. Moritz Rinke – „Der Mann, der durch das Jahrhundert fiel“. Stammt das angebissene Stück Butterkuchen im Tiefkühlschrank tatsächlich von Willy Brandt? Kann ein toter Onkel noch ein Kind zeugen? Wurde die schöne Kommunistin Marie von der Gestapo abgeholt oder von der eigenen Familie im Teufelsmoor vergraben? Und wie werden die Seelen der Menschen aufbewahrt? Ausgerechnet als Paul Wendland in Berlin mit seinem Leben und seinen kuriosen Kunstprojekten in die Zukunft starten will, holt ihn die Vergangenheit ein. In Worpswede drohen das geschichtsträchtige Haus seines Großvaters und sein Erbe im Moor zu versinken – samt lebensgroßen Bronzestatuen von Luther über Bismarck bis zu Max Schmeling und Ringo Starr. Die Reise zurück an den Ort der Kindheit zwischen mörderischem Teufelsmoor, norddeutschem Butterkuchen und traditionsumwitterter Künstlerkolonie nimmt eine verhängnisvolle Wendung. Vergessen geglaubte Familienfragen, aus dem Moor steigende historische Gestalten und die skurrile Begegnung mit einem mysteriösen Vergangenheitsforscher spülen ein ungeheuerliches Geflecht an Lügen und Geheimnissen aus einem ganzen Jahrhundert an die Oberfläche. Moritz Rinke rührt sanft, aber vollkommen anarchisch und mit einer umwerfenden Tragikomik an die Lebensmotive, die Geschlechter-, Generations- und Identitätskonflikte seiner Figuren und ihre seelischen Abgründe. Er erzählt vom Künstlerleben, von Ruhm, Verführung und Vergänglichkeit und von einem Dorf im Norden, das berühmt ist für seinen Himmel und das flache Land – und überzeugt als raffinierter Komponist einer überschäumenden, irrwitzigen Realität in diesem furiosen Romandebüt. 20 Uhr. Salvatorplatz 1, 80333 München.

21.4. --- Literaturhandlung Moths Lesung. Georg Klein – „Roman unserer Kindheit“. „Erzähl schon!“, sagt sie schließlich, und es klingt merkwürdig dumpf. Der Ältere Bruder aber hebt den Kopf und guckt über die Büsche und Baumspitzen in den weiß betupften Himmel. Ein scheinbar ewiger Sommer umfängt Neubaublöcke, amerikanische Kasernen, ein verlassenes Wirtshaus unter uralten Kastanien und die Laubenkolonie, wo die Kinder der Neuen Siedlung sich die großen Ferien vertreiben. Langsam, kaum merklich, sickert das Unheimliche ein: Ein Mord wird angekündigt, dann kommen die Boten, buchstäblich aus einer anderen Welt. Und es sieht aus, als könnten sie zumindest eines der Siedlungskinder auf die Nachtseite dieses Sommers hinüberziehen. „Roman unserer Kindheit“ ist zugleich ein radikal autobiographisches und magisch-phantastisches Buch, ein Kindheitsroman voll fiebrigem Witz und dunkler Einsicht. 19.30 Uhr. Rumfordstr. 48, 80469 München.

21.4. --- Literaturhaus Lesung. „Meer Geschichten“ - Ein Abend mit Robert Åsbacka und Stefan Moster. Moderation: Kristina Maidt-Zinke. Lesung des deutschen Textes: Horst Sachtleben (angefragt).Seefahrer, Eroberer, Urlauber – die Finnen leben mit der Gewalt und der Schönheit des Meeres. In seinem ersten Roman „Die Unmöglichkeit des vierhändigen Spiels“ (mareVerlag) schickt Stefan Moster sein Personal auf eine Kreuzfahrt. Ohne das voneinander zu wissen, haben die Bordpsychologin Almut und ihr Sohn, der Barpianist, dort angeheuert. Ein Kammerspiel beginnt, getragen von dem weiten Meer, dem engen Raum des Schiffes, alten Geschichten – und der Musik. Ebenso fein wie existentiell ist Robert Åsbackas Roman „Das zerbrechliche Leben“ gestimmt (Carl Hanser Verlag, Deutsch von Verena Reichel). Seit seine Frau bei einem Schiffsunglück umgekommen ist, ist aus dem alten Thomasson ein einsamer Mensch geworden. Nun bringt ihn ein erneuter Unfall zurück ins Leben. Veranstalter: Fili, Stiftung Literaturhaus im Kooperationsverbund literaturhaus.net. 6-8 €. 20 Uhr. Saal, Salvatorplatz 1, 80333 München.

22.4. – 20.6. Literaturhaus Ausstellung „Herta Müller. Der kalte Schmuck des Lebens“. Eine Ausstellung der Literaturhäuser München und Berlin Konzeption: Ernest Wichner, Lutz Dittrich Gestaltung: unodue (Costanza Puglisi und Florian Wenz). „Der Bogen von einem Kind, das Kühe hütet im Tal, bis hierher ins Stadthaus von Stockholm ist bizarr. Ich stehe, wie so oft, auch hier neben mir selbst.“. Mit diesen Worten begann Herta Müller am 10. Dezember 2009 ihre Tischrede beim Nobelpreis-Bankett. Diesen Lebensweg zeichnet die Herta Müller gewidmete Ausstellung anhand von biographischen und literarischen Zeugnissen nach und zeigt eine empfindliche und mutige Autorin, die Landschaft und das Milieu ihrer Herkunft sowie Freunde und Wegbegleiter. Verfolgung und Bespitzelung in der kommunistischen Diktatur Rumäniens, Emigration, politische Interventionen und Aktionen sind ebenso Stationen der Ausstellung wie die Publikationsumstände und der Erfolg ihrer literarischen Werke. Wir eröffnen die Ausstellung am 22.4. um 19.30 Uhr mit Herta Müller und Ernest Wichner. 3-5 €. Galerie (EG), Salvatorplatz 1, 80333 München.

26.4. --- Lyrikkabinett Präsentation. „in states unborn and accents yet unknown”. Shakespeare’s Sonnets Global – eine Anthologie zum 400sten Erscheinen von Shake-speares Sonnets Neuer before imprinted. Präsentation des Buch- und DVD-Projekts von Jürgen Gutsch und Manfred Pfister. Einführung: Werner von Koppenfels. 5-7 €. 20 Uhr. Amalienstr.83a, 80799 München.

26.4. --- Literaturhaus Bibliothek Lesung. Jáchym Topol – „Die Teufelswerkstatt“. Ein junger Mann flieht aus Theresienstadt. Sein einziges Gepäck: ein Schließfachschlüssel und ein USB-Stick mit den Kontaktdaten reicher Holocaust-Überlebender, die ihn und Onkel Lebo beim Aufbau eines alternativen Erinnerungsortes unterstützen sollten. Mit „Pritschensuchern“ aus der ganzen Welt, jungen Leuten, die im Osten nach ihren ermordeten Großeltern forschen, hatten sie eine Kommune gegründet und mit Kafka-T-Shirts, Ghetto-Pizza und Therapieangeboten der offiziellen KZ-Gedenkstätte Konkurrenz gemacht. Als die Behörden die anstößige Institution niederwalzen lassen, verhelfen Alex und Maruška dem Ich-Erzähler zur Flucht nach Minsk. In den Dörfern und Wäldern Weißrußlands, der „Teufelswerkstatt“, wo SS-Schergen, aber auch der NKWD gemordet haben, soll er bei der Errichtung einer Gedenkstätte unerhörten Ausmaßes helfen. Verliebt in die schöne Maruška, wird er in eine blutige Erinnerungsverschwörung hineingezogen. Jáchym Topol, literarischer Enkel Bohumil Hrabals, inzwischen selbst ein Meister der surrealen Groteske, erzählt in seinem dicht und fesselnd geschriebenen Roman vom Kampf um die Erinnerung, die im postsozialistischen Westen an Kommerz und Musealisierung, im Osten an der Unzumutbarkeit des Realen scheitert. 6-8 €. 20 Uhr. Salvatorplatz 1, 80333 München.

27.4. --- Literaturhaus Lesung. „Sehnsucht ist die Summe der Welt“ - Ein Abend mit Rosa Liksom, Olli Jalonnen und M.A. Numinen mit Band. Moderation: Clemens-Peter Haase (Goethe-Institut) Lesung der deutschen Texte: Anna Böger und Helmut Becker. Von Greenwich nach Greenwich wie Edmond Halley im 18. Jahrhundert: das ist die Maßgabe eines Reisewettbewerbs, an dem vier Freunde in Olli Jalonens Roman „Vierzehn Knoten bis Greenwich“ teilnehmen (mare Verlag, Deutsch von Stefan Moster). Vom hintersten Winkel Lapplands durch alle Ideologien des 20. Jahrhunderts: das ist die Reiseroute für Lena Liksoms schrägen Schelmenroman „Crazeland“ (Diana Verlag, Deutsch von Stefan Moster). Deutsche Philosophen im finnischen Boogie-Woogie Sound: M.A. Numinen beweist mit seiner neuen literarisch-musikalischen Revue einmal mehr seine große Nähe zu deutschen Kultur. Er präsentiert mit „Verliebte Philosophen“ die komplizierte Liebesgeschichte zwischen Hannah Arendt und Martin Heidegger. 8-12 €. 19 Uhr. Saal, Salvatorplatz 1, 80333 München.

28.4. --- Monacensia Lesung. Sam Bourne – „Tag der Abrechnung“. Sam Bourne - der Nr.1-Bestseller aus England. Direkt vor dem Gebäude der Vereinten Nationen wird ein „Attentäter“ erschossen. Dann der Alptraum: der Tote war ein unschuldiger Mann und zudem ein Überlebender des Holocaust. Der Anwalt Tom Byrne soll die Familie in England beruhigen und einen Skandal für die UN vermeiden. Doch der alte Mann war nicht so harmlos, wie es scheint. Tom entdeckt eine geheime Bruderschaft, die seit über sechzig Jahren weltweit für mysteriöse Todesfälle verantwortlich ist. Es geht um die letzten Täter des Zweiten Weltkrieges – und der Tag der Abrechnung ist jetzt erst da. Der brisante Thriller um eine Verschwörung, die es wirklich gab: von Bestsellerautor Sam Bourne. Deutscher Text: Hans Jürgen Stockerl. Moderation: Dr. Cordelia Borchardt (S. Fischer Verlage). Sam Bourne ist das Pseudonym für Jonathan Freedland (Jahrgang 1967). Der mehrfach ausgezeichnete Journalist ist Kolumnist beim „Guardian“ in London und war für diese Zeitung auch Korrespondent in Washington. Seit fast zwanzig Jahren berichtet er über Nahost-Themen. Mit seinen Thrillern „Die Gerechten“, „Das letzte Testament“ und „Tag der Abrechnung“ stand er in England jeweils an der Spitze der Bestsellerliste. Er lebt mit seiner Frau und zwei Kindern in London. 19 Uhr. Maria-Theresia-Straße 23, 81675 München.

28.4. --- Klinikum rechts der Isar Lesung. Jens Petersen – „Die Haushälterin“. Vater und Sohn leben nach dem Tod der Mutter alleine in einer Hamburger Gründerzeitvilla; der Sohn ist fünfzehn Jahre alt, der Vater Atomphysiker. Als er arbeitslos wird, verwahrlost der Haushalt, bis der Vater nach einem Unfall ins Krankenhaus kommt und der Sohn die Initiative übernimmt. Er stellt die polnische Studentin Ada als Haushälterin ein. Das verändert die Situation im Haus von Grund auf ...Die Haushälterin ist ein Generationenroman, eine Vater-und-Sohn-Geschichte und zugleich der Roman einer ersten Liebe. Jens Petersen hat mit seinem Debüt ein einfühlsames Porträt eines jungen Erwachsenen geschrieben – lakonisch und witzig. Dieses Buch wurde mit dem Bayerischen Kunstförderpreis 2005 sowie dem „aspekte“-Literaturpreis 2005 ausgezeichnet. 18.15 Uhr. Ismaninger Straße 22, 81675 München.

28.4. --- Literaturhaus Lesung. Ali Sethi – „Meister der Wünsche“. Moderation: Ilija Trojanow. Lesung des deutschen Textes: Ullrich Wittemann. Ali Sethi, 1984 in Lahore geboren und aufgewachsen, lebt nach seinem Studium in Harvard wieder in Lahore. Sein Romandebüt ist eine Familiensagas jenseits allen gängigen Klischees, komisch und ernst zugleich. Der vaterlose Zaki und seine rebellische Cousine Samar Api wachsen wie Geschwister in Lahore auf. An der Spitze der Familie stehen Zakis freigeistige Mutter Zakia und die kulturell eher konservative Großmutter Daadi. Die stürmischen politischen Entwicklungen Pakistans spiegeln und brechen sich in der verzweigten Geschichte dieser Familie, die sich am Leben freut – selbst wenn alles dagegen spricht. 8 €. 20 Uhr. Salvatorplatz 1, 80333 München.

Münster

15.4. --- Thalia Buchhandlung Lesung. Clemens Meyer – „Gewalten“. Clemens Meyer schreibt ein Tagebuch über die Gewalten unserer Zeit: Eine Stadt sucht ihren Mörder, Jubel beim Pferderennen, der beste Freund liegt im Hospiz. Ein Hund stirbt. Endlose Zahlenreihen fließen über einen Bildschirm in einer menschenleeren Fabrikhalle. Die psychiatrische Notaufnahme wird zur Endstation einer heillosen Nacht. Roh, unheimlich und geheimnisvoll ist die Welt, durch die wir täglich gehen. Clemens Meyer entwirft Szenen von großer poetischer Kraft und verstörender Klarheit. Ein Jahr lang erkundet er Seelenlandschaften, reale Orte und imaginäre Welten. Er erzählt von Alpträumen, jubelnder Euphorie und dem Irrwitz unseres Lebens. Clemens Meyer, geboren 1977 in Halle / Saale, lebt in Leipzig. 2006 erschien sein Debütroman „Als wir träumten“, für den er zahlreiche Preise, darunter den Mara-Cassens-Preis, erhielt. 2008 folgten die Erzählungen „Die Nacht, die Lichter“, die unter anderem mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet wurden. Im Frühjahr 2010 erscheint „Gewalten. Ein Tagebuch“. 20.30 Uhr. Ludgeristraße 100, 48143 Münster.

19.4. --- Bürgerhalle Lesung. Katherina Hagena – „Der Geschmack von Apfelkernen“. Schillernd und magisch sind die Erinnerungen an die Sommerferien bei der Groß­mutter, geheimnisvoll die Geschichten der Tanten. Katharina Hagena erzählt von den Frauen einer Familie, mischt die Schicksale dreier Generationen. Ein Roman über das Erinnern und das Vergessen – bewegend, herrlich komisch und klug. Als Bertha stirbt, erbt Iris das Haus. Nach vielen Jahren steht Iris wieder im alten Haus der Großmutter, wo sie als Kind in den Sommerferien mit ihrer Kusine Verkleiden spielte. Sie streift durch die Zimmer und den Garten, eine aus der Zeit gefallene Welt, in der rote Johannisbeeren über Nacht weiß und als konservierte Tränen eingekocht werden, in der ein Baum gleich zweimal blüht, Dörfer verschwinden und Frauen aus ihren Fingern Funken schütteln. Doch der Garten ist inzwischen verwildert. Nachdem Bertha vom Apfelbaum gefallen war, wurde sie erst zerstreut, dann vergesslich, und schließlich erkannte sie nichts mehr wieder, nicht einmal ihre drei Töchter. Iris bleibt eine Woche allein im Haus. Sie weiß nicht, ob sie es überhaupt behalten will. Sie schwimmt in einem schwarzen See, bekommt Besuch, küsst den Bruder einer früheren Freundin und streicht eine Wand an. Während sie von Zimmer zu Zimmer läuft, tastet sie sich durch ihre eigenen Erinnerungen und ihr eigenes Vergessen: Was tat ihr Großvater wirklich, bevor er in den Krieg ging? Welche Männer liebten Berthas Töchter? Wer aß seinen Apfel mitsamt den Kernen? Schließlich gelangt Iris zu jener Nacht, in der ihre Kusine Rosmarie den Unfall hatte: Was machte Rosmarie auf dem Dach des Wintergartens? Und wollte sie Iris noch etwas sagen? Iris ahnt, dass es verschiedene Spielarten des Vergessens gibt. Und das Erinnern ist nur eine davon. 19 Uhr. Domplatz 1-3, 48143 Münster.

Neumünster

27.4. --- Stadtbücherei Lesung. Ralf Rothmann – „Feuer brennt nicht“. Berlin, fast zwanzig Jahre nach dem Mauerfall. Kreuzberg ist gesichtslos geworden, in den Szenebezirken lebt man auf zu dünnem Eis („man hört es leise knacken, wenn sie die Deckel ihrer Laptops schließen“), und so ziehen Alina und Wolf an den grünen Rand der Stadt. Am Müggelsee, wo die Unterschiede zwischen Ost und West noch nicht verwischt sind, dem Ort erstaunlicher Begegnungen mit Menschen aus der untergegangenen Republik, sieht Wolf sich aber zunehmend überfordert von dem alltäglichen Zusammenleben mit Alina, den „Details der Zweisamkeit“, der Enge trotz komfortabler Wohnung. Als plötzlich Charlotte auftaucht, eine Geliebte aus der Vergangenheit, ergreift er die Flucht in neue, vom offensiven Eros der Professorin befeuerte Sensationen – getarnt als Ausflüge mit seinem Labrador Webster. In dessen Fell hält sich der fremde Parfümduft jedoch unvermutet lange. Alina wird skeptisch, und so überwindet Wolf „die Hölle der Verheimlichung“ und ist überrascht: Seine Frau akzeptiert das Verhältnis zu der Anderen nicht nur, sie ermuntert ihn sogar dazu ...“Heute noch etwas erfinden heißt, der Wahrheit verloren gehen.“ Ralf Rothmann hat einen Roman über das behutsame Zusammenwachsen von Ost und West und eine Chronik des erotischen Begehrens geschrieben, eine dunkel-glühende Liebesgeschichte. 20 Uhr. Wasbeker Straße 14-20, 24534 Neumünster.

Norden

9.4. --- Stadtsparkasse Buchpremiere. Klaus-Peter Wolf – „Ostfriesensünde“. Mord an der Nordseeküste. Was geschah damals wirklich bei dem Banküberfall, bei dem Ann Kathrins Vater ums Leben kam? Bis heute konnte dieser Fall nicht geklärt werden. Doch jetzt verfolgt Ann Kathrin eine neue Spur. Es sind Fotos ihres Vaters aufgetaucht, die nicht zu dem Bild passen, das Ann Kathrin von ihrem Vater hat. Aber als Ann Kathrin die Frau aufsucht, der die Fotos gehören, liegt diese tot im Wohnzimmer. Ein Zufall? Klaus-Peter Wolf, 1954 in Gelsenkirchen geboren, lebt als freier Schriftsteller und Drehbuchautor in Norddeutschland. Er zählt heute zu den erfolgreichsten Autoren deutscher Sprache. Seine Bücher und Filme wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem Anne-Frank-Preis, dem Erich-Kästner-Preis und dem Magnolia Award Shanghai. Seine Bücher wurden bisher in 22 Sprachen übersetzt und über 8 Millionen Mal verkauft. 20 Uhr. Neuer Weg 45-48, 26506 Norden.

18.4. --- Bürgerhaus Lesung. Katherina Hagena – „Der Geschmack von Apfelkernen“. Schillernd und magisch sind die Erinnerungen an die Sommerferien bei der Groß­mutter, geheimnisvoll die Geschichten der Tanten. Katharina Hagena erzählt von den Frauen einer Familie, mischt die Schicksale dreier Generationen. Ein Roman über das Erinnern und das Vergessen – bewegend, herrlich komisch und klug. Als Bertha stirbt, erbt Iris das Haus. Nach vielen Jahren steht Iris wieder im alten Haus der Großmutter, wo sie als Kind in den Sommerferien mit ihrer Kusine Verkleiden spielte. Sie streift durch die Zimmer und den Garten, eine aus der Zeit gefallene Welt, in der rote Johannisbeeren über Nacht weiß und als konservierte Tränen eingekocht werden, in der ein Baum gleich zweimal blüht, Dörfer verschwinden und Frauen aus ihren Fingern Funken schütteln. Doch der Garten ist inzwischen verwildert. Nachdem Bertha vom Apfelbaum gefallen war, wurde sie erst zerstreut, dann vergesslich, und schließlich erkannte sie nichts mehr wieder, nicht einmal ihre drei Töchter. Iris bleibt eine Woche allein im Haus. Sie weiß nicht, ob sie es überhaupt behalten will. Sie schwimmt in einem schwarzen See, bekommt Besuch, küsst den Bruder einer früheren Freundin und streicht eine Wand an. Während sie von Zimmer zu Zimmer läuft, tastet sie sich durch ihre eigenen Erinnerungen und ihr eigenes Vergessen: Was tat ihr Großvater wirklich, bevor er in den Krieg ging? Welche Männer liebten Berthas Töchter? Wer aß seinen Apfel mitsamt den Kernen? Schließlich gelangt Iris zu jener Nacht, in der ihre Kusine Rosmarie den Unfall hatte: Was machte Rosmarie auf dem Dach des Wintergartens? Und wollte sie Iris noch etwas sagen? Iris ahnt, dass es verschiedene Spielarten des Vergessens gibt. Und das Erinnern ist nur eine davon. 20 Uhr. An der Eiswiese 14, 26506 Norden.

Nordhorn

15.4. --- Buchhandlung Viola Taube Lesung. Matthias Nöllke, Christian Sprang – „Aus die Maus“. Todesanzeigen üben auf viele Menschen eine ungeheure Faszination aus. Ihre Lektüre erlaubt nicht nur den Abgleich mit den eigenen Lebensdaten, sie vermittelt mitunter auch ungewöhnliche und unterhaltsame Einblicke in das Leben der anderen. Als Student hat Christian Sprang, heute Justiziar des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, begonnen, Todesanzeigen zu sammeln. Was als Spaß in einer Wohngemeinschaft begann, entwickelte sich zu einem ungewöhnlichen Hobby. Schnell begannen Freunde und Bekannte, ihm eigene Fundstücke zu schicken. So entstand mit den Jahren eine inzwischen mehr als tausend Anzeigen umfassende Sammlung. Die Auswahl in diesem Buch reicht von Selbstanzeigen („Ich bin dann mal weg“ oder „Ich wünsche euch allen eine schöne Zeit“), nachträglichen Klarstellungen („Er hatte Vorfahrt“ oder „Scheiß Motorrad“), Rätselhaftem („Ein Gänseblümchen macht für immer Bubu“) über Hassanzeigen („Jetzt wird gefeiert!“ oder „Zum Tod von Dr. Volker P. fällt mir nur ein Wort ein: Danke! Ein Patient“) und letzte Grüße („He Uli, es war schön mit dir“) bis zu überraschenden Motti („Ein letztes Zapp-Zerapp“ oder „s’is Feierobnd“). Die Geschichten, die sich dahinter verbergen, sind herzzerreißend, skurril und komisch; sie zeichnen ein ungewöhnliches Bild vom Leben und Sterben in unserem Land, das beim Leser zu tröstender Erkenntnis und befreiendem Lachen führt. Schließlich gilt, wie in einer Anzeige lakonisch resümiert wird: „Wer nicht stirbt, hat nie gelebt“. 8-12 €. 20 Uhr. Hauptstraße 51, 48529 Nordhorn.

Nürnberg

28.4. --- Literaturhaus Lesung. Lesung. Georg Klein – „Roman unserer Kindheit“. „Erzähl schon!“, sagt sie schließlich, und es klingt merkwürdig dumpf. Der Ältere Bruder aber hebt den Kopf und guckt über die Büsche und Baumspitzen in den weiß betupften Himmel. Ein scheinbar ewiger Sommer umfängt Neubaublöcke, amerikanische Kasernen, ein verlassenes Wirtshaus unter uralten Kastanien und die Laubenkolonie, wo die Kinder der Neuen Siedlung sich die großen Ferien vertreiben. Langsam, kaum merklich, sickert das Unheimliche ein: Ein Mord wird angekündigt, dann kommen die Boten, buchstäblich aus einer anderen Welt. Und es sieht aus, als könnten sie zumindest eines der Siedlungskinder auf die Nachtseite dieses Sommers hinüberziehen. „Roman unserer Kindheit“ ist zugleich ein radikal autobiographisches und magisch-phantastisches Buch, ein Kindheitsroman voll fiebrigem Witz und dunkler Einsicht. 20 Uhr. Luitpoldstr. 8, 90402 Nürnberg.

28.4. --- Germanisches Nationalmuseum Lesung. Asta Scheib – „Das Schönste, was ich sah“. Giovanni Segantini und Luigia Bugatti: Er malte sie, als sie fast noch ein Kind war. Er liebte sie leidenschaftlich, solange er lebte. Als siebenjährige Waise steckt man Giovanni Segantini in eine Besserungsanstalt. Mit zwanzig wird er an der Mailänder Akademie aufgenommen. Wenige Jahre später reißen ihm die Galeristen seine Bilder aus den Händen. – Der Roman eines Künstlerlebens und einer ungewöhnlichen Liebe. Als Giovanni Segantini sich an der Akademie Brera einschreibt, hat er eine albtraumhafte Kindheit und Jugend hinter sich. Er ist abgerissen, hungrig und hat kein Geld. Trotzdem wird er der engste Freund Carlo Bugattis, eines reichen Mailänder Bürgersohnes, der auch an der Brera studiert und schon einen Namen als Möbelbauer hat. Carlos’ schöne, verwöhnte Schwester Luigia verliebt sich in den scheuen Giovanni, der zum Erstaunen aller in der Akademie einen Preis nach dem anderen bekommt. Der Maler und Luigia werden ein Paar und haben zusammen vier Kinder. Es ist ein turbulentes Leben, aber Luigias Hingabe an Giovannis Künstlertum und seine unerschütterliche Liebe zu ihr wappnen sie gegen alle Widrigkeiteiten. 20 Uhr. Kornmarkt 1, 90402 Nürnberg.

30.4. --- printeria store Lesung. Christoph Poschenrieder – „Die Welt ist im Kopf“. Einführung: Dr. Norbert Schürger. 18 Uhr. Hauptmarkt 2, An der Fleischbrücke, 90403 Nürnberg.

Oettingen

14.4. --- Katholisches Pfarrheim Lesung. Eva Baronsky – „Herr Mozart wacht auf“. „Dieses Buch ist wie eine Umarmung.“ Robert Schneider. Am Vorabend noch hat er auf dem Sterbebett gelegen. Nun erwacht Wolfgang an einem unbekannten Ort und - wie ihm nach und nach klar wird - in einer fremden Zeit. Die Ungeheuerlichkeit seiner Zeitreise ins Jahr 2006 kann er sich nur mit einem göttlichen Auftrag erklären: Er soll endlich sein Requiem beenden. Als wunderlicher Kauz und lebender Anachronismus irrt Wolfgang durch das moderne Wien, wagt nicht mehr, sich Mozart zu nennen, und scheitert an U-Bahntüren und fehlenden Ausweisen. Einzig die Musik dient ihm als Kompass, um sich in der erschreckend veränderten Welt zu orientieren. Zur Seite stehen ihm ein polnischer Stehgeiger, das Mädchen Anju und seine Lust, hergebrachte Harmonien auf den Kopf zu stellen. Doch je länger sich Wolfgang in der fremden Zeit aufhält, desto drängender wird die Frage, was ihn erwartet, wenn er das Requiem vollendet hat. „Solange es nur Musik gab, war er bereit, in jeder Welt zurechtzukommen.“ 19.30 Uhr. Sonnengasse 9, 86732 Oettingen.

Offenburg

22.4. --- Buchhandlung Akzente Lesung. Angelika Overath – „Flughafenfische“. In der Ortlosigkeit eines Flughafens kreuzen sich die Lebenslinien dreier Menschen. Eine müde Magazinfotografin gerät vor dem Riffaquarium der Transithalle in den Schwindel fragmentierter Reisebilder aus Afrika und Asien. Sie findet eine seltsame Nähe zu dem Mann, der hier die stillen Tiere pflegt wie seine Kinder. Während sich zwischen den beiden eine verschwiegene Liebe entwickelt, geht nebenan im Raucherfoyer eine Ehe zu Ende. Variiert werden im Wendekreis der Fische die Muster von Sehnsucht, Einsamkeit und Paarungen. Es hatte keinen Anschlussflug gegeben; Elis streift durch den Transit. Sie zweifelt an ihrem Leben als Magazinfotografin. Auf einmal stockt sie vor einem riesigen Aquarium. Fische aus allen tropischen Meeren ziehen über Korallenbänke und Anemonenwiesen, während der Strom der Passanten den Glaskörper umfließt. Als sie Tobias entdeckt, der die Scheiben reinigt, beginnt sie, sich für diesen Mann zu interessieren. Auch er hat sie beobachtet, aus einem Grund, den sie nicht ahnt. Sie spricht ihn an. Er gibt Auskunft über Fischsymbiosen, Seepferdchenväter, die Fortpflanzung von Korallen; sie erzählt von Reisen, einer unglücklichen Liebe. Die beiden sprechen aneinander vorbei und geraten doch in eine vorsichtige Vertrautheit, die alles ändern kann. Im Raucherfoyer trinkt sich unterdessen ein alternder Biochemiker in einen finalen Ehemonolog. „Flughafenfische“ variiert im Transit eines futuristischen Airports die uralten Themen Liebe und Tod. Angelika Overath schreibt Romane als „Reportagen aus der Intimität“. Wo scheinbar nichts geschieht, öffnet sie irritierende und berührende Innenräume. 20 Uhr. Metzgerstraße 17, 77652 Offenburg.

Oldenburg

13.4. --- Literaturbüro Lesung. Brigitte Kronauer – „Zwei schwarze Jäger“. Wie ein Reigen verzahnt dieses Buch seine Figuren und ihre Geschichten, die alle wiederum der Vorstellungskraft einer der Protagonistinnen zu entspringen scheinen: Rita Palka, eine Schriftstellerin, die sich gelegentlich selbst unter ihr Personal mischt. Zu dem zählt eine Dame im Rollstuhl, die ihren ehemaligen Liebhaber auffordert, den Don Juan der Nachbarschaft zu spielen; eine Kassiererin, die der Tristesse entfliehen will und Prostituierte wird; ein Verlagslektor, der sich in einen Kellner verliebt und auch die kleinwüchsige Wally, die nur zwei Nächte ihres Lebens mit einem Mann verbracht hat. Sie alle verbindet die Sehnsucht nach den verdeckten Träumen des Alltags – und die ernüchternde Enttäuschung. Und so rücken die Figuren mit ihren Ängsten und Niederlagen immer dichter zusammen, ohne zu ahnen, dass eine von ihnen zur Mörderin wird. Brigitte Kronauer, 1940 in Essen geboren, lebt als freie Schriftstellerin in Hamburg. Bekannt geworden ist sie mit Romanen wie „Frau Mühlenbeck im Gehäus“ (1980) und „Teufelsbrück“ (2000). Sie erhielt zahlreiche Preise, u.a. den Heinrich-Böll-Preis, den Fontane-Preis sowie im Jahr 2005 den Georg-Büchner-Preis. 6-8 €. 20 Uhr. Wilhelmstraße 13, 26121 Oldenburg.

20.4. --- Literaturbüro Lesung. Michael Lentz – „Offene Unruh. 100 Liebesgedichte“. Soll man erklären, was Liebe ist? / „man könnte liebe mit ruhe verwechseln“. Und was Gedichte sind? / „der fieberton einer mücke, rückwärts / gesungen“. In „Offene Unruh“, dem neuen Gedichtband von Michael Lentz, geht es um die Liebe. Mit dem Jazz-Musiker Axel Kühn und dem gemeinsamen Projekt „Fünf Leute“ setzt er seine Texte in einer Performance um, die die Grenzen von Sprache und Musik auslotet: Aus den Liebesgedichten werden Klanggedichte. Mit Texten, die mal ruhig, dann wieder kaskadenartig vorgetragen werden und einem Sound, der sich zwischen Ambient-Acid, Funk und Free Jazz bewegt. „Fünf Leute“ bieten einen der außergewöhnlichsten Ansätze, Literatur und progressive Musik zusammen live zu performen. Die Kombination von Jazz und Lyrik, spätestens seit den Beat Poeten in guter Tradition, wird hier ins einundzwanzigste Jahrhundert katapultiert. Michael Lentz, 1964 geboren, schreibt Prosa, Lyrik, Hörspiele und Theaterstücke. Er promovierte über Lautpoesie und wurde 2006 vom Deutschen Literaturinstitut Leipzig zum Professor für Literarisches Schreiben berufen. Für seine literarischen Werke erhielt er zahlreiche Preise, u.a. den Ingeborg-Bachmann-Preis 2001. Michael Lentz lebt in Berlin. 6-8 €. 20 Uhr. Wilhelmstraße 13, 26121 Oldenburg.

Oranienburg

14.4. --- Orangerie des Schlosspark Lesung. Judith Hermann – „Alice“. „Die Planeten laufen langsam. Aber sie machen ihre Transite. Und dann ändert sich dein ganzes Leben.“ Wenn jemand geht, der dir nahe ist, ändert sich dein ganzes Leben, es ändert sich, ob du willst oder nicht. Alles wird anders. Alice ist die Heldin dieser fünf Geschichten, alle erzählen von ihr – und davon, wie das Leben ist und das Lieben, wenn Menschen nicht mehr da sind. Dinge bleiben zurück, Bücher, Briefe, Bilder, und ab und zu täuscht man sich in einem Gesicht. Lebenswege kreuzen sich, ändern die Richtung und werden unwiederbringlich auseinandergeführt. Die Autorin von „Sommerhaus, später“ und „Nichts als Gespenster“ schreibt Geschichten von ungeheurer Kraft und großer literarischer Schönheit. Judith Hermann wurde 1970 in Berlin geboren. 1998 erschien ihr erstes Buch „Sommerhaus, später“, dem eine außerordentliche Resonanz zuteil wurde und für das sie mit dem Literaturförderpreis der Stadt Bremen, dem Hugo-Ball-Förderpreis und dem Kleist-Preis ausgezeichnet wurde. 2003 erschien der Erzählungsband „Nichts als Gespenster“. Einzelne dieser Geschichten wurden 2007 für das deutsche Kino verfilmt. Für ihr neues Buch „Alice“ (2009) erhielt Judith Hermann den Friedrich-Hölderlin-Preis. Die Autorin lebt und schreibt in Berlin. 19.30 Uhr. Kanalstraße 26 a, 16515 Oranienburg.

Paderborn

29.4. --- Thalia Buchhandlung Lesung. Helge Timmerberg – „Der Jesus vom Sexshop“. „Adrenalin ist an und für sich nicht bösartig, sondern ein befreundetes Hormon. Es macht wach und putzmunter, denn es rast wie Rasierklingen durchs Blut und tut den Nervengut, tausendmal besser als Kokain. Adrenalin ist der letzte Joker des Lebens. Und ist dieses auch ein durchgehend verschlafenes gewesen, egal, im Angesicht des Todes verschafft es Mega-Aufmerksamkeit für die Situation. Es gibt Adrenalin-Klassiker wie den Schatten eines Schlachtermessers hinter dem transparenten Duschvorhang, oder wenn man durch ein Flugzeugfenster schaut, und die Turbine brennt. Adrenalin auch, wenn im Hals der Apfel klemmt oder ein hungriger Wolf seine Lieder singt. Ein hungriger Wolf? Mir schien, es waren mehrere...“ „Dieser Reiseschriftsteller reiht sich ein unter die Großen des letzten Jahrhunderts wie Bruce Chatwin, Paul Theroux oder Hunter S. Thompson.“ (Bayern 2). „Ein absolutes Muss, man liest, lacht, träumt.“ (Der Spiegel über „Shiva Moon“). „In meiner Generation der beste Schreiber Deutschlands.“ (Sibylle Berg). 19.30 Uhr. Westernstr. 2, 33098 Paderborn.

Pfaffenhofen

21.4. --- Rathaus Lesung. Hellmuth Karasek – „Ihr tausendfaches Weh und Ach“. Leicht und doch mit chaplineskem Ernst erzählt Karasek, wie Männer versuchen, zu lieben und zu flüchten, zu erobern und zu vergessen. Der „publizistische Turbokarpfen im Teich der grauen Hechte“ (Gerhard Stadelmaier) berichtet von glücklichen und schmerzlichen Selbstversuchen und von Ausflügen in das unbekannte Land der Frauen. Die Beziehung zwischen Männern und Frauen – ein Wechselbad zwischen Liebe und Verlieren, Leidenschaft und Erkalten. Das Dilemma: Die Leidenschaft kennt keine Treue und verspricht keine Dauer. Ehe und Familie dagegen basieren auf der versprochenen Treue und der garantierten Dauer. Nestflüchter und Nestwärmer, das sind Mann und Frau. Und die Treue ist keine Frage der Moral, sondern der Bequemlichkeit, der Feigheit und des Mangels an Gelegenheiten. Eine Geschichte in Geschichten aus fünfzig Jahren Geschlechterkampf. 20 Uhr. Hauptplatz 1, 85276 Pfaffenhofen.

Pforzheim

14.4. --- PZ-Forum Lesung. Ludger Volmer – „Die Grünen“. Im Januar 1980 gründeten Öko- und Friedensbewegte, Feministinnen, Biobauern und Kiezhelden die grüne Partei. Innerhalb von 30 Jahren hat sie sich von den „Turnschuh-Politikern“ zu einer politischen Kraft entwickelt, die in fast allen Parlamenten, nicht selten als drittstärkste Partei, vertreten ist, Regierungsverantwortung übernimmt, Bürgermeister und Minister stellt. Und doch unterscheiden sich Die Grünen immer noch von den anderen Parteien: in ihrer Streitkultur, ihrer Basis-Orientierung und in ihren Mythen. Ludger Volmer, Gründungsmitglied, Ex-Staatsminister und Ex-Vorsitzender, erzählt die Geschichte(n) dieser besonderen Partei aus der Innensicht als Beteiligter wie aus der Außensicht des sozialwissenschaftlichen Forschers. 19 Uhr. Poststrasse/Ecke Luisenstrasse , 75172 Pforzheim.

Pfungen

7.4. --- Gemeindebibliothek Lesung. Milena Moser – „Möchtegern“. Lange hat sich die erfolgsverwöhnte Schriftstellerin Mimosa Mein dem Medienbetrieb entzogen. Ihre Romane haben ihr allerdings den Ruf eingetragen, das Leben eines mondänen und zügellosen Vamps zu führen. Überrumpelt sagt sie zu, als sie angefragt wird, in der Jury der Sendung „Die Schweiz sucht den SchreibStar“ mitzuwirken - als skandalumwitterte „Hasbeen“ seien ihr die Stärken und Schwächen der „Wannabes“ vertraut, wie ihr der Fernsehredakteur erklärt. Dort wird sie mit den Lebensgeschichten von Menschen konfrontiert, die buchstäblich alles riskieren, um berühmt zu werden. Und Mimosa riskiert fast alles, um ihnen dabei zu helfen. Ein mitreißender, witziger Roman über Schreiben und Ehrgeiz, Freundschaft und Verrat und die tückischen Zufälle des Lebens. 20 Uhr. Breiteackerstrasse 44, 8422 Pfungen.

Potsdam

18.4. --- Staatskanzlei Preisverleihung. Die öffentliche Preisverleihung des „THEO. Preis für junge Literatur in Berlin und Brandenburg 2010“. Der THEO, benannt nach dem Schriftsteller Theodor Fontane, möchte Kinder und Jugendliche für die Literatur, das Schreiben und die Kreativität begeistern. THEO ist ein bundesweiter Wettbewerb für Kinder und Jugendliche zwischen 9 und 19 Jahren. 2010 findet der Wettbewerb zum dritten Mal statt. Die Veranstaltung endet voraussichtlich um 13 Uhr. Die 13 Nominierten lesen aus ihren Beiträgen, danach erfolgt die Preisvergabe der vier THEOs – in den jeweiligen Altersgruppen im Bereich Prosa und der in der Kategorie Lyrik. 11 Uhr. Heinrich-Mann-Allee 107, 14473 Potsdam.

19.4. --- Friedrich-Naumann-Stiftung Lesung. Joachim Gauck – „Winter im Sommer – Frühling im Herbst“. Eine Schlüsselfigur der jüngsten deutschen Geschichte erinnert sich: Joachim Gauck, engagierter Systemgegner in der friedlichen Revolution der DDR und herausragender Protagonist im Prozess der Wiedervereinigung als erster Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen. Joachim Gauck verlebte seine Kindheit in einem Dorf an der Ostseeküste. Später studierte er Theologie in Rostock und fand seinen Weg in die Kirche in Mecklenburg. Distanz zum DDR-System prägte seine Tätigkeit von Anfang an. Wie selbstverständlich wurde er Teil einer kritischen Bewegung und schließlich zu einer Symbolfigur im Umbruch von 1989. Nach dem Mauerfall übernahm Gauck politische Verantwortung, er wurde Abgeordneter im ersten freien Parlament der DDR und erster Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen. Der Kampf gegen das Vergessen und Verdrängen blieb als Redner und Kommentator sein großes Thema, auch als er nach zehn Jahren aus dem Amt ausschied. Zu seinem 70. Geburtstag hat Joachim Gauck seine Erinnerungen aufgeschrieben. Ihm ist ein gleichermaßen politisches wie emotional berührendes Buch gelungen, in dem er in klaren Bildern die traumatisierende Erfahrung der Unfreiheit und das beglückende Erlebnis der Freiheit nachzeichnet und den schwierigen Übergang von erzwungener Ohnmacht zu einem selbstbestimmten Leben beschreibt. „Gaucks Erinnerungen sind eine Art Freiheitslehre; seine Selbstauskünfte berichten vom Erlernen des aufrechten Ganges - und davon, warum sich die Mühe lohnt. Für all jene, die wissen wollen, wie demokratische Gesinnung in der Diktatur überwinterte, hat er ein lehrreiches Buch verfasst. Wer immer noch rätselt, was für eine Gesellschaft die DDR war, der kann es hier nachlesen.“ 19 Uhr. Karl-Marx-Straße 2, 14482 Potsdam.

20.4. --- Schloß Branitz Buchpremiere. Rolf Schneider – „Fürst Pückler in Branitz“. Moderation: Peter Walther. Fürst Hermann von Pückler-Muskau war eine der schillerndsten Persönlichkeiten des 19. Jahrhunderts: Als Reisender, Frauenheld, Schriftsteller, Bauherr und Landschaftsgärtner machte er sich einen Namen. Pücklers literarischer Ruhm ist heute verblasst, aber geblieben sind seine Gärten - darunter der in Branitz (bei Cottbus), in dem der „grüne Fürst“ begraben liegt und der Kennern als sein schönster gilt. Der in Schöneiche lebende Schriftsteller Rolf Schneider nähert sich literarisch dem Menschen Pückler und dem Park, dessen Gestaltung den Fürsten bis an sein Lebensende beschäftigt hat. Ein einzigartiges Gartenkunstwerk in Wort und Bild - mit Fotografien von Therese Schneider. Eine Veranstaltung des Brandenburgischen Literaturbüros, der Lausitzer Rundschau und der Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloß Branitz und des bebra Verlags. Eintritt: 3-5 €. 19 Uhr. Robinienweg 5, 14469 Potsdam.

24.4. --- Villa Quandt Filmvorführung. „Houwelandt - Wie ein Roman entsteht“. Film und Gespräch mit John von Düffel. Der in Potsdam lebende Autor John von Düffel und der Dokumentarfilmer Jörg Adolf haben sich getroffen, um in einem unvergleichlichen Filmversuch, die Entstehung des Romanes „Houwelandt“ zu dokumentieren. Dabei zeigt der Film (ZDF/3sat/Caligari Film München) nicht nur die qualvollen Momente des Zweifelns, sondern auch das professionelle Schnurren des Vermarktungsapparats im Hintergrund. Das Buch hielt sich Dank einer Empfehlung von Elke Heidenreich über Wochen auf der Bestseller-Liste. John von Düffel, geboren 1966 in Göttingen, ist als Kritiker, Hörspielautor, Dramatiker und als Übersetzer tätig. Für sein Romandebüt „Vom Wasser“ wurde er mit dem Aspekte-Literaturpreis ausgezeichnet. Eine Veranstaltung des Brandenburgischen Literaturbüros und des Literaturladens Wist. Eintritt 5-7 €. 18 Uhr. Große Weinmeisterstr.46/47, 14469 Potsdam.

Ravensburg

14.4. --- Org. Buchhandlung RavensBuch Lesung. Christoph Poschenrieder – „Die Welt ist im Kopf“. Gespräch mit Lektorin Silvia Zanovello. 20 Uhr. Marienplatz 34, 88212 Ravensburg.

Regensburg

16.4. --- Bücherwurm Lesung. Jörg Maurer – „Hochsaison. Sterben, wo andere Urlaub machen“. Nach dem Bestseller „Föhnlage“ der zweite Alpenkrimi mit Kommissar Jennerwein. Beim Neujahrsspringen in einem alpenländischen Kurort stürzt ein Skispringer schwer – und das, wo Olympia-Funktionäre zur Vergabe zukünftiger Winterspiele zuschauen. Wurde der Springer etwa beschossen? Kommissar Jennerwein ermittelt bei Schützenvereinen und Olympia-Konkurrenten. Als ausgerechnet in einem Gipfelbuch per Bekennerbrief weitere Anschläge angedroht werden, kocht die Empörung im Ort hoch: Jennerwein muss den Täter fassen, sonst ist die Hochsaison in Gefahr… Jörg Maurer stammt aus Garmisch-Partenkirchen. Er studierte Germanistik, Anglistik, Theaterwissenschaften und Philosophie und ist nun nicht nur Krimiautor, sondern auch Musikkabarettist. Eine feste Größe in der süddeutschen Kabarettszene, leitete er jahrelang ein Theater in München und wurde für seine Arbeit mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Kabarettpreis der Stadt München (2005) und dem Agatha-Christie-Krimi-Preis (2005 und 2006). Sein Krimi-Kabarettprogramm ist Kult. „Kriminell komisch.“ Süddeutsche Zeitung. 20 Uhr. Franz-von-Taxis-Ring 53, 93049 Regensburg.

20.4. --- Buchhandlung Dombrowsky Lesung. Georg Klein – „Roman unserer Kindheit“. „Erzähl schon!“, sagt sie schließlich, und es klingt merkwürdig dumpf. Der Ältere Bruder aber hebt den Kopf und guckt über die Büsche und Baumspitzen in den weiß betupften Himmel. Ein scheinbar ewiger Sommer umfängt Neubaublöcke, amerikanische Kasernen, ein verlassenes Wirtshaus unter uralten Kastanien und die Laubenkolonie, wo die Kinder der Neuen Siedlung sich die großen Ferien vertreiben. Langsam, kaum merklich, sickert das Unheimliche ein: Ein Mord wird angekündigt, dann kommen die Boten, buchstäblich aus einer anderen Welt. Und es sieht aus, als könnten sie zumindest eines der Siedlungskinder auf die Nachtseite dieses Sommers hinüberziehen. „Roman unserer Kindheit“ ist zugleich ein radikal autobiographisches und magisch-phantastisches Buch, ein Kindheitsroman voll fiebrigem Witz und dunkler Einsicht. 20.30 Uhr. St.-Kassians-Platz 6, 93047 Regensburg.

21.4. --- Bücher Pustet Lesung. Arno Strobel – „Der Trakt“. „Und wer bist du wirklich?“ Der Weg durch den nächtlichen Park, der Überfall – all das weiß sie noch, als sie aus dem Koma erwacht. Ihre Erinnerung ist völlig klar: Sie heißt Sibylle Aurich, ist 34 Jahre alt, lebt mit Mann und Kind in Regensburg. Sie scheint fast unversehrt. Und doch beginnt mit ihrem Erwachen eine alptraumhafte Suche nach sich selbst. Zwar hat Sibylle ihr Gedächtnis behalten, die Welt aber hat offenbar die Erinnerung an Sibylle verloren: Ihr Mann kennt sie nicht, von ihrem eigenen Hochzeitsfoto starrt ihr das Gesicht einer Fremden entgegen, und niemand hat je von ihrem Sohn Lukas gehört! Wurde er entführt? Hat er nie existiert? Und wem kann sie überhaupt noch trauen? Arno Strobel, 1962 in Saarlouis geboren, studierte Informationstechnologie und arbeitet heute bei einer großen deutschen Bank in Luxemburg. Mit dem Schreiben begann er im Alter von fast vierzig Jahren. Arno Strobel lebt mit seiner Familie in der Nähe von Trier. „Der Trakt“ ist sein dritter Roman. 20.30 Uhr. Gesandtenstraße 6-8, 93047 Regensburg.

Reichenbach

28.4. --- Vogtländische Buchhandlung Lesung. Heinz-Joachim Schädlich – „Kokoschkins Reise“. „Hans Joachim Schädlich ist der große Lakoniker unter den deutschen Gegenwartsautoren.“ (Die Zeit). Der Exilrusse Fjodor Kokoschkin kehrt auf der Queen Mary 2 von einer Reise an die Orte seiner Kindheit und Jugend nach New York zurück. Seine Erinnerungen rufen die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts mit ihren Verfolgungen, Schicksalen und Emigrationen wach. 19.30 Uhr. Zenkergasse 2, 08468 Reichenbach.

Reutlingen

28.4. --- Bibliothek Lesung. Milena Moser – „Möchtegern“. Lange hat sich die erfolgsverwöhnte Schriftstellerin Mimosa Mein dem Medienbetrieb entzogen. Ihre Romane haben ihr allerdings den Ruf eingetragen, das Leben eines mondänen und zügellosen Vamps zu führen. Überrumpelt sagt sie zu, als sie angefragt wird, in der Jury der Sendung „Die Schweiz sucht den SchreibStar“ mitzuwirken - als skandalumwitterte „Hasbeen“ seien ihr die Stärken und Schwächen der „Wannabes“ vertraut, wie ihr der Fernsehredakteur erklärt. Dort wird sie mit den Lebensgeschichten von Menschen konfrontiert, die buchstäblich alles riskieren, um berühmt zu werden. Und Mimosa riskiert fast alles, um ihnen dabei zu helfen. Ein mitreißender, witziger Roman über Schreiben und Ehrgeiz, Freundschaft und Verrat und die tückischen Zufälle des Lebens. 20 Uhr. Spendhausstraße 2, 72764 Reutlingen.

Rhauderfehn

22.4. --- Musik-Café Marienheil Lesung. Wladimir Kaminer – „Meine russischen Nachbarn“. Männer sind bekanntlich vom Mars, Frauen von der Venus. Aber woher kommen Russen? Sie kommen aus Berlin. Sie spielen morgens Trompete und freuen sich, wenn ihre Nachbarn mit dem Besen an die Decke klopfen, um sie anzufeuern. Sie lieben Besuch, kapern aber notfalls auch ein paar Zeugen Jehovas, um sie in ihrer Wohnung festzuhalten, bis alle Fragen zu Gott und der Welt beantwortet sind. Wladimir Kaminer ist überzeugt, dass seine beiden Nachbarn Andrej und Sergej auf diese Weise der deutschen Gesellschaft ein ganzes Trio dauerhaft entzogen haben. Möglicherweise helfen sie Andrej auch beim Erlernen der deutschen Sprache. Denn sein Wortschatz ist auf den rätselhaften Satz begrenzt „Tschüss, bis zum nächsten Mal, wenn es wieder heißt: Popkonzert!“ Der Versuch, mittels einer Hypnose-Kassette Deutsch zu lernen, scheiterte. Zwar beherrscht man anschließend jede gewünschte Sprache fließend, sie wird allerdings von der Umwelt oft nicht erkannt. Glücklicherweise gibt es aber auch andere Wege, einander zu verstehen. Zum Beispiel durch die Lektüre der so komischen wie völkerverbindenden Geschichten von Wladimir Kaminer! 20 Uhr. Hoher Weg 1, 26817 Rhauderfehn.

Rheine

22.4. --- Kloster Bentlage Lesung. Jan Fleischhauer – „Unter Linken“. Von einem, der aus Versehen konservativ wurde. Eine Erkundung der linken Lebenswelten – persönlich, boshaft und sehr unterhaltsam. „Mit so viel Witz und scharfer Intelligenz hat sich in Deutschland noch keiner die Linke vorgenommen.“ Roger Köppel, Die Weltwoche. 19.30 Uhr. Bentlager Weg 130, 48432 Rheine.

Rheinsberg

13.4. --- Kurt-Tucholsky-Literaturmuseum Lesung. Klaus Büstrin, Jochen Röhrig – „Zeitstimmen. Das kollektive Brandenburger Tagebuch“. Aus der Mark Brandenburg stammen nicht nur berühmte Dichter wie Kleist und Fontane, hier haben auch ganz gewöhnliche Menschen ihre Geschichten aufgeschrieben: Sie haben den Alltag in der Stadt oder auf dem Land, die kleinen und großen Zeitereignisse in ihrem Tagebuch festgehalten. Das Brandenburgische Literaturbüro hat gemeinsam mit dem Kurt Tucholsky Literaturmuseum unter dem Titel „Zeitstimmen“ Tagebücher aus dem Land Brandenburg gesammelt. Klaus Büstrin und Jochen Röhrig leihen den Tagebuchschreibern ihre Stimme und stellen eine Auswahl interessanter Geschichten vor, in denen sich Alltag und Zeitgeschichte in Brandenburg spiegeln. 19.30 Uhr. Schloss Rheinsberg, 16831 Rheinsberg.

Ribnitz-Damgarten

23.4. --- Zeigbibliothek Lesung. Michael Jürgs – „Seichtgebiete. Warum wir hemmungslos verblöden“. Alle wissen es, keiner schreit auf: Ob falsche Betroffenheit in Talkshows, prollige Vorbilder wie Mario Barth oder Dieter Bohlen, von Supernannys statt von ihren Eltern erzogene Kinder oder die selbst vom Feuilleton zu Ikonen der Subkultur stilisierten Bestsellerautoren à la Roche, Bushido und Co. – überall breiten sich Seichtgebiete und Verblödung aus. Jürgs prangert nicht deutsch bierernst, sondern indem er sie lächerlich macht, jene an, die zynisch schamlos mit der Verdummung Geld machen. Er schont auch nicht sich und seine Branche, und erst recht nicht die Oberlehrer der Nation, die nur angeekelt ihre Nasen rümpfen. Mit seiner provokanten Streitschrift warnt Jürgs vor den Folgen einer verödenden demokratischen Kultur. 19 Uhr. Wasserstraße 34a, 18311 Ribnitz-Damgarten.

Rostock

22.4. --- Universitätsbuchhandlung Weiland Lesung. Jürgen Brater – „Lexikon der verblüffenden Erkenntnisse“. Warum Männer schwanger und Fische seekrank werden. Kann ein Mensch an einem Tag mehr als 150 Liter Harn produzieren? Kann man sich an Erdnüssen satt essen, ohne eine einzige Nuss zu verspeisen? Lässt sich eine Waschmaschine verwenden, um darin Bier zu brauen? Kann ein Auto kopfüber an der Decke fahren? Können Fische auf Bäume klettern und Flugzeuge in der Luft stehen bleiben? Zahlreiche verblüffende Erscheinungen können wir uns nicht erklären, und dennoch sind sie wahr und wissenschaftlich belegbar. Wie, das erklärt der Mediziner und Biologe Jürgen Brater für jedermann leicht nachvollziehbar und äußerst unterhaltsam. 20.15 Uhr. Kroepeliner Straße 80, 18055 Rostock.

Saarbrücken

13.4. --- Thalia Buchhandlung Lesung. Kathrin Gerlof – „Alle Zeit“. Als Juli und Klara einander im winterlichen Park begegnen, ahnen sie nicht, wie ihre beiden Leben verwoben sind. Die eine ist blutjung, hochschwanger und mutterseelenallein. Die andere, alt und gebrechlich, verliert mehr und mehr den Bezug zur Welt und weiß, fürs Erinnern bleibt nicht mehr viel Zeit. Warum nur fühlt Juli sich der alten Frau so nah? Spürt sie, was Klara und das Kind in ihrem Leib verbindet? Alle Zeit erzählt, wie ein tragisches Ereignis die ohnehin lose verknüpften Familienbande endgültig kappen konnte und weshalb das Baby und die vergessliche Frau mehr als drei Generationen trennen. Eine berührende Geschichte über das Altwerden, das Neugeborensein und eine Liebe am Ende des Lebens. Kathrin Gerlof, geboren 1962 in Köthen/Anhalt, lebt als freie Journalistin und Autorin in Berlin. Ihr Debütroman Teuermanns Schweigen erschien 2008 im Aufbau Verlag und wurde von der Kritik gefeiert. 4-6 €. 20.15 Uhr. Bahnhofstraße 54, 66111 Saarbrücken.

15.4. --- Thalia Buchhandlungen Lesung. Hans-Ulrich Treichel - „Grunewaldsee“. Paul liebt Berlin, vor allem Westberlin, sofern man Westberlin lieben kann, wenn man in einer dunklen Hinterhofwohnung in Kreuzberg lebt. Und er liebt Maria, die Spanierin mit den graugrünen Augen und der Motorradjacke. Die beiden lernen sich in Málaga kennen, wo er als Sprachlehrer jobbt, während er auf eine Referendariatsstelle wartet. Maria, die angehende Ärztin, wird für ihn zur Liebe seines Lebens, und doch muß er sie bald verlassen: Sie ist verheiratet und erwartet ein Kind. Aber bei seinem Abschied aus Spanien ruft sie ihm nach: „Permanecemos juntos!“ – „Wir bleiben zusammen!“ Marias Versprechen soll kein leeres bleiben: Sie sehen sich wieder, in Deutschland. Von der Lobby des Münchner Hotels Vier Jahreszeiten aus brechen sie auf zu einer Reise, die freilich nur einen halben Tag dauert. Auf einem olivenbestandenen Grundstück hoch über dem Meer in Südspanien und an den mit Hunde-Urin verseuchten Stränden rund um den Grunewaldsee verwickelt Bestsellerautor Hans-Ulrich Treichel seinen Helden in eine Liebesgeschichte, wie sie nur dieser Meister der heiteren Melancholie und des lakonischen Spotts erzählen kann: voller Abstürze und in höchstem Maß vergnüglich. 4-6 €. 20.15 Uhr. Bahnhofstraße 54, 66111 Saarbrücken.

Schmalenberg

15.4. --- Kunstverein Alte Mühle Lesung. Silvio Huonde – „Dicht am Wasser“. In einer beschaulichen Gemeinde in Brandenburg leben viele junge Familien aus Berlin. Als plötzlich ein Kind verschwindet, bricht die glatte Oberfläche des freundlichen Miteinanders der kultivierten Akademiker ein, zum Vorschein kommen Gier, Angst und Betrug. Silvio Huonder gehört zu den wichtigsten Stimmen der Gegenwartsliteratur der Schweiz. In „Dicht am Wasser“ verbindet er Thriller und Drama, um eine unheimliche Geschichte aus der Mitte des gebildeten Wohlstands zu erzählen. 20 Uhr. Weststraße 3a, 57392 Schmallenberg.

Schneverdingen

17.4. --- Buchhandlung Carstens Lesung. Wladimir Kaminer – „Meine russischen Nachbarn“. Männer sind bekanntlich vom Mars, Frauen von der Venus. Aber woher kommen Russen? Sie kommen aus Berlin. Sie spielen morgens Trompete und freuen sich, wenn ihre Nachbarn mit dem Besen an die Decke klopfen, um sie anzufeuern. Sie lieben Besuch, kapern aber notfalls auch ein paar Zeugen Jehovas, um sie in ihrer Wohnung festzuhalten, bis alle Fragen zu Gott und der Welt beantwortet sind. Wladimir Kaminer ist überzeugt, dass seine beiden Nachbarn Andrej und Sergej auf diese Weise der deutschen Gesellschaft ein ganzes Trio dauerhaft entzogen haben. Möglicherweise helfen sie Andrej auch beim Erlernen der deutschen Sprache. Denn sein Wortschatz ist auf den rätselhaften Satz begrenzt „Tschüss, bis zum nächsten Mal, wenn es wieder heißt: Popkonzert!“ Der Versuch, mittels einer Hypnose-Kassette Deutsch zu lernen, scheiterte. Zwar beherrscht man anschließend jede gewünschte Sprache fließend, sie wird allerdings von der Umwelt oft nicht erkannt. Glücklicherweise gibt es aber auch andere Wege, einander zu verstehen. Zum Beispiel durch die Lektüre der so komischen wie völkerverbindenden Geschichten von Wladimir Kaminer! 20 Uhr. Verdener Straße 1, 29640 Schneverdingen.

Schorndorf

22.4. --- Manufaktur Lesung. Thomas Gsella – „Nennt mich Gott, Das Beste aus 50 Jahren“. Gsella: seinen ersten, noch tastenden Reim aus dem elften Monat, lebenskluge Fabeln, väterliche Bekenntnisse, bizarre Völkerverständigungsgedichte, zwiespältige Berufs- und Kinderhymnen, Fußballsonette dieses „Gottes der Fußballyrik“ (taz) sowie, erstmals in Buchform, zahlreiche zeitkritische bis zeitverherrlichende Gedichte aus der TITANIC (mit Fotos) und unveröffentlichte neue Werke des „jüngsten Nachwuchsklassikers“ (Eckhard Henscheid). 20 Uhr. Hammerschlag 8, 73614 Schorndorf.

Schwerin

7.4. --- Buchhandlung Weiland Lesung. Bernd Lingnau – „Da muss man Leute totmachen“. Reale Kriminalfälle des 16. bis 20. Jahrhunderts hat Autor Bert Lingnau unter die Lupe genommen. In den Archiven und zeitgenössischen Überlieferungen ist er dabei nicht nur auf die unterschiedlichsten Delikte wie Fälscherei, Kindstötung, Kunstraub oder Mord aus Eifersucht gestoßen, sondern auch auf bekannte Namen der Geschichte wie Johann Christian Woyzeck, Napoleon und Hans Fallada. Die Gesetzesbrecher - wozu auch die drei Vorgenannten gehören - haben eins gemeinsam, sie stammen aus dem heutigen Mecklenburg-Vorpommern oder haben ihre Taten hauptsächlich dort verübt. 2-3 €. 20.30 Uhr. Am Marienplatz 3, 19053 Schwerin.

Seefeld

11.4. --- Schloss Lesung. Musikkabarettistische Krimilesung mit Jörg Maurer. Auftakt zum Krimifestival „Tatort Ammersee 2010“. Im Anschluss kleine Feier im „Guten Ofen“. Sterben, wo andere Urlaub machen. Nach dem Bestseller „Föhnlage“ der zweite Alpenkrimi mit Kommissar Jennerwein. Beim Neujahrsspringen in einem alpenländischen Kurort stürzt ein Skispringer schwer – und das, wo Olympia-Funktionäre zur Vergabe zukünftiger Winterspiele zuschauen. Wurde der Springer etwa beschossen? Kommissar Jennerwein ermittelt bei Schützenvereinen und Olympia-Konkurrenten. Als ausgerechnet in einem Gipfelbuch per Bekennerbrief weitere Anschläge angedroht werden, kocht die Empörung im Ort hoch: Jennerwein muss den Täter fassen, sonst ist die Hochsaison in Gefahr… Jörg Maurer stammt aus Garmisch-Partenkirchen. Er studierte Germanistik, Anglistik, Theaterwissenschaften und Philosophie und ist nun nicht nur Krimiautor, sondern auch Musikkabarettist. Eine feste Größe in der süddeutschen Kabarettszene, leitete er jahrelang ein Theater in München und wurde für seine Arbeit mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Kabarettpreis der Stadt München (2005) und dem Agatha-Christie-Krimi-Preis (2005 und 2006). Sein Krimi-Kabarettprogramm ist Kult. „Kriminell komisch.“ Süddeutsche Zeitung. 18 Uhr. Schlosshof 7, 82229 Seefeld.

Siegburg

11.4. --- Pumpwerk Lesung. Weltliteratur im Pumpwerk heißt auch literarische Matinee. Heute werden Auszüge aus Lion Feuchtwangers (1884-1958) historischem Roman „Die häßliche Herzogin“ gelesen. Sein Bekanntestes Buch ist „Die Jüdin von Toledo“ von 1955. Genießen Sie bei einem Glas Sekt einen schönen Vormittag. Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem „Kunstverein für den Rhein-Sieg-Kreis e.V.“ 6 €. 11 Uhr. Bonner Straße 65, 53721 Siegburg.

Sternenfels

19.4. --- Komm-in Lesung. Isabelle Müller – „Phönixtocher“. „Aus jedem Stein, den sie uns vor die Füße werfen, werden wir unseren Weg bauen.“ Das ist das trotzige Lebensmotto von Isabelle. Von Loan, ihrer lebenstüchtigen vietnamesischen Mutter hat sie den Willen, immer wieder Mut zu fassen und nach vorne zu blicken. Auch wenn das Leben fast unerträglich scheint. „Phönixtochter“ erzählt die Geschichte einer bemerkenswerten Frau, die sich vom Unglück nicht überwältigen lässt, die das Leben meistert und am Ende – trotz aller Schicksalsschläge – eine erfolgreiche Unternehmerin in Deutschland wird. Isabelle Müller wurde 1964 in Tours (Frankreich) als Isabelle Gaucher geboren. Ab 1985 arbeitete sie in Deutschland als Dolmetscherin und Übersetzerin. 1990 machte sie sich als Kunsthändlerin selbstständig. Auf zahlreichen Asienreisen lernte sie ihre vietnamesischen Wurzeln und die meisten Schauplätze aus dem bewegten Leben ihrer Mutter Dau-Thi-Cuc, genannt Loan, kennen. Isabelle Müller ist mit einem Deutschen verheiratet und hat zwei Kinder. 18.30 Uhr. Maulbronner Straße 26, 75447 Sternenfels.

Stuhr

27.4. --- Rathaus Lesung. Klaus-Peter Wolf – „Ostfriesensünde“. Mord an der Nordseeküste. Was geschah damals wirklich bei dem Banküberfall, bei dem Ann Kathrins Vater ums Leben kam? Bis heute konnte dieser Fall nicht geklärt werden. Doch jetzt verfolgt Ann Kathrin eine neue Spur. Es sind Fotos ihres Vaters aufgetaucht, die nicht zu dem Bild passen, das Ann Kathrin von ihrem Vater hat. Aber als Ann Kathrin die Frau aufsucht, der die Fotos gehören, liegt diese tot im Wohnzimmer. Ein Zufall? KLAUS-PETER WOLF, 1954 in Gelsenkirchen geboren, lebt als freier Schriftsteller und Drehbuchautor in Norddeutschland. Er zählt heute zu den erfolgreichsten Autoren deutscher Sprache. Seine Bücher und Filme wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem Anne-Frank-Preis, dem Erich-Kästner-Preis und dem Magnolia Award Shanghai. Seine Bücher wurden bisher in 22 Sprachen übersetzt und über 8 Millionen Mal verkauft. 20 Uhr. 5 €. 20 Uhr. Blockener Straße 6, 28816 Stuhr.

Stuttgart

7.4. --- Literaturhaus Lesung. Joachim Kalka - „Christopher Isherwood – Löwen und Schatten“. Der Stuttgarter Autor Joachim Kalka stellt seine neue Übersetzung von Christopher Isherwoods Jugenderinnerungen vor: Isherwood, geboren 1904 in England, gestorben 1986 in Kalifornien, studierte in Cambridge Medizin und lebte von 1929 bis 1933 als Sprachlehrer in Berlin. In dieser Zeit spielen seine beiden berühmtesten Romane, Mr. Norris Changes Trains und Good Bye to Berlin, die als glänzende literarische Beschreibung der künstlerischen Subkultur im Berlin der beginnenden Nazi-Zeit weltberühmt und zur Vorlage des Films Cabaret mit Liza Minelli und Michael York wurden. Isherwood, der Theaterstücke, Drehbücher, Romane und autobiographische Bücher schrieb und mit Stephen Spender und W. H. Auden ein spektakuläres Trio bildete, ging 1939 in die USA, wo er bis an sein Lebensende blieb. Seine Jugenderinnerungen aus Schule und Universität, Cambridge und London lesen sich als eine „Education sentimentale“ wie es nur wenige gibt in der Weltliteratur. Eine komisch ironische Schilderung von Tagträumen, Einsichten, fast ein Roman: darüber, wie alles anfing - die Liebe zur Literatur und die zu den Männern. 4-8 €. 20 Uhr. Breitscheidstraße 4, 70174 Stuttgart.

12.4. --- Literaturhaus Diskussion. Maike Albath, Hanns-Josef Ortheil – „Der Geist von Turin“. Der Stuttgarter Schriftsteller Hanns-Josef Ortheil diskutiert mit der Literaturkritikerin Maike Albath, die eine der profiliertesten Kennerinnen der italienischen Gegenwartskultur ist und 2003 mit dem Alfred-Kerr-Preis ausgezeichnet wurde. Ausgangspunkt des Gesprächs ist Maike Albaths neues Buch Der Geist von Turin. Pavese, Einaudi, Ginzburg und die Wiedergeburt Italiens nach 1943 (Berenberg-Verlag): Mitten in Mussolinis Italien, in Turin, im Schatten der Fortschrittsmaschinerien von Fiat und Olivetti, begegneten sich in den dreißiger Jahren ein paar gebildete junge Leute. Sie gründeten Zeitschriften und Verlage, schrieben Abhandlungen und regimekritische Artikel, gingen in die Verbannung und ins Gefängnis und fühlten sich als Avantgarde einer besseren Zukunft. Und das waren sie: Aus dem Kreis um Cesare Pavese, Leone und Natalia Ginzburg, Giulio Einaudi, Norberto Bobbio und, später, Italo Calvino, kam jener Geist, der nach dem Zweiten Weltkrieg das Klima politischer und intellektueller Freiheit auf der Appeninhalbinsel geprägt hat wie kaum etwas Anderes. Maike Albath, die Turin und Italien kennt und liebt, beschwört in ihrem Buch die Stadt in der diese stolze Episode aus Italiens jüngerer Vergangenheit ihren Lauf nahm: Selten haben die viel bescholtenen Intellektuellen einen so nachhaltig wirkenden Einfluss auf die Geschicke eines ganzen Landes genommen. In Zusammenarbeit mit dem Italienischen Kulturinstitut Stuttgart. 4-8 €. 21 Uhr. Breitscheidstraße 4, 70174 Stuttgart.

13.4. --- Literaturhaus Lesung. Alissa Walser – „Am Anfang war die Nacht Musik“. Alissa Walser ist mit ihrem ersten Roman Am Anfang war die Nacht Musik zu Gast: Wien, 1777. Franz Anton Mesmer ist der wohl berühmteste Arzt seiner Zeit, als man ihm einen scheinbar hoffnungslosen Fall überträgt: Er soll das Wunderkind Maria Theresia heilen, eine blinde Pianistin und Sängerin. Als Mesmer das Mädchen in sein magnetisches Spital aufnimmt, ist sie zuvor von unzähligen Ärzten beinahe zu Tode kuriert worden. Mesmer ist überzeugt, ihr endlich helfen zu können, und hofft insgeheim, durch diesen spektakulären Fall die ersehnte Anerkennung der akademischen Gesellschaften zu erlangen. Auch über ihre gemeinsame tiefe Liebe zur Musik lernen Arzt und Patientin einander verstehen, und bald gibt es erste Heilerfolge & Alissa Walser, geboren 1961, studierte in New York und Wien Malerei. Seit 1987 lebt sie in Frankfurt am Main. Für ihre Erzählung Geschenkt wurden ihr 1992 der Ingeborg-Bachmann-Preis und der Bettina-von-Arnim-Preis verliehen. 1994 erschien ihr Buch „Dies ist nicht meine ganze Geschichte“, im Frühjahr 2000 folgte der Erzählband „Die kleinere Hälfte der Welt“. Als Übersetzerin hat Alissa Walser außerdem die Tagebücher von Sylvia Plath sowie Theaterstücke u. a. von Joyce Carol Oates, Edward Albee, Marsha Norman und Christopher Hampton ins Deutsche übertragen. Im Literaturhaus waren 2007 Zeichnungen zu sehen, die gemeinsam mit Martin Walsers „Das geschundene Tier. Neununddreißig Balladen“ erschienen. 4-8 €. 20 Uhr. Breitscheidstraße 4, 70174 Stuttgart.

22.4. --- Theaterhaus T1 Lesung. Michael Mittermeier – „Achtung Baby“. Jahrelang hat Michael Mittermeier auf der Bühne Späße über junge Eltern gemacht. Vor kurzem ist er selbst Vater geworden. Wie seine Tochter sein Leben verändert und worüber er jetzt lacht, erzählt er in diesem Buch. Es fängt an in der Zeit davor, als Eltern noch die Anderen sind – bemitleidenswerte Wesen, die mit müden Augen und Breiflecken auf der Hose beteuern, dass sie sich auf den Urlaub im Kinderhotel freuen. Und die sich nur für eins interessieren: „Und wann ist es bei euch soweit?“. 20 Uhr. Siemensstr. 11, 70469 Stuttgart.

22.4. --- Literaturhaus Lesungen. Finnische Literaturnacht. M.A. Numminen & Band, Olli Jalonen, Kjell Westö, Petter Tikkanen, Katja Tukiainen, Kaksinkertainen/Dubbelt/Doppelt - Festival der finnischen Literatur. Lesungen und Gespräche, Vernissage und Konzert. 19 Uhr. Breitscheidstraße 4, 70174 Stuttgart.

23.4.--- Literaturhaus Lesung. Anna Katharina Hahn – „Sommerloch“. Anlässlich des „Welttag des Buches“. Thema: „Mein Buch Nr. 1“. „Es ist wohl an der Zeit, sozusagen verdammt nötig, dass ich mal meine Sicht der Dinge klarstelle. Schon wegen der netten Grüße aus der Nachbarschaft, die sich in den letzten Tagen auf meiner Fußmatte angehäuft haben – faulige Bananen und Äpfel, alte Salatköpfe und zerschlagene Eier – besonders lecker jetzt im Hochsommer, dazu die zwei gefüllten Kondome, rosa genoppt, aber immerhin zugeknotet, danke. Ich schreibe alles auf, was bleibt mir anderes übrig.“ Gemeinheiten, Frust und handfester Krach bestimmen den Alltag in Anna Katharina Hahns Erzählband Sommerloch. In den rotzfrechen Geschichten kommen Menschen aus den unterschiedlichsten Milieus zu Wort – und zeigen sich dabei nicht immer von der nettesten Seite: als mittelmäßige Vorortmachos, die im Freibad auf Frischfleisch lauern, als diätbesessene Karrierefrauen oder ausgekochte Provinzgören, die sich etwas Geld dazuverdienen. 19.30 Uhr. Breitscheidstraße 4, 70174 Stuttgart.

23.4. --- Bürgerhaus Lauchhau Lesung. Wolfgang Schorlau – „Das München-Komplott“. Das Bundeskriminalamt bittet seinen früheren Zielfahnder und heutigen Privatermittler Georg Dengler um Mithilfe: Er soll die Akten der damaligen Sonderkommission Theresienwiese über den Anschlag auf das Münchner Oktoberfest 1980 prüfen. Dengler denkt, es sei ein leichter Auftrag, doch schon bald entdeckt er die ersten Widersprüche. Warum wurde in dem Abschlussbericht der Sonderkommission behauptet, es handele sich bei dem Attentäter um einen Einzelgänger, während glaubhafte Zeugenaussagen ihn unmittelbar vor der Tat mit weiteren Personen gesehen haben? Dengler ermittelt und steht plötzlich selbst im Fadenkreuz mächtiger Interessen. In seinem neuen Roman entwickelt Wolfgang Schorlau aus realen Geschehnissen eine Geschichte, die aus dem Kalten Krieg bis in unsere Zeit reicht und den Leser bis zur letzten Seite in Atem hält. 20 Uhr. Meluner Straße 5, 70563 Stuttgart-Vaihingen.

26.4. --- Literaturhaus Lesung & Gespräch. Lothar Schöne – „Das Labyrinth des Schattens“. Gesprächspartner: Gert Ueding. Die deutsch-jüdische Journalistin Sabina-Esther Morane fliegt für eine Recherche von Stuttgart nach Krakau. Im Flugzeug lernt sie einen Mann kennen, dessen Ausstrahlung sie unruhig macht. In Krakau, bei ihrem ersten Stadtgang, nimmt ein etwa zehnjähriges Mädchen sie an der Hand, zieht sie mit sich und lässt Szenen aus der Vergangenheit lebendig werden. Das Mädchen verstört die Journalistin zutiefst mit der Behauptung, sie sei in Wirklichkeit ihre Mutter. Sabina verliert den Boden unter den Füßen, sucht schließlich Rat bei einer Psychologin und einem Rabbi. Lothar Schönes Roman „Das Labyrinth des Schattens“ spielt in der Jetztzeit und zugleich im Krakau der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg. Durch das Mädchen erlebt die Journalistin die Liebesgeschichte ihrer Großeltern, die konträre Lebensweise zweier unterschiedlicher jüdischer Familien – und sie wird konfrontiert mit der Frage nach Gott und der Theodizee: warum trotz Gott das Böse in der Welt ist. Gleichzeitig beginnt sie eine Affäre mit dem Mann aus dem Flugzeug, von dem sie sich so angezogen wie abgestoßen fühlt. „Lothar Schöne ist ein hinreißender Erzähler, dessen Romane durch ihre Mischung aus Realistik und Traumliteratur, aus doppelbödigem Witz und Krimispannung, aus Heiterkeit und desperater Lebensunsicherheit faszinieren“ (Gert Ueding). 4-8 €. 20 Uhr. Breitscheidstraße 4, 70174 Stuttgart.

Syke

22.4. --- Stadtbücherei Lesung. Michael Jürgs – „Seichtgebiete. Warum wir hemmungslos verblöden“. Alle wissen es, keiner schreit auf: Ob falsche Betroffenheit in Talkshows, prollige Vorbilder wie Mario Barth oder Dieter Bohlen, von Supernannys statt von ihren Eltern erzogene Kinder oder die selbst vom Feuilleton zu Ikonen der Subkultur stilisierten Bestsellerautoren à la Roche, Bushido und Co. – überall breiten sich Seichtgebiete und Verblödung aus. Jürgs prangert nicht deutsch bierernst, sondern indem er sie lächerlich macht, jene an, die zynisch schamlos mit der Verdummung Geld machen. Er schont auch nicht sich und seine Branche, und erst recht nicht die Oberlehrer der Nation, die nur angeekelt ihre Nasen rümpfen. Mit seiner provokanten Streitschrift warnt Jürgs vor den Folgen einer verödenden demokratischen Kultur. 19. 30 Uhr. Hinrich-Hanno Platz 1, 28857 Syke.

Trier

17.4. --- Mayersche Interbook Lesung. Bob Schommer – „Im Schatten eines Landes“. Der belletristische Roman „Im Schatten eines Landes“, der über mystische Riten und Lebensverhältnisse im Kolonialstaat „Belgisch-Kongo“ der 1950er Jahre und Lebensumstände der anschließenden Jahre in Mitteleuropa berichtet, war für den Luxemburger Literaturbuchpreis 2009 nominiert und gehört in Luxemburg zu den Bestsellern. Der Roman ist Bob Schommers erstes Buch, in dem es ihm sowohl gelingt historische Ereignisse soziokulturell darzustellen als auch in mystische Welten afrikanischer Magie abzutauchen. Dabei werden seine eigenen Entwicklungs- und Erkenntnisprozesse vom Kind zum Jugendlichen unter dem Einfluss eines legendären Medizinmannes geschildert. Im ersten Teil des Buches wird auf einfühlsame Weise das Leben eines weißen Jungen in Belgisch-Kongo geschildert, der durch einen Medizinmann in die geheimnisvolle Welt der Magie geführt wird. Als Folge der Unabhängigkeitsbestrebungen und schrecklicher Massaker im Kongo flieht die Familie zurück in die europäische Heimat. Das Leben in der westlichen Zivilisation ist für die Heimkehrer mit vielen Schwierigkeiten verbunden. Chronologisch werden im zweiten Teil die Integration und die Erlebnisse des heranwachsenden jungen Mannes im Europa der 1960er und 1970er Jahre beschrieben. Sowohl Alltagssituationen als auch soziale Konflikte und spirituelle Einblicke bieten den Lesern fesselnde Geschichten, in denen sie direkt angesprochen und aufgefordert werden, über den Sinn des Lebens nachzudenken. Der 1948 in Troisvierges geborene Autor Bob Schommer ist verheiratet und zweifacher Familienvater. Er besitzt eine ausgeprägte Naturverbundenheit und verbringt einen Großteil seiner Freizeit mit Pferden. Aber auch Sport und insbesondere Kampfsport sind seine Leidenschaft. Darüber hinaus beschäftigt er sich mit Meditation und Selbsthypnose. Eintritt frei. 14 Uhr. Kornmarkt 3, 54290 Trier.

27.4. --- Mayersche Interbook Lesung. Arno Strobel – „Der Trakt“. „Und wer bist du wirklich?“ Der Weg durch den nächtlichen Park, der Überfall – all das weiß sie noch, als sie aus dem Koma erwacht. Ihre Erinnerung ist völlig klar: Sie heißt Sibylle Aurich, ist 34 Jahre alt, lebt mit Mann und Kind in Regensburg. Sie scheint fast unversehrt. Und doch beginnt mit ihrem Erwachen eine alptraumhafte Suche nach sich selbst. Zwar hat Sibylle ihr Gedächtnis behalten, die Welt aber hat offenbar die Erinnerung an Sibylle verloren: Ihr Mann kennt sie nicht, von ihrem eigenen Hochzeitsfoto starrt ihr das Gesicht einer Fremden entgegen, und niemand hat je von ihrem Sohn Lukas gehört! Wurde er entführt? Hat er nie existiert? Und wem kann sie überhaupt noch trauen? Arno Strobel, 1962 in Saarlouis geboren, studierte Informationstechnologie und arbeitet heute bei einer großen deutschen Bank in Luxemburg. Mit dem Schreiben begann er im Alter von fast vierzig Jahren. Arno Strobel lebt mit seiner Familie in der Nähe von Trier. „Der Trakt“ ist sein dritter Roman. 20.15 Uhr. Kornmarkt 3, 54290 Trier.

Tübingen

21.4. --- Osiandersche Buchhandlung Lesung. Arno Geiger – „Alles über Sally“. Alfred und Sally sind schon reichlich lange verheiratet. Das Leben geht seinen Gang, allzu ruhig, wenn man Sally fragt. Als Einbrecher ihr Vorstadthaus in Wien heimsuchen, ist plötzlich nicht nur die häusliche Ordnung dahin: In einem Anfall von trotzigem Lebenshunger beginnt Sally ein Verhältnis mit Alfreds bestem Freund. Und Alfred stellt sich endlich die entscheidende Frage: Was weiß ich von dieser Frau, nach dreißig gemeinsamen Jahren? Arno Geiger, der international gefeierte Buchpreisträger aus Österreich, schreibt noch einmal den großen Roman vom Liebesverrat. Eine Geschichte von Ehe und Liebe in unserer Zeit. 20 Uhr. Wilhelmstraße 12, 72074 Tübingen.

Ulm

13.4. --- Buchhandlung Gondrom Lesung. Andreas Altmann – „Triffst du Buddha, töte ihn!“ – Ein Selbstversuch. Andreas Altmann ist das Gegenteil eines Esoterikers: aufgeklärt, kritisch, meinungsfreudig. Aber auch ein rastloser Reiseschriftsteller braucht Momente der Ruhe, um sich zu sammeln. So kam Altmann nach Indien. Was er suchte: Einkehr und Klarheit. Was er fand: Ein Trainingscamp des inneren Friedens. Von Neu-Delhi fährt er nach Varanasi, erkundet die wichtigsten Stätten des Buddhismus – und landet durch Zufall im Meditationszentrum von S.N. Goenka. Seit vierzig Jahren unterrichtet der Guru die Vipassana-Technik, Buddhas wichtigste Meditationslehre. Hier bleibt Andreas Altmann. Jede Form der Ablenkung ist untersagt. Und die Regeln sind streng: Alle mitgebrachten Gegenstände werden eingesammelt, kein Radio, keine Drogen, kein Sex, kein Strom, keine Gespräche. Altmann befolgt alles, nur eines nicht: das Verbot des Schreibens. 7 €. 20.15 Uhr. Hirschstraße 12, 89073 Ulm.

20.4. --- Buchhandlung Gondrom Lesung. Hellmuth Karasek – „Ihr tausendfaches Weh und Ach“. Leicht und doch mit chaplineskem Ernst erzählt Karasek, wie Männer versuchen, zu lieben und zu flüchten, zu erobern und zu vergessen. Der „publizistische Turbokarpfen im Teich der grauen Hechte“ (Gerhard Stadelmaier) berichtet von glücklichen und schmerzlichen Selbstversuchen und von Ausflügen in das unbekannte Land der Frauen. Die Beziehung zwischen Männern und Frauen – ein Wechselbad zwischen Liebe und Verlieren, Leidenschaft und Erkalten. Das Dilemma: Die Leidenschaft kennt keine Treue und verspricht keine Dauer. Ehe und Familie dagegen basieren auf der versprochenen Treue und der garantierten Dauer. Nestflüchter und Nestwärmer, das sind Mann und Frau. Und die Treue ist keine Frage der Moral, sondern der Bequemlichkeit, der Feigheit und des Mangels an Gelegenheiten. Eine Geschichte in Geschichten aus fünfzig Jahren Geschlechterkampf. 20 Uhr. Münsterplatz 18, 89073 Ulm.

Verden

8.4. --- Heine Buch+Presse Lesung. Hans-Ulrich Treichel – „Grunewaldsee“. Paul liebt Berlin, vor allem Westberlin, sofern man Westberlin lieben kann, wenn man in einer dunklen Hinterhofwohnung in Kreuzberg lebt. Und er liebt Maria, die Spanierin mit den graugrünen Augen und der Motorradjacke. Die beiden lernen sich in Málaga kennen, wo er als Sprachlehrer jobbt, während er auf eine Referendariatsstelle wartet. Maria, die angehende Ärztin, wird für ihn zur Liebe seines Lebens, und doch muss er sie bald verlassen: Sie ist verheiratet und erwartet ein Kind. Aber bei seinem Abschied aus Spanien ruft sie ihm nach: „Permanecemos juntos!“ – „Wir bleiben zusammen!“ Marias Versprechen soll kein leeres bleiben: Sie sehen sich wieder, in Deutschland. Von der Lobby des Münchner Hotels Vier Jahreszeiten aus brechen sie auf zu einer Reise, die freilich nur einen halben Tag dauert... Auf einem olivenbestandenen Grundstück hoch über dem Meer in Südspanien und an den mit Hunde-Urin verseuchten Stränden rund um den Grunewaldsee verwickelt Bestsellerautor Hans-Ulrich Treichel seinen Helden in eine Liebesgeschichte, wie sie nur dieser Meister der heiteren Melancholie und des lakonischen Spotts erzählen kann: voller Abstürze und in höchstem Maß vergnüglich. 8 €, 19.30 Uhr. Herrlichkeit 2, 27283 Verden/Aller.

Verl

20.4. --- Bibliothek Lesung. Stefanie Gercke – „Schwarzes Herz“. Die Journalistin Lisa Darling gilt in Südafrika als das „Gewissen der Nation“. Ihre Welt droht zusammenzubrechen, als der Verdacht aufkommt, dass ihr Vater zur Zeit der Apartheid bei der Geheimpolizei war. Lisa will die Wahrheit herausfinden ... und macht eine grausame Entdeckung. Lisa gilt als „die“ kritische Journalistin im südafrikanischen Fernsehen. Als ihr vorgehalten wird, dass ihr geliebter Vater Bill einer der schlimmsten Menschenjäger im Apartheidsstaat gewesen sein soll, glaubt sie kein Wort. Auch nicht, als er beschuldigt wird, Angehörige seines Nachbarn und Freundes, des Zulus Amos Nyathi, ermordet zu haben. Doch dann wird Lisas Mutter gekidnappt, und ihr Vater behauptet, dass Amos’ Bruder Vusa – ein zwielichtiger Sangoma – dahintersteckt. Mit der Pistole in der Faust bedroht Bill den Zulu. Im Handgemenge erleidet er einen Herzinfarkt, ein Schuss fällt ... und löst damit eine Katastrophe aus, die auch Lisa an den Rand des Abgrunds bringt. 19.30 Uhr. Haupstr. 15, 33415 Verl.

Weiden

19.4. --- Witt Lesung. Raul Schrott – „Die Blüte des nackten Körpers“. Die Liebeslyrik wurde im Alten Ägypten entdeckt. Raoul Schrott, Kenner der Antike und antiker Sprachen, hat eine Auswahl aus den ägyptischen Quellen zusammengestellt und übersetzt. Die Gedichte der Liebe, die in der Epoche Ramses' des Großen entstanden, waren intim, erotisch ungezwungen und leidenschaftlich religiös. Schrott macht diese Texte endlich wieder zugänglich, in einer ebenso bildhaften wie kraftvollen Sprache. Die Liebesgedichte aus dem Alten Ägypten sind ein weiterer Schritt zu den Ursprüngen der Menschheit und ihrer Poesie. 20 Uhr. Schillerstraße 7, 92637 Weiden.

21.4. --- Sparkasse Lesung. Veronika Peters – „An Paris hat niemand gedacht“. Eigentlich könnte Marta mit ihrer Familie eine glückliche Kindheit in Afrika verbringen – wenn da nicht der Vater wäre, der seiner Frau und seinen Töchtern das Leben zur Hölle macht. Tief sind die Wunden, die er Marta schon in jungen Jahren zugefügt hat, und als die Familie nach Deutschland zurückkehrt, entschließt sich Marta, Reißaus zu nehmen. Sie bricht jegliche Verbindung zu ihren Eltern und Schwestern ab, verschanzt sich hinter einer Mauer aus Verdrängen und Vergessen. Doch alles ändert sich, als Marta vom Tod ihres Vaters erfährt – und wenig später eine Nachricht von ihrer Mutter Greta erhält. Siebzehn Jahre lang herrschte Schweigen zwischen ihnen, aber nun spüren beide, dass der Moment gekommen ist, sich der Vergangenheit zu stellen. Schwankend zwischen Zorn und Zuneigung machen Mutter und Tochter die ersten zögerlichen Schritte aufeinander zu – und stellen bald fest, dass nichts so ist, wie es all die Jahre schien, dass sie Bilder von der jeweils anderen mit sich getragen hatten, die der Gegenwart nicht standhalten. Und dass es in ihrer Freiheit liegt, die Scherben ihrer alten Beziehung hinter sich zu lassen und einen neuen Weg zueinander zu finden. 20 Uhr. Sparkassenplatz 1, 92637 Weiden.

Weimar

29.4. --- Kulturdirektion Lesung. „Leidenschaften – 99 Autorinnen der Weltliteratur“. „Unser Buch zeigt den Reichtum und die Vielfalt der Literatur von Frauen und erzählt, wann, wie und warum sie zum Schreiben fanden.“ Die Autorinnen. Ihre Verse haben Jahrtausende überdauert wie Sapphos Poesie; sie schrieben in düsteren Verhältnissen wie die Schwestern Brontë, erfanden den weiblichen Fantasy-Roman wie Irmtraud Morgner, radikale Schreibweisen wie Elfriede Jelinek und die berühmteste Romanfigur der Gegenwart, Harry Potter. 99 schreibende Frauen haben Verena Auffermann, Gunhild Kübler, Ursula März und Elke Schmitter für ihren weiblichen Kanon der Literaturgeschichte ausgewählt. Sie porträtieren die Autorinnen, betten ihr Werk in Lebens- und Zeitumstände, positionieren sie innerhalb literarischer Traditionen und an deren Bruchstellen. Eine Wanderung durch die weiblichen Gefilde der Weltliteratur, für die man nichts mitbringen muss als Neugier und Leselust. Karl-Liebknecht-Straße 5, 99423 Weimar.

Weingarten

11.4. --- Kulturzentrum Linse Lesung. Thomas Fuchs – „Grenzverkehr“. Milena, die stolze Siegerin einer Misswahl in der Provinz, wird für ein Werbefoto für eine Wäschespinne gebucht. Doch sie will mehr vom Leben und zieht (auch sich) aus, um im Goldenen Westen ihr Glück zu suchen. Dort lernt sie einen veritablen Zoo von Überlebenskünstlern kennen. Ein Sittenroman über die Herrschaft der Torheit, den Traum vom Westen, die Jagd nach dem Geld und der Sehnsucht, dem Schlamassel zu entkommen. Vergnüglich, spannend, ernst und mit einem guten Schuss Erotik, wobei unsere Heldin im Herzen immer „rein“ bleibt. 19 Uhr. Liebfrauenstraße 58, 88250 Weingarten.

Wiesbaden

9.4. --- Literaturhaus Villa Clementine Lesung. Hans-Ulrich Treichel – „Grunewaldsee“. Paul liebt Berlin, vor allem Westberlin, sofern man Westberlin lieben kann, wenn man in einer dunklen Hinterhofwohnung in Kreuzberg lebt. Und er liebt Maria, die Spanierin mit den graugrünen Augen und der Motorradjacke. Die beiden lernen sich in Málaga kennen, wo er als Sprachlehrer jobbt, während er auf eine Referendariatsstelle wartet. Maria, die angehende Ärztin, wird für ihn zur Liebe seines Lebens, und doch muß er sie bald verlassen: Sie ist verheiratet und erwartet ein Kind. Aber bei seinem Abschied aus Spanien ruft sie ihm nach: „Permanecemos juntos!“ - „Wir bleiben zusammen!“ Marias Versprechen soll kein leeres bleiben: Sie sehen sich wieder, in Deutschland. Von der Lobby des Münchner Hotels Vier Jahreszeiten aus brechen sie auf zu einer Reise, die freilich nur einen halben Tag dauert ... Auf einem olivenbestandenen Grundstück hoch über dem Meer in Südspanien und an den mit Hunde-Urin verseuchten Stränden rund um den Grunewaldsee verwickelt Bestsellerautor Hans-Ulrich Treichel seinen Helden in eine Liebesgeschichte, wie sie nur dieser Meister der heiteren Melancholie und des lakonischen Spotts erzählen kann: voller Abstürze und in höchstem Maß vergnüglich. 20 Uhr. Frankfurter Straße 1, 65189 Wiesbaden.

13.4. --- Der BücherBauer Lesung. Susanne Fröhlich – „Und ewig grüßt das Moppel-Ich“. Diät zu halten ist kein Spaß. Dicksein auch nicht. Der tägliche Kampf mit den Pfunden ist nichts für Feiglinge. Süßigkeiten, Big-Mac und Co. sind mächtige Gegner. Wie man sie (wenigstens zeitweise) besiegt, warum dürre Zicken fast schlimmer sind als eine Woche ohne Kohlehydrate, von Hungeranfällen, Strategien, Tricks der Promis, Sportversuchen, kleinen Niederlagen und großen Erfolgen berichtet Susanne Fröhlich aus Erfahrung am eigenen Leib. Wie gewohnt schonungslos -- vor allem mit sich selbst. Trost, Hoffnung und schlankere Perspektiven für alle, die täglich aufs Neue mit ihrem „Moppel-Ich“ in den Ring steigen. 20 Uhr. Luisenforum, Schwalbacher Straße 5-9, 65185 Wiesbaden.

Winnenden

26.4. --- VHS Winnenden Lesung. Anna Katharina Hahn – „Kürzere Tage“. Mustermütter und Karrierefrauen, Eurythmie und Hysterie, Alleinerziehende und Problemkinder, Wohlstand und Verwahrlosung. Was geschieht, wenn man das Leben, das man immer haben wollte, endlich führt? Wenn die Kompromisse in Zwang umschlagen und das Glück sich nicht einstellt? In ihrer literarisch bestechenden Bestandsaufnahme erzählt Anna Katharina Hahn von Frauen, deren Lebensraum zum Käfig geworden ist – und von einem Jungen, der ausbricht. Longlist Deutscher Buchpreis 2009 Shortlist für den Preis der SWR-Bestenliste. 4-6 €. 19.30 Uhr. Markstraße 47, 71364 Winnenden.

Worms

21.4. --- Weinstube Arno Schembs Lesung. Moritz Rinke – „Der Mann, der durch das Jahrhundert fiel“. Stammt das angebissene Stück Butterkuchen im Tiefkühlschrank tatsächlich von Willy Brandt? Kann ein toter Onkel noch ein Kind zeugen? Wurde die schöne Kommunistin Marie von der Gestapo abgeholt oder von der eigenen Familie im Teufelsmoor vergraben? Und wie werden die Seelen der Menschen aufbewahrt? Ausgerechnet als Paul Wendland in Berlin mit seinem Leben und seinen kuriosen Kunstprojekten in die Zukunft starten will, holt ihn die Vergangenheit ein. In Worpswede drohen das geschichtsträchtige Haus seines Großvaters und sein Erbe im Moor zu versinken – samt lebensgroßen Bronzestatuen von Luther über Bismarck bis zu Max Schmeling und Ringo Starr. Die Reise zurück an den Ort der Kindheit zwischen mörderischem Teufelsmoor, norddeutschem Butterkuchen und traditionsumwitterter Künstlerkolonie nimmt eine verhängnisvolle Wendung. Vergessen geglaubte Familienfragen, aus dem Moor steigende historische Gestalten und die skurrile Begegnung mit einem mysteriösen Vergangenheitsforscher spülen ein ungeheuerliches Geflecht an Lügen und Geheimnissen aus einem ganzen Jahrhundert an die Oberfläche. Moritz Rinke rührt sanft, aber vollkommen anarchisch und mit einer umwerfenden Tragikomik an die Lebensmotive, die Geschlechter-, Generations- und Identitätskonflikte seiner Figuren und ihre seelischen Abgründe. Er erzählt vom Künstlerleben, von Ruhm, Verführung und Vergänglichkeit und von einem Dorf im Norden, das berühmt ist für seinen Himmel und das flache Land – und überzeugt als raffinierter Komponist einer überschäumenden, irrwitzigen Realität in diesem furiosen Romandebüt. 20 Uhr. Schmiedgasse 23, 67547 Worms.

Wuppertal

29.4. --- Literaturhaus Lesung. Norbert Hummelt liest seine Gedichte. Er gehört zu den renommiertesten Lyrikern der jüngeren Generation: Norbert Hummelt. Bei seiner Lesung im Literaturhaus Wuppertal wird er neben Texten aus seinen Gedichtbänden auch bislang unveröffentlichte Verse vortragen. „Dichtung ist Lichttherapie, auch wenn sie dunkel ist.“ Das behauptet Norbert Hummelt, der zu den renommiertesten Lyrikern der jüngeren Generation gehört. Für sein Werk, in dem sich Tradition und Innovation auf sehr kreative Weise verbinden, erhielt Hummelt eine Reihe wichtiger Literaturpreise. In seiner Lesung wird er neben Texten aus seinen Gedichtbänden „Zeichen im Schnee“, „Stille Quellen und Totentanz“ (erschienen im Luchterhand Literaturverlag) auch bislang unveröffentlichte Verse vortragen. Seine neue Gedichtsammlung trägt den Titel „Pans Stunde“. 3-5 €. 19.30 Uhr. Friedrich-Engels-Allee 83, 42285 Wuppertal.

Würzburg

20.4. --- Stadtbücherei Lesung. Asta Scheib – „Das Schönste, was ich sah“. Giovanni Segantini und Luigia Bugatti: Er malte sie, als sie fast noch ein Kind war. Er liebte sie leidenschaftlich, solange er lebte. Als siebenjährige Waise steckt man Giovanni Segantini in eine Besserungsanstalt. Mit zwanzig wird er an der Mailänder Akademie aufgenommen. Wenige Jahre später reißen ihm die Galeristen seine Bilder aus den Händen. – Der Roman eines Künstlerlebens und einer ungewöhnlichen Liebe. Als Giovanni Segantini sich an der Akademie Brera einschreibt, hat er eine albtraumhafte Kindheit und Jugend hinter sich. Er ist abgerissen, hungrig und hat kein Geld. Trotzdem wird er der engste Freund Carlo Bugattis, eines reichen Mailänder Bürgersohnes, der auch an der Brera studiert und schon einen Namen als Möbelbauer hat. Carlos’ schöne, verwöhnte Schwester Luigia verliebt sich in den scheuen Giovanni, der zum Erstaunen aller in der Akademie einen Preis nach dem anderen bekommt. Der Maler und Luigia werden ein Paar und haben zusammen vier Kinder. Es ist ein turbulentes Leben, aber Luigias Hingabe an Giovannis Künstlertum und seine unerschütterliche Liebe zu ihr wappnen sie gegen alle Widrigkeiten. 20 Uhr. Haus zum Falken, Marktplatz 9, 97070 Würzburg.

27.4. --- Saalbau Luisengarten Musikkabarettistische Krimilesung mit Jörg Maurer. Jörg Maurer – „Hochsaison“. Sterben, wo andere Urlaub machen. Nach dem Bestseller „Föhnlage“ der zweite Alpenkrimi mit Kommissar Jennerwein. Beim Neujahrsspringen in einem alpenländischen Kurort stürzt ein Skispringer schwer – und das, wo Olympia-Funktionäre zur Vergabe zukünftiger Winterspiele zuschauen. Wurde der Springer etwa beschossen? Kommissar Jennerwein ermittelt bei Schützenvereinen und Olympia-Konkurrenten. Als ausgerechnet in einem Gipfelbuch per Bekennerbrief weitere Anschläge angedroht werden, kocht die Empörung im Ort hoch: Jennerwein muss den Täter fassen, sonst ist die Hochsaison in Gefahr… Jörg Maurer stammt aus Garmisch-Partenkirchen. Er studierte Germanistik, Anglistik, Theaterwissenschaften und Philosophie und ist nun nicht nur Krimiautor, sondern auch Musikkabarettist. Eine feste Größe in der süddeutschen Kabarettszene, leitete er jahrelang ein Theater in München und wurde für seine Arbeit mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Kabarettpreis der Stadt München (2005) und dem Agatha-Christie-Krimi-Preis (2005 und 2006). Sein Krimi-Kabarettprogramm ist Kult. „Kriminell komisch.“ Süddeutsche Zeitung. 20 Uhr. Martin-Luther-Straße 1, 97072 Würzburg. (har/kör/sch/kum)


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