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Literaturkalender für Deutschland / April 2011

Von Ahlen bis Worpswede - viele Termine rund ums Buch

© Die Berliner Literaturkritik, 28.04.11

 

Ahlen

12.4. --- Buchhandlung Bernhard Sommer Lesung. Melda Akbas - „So wie ich will“. Sie ist 18, lebt als Deutsch-Türkin in Berlin, steht kurz vor dem Abitur, engagiert sich als Schülerin, und ihr größter Wunsch ist ein selbstbestimmtes Leben: Melda Akbas bezweifelt, dass viele Deutsche wissen, was es heißt, ein Migrantenkind zu sein. Vorurteile und Desinteresse bestimmen das Bild. Eloquent und selbstbewusst setzt sie ihre Momentaufnahme dagegen. Ihr Hintergrund: eine Familie von konservativ bis weltoffen, ein bunter Mix aus Köpfen und Haltungen. Sie selbst versucht den Spagat zwischen Respekt vor ihren muslimischen Wurzeln und ihrer Entschlossenheit, sich einzumischen, mitzubauen an einer friedlichen Welt vieler Kulturen und als Frau selbständig zu leben. 19.30 Uhr. Oststraße 65-67, 59227 Ahlen.

Bad Oldesloe

7.4. --- Bürgerhaus Lesung. Melda Akbas – „So wie ich will“. Sie ist 18, lebt als Deutsch-Türkin in Berlin, steht kurz vor dem Abitur, engagiert sich als Schülerin, und ihr größter Wunsch ist ein selbstbestimmtes Leben: Melda Akbas bezweifelt, dass viele Deutsche wissen, was es heißt, ein Migrantenkind zu sein. Vorurteile und Desinteresse bestimmen das Bild. Eloquent und selbstbewusst setzt sie ihre Momentaufnahme dagegen. Ihr Hintergrund: eine Familie von konservativ bis weltoffen, ein bunter Mix aus Köpfen und Haltungen. Sie selbst versucht den Spagat zwischen Respekt vor ihren muslimischen Wurzeln und ihrer Entschlossenheit, sich einzumischen, mitzubauen an einer friedlichen Welt vieler Kulturen und als Frau selbständig zu leben. 19.30 Uhr. Mühlenstraße 42, 23843 Bad Oldesloe.

7.4. --- Buchhandlung Willfang Lesung. Hans Pleschinski – „Voltaire – Friedrich der Große“. Die brillante Korrespondenz zwischen dem „Dichter-Philosophen und dem Philosophen- König“, die „mit großer Gelassenheit, mit leisem Spott und viel Selbstironie“ verfasst wurde ( Hansjörg Graf in der ›SZ‹). In einer Auswahl von 245 Briefen – „jeder ein Meisterstück geschliffenen Feinsinns“ ( Der Spiegel) – der beiden bedeutenden Vertreter der Aufklärung, wird das zum Thema, was den Menschen bewegt, damals wie heute. 20 Uhr. Hude 5, 23843 Bad Oldesloe.

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Bad Tölz

14.4. --- Pfarrheim Franzmühle Lesung. Mira Czutka – „Out of Office“. Wenn die Hektik des Alltags sie überrollt, nimmt die erfolgreiche Managerin Mira Czutka eine Auszeit: Auf den Spuren des heiligen Franziskus pilgert sie in Italien den Weg der Armut. Mit diesem Buch, das zentrale Stationen im Leben des Heiligen beleuchtet, können Sie selbst den Franziskusweg gehen – vor Ort oder zu Hause als Einübung einer neuen Haltung. 19.30 Uhr. Salzstraße 1, 83632 Bad Tölz.

Bansin

1.4. --- Hans-Werner-Richter-Haus Lesung. Im Rahmen der Usedomer Literaturtage: Hinter den Nationen: eine literarische Reise durch das Leben des Prager Schriftstellers Johannes Urzidil. Vera Schneider und Klaus Johann, Autoren des Buches „HinterNational – Johannes Urzidil“ folgen den Spuren des deutsch-böhmischen Schriftstellers, Kulturhistorikers und Journalisten. Einer tiefen Humanität verpflichtet, war Urzidil jeglichem Nationalismus abhold. Nach dem Einmarsch deutscher Truppen in Prag 1939 führte sein Weg nach Italien, England und in die USA. Moderation: Doris Lemmermeier, Direktorin des Deutschen Kulturforums östliches Europa, Potsdam. Karten: 12 € – Kombinationspreis inkl. literarischer Inselrundfahrt 43,50 €. 16 Uhr. Waldstraße 1, 17429 Seebad Bansin.

Biberach

1.4. --- Medien- und Informationszentrum Lesung. Sigrid Belzer – „Die genialsten Erfindungen der Natur“. Vom Kofferfisch zum Superauto. Wer hat nicht schon mal einen Klettverschluss benutzt? Oder vom Lotus-Effekt gehört? Diese bionischen Erfindungen gehören mittlerweile zu unserem Alltag. Aber von den Energiespar- und Überlebenskünstlern aus Tier- und Pflanzenreich können wir noch einiges lernen: Ob es um die Verbesserung von Flug- und Schwimmtechnik geht, um den Wärmehaushalt der Eisbären, um Leichtbau nach Pflanzenart oder um die Wassergewinnungstricks von Wüstenkäfern – die Natur dient zunehmend als Ideengeber für die Technik. Klassische und neuste bionische Erfindungen werden in diesem Buch durch kurzweilige Texte erklärt und mit großartigen Fotos sowie sachgenauen Zeichnungen illustriert. Mitmach-Experimente, die nicht nur Nachwuchsforscher begeistern werden, sorgen für Anschaulichkeit und Verständlichkeit. 9 Uhr und 11 Uhr. Viehmarktstraße 8, 88400 Biberach.

2.4. --- Komödienhaus Lesung. Jörg Maurer – „Niedertracht“. Hier trägt das Böse Tracht: Der dritte Alpenkrimi mit Kommissar Jennerwein. In der Gipfelwand hoch über einem idyllischen alpenländischen Kurort findet die Bergwacht eine Leiche. Wie kam der Mann ohne Kletterausrüstung überhaupt dort hin? Kommissar Jennerwein ermittelt mit seinem Team zwischen Höhenangst und Almrausch, während sich die Einheimischen in düsteren Vorhersagen über weitere Opfer ergehen. Was hat derweil die merkwürdige Mückenplage in Gipfelnähe zu bedeuten, warum besitzt ein grantiger Imker auf einmal viel Geld, und wieso hilft ein Mafioso, ein Kind aus Bergnot zu retten? Jennerwein hat einen steilen Weg vor sich…. 20 Uhr. Viehmarktstraße 10, 88400 Biberach.

Bielefeld

5.4. --- Theaterlabor im Tor 6 Lesung. Steffen Möller – „Viva Polonia“. Steffen Möller lebt seit 1994 freiwillig in Polen und ist dort der zweitbekannteste Deutschen – gleich nach dem Papst. Den preisgekrönten Kabarettisten kennt heute jeder Pole: Entweder als unglücklich verliebten Stefan Müller aus der beliebtesten Fernsehserie des Landes „M jak Milosc“ („L wie Liebe“) und aus der Comedy-Show „Europa da sie lubic“ („Europa lässt sich mögen“). In über fünfzig Schlagworten, von Aberglaube und Anarchie bis zu Verschwörungstheorien und Warschauer U-Bahn versucht er, dem Geheimnis der polnischen Mentalität auf die Spur zu kommen. Er verrät polnische Wörter, die man nicht ins Deutsche übersetzen kann, präsentiert für jede deutsch-polnische Ehe seine Liste des polnischen Hochzeits-Aberglaubens und hat für die Liebhaber des politischen Dialogs sieben Regeln für eine deutsch-polnische Podiumsdiskussion. 20 Uhr. Herrmann-Kleinewächter-Straße 4, 33602 Bielefeld.

5.4. --- Lessinghaus Lesung. Peter Stamm – „Seerücken“. Peter Stamm erzählt ungeheuer kunstvoll und scheinbar so einfach von Leben, die nicht gelebt, die aufgeschoben, erinnert und schließlich verpasst werden. In lakonischen Sätzen und unauffällig stimmungsvollen Szenen findet er – leicht lesbar, aber schwer verdaulich – die kaum spürbaren Eruptionen, die sich im Rückblick als Erdbeben erweisen. Die Einsamkeit im gemeinsamen Urlaub. Ein verlassenes Hotel in den Bergen. Ein Mädchen im Wald. Ein Pfarrer, der die Vögel füttert. Die erste Liebe mit Gewicht. Peter Stamm zeigt sich auch in „Seerücken“ wieder als Meister der Kurzgeschichte. 20 Uhr. Lessingstraße 3, 33604 Bielefeld.

Bitburg

8.4. --- Bestattungen Wagner&Loew Lesung. Elke Pistor – „Gemünder Blut“. Kneippen, Kuren, Kopf freimachen. Das, in dieser Reihenfolge, hat Kommissarin Ina Weinz im Sinn, als sie Köln den Rücken kehrt und zu Vater und Bruder in ihre alte Eifelheimat Gemünd zieht. Aber der beschauliche Kneippkurort hat für Ina mehr zu bieten. Ein neuer Liebhaber, ein toter Professor und ihr Gespür für die schwarzen Schatten der scheinbaren Idylle lassen ihr keine andere Wahl. So findet sie sich unvermittelt in der Rolle wieder, die sie doch eigentlich hinter sich lassen wollte – als Ermittlerin in einem Mordfall. 18 Uhr. Am Markt 1, 54634 Bitburg.

Bochum

3.4. --- Kulturzentrum Bahnhof Langendreer Lesung. Steffen Möller – „Viva Polonia“. Steffen Möller lebt seit 1994 freiwillig in Polen und ist dort der zweitbekannteste Deutschen – gleich nach dem Papst. Den preisgekrönten Kabarettisten kennt heute jeder Pole: Entweder als unglücklich verliebten Stefan Müller aus der beliebtesten Fernsehserie des Landes „M jak Milosc“ („L wie Liebe“) und aus der Comedy-Show „Europa da sie lubic“ („Europa lässt sich mögen“). In über fünfzig Schlagworten, von Aberglaube und Anarchie bis zu Verschwörungstheorien und Warschauer U-Bahn versucht er, dem Geheimnis der polnischen Mentalität auf die Spur zu kommen. Er verrät polnische Wörter, die man nicht ins Deutsche übersetzen kann, präsentiert für jede deutsch-polnische Ehe seine Liste des polnischen Hochzeits-Aberglaubens und hat für die Liebhaber des politischen Dialogs sieben Regeln für eine deutsch-polnische Podiumsdiskussion. 20 Uhr. Wallbaumweg 108, 44894 Bochum.

Bonn

5.4. --- Haus der Springmaus e.V. Lesung. Roger Willemsen – „Die Enden der Welt“. Auf fünf Erdteilen war Roger Willemsen unterwegs, um seine ganz persönlichen Enden der Welt zu finden. Manchmal waren es die großen geographischen: das Kap von Südafrika, Patagonien, der Himalaja, die Südseeinseln von Tonga, der Nordpol. Manchmal waren es aber auch ganz einzigartige, individuelle Endpunkte: eine Bahnstation in Birma, ein Bett in Minsk, ein Fresko des Jüngsten Gerichts in Orvieto, eine Behörde im kriegszerrütteten Kongo. Immer aber geht es in diesen grandiosen literarischen Reisebildern auch um ein Enden in anderem Sinn: um ein Ende der Liebe und des Begehrens, der Illusionen, der Ordnung und Verständigung. Um das Ende des Lebens – und um den Neubeginn. 20 Uhr. Frongasse 8, 53121 Bonn.

Bremen

4.4. --- Lemon Lounge Lesung. Roberto Bolaño – „Lumpenroman”. PROSA! Der letzte Roman, den Roberto Bolaño vor seinem Tod in Spanien schrieb, gehört zu seinen vollendetsten Werken. Voller Melancholie und Finsternis, ist er eine brillante Satire auf unsere von Trash und Gewalt dominierte Kultur der Gegenwart. Schauplatz ist Rom, wo sich Bianca und ihr Bruder mit den schäbigsten Jobs durchschlagen. Ihre Freizeit verbringen sie mit Pornofilmen und Quizshows - bis eines Tages der Plan reift, den Tresor von Maciste zu knacken, einem erblindeten Bodybuilder und B-Star aus den fünfziger Jahren. Um den Safe auszukundschaften, gibt sich Bianca Nacht für Nacht dem glatzköpfigen Muskelprotz hin. Doch als das Verbrechen vergeblich scheint, dreht sie schließlich den Spieß um. Die erste Auflage des Buches erscheint wieder in bibliophiler Ausstattung. Eintritt frei. 19.30 Uhr. Am Wall 164, 28195 Bremen.

4.4. --- Villa Ichon Schreibwerkstatt. Bremer Schreibwerkstatt für junge AutorInnen. Mit dem Bremer Schriftsteller Colin Böttger. Die von Colin Böttger geleitete Werkstatt findet 14-tägig in der Villa Ichon statt und steht allen offen, die literarisch schreiben wollen oder schon damit begonnen haben. Letztere können mit fertigen oder auch nur begonnenen Geschichten, Gedichten, experimentellen Texten etc. kommen, sie vorstellen und sich Feedback holen. Für diejenigen, die noch in der Suchbewegung sind und deren Texte bislang als reine Ideen existieren, sollte das erste Ziel sein, eine Erzählform und ebenso eine Erzählperspektive zu finden, die ihnen liegt und entspricht. Im Rahmen der Werkstatt werden dann Kurzgeschichten und Gedichte geschrieben, oder eine längere Erzählung wird auf den Weg gebracht. (Auch am 11.4.2011) 19.30 Uhr.  Goetheplatz 4, 28203 Bremen.

5.4. --- Bremer Shakespeare Company Lesung. Hellmuth Karasek – „Im Paradies gibt's keine roten Ampeln”. Bohrende Probleme: Hellmuth Karasek begleitet sie jede Woche mit seinen trostreichen Glossen mit sicherem Blick für das Kuriose oder gar Absurde. Im Himmel, so hoffte eine verkehrssündige und bußfertige Pastorin, gibt es keine roten Ampeln. Aber auf Erden, so erfahren wir, werden die Japaner nicht dank Sushi hundert Jahre alt, sondern nur als Karteileichen. Auch darüber, dass die Wetterfühligkeit und die Klimakatastrophe die Deutsche Bahn erfasst haben und sich daraus eine Kundenfolterung ergeben hat, macht sich der Autor krause Gedanken. Und die politische Frage, warum sich Westerwelle keine goldene Fünf auf die Schuhsohlen schreibt, wird ebenso kommentiert wie die, warum Seehofer wohl auf seiner Märklin-Eisenbahn eine Merkel-Puppe spazieren fährt. Die Frage, wie man der Pille zum fünfzigsten Geburtstag gratulieren soll, bleibt allerdings unbeantwortet.... 20 Uhr. Theater am Leibnizplatz, Schulstraße 26, 28199 Bremen.

5.4. --- Schwankhalle Lesung. LesBar. Peter Zudeick – „Ich bejahe diese Frage mit Ja“. Peter Zudeick entlarvt auf seine brillante, gelobte und geliebte satirische Art die Wortmeldungen unserer Damen und Herren Politiker als das, was sie oftmals wirklich sind: heiße Luft und Blabla. Denn die Politikergenerationen der letzten Jahre machen unverändert bis heute die Art von Politik, die dieses Land auszeichnet: konfus, skurril, bizarr, aber immer lustig. Am 1. Oktober 1982 wurde Helmut Kohl Bundeskanzler, am 01. Oktober 1982 kam Peter Zudeick als Rundfunkkorrespondent nach Bonn. Ohne dieses schicksalhafte Zusammentreffen ist die weitere Entwicklung der Republik nicht zu verstehen. Die großen historischen Ereignisse wie der Rücktritt des Bundespräsidenten, Schröders Misstrauensvotum oder die deutsche Einheit wurden liebevoll begleitet. 20 Uhr. Buntentorsteinweg 112 , 28201 Bremen.

6.4. --- Zentralbibliothek Lesung. „Hertha, Wilhelm und Maria“ - Geschichten aus der Pflege. Darf man über die seltsamen Eingebungen alter Menschen schmunzeln - gar lachen? Ja, ganz unbedingt meint Inken Steen und bricht damit ein Tabu. Sie erzählt Amüsantes und Anekdotisches aus dem Alltag der ambulanten Pflege. Ihre Helden sind die mal leichter mal schwerer an Demenz erkrankten Alten. Grußwort: Ingelore Rosenkötter (Senatorin für Arbeit-, Frauen, Gesundheit-, Jugend- und Soziales). 19 Uhr. Am Wall 201, 28195 Bremen.

6.4. --- Kulturzentrum Schlachthof Lesung. Martin Sonneborn – „Krawall und Satire“. Für seine TITANIC-Aktionen bejubelte ihn der Stern als „Krawallsatiriker mit Profilneurose“, für „Heimatkunde“ lobte ihn der Berliner Kurier: „Üble Ossi-Hetze! Wie kann ein Mensch die Ossis nur so hassen?!“ Nach seinen Kurzreportagen für die ZDF-“Heute Show“ trat der Geschäftsführer des größten deutschen Pharma-Verbandes zurück und das chinesische Außenministerium verlangte Sonneborns Hinrichtung. Ein Abend mit Martin Sonneborn ist ein ganz unaufgeregtes Multimediaspektakel mit langweiligen, hochpoetischen Lesepassagen aus „Heimatkunde“, lustigen Filmen und brutaler politischer Agitation zugunsten der PARTEI, die in Deutschland immer noch unbemerkt nach der Macht greift. 11-14 €. 20 Uhr. Findorffstraße 51, 28215 Bremen.

7.4. --- Zentralbibliothek Lesung und Gespräch. Versus - Krimigespräche auf dem roten Sofa. Axel Petermann versus Nele Neuhaus. Ein echter Ermittler und eine Krimiautorin berichten/lesen aus ihren Fällen. Wie realitätsnah kann ein Krimi sein, ohne an Spannung und manchmal auch an Glaubwürdigkeit zu verlieren? Moderation: Alexa Stein. 19 Uhr. Am Wall 201, 28195 Bremen.

7.4. --- Schwankhalle Lesung. Wolfgang Schömel – „Die große Verschwendung“. Dr. Georg Glabrecht ist fünfzig und schwermütig, seine Ehe liegt seit Jahren in Agonie. Als grüner Wirtschaftssenator ist er ein virtuos sarkastischer Machtpragmatiker, der seine Untergebenen nur mit Kürzeln anspricht. Im Zusammenhang mit einem größenwahnsinnigen eventkulturellen Renommierprojekt - der Maritimen Erlebniswelt mit der Maritimen Oper - verliebt Glabrecht sich in die junge Mitarbeiterin eines zwielichtigen Investors, mit dem er als Politiker paktieren muss. Und auch privat spürt er mehr als deutlich die Verlockungen der internationalen Geldströme und der Angebote, die ihm von dort unterbreitet werden. Es ist also wohl nur eine Frage der Zeit, bis er gewaltig ins Straucheln gerät. 20 Uhr. Buntentorsteinweg 112 , 28201 Bremen.

8.4. --- Schwankhalle Lesung. Jörg Thadeusz – „Die Sopranistin“. Bei der Aftershow-Party anlässlich der Verleihung des Bruno-Fernsehpreises detoniert eine Bombe. Drei Menschen sterben, über 250 werden verletzt. Die Presse liefert schreckliche Bilder, und nicht nur die anwesenden Promis, sondern die ganze Nation ist entsetzt: Ist das der Terroranschlag der Islamisten, vor dem in Deutschland so lange gewarnt wurde? Georg, der als Friseur in Washington D.C. zwar gutes Geld verdient, aber auch auf zu großem Fuße lebt, muss in Berlin seinen Onkel beerdigen. Er fliegt in ein hysterisches Deutschland, in dem die Medien unentwegt Bilder der furchtbaren Geschehnisse liefern und Politiker und Polizisten in Interviews schnelle Aufklärung versprechen. Eigentlich wollte er darüber nachdenken, wie er die Dinge ordnen und der Sopranistin Sofia einen Gefallen tun kann, doch jetzt wird er nicht zuletzt durch die erschreckenden Bilder des Anschlags in eine Zeit seines Lebens zurückversetzt, die er für immer aus seinem Kopf verbannen wollte. Und auch Sofia treiben ganz andere Dinge um, als Georg ahnt... 20 Uhr. Buntentorsteinweg 112 , 28201 Bremen.

12.4. --- Zentralbibliothek Lesung. Zweisprachige Lyrik. „Hier ist der sicherste Ort, sagte der Teufel“. Die Gruppe WORTLAUT liest eigene Texte. Mit Heide Marie Voigt, Irmtraud Hansemann, Ortrud Böss, Jens-Ulrich Davids, Elke Weiss. Dinge sind hinfällig, Erinnerung kann täuschen, Menschen ändern sich. Was sicher war, muss nicht sicher bleiben. Nicht alle Überraschungen machen Freude. Wer den Teufel an die Wand malt, muss damit rechnen, dass er lockt und verführt. Wer das nicht tut, auch. 19 Uhr. Am Wall 201, 28195 Bremen.

12.4. --- Schwankhalle Lesung. Jasmin Ramadan – „Fehrmanns Spezialitäten“. Die Helden in Jasmin Ramadans neuem Buch sind die Fehrmanns  - eine typisch-untypischdeutsche Patchwork-Familie mit elterlichem Imbiss, prolligen Tendenzen und amourösen Verwicklungen aus der Sicht der 20-jährigen Celestine, genannt Stine - ein lebenspraller Roman voll umwerfender Komik und herzerweichendem Charme. 20 Uhr. Buntentorsteinweg 112 , 28201 Bremen.

14.4. --- Zentralbibliothek Literarischer Stadtspaziergang. „Bremen literarisch entdecken“. Auch wenn Bremen nie literarische Metropole oder ein wichtiger Verlagsort für Literatur war, gibt es auf dem zweistündigen Rundgang durch die Bremer Innenstadt eine ganze Menge zu entdecken. Rathaus, Marktplatz, Böttcherstraße, sogar das Polizeihaus, boten und bieten immer noch reichlich Stoff für die literarische Verarbeitung. Der Spaziergang endet mit einem Besuch des traditionsreichen Schünemann-Verlages. Gehen Sie mit Kirsten Steppat auf einen spannenden Spaziergang durch die literarische Vergangenheit und Gegenwart Bremens. 16 Uhr. Treffpunkt am Empfang. Am Wall 201, 28195 Bremen.

14.4. --- swb-Kundencenter Liebe als Passion? Die Liebe im Spiegel der Literatur. Die Liebe ist fraglos eines der stärksten Gefühle, das wir kennen - und unerfüllte Liebe ist eine Leidenschaft, die Leiden schafft. Das wissen wir aus eigener Erfahrung - und aus der Literatur der letzten drei Jahrtausende, vom Alten Testament und den griechischen Tragödien über die großen Liebes- und Ehebruchsromane des 19. Jahrhunderts, „Madame Bovary“, „Anna Karenina“ oder „Effi Briest“, bis zu Henry Millers „Sexus“ und Nabokovs „Lolita“. Was lernen wir aus dieser Literatur über die Liebe: ewige Wiederkehr des Gleichen oder historischer Wandel? Und wie sieht es heute aus? Gibt es noch die große Liebesleidenschaft und eine Literatur, die von ihr erzählt? Was erfahren wir z.B. aus den Romanen der jüngeren Autoren, die man zur Popliteratur zählt? In Rüdiger Safranskis Essay mit dem pointierten Titel „Der erkaltete Eros“ heißt es: „Das Liebesleben geht irgendwie weiter“. Aber, so fährt er fort: „Vielleicht heilen gebrochene Herzen heute schneller, denn die Geschicklichkeit bei der Selbstbewirtschaftung der Gefühle hat wahrscheinlich zugenommen.“ An dem Abend soll an besonders sprechenden Texten von Gottfried von Straßburg („Tristan und Isolde“) über Goethes „Werther“ und Thomas Manns „Die Buddenbrooks“ bis zu Texten der Jüngeren (Botho Strauß, „Der Park“, Douglas Copeland, „Generation X“, Christian Kracht, „Faserland“) nachgefragt werden, was aus der 'Liebe als Passion' geworden ist. 19 Uhr. Am Wall/Sögestraße, 28195 Bremen.

17.4. --- Bremer Shakespeare Company Lesung. Buffet & Matinee. Shakespeare „Prosa“-isch nacherzählt. Walter E. Richartz und Urs Widmer haben es gewagt, Shakespeares Dramen in Prosa umzuschreiben. Als Kenner des Shakespeareschen Literaturkosmos und mit der Wucht ihres Hintergrundwissens verwandeln die beiden Autoren mit fast unverschämter Leichtigkeit und Mut zur Karikatur Shakespeares Charaktere zu plastischen Gestalten der elisabethanischen Lebenswelt. Ein Muss für alle, die Shakespeares Bühnendichtung wirklich lieben. Mit Petra-Janina Schultz. 15 €. 11 Uhr. Theater am Leibnizplatz, Schulstraße 26, 28199 Bremen.

Bremerhaven

8.4. --- Theater im Fischereihafen Lesung. Steffen Möller – „Viva Polonia“. Steffen Möller lebt seit 1994 freiwillig in Polen und ist dort der zweitbekannteste Deutschen – gleich nach dem Papst. Den preisgekrönten Kabarettisten kennt heute jeder Pole: Entweder als unglücklich verliebten Stefan Müller aus der beliebtesten Fernsehserie des Landes „M jak Milosc“ („L wie Liebe“) und aus der Comedy-Show „Europa da sie lubic“ („Europa lässt sich mögen“). In über fünfzig Schlagworten, von Aberglaube und Anarchie bis zu Verschwörungstheorien und Warschauer U-Bahn versucht er, dem Geheimnis der polnischen Mentalität auf die Spur zu kommen. Er verrät polnische Wörter, die man nicht ins Deutsche übersetzen kann, präsentiert für jede deutsch-polnische Ehe seine Liste des polnischen Hochzeits-Aberglaubens und hat für die Liebhaber des politischen Dialogs sieben Regeln für eine deutsch-polnische Podiumsdiskussion. 20 Uhr. Am Schaufenster 6, 27572 Bremerhaven.

9.4. --- Stadtbibliothek Lesung. Dr. Rolf Geffken – „Shanghai Angel in Germany“. Vor der Kulisse von internationaler Politik, Wirtschaft und Recht, zwischen Hamburg, Berlin, Beijing und Shanghai entfaltet sich die Geschichte einer Liebe, die nicht sein darf und die nicht sein kann. Es ist die Liebe zwischen dem deutschen Professor für Strafrecht, Gerhard Prosch, und seiner wissenschaftlichen Mitarbeiterin, Sunling Xing aus Shanghai. Er Ende fünfzig, sie Mitte zwanzig. Es ist die Geschichte von Grenzen, Hoffnungen, tiefen Wunden, aber auch von intellektuellen Höhenflügen, größter Harmonie und Beziehungsdynamik. Es ist die Geschichte einer Liebe, die weit mehr ist als ein Beziehungsabenteuer. Sie wird den Beteiligten zum Gleichnis ihres eigenen Lebens und scheitert schließlich an der Vielfalt und Schwere ihrer Aufgaben. Es ist aber auch die Geschichte eines Engels, der all seine ihm verliehene Kraft in diese Liebe steckt, um am Ende kein Engel mehr zu sein. Und es ist die Geschichte eines modernen Fausts, der am Ende einem Werther gleich zugrunde geht. 19 Uhr. Bürgermeister-Smidt-Strasse 10, 27568 Bremerhaven.

Coburg

6.4. --- E. Riemann'sche Hofbuchhandlung Lesung. Arno Geiger – „Der alte König in seinem Exil“. Markt 9, 96450 Coburg

9.4. --- Theater in der Reithalle Lesung. Thomas Lehr – „September. Fata Morgana”. Zwei Väter und zwei Töchter, zwei parallele Lebensgeschichten in den USA und im Irak. Ihre Schauplätze sind weit entfernt, und doch verbinden sie zwei politische Ereignisse: Sabrina stirbt am 11. September 2001 im New Yorker World Trade Center, während Muna 2004 in Bagdad bei einem Bombenattentat ums Leben kommt. Thomas Lehr, in Deutschland einer der „klügsten und brillantesten Schriftsteller” (FAZ), begibt sich in seinem grandiosen, vielschichtigen Werk auf eine literarische Grenzwanderung zwischen zwei Kulturen. In einer verdichteten, lyrischen Sprache erzählt „September” vom Islam, von Öl, Terror und Krieg und von zwei Frauen, die stellvertretend für die Opfer dieses Konflikts stehen. 19 Uhr. Schlossplatz, 96450 Coburg.

Darmstadt

15.4. --- Literaturhaus Lesung. Fanny Lewald - „Erinnerungen auf das Jahr 1848“. Lesung zum 200. Geburtstag von Fanny Lewald (1811-1889). Fanny Lewald, eine der erfolgreichsten Schriftstellerinnen im 19. Jahrhundert in Deutschland hat ein umfangreiches Werk hinterlassen. Sie war eine entschiedene Vorkämpferin der Frauenemanzipation und war mit vielen Geistesgrößen der Zeit befreundet. Als Journalistin berichtete sie über die revolutionären Bewegungen in den 1840er Jahren. Sigrid Schütrumpf liest aus Fanny Lewalds „Erinnerungen auf das Jahr 1848“.  Hans–Willi Ohl und Edgar Illert spielen zeitgenössische Lieder. Moderation: Agnes Schmidt. 6 €. 19.30 Uhr. Kasinostraße 3, 64293 Darmstadt.

17.4. --- Literaturhaus Musikalische Lesung. „Hans Werner Henze und Ingeborg Bachmann - Stationen einer Künstlerfreundschaft“. Hans Werner Henze und Ingeborg Bachmann lebten eine zeitlang in Italien. Henze hatte der Dichterin auch angeboten, bei ihm zu wohnen. Die gemeinsame Arbeit, Bachmann schrieb die Libretti zu „Der junge Lord“ und zu „Prinz von Homburg“ für Henzes Opern, führte zu einer großen Vertrautheit. Texte der Künstler und Musik ergänzen die Zitate aus den Briefen, die diese Freundschaft dokumentieren. Nadja Bulatovic, Klavier, Prof. Dr. Ute Büchter-Römer, Konzept und Rezitation. 6 €. 16 Uhr. Kasinostraße 3, 64293 Darmstadt.

20.4. --- Literaturhaus Vortrag. Gerhard Müller – „Abschied von der Politik? Goethe in Italien“. Vortrag Dr. Gerhard Müller (Jena). Eintritt frei. 19.45 Uhr. Kasinostraße 3, 64293 Darmstadt.

Dortmund

7.4. --- Fritz-Henßler-Haus Lesung. Steffen Möller – „Viva Polonia“. Steffen Möller lebt seit 1994 freiwillig in Polen und ist dort der zweitbekannteste Deutschen – gleich nach dem Papst. Den preisgekrönten Kabarettisten kennt heute jeder Pole: Entweder als unglücklich verliebten Stefan Müller aus der beliebtesten Fernsehserie des Landes „M jak Milosc“ („L wie Liebe“) und aus der Comedy-Show „Europa da sie lubic“ („Europa lässt sich mögen“). In über fünfzig Schlagworten, von Aberglaube und Anarchie bis zu Verschwörungstheorien und Warschauer U-Bahn versucht er, dem Geheimnis der polnischen Mentalität auf die Spur zu kommen. Er verrät polnische Wörter, die man nicht ins Deutsche übersetzen kann, präsentiert für jede deutsch-polnische Ehe seine Liste des polnischen Hochzeits-Aberglaubens und hat für die Liebhaber des politischen Dialogs sieben Regeln für eine deutsch-polnische Podiumsdiskussion. 20 Uhr. Geschwister-Scholl-Straße 33-37, 44135 Dortmund.

8.4. --- Hombrucher Buchhandlung Brüx-Harthan Czajkowski Lesung. Stefan Albus – „Santiago liegt gleich um die Ecke“. Rucksack auf, Haustür zu – und los! Um auf dem Jakobsweg zu pilgern, muss man nicht durch Pyrenäen, Meseta, Pamplona & Co.: Auch Deutschland ist durchzogen von einem ausgedehnten Wegenetz im Zeichen der Muschel. Der Journalist Stefan Albus macht die Probe aufs Exempel und die älteste deutsche Stadt Trier zu seinem Santiago: Mit dem Pilgerstab in der Hand durchquert er Dortmund, Köln und die menschenleere Eifel, begegnet Heino, einem ausgestiegenen Manager, üblen Nervensägen und stillen Heiligen, jeder Menge Pilgerkollegen – und am Ende sogar sich selbst. Fazit nach über 400 Kilometern zu Fuß: Schlange stehen vor spanischen Pilgerherbergen muss nicht sein! 20 Uhr. Harkortstraße 71, 44225 Dortmund.

Dresden

1.4. --- medien@age Lesung. Janne Teller – „Nichts. Was im Leben wichtig ist“. Moderation: Thomas Petzhold. „Nichts bedeutet irgendwas, deshalb lohnt es sich nicht, irgendwas zu tun.“ Mit diesen Worten schockiert Pierre alle in der Schule. Um das Gegenteil zu beweisen, beginnt die Klasse alles zu sammeln, was Bedeutung hat. Doch was mit alten Fotos beginnt, droht bald zu eskalieren: Gerda muss sich von ihrem Hamster trennen. Auch Lis Adoptionsurkunde, der Sarg des kleinen Emil und eine Jesusstatue landen auf dem Berg der Bedeutung. Als Sofie ihre Unschuld und Johan seinen Zeigefinger opfern mussten, schreiten Eltern und Polizei ein. Nur Pierre bleibt unbeeindruckt. Und die Klasse rächt sich an ihm ... Eine erschütternde Parabel über das Erwachsenwerden, Erziehung und Gewalt in unserer Gesellschaft. 20 Uhr. Dresdener Jugendbibliothek, Waisenhausstraße 8, 01067 Dresden.

5.4. --- Friedrich-Ebert-Stiftung Lesung. Martin Schäuble – „Black Box Dschihad“. Sie könnten unterschiedlicher nicht sein. Der eine, Daniel, wächst in einer gut situierten deutschen Familie auf, besucht das Gymnasium und begeistert sich für Hip-Hop. Der andere stammt aus den Palästinensergebieten, teilt sich ein Zimmer mit acht Geschwistern und bricht früh die Schule ab. Trotz aller Unterschiede vereint die beiden ein Ziel: Sie wollen kämpfen im Dschihad. In parallel erzählten Biografien versucht Martin Schäuble, das Leben der beiden Gotteskrieger zu erforschen und Antworten auf wichtige Fragen der Zeitgeschichte zu finden. Diese Antworten mögen uns erschrecken - wir müssen sie dennoch kennen, wenn wir den islamistischen Terrorismus in Nahost und auf der ganzen Welt verstehen wollen. 19 Uhr. Königstraße 6, 01097 Dresden.

6.4. --- Thalia Buchhandlung Lesung. Jörg Maurer – „Niedertracht“. Hier trägt das Böse Tracht: Der dritte Alpenkrimi mit Kommissar Jennerwein. In der Gipfelwand hoch über einem idyllischen alpenländischen Kurort findet die Bergwacht eine Leiche. Wie kam der Mann ohne Kletterausrüstung überhaupt dort hin? Kommissar Jennerwein ermittelt mit seinem Team zwischen Höhenangst und Almrausch, während sich die Einheimischen in düsteren Vorhersagen über weitere Opfer ergehen. Was hat derweil die merkwürdige Mückenplage in Gipfelnähe zu bedeuten, warum besitzt ein grantiger Imker auf einmal viel Geld, und wieso hilft ein Mafioso, ein Kind aus Bergnot zu retten? Jennerwein hat einen steilen Weg vor sich…. 20.15 Uhr. Dr.-Külz-Ring 12, 01067 Dresden.

7.4. --- Ev. Jugendbildungsstätte Lesung. David Gilmore – „Der Clown in uns“. Mit Lebenswitz zur Lebenslust – So entdecken Sie den Clown in sich und finden zu mehr Lebensfreude! Leichtigkeit und Freude zu erleben sowie mit konkreten Lebenssituationen humorvoll umzugehen, erfordert einen fürsorglichen Umgang mit sich und anderen. David Gilmore zeigt mit vielen Beispielen, dass wir die Herausforderungen des Alltags besser meistern, wenn wir Lebendigkeit, Humor und die Kraft des Lachens ins Zentrum unseres Lebens rücken. 18 Uhr. Heideflügel 11, 01324 Dresden.

Duisburg

3.4. --- Jüdische Gemeinde Lesung. Viola Roggenkamp – „Die Frau im Turm“. Hamburg, 1999: Masia Bleiberg, ohne Beruf, ohne Liebesgeschichte, lebt eingesperrt in Gefühlen von Verlorenheit. Zu ihrem Vater, Jude und deutscher Kommunist in der DDR, hat sie nie Kontakt gehabt. In der Hoffnung, ihn in Dresden zu finden, begleitet sie August Kuhl, ihren einzigen Freund, der dort einen Film dreht über die Gräfin Cosel. Einst berühmte Mätresse von August dem Starken, mächtigste Frau an einem der glanzvollsten Höfe des 18. Jahrhunderts, verstoßen und verbannt auf die Festung Stolpen und ausgesperrt aus der Welt bis zu ihrem Tod. In fünfzig Jahren Gefangenschaft wurde die schöne Dame des Hochadels zu einer Gelehrten, sie durchwanderte geistige Freiräume, die sie im Judentum fand – zu ihrer Zeit ein Skandal. Mit großem erzählerischen Können verwebt Viola Roggenkamp in diesem neuen Roman das Leben der Cosel mit dem der jüdischen Tochter Masia, zwei Frauen in Deutschland, denen Judentum Stigma ist und Fluchtpunkt. 19.30 Uhr. Springwall 16, 47051 Duisburg.

Düsseldorf

1.4. --- WBZ Vortrag. Harald Reinhardt - „Wahre Seelengespräche – Wege zum fruchtbaren Dialog mit sich selbst“. „Sofort nun wende Dich nach innen, das Zentrum findest Du dort drinnen...“  (Goethe). Wie würde ihr Leben aussehen, wenn ihr Bewusstsein immer wieder die Sprache ihrer Seele vernehmen könnte? Alle psychologischen Konflikte und Reifekrisen lassen sich unter dem Blickwinkel der Ich – Seele Beziehung betrachten. Oft sind wir jedoch mit unserer Wahrnehmung so weit weg von unserem „Seelen – Leben“. Dabei kommen die wichtigsten Antworten und Lösungen für unsere großen Fragen immer aus der schöpferischen Tiefe unseres Selbst. Der Vortrag will praktische Wege aufzeigen und ermutigen, wie wir die Sprache unserer Seele besser wahrnehmen und aus der inneren Fülle schöpfen können. 10 €. 20 Uhr. Bertha-v.-Suttner-Platz 1, 40227 Düsseldorf.

2.4. --- Rahmenmuseum Conzen Lesung. Lesung im Rahmen der „Nacht der Museen 2011“: „Rahmen-Handlung“. Der Schauspieler Michele Cuciuffo liest im Literaturbüro  / Rahmenmuseum Conzen ausgewählte Geschichten rund um Bilder, die aus dem Rahmen fallen: In den literarischen Texten geht es um rosa Pferde, wesleyanische Steuermänner, Picasso im Schnee, Lautenklänge aus der Grand Galerie, zweimal verschwindende Rahmen und nicht zuletzt um eine „unsichtbare“ Sammlung. Michele Cuciuffo gehört seit der Spielzeit 2006/07 zum Ensemble des Düsseldorfer Schauspielhauses, wo er aktuell unter anderem in Tschechows Die Möwe, dem Songdrama Stairways to Heaven oder Botho Strauß' Bekannte Gesichter, gemischte Gefühle auftritt. Von 1999 bis 2006 war Cuciuffo am Wiener Burgtheater engagiert. Zudem wirkte er im „Tatort“ und in diversen Kurzfilmen mit. 2008 wurde ihm der Düsseldorfer Publikumspreis „Gustaf“ als bester Schauspieler verliehen. Eintritt: Ticket „Nacht der Museen 2011“. 20.30 Uhr und 21.30 Uhr. Bilker Straße 5, 40213 Düsseldorf.

4.4. --- zakk Lesung. Steffen Möller – „Viva Polonia“. Steffen Möller lebt seit 1994 freiwillig in Polen und ist dort der zweitbekannteste Deutschen – gleich nach dem Papst. Den preisgekrönten Kabarettisten kennt heute jeder Pole: Entweder als unglücklich verliebten Stefan Müller aus der beliebtesten Fernsehserie des Landes „M jak Milosc“ („L wie Liebe“) und aus der Comedy-Show „Europa da sie lubic“ („Europa lässt sich mögen“). In über fünfzig Schlagworten, von Aberglaube und Anarchie bis zu Verschwörungstheorien und Warschauer U-Bahn versucht er, dem Geheimnis der polnischen Mentalität auf die Spur zu kommen. Er verrät polnische Wörter, die man nicht ins Deutsche übersetzen kann, präsentiert für jede deutsch-polnische Ehe seine Liste des polnischen Hochzeits-Aberglaubens und hat für die Liebhaber des politischen Dialogs sieben Regeln für eine deutsch-polnische Podiumsdiskussion. 20 Uhr. Fichtenstraße 40, 40233 Düsseldorf.

7.4. --- Heine Haus Lesung. Arno Geiger – „Der alte König in seinem Exi“. Autorenlesung in der Reihe Neue Deutsche Literatur. Ein Schriftsteller müsse eben über das schreiben, was ihn an der Gurgel packt, hat Arno Geiger in einem Interview zu Protokoll gegeben. Und so hat er sie erzählt, die bewegende Geschichte über die Demenzerkrankung seines Vaters, die ihn langsam die Vergangenheit, sein Haus und seine Kinder vergessen lässt. Wie er den Vater über Jahre hinweg begleitet, wie eine neue Nähe entsteht und wie wertvoll dieses Leben nach wie vor ist: „Da mein Vater nicht mehr über die Brücke in meine Welt gelangen kann, muss ich hinüber zu ihm“, schreibt Geiger. Moderation: Hubert Winkels (Deutschlandfunk, DIE ZEIT). 19.30 Uhr. Bolkerstraße 53, 40213 Düsseldorf.

7.4. --- Buchhaus Sternverlag Lesung. Björn Süfke – „Die Ritter des Möhrenbreis – Geschichten von Vater und Sohn“. Vatersein besteht nicht nur aus Wickeln, Spielen und Schlafentzug. Es heißt auch, einen psychologisch fundierten Schachplan auszuarbeiten, um einem elf Monate alten Kind die Fingernägel zu schneiden. Die zu 87 Prozent wahren Geschichten von Björn Süfke geleiten Männer durch die stressigste, verwirrendste und beste Zeit ihres Lebens. 20 Uhr. Friedrichstraße 24 - 26, 40217 Düsseldorf.

11.4. --- Heine Haus Lesung. Philippe Djian – „Die Leichtfertigen“. Autorenlesung in der Reihe Literatur der Nachbarn. Für Philippe Djian steht der Stil im Mittelpunkt seines literarischen Schaffens. „Der Stil führt zur Geschichte“ fasste der französische Erfolgsautor einst sein ästhetisches Credo zusammen. Seit mehr als 25 Jahren ist Djian ungeheuer produktiv, der literarische Durchbruch gelang ihm 1985 mit dem Roman „Betty Blue“, der zum Kultbuch und verfilmt wurde. In seinem neuen Roman steht ein erfolgreicher Autor im Mittelpunkt. Francis wünscht sich nach dramatischen Zeiten endlich ein ruhiges Schriftstellerleben. Doch als seine Tochter Alice verschwindet und er deren Zwillinge bei sich aufnimmt, geraten die Dinge zunehmend außer Kontrolle. 19.30 Uhr. Bolkerstraße 53, 40213 Düsseldorf.

13.4. --- Heine Haus Lesung. Michel Bergmann – „Die Teilacher“. Autorenlesung im Rahmen der jüdischen Kulturtage NRW. 1972 stirbt David Bermann, der „Einstein unter den Teilachern”. Bei seiner Beerdigung  treffen sich seine alten Weggefährten Verständig, Fajnbrot und Szoros in ihrem Stammcafé. Gebannt lauscht der junge Alfred Kleefeld den Geschichten der alten Männer und wie sie, die Teilacher, sich mit viel Chuzpe durch die dunklen Zeiten kämpften. Am Ende erfährt Kleefeld von einer wunderbaren Liebesgeschichte und von einem Geheimnis, das sein Leben für immer verändern wird. Michel Bergmann ist Journalist und arbeitet als Drehbuchautor, Regisseur und Produzent. „Die Teilacher“ ist sein erster Roman. Moderation: Hajo Steinert (Leiter Literaturredaktion Deutschlandfunk). 19.30 Uhr. Bolkerstraße 53, 40213 Düsseldorf.

13.4. --- Goethe-Museum Vortrag. Prof. Dr. Heinz Rölleke – „Die Wette biet' ich!“ – Zu Goethes Faust. 20 Uhr. Schloss Jägerhof, Jacobistraße 2, 40211 Düsseldorf.

14.4. --- Goethe-Museum Lesung. Mann sieht nur mit dem Herzen gut - Verschobene Geschlechtsorgane in Thomas Manns Prosa. 3-5 €. 18.15 Uhr. Schloss Jägerhof, Jacobistraße 2, 40211 Düsseldorf.

19.4. --- Zentralbibliothek Lesung. Markus Orths – „Die Tarnkappe“. Jeder hat sich schon einmal gewünscht, unsichtbar zu sein. Sehen können, ohne selber gesehen zu werden. Dinge tun, ohne Konsequenzen fürchten zu müssen. Anderen Menschen beim Leben zuschauen und die Wahrheit über sie erfahren. Simon Bloch, Mitte vierzig, bekommt eine solche Chance. Seinen Lebenstraum – Filmkomponist zu werden – hat er längst beerdigt. Und dann das: Vollkommen unerwartet gelangt er in den Besitz einer Tarnkappe, setzt sie auf und verschwindet vor den eigenen Augen. Blochs Leben gerät aus den Fugen. In seinem höchst spannenden Buch verleiht Markus Orths einem faszinierenden literarischen Motiv seinen eigenen Sound. Ein Schwindel erregender, wilder Trip ins Nichts: hinein in das was wir nicht sehen können – oder nicht sehen wollen. Markus Orths wurde 1969 in Viersen geboren und studierte Romanistik, Anglistik und Philosophie. Für seine Erzählungen wurde er mit dem Moerser Literaturpreis ausgezeichnet und gewann den Open Mike, einen der wichtigsten Literaturwettbewerbe für junge Schriftsteller. In 2006 erhielt er das Heinrich-Heine-Stipendium, 2008 den Telekom-Austria-Preis und 2009 den Niederrheinischen Literaturpreis der Stadt Krefeld. Im Frühjahr 2011 erscheint der neue Roman „Die Tarnkappe“. Die Bücher „Lehrerzimmer“, „Catalina“ und „Das Zimmermädchen“ wurden in insgesamt zwölf Sprachen übersetzt. Eintritt frei. 18 Uhr. Bertha-von-Suttner-Platz 1, 40227 Düsseldorf.

Elmau

12.4. --- Schloss Elmau Lesung. Rüdiger Safranski – „Schopenhauer und die wilden Jahre der Philosophie. Eine Biographie“. Schopenhauer, der unverbesserliche Pessimist, entwarf inmitten des deutschen Idealismus ein Weltbild der Skepsis. Warum fasziniert uns der Philosoph bis heute? In Weimar begegnete er dem alten Goethe, in Dresden verfasste er sein Hauptwerk „Die Welt als Wille und Vorstellung”. Anhänger fand sein Werk erst später. Zum 150. Todestag erzählt Rüdiger Safranski in dieser Biographie mitreißend, wie der Existentialist zu seiner Philosophie kam und was sie aus ihm gemacht hat. 19 Uhr. Elmau 2, 82493 Elmau.

Essen

7.4. --- Gemeindehaus Zwinglistraße Lesung. Christiane Dieckerhoff – „Blütenträume“. Polizeifunk abhören ist illegal. Aber wie sonst soll ein aufstrebender Jungreporter an Titelgeschichten kommen. Egal, ob die Lohngelder der Zeche König Ludwig geklaut werden, oder Falschgeld auftaucht, immer ist Kowalski der Polizei um eine Bleistiftlänge voraus. Als ein Nachtwächter ermordet wird, gerät Kowalski dadurch ins Visier des Mörders. Eine dramatische Jagd beginnt, die den Leser in die Zechensiedlungen, auf die Trabrennbahnen und in die Fußballstadien des Ruhrgebiets der sechziger Jahre führt. 19 Uhr. Zwinglistraße 28, 45141 Essen.

12.4. --- Melanchthon-Gemeindezentrum Lesung. Sonja Domröse - „Frauen der Reformationszeit“. Passend zur Reformationsdekade vermittelt Sonja Domröse in diesem Buch, in dem Frauen der Reformationszeit in ihrem Leben und Werk porträtiert werden, den weiblichen Einfluss auf die Reformation in Deutschland. Sie schreibt kenntnisreich und verständlich. Gerade die frühe Reformationszeit stärkte durch die Betonung des Schriftprinzips, die Übersetzung der Bibel ins Deutsche sowie die Wertschätzung jedes Gläubigen vor Gott („Priestertum aller Gläubigen“) das Selbstbewusstsein vieler Frauen. So fühlten sich nicht wenige berufen, aktiv durch eigene Publikationen in die Auseinandersetzungen der Reformationszeit einzugreifen und die inferiore Stellung der Frau zu bekämpfen. Das Buch soll durch die biographischen Stationen sowie die Würdigung des theologischen und schriftstellerischen Wirkens exemplarischer Frauen (Elisabeth von Calenberg-Göttingen, Argula von Grumbach, Ursula Weyda, Elisabeth Cruciger, Wibrandis Rosenblatt, Katharina Zell, Olympia Fulvia Morata, Ursula von Münsterberg) zu Beginn der Neuzeit deutlich machen, dass es bereits vor 500 Jahren Aufbrüche zu einer Gleichberechtigung von Frauen in Kirche und Gesellschaft gegeben hat. Nach der Darstellung der einzelnen Biographien setzt sich die Autorin mit dem Frauenbild Martin Luthers auseinander. 19.30 Uhr. Melanchthonstraße 3, 45147 Essen.

Ettlingen

4.4. --- Stadtwerke Ettlingen Lesung. Joachim Bauer – „Schmerzgrenze“. Brutale Gewalt in aller Öffentlichkeit, Amokläufe an Schulen, tödliche ethnische Konflikte und Kriege um knapper werdende Ressourcen: Das Phänomen der Aggression wird immer bedrängender und macht uns AngstDer „Aggressionstrieb”, folgenreiche Erfindung von Sigmund Freud und Konrad Lorenz, erklärte die Gewalt zur unverrückbaren Konstante der menschlichen Natur. Joachim Bauer entlarvt den Mythos des Aggressionstriebes und liefert mit Schmerzgrenze eine Neukonzeption des Gewaltphänomens, die auf neuesten neurowissenschaftlichen Erkenntnissen beruht. Evolutionärer Zweck der Aggression ist, uns gegen die Zufügung von Schmerzen wehren zu können. Doch die Schmerzgrenze des Gehirns verläuft anders, als wir bisher dachten. Unser Gehirn bewertet Ausgrenzung und Demütigungen wie körperlichen Schmerz und reagiert deshalb auch darauf mit Aggression. Dies bedeutet: Aggression steht im Dienste der Verteidigung sozialer Bindungen.Auch Armut bedeutet Ausgrenzung und Demütigung, zumal wenn sie sich im Angesicht von Reichtum ausbreitet. Wasser, Nahrung und Rohstoffe werden auf unserem Globus zur immer knapperen Ressource. Wenn wir das Problem der ungerechten Ressourcenverteilung nicht in den Griff bekommen, wird die Gewalt weltweit zunehmen und die menschliche Existenz bedrohen. 20 Uhr. Hertatraße 33, 76275 Ettlingen.

Eutin

2.4. --- Kreisbibliothek Lesung. „Dit und Dat up Platt“. Plattdeutsche Geschichten und Lieder mit Bärbel Bierend. Eintritt frei. 19.30 Uhr. Schloßplatz 2, 23701 Eutin.

Frankfurt am Main

4.4. --- Literaturhaus Lesung. Peter Kurzeck – „Vorabend oder im fünften Band des alten Jahrhunderts“. Moderation: Florian Balke (F.A.Z.). Im Sommer 2010 hat der Frankfurter Autor Peter Kurzeck das Manuskript seines Romans „Vorabend“, der den fünften Band der insgesamt auf zwölf Bände angelegten Chronik „Das alte Jahrhundert“ (Stroemfeld Verlag) ausmacht, am Literaturhaus diktiert. Der äußerst lebendige Zustand dieses Manuskripts mit all seinen widerspenstigen Korrekturen, farbenfrohen Markierungen und gekritzelten Überarbeitungen ließ eine elektronische Erfassung nicht zu. Knapp 40 Freiwillige halfen bei der Erfassung der 1.200 Seiten und erlebten, ebenso wie zahlreiche Zuhörer, die Romanproduktion aus der Nähe und so bereits eine Poetik der Genauigkeit, eine Art Detailprunk durch Aussparung bei anhaltend unwiderstehlicher Syntax. Nun stellt Kurzeck, dessen Werk dieser unverwechselbare wie gerühmte Klang prägt, das gebundene Resultat erstmals vor.4-7 €. 20 Uhr. Schöne Aussicht 2, 60311 Frankfurt am Main.

5.4 --- Literaturhaus Lesezirkel. Der Lesezirkel trifft sich im Matthias Beltz-Raum. eine Veranstaltung für Mitglieder des Literaturhausvereins. Am jeweils ersten Dienstag des Monats trifft sich um 19.30 Uhr der Lesezirkel im Matthias Beltz-Raum des Literaturhauses. Interessierte Mitglieder des Literaturhausvereins sind hierzu jederzeit herzlich eingeladen. Bei weiteren Fragen wenden Sie sich gerne an Claudia Gehricke unter CGehricke@online.de oder Hans Erhard Haverkampf unter vchav[at]t-online.de. Im April geht es um Melinda Nadj Abonjis „Tauben fliegen auf“. Eintritt frei. 19.30 Uhr. Schöne Aussicht 2, 60311 Frankfurt am Main.

5.4. --- Historische Villa Metzler Lesung. John Burnside – „Lügen über meinen Vater“. Am Ende wünscht John Burnside seinem Vater nur noch den Tod. Er hat für den Mann, der über Jahre die Familie terrorisiert, der lügt und säuft, einzig Hass übrig. Doch er verbirgt seine Gefühle und schweigt. Bis die Begegnung mit einem Fremden ihn zwingt, sich seinen Erinnerungen zu stellen und diese Geschichte von alttestamentarischer Wucht zu erzählen. Der Vater war ein Nichts. Als Säugling auf einer Türschwelle abgelegt. Zeitlebens erfindet er sich in unzähligen Lügen eine Herkunft, will Anerkennung und Bedeutung. Er ist brutal, ein Großmaul, ein schwerer Trinker, ein Tyrann. Seine Verachtung zerstört alles, die Mutter, die Familie, John. Dieser hat als junger Mann massivste Suchtprobleme, landet in der Psychiatrie und erkennt in den eigenen Exzessen den Vater. Erst die Entdeckung der Welt der Literatur eröffnet ihm eine Perspektive. Nur einem Autor vom Kaliber John Burnsides kann es gelingen, eine solche, auch noch autobiographische Geschichte in Literatur zu überführen. So ist dieses Buch ein radikal wahrer Blick in die menschlichen Abgründe und zugleich eine Feier der Sprache. 19 Uhr. Schaumainkai 15, 60594 Frankfurt am Main.

6.4. --- Literaturhaus Besuch der Frankfurter Buchmesse. Für Mitglieder des Literaturhausvereins. Am 6. 4.11 bieten wir um 17 Uhr  in Kooperation mit der Frankfurter Buchmesse eine weitere Veranstaltung für Mitglieder des Literaturhaus Frankfurt am Main e. V. an: ein Treffen mit Mitarbeitern der Frankfurter Buchmesse aus den Bereichen Messe Management, Business Development, Ehrengastauftritt, Marketing & Kommunikation und der Internationalen Abteilung. Begrüßen wird Sie der Direktor der Frankfurter Buchmesse Juergen Boos. Im Anschluss an das Treffen lädt Sie die Buchmesse zu einem kleinen Umtrunk ein. Treffpunkt: vor dem Bürogebäude in der Reineckstraße 3. Eintritt frei. 17 Uhr. Schöne Aussicht 2, 60311 Frankfurt am Main.

6.4. --- Literaturhaus Lesung. „Feldpost – Briefe aus Afghanistan oder wie der Krieg zu uns kommt“. Mit Marc Baumann, Martin Langeder, Mauritius Much, Bastian Obermayer, Franziska Storz. Moderation: Holger Heimann (Börsenblatt). Seit Jahren haben wir durch die von uns autorisierten Regierungen Soldaten in einen zermürbenden Krieg nach Afghanistan geschickt. Warum wir dort Krieg führen, können wohl die wenigsten Deutschen plausibel erklären. Als fünf Redakteure des SZ-Magazins Feldpost von deutschen Soldaten zu veröffentlichen suchten, tat die Bundeswehr alles, um dieses Projekt zu verhindern. Denn in diesem SZ-Magazin sprechen die, die für uns in den Krieg ziehen müssen. Hier erfahren wir die B-Seite hinter den Tagesthemen und Guttenbergscher PR-Fitness und erhalten ein Gefühl dafür, wie die Deutschen in den Krieg und der Krieg zu den Deutschen kamen. Die fünf Redakteure wurden inzwischen mit dem Henri Nannen-Preis gewürdigt und haben die „Feldpost“ nunmehr um Materialien und Briefe zu einem substantiellen Buch ergänzt (Rowohlt). Die Dokumente erzählen offen von grausigen Anschlägen und grimmiger Langeweile, von gefahrvollen Einsätzen und gedemütigten Menschen vor Ort, von Wut, Rührung und Tod, von Lagerkoller und Liebe und davon, was die Soldaten von deutschen Politikern halten. Ein Abend zur Lage. 3-5 €. 20 Uhr. Schöne Aussicht 2, 60311 Frankfurt am Main.

9.4. --- Literaturhaus Lesung. Mitglieds Heim II: Uwe Kolbe. Mitglieds Heim, das sind Abende, an denen die Mitglieder des Literaturhausvereins für die Sache zusammen kommen, die sie alle vereint: der Hang zur Literatur. Und das immer in solchen vier Wänden, wo Literatur in ihrer intimsten Form gelebt wird, in Häusern und Wohnungen. In guten Stuben, Gedankengalerien und Traumgebäuden, die sich öffnen lassen. – Wieder wird gemeinsam mit einem Gastgeber ein Autor geladen. Uwe Kolbe kommt – der Lyriker, Essayist, Erzähler, Übersetzer und Herausgeber. Ein Solitär in der deutschsprachigen Literatur. Ein vollkommen eigener Ton, wie Rotz, wie Brand, wie Knoten. Und doch nicht unversöhnlich. Gerade erscheinen die Aufsätze „Vinetas Archive. Annährerungen an Gründe“ (Wallstein). Darin wandert Kolbe zum Beispiel mit Hölderlin von Bad Homburg nach Frankfurt. Zentral in Kolbes Verstehen ist der Umstand fragwürdig gewordener Utopien, die einmal in jungen Jahren auch die eigenen waren. Enttäuschungen positiv zu begreifen, ihnen Produktivität abzugewinnen, ist ein Credo seines Schreibens. Begrenzte Platzzahl. Keine Abendkasse. Kartenvorverkauf und Angaben zum genauen Veranstaltungsort im Frankfurter Nordosten bitte im Literaturhaus-Sekretariat unter 069 / 75 61 84 10 oder info[at]literaturhaus-frankfurt.de. Nur für Mitglieder. 14-22 €. 20 Uhr. Schöne Aussicht 2, 60311 Frankfurt am Main.

12.4. --- Literaturhaus Lesung. Joachim Masannek – „Honky Tonk Pirates – Das verheissene Land“. Lesung für Schülerinnen und Schüler der 4. – 6. Klasse. Piratenabenteuer zwischen „Wilde Kerle“ und „Fluch der Karibik“: Drei Freunde, die „Honky Tonk Pirates“ (cbj), rocken nämlich die Karibik. Ihre Geschichte spielt im 18. Jahrhundert. Der clevere Waisenjunge Will, auch Höllenhund Wille genannt, kämpft als raffinierter Meisterdieb ums tägliche Überleben – und knöpft den Reichen so manchen Taler ab. Dabei hat er nur ein Ziel vor Augen: Er will Pirat werden! Der schlimmste Feind scheint der düstere Baron zu sein. Die einzige Hoffnung für Will und seinen Freund Jo ist die atemberaubende und verwegene Piratin Honky Tonk Hannah. Doch man kann niemandem trauen, denn: Pirat bleibt Pirat. Und so beginnt eine wilde Jagd … Ende 2011 wird die Reihe „Honky Tonk Pirates“ verfilmt. Eine Veranstaltung von Junges Literaturhaus Frankfurt. 3 €. 11 Uhr. Schöne Aussicht 2, 60311 Frankfurt am Main.

14.4. --- Literaturhaus Lesung. Tino Hanekamp – „So was von da“. Tino Hanekamp ist Mitbegründer des inzwischen abgerissenen Musikclubs namens „Weltbühne“. Heute ist er Programmdirektor des „Uebel & Gefährlich“. Und dort läuft es offenbar so gut, dass der Chef jetzt Bücher schreibt (Kiepenheuer & Witsch). „So was von da“ ist das Frühjahrsgranulat. „Das knallt gut los“, nuschelt Udo Lindenberg. „So sollte jede Party sein“, flötet Heinz Strunk. „Der musikalischste und schnellste Bildungsroman aller Zeiten“, fächelt der Verlag. Und wir sind da auch gleich so drauf und rein. Ein ernster, schöner Mann, der Aristoteles zitiert. Vor allem schreiben die Hamburger Jungs auch die besten Klappentexte. Wir zitieren: „Nach Absolvierung der Veranstaltung darf sich der Gast Experte nennen für folgende Themenschwerpunkte des Lebens: * Erfolgreiche Gründung und Ruinierung eines Musikclubs * Kleinkriminalität auf dem Hamburger Kiez * Glanz und Elend im Showbusiness * Menschenliebe und die Folgen * Verwirrung * Romantik * Ende.“ Das wäre alles. 4-7 €. 20 Uhr. Schöne Aussicht 2, 60311 Frankfurt am Main.

19.4. --- Literaturhaus Lesung. Anita Albus – „Im Licht der Finsternis“. Mit Martin Mosebach. Anita Albus lebt als Malerin und Schriftstellerin in München und im Burgund. Sie ist eine Meisterin. Sie sagt, ja, aber eine kleine. Sie beherrscht verborgene, vergessene Künste und bringt sie zum Leuchten durch ihre minutiös gemalten Naturdarstellungen von Pflanzen, Vögeln, Schmetterlingen: nie sezierend, sondern in Gesellschaft ihrer Natur und Zeit. Mit ihrem subtilen und leidenschaftlichen Blick nähert Albus sich nun Marcel Proust und seinem monumentalen Werk: „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“. Und Proust ist ein Verwandter, ein Vorfahre ihrer Kunst, wenn sie schreibt: „Kein Geschöpf, sei es Mensch, Tier oder Pflanze ist im Buch der Erfahrung von Proust ein zufälliger Gast.“ Albus führt uns mit ihrem Essay „Im Licht der Finsternis“ (S. Fischer) verschlungen durch den Proustianischen Garten der Lüste mit seinem Höllen- und seinem Paradiesflügel. Und zahlreiche prächtige Illustrationen ergänzen ihre Deutungen. Als Gesprächsgegenüber wünschte sie sich Martin Mosebach. Dessen Kunst malt mit Lettern, was Anita Albus’ haarfeine Pinselfertigkeit im Betrachter anstimmt. 6-9 €. 20 Uhr. Schöne Aussicht 2, 60311 Frankfurt am Main.

29.4. --- Literaturhaus Gespräch. Streitfall – Autoren in der Kontroverse XLV. Mit Peer Steinbrück, Franziska Augstein, Micha Brumlik, Martin Lüdke. Gesprächsleitung: Peter Kemper (hr2-kultur). Zu Gast in der erfolgreichen Sachbuchdiskussionsrunde ist diesmal Peer Steinbrück. Der frühere Bundesfinanzminister hat mit „Unterm Strich“ (Hoffmann & Campe) ein Buch vorgelegt, das nicht allein die dramatischen Stunden der Entscheidung während der Finanzkrise schildert, sondern eine klare Zustandsbeschreibung der wirtschaftlichen Lage liefert. Zur Diskussion steht außerdem das Buch „Die Idee der Gerechtigkeit“ (C.H. Beck) des indischen Wirtschaftswissenschaftlers und Nobelpreisträgers Amartya Sen, der hier für „globale Fairness“ plädiert. Mit seiner Theorie zielt Sen auf die konkrete Überwindung von Ungerechtigkeit und eröffnet Perspektiven, die dem westlichen Denken meist fehlen. Weiter steht das neue Buch des Verfassers von „Die Erlebnisgesellschaft“ auf dem Plan: Mit „Krisen. Das Alarmdilemma“ (S. Fischer) liefert der Bamberger Soziologe Gerhard Schulze eine kritische Analyse unserer Gegenwart zwischen Expertentum, Risiko, Alarmismus und einer Dialektik der Vorsicht. 3-5 €. 19 Uhr. Schöne Aussicht 2, 60311 Frankfurt am Main.

30.4. --- Literaturhaus DIE JUBILÄUMSPARTY: Tanz in den Mai. Wir feiern 20 Jahre Literaturhaus Frankfurt! Resident DJ: Klaus Walter. Verschiedene Köpfe, vor allem aber die Gäste auf dem Podium und die in den Stuhlreihen davor haben das Haus seit 1991 geprägt. Das Literaturhaus Frankfurt begeht in diesem Sommer sein zwanzigjähriges Bestehen. Und der Sommer beginnt bekanntlich mit dem Tanz in den Mai. Auf dreierlei Weise feiern wir mit Ihnen das Jubiläum. Zum Ersten eröffnen wir das Tanzparkett und bitten zwanzig Büchermenschen, die dem Haus nahe stehen, um geneigten Dilettantismus an zwei DJ-Pulten, auf zwei Böden. Einerseits das glimmende Fischgrätparkett im großen Saal. Andererseits die gedämpfte Soul-, Country-, Blues- und Jazz-Unterhaltung an der Goldmund-Bar. Unter den ehrwürdigen DJs befinden sich u. a. Carolina Romahn (Kulturdezernat), Joachim Unseld (Verleger), Antje Keil (Fischer Schatzinsel) & Franziska Lindner (Literaturhaus), Philippe Genêt (Börsenverein), Clemens Greve (Frankfurter Bürgerstiftung), Holger Heimann (Börsenblatt), Charlotte Brombach (Lektorin), Alf Mentzer und Peter Kemper (hr2-kultur) sowie die bohnerwachsheißen FishInMotion Petra Wittrock & Oliver Vogel (S. Fischer). In Zusammenarbeit mit Restaurant Goldmund. 4-7 €. 21 Uhr. Schöne Aussicht 2, 60311 Frankfurt am Main.

Fredersdorf- Vogelsdorf

6.4. --- Gemeindebibliothek Lesung. Alexander Osang – „Königstorkinder“. Andreas Hermann, Anfang 40, hat die erste Hälfte seines Lebens im Osten Deutschlands verbracht. Nach der Wende beruflich vielfach gescheitert, lebt er in einer winzigen Wohnung in Berlin, Prenzlauer Berg, und arbeitet als Ein-Euro-Jobber an einem Kulturprogramm zum 20. Jahrestag des Mauerfalls. Ausgerechnet mit einer Gruppe arbeitsloser Intellektueller soll er die Ereignisse des Jahres 1989 nachspielen. Andreas Hermanns Beschäftigungsagentur grenzt an eine Siedlung weißer Townhäuser, die am Königstor für wohlhabende Bewohner errichtet wurde. Dort lebt Ulrike Beerenstein, die in einem der vielen neuen Ladenbüros der Stadt arbeitet. Jeden Morgen beobachtet sie Andreas Hermann von ihrem Fenster aus. Als ihr Mann zu einer Dienstreise aufbricht, beginnen sie eine Affäre: Andreas Hermann betritt das weiße Townhouse wie eine neue Welt. Waldstraße 26-27, 15370 Fredersdorf-Vogelsdorf.

Freiburg

3.4. --- Alter Wiehrebahnhof Lesung. Marion Poschmann – „Geistersehen“. Lesung mit der Peter-Huchel-Preisträgerin 2011. Der seit 1983 vom Land Baden-Württemberg und dem Südwestrundfunk gestiftete Peter-Huchel-Preis für deutschsprachige Lyrik geht in diesem Jahr an die Berliner Schriftstellerin Marion Poschmann. Damit wird ihr 2010 im Suhrkamp Verlag erschienener Poesie-Band Geistersehen als herausragendes lyrisches Werk des vergangenen Jahres gewürdigt. Geistersehen im Sinne Poschmanns heißt, „die Dinge lang genug anschauen, bis eine andere Form durch die Oberflächen scheint.“ Unterteilt in Kapitel mit Überschriften wie Störbilder und Testbilder benennt sie zwei Begriffe aus der Fernsehwelt, „deren Bildproduktion heute Wahrnehmungsweisen a priori bestimmt. Poschmanns Gedichte hingegen setzen die sinnliche Erfahrung an den Anfang“ (Insa Wilke, Frankfurter Rundschau). 1969 in Essen geboren, lebt Poschmann heute in Berlin. Die bereits vielfach ausgezeichnete Lyrik- und Prosaautorin studierte Germanistik, Philosophie, Slawistik und Szenisches Schreiben. 3-5 e. 20 Uhr. Urachstraße 40, 79102 Freiburg.

6.4. --- Winterer-Foyer Lesung. Bánk, Zsuzsa – „Die hellen Tage“. In einer süddeutschen Kleinstadt erlebt das Mädchen Seri helle Tage der Kindheit: Tage, die sie im Garten ihrer Freundin Aja verbringt, die aus einer ungarischen Artistenfamilie stammt und mit ihrer Mutter in einer Baracke am Stadtrand wohnt. Aber schon die scheinbar heile Welt ihrer Kindheit in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts hat einen unsichtbaren Sprung: Seris Vater starb kurz nach ihrer Geburt, und Ajas Vater, der als Trapezkünstler in einem Zirkus arbeitet, kommt nur einmal im Jahr zu Besuch. Karl, der gemeinsame Freund der Mädchen, hat seinen jüngeren Bruder verloren, der an einem hellblauen Frühlingstag in ein fremdes Auto gestiegen und nie wieder gekommen ist. Es sind die Mütter, die Karl und die Mädchen durch die Strömungen und Untiefen ihrer Kindheit lotsen und die ihnen beibringen, keine Angst vor dem Leben haben zu müssen und sich in seine Mitte zu begeben. Zsuzsa Bánk erzählt die Geschichte dreier Familien und begleitet ihre jungen Helden durch ein halbes Leben: Als Seri, Karl und Aja zum Studium nach Rom gehen, wird die Stadt zum Wendepunkt ihrer Biographien – und zur Zerreißprobe für eine Freundschaft zwischen Liebe und Verrat, Schuld und Vergebung. 6-8 €. 20 Uhr. Bertoldstraße 46, 79098 Freiburg.

6.4. --- Thalia Lesung. Isabelle Müller – „Phönixtochter“. „Aus jedem Stein, den sie uns vor die Füße werfen, werden wir unseren Weg bauen.“ Das ist das trotzige Lebensmotto von Isabelle. Von Loan, ihrer lebenstüchtigen vietnamesischen Mutter hat sie den Willen, immer wieder Mut zu fassen und nach vorne zu blicken. Auch wenn das Leben fast unerträglich scheint. „Phönixtochter“ erzählt die Geschichte einer bemerkenswerten Frau, die sich vom Unglück nicht überwältigen lässt, die das Leben meistert und am Ende – trotz aller Schicksalsschläge – eine erfolgreiche Unternehmerin in Deutschland wird. 19.30 Uhr. Kaiser-Josef-Straße 180, 78098 Freiburg.

7.4. --- Alter Wiehrebahnhof Lesung. HörBAR: Stifters Dinge. Hörstück von Heiner Goebbels | Nach Texten von Adalbert Stifter. Der Dichter Adalbert Stifter (1805-1868) beschäftigte sich intensiv mit dem Zusammenwirken von Menschen und Dingen. Auf diese Weise entstanden vor allem detaillierte Naturbeschreibungen in einer Genauigkeit, die immer wieder auf den grundlegenden Respekt des Autors gegenüber den Dingen verweist. Die intensive Wahrnehmung als Grundvoraussetzung seiner Arbeit aber erfordert Zeit, die er bis heute auch seinen Lesern abverlangt. Heiner Goebbels hat nun ein Hörstück realisiert, in dem er Stifters Eisgeschichte aus Die Mappe meines Urgroßvaters mit Originalaufnahmen von Stimmen aus unterschiedlichen Teilen der Welt und Geräuschen von Maschinen und Motoren kombiniert. Goebbels bezeichnet sein Werk aus Stimmen und Klängen selbst als performative Installation, die das Eigenleben der Dinge erlebbar machen soll. Stifters Dinge ist ein Klavierstück für fünf Klaviere ohne Pianisten, ein Theaterstück ohne Schauspieler und eine Performance ohne Performer; vor allem aber ist es eine Einladung an die Zuschauer in einen faszinierenden Raum voller Töne und Bilder. 4-5 €. 20 Uhr. Urachstraße 40, 79102 Freiburg.

8.4. --- Alter Wiehrebahnhof Lesung. Ben Lerner & Steffen Popp – „Lichtenbergfiguren“. Deutsch-amerikanische Lesung. Zusammen mit dem Carl-Schurz-Haus Freiburg veranstaltet das Literaturbüro eine zweisprachige Lesung mit dem jungen amerikanischen und bereits vielfach ausgezeichneten Lyriker Ben Lerner und seinem deutschen Übersetzer Steffen Popp. „Lichtenbergfiguren“ lautet der Titel von Lerners letztem Lyrikband, für den das Duo mit dem Preis der Stadt Münster für Internationale Poesie 2011 ausgezeichnet wird. Der Gedichtband ist eine Sammlung moderner Sonette, in denen sich klassische Lyrikform, slangähnlichen Wendungen und Fachjargon die Hand reichen. Konkurrierende Sprachregister und Wortfelder werden von Lerner geschickt zum Zusammenstoß gebracht. Der Titel bezieht sich auf die von Georg Christoph Lichtenberg entdeckten farnartigen Muster, die im Staub auf der Oberfläche einer geladenen Isolator-Platte entstehen – ein Prinzip, das auch der Fotografie zugrunde liegt. Steffen Popp hat für die assoziationsreichen Verse intelligente deutsche Entsprechungen gefunden. Seine Übersetzung ist im Luxbooks Verlag erschienen. 3-5 €. 20 Uhr. Urachstraße 40, 79102 Freiburg.

18.4. --- Alter Wiehrebahnhof Lesung. Michael Stavarič – „Brenntage“. „Das Ausbleiben der Zukunft ist nichts für schwache Nerven.“ Davon ist die Hauptfigur im neuen Roman des österreichisch-tschechisches Autors Michael Stavarič überzeugt. In poetischen Bildern und eindringlichen Szenen entwickelt er die Geschichte eines Jungen, der in der Obhut seines merkwürdigen Onkels in einer abgelegenen, verarmten Siedlung heranwächst. In dieser Abgeschiedenheit haben die Bewohner im Laufe der Zeit ihre eigenen Sitten und Gebräuche herausgebildet wie z.B. die Brenntage, an denen sie private Dinge, die sie nicht mehr benötigen, dem Feuer übergeben. Scheinbar unspektakuläre Alltagsmomente werden erzählerisch immer wieder grundiert durch surrealistische Elemente. „Ob es der düstere Wald ist, in dem Kinder ihre Kameraden nachts als Lebendköder für die Geister aussetzen; die nahen Minen, die Menschen in Abgründe locken und das Abgründige aus dem Menschen; oder die Flut, die einmal im Jahr durch das Dorf spült und fremdes Zuchtvieh gegen die Häuserwände wirft - Michael Stavaric gelingen archaische und verstörende Bilder einer heimischen Wildnis, die sich am parasitären Menschen rächt.“ Oskar Piegsa, Spiegel online. 3-5 e. 20 Uhr. Urachstraße 40, 79102 Freiburg.

28.4. --- Alter Wiehrebahnhof Literarisches Werkstattgespräch. Im „Literarischen Werkstattgespräch“ können Schreibende unveröffentlichte literarische Texte zur Diskussion stellen. Die Veranstaltung findet monatlich jeweils am letzten Donnerstag statt. Textbewerbungen bitte bis spätestens eine Woche vor dem Gespräch ans Literaturbüro schicken. Eintritt frei. 20 Uhr. Urachstraße 40, 79102 Freiburg.

Freising

10.4. --- Hotel Feng Shui Business Hotel Freising Lesung. Tatjana Kruse – „Nadel, Faden, Hackebeil“. Hauptkommissar a.D. Siggi Seifferheld greift erneut im idyllischen Schwäbisch Hall der Polizei unter die Arme. Der Landtagsabgeordnete Lambert von Bellingen wird bei einer Wahlveranstaltung ermordet auf einer Herrentoilette gefunden. Die Polizei geht von einem politisch motivierten Verbrechen aus. Seifferheld jedoch verfolgt eine andere Fährte. Und so schnüffelt der Kommissar im Unruhestand ein wenig im Privatleben des Toten herum und findet heraus, dass der Politiker eine Affäre mit der ortsansässigen Souvenierladenbesitzerin hatte. Um mit der Dame ins Gespräch zu kommen, will Seifferheld ihr seine Stickkissen zum Kommissionskauf anbieten. Doch als er den Laden betritt, entdeckt er sie mit zertrümmertem Gesicht hinter der Theke. 16 Uhr. Wippenhauser Strasse 7, 85354 Freising.

Friedrichshafen

4.4. --- Medienhaus K 42 Lesung. Katharina Hacker – „Die Erdbeeren von Antons Mutter“. Anton ist Arzt in Kreuzberg, mit Sorge sieht er, wie seine Mutter in seinem Heimatort in der niedersächsischen Provinz gegen eine schnell fortschreitende Demenz kämpft. Jedes Jahr schickt sie ihm und seinen Freunden Alix und Bernd Erdbeermarmelade nach Berlin. Die Erdbeeren wachsen auf dem „Acker”, wie sie ihren Garten nennt, den sie ihr Leben lang mit Liebe gepflegt hat. Aber in diesem Frühsommer vergisst sie, die Ableger auszupflanzen … Anton muss erkennen, wie seine Mutter Stück für Stück verloren geht, und mit jeder ihrer Niederlagen verschwindet ein Teil seiner eigenen Existenz: Das vertraute Land der Kindheit. Dann trifft er Lydia und findet nach Jahren des Alleinseins eine Zukunft, in der Liebe möglich zu sein scheint. Aber Lydia bringt eine Vergangenheit mit, die in beider Leben mit Vehemenz einbricht. 19 Uhr. Karlstraße 42, 88045 Friedrichshafen.

Gardelegen

29.4. --- Stadt-, Kreis- und Gymnasialbibliothek Lesung. Bernd-Lutz Lange – „Ratloser Übergang“. 17 Jahre sind vergangen, seit Schabowski den legendären Zettel hervorzog und erklärte, daß die Bürger der DDR nun uneingeschränkt reisen dürften. Auf einmal geschah, woran niemand mehr geglaubt hatte – die Grenze war offen! Die Menschen aus Ost und West lagen sich in den Armen. Doch über Nacht wurde alles anders: Neue Arbeit oder gar keine, und fast das ganze ostdeutsche Volk zog um. Die im Osten Gebliebenen hatten gegenüber denen, die „abgehauen” waren, einen großen Vorteil: Sie erlebten den Kapitalismus wenigstens in der Heimat. – 17 Jahre sind vergangen, in denen fast nichts nahtlos, aber vieles ratlos verlief. 19.30 Uhr. Im Schlüsselkorb 16, 39638 Gardelegen.

Gladbeck

14.4. --- Lesecafé der Stadtbücherei Lesung. Melda Akbas – „So wie ich will“. Sie ist 18, lebt als Deutsch-Türkin in Berlin, steht kurz vor dem Abitur, engagiert sich als Schülerin, und ihr größter Wunsch ist ein selbstbestimmtes Leben: Melda Akbas bezweifelt, dass viele Deutsche wissen, was es heißt, ein Migrantenkind zu sein. Vorurteile und Desinteresse bestimmen das Bild. Eloquent und selbstbewusst setzt sie ihre Momentaufnahme dagegen. Ihr Hintergrund: eine Familie von konservativ bis weltoffen, ein bunter Mix aus Köpfen und Haltungen. Sie selbst versucht den Spagat zwischen Respekt vor ihren muslimischen Wurzeln und ihrer Entschlossenheit, sich einzumischen, mitzubauen an einer friedlichen Welt vieler Kulturen und als Frau selbständig zu leben. 19.30 Uhr. Friedrich-Ebert-Straße 8, 45964 Gladbeck.

Goslar

1.4. --- Buchhandlung C. Böhnert Lesung. Oliver Dierssen – „Fausto“. Pelzig, gefräßig, genial – hier kommt Fausto. Probleme mit den Hausaufgaben? Probleme mit der Liebe? Probleme überhaupt? Dann kann nur einer helfen – Fausto! Fausto Flamingo Esteban de Rioja, der pelzige Bücherdämon, der sich von Rechtschreibfehlern ernährt, hilft nicht nur, wenn der Deutschaufsatz misslingt, sondern auch in anderen Lebenslagen. Mit dem vierzehnjährigen Joschel ist er allerdings an einen besonders schweren Fall geraten. Gemeinsam stolpern Fausto und Joschel in das Abenteuer ihres Lebens. 19 Uhr. Breite Straße 98, 38640 Goslar.

Göttingen

7.4. --- Literarisches Zentrum Lesung. Heinz Ludwig Arnold – „Ein abenteuerliches Herz“. Ernst-Jünger-Lesebuch. Ernst Jünger war ein Jahrhundertmensch, nicht nur wegen seines über 100-jährigen Lebens. Kriegsbegeisterter Nationalist und unpolitischer Käfersammler, Träger des Eisernen Kreuzes ebenso wie des Goethe-Preises, kühler Ästhet und überzeugter Nonkonformist – Jünger steckt voller Widersprüche und gilt bis heute als umstritten. Vor allem aber war er ein Schriftsteller, der beinahe 80 Jahre lang produktiv war. Im Gespräch mit Thedel v. Wallmoden berichtet Heinz Ludwig Arnold aus seinen Wilflinger Erinnerungen, Dominik Bliefert leiht den Texten Jüngers seine Stimme. Zeit also, Jünger wieder oder endlich zu lesen. 5,50-8,50 €. 20 Uhr. Düstere Straße 20, 37073 Göttingen.

11.4. --- Altes Rathaus Lesung. Karen Duve – „„Anständig essen“. Eine von der Gesundheitsfraktion war Karen Duve nie. Ein Leben ohne REWE–Hähnchenpfanne und Cola light schien ihr undenkbar. Bis ihre neue Mitbewohnerin erste Zweifel weckt: Wie viel gönne ich mir eigentlich auf Kosten anderer? Wo beginnt die persönliche Verantwortung? Über Anständig essen (Galiani 2011) spricht die Autorin mit der Göttinger Journalistin Carolin Hoffrogge, die selber auf einem Bauernhof groß geworden ist und die Nahrungsmittelproduktion von der Pike auf kennt. 5,50-8,50 €. 20 Uhr. Markt 9, 37073 Göttingen.

Greifswald

8.4. --- Koeppen Haus Lesung. Literarische „Nachlese“ zur Leipziger Buchmesse 2011 mit Ernst-Jürgen Walberg. Das Literaturzentrum Vorpommern lädt zu einem Gespräch über die aktuellsten Erscheinungen auf dem Buchmarkt ein. Ernst-Jürgen Walberg, Kulturchef von NDR 1 Radio MV, gleichermaßen bekannt durch die Sendungen „Kunstkaten“ und seinen Buchtipps in „Walbergs Bestseller“, wird von seinem Besuch auf der Leipziger Buchmesse berichten. Mit einem Besucherrekord von 163.000 Besuchern endete am 20.03.2011 die Messe, auf der sich die Autoren und Verlage aus 36 Ländern präsentierten. Ernst-Jürgen Walberg stellt die spannendsten Bücher  vor und erzählt von seinen Interviews mit den Autoren. Am Büchertisch können sogleich die vorgestellten Bücher erworben werden. 3-5 €. 20 Uhr. Bahnhofstraße 4 D, 17489 Greifswald.

15.4. --- Koeppenhaus Lesung. Ines Geipel – „Seelenriss“. Ines Geipel über die Krankheit unserer Zeit: Depression und Leistungsdruck. Depression – Der Schatten von Tempo und Erfolg. Was macht Manager, Politiker, Studenten depressiv? Was lässt Weltklassesportler an ihrer Seele leiden? Ines Geipel zeigt, wie ständiger Erfolgszwang und Eigendrill in unserer Gesellschaft krankmachende Bedingungen schaffen und zu einer rasant wachsenden Zahl an Depressionen führen. Wie ein Blitz trifft uns die Nachricht,wenn einer der Erfolgreichen und Berühmten das Leben plötzlich nicht mehr erträgt. Der Suizid als letzte Konsequenz quälender Depressionen beleuchtet für einen grellen Augenblick die Widersprüche zwischen glänzender Oberfl äche und innerer Verzweifl ung. Die ihr gut bekannte Welt des Leistungssports ist für Ines Geipel jedoch nur Bild und Inbegriff unserer enorm beschleunigten Erfolgsgesellschaft. Denn der Zwang zu unbegrenzter Leistungssteigerung, Flexibiliät und Selbstvermarktung macht nicht nur Sportler krank und depressiv. Letzten Endes – so bezeugen es ihre Gespräche mit führenden Psychologen und Seelenexperten – sind wir alle dem Wirbelsturm eines neuen Welttempos ausgesetzt und so in Gefahr, mit olympischer Rasanz unser inneres Gleichgewicht zu verlieren. 20 Uhr. Bahnhofstraße 4 D, 17489 Greifswald.

Hainburg

20.4. --- Pfarrzentrum St. Wendelinus Lesung. Hans Conrad Zander – „Warum waren die Mönche so dick?“. Etwa zwei Kilogramm Brot pro Tag, zwischen 6 und 30 Eiern, rund drei Liter Wein und zweimal täglich Fleisch – so eine 6882-Kalorien-Diät hat es in sich. „Dicke Männer sind intelligenter als dünne“ – diese Feststellung des Aristoteles diente Thomas von Aquin als Antwort auf die beständigen Hänseleien seiner Mitbrüder…. Es geht um Schwergewichte, doch mit der ihm eigenen Leichtigkeit entfaltet Hans Conrad Zander in seinen Geschichten ein vergnügliches Panorama des kirchlichen Lebens in den vergangenen Jahrhunderten. Lesen Sie, wovor ein Mann die Flucht ergreifen sollte, was Ulrich Zwingli beim Friseur widerfuhr, wie Teresa von Avila es schaffte, ohne Psychotherapie selig zu werden, oder was es mit dem göttlichen Transvestiten auf sich hat. 20 Uhr. Am Kirchplatz, 63512 Hainburg.

Hamburg

2.4. --- Theater im Park Lesung. Roger Willemsen – „Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort!“. 200-mal am Tag lügt ein Mensch im Durchschnitt. Die Schlange im Paradies hat damit angefangen, und seitdem können wir nicht mehr aufhören. Die Lüge ist der Kitt der Weltgeschichte. Die Urkunden, die den Kirchenstaat begründet haben und Hamburg zur Hansestadt machten – gefälscht! Vielleicht ist ja sogar das halbe Mittelalter eine Erfindung … Und dann das 19. Jahrhundert – die große Zeit der Hochstapler! Sie verkaufen den Eiffelturm, nichtexistentes Salatöl und die Stadt London in Einzelteilen. Nicht zu vergessen, dass dann im 20. Jahrhundert natürlich niemand vorhatte, in Berlin eine Mauer zu errichten, oder eine „sexual relation with that woman“ hatte. Endlich die Wahrheit über die Lüge! 20 Uhr. Gräpelweg 8, 21029 Hamburg.

3.4. --- Mathilde Bar Lesung. Stories on Stage - englische Lesung - immer am 1. Sonntag im Monat. „Stories on Stage“, gegründet von Carol McNamara und Daniel Chelminiak, findet immer am ersten Sonntag im Monat statt. Verbessert Sprachkenntnisse, Allgemeinbildung und Laune. In Kooperation mit den University Players, den Hamburg Players und Rover Rep. 3-4 €. 19 Uhr. Bornstraße 16, 20144 Hamburg.

3.4. --- Literaturhaus Lesung. Briefwechsel Helmuth James und Freya von Moltke. Mit Caspar von Moltke und Ulrike von Moltke. Martin Doerry moderiert. Anfang 2010 wurde bekannt, dass der Briefwechsel zwischen Helmuth James und Freya von Moltke aus den letzten Wochen vor seiner Hinrichtung wie durch ein Wunder komplett erhalten ist. Die politisch und persönlich offenherzigen Briefe, die vom Gefängnispfarrer Harald Poelchau unter Einsatz seines Lebens fast täglich an der Zensur vorbeigeschmuggelt wurden, sind das aufwühlende Zeugnis einer großen Liebe in den Zeiten des Widerstands gegen ein unmenschliches Regime. Berlin-Tegel, im Herbst 1944: Der 37 Jahre alte Jurist und Widerständler Helmuth James von Moltke wartet auf seinen Prozess vor dem Volksgerichtshof – und auf seine Hinrichtung. Während sowjetische Truppen auf seine Heimat Kreisau in Schlesien vorrücken und Weggefährten gehenkt werden, wechselt er täglich Briefe mit seiner Frau Freya: Es geht um ihre Liebe und die Lage in Kreisau, die Situation im Gefängnis und die Vorbereitung auf den Tod, aber auch um den Widerstand und um Wege zur Rettung. „Ich habe keine Furcht vor dem Tod, und ich habe animalische Angst vor dem Sterben”, schreibt Helmuth James. „Ich werde alt und anders werden, deshalb muss ich Dich in mir tragen und mit Dir leben”, antwortet Freya. 20 Uhr. Schwanenwik 38, 22087 Hamburg.

4.4. --- Institut für Sozialforschung Vortrag. Institutsmontag: Claudia Weber – „Verstörende Erinnerung. Der Stalinismus und das Gedächtnis Europas“. Zweiter Vortrag der neuen InstitutsMontagsreihe zum Thema „Wem gehört der Holocaust? Deutungskonflikte im globalen Zeitalter“. Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Gewaltherrschaft Stalins ein historisches und politisches Tabu, in Westeuropa blieb sie hinter der identitätsstiftenden Grunderfahrung des Holocaust zurück. Die Absolutsetzung des Nationalsozialismus als dem „Bösen an sich“ und die damit einhergehende Hierarchisierung europäischer Gewalt und Massenvernichtung sind mit dem Ende des Kalten Krieges zum erinnerungskulturellen Problem einer politisch proklamierten europäischen Gesellschaft geworden. Seit 1989 und insbesondere seit der sogenannten Osterweiterung 2004 steht der Konflikt um das Verhältnis zwischen Holocaust-Gedenken und der Erinnerung an stalinistische Massenverbrechen im Zentrum europäischer Geschichtsdebatten. Die Akteure des neuen Europa sind in der Auseinandersetzung mit der „doppelten Gewalterfahrung“ Osteuropas einer verstörenden Geschichtskonfusion ausgesetzt, die die heuristische Leere von Gewalt- und Erinnerungshierarchien enthüllt. Die Auseinandersetzung mit der stalinistischen Gewalterfahrung und ihren Opferdiskursen ist eine Voraussetzung für eine europäische Gesellschaft, jenseits der eingeübten Denkmuster des Kalten Krieges, eine Erinnerungskultur zu entwickeln. Moderation: Dr. Ulrike Jureit. Eintritt frei. 20 Uhr. Mittelweg 36, 20148 Hamburg.

5.4. --- Literaturhaus Lesung. Die Team&Struppi-Show. Mit Moritz Neumeier und Jasper Diedrichsen auf großer Fahrt. Liebe Freunde, liebe Freundinnen, nach der atemberaubend-fulminanten Jungfernfahrt der MS „Team&Struppi Show” nimmt das Literaturhaus Hamburg erneut Kurs auf die Riffe der Unterhaltungsindustrie. Mit an Bord bei dem April-Turn ist unter anderem der sturmerprobte Game Ove, Liedermacher par excellence und mit seinen ergreifend rauen Melodien mittlerweile selbst den renitentesten hamburgerischen Landratten ein Begriff. Auf dieser abenteuerlichen Kreuzfahrt führen Sie die beiden Kapitäne Moritz Neumeier und Jasper Diedrichsen (Team&Struppi) sicher durch die gefährlichen Untiefen der anarchischen Satire. Es erwartet sie eine prall gefüllte Wundertüte aus heiteren Gesprächen, Musik, Text, Improvisation, aberwitzigen Vorführungen, leicht zu lösenden Rätseln und natürlich eine sprechende dänische Dogge aus dem Nachlass Rothbarts IV. Vielleicht.20 Uhr. Schwanenwik 38, 22087 Hamburg.

5.4. --- Mathilde Café Lesung. Themenabend (Poetry Slam) mit Längs. Thema: „Tanzen“. Seit 7 Jahren hebt sich Mathilde mit ihren Themenslams von der Masse ab – denn: Hier wird selten getanzt, gerappt oder gesungen. Das Publikum achtet ein klein wenig mehr auf den Inhalt und nicht so sehr auf die Form. Und auf das Publikum kommt es an. Ausgebuht oder ausgelacht wird hier niemand. Anders als beim „normalen“ Slam bewertet nicht eine Jury sondern das komplette Publikum. Jeder einzelne bekommt einen Bewertungszettel und einen Stift und gibt Punkte von 1 bis 10. Die Autoren lesen jeder einen Text von höchstens 5 Minuten. (Achtung: Auch ein kurzer Text ist ein Text - und davon liest jeder Autor wirklich nur einen.). Der Text muss zum vorgegebenen Thema passen. Vorleser zahlen natürlich keinen Eintritt und der Publikumssieger noch nicht einmal seine Getränke. Der Gewinner bekommt einen Mathilde-Verzehrgutschein. Nur die ersten 10 Autoren können lesen und nur die ersten 50 Gäste zuhören. Voller als voll geht einfach nicht, und regelmäßig müssen Gäste wieder weggeschickt werden. Daher empfehlen wir den Vorverkauf und rechtzeitiges Erscheinen. 3-4 €. 20.15 Uhr. Bogenstraße 5, 20144 Hamburg.

6.4. --- Literaturhaus Lesung. Spaß mit Büchern: Bruno Hächler. Bruno Hächler singt und liest aus „Die lustige Osterwerkstatt“. Der Osterhase ist verzweifelt. Wie soll er bloß die viele Arbeit alleine bewältigen? Gesucht sind Langohren zur Verstärkung. Doch statt der erhofften Hasen melden sich ein Esel, ein Zebra, drei Hunde und sogar ein Elefant. Und natürlich hat das originelle Aushilfsteam auch sehr eigene Vorstellungen vom Eierbemalen. Dem Schweizer Bruno Hächler gelingt wie keinem anderen die Verbindung von musikalischem Einfallsreichtum und ebenso lustigen wie poetischen Texten. Er wird uns gekonnt mit Stimme und Gitarre in eine höchst vergnügliche Ostergeschichte entführen. Zahlreiche Kinderbücher – in viele Sprachen übersetzt - und Lieder-CDs hat der Winterthurer Autor und Musiker veröffentlicht. Live erfreut sich Bruno Hächler eines ständig wachsenden Publikums – und nun gehören die Hamburger auch dazu. Für Kinder ab 5 Jahren. Eintritt frei. 15.30 Uhr. Schwanenwik 38, 22087 Hamburg.

6.4. --- Literaturhaus Lesung. Irgendwie komisch: „Komische Liebesgedichte“. Mit Nina Petri und Christian Maintz. Die Liebe ist der meistbesungene Gegenstand der lyrischen Dichtung; meist geschieht dies in tief ernstem, gar dunkel-elegischem Tonfall. Aber es gibt auch ganz andere Liebesgedichte: komische, erhellende, verblüffende, entkrampfende, Lachenmachende! Der Autor und Germanist Christian Maintz, seinerseits komischer Lyriker (und langjähriger Duo-Partner von Harry Rowohlt), hat klassische, neuere und neueste Liebesverse in der Anthologie „Komische Liebesgedichte” (Kein & Aber) versammelt, die beweist: Entgegen ihrem Ruf ist die deutschsprachige Poesie durchaus keine komikfreie Zone. Und schließlich ist die Liebe eine viel zu ernste Angelegenheit, um sie allein den lyrischen Ernstmachern zu überlassen … Der Band enthält Gedichte von Heinrich Heine, Wilhelm Busch, Joachim Ringelnatz, Kurt Tucholsky, Ror Wolf, Peter Rühmkorf, Robert Gernhardt, F.W. Bernstein, Wiglaf Droste, Thomas Gsella, Fritz Eckenga u.v.a. Nina Petri wird, gemeinsam mit Maintz, aus der Anthologie lesen – hier und da ergänzt durch Anmerkungen des Herausgebers. 6-10 €. 20 Uhr. Schwanenwik 38, 22087 Hamburg.

7.4. – 14.4. Die 13. Vattenfall Lesetage finden vom 7. bis 14. April 2011 statt. Zum 13. Mal lassen die Vattenfall Lesetage Hamburg literarisch aufblühen. Vom 7. bis 14. April lesen und musizieren 170 Autoren, Künstler und Musiker aus zehn Ländern an ungewöhnlichen Orten. Mehr als die Hälfte der 126 Veranstaltungen richtet sich an Kinder und Jugendliche. Gelesen wird in der ganzen Stadt und über Hamburgs Grenzen hinaus in Theatern, Kinos, Bibliotheken, Bürgerhäusern, Hotels und Museen. Viele Leseorte sind zur Buchgeschichte passend ausgewählt: ein TV-Krimi in einem Fernsehstudio oder die Lesung „Der elektrische Kuss“ im bald wiedereröffnenden Museum der Elektrizität, dem electrum, in Harburg. Lesetage-Besucher haben die Chance, sich vor offizieller Eröffnung ein Bild einzigartiger historischer Exponate aus dem Reich der Elektrizität zu machen. Das vielfältige Programm für Erwachsene bietet in sechs Themenreihen Orientierung: Liebesgeschichten, Krimi, Vater-Tochter-Mutter-Sohn, Specials, Historisches; den Schwerpunkt bildet die Reihe Menschenkenner. Dort setzen sich Autoren und Experten damit auseinander, was Menschen voneinander wissen können. Informationen und weitere Termine unter www.vattenfall.de/de/vattenfall-lesetage.htm

7.4. --- Mahnmal St. Nikolai Dokumentationszentrum Lesung. Katharina Eyssen – „Alles Verbrecher“. Maries Großvater hat immer behauptet, er habe Catherine Deneuve geküsst. Jetzt ist er tot, und Marie wird nie mehr erfahren, ob er sie tatsächlich geküsst hat. Er sei ein Verbrecher gewesen, sagen alle, die ihn kannten, aber warum, das weiß sie nicht. Sie weiß nur, dass er zuletzt irgendwo in Caracas gelebt hat und dass niemand außer ihr seine Asche am Flughafen abholen will. Weil sie ihm versprochen hat, einmal nach New York zu fahren, um dort ein Pastrami-Sandwich in einer ganz bestimmten Bar zu essen, macht sie sich auf die Reise. Aber nicht nur wegen des Sandwiches, sondern auch, weil sie glaubt, in New York endlich die Wahrheit zu erfahren – über ihn, über sich, über ihre Familie. Und weil sie hofft, dass sich dadurch alles ändern wird. Auf ihrer Reise trifft sie auf alte Bekannte, von denen sie vieles erfährt, und auf einen geheimnisvollen Mann, mit dem sie einige Nächte auf einem roten Sofa verbringt. Marie findet mehr heraus, als sie gedacht hätte, aber vor allem, dass es weniger wichtig ist, die Wahrheit zu kennen, sondern mehr, sich mit der eigenen Vergangenheit zu versöhnen …19 Uhr. Willy-Brandt-Straße, 20457 Hamburg.

7.4. --- Museum der Elektrizität – electrum Lesung. Susanne Betz – „Der elektrische Kuss“. Sie leben in vollkommen unterschiedlichen Welten: Charlotte, zweifelnd, einsam und immer auf der Suche, experimentiert mit der Modewissenschaft Elektrizität und mit Männern. Samuel gehört der protestantischen Sekte der Amischen an und sieht seinen Lebenssinn darin, den Acker Gottes demütig zu bestellen. Sie kämpfen miteinander um Trost und Freiheit und gegen den Terror des Glaubens und die Kälte der Vernunft – Konflikte, die in unserer Zeit nichts von ihrer Schärfe verloren haben. Im Gegenteil. Auch heute stellen wir uns dieselben Fragen wie Charlotte und Samuel: Werden wir beflügelt von der Freiheit des Verstandes oder von einer unsterblichen Seele – oder ist beides nur eine Chimäre und der Mensch doch nicht mehr als eine (fast) perfekte schöne Maschine? Und vor allem: Was bewirkt dabei die Liebe, und wie kann sie uns verändern? 19 Uhr. Harburger Schlossstraße 1, 21079 Hamburg.

7.4. --- Krypta des Mahnmals St. Nikolai Lesung. Katja Thimm liest mit Katharina Eyssen aus „Vatertage – Eine deutsche Geschichte“. Eine scheinbar ganz normale Einfamilienhaus-mit-Garten-Kindheit in der Bonner Republik. Doch manchmal, unvermittelt, bekommt die Normalität Risse, und die Tochter merkt: Es gibt da noch etwas anderes. Dieses andere sind Kindheit und Jugend des Vaters, ist die traumatische Erfahrung von Flucht und Vertreibung, von Verlust und Massensterben, vom Leben in zwei totalitären Systemen. Die Egon-Erwin-Kisch-Preisträgerin Katja Thimm erzählt so eindringlich wie einfühlsam die Geschichte ihres Vaters, die zugleich die Geschichte Hunderttausender „Kriegskinder“ ist. Sie berichtet, wie die schrecklichen Erfahrungen der Vergangenheit fortwirken, in ihrem Vater, der mit zunehmendem Alter immer häufiger von traumatischen Erinnerungen heimgesucht wird, aber auch in ihr selbst und damit in der Generation der „Kriegsenkel“. 19 Uhr. Willy-Brandt-Straße 60, 20457 Hamburg.

7.4. --- Jüdischer Salon am Grindel Lesung. „Geschriebene Küsse kommen nicht an“ - Franz Kafka und Milena Jesenská - eine ganz spezielle amour fou. Mit Elisabeth Hartmann und Jörg Hustiak. Von Frühjahr 1920 bis Herbst 1920 erlebt Kafka eine bis dahin für ihn unbekannte Intimität in der Liebesgeschichte mit der jungen Tschechin Milena Jesenská, in Wien unglücklich verheiratet mit dem Literaten Ernst Pollak. Zwischen Prag und Wien wechseln fast täglich Briefe. Reiner Stach spricht von einem wahren „Briefgewitter“. Erstmals hat Kafka mit einer Frau zu tun, die ihn in vielerlei Hinsicht sehr herausfordert. Zweimal treffen sie sich tatsächlich. Es werden gelesen: Briefe; Jesenskás kleine essayistische Erzählung über die „moderne“ Ehe Der Teufel am Herd und eine Passage aus Kafkas Schloss. Elisabeth Hartmann und Jörg Hustiak sind mit die bekanntesten TV-und Radiostimmen des WDR. Sie sind oft zu erleben auf öffentlichen Lesungen für WDR, Literaturhaus Köln und lit.COLOGNE. 5-10 €. 20 Uhr. Grindelhof 59, 20146 Hamburg.

7.4. --- Literaturhaus Preisverleihung. Preis der Literaturhäuser. Die Literaturhäuser bieten der Vermittlung von Literatur aller Facetten ein Forum. Im Mittelpunkt steht dabei die ‚Rückübertragung von Literatur in das gesprochene Wort. Lesung und Vortrag ermöglichen nicht nur ein Live-Erlebnis – sie öffnen die Literatur auch für Diskussion und Diskurs. Der individuelle Vorgang des Schreibens bzw. Lesens gewinnt einen dialogischen, Öffentlichkeit stiftenden Charakter. Um dieses Konzept zu stützen und nach außen hin zu vermitteln, vergeben die in literaturhaus.net zusammen geschlossenen Literaturhäuser einmal jährlich einen Literaturpreis. Der Preis geht an deutschsprachige Autorinnen und Autoren, die sich für neuartige Konzepte der Vermittlung von Literatur stark machen. Dabei sind die Möglichkeiten praktisch unbegrenzt. Sie reichen von der szenischen, musikalischen oder bildnerischen Darbietung von Literatur bis zur theoretischen Erläuterung literarischer Konzepte. Neue Wege der Präsentation sollen die lange Tradition des literarischen Vortrags weiterentwickeln. Die Auszeichnung besteht deshalb aus einer Lesereise des Preisträgers, die durch alle elf in literaturhaus.net zusammengeschlossenen Literaturhäuser führt. Die Lesungen werden als besondere Veranstaltungen inseriert und überdurchschnittlich vergütet. 4-8 €. 20 Uhr. Schwanenwik 38, 22087 Hamburg.

8.4. --- Sasel-Haus Lesung. Angelika Glitz – „Henry und die Sache mit dem Bären“. Der neunjährige Henry ist mit seinen Eltern aufs Land gezogen. Hier soll die Luft besser sein, aber das ist Henry egal. Er vermisst seine Freunde und seine Fußballmannschaft. Fußball spielen die hier auch, aber die Mannschaft, die ihm am besten gefällt, will ihn nicht aufnehmen. Irgendwie glaubt Henry, dass alles viel einfacher wäre, wenn er ein Haustier hätte. Und so erfindet er kurzerhand einen Bären. Als alle Ausreden nicht mehr helfen und die Kinder aus seiner Klasse schon vor der Haustür stehen, um endlich den Bären zu sehen, staunt auch Henry nicht schlecht, als in seinem Garten auf einmal ein Bär herumtapst …Ein hinreißendes Buch über einen kleinen Fußballfan, der einen neuen Freund findet. 16 Uhr. Saseler Parkweg 3, 22393 Hamburg.

9.4. --- Hamburger Sprechwerk Lesung. Angelika Glitz – „Dschinny und die Wunschmaschine“. Dschinny ist ein echter Wasserdschinn, der in den tiefsten Tiefen der Meere wohnt, am liebsten Algenbrühe trinkt und nur Unsinn im Kopf hat. Kein Wunder, dass er zur Strafe für sein ungebührliches Betragen in einer Wärmflasche durchs Meer schippern muss – bis er vom 9-jährigen Nick gerettet wird. Doch damit beginnt das Abenteuer erst so richtig! Denn bevor Dschinny zurück zu seinen Wasserkumpels kann, muss er Nick drei Wunschpunkte erfüllen. Und das ist gar nicht so einfach: Denn wie viele Wünsche ein Wunschpunkt hat, bestimmt eine geheimnisvolle Wunschbox …14.Uhr. Klaus-Groth-Straße 69, 20535 Hamburg.

9.4. --- Kulturkirche St. Johannis Lesung. Raimund H. Drommel – „Der Code des Bösen“. Auch wenn der Täter Handschuhe trägt – sein sprachlicher Fingerabdruck verrät ihn: Eine junge Frau hat vermeintlich Selbstmord begangen, doch ihr Abschiedsbrief entlarvt den Mörder. Ein Industrieller wird verschleppt, das Erpresserschreiben wird den Entführern zum Verhängnis. Raimund H. Drommel ist Deutschlands renommiertester Sprachprofiler. Erstmals erzählt er seine spektakulärsten Fälle aus 25 Jahren, gewährt Einblicke in seine Methoden und entschlüsselt den Code des Bösen. 19 Uhr. Max-Brauer-Allee, 22765 Hamburg.

9.4. --- Mathilde Bar Lesung. Längs - Die Hamburger Lesebühne. Immer am 2. Samstag im Monat. Die Lesebühne Längs lädt zu ihrer wilden Mischung aus Live-Literatur, Satire, Comedy und Spoken Word in die Mathilde Bar. Nach der Tagesschau und vor dem Kiez. Die drei Autoren und ein bis zwei Gäste lesen ihre eigenen Texte. Und die sind lustig, politisch inkorrekt, mal moralisch, mal gewissenlos und vor allem: live und laut. Sensibelchen bleiben besser im Bett. Live-Literatur seit 2004 von Barhockern für lange und kurze Beine mit jeder Menge Spoken Word, spaßigen Gemeinheiten und glücklich eingeschalteten Gehirnen. So what? Längs sind Thomas Nast, Liefka Würdemann und Jörg Schwedler. 6 € inkl. eines BAZIC-Vodka mit Ahoj-Brause. 20.15 Uhr. Bornstraße 16, 20144 Hamburg.

10.4. ---  Hotel Wedina Lesung. Literaten im Hotel: Astrid Rosenfeld. Skeptiker mögen fragen: Noch eine Geschichte über den Zweiten Weltkrieg? Oder: Noch eine Familiengeschichte? Dem lässt sich schlicht und einfach entgegnen: Unbedingt! Astrid Rosenfeld erzählt in ihrem Debütroman „Adams Erbe”, erschienen im Diogenes Verlag, mit unerschrockenem Humor und zugleich tiefer Trauer von der jüdischen Familie Cohen bzw. von Edward und seinem Großonkel Adam. Edward Cohen, der Ende der siebziger Jahre geboren wurde, seinen Vater nie kennengelernt hat und als Kind ein Vagabundenleben führt, hört immer wieder, wie sehr er Adam, dem Bruder seines Großvaters ähnelt, der im Deutschland der dreißiger Jahre aufwuchs und als das schwarze Schaf der Familie gilt: „An einem sonnigen Nachmittag im März presste Magda mich heraus und benannte mich nach einem der Protagonisten ihres Lieblingsromans von Jane Austen: Edward. An diesem Frühlingstag sah ich aus wie alle anderen Babys, aber mit jedem Jahr wuchs die Ähnlichkeit. Adams Augen, Adams Mund, Adams Nase ...” Edward interessiert das weniger, bis ihm eines Tages auf dem Dachboden die Lebensgeschichte von Adam in die Hände fällt, adressiert an eine gewisse Anna Guzlowski. Adams jüdische Freundin und große Liebe hat dieses Paket jedoch nie erhalten, denn sie verschwand in der Reichspogromnacht 1938. Edward erfährt anhand dieser Aufzeichnungen wie sein Großonkel sich unter falschem Namen auf den Weg nach Polen machte, um Anna zu finden. 17 Uhr. Gurlittstraße 23, 20099 Hamburg.

11.4. --- Institut für Sozialforschung  Vortrag. Janosch Schobin – „Einsamkeit als soziale Tatsache? Thesen zur gesellschaftlichen Dynamik sozialer Isolation“. Moderation: Phillip Staab. Eintritt frei. 20 Uhr. Mittelweg 36, 20148 Hamburg.

12.4. --- Abaton Kino Lesung. Nina Blazon - „Ascheherz“. Seit einem Unfall ist Summers Gedächtnis wie ausgelöscht. Sie weiß nur eines: Der Blutmann, der sie in ihren Albträumen verfolgt, ist nun in ihr Leben getreten und will sie töten. Und er scheint nicht der Einzige zu sein, der sie verfolgt. Der geheimnisvolle, engelhaft schöne Anzej rettet ihr das Leben. Auf ihrer gemeinsamen Flucht in das ferne Nordland muss Summer erkennen, welchen Verrat sie vor Jahrhunderten begangen hat: Einst gehörte sie zu den Zorya, deren Kuss den Sterblichen den Tod bringt. Doch einem Mann mit sanften Augen, der in ihren Armen sterben sollte, schenkte sie die Ewigkeit. Nun fordert Lady Mars, die Herrin des Todes, das Leben zurück, um das sie betrogen wurde. Kann Summer den Tod ein weiteres Mal überlisten oder muss sie ihre Liebe opfern, um selbst Lady Mars tödlichem Kuss zu entgehen? 18 Uhr.  Allendeplatz 3, 20146 Hamburg.

12.4. --- Mathilde Café Lesung. 'Slamgenerationen' mit Arne Poeck und Satzsucher Thomas P. Langkau. Mathilde veranstaltet den zweitältesten Poetry Slam in Hamburg. Zeit für ein zusätzliches Format. Mittlerweile haben sich bei uns sicher mehrere Hundert Autoren aus allen Generationen dem Publikumsurteil gestellt. Besonders auf die große Spannweite der Altersgruppen sind wir stolz. Bei uns slammen 80 aber auch 18 Jährige und wer gewinnt ist immer offen. Einige der beliebtesten Autoren unseres Slams präsentieren wir jetzt in einem neuen Format im Doppelpack. Jeweils ein Vertreter der älteren Generation zusammen mit einem deutlich Jüngeren gestaltet einen gemeinsamen Abend ohne Wettkampf. 4 €. 20.15 Uhr. Bogenstraße 5, 20144 Hamburg.

12.4. --- Literaturhaus Lesung. Vattenfall Lesetage: Zsuzsa Bánk. Hubert Winkels moderiert. Der leuchtende Klatschmohn, das windschiefe Tor, die süßen Birnen, eine Hand verscheucht die Wespen, die sich auf Évi Kalócs’ Kuchen gesetzt haben – man sieht alles deutlich und in aller Klarheit vor sich. Es ist diese schwebende Sprache, die einen augenblicklich in das Städtchen Kirchblüt an den Neckar zieht. In Zsuzsa Bánks neuem Roman „Die hellen Tage” (S. Fischer) perlen die Sätze langsam, fast meditativ über die Seiten, Motive kehren wieder und eröffnen einen Denkraum, in dem Erinnerung, Melancholie und die Geheimnisse des Erwachsenwerdens aufeinander treffen. Im Haus der ehemaligen Zirkusartistin Évi begegnet sich in Kindertagen ein Dreigespann, das sich über die Jahre zur Schicksalsgemeinschaft auswächst: Évis Tochter Aja, die Erzählerin Seri und der Junge Karl erleben im windschiefen Häuschen am Feldrain einen immerwährenden Sommer, obwohl Verlust und Abschied ihre jungen Leben bereits gezeichnet haben. Zusammengehalten wird das Trio durch die Menschlichkeit der enigmatischen Évi, die gegen die Winter- und die Herzenskälte mit ganzen Blechen voller Kuchen ins Felde zieht und Kirchblüt mit ihrer Güte verzaubert. 7 €. 20 Uhr. Schwanenwik 38, 22087 Hamburg.

13.4. --- Thalia Theater Lesung. Karin Bergrath – „Tod im Anflug“. 19 Uhr. Alstertor, 20095 Hamburg.

13.4. --- Hamburger Sternwarte Lesung. Jürgen Schmieder - „Ich will in den Himmel oder als glückliche Kuh wiedergeboren werden“. Nach seinem Selbstversuch mit der Ehrlichkeit, dessen Ergebnisse er in dem Besteller „Du sollst nicht lügen!“ beschrieben hat, bleiben für Jürgen Schmieder weitere existentielle Fragen offen. Sie münden in die alles entscheidende Suche nach dem Sinn des Lebens und die Frage, wie ein Mensch sein Leben gestalten muss, um Erlösung zu erfahren. Auf diese Frage bieten die Religionen dieser Welt ihre Antworten feil. Jürgen Schmieder hat sie durch eigenes Erleben geprüft : ernsthaft, ohne Vorurteile und mit Respekt. Er ist um die Welt gereist und hat sich für eine Weile in das jeweilige religiöse Leben eingefügt. Er wurde auf den Philippinen Zeuge eines Exorzismus’, er suchte in China nach Konfuzius und traf sich in München mit einem Sektenboss. Auf dieser Reise fühlt auch der Leser sich in fremde Glaubensformen ein und versteht, wie überheblich der Anspruch eines alleinseligmachenden Glaubens ist. 19 Uhr. Gojenbergsweg 5, 21029 Hamburg.

14.4. --- Bürgerhaus Lenzsiedlung Lesung. Aygen-Sibel Celik – „Sinan und Felix“. Deutsch-türkische Lesung. Ein engagiertes Buch, das eine Brück zwischen zwei Sprachen schlägt: Sinan und Felix sind Freunde und verbringen viel Zeit zusammen, doch jedes Mal, wenn türkische Kinder hinzukommen, fühlt sich Felix ausgeschlossen. Bald erkennt Felix, dass Türkisch gar nicht so schwer ist und er sich schon einige Wörter gemerkt hat. Vor allem aber weiß er, dass er sich auf seinen Freund Sinan verlassen kann. 10 Uhr. Julius-Vosseler-Straße 193, 22527 Hamburg.

14.4. --- Literaturhaus Lesung. Vattenfall Lesetage: Isabel Abedi – „Lola Schwesterherz“. Eduardo Macedo begleitet sie auf der Gitarre. Der siebte Lola Band (Loewe Verlag) ist da! Lola kommt in die fünfte Klasse und wird von ihrer Freundin Flo getrennt. Das muss sie erst mal verkraften. Zum Glück lernt sie in der Tanz AG Sally kennen. Die ist schon 15 und wird für Lola zum absoluten Vorbild. Mit ihr kann sie auch ihren ersten echten Liebeskummer besprechen. Zuhause bahnt sich eine riesige Veränderung an: Lolas Mutter ist schwanger. Um sich so richtig auf die neue Rolle als große Schwester vorzubereiten, hat Lola sich in den Kopf gesetzt, Babysitterin zu werden. In ihren Träumen sieht sie sich bereits als „Lala Lu, weltbeste Babyflüsterin”. Es gibt eine Gelegenheit für einen Babysitter-Einsatz, als sie für Sally einspringt. Die will nur „mal kurz verschwinden”, doch dann ist Lola mit Baby Anton alleine. Die Situation wird brenzlig, und Lola zeigt Größe. 2-7 €. 16 Uhr. Schwanenwik 38, 22087 Hamburg.

14.4. --- Literaturhaus Lesung. Lena Gorelik. Elmar Krekeler moderiert. Von Franz Kafka kennen wir den „Brief an den Vater”, in dem auch das Judentum zur Sprache kommt, allerdings mit viel Kritik und Angst verbunden. Mit „Lieber Mischa” (Graf Verlag) schrieb Lena Gorelik ein Buch für ihren kleinen Sohn, jedoch, ganz im Gegensatz zu Kafka, unbeschwert, voller Humor und Witz und mit den gängigen jüdischen Klischees gekonnt spielend. Sie erklärt darin ihrem Sohn, wie er sich später einmal der mütterlichen Fürsorge entziehen und ganz selbstbewusst als Jude in Deutschland leben kann. Die Autorin selbst gehört der Generation an, die sich nicht mehr über die Schoah definieren will: „Guten Tag! Ich bin Jüdin. Betrachten Sie mich bitte, solang sie möchten.” So überlegt die Autorin in ihrem Buch, den so genannten Philosemiten zu begegnen, die es schick oder interessant finden, Juden zu kennen. Lena Gorelik aber hat so was nicht nötig, sie muss nach außen nichts beweisen. „Lieber Mischa” ist ein entspannter und amüsanter Umgang mit der jüdischen Identität und bietet unter anderem Antworten auf die Fragen nach den „coolsten” Juden und warum die Autorin nie genug Geld hat. 4-8 €. 20 Uhr. Schwanenwik 38, 22087 Hamburg.

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14.4. --- Jüdischer Salon am Grindel Lesung. Samuel J. Agnon – „Tehilla“ - Werk eines großen Erzählers. Hans-Jürgen Schatz liest Samuel J. Agnon. Der hebräische Frauenname Tehilla bedeutet soviel wie Lobpreis oder auch Glorie. Die Erzählung, die eine der verlassendsten Figuren Agnons vor Augen führt, beginnt mit den Worten: „Eine Alte lebte in Jerusalem. Eine so schöne Alte habt Ihr Euer Lebtag nicht gesehen…“. Und man mag hinzufügen: Eine so schöne Erzählung. Euer Lebtag nicht gehört. Wehrlos, wie von einem überstarken Wasserstrudel in eine verzückend schöne Tiefe hinab gezogen, fühlt sich der Leser des Werks Samuel Josef Agnons, jenem unbestritten größten modernen Erzähler hebräischer Sprache, dem „letzten hebräischen Klassiker“, wie Gerschom Scholem ihn nannte. 5-10 €. 20 Uhr. Grindelhof 59, 20146 Hamburg.

18.4. --- Literaturhaus Lesung. Sta*-Club – Schüler treffen Autoren. Merle Hilbk liest aus „Tschernobyl, Baby“. Vor 25 Jahren ereignete sich im Kernkraftwerk Tschernobyl nahe der ukrainischen Stadt Prybjat an der Grenze zu Weißrussland eine nukleare Katastrophe, die als die größte in der Geschichte der Kernenergie-Nutzung gilt. Die Berliner Journalistin und Autorin Merle Hilbk reist 2009 und 2010 mehrere Monate durch die verstrahlten Gebiete in Weißrussland und der Ukraine, bis hin zum Reaktor, spricht mit Frauen in kleinen Dörfern, deren Männer zu müde und zu kraftlos sind, um zu arbeiten – Folgen der Verstrahlung. Sie fährt durch die Sperrzone, die der weiß-russische Präsident wieder besiedeln will, um die Vergreisung der Bevölkerung zu stoppen. An ihrer Seite ist die junge Mascha, die 1986 in der Nähe von Tschernobyl geboren wurde und zur Generation der „Tschernobyl-Babys” gehört. Eintritt frei. 19 Uhr. Schwanenwik 38, 22087 Hamburg.

19.4. --- Literaturhaus Lesung. Peter Kurzeck. Verena Auffermann moderiert. Im Jahr 1982, in Frankfurt-Eschersheim, ein langes Wochenende im Herbst. Der Erzähler ist mit Frau und Kind bei Freunden zu Besuch. Vielleicht das letzte Wochenende, bevor die Freunde nach Südfrankreich ziehen. Der Erzähler ist müde. Will schlafen. Um ihn her der Nachmittag und die vertrauten Stimmen und dazu die Stimmen in seinem Kopf. Und dann muss er erzählen! Eine lange Reise. Und wir begleiten ihn in das Land seiner Kindheit. Das Oberhessen aus der Zeit nach dem Krieg und bis in die Siebzigerjahre. Gestern noch hier und jetzt ein versunkenes Land. Man muss die ganze Gegend erzählen, die Zeit! Und dazu die Menschen. Kleinbauern, Handwerker und Gießereiarbeiter. Und die Kinder, als wir alle noch Kinder waren. Die alten Kaufläden. Flohmarkt- und Flüchtlingsgeschichten. Wie es bei der Arbeit zugeht. Lebensläufe, Vergangenheiten, die Zeit. Was die Zeit mit uns macht. Das Fernsehen. Die Liebe. Wie man mitten im Pferdefuhrwerk- und Dampflokzeitalter als Sechsjähriger in Lollar am Güterbahnhof bei der amtlichen Waage steht (neben einer großen Pfütze) und weiß vom Hörensagen, die Erde ist eine Kugel. Ein langer Herbstnachmittag, und er ist sechs und muss sich alle Stimmen und Farben und jede Einzelheit merken. Hier will er ein Dichter und groß werden! Wenn man auf einem Berg wohnt, führt jeder Heimweg am Ende bergauf. Die Nachkriegs-, die Not-, die Hunger-, die Hamster-, die Schwarzmarkt- und dann immer noch eine neuere neue Zeit. 4-8 €. 20 Uhr. Schwanenwik 38, 22087 Hamburg.

19.4. --- Jüdischer Salon am Grindel Lesung & Gespräch. „Lea Goldberg – Lehrjahre in Deutschland 1930-1933“. Yfaat Weiss im Gespräch mit Stefanie Schüler-Springorum. Lea Goldberg gilt als Ikone der Dichtkunst in Israel. Außerhalb Israels ist sie jedoch weitgehend unbekannt. Yfaat Weiss beschäftigt sich mit Lea Goldbergs Studienjahren in Deutschland am Ende der Weimarer Republik und zeigt, wie Goldbergs Studium der semitischen Philologie vor dem Hintergrund des wachsenden Nationalsozialismus ihr Werk beeinflusste. Außerdem erfahren wir, wie es dazu kam, dass Lea Goldberg zu einer großen Vermittlerin der mittel- und westeuropäischen Kultur in Israel wurde. Die Historikerin Yfaat Weiss ist Professorin an der Hebräischen Universität Jerusalem. Dort unterrichtet sie am Fachbereich für Jüdische Geschichte und leitet zudem die School of History an der geisteswissenschaftlichen Fakultät. Es moderiert Stefanie Schüler-Springorum, Historikerin und Leiterin des Instituts für die Geschichte der deutschen Juden an der Universität Hamburg und designierte Direktorin des Zentrums für Antisemitismusforschung in Berlin. 5-10 €. 20 Uhr. Grindelhof 59, 20146 Hamburg.

19.4. --- Mathilde Andreas Wilhelm – „Hybrid“. In einem Indio-Dorf in Brasilien verschwinden Frauen und Kinder im Urwald. Als eine verweste Leiche gefunden wird, spricht der Medizinmann von Rache. Eines bösen Geistes …Am Ufer der Elbe wird ein menschlicher Fuß entdeckt – doch die Hamburger Polizei verhält sich äußerst zurückhaltend. Tim Hiller ist Journalist und wittert eine große Story. Gemeinsam mit der Studentin Julie recherchiert er weiter. Und stößt auf einen grausamen Fall: Ein Schweizer Pharmakonzern führt im brasilianischen Urwald entsetzliche Experimente durch. Und die Politik schweigt …20.15 Uhr. Bogenstraße 5, 20144 Hamburg.

20.4. --- Literaturhaus Lesung. Ein Felix-Hartlaub-Abend. Mit Ulla Hahn, Nikola Herweg. Mit Eifer erfüllen die Geschwister Felix und Geno Hartlaub die Erwartungen des Vaters Gustav Friedrich in die künstlerische Begabung seiner Kinder. Was sie produzieren, wird mit Stolz von dem Heidelberger Kunsthistoriker und Museumsdirektor, der 1925 durch die bekannte Mannheimer Ausstellung den Begriff der Neuen Sachlichkeit in der Kunst prägte, dokumentiert und ausgestellt. Als Glück, aber auch als Unglück empfinden die sensiblen Geschwister diesen Zustand, der ihren Werdegang und ihr literarisches Schaffen nachhaltig prägt. So wird das von den Kriegserlebnissen geprägte Werk des 1945, in den letzten Tagen des Krieges verschollenen Felix, der Zutritt zum Kreis des Führerhauptquartiers hatte und dadurch zu einem genauen Beobachter der Geschehnisse wurde, erst durch Schwester und Vater postum – und nicht ohne massive Eingriffe – veröffentlicht, während Geno Hartlaubs Romane und Erzählungen in engster Abstimmung mit dem Vater entstehen. Erst später gelingt ihr der „Sprung über den Schatten” des Vaters. Nach Stationen als Redakteurin, Lektorin und Herausgeberin ließ sich Geno, die ebenfalls Mitglied des PEN-Zentrums, der Gruppe 47 um Hans Werner Richter und der Freien Akademie der Künste in Hamburg war, 1962 als Schriftstellerin in der Hansestadt nieder, wo sie einen Großteil ihres Werkes verfasste und dafür den Alexander-Zinn-Preis und die Biermann-Ratjen-Medaille für ihre künstlerischen Verdienste erhielt. Geno Hartlaub verstarb 2007 in Hamburg. 4-8 €. 20 Uhr. Schwanenwik 38, 22087 Hamburg.

21.4. --- Museum für Völkerkunde Diskussion. Gedankenflieger - philosophieren mit Kindern. „Bin ich was Besonderes? Und warum?“ Miriam Holzapfel spricht mit der Autorin Betrix Schippenkoetter über ihr neues Buch „Was siehst du, wenn Du aus dem Fenster schaust?“. Wenn er mal jemand anders sein dürfte, dann müsste David nicht lange überlegen: „Ein Meermann (eine männliche Meerjungfrau), dann könnte ich lange unter Wasser bleiben.” Lilly Sun würde gerne mal Pippi Langstrumpf kennen lernen: „Weil sie witzig und stark ist.” Ibrahim hätte gerne blonde Haare. Beatrix Schnippenkoetter hat in ihrem Buch „Was siehst du, wenn du aus dem Fenster schaust?” (Campus Verlag) 100 Kinder in Deutschland befragt, nach ihren Träumen und Wünschen, ihren Ängsten und Gedanken. Wen wundert’s, dass hinter den vielen Kinderzimmer-Fenstern in Stadt und Land vieles ähnlich, anderes aber ganz und gar unterschiedlich gedacht und gewünscht wird? 15.30 Uhr. Rothenbaumchaussee 164, 20149 Hamburg.

26.4. --- Mathilde Café Schauspielerlesung. Thorsten Schneider: „Der Hund von Baskerville“. „Der Hund von Baskerville“ - Ein Sherlock-Holmes-Abenteuer. Es liegt ein Fluch auf dem Geschlecht der Baskervilles. In Gestalt eines Dämonenhundes aus den Tiefen der Hölle. Ihm sind bisher alle Familienmitglieder dieses Namens zum Opfer gefallen. Davon ist Helen Mortimer, die Gefährtin von  Lady Alicia Baskerville felsenfest überzeugt. Als schließlich ein Drohbrief eintrifft, bitten die beiden Damen Londons berühmtesten Detektiv um Hilfe. Wird es ihm gelingen, Licht in diese dunkle Affäre zu bringen? Thorsten Schneider - ausgebildet am Schauspielhaus Salzburg und bekannt als kultiger Vampirdetektiv Hannibal King vom Open-Ohr-Festival Leipzig - ist Dr. Watson. Der Schauspieler gibt sich die Ehre, den mysterösen Fall live vorzutragen. Die darin auftauchenden Personen werden von ihm mit vollem Körpereinsatz dargestellt. 3-4 €. 20.15 Uhr. Bogenstraße 5, 20144 Hamburg.

27.4. --- Literaturhaus Lesung. Erotische Literatur. Mit Barbara Sichtermann und Joachim Scholl. Sex, wohin das Auge blickt. Auch in der Kunst, in unserer Zeit, da vermeintlich alle Tabus hinweggefegt werden. Niemand, der sein Augenmerk auf „Stellen” in der Literatur richtet, kann leugnen, dass das sexuell Explizite markant zugenommen hat und ein blowjobloser Roman heute so altertümlich wie Stifters Naturbeschreibungen wirkt. Vorbei die Zeiten, da Autoren ein erstes Beilager ihrer Helden nur vage andeuteten und uns im Ahnungslosen darüber ließen, was Major Crampas mit der armen Effi Briest in den Dünen alles angestellt hat. Heute breiten sich Feuchtgebiete, Pornokinos und Swingerclubs allenthalben aus, und weil die meisten Autoren wissen, dass die Darstellung geschlechtlichen Austausches zu den heikelsten Aufgaben ihres Metiers zählt, geben sie sich immer mehr Mühe, Liebesspiele symbolisch aufzuladen. Mit einer banalen Rein-raus-Metaphorik, mit ausgebeulten Hosen oder feuchten Slips, mit Sätzen wie „Sie stöhnte auf, als ich tief in sie eindrang” ist es nicht mehr getan. 4-8 €. 20 Uhr. Schwanenwik 38, 22087 Hamburg.

28.4. --- Literaturhaus Gespräch. Philosophisches Café: Raoul Schrott und Arthur Jacobs. Thema: „Gehirn und Gedicht“. Wir lesen nicht wie ein Scanner. Die Augen springen zwischen den Buchstaben, sogar zwischen den Zeilen hin und her. Das Gehirn macht sich von den Wörtern und den Sätzen Bilder, und zugleich werden Bedeutungen hervorgerufen. Die Bedeutungen bewegen nicht nur den Verstand, sondern den Körper. Sie gehen tatsächlich ins Mark, messbar im Knochenmark oder in der Milz. Lesen irritiert. „Unter diesem Gesichtspunk ist das Lesen eine milde Form von psychosomatischer Erkrankung.” Unsere Lesefähigkeit stützt sich auf alte stammesgeschichtliche Routinen, die kombiniert werden, die also nicht völlig synchron laufen. Wir kopieren den Text nicht ins Gehirn wie von einer Datenbank in eine andere. Jeder Leseakt bringt Neues zur Welt. Beim Lesen der Vorlage erschaffen wir noch nie Dagewesenes. Was ist da los im Gehirn? Zwischen seinen Zentren und zwischen dem Menschen und der Welt? Der Dichter Raoul Schrott ist im Tandem mit dem Hirnforscher Arthur Jacobs der Art und Weise wie wir unsere Wirklichkeit konstruieren auf der Spur. Oder sollte man nicht sagen, unseren multiplen Wirklichkeiten? Mit dem Sensorium des Dichters und dem Wissen der Neurobiologie ahmen sie in ihrem Duo zuweilen dieses polyphone Konzert nach, das sich ins uns und zwischen uns abspielt. 8-12 €. Schwanenwik 38, 22087 Hamburg.

Hannover

1.4. --- Buchhandlung Decius Lesung. Alfred Biolek – „Meine Heimat Europa“. „Heimat“ könne er nicht verorten, sagt er. Dafür sei er in seinem Leben schon zu viel gereist, habe zu viele Orte gesehen, zu viele Kulturen, zu viele Menschen schätzen und lieben gelernt. Aber mit Europa sei er kulturell verbunden. Hier fühle er sich zu Hause. Der passionierte Weltenbummler und Kosmopolit Alfred Biolek begibt sich mit Nahuel Lopez auf eine kulturelle Entdeckungsreise durch Europa. Es ist eine Reise durch seine ganz persönliche „Heimat“ und natürlich auch eine Entdeckungsreise zu sich selbst. In sechs Reisefeuilletons entdecken die Leserinnen und Leser Europa durch die Augen Alfred Bioleks. Die zahlreichen Informationen um Land, Leute und Kultur ergänzen Gespräche mit Alfred Biolek, in denen er seinen ganz persönlichen Blick freigibt auf die vielen Stätten seiner Heimat. 20 Uhr. Marktstraße 52, 30159 Hannover.

6.4. --- Stadtbibliothek Vortrag. Heiko Postma spricht über „„Welche Unordnung in der natürlichen Grazie des Menschen das Bewußtsein anrichtet“. Über den deutschen Dichter Heinrich von Kleist“. 19.30 Uhr. Hildesheimer Straße 15, 30159 Hannover.

8.4. --- Literaturhaus Lesung & Gespräch. Arno Geiger – „Der alte König in seinem Exil“ - Vom Leben mit Demenz und vom Altern in Würde. Mit Arno Geiger und Helge Frieling. Moderation: Martina Sulner. In seinem tief berührenden Buch „Der alte König in seinem Exil“ versucht Arno Geiger, die neue Welt seines an Alzheimer erkrankten Vaters zu verstehen, schließt nochmals Freundschaft mit ihm und entdeckt in dessen nur scheinbar sinnlosen, oft wunderbar poetischen Sätzen, dass es auch im Alter in der Person des Vaters noch alles gibt: Vitalität und Witz, Selbstbewusstsein und Würde. Wie aber gehen wir in einer Gesellschaft, in der immer mehr Menschen an Demenz erkranken, angemessen mit dem um, was Geiger „das gebrechliche Gehirn“ nennt? Über diese und andere Fragen spricht er mit Helge Frieling, Professor für Psychiatrie an der MHH. 6-8 €. 19.30 Uhr. Sophienstraße 2, 30159 Hannover.

11.4. --- Leibniz Universität Lesung. Zsuzsa Bánk – „Die hellen Tage“. 20 Uhr. Literarischer Salon, Königsworther Platz 1, 30167 Hannover.

14.4. --- Gebäude der VGH Versicherungen Preisverleihung. LiteraTour Nord 10/11: Preisverleihung der LiteraTour Nord 2010/2011. Während der LiteraTour Nord 10/11 stellten Christoph Peters, Rolf Lappert, Iris Hanika, Peter Waterhouse, Anna Mitgutsch und Jan Faktor ihre aktuellen Werken in Oldenburg, Bremen, Lübeck, Rostock, Lüneburg und Hannover vor. Wer den diesjährigen Preis der LiteraTour Nord erhält, entscheidet die Jury Ende Februar – schon jetzt aber möchten wir Sie herzlich zur Preisverleihung einladen! Eintritt frei. 19 Uhr. Schiffgraben 4, 30159 Hannover.

19.4. --- Literaturhaus Lesung. Arno Schmidt – „Zettel's Traum“ – Ein Riesenroman wird neu entdeckt. Mit Susanne Fischer, Friedrich Forssman, Joachim Kersten und Bernd Rauschenbach. „Was stünde nicht in Zettel's Traum?“ fragte Arno Schmidt ebenso selbstbewusst wie selbstironisch. Denn das Gespräch der vier Hauptfiguren seines Opus Magnum dreht sich um Edgar Allan Poe und die Literatur und damit schließlich auch um die ganze Welt. Nun ist der hoch komplexe, lange Zeit nicht setzbare, dreispaltige Roman endlich als gesetztes Buch erschienen – eine typografische und editorische Meisterleistung, welche von den Schmidt-Experten selbst vorgestellt wird. 6-8 €. 19.30 Uhr. Sophienstraße 2, 30159 Hannover.

27.4. --- Literaturhaus Lesung. Tina Uebel - „Last Exit Volksdorf“. Gastgeber: Dietrich zur Nedden und Frank Schäfer. Generell dürfte es wenig geben, mit dem man die Hamburger Autorin Tina Uebel schrecken kann, denn sie bereist seit Jahren die Welt, und zwar nicht deren Komfortzonen, sondern eher die Antarktis, Tschernobyl oder Shanghai. Nun wagt sie sich auch in die berühmt-berüchtigte Sphäre des Oblong vor und begibt sich mit Dietrich zur Nedden und Frank Schäfer auf Oblong-Odyssee... Dazu bringt Tina Uebel ihren neuen, so komischen wie spannenden Roman Last Exit Volksdorf mit. 6-8 €. 19.30 Uhr. Sophienstraße 2, 30159 Hannover.

Heidelberg

1.4. --- Amerikanisches Institut Lesung. Raoul Schrott – „Gehirn und Gedicht“. Warum können wir uns beim Lesen so in ein Buch vertiefen, dass wir die Welt um uns vergessen? Warum gehen uns Reime ein Leben lang durch den Kopf, und warum schlagen Metaphern manchmal ein wie der Blitz? Raoul Schrott hat auf der Suche nach dem Geheimnis des Gedichts die neuesten Spuren der Biologie und Wissenschaft aufgenommen. Zusammen mit Arthur Jacobs zeigt er, wie sich in elementaren literarischen Stilmitteln neuronale Prozesse erkennen lassen. Anhand vieler Beispiele aus unterschiedlichsten Epochen führt er uns vor, wie wir denken, warum wir es so tun, wie wir es tun, und wie daraus Dichtung entsteht. 20 Uhr. Sofienstraße 12, 69115 Heidelberg

Herford

4.4. --- VHS im Kreis Herford Lesung. Robert Habeck – „Patriotismus“. Warum man sich zur Gesellschaft bekennen muss- Nachdenken über ein neues Engagement für das Allgemeinwohl; - Engagiert und visionär für eine neue Verständigung über die Prinzipen des Zusammenlebens. Jetzt erst recht! Robert Habeck macht sich angesichts der weltweiten Krise für etwas Ungeheuerliches stark: einen „linken Patriotismus“. Nicht politischer Rückzug ist angesagt, sondern Vertrauen in die Demokratie und Erneuerung eben dieser Demokratie. Sein „linkes Plädoyer“ entwirft neue Strategien, um die alten Widersprüche aufzulösen. Es bricht mit den ideologischen Mustern der Vergangenheit, bringt scheinbar Gegensätzliches zusammen und zentriert die verschiedenen Aspekte in einem Gesamtansatz. Darin werden die ursprünglich bürgerlichen Begriffe Verantwortung, Mündigkeit und Freiheit neu besetzt. Mit seinem „visionären Pragmatismus“ schlägt Habeck einen Weg zur Lösung der Probleme vor, der das soziale und eigenverantwortliche Engagement aller erfordert. 20 Uhr. Münsterkirchplatz 2, 32052 Herford.

Heringsdorf

1.4. --- Villa Irmgard Literarische Inselrundfahrt Lesungen mit Musik. Im Rahmen der Usedomer Literaturtage: Entdecken Sie das stille Hinterland der Insel. In mehreren Stationen, z.B. im Schloss Stolpe und in der Kriegsgräber- und Gedenkstätte Golm erleben Sie kurze Lesungen und musikalische Beiträge. U.a. mit der bekannten Schauspielerin Hildegard Alex. 35 €. inkl. anschließender Lesung 43,50 €. Von 10-16 Uhr. Maxim-Gorki-Straße 13, 17424 Ostseebad Heringsdorf.

1.4. --- Bahnhof Lesung. Lesung für Schüler mit Sabrina Janesch. „Da tritt eine 25-Jährige, erstaunlich reif, in die Literatur ein. Leser dürfen von ihr noch viel erwarten“, (Neues Deutschland). Sie wirft in ihrer Arbeit einen klugen Blick auf die deutsch-polnische Geschichte und erzählt „über familiäre Bindungen über Zeit- und Staatsgrenzen hinweg“ (NDR Kultur). 10.45 Uhr. Am Bahnhof 1, 17424 Seebad Heringsdorf.

1.4. --- Hotel Esplanade Lesung. Osten trifft Gruša. Manfred Osten im Gespräch mit dem Schriftsteller, Dichter und Journalisten Jiří Gruša. Der 72-jährige Jiří Gruša kann auf ein bewegtes Leben zurückblicken. In seinem Heimatland Tschechien wurde er wegen seiner schriftstellerischen Tätigkeit mit Berufsverbot und sogar Gefängnis bestraft. Nachdem ihm durch eine Ausreise in die USA die Bürgerrechte in Tschechien aberkannt wurden, lebt er seit 1980 in Deutschland. Nach der Wende 1989 veränderte sich sein Lebensweg, als er zum Botschafter Tschechiens, zum Tschechischen Botschafter in Österreich und 2004 zum Präsidenten des Internationalen P.E.N. Clubs ernannt wurde. 15 €. 19 Uhr. Seestraße 5, 17424 Ostseebad Heringsdorf.

Iserlohn

8.4. --- Literaturhotel Franzosenhohl Lesung. Peter Michael Dieckmann – „Bodybuilding für die Seele“. Muskeln verkümmern, wenn wir sie nicht beanspruchen. Das gilt aus Sicht des Reiki-Meisters Peter-Michael Dieckmann in einem ganzheitlichen Sinn auch für die Kräfte unserer Seele. Mitreißend und humorvoll schildert Dieckmann, wie wir unsere seelischen Kräfte achten, pflegen und trainieren können und wie Dankbarkeit, Zuversicht und Liebe daraus erwachsen. Anhand von Alltagsbeispielen zeigt der Autor, wie man seelische Energie aufbaut. Und dank seiner Glaubwürdigkeit überträgt sich diese positive Haltung unmittelbar auf den Leser. Meditationstexte und Übungsvorschläge verstärken den Praxisnutzen. 19.30 Uhr. Danzweg 25, 58644 Iserlohn.

Karlsruhe

6.4. --- Prinz-Max-Palais Lesung. Uwe Timm – „Freitisch“. Uwe Timm erzählt vom späten Wiedersehen zweier Männer, die in den frühen Sechzigern, noch vor dem großen Aufbruch, als Studenten in München ihren Weg suchten. 20 Uhr. Karlstraße 10, 76133 Karlsruhe.

12.4. --- Thalia Universitätsbuchhandlung Lesung. Markus Heitz -  „Judastöchter“. Die Vampirin Sia ist das letzte der todbringenden Judaskinder – und zu allem bereit, um zu verhindern, dass der Fluch an Emma und Elena, ihre einzigen Nachfahren, weitergegeben wird. Als die beiden entführt werden, beginnt für Sia daher ein mörderischer Wettlauf mit der Zeit: Denn gelingt es ihr nicht, die unschuldige Frau und ihr Kind zu retten, könnten sie zu Töchtern des Judas werden. Und dann muss Sia die beiden töten …. 20.15 Uhr. Kaiserstraße 167, 76133 Karlsruhe.

13.4. --- Prinz-Max-Palais Lesung. Markus Orths – „Die Tarnkappe“. Unsichtbar sein. Sehen können, ohne selber gesehen zu werden. Dinge tun, ohne Konsequenzen fürchten zu müssen: Jeder hat sich das schon einmal gewünscht. Markus Orths verleiht einem faszinierenden literarischen Motiv seinen eigenen mitreißenden Sound. Ein Schwindel erregender, wilder Trip ins Nichts: hinein in das, was wir nicht sehen können – oder nicht sehen wollen. 20 Uhr. Karlstraße 10, 76133 Karlsruhe.

Kassel

11.4. --- Kreishaus Lesung. Claudia Croos-Müller – „Kopf hoch – das kleine Überlebensbuch“. Rein in den Körper, raus aus dem Tief: Bei emotionalen Durchhängern lässt sich die Psyche am einfachsten über den Körper beeinflussen. Sie müssen dafür nicht sportlich sein. Sie benötigen weder Übungsmatte noch Rückzugsort. Und Sie brauchen nur ganz wenig Zeit. Dr. med. Claudia Croos-Müller, Fachärztin für Neurologie und Psychotherapie, und Oscar, das Gute-Laune-Schaf, zeigen Ihnen 12 ganz einfache, dabei hoch wirksame Übungen, die Groß und Klein in Sekundenschnelle aus jedem Stimmungstief bringen und dabei auch noch Spaß machen. 13.30 Uhr. Wilhelmshöher Allee 19, 34117 Kassel.

Kaufbeuren

12.4. --- Stadtsaal Lesung. Joachim Bauer – „Schmerzgrenze“. Brutale Gewalt in aller Öffentlichkeit, Amokläufe an Schulen, tödliche ethnische Konflikte und Kriege um knapper werdende Ressourcen: Das Phänomen der Aggression wird immer bedrängender und macht uns AngstDer „Aggressionstrieb”, folgenreiche Erfindung von Sigmund Freud und Konrad Lorenz, erklärte die Gewalt zur unverrückbaren Konstante der menschlichen Natur. Joachim Bauer entlarvt den Mythos des Aggressionstriebes und liefert mit Schmerzgrenze eine Neukonzeption des Gewaltphänomens, die auf neuesten neurowissenschaftlichen Erkenntnissen beruht. Evolutionärer Zweck der Aggression ist, uns gegen die Zufügung von Schmerzen wehren zu können. Doch die Schmerzgrenze des Gehirns verläuft anders, als wir bisher dachten. Unser Gehirn bewertet Ausgrenzung und Demütigungen wie körperlichen Schmerz und reagiert deshalb auch darauf mit Aggression. Dies bedeutet: Aggression steht im Dienste der Verteidigung sozialer Bindungen.Auch Armut bedeutet Ausgrenzung und Demütigung, zumal wenn sie sich im Angesicht von Reichtum ausbreitet. Wasser, Nahrung und Rohstoffe werden auf unserem Globus zur immer knapperen Ressource. Wenn wir das Problem der ungerechten Ressourcenverteilung nicht in den Griff bekommen, wird die Gewalt weltweit zunehmen und die menschliche Existenz bedrohen. 19.30 Uhr. Augsburger Straße 2, 87600 Kaufbeuren.

Kiel

1.4. --- Literaturhaus Lesung. J.F. Cooper – „Die Monikins. Eine Mär“. Robert Wohlleben stellt seine Neuübersetzung des Romans vor. Aus der englischen Fassung liest Denise Hodgson-Möckel. 1835 schrieb James Fenimore Cooper nach einer langen Europareise den Roman „The Monikins“, der von einer Reise in ein bisher unbekanntes und von sprechenden Affen bewohntes Land erzählt. Der vermögende John Guldencalf und Kapitän John Poke erhoffen sich, dort neue Sitten und Bräuche kennenzulernen, doch die Fahrt entpuppt sich schon bald als Satire auf die Unterschiede des europäischen und amerikanischen Regierungssystems und als Medium - durchaus noch gültiger - Gesellschafts- und Wirtschaftskritik. Robert Wohlleben hat dieses Meisterwerk des ,,Lederstrumpf“-Autors Cooper, das bislang nur gleich nach Erscheinen ins Deutsche übertragen wurde, in einer Neuübersetzung vorgelegt, die er im Literaturhaus vorstellt. 3 €. 20 Uhr. Schwanenweg 13, 24105 Kiel.

5.4. --- Literaturhaus Rezitationsabend. Heinrich von Kleist – „Über das Marionettentheater“ - Rezitationsabend zu Heinrich von Kleist. Der Kieler Rezitator Gerd Erdmann präsentiert eine Auswahl bekannter Werke Heinrich von Kleists. 5-7 €. 19.30 Uhr. Schwanenweg 13, 24105 Kiel.

6.4. --- Metro Kino Lesung. Harald Martenstein – „Gefühlte Nähe“. Harald Martensteins neuer Roman besticht durch eine genaue Beobachtung unseres Paarungsverhaltens; er beschreibt dabei das erste und das letzte Mal, den One-Night-Stand ebenso wie das Ende einer Beziehung - 23 Männer in archetypischen Situationen, denen eines gemeinsam ist: Es handelt sich immer um dieselbe Frau, eine Frau, die wir nur als N. kennenlernen. An ihrem Liebesleben und Lebenslauf reiht der Autor die unterschiedlichen Männer und Verhältnisse auf. Ein Roman in 23 Liebhabern. Die Geschichten und Situationen ergänzen sich, zeigen Verhaltensmuster auf, sind eine Sittengeschichte im Privaten - aber sie sind vor allem eins: überraschend und komisch. 13 €. Holtenauer Straße 162-170, 24105 Kiel.

7.4. --- Literaturhaus Lesung, Erich Maletzke – „Adam Olearius - Gottorfer Hofgelehrter. Ein turbulentes Leben“. In „Adam Olearius. Gottorfer Hofgelehrter“ erzählt der norddeutsche Journalist Erich Maletzke gleichermaßen spannend wie informativ das „turbulente Leben“ des Mathematikers, Antiquarius' und Bibliothekars am Gottorfer Hof, der für seinen Herzog Friedrich III. den berühmten Globus konstruierte und dessen Expeditonsbeschreibungen im 17. Jahrhundert internationale Bestseller waren. Erich Maletzke verknüpft die Originalaufzeichnungen des Orlearius' und mit seiner eigenen kreativen Kraft und hat so einen beeindruckenden dokumentarischen Roman geschrieben. Erich Maletzke, Jahrgang 1940, arbeitete 35 Jahre bei schleswig-holsteinischen Zeitungen, verfasst eine Vielzahl von Büchern und lebt als Journalist und Autor in Dithmarschen und in Italien.3-5 €. 19.30 Uhr. Schwanenweg 13, 24105 Kiel.

11.4. --- Literaturhaus Lesung. Texte unter der Lupe. Das Junge Literaturhaus führt seit vielen Jahren Textwerkstätten durch, in denen Jugendliche ab 14 Jahren ihre selbstverfassten Texte „unter die Lupe“ nehmen können. Dabei erhalten sie professionelle Anleitung und Unterstützung beim Schreiben durch kompetente Kursleiter: Im aktuellen Turnus leitet der in Kiel lebende Autor, Musikkritiker und Journalist Stephan Turowski die Werkstatt. Teilnahme ist kostenfrei. 16.30 Uhr. Schwanenweg 13, 24105 Kiel.

12.4. --- Literaturhaus Lesung. Junges Literaturhaus Schleswig-Holstein. „Geschichten für neugierige Lauscher“ - Vorlesevormittag für Kinder von 3 bis 6 Jahren. Eintritt frei (Anmeldung erbeten unter T 0431-5796841). 10 Uhr. Schwanenweg 13, 24105 Kiel.

19.4. --- KulturForum in der Stadtgalerie Vortrag. Dr. Bodo Heimann – „Frauen in Kleists Werk“. Vor zweihundert Jahren, 1811, wählte Kleist gemeinsam mit Henriette Vogel den Freitod. Die Heldinnen seiner Dramen und Novellen gehören zu den bemerkenswertesten Frauengestalten der Goethezeit. 19.30 Uhr. Andreas-Gayk-Straße 31, 24103 Kiel.

21.4. --- Metro Kino Lesung. Heinz Strunk – „Heinz Strunk in Afrika“. Seit Jahren reist Heinz Strunk zu Weihnachten mit einem Freund in die Fremde. Wohin, ist egal, Hauptsache Meerblick, gepflegte Anlage mit gutem Essen und Spielkasino in der Nähe. Die beiden bevorzugen nämlich Reisen, bei denen die Erholung nicht durch tolle Erlebnisse, neue Anregungen oder interessante Urlaubsbekanntschaften erreicht wird, sondern durch Nicht-Erkrankung, körperliche Ruhe und keine Gewichtszunahme. Anders gesagt: Den größten Erholungswert haben Reisen, auf denen nichts passiert. Diesmal geht es nach Mombasa. Die erste Woche verläuft wie geplant. Doch am zweiten Weihnachtsfeiertag sind in Kenia Wahlen angesetzt, und plötzlich finden sich die Sonnensucher in einem Bürgerkrieg wieder. Allen Warnungen zum Trotz sind die beiden nicht davon abzuhalten, das nächste Taxi nach Mombasa City zu nehmen. 12 €. 20 Uhr. Holtenauer Straße 162-170, 24105 Kiel.

27.4. --- Literaturhaus Lesung. Leselounge im Literaturhaus. Im April sind zur LeseLounge zwei Jungautoren eingeladen, die sich mit den Auswirkungen des Auftauchens und Verschwindens geheimnisvoller Personen beschäftigen. Während in Mariana Lekys Roman „Die Herrenausstatterin“ der Geist des ehemaligen Nachbarn und ein mysteriöser Feuerwehrmann das Leben von Katja Wiesberg komisch wie rührend durcheinanderbringen, verschwindet in Hannes Köhlers großartigen Debüt „In Spuren“ auf einmal der beste Freund des Protagonisten Jakob, woraufhin sich eine Suche nach Liebe, Sinn und Freundschaft entfaltet. Musikalisch wird der Abend vom Kieler Singer-Songwriter n.a.wilckens begleitet und DJ Christian versorgt uns bis in die Nacht mit bestem Funk&Soul. In Zusammenarbeit mit dem Institut für Neuere Deutsche Literatur und Medien der CAU Kiel. 20.30 Uhr. Schwanenweg 13, 24105 Kiel.

Köln

3.4. --- Allerweltshaus Lesung. Nii Parkes – „Die Spur des Bienenfressers“. Sonokrom, ein Dorf im Hinterland Ghanas, hat sich seit Jahrhunderten kaum verändert. Hier spricht man noch die Sprache des Waldes, trinkt aphrodisierenden Palmwein und wandelt mit den Geistern der Vorfahren. Doch eine verstörende Entdeckung und das gleichzeitige Verschwinden eines Dorfbewohners stören die ländliche Ruhe. Wäre nicht die Geliebte eines Ministers in den Fall verwickelt, wäre er schon längst ad acta gelegt worden. Der in London ausgebildete Gerichtsmediziner Kayo aus Accra wird mit der Aufklärung beauftragt – schwierig für jemanden, der nicht unbedingt an Übersinnliches glaubt und zugleich von seinem Vorgesetzten unter Druck gesetzt wird. Als die Situation immer unfassbarer und mysteriöser wird, müssen Kayo und seine Ermittler einsehen, dass westliche Logik und politische Bürokratie ihre Grenzen haben. 3-5 €. 13 Uhr. Körnerstraße 77, 50823 Köln.

4.4. --- Literaturhaus Lesung & Gespräch. Ursula Krechel – „Fremde Fluchten“. Ursula Krechel erzählt das Schicksal jüdischer Emigranten in Shanghai. Fast dreißig Jahre Recherchearbeit in Archiven liegen Ursula Krechels Roman „Shanghai fern von wo“ zugrunde. Krechel nahm an Konferenzen teil, durchforstete Briefwechsel und traf sich mit Überlebenden, um von dem Schicksal der europäischen Juden zu erzählen, die vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs nach Shanghai flohen. Einer ihrer Erzähler ist der Buchhändler Lazarus. Er berichtet vom alltäglichen Kampf ums Überleben in der Fremde. Dies tut er mit einer feinen Ironie und einem gewissen Vergnügen an komischen Situationen. So bricht immer auch ein wenig Licht in die Dunkelheit jener Tage. – Die Süddeutsche Zeitung schrieb von einer „großen bewegenden Prosa“, auf der SWR-Bestenliste erreichte das Buch Platz 1. Bei uns erzählt Krechel von ihren Erlebnissen während der Arbeit an ihrem Roman und von den Reaktionen ihrer Leserinnen und Leser. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Jüdischen Kulturtage in NRW mit freundlicher Unterstützung der Kunststiftung NRW und des NRW KULTURsekretariats statt. 4-6 €. 20 Uhr. Schönhauser Straße 8, 50968 Köln.

4.4. --- Buchhandlung Klaus Bittner Lesung. John Burnside – „Lügen über meinen Vater“. Am Ende wünscht John Burnside seinem Vater nur noch den Tod. Er hat für den Mann, der über Jahre die Familie terrorisiert, der lügt und säuft, einzig Hass übrig. Doch er verbirgt seine Gefühle und schweigt. Bis die Begegnung mit einem Fremden ihn zwingt, sich seinen Erinnerungen zu stellen und diese Geschichte von alttestamentarischer Wucht zu erzählen. Der Vater war ein Nichts. Als Säugling auf einer Türschwelle abgelegt. Zeitlebens erfindet er sich in unzähligen Lügen eine Herkunft, will Anerkennung und Bedeutung. Er ist brutal, ein Großmaul, ein schwerer Trinker, ein Tyrann. Seine Verachtung zerstört alles, die Mutter, die Familie, John. Dieser hat als junger Mann massivste Suchtprobleme, landet in der Psychiatrie und erkennt in den eigenen Exzessen den Vater. Erst die Entdeckung der Welt der Literatur eröffnet ihm eine Perspektive. Nur einem Autor vom Kaliber John Burnsides kann es gelingen, eine solche, auch noch autobiographische Geschichte in Literatur zu überführen. So ist dieses Buch ein radikal wahrer Blick in die menschlichen Abgründe und zugleich eine Feier der Sprache. 20 Uhr. Albertusstraße 6, 50667 Köln.

7.4. --- Literaturhaus Podiumsdiskussion. „Frauen zur Zeit - Die vierte Macht im Staate“. Podiumsdiskussion zur Situation der Medien. Die Medien stellen täglich unsere Realität her. In ihrer Personalpolitik hingegen zeigen sie sich eher realitätsfern, bedenkt man, dass in der Branche kaum Frauen in Führungspositionen zu finden sind. In seiner Kolumne „Einspruch“ nahm Ferdinand von Schirach kurz vor Ausbruch der Debatte um die Frauenquote diese desolate Situation aufs Korn. Überraschenderweise war es die bisher nicht gerade für feministische Tendenzen bekannte SPIEGEL-Redaktion, die selbstkritisch den eklatanten Mangel an Frauen in der eigenen Chefetage zugab. Doch auch über eine andere Quote sollte man reden. Sie bestimmt die Qualitätsdebatte, die ebenfalls immer wieder aufflammt, aber nie zu Ende geführt wird. Egal ob Print, TV oder Rundfunk – die Redaktionen befinden sich im Schwitzkasten von Auflage, Zuschauerzahlen und Anzeigenkunden. Über das Ethos der Branche, „italienische Verhältnisse“, Quotendruck und Quotenwunsch sowie ihre Erfahrungen im Medienbetrieb diskutieren Lisa Ortgies (frauTV), Susanne Mayer (DIE ZEIT), Sineb El Masrar (Autorin von Muslim Girls und Herausgeberin der GAZELLE) und Tom Schimmeck (Journalist und Autor der Medienkritik Am besten nichts Neues). In Kooperation mit dem Kulturradio WDR 3, Kulturpolitisches Forum. 6-11 €. 20 Uhr. Schönhauser Straße 8, 50968 Köln.

7.4. --- Buchhandlung in Braunsfeld Lesung. Christina Barandun – „Aikido – Die friedfertige Kampfkunst zur Persönlichkeitsentfaltung“. Mit Aikido zu Gelassenheit, Stärke und Harmonie finden. Dieses Buch lädt dazu ein, die gewaltlose japanische Kampfkunst Aikido als Weg zur Persönlichkeitsbildung kennenzulernen, und macht mit ihrer Philosophie vertraut. Es zeigt auch, wie sich die Prinzipien einer Kampfkunst in eine moderne, wertvolle Friedensübung verwandeln lassen, die jeder in seinem Alltag praktizieren kann, und gibt spirituelle Impulse. 20 Uhr. Aachener Straße 529, 50933 Köln.

10.4. --- Filmpalette Filmvorführung. Matthias von Gunten – „Max Frisch, Citoyen“. Matthias von Guntens Film über den Schweizer Schriftsteller. Am 15. Mai wäre Max Frisch 100 Jahre alt geworden. Um den Romancier, Dramatiker und Essayisten und sein Werk zu feiern, zeigen wir Matthias von Guntens Film Max Frisch, Citoyen (Schweiz 2008). Vor dem Hintergrund des vergehenden 20. Jahrhunderts spürt von Gunten in seinem Dokumentarfilm dem wachen und neugierigen Zeitgenossen Frisch nach. Texte und Reden des Schweizers werden so arrangiert, dass Frischs Suche nach der eigenen Haltung zwischen Poesie und Politik sichtbar wird. Dieses Selbstbild konfrontiert der Film mit den Blicken von Freunden und Weggefährten: Peter Bichsel, Günter Grass, Christa Wolf, Helmut Schmidt und Henry Kissinger erinnern sich an Frisch und setzen sich mit seinem Engagement auseinander. Auf diese Weise verdichtet sich das Porträt eines Autors, der nicht nur Theaterstücke und Romane verfasste, sondern auch ein Leben lang am Geschehen seiner Zeit teilnahm und dazu Stellung bezog. 4-7 €. 16 Uhr. Lübecker Straße 15, 50668 Köln.

12.4. --- Literaturhaus Lesung. Lizzie Doron – „Der Anfang von etwas Schönem“. Die israelische Schriftstellerin Lizzie Doron zu Gast. In Israel sind ihre Bücher Schullektüre. Wie ihr Altersgenosse David Grossman erzählt Lizzie Doron das Leben der Kinder von Holocaust-Überlebenden, stets im Schatten des Landes „dort“. Die meisten ihrer Geschichten spielen in der leuchtenden und funkelnden Metropole Israels, in Tel Aviv, wo Doron aufgewachsen ist. Ihre Figuren sind Glücksuchende, die in der Gegenwart leben, aber mit der Vergangenheit ringen. Als Jugendliche flüchtete Doron aus ihrer Stadt, um der unstillbaren Traurigkeit der Elterngeneration zu entgehen. In ihren Büchern setzt sie sich mit ihr auseinander und beweist zugleich ein großes Gespür für Situationskomik. Von dieser Spannung gibt Lizzie Doron eine Kostprobe, wenn sie bei uns aus ihrem jüngsten Roman Der Anfang von etwas Schönem liest. Angela Spizig moderiert das Gespräch. Heidrun Grote liest die deutsche Übersetzung von Mirjam Pressler. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Jüdischen Kulturtage in NRW mit freundlicher Unterstützung der Kunststiftung NRW und des NRW KULTURsekretariats statt. 6-12 €. 20 Uhr. Schönhauser Straße 8, 50968 Köln.

13.4. --- Industrie- und Handelskammer Vortrag. Nikolaus Nützel – „7 Wege reich zu werden, 7 Wege arm zu werden“. Nikolaus Nützel erklärt Wirtschaft so, dass jeder sie versteht. Wie kommt Geld in Umlauf? Wie hängen Politik und Wirtschaft zusammen? Und warum werden manche Menschen immer reicher, während andere verhungern? In seinem Buch 7 Wege reich zu werden, 7 Wege arm zu werden beantwortet der Wissenschaftsjournalist Nikolaus Nützel wichtige, manchmal unbequeme Fragen über unser Wirtschaftssystem. Das ist unterhaltsam, und die Grundlagen werden endlich verständlich. Denn Wirtschaft ist keine Geheimwissenschaft. An leicht nachvollziehbaren Beispielen zeigt der Autor, wie sie funktioniert und wie jeder sie mitgestalten kann. Nikolaus Nützel arbeitet für den Bayerischen Rundfunk und schreibt Sachbücher für Jugendliche. Sein Buch Sprache oder Was den Mensch zum Menschen macht war für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert und wurde von der ZEIT und Radio Bremen mit dem Luchs ausgezeichnet. Veranstaltungspartner: Industrie- und Handelskammer zu Köln. Eintritt frei. 18 Uhr. Oberbergisches Zimmer (5. Etage), Unter Sachsenhausen 10-26, 50667 Köln.

20.4. --- Literaturhaus Lesung. Dogan Akhanli – „Mehr als ein politischer Fall“. Der Schriftsteller Dogan Akhanli. In Köln ist er jetzt prominent. Es war die Solidarität der Kölnerinnen und Kölner, die wesentlich dafür sorgte, dass Dogan Akhanli im Januar aus einem Istanbuler Gefängnis entlassen wurde. Hineingebracht hatte ihn die kafkaesk handelnde türkische Justiz im August 2010. Seit bald zwanzig Jahren lebt Akhanli als freier Schriftsteller in Köln. Seine Bücher, die in der Türkei mit Preisen bedacht wurden, sind in Deutschland kaum bekannt. Das wird sich jetzt ändern. So traurig es ist, seine Verhaftung hat in dieser Hinsicht Gutes für den Schriftsteller bewirkt: Aufmerksamkeit. Wir wollen diesen Schriftsteller jetzt vorstellen. Deshalb wird Akhanli aus seinem Roman Die Richter des Jüngsten Gerichts lesen. Ein teils poetisches, teils bitter-satirisches Bild der türkischen Geschichte im Zeichen des Völkermords an den Armeniern. Die deutsche Übersetzung liest Heidrun Grote. Musikalische Begleitung: Anton Peisakhov (Cello) und Koryun Asatryan (Duduk, Saxophon). Veranstaltungspartner: KulturForum TürkeiDeutschland e.V. 4-8 €. 20 Uhr. Schönhauser Straße 8, 50968 Köln.

Koserow

3.4. --- Atelier Otto Niemeyer-Holstein Lesung. Abschlussveranstaltung der Usedomer Literaturtage 2011 mit Hellmuth Karasek, Radka Denemarková und Eva Profousova. 15 €. 11 Uhr. Lüttenort 1, 17459 Koserow.

Langenhagen

7.4. --- VHS-Treffpunkt Lesung. Tanja Busse – „Die Ernährungsdiktatur“. Die Industrie hat unser Essen standardisiert: Die immergleichen Grundstoffe werden mit Geschmacksverstärkern, zweifelhaften Aromen und Zucker aufgepeppt. Schwammige Gesetze öffnen Tür und Tor für gezielte Irreführung der Kunden. Unsere Ernährung wird immer künstlicher, unsere Geschmacksnerven werden von Kindheit an auf Chemikalien und Süßstoffe abgerichtet. Tanja Busse zeigt, wie ein Menü im Jahre 2020 schmecken wird, wenn wir uns nicht eines Besseren besinnen. Die Folgen der Fehlentwicklung sind fatal: 1,6 Milliarden Menschen, so schätzt die Weltgesundheitsorganisation, gefährden durch Übergewicht ihre Gesundheit. Fast genauso viele leiden Hunger. Beide Phänomene hängen eng zusammen. Die jahrelange Bevorzugung der großen Plantagen hat die kleinen Bauernhöfe verdrängt, die für die Ernährung gerade der Ärmeren unentbehrlich sind. Die Verbraucher aber beginnen zu erkennen, dass man auf Dauer Nahrung nicht wie Autos produzieren kann, und probieren vielfach und fantasievoll eine Rückkehr zu überschaubaren Formen der Nahrungsmittelherstellung. Ein Buch, das aufrührt, aber auch informiert und Wege aufzeigt, wie es besser geht. 8 Uhr. Konrad-Adenauerstraße 15, 30853 Langenhagen.

Lauterbach

11.4. --- Aula der Sparkasse Oberhessen Lesung. Volker Lechtenbrink - „Gib die Dinge der Jugend mit Grazie auf!“. Mit dem Antikriegsfilm Die Brücke wurde Volker Lechtenbrink als Fünfzehnjähriger über Nacht berühmt. Später überzeugte er auch als Sänger, Regisseur und Intendant – und immer wieder auf der Theaterbühne. Den „Bruder Leichtfuß“, wie ihn der Spiegel einmal nannte, retteten manchmal nur eine Portion Glück und geduldige Freunde. Er erzählt von einer herzlichen, chaotischen Patchworkfamilie, von großen Kollegen wie Hildegard Knef und Anthony Quinn, von Freunden wie Peter Maffay und Kris Kristofferson, von Fußball mit Uwe Seeler und Günter Netzer, von der Neigung älterer Männer zu jüngeren Frauen und vom Glück, ganz allein auf einer kleinen Insel zu sein. 20 Uhr. Am Graben, 36341 Lauterbach.

Leipzig

5.4. --- Literaturhaus Lesung & Gespräch. Christian Adam – „Lesen unter Hitler. Autoren, Bestseller, Leser im Dritten Reich“ . Der Autor Christian Adam in Lesung und Gespräch. Die Buchbranche boomte, trotz der Vertreibung unzähliger Autoren, trotz brennender Bücher und Verbotslisten, gerade im Krieg. Zahlreiche Autoren erreichten mit ihren Werken riesige Auflagen. Die meisten sind – zu Recht – heute vergessen. Viele aber waren auch in den fünfziger Jahren Publikumslieblinge. Manche liest man noch heute. Wer hätte gedacht, dass in den Dreißigern Huxleys „Brave New World“ gelesen werden konnte, Werner Bergengruens durchaus kritisches Buch „Der Großtyrann und das Gericht“ häufig gekauft wurde, dass ausgerechnet „Wind, Sand und Sterne“ von Antoine de Saint-Exupéry, der sich als Pilot aktiv am Kampf gegen die Nazis beteiligte, während des Krieges ein großer Erfolg in Deutschland war? Christian Adam untersucht, wie Bücher unter den Nazis entstanden und wie sie sich zu Bestsellern entwickelten, und was wirklich gelesen wurde. Er stellt die politischen Institutionen und Protagonisten vor, die um die Oberhoheit über die Bücher rangen. Er schreibt die Geschichte der Bestseller in der düstersten Epoche der deutschen Vergangenheit und öffnet damit einen neuen Blickwinkel auf die Mentalität der Deutschen zwischen 1933 und 1945. 19.30 Uhr. Saal 3, Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig.

6.4. --- Literaturhaus Lesung. John Burnside – „Lügen über meinen Vater“. Am Ende wünscht John Burnside seinem Vater nur noch den Tod. Er hat für den Mann, der über Jahre die Familie terrorisiert, der lügt und säuft, einzig Hass übrig. Doch er verbirgt seine Gefühle und schweigt. Bis die Begegnung mit einem Fremden ihn zwingt, sich seinen Erinnerungen zu stellen und diese Geschichte von alttestamentarischer Wucht zu erzählen. Der Vater war ein Nichts. Als Säugling auf einer Türschwelle abgelegt. Zeitlebens erfindet er sich in unzähligen Lügen eine Herkunft, will Anerkennung und Bedeutung. Er ist brutal, ein Großmaul, ein schwerer Trinker, ein Tyrann. Seine Verachtung zerstört alles, die Mutter, die Familie, John. Dieser hat als junger Mann massivste Suchtprobleme, landet in der Psychiatrie und erkennt in den eigenen Exzessen den Vater. Erst die Entdeckung der Welt der Literatur eröffnet ihm eine Perspektive. Nur einem Autor vom Kaliber John Burnsides kann es gelingen, eine solche, auch noch autobiographische Geschichte in Literatur zu überführen. So ist dieses Buch ein radikal wahrer Blick in die menschlichen Abgründe und zugleich eine Feier der Sprache. 20 Uhr. Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig.

11.4. --- Literaturhaus Lesung. Juan Gabriel Vásquez – „Die geheime Geschichte Costaguanas“. Der Autor in Lesung und Gespräch mit Carsten Sinner. Veranstaltung in Spanisch und Deutsch. Ende des 19. Jahrhunderts scheint die Welt einen neuen Mittelpunkt zu bekommen, weit weg von ihren bisherigen Zentren: In Panama, dem äußersten Zipfel Kolumbiens, wird ein Kanal gebaut, der die Weltmeere verbinden soll. Frankreich und die Vereinigten Staaten stürzen sich auf diesen Ort, der bis dahin nur für sein entsetzliches Klima und unzählige Tropenkrankheiten bekannt war. Hier ringen Europa und die USA um Reichtum und Macht. Doch nicht nur die Weltpolitik, auch Joseph Conrad, der seefahrende Romancier, entdeckt diesen Ort für sich. In Konkurrenz mit ihm tritt José Altamirano, gebürtiger Kolumbianer, dessen Leben inmitten von Katastrophen und politischen Umbrüchen einen tragikomischen Gegenpart zu dem des weltberühmten Schriftstellers bildet. Altamirano, der sich schuldig fühlt an der Niederlage seines Landes, zieht alle Register, um den großen Romancier zu überbieten. „Die geheime Geschichte Costaguanas“ ist eine Hommage an die Tradition des Abenteuerromans. Mario Vargas Llosa lobte „Juan Gabriel Vásquez als eine der originellsten neuen Stimmen der lateinamerikanischen Literatur“. 20 Uhr. Literaturcafé, Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig.

12.4. --- Literaturhaus Lesung. Kathrin Schmidt – „Finito. Schwamm drüber“. Moderation: Thomas Fritz. Mit „Du stirbst nicht“, ihrem ausgezeichneten Roman über die Rückkehr ins Leben nach einer Hirnblutung, hat sich Kathrin Schmidt ein großes Lesepublikum erobert. Ihr darauf folgender Gedichtband „Blinde Bienen“ begeisterte die literarische Kritik nicht weniger. „Finito. Schwamm drüber“ ist ihr erster Band mit Erzählungen: Auch diese sind von einer besonderen Qualität und beeindruckenden Vielfalt, sowohl im Ton als auch in den Themen und Perspektiven. Kathrin Schmidt spannt den Bogen von der Zeit des geteilten Deutschlands bis in die Gegenwart, führt in Familien und Singlehaushalte, zeigt starke Frauen in schwachen Momenten und Männer, die nie so stark geworden sind, wie sie glaubten. – Kathrin Schmidt, geboren 1958 in Gotha, arbeitete als Diplompsychologin, Redakteurin und Sozialwissenschaftlerin. 1986/87 absolvierte sie ein Sonderstudium am Literaturinstitut „Johannes R. Becher“ in Leipzig. Für ihren Roman „Du stirbst nicht“ erhielt die Autorin 2009 den Preis der SWR-Bestenliste und den Deutschen Buchpreis. Sie lebt in Berlin. 20 Uhr. Literaturcafé, Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig.

13.4. --- Literaturhaus Lesung. Die schönsten deutschen Bücher 2010 – Finissage. Die schönsten deutschen Bücher werden jedes Jahr von der Stiftung Buchkunst prämiert. Die Jury hat für die „Schönsten 2010“ 53 Auszeichnungen vergeben. Nach der Finissage wird zum Gespräch mit der Geschäftsführerin der Stiftung Buchkunst, Uta Schneider, und einem Juror eingeladen. Veranstaltung der Stiftung Buchkunst und des Leipziger Bibliophilen-Abends e.V. 19 Uhr. Foyer, Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig.

18.4. ---Literaturhaus Lesung. Roger Willemsen – „Die Enden der Welt“. Das Lesefest zum Welttag des Buches am 23. April eröffnet der Autor, Moderator und Herausgeber Roger Willemsen. Auf fünf Erdteilen war Roger Willemsen unterwegs, um seine ganz persönlichen Enden der Welt zu finden. Manchmal waren es die großen geografischen: das Kap von Südafrika, Patagonien, der Himalaja, die Südseeinseln von Tonga, der Nordpol. Manchmal waren es aber auch ganz einzigartige, individuelle Endpunkte: eine Bahnstation in Birma, ein Bett in Minsk, ein Fresko des Jüngsten Gerichts in Orvieto, eine Behörde im kriegszerrütteten Kongo. Immer aber geht es in diesen literarischen Reisebildern auch um ein Enden in anderem Sinn: um ein Ende der Liebe und des Begehrens, der Illusionen, der Ordnung und Verständigung. Um das Ende des Lebens – und um den Neubeginn. – Roger Willemsen arbeitete als Dozent, Herausgeber, Übersetzer, Essayist, Moderator, Regisseur und Produzent fürs Fernsehen. Er erhielt u.a. den Bayerischen Fernsehpreis und den Adolf-Grimme-Preis in Gold. Heute steht er mit Soloprogrammen oder gemeinsam mit Dieter Hildebrandt auf der Bühne. Willemsen ist „Amnesty International“-Botschafter, Schirmherr des Afghanischen Frauenvereins und Honorarprofessor für Literaturwissenschaft an der Humboldt-Universität in Berlin. 4-5 €. 20 Uhr. Großer Saal, Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig.

19.4. --- Literaturhaus Lesung. Barbara Leisner – „Sophie Scholl und der Widerstand der Weißen Rose“. Wie kein zweiter steht Sophie Scholls Name für den Widerstand gegen das Nazi-Regime. Der Tod für ihre Überzeugungen sollte die 21-Jährige unsterblich machen. Aber wer ist die Frau hinter der Ikone? Einfühlsam und trotzdem präzise nähert sich Barbara Leisner einer außergewöhnlichen jungen Frau, ihrer Familie und der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“. Ausführliche Sachteile informieren über Politik, Alltag und Propaganda im Dritten Reich. (ab 6. Klasse, Anmeldung unter 0341/ 99 54 134). 10.30 Uhr. Saal 3, Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig.

20.4. --- Literaturhaus Ausstellungseröffnung. Gaby Waldek – „Ansichtssache“. Laudatio: Herbert Kästner. Musik: Martin Hoepfner (Gitarre). Ob Nobelpreisträger oder Debütanten, Verleger oder Straßenmusikanten – der Fotografin Gaby Waldek gelingt es in ihren Arbeiten, jene Momente einzufangen, in denen die Porträtierten auch sehr Persönliches preisgeben. Durchdacht, nie denunzierend wuchs ihr Werk mit den Jahren zu einem „Who is who“ der Literatur an. Zweieinhalb Dezennien produktiven Schaffens sind nun zu besichtigen, wenn die Fotografin ihr Archiv für uns öffnet. – Gaby Waldek arbeitet seit 1990 für das Börsenblatt des Deutschen Buchhandels. Fotojournalistische Reisen führten sie in viele Länder Europas und nach Afrika, ihre Bilder wurden in zahlreichen Ausstellungen gezeigt. 19 Uhr. Foyer, Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig.

Leverkusen

8.4. --- Kleingärtnerverein Ruhlach e.V. Im Saal der Ruhlach-Klause Lesung. Balian Buschbaum – „Blaue Augen bleiben blau“. „Mein Leben ist glücklich und erfolgreich, bis auf die Tatsache, dass ich im falschen Körper wohne.“ Im November 2007 kündigt die erfolgreiche Stabhochspringerin Yvonne Buschbaum bei „Johannes B. Kerner“ ihre bevorstehende Geschlechtsumwandlung an. Für Balian, wie er sich fortan nennt, ist das der letzte konsequente Schritt auf dem Weg zu seiner wahren Identität, für den er sogar die Olympia-Teilnahme opfert. Zwei Jahre später „lebt er seinen Traum“ und schreibt in seinem Buch einfühlsam und mitreißend von seinem Leben als Mann in einem Frauenkörper und seiner Befreiung aus diesem „falschen Körper“. Wie kaum ein anderer kennt Balian Buschbaum das Leben aus beiden Perspektiven, weiß, wie Frauen und Männer denken und fühlen und was sie unterscheidet. 19.30 Uhr. Wiembachallee 44, 51379 Leverkusen.

Lübeck

2.4. --- Buddenbrookhaus Vortrag. Ortrun Schütz – „Wahrnehmung bei Herta Müller“ Mit Ortrun Schütz, FU Berlin, Einführung: Karolina Kühn, wissenschaftliche Volontärin.5,50-8 €. 16 Uhr. Mengstraße 4, 23552 Lübeck.

10.4. --- Buddenbrookhaus Themenführung. Thomas Mann – „Doktor Faustus“. Das komplette Programm erleben: Jeweils vor der Faustus-Vorstellung und -Einführung im Theater wird im Buddenbrookhaus die Themenführung zu dem herausragenden Werk von Thomas Mann angeboten. Die erste Themenführung mit Jan Bovensiepen findet am Donnerstag, 18. November, um 18 Uhr im Buddenbrookhaus statt. Die Theateraufführung „Doktor Faustus“ folgt um 19.30 Uhr im Theater Lübeck. Sein Roman Doktor Faustus war Thomas Mann erklärtermaßen „am teuersten“. So äußerte sich der Schriftsteller selbst über sein Werk: „An diesem Buch hänge ich wie an keinem anderen. Wer es nicht mag, den mag ich nicht mehr.“ 5,50-8 €. 16 Uhr. Mengstraße 4, 23552 Lübeck.

13.4. --- St. Petri Kirche Lesung. Ein Abend zu Oskar Pastior. Mit Ernest Wichner, Urs Allemann, Ulf Stoterfohnt u.a. 8-10 €. 19.30 Uhr. Schüsselbuden 13, 23552 Lübeck.

Lüneburg

5.4. --- Heinrich Heine Haus Lesung. Adriana Altaras – „Titos Brille – Die Geschichte meiner strapaziösen Familie“. Die erfolgreiche Schauspielerin und Theaterregisseurin Adriana Altaras hat ihr erstes Buch veröffentlicht. In „Titos Brille“ erzählt sie die bewegende Geschichte ihrer jüdischen Familie. Sie führt von Jugoslawien über Italien und die Schweiz nach Deutschland, wo sich die Eltern in Gießen niederließen. 1978 gründeten sie dort eine Jüdische Gemeinde, deren Vorsitzender Jakob Altaras bis zu seinem Tod war. Als die Eltern sterben sieht sich Adriana Altaras mit dem Nachlass konfrontiert, darunter die Wohnung der Eltern, in der scheinbar seit über 40 Jahren nichts weggeworfen worden war. Turbulente Familiengeheimnisse treten ans Tageslicht, als sie sich durch kuriose Hinterlassenschaften, Briefe und alte Fotos kämpft. Altaras erzählt temperamentvoll, mit furiosem Witz, der an Woody Allan erinnert, und großer Wärme. Episodenhaft verwebt sie Gegenwart und Vergangenheit und liefert dabei eine ebenso kluge wie hellsichtige Zeitdiagnose. Am Dienstag, den 5. April liest sie um 20.00 Uhr im Heinrich-Heine-Haus. 6-8 €. 20 Uhr. Am Ochsenmarkt 1, 21335 Lüneburg.

Magdeburg

5.4. --- Forum Gestaltung Lesung. Wilhelm Bartsch – „Meckels Messerzüge“. Gemeinschaftsveranstaltung des Friedrich-Bödecker-Kreises mit dem Literaturhaus Magdeburg und Forum Gestaltung. 5 €. 19.30 Uhr. Brandenburger Straße 10, 39104 Magdeburg.

6.4. ---Literaturhaus Vortrag. Vortrag über Leistikow. Agnes Beleites: Walter Lestikow zum 100. Todesjahr  - seine Beziehung zu Halle und zur Familie Carl Beleites. Vortrag mit Lichtbildern. Gemeinschaftsveranstaltung mit dem Verein der Bibliophilen und Graphikfreunde Magdeburg und Sachsen-Anhalt e.V. „Willibald Pirckheimer“. 1,50-3 €. 19 Uhr. Thiemstraße 7, 39104 Magdeburg.

7.4. --- Literaturhaus Buchpremiere. Dorothea Iser – „Sonntagskinder“. Zweiter Band in der Reihe „Kein Gott in der Nähe“. 3-5 €. 19 Uhr. Thiemstraße 7, 39104 Magdeburg.

13.4. --- Moritzhof Lesung. Volker Lechtenbrink – „Gib die Dinge der Jugend mit Grazie auf!“. 12-15 €. 20 Uhr. Moritzplatz 1, 39124 Magdeburg.

14.4. --- Literaturhaus Lesung. Walter Thümler – „Ist jemand da“. Lyrik mit musikalischer Begleitung. 19 Uhr. Thiemstraße 7, 39104 Magdeburg.

15.4. --- Forum Gestaltung Lesung. Birgit Vanderbeke – „Das lässt sich ändern“. Birgit Vanderbeke, geboren 1956 in Dahme, Brandenburg. Ihre Romane wurden mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet, „Das Muschelessen“ und „Alberta empfängt einen Liebhaber“ wurden zu Bestsellern. Die Erzählung „Friedliche Zeiten“ wurde als Kino- und Fernsehfilm einem große Publikum bekannt. Im Frühjahr 2011 erscheint ihr neuer Roman „Das lässt sich ändern“ - Ein Lob auf die einfachen Dinge im Leben... Birgit Vanderbekes kluge Erzählerin verliebt sich in Adam und findet sich sehr bald in einem Leben wieder, das alles andere als einfach ist, denn Adam Czupek glaubt nicht ans Reden, er nimmt die Dinge in die Hand. Das Leben wird zum Abenteuer, als sie hinausziehen aufs Land. Und als sie von Bauer Holzapfel die Streuobstwiese bekommen, hat Adam schon längst einen Plan, wohin das alles führen soll... „Das lässt sich ändern“ – eine kurze, romantische Geschichte um Widerstand und Liebe, Sinnlichkeit und die Besinnung auf das Wesentliche. 8 €. 19.30 Uhr. Brandenburger Straße 10, 39104 Magdeburg.

27.4. --- Literaturhaus Lesung. Birgitte Al-Halbouni – „Mit allen Sinnen durchs Leben...“. Lyrische Ein- und Ausblicke. 18 Uhr. Thiemstraße 7, 39104 Magdeburg.

Mainz

30.4. --- ALPHA Buchhandlung Lesung. Martin Schleske – „Der Klang“. Einer der großen Geigenbauer der Gegenwart erzählt von den Geheimnissen seines Berufes. Alle Phasen des Geigenbaus, vom Auffinden des geeigneten Holzes bis hin zur Wölbung und Lackierung des Instruments, werden ihm zum Gleichnis für persönliche Entwicklung, für unsere Berufung und unseren Platz im Leben. Wir werden zu einem klingenden Instrument, wenn sich in uns das Unsagbare, das Unerhörte des Lebens ausspricht. Die Botschaft dieses einzigartigen Buches spiegelt sich in den sensiblen Fotos von Donata Wenders, der international bekannten Fotografin aus Berlin. 19 Uhr. Am Kronberger Hof 4, 55116 Mainz.

Marbach

5.4 --- Deutsches Literaturarchiv Gesprächskonzert. Max Frisch zum 100. Geburtstag: Ein Abend mit Musik und Literatur. Nun singen sie wieder heißt Frischs 1945 uraufgeführtes Drama. Doch wer machte in der Nachkriegszeit Musik? Welches Verhältnis hatte Frisch dazu? Der Regisseur Norbert Beilharz liest aus dessen Tagebuch und erinnert sich an ihn. In Zusammenarbeit mit der Internationalen Hugo-Wolf-Akademie. 5-15 €. 19.30 Uhr. Schillerhoehe 8-10, 71672 Marbach am Neckar.

7.4. --- Deutsches Literaturarchiv Ausstellungseröffnung. Fluxus 18. Rainald Goetz: Politische Fotographie. Moderation: Heike Gfrereis. Das objektive Bild der Welt, öffentlich verbreitet, wird in Kollision gestellt zu dem privaten, das der Bildband elfter september 2010 sammelt: Haus, Baum, Menschen, Blicke, als subjektives Porträt der jüngsten Vergangenheit, des Jahrzehnts der Nullerjahre. In der Folge, Bild für Bild, wird die Emotion bewegt, bestimmt. Das Buch des Todes ist ja noch geschlossen. Aufgeschlagen: Gegenwart. Zur Eröffnung liest Rainald Goetz aus den bisherigen Bänden seines entstehenden Buchs Schlucht. 3-5 €. 19 Uhr. Schillerhoehe 8-10, 71672 Marbach am Neckar.

27.4. --- Deutsches Literaturarchiv Gespräch. Autor & Autor. „Wie viel moralischen und politischen Kredit hat die Literatur zu vergeben?“. Moderation: Ulrich Raulff und Jan Bürger. Wo verläuft die Grenze zwischen Kunst und Politik? Kann die Literatur überhaupt einen politischen Beitrag leisten oder überfordert sie sich damit? Bundestagspräsident Norbert Lämmert bittet die Nobelpreisträgerin Herta Müller zu einem kleinen Marbacher Gipfeltreffen. 3-5 €. 19 Uhr. Schillerhoehe 8-10, 71672 Marbach am Neckar.

Meerane

6.4. --- Tanzbar Foxx „Alte Molkerei Meerane“ Lesung. Tatjana Meissner – „finde-mich-sofort.de“. Gehören Sie auch zu den gutaussehenden und beruflich erfolgreichen Frauen, die optimistisch durchs Leben gehen? Allein – der richtige Mann ist Ihnen dabei nicht über den Weg gelaufen … Um dies zu ändern, probieren TV-Moderatorin Tatjana Meissner und ihre Schwester, die Schauspielerin Alexandra Winkler, die unterschiedlichsten Partner- und Flirtbörsen im Internet aus. Ob und wie sie dabei fündig geworden sind, teilen sie in unterhaltsamen und erotischen, manchmal tragischen und immer ehrlichen Episoden mit. 20 Uhr. Äußere Crimmitschauer Straße 64, 08393 Meerane.

Minden

1.4. --- Scala im Victoria Hotel Minden Lesung. Steffen Möller – „Viva Polonia”. Steffen Möller lebt seit 1994 freiwillig in Polen und ist dort der zweitbekannteste Deutschen – gleich nach dem Papst. Den preisgekrönten Kabarettisten kennt heute jeder Pole: Entweder als unglücklich verliebten Stefan Müller aus der beliebtesten Fernsehserie des Landes „M jak Milosc“ („L wie Liebe“) und aus der Comedy-Show „Europa da sie lubic“ („Europa lässt sich mögen“). In über fünfzig Schlagworten, von Aberglaube und Anarchie bis zu Verschwörungstheorien und Warschauer U-Bahn versucht er, dem Geheimnis der polnischen Mentalität auf die Spur zu kommen. Er verrät polnische Wörter, die man nicht ins Deutsche übersetzen kann, präsentiert für jede deutsch-polnische Ehe seine Liste des polnischen Hochzeits-Aberglaubens und hat für die Liebhaber des politischen Dialogs sieben Regeln für eine deutsch-polnische Podiumsdiskussion. 20 Uhr. Markt 11, 32423 Minden.

München

1.4. --- Gemeindebibliothek Neubiberg Lesung. Jörg Maurer – „Niedertracht“. Hier trägt das Böse Tracht: Der dritte Alpenkrimi mit Kommissar Jennerwein. In der Gipfelwand hoch über einem idyllischen alpenländischen Kurort findet die Bergwacht eine Leiche. Wie kam der Mann ohne Kletterausrüstung überhaupt dort hin? Kommissar Jennerwein ermittelt mit seinem Team zwischen Höhenangst und Almrausch, während sich die Einheimischen in düsteren Vorhersagen über weitere Opfer ergehen. Was hat derweil die merkwürdige Mückenplage in Gipfelnähe zu bedeuten, warum besitzt ein grantiger Imker auf einmal viel Geld, und wieso hilft ein Mafioso, ein Kind aus Bergnot zu retten? Jennerwein hat einen steilen Weg vor sich…. 20 Uhr. Rathausplatz 10, 85579 München.

3.4. --- Literaturhaus Lesung. Die Ernst Jandl Show. Jandl am Sonntag – „lechts und rinks“. Thomas Loibl und Yogo Pausch lesen und spielen Jandl . „die welt ist laut - laut ist schön!“. Der Schauspieler Thomas Loibl (Bayerisches Staatsschauspiel u.a.) ist dem Literaturhaus-Publikum längst als begnadeter Vorleser bekannt, zuletzt brachte er die Zuschauer/innen beim Sommerfest 2010 als Tom Sawyer und Huckleberry Finn zum Toben. Yogo Pausch ist einer der besten und originellsten Perkussionisten des Landes, in verschiedenen musikalischen Formationen und auf Theaterbühnen ist er als Schlagwerker und Geräuschemacher zu hören und zu sehen. Zusammen interpretieren sie ein gemeinsames Idol: Ernst Jandl. Ab 10 Uhr: Kleines Frühstück im Foyer! 8-10 € (inkl. Frühstück). 11.30 Uhr. Salvatorplatz 1, 80333 München.

4.4. --- Literaturhaus Lesung. Peter Stephan Jungk – „Das elektrische Herz“. Einführung und Moderation: Rachel Salamander. Das Herz von Max ist gestört. Es rast und hüpft. Dennoch weiß Max, dass sie nur gemeinsam das Leben und die Liebe meistern können. Schon mit neunzehn musste sich der ehemals sehr erfolgreiche Dramatiker Max David Villanders einer Operation unterziehen, dreißig Jahre später erneut. Es ist das „elektrische Herz“, das Max in erotische Verwirrungen stößt und ihn von der Treue zu seiner Ehefrau ablenkt. Peter Stephan Jungk, in Santa Monica/Kalifornien geboren, lebt seit 1988 als freier Schriftsteller in Berlin. Bekannt geworden ist er neben seinen Romanen und Erzählungen mit einer großartigen Franz-Werfel-Biographie und Walt-Disney-Romanbiographie. Sein neuer Roman (Zsolnay Verlag) ist eine wunderbare Komödie. 20 Uhr. Salvatorplatz 1, 80333 München.

5.4. --- Literaturhaus Lesung. Uwe Timm – „Freitisch“. Moderation: Ursula März (angefragt). Uwe Timm erzählt in seiner neuen Novelle vom späten Wiedersehen zweier Männer, die in den frühen Sechzigern als Studenten in München ihren Weg suchten. Am Freitisch saßen sie mittags beieinander, in der Kantine einer spendablen Versicherung, und ihre Gespräche kreisten um Gott und die Welt und einen gemeinsamen Bezugspunkt: Arno Schmidt. Als sie sich in Anklam wiedertreffen, prallen zwei Lebensentwürfe aufeinander. Der Erzähler hat hier als Lehrer gearbeitet, Deutsch und Geschichte, und führt seit seiner Pensionierung ein Antiquariat. Der andere, Euler, damals Mathematiker mit literarischen Ambitionen, kommt als Investor und sondiert das Terrain, um eine Mülldeponie zu bauen. Beide helfen sich und der Erinnerung auf die Sprünge, geben Anekdoten zum Besten, zitieren ihre Lektüren und landen immer wieder bei dem Dritten im Bunde: Falkner, der damals schrieb, ohne jemals einen Text vorzuzeigen, und mittlerweile ein bekannter Schriftsteller ist. Wie man wurde, was man ist, und was man vielleicht hätte werden können – davon handelt Uwe Timms geistreiche, gewitzte, glänzend geschriebene Novelle, die voller Anspielungen steckt und der existenziellen Frage nachgeht: Was lässt sich umsetzen von den Wünschen und Hoffnungen, mit denen man angetreten ist? 6-8 €. 20 Uhr. Salvatorplatz 1, 80333 München.

6.4. --- Buchhandlung Lehmkuhl Lesung. Nina Blazon – „Ascheherz“. Seit einem Unfall ist Summers Gedächtnis wie ausgelöscht. Sie weiß nur eines: Der Blutmann, der sie in ihren Albträumen verfolgt, ist nun in ihr Leben getreten und will sie töten. Und er scheint nicht der Einzige zu sein, der sie verfolgt. Der geheimnisvolle, engelhaft schöne Anzej rettet ihr das Leben. Auf ihrer gemeinsamen Flucht in das ferne Nordland muss Summer erkennen, welchen Verrat sie vor Jahrhunderten begangen hat: Einst gehörte sie zu den Zorya, deren Kuss den Sterblichen den Tod bringt. Doch einem Mann mit sanften Augen, der in ihren Armen sterben sollte, schenkte sie die Ewigkeit. Nun fordert Lady Mars, die Herrin des Todes, das Leben zurück, um das sie betrogen wurde. Kann Summer den Tod ein weiteres Mal überlisten oder muss sie ihre Liebe opfern, um selbst Lady Mars tödlichem Kuss zu entgehen? 20.15 Uhr. Leopoldstraße 45, 80802 München.

6.4. --- Lyrikkabintett Lesung. Rainer Malkowski – „Vom Rätsel ein Stück“. Rainer Malkowski (1939-2003): Die Gedichte. Als er 1975 mit dem Band „Was für ein Morgen“ debütierte, hatte sich der erfolgreiche Werbemanager endgültig auf das Experiment des Schreibens eingelassen. Geb. 1939 in Berlin, hatte er ab 1962 für verschiedene internationale Werbeagenturen gearbeitet, zuletzt als Geschäftsführer und Teilhaber der damals größten Werbeagentur der BRD. 1972 gab er diesen Brotberuf auf, um sich ganz dem Schreiben zu widmen. Malkowski starb 2003 in Brannenburg am Inn. Zu seinen Lebzeiten entstanden neun Lyrikbände, für die er mehrere wichtige Auszeichnungen erhielt, u.a. 1979 ein Villa-Massimo-Stipendium und 1999 den Joseph-Breitbach-Preis. Der Wallstein-Verlag veröffentlicht nun seine gesammelten Gedichte. Präsentiert von Nico Bleutge, Michael Krüger und Thedel von Wallmoden. 5-7 €. Mitglieder Lyrik Kabinett: frei. 20 Uhr. Amalienstrasse 83, 80799 München.

7.4. --- Buchhandlung Lehmkuhl Lesung. John Burnside – „Lügen über meinen Vater“. Am Ende wünscht John Burnside seinem Vater nur noch den Tod. Er hat für den Mann, der über Jahre die Familie terrorisiert, der lügt und säuft, einzig Hass übrig. Doch er verbirgt seine Gefühle und schweigt. Bis die Begegnung mit einem Fremden ihn zwingt, sich seinen Erinnerungen zu stellen und diese Geschichte von alttestamentarischer Wucht zu erzählen. 20.30 Uhr. Leopoldstraße 45, 80802 München.

11.4. --- Lyrikkabinett Lesung. Die Slam Poetry-Nacht mit den namhaften Einzelpoeten Renato Kaiser (Schweiz), Jana Klar (Leipzig) und Luc Spada (Luxemburg). Poetry in Motion: Es gibt keinen schöneren Ort, sei-nen Montag in München zu verbringen. Das Lyrik Kabinett ist definitiv die coolste Poetry Location der Stadt: eine gigantische Lounge-Landschaft aus Kerzen, Barbies, Naschereien, bunten Lichtspielen und elektronischen Klängen! Dort kann man einmal im Monat poetisch clubben und die Stars der lokalen, deutschsprachigen und internationalen Spoken-Word- und jungen Lyrikszene erleben. Europas einziger Poetry-DJ Rayl Patzak öffnet dazu seine Plattentaschen voller Poesie und smoother Beats; durch die schillernde Welt einer neuen Poeten-Generation führt Ko Bylanzky. Und dann kosten alle Getränke nur 1,50 Euro… oder noch weniger… Musikalische Unterstützung durch Poetry-DJ Rayl Patzak. Moderation: Ko Bylanzky. 5-7 €. Mitglieder Lyrik Kabinett: frei. 20 Uhr. Amalienstrasse 83, 80799 München.

12.4. --- Klinikum rechts der Isar Lesung. Claus Cornelius Fischer – „Erlösung“. Für die junge Notärztin Ella Bach wird ein nächtlicher Routineeinsatz in Berlin zum Beginn eines Alptraums. Völlig unvorbereitet findet sie sich am Schauplatz eines Mordversuchs wieder, und das schrecklich zugerichtete Opfer – eine junge Französin – verschwindet noch in derselben Nacht spurlos aus der Notaufnahme der Charité. Als Ella am nächsten Tag auch ihren Rettungsassistenten und ehemaligen Liebhaber Max ermordet auffindet, begreift sie, dass sie einem Mörder in die Quere gekommen sind. Dass hinter dem Unbekannten mächtigere Feinde stehen, ahnt Ella allerdings erst, als auch die Polizei Jagd auf sie zu machen beginnt. Völlig auf sich allein gestellt, muss die Lebensretterin nicht nur ihr eigenes Leben retten, sondern auch die Französin finden. Die Spur führt in höchste Kreise der internationalen Bankenwelt. 20 Uhr. Ismaninger Straße 22, 81675 München.

13.4. --- Lyrikkabinett Lesung. Ben Lerner – „Die Lichtenbergfiguren“. Ben Lerner liest aus seinen Gedichten (englisch). Ben Lerner, geb. 1979 in Topeka, Kansas, ist einer der renommiertesten jungen US-amerikanischen Lyriker. Schon sein erster Gedichtband „The Lichtenberg Figures“ (2004) wurde mit dem Hayden Carruth Prize ausgezeichnet und als eine der besten Publikationen des Jahres geehrt. Lerner studierte Politologie und erwarb einen Master of Fine Arts in Lyrik. Er ist der jüngste Lyriker, dessen Gedichtband je auf der Shortlist des National Book Award stand. Er lehrt am Brooklyn College und lebt in New York. Lerners Gedichtband „Die Lichtenbergfiguren“ wurde von Steffen Popp ins Deutsche übertragen und ist bei luxbooks erschienen. Am 3. April 2011 erhalten Ben Lerner und sein Übersetzer den Preis für internationale Poesie der Stadt Münster. Moderation, Übersetzung und Lesung der deutschen Texte: Steffen Popp. 5-7 €. Mitglieder Lyrik Kabinett: frei. 20 Uhr. Amalienstrasse 83, 80799 München.

Neumarkt

11.4. --- Buchhandlung Rupprecht Lesung. Jörg Maurer – „Niedertracht“. Hier trägt das Böse Tracht: Der dritte Alpenkrimi mit Kommissar Jennerwein. In der Gipfelwand hoch über einem idyllischen alpenländischen Kurort findet die Bergwacht eine Leiche. Wie kam der Mann ohne Kletterausrüstung überhaupt dort hin? Kommissar Jennerwein ermittelt mit seinem Team zwischen Höhenangst und Almrausch, während sich die Einheimischen in düsteren Vorhersagen über weitere Opfer ergehen. Was hat derweil die merkwürdige Mückenplage in Gipfelnähe zu bedeuten, warum besitzt ein grantiger Imker auf einmal viel Geld, und wieso hilft ein Mafioso, ein Kind aus Bergnot zu retten? Jennerwein hat einen steilen Weg vor sich….20 Uhr. Obere Marktstr. 26, 92318 Neumarkt.

Nidderau

16.4. --- Main Kinzig Buchmesse Lesung. Martin Ebbertz – „Onkel Theo erzählt vom Pferd“. Soll man’s glauben, wenn Onkel Theo vom Pferd erzählt? Es ist natürlich alles Quatsch. Aber wenn das lange Pferd einen Freund anruft, der nachschauen soll, ob es mit dem Schwanz wedeln kann, wenn Heringe so selten Zeitung lesen, weil so wenig über Heringe in der Zeitung steht – dann wird es beinahe Philosophie. Ein Esel, der so dumm ist, dass er sich selbst für eine Maus hält und nur Käse fressen möchte, der müsste eigentlich verhungern. Jedoch: Zum Glück ist dieser dumme Esel so dumm, dass er das Gras auf der Wiese für Käse hält. Den ganzen Tag frisst er Gras, und er glaubt, es sei Käse. 15.30 Uhr. Heldenberger Straße 16, 61130 Nidderau.

17.4. --- Main Kinzig Buchmesse Lesung. Martin Ebbertz – „Das Fressverhalten der Mäuse”. Eduard Elbling wird zu Grabe getragen. Er war Biologe und beschäftigte sich mit dem Fressverhalten der Mäuse. Warum soll er sich erhängt haben? Für Kommissar Wieland ist der Fall klar. Es war Selbstmord! Doch Elblings Neffe fängt an, sich für die Sache zu interessieren Er begibt sich in das Labor seines Onkels und findet auf dem Schreibtisch neben einer toten Maus das Diagramm ihres Todeskampfes. Merkwürdig ist, dass die anderen Mäuse aus den Käfigen verschwunden sind …16 Uhr. Heldenberger Straße 16, 61130 Nidderau.

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Niemegk-Lühnsdorf

9.4. --- Landhaus Alte Schmiede Lesung. Tatjana Meissner – „Alles außer Sex“. Tatjana geht auf in ihrer Arbeit, hat gute Freunde, ihre Katze Chica. Und sie ist glücklich liiert mit Carsten, ihrem Traummann. Alles gut, wenn Tatjana nicht schon über vierzig wäre! Höchste Zeit, sagt ihre Mutter, den Angebeteten unter die Haube zu bekommen. Tatjana ist verunsichert: Gehört sie etwa schon zum alten Eisen? Ob Bandscheibenvorfall, Brille, Zellulitis, Midlife-Crisis – der Zahn der Zeit nagt an ihr und ihrem Freundeskreis. Carsten muss ihr den ersehnten Heiratsantrag machen, bevor der Lack ganz ab ist … Tatjana Meissner erzählt humorvoll von der seltsamen Situation der über Vierzigjährigen, die nicht mehr ganz jung sind, aber deswegen noch lange nicht alt sein wollen. 20 Uhr. Dorfstraße 13, 14823 Niemegk-Lühnsdorf.

Nordstrand

14.4. --- Dat Preesterhus Lesung. Hannes Nygaard liest aus seinen Krimis. 17 Uhr. Süden 1, 25845 Nordstrand.

Nürnberg

7.4. --- Germanischen Nationalmuseum, Cafe Arte Lesung. Carmen Rohrbach – „Im Reich von Isis und Osiris“. Carmen Rohrbach gelingt ein Wunder: Sie beschreibt die Kultstätten, Landschaften und Bewohner des Niltals, als hätte kein Mensch sie je zuvor erblickt. Eine große Reiseerzählung auf den Spuren ihres Bestsellers „Im Reich der Königin von Saba“. Als Kind bewunderte Carmen Rohrbach die verheißungsvolle Nofretete-Büste im Haus ihrer Großeltern. 40 Jahre später begibt sie sich auf eine Entdeckungsreise entlang Ägyptens Lebensspender, dem sagenumwobenen Nil. Ihr 1000 Kilometer langer Weg führt von den Tempeln Abu Simbels über die von Palmen und Mangobäumen gesäumte Insel Elephantine bis zur Nilmündung in Alexandria. Auf eigene Faust erkundet sie das Tal der Könige, durchstreift mit ihrem treuen Esel Aton die Sahara, besucht die großen Pyramiden und lauscht bei Nilbarsch und Malvenblütentee den Geschichten der Menschen am Ufer des längsten Flusses der Welt. Intensiver als an Carmen Rohrbachs Seite kann man Ägypten nicht erleben. 19 Uhr. Kornmarkt 1, 90402 Nürnberg.

Offenburg

4.4. --- Buchhandlung Roth Lesung. Peter Stamm – „Seerücken“. Peter Stamm erzählt ungeheuer kunstvoll und scheinbar so einfach von Leben, die nicht gelebt, die aufgeschoben, erinnert und schließlich verpasst werden. In lakonischen Sätzen und unauffällig stimmungsvollen Szenen findet er – leicht lesbar, aber schwer verdaulich – die kaum spürbaren Eruptionen, die sich im Rückblick als Erdbeben erweisen. Die Einsamkeit im gemeinsamen Urlaub. Ein verlassenes Hotel in den Bergen. Ein Mädchen im Wald. Ein Pfarrer, der die Vögel füttert. Die erste Liebe mit Gewicht. Peter Stamm zeigt sich auch in „Seerücken“ wieder als Meister der Kurzgeschichte. 20 Uhr. Hauptstraße 45, 77652 Offenburg.

7.4. --- Stadtbibliothek Lesung. Zsuzsa Bánk – „Die hellen Tage“. In einer süddeutschen Kleinstadt erlebt das Mädchen Seri helle Tage der Kindheit: Tage, die sie im Garten ihrer Freundin Aja verbringt, die aus einer ungarischen Artistenfamilie stammt und mit ihrer Mutter in einer Baracke am Stadtrand wohnt. Aber schon die scheinbar heile Welt ihrer Kindheit in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts hat einen unsichtbaren Sprung: Seris Vater starb kurz nach ihrer Geburt, und Ajas Vater, der als Trapezkünstler in einem Zirkus arbeitet, kommt nur einmal im Jahr zu Besuch. Karl, der gemeinsame Freund der Mädchen, hat seinen jüngeren Bruder verloren, der an einem hellblauen Frühlingstag in ein fremdes Auto gestiegen und nie wieder gekommen ist. 20 Uhr. Weingartenstraße 32/ 34, 77654 Offenburg.

Passau

12.4. --- Scharfrichter Haus Lesung. Rabea Edel – „Ein dunkler Moment“. Auf unheimliche Weise ist die Amerikanerin Amanda in zwei elf Jahre auseinander liegende Morde verwickelt. Schritt für Schritt wird das Geflecht von scheinbaren Zufällen und verborgenen Zusammenhängen gelöst. In bestechend klaren Bildern lesen wir die spannende Geschichte eines Mordes und seiner späten Konsequenzen. Ein einziger verhängnisvoller Augenblick vereint die Geschichten verschiedener Menschen miteinander…. 20 Uhr. Milchgasse 2, 94032 Passau.

Potsdam

27.4. --- Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung Lesung. Rolf Schneider – „20xBrandenburg“. Der Schriftstellers Rolf Schneider unternimmt in 20 Essays eine literarische Reise durch Brandenburg. Schneider erzählt von seinen Begegnungen mit Menschen und Landschaften: vom alten Derfflinger bis Gottfried Benn, von Walther Rathenau bis Hedwig Bollhagen, von der Schorfheide bis zu den Seelower Höhen, vom Industriekombinat Schwedt bis zum idyllischen Schloss Rheinsberg. Eintritt frei. 18 Uhr. Heinrich-Mann-Allee 107, Haus 17, 14473 Potsdam.

Prüm

2.4. --- Konvikt Prüm Lesung. Joachim Gauck – „Winter im Sommer – Frühling im Herbst“. Der politische und sehr persönliche Rückblick eines friedlichen Revolutionärs. Eine Schlüsselfigur der jüngsten deutschen Geschichte erinnert sich: Joachim Gauck, engagierter Systemgegner in der friedlichen Revolution der DDR und herausragender Protagonist im Prozess der Wiedervereinigung als erster Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen. Joachim Gauck verlebte seine Kindheit in einem Dorf an der Ostseeküste. Später studierte er Theologie in Rostock und fand seinen Weg in die Kirche in Mecklenburg. Distanz zum DDR-System prägte seine Tätigkeit von Anfang an. Wie selbstverständlich wurde er Teil einer kritischen Bewegung und schließlich zu einer Symbolfigur im Umbruch von 1989. Nach dem Mauerfall übernahm Gauck politische Verantwortung, er wurde Abgeordneter im ersten freien Parlament der DDR und erster Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen. Der Kampf gegen das Vergessen und Verdrängen blieb als Redner und Kommentator sein großes Thema, auch als er nach zehn Jahren aus dem Amt ausschied. 20 Uhr. Kalvarienbergstraße 1, 54595 Prüm.

Ravensburg

13.4. --- Bildungswerk Lesung. Pierre Stutz – „Geborgen und frei“. 12 Mal bringt es Pierre Stutz auf den Punkt: Was macht den Lebensstil eines mystischen Christen heute aus? Dazu schöpft er aus den Biografien 60 wichtiger Mystikerinnen und Mystiker ebenso wie aus eindrucksvollen Szenen zeitgenössischer Kinofilme. Lebensnah und höchst inspirierend. Die Haltungen eines mystischen Lebensstils: Sei einfach da - Staune über die Wunder der Schöpfung - Werde du selbst - Setze dich für Gerechtigkeit ein - Verweile im Schweigen - Wage Konflikte - Genieße das Leben mit all deinen Sinnen - Bewege dich mit Leib und Seele - Entfalte dein Mitgefühl. 14.30 Uhr. Allmandstraße 10, 88212 Ravensburg.

Rheinsberg

19.4. --- Kurt Tucholsky-Literaturmuseum Lesung. Rolf Schneider – „Rheinsberg. Eine preußische Legende“. Im Ruppiner Land liegt eines der schönsten Schlösser Brandenburgs: Rheinsberg. Friedrich der Große verbrachte hier als Kronprinz die glücklichste Zeit seines Lebens. Sein Bruder, Prinz Heinrich, führte das Schloss als Musenhof weiter und prägte Architektur und Garten im Stil des frühen Klassizismus. Kurt Tucholsky schließlich machte den Ort mit seinem „Bilderbuch für Verliebte“ endgültig unsterblich. Rolf Schneider geht der Geschichte dieses bezaubernden Ortes nach und erzählt von seinen berühmten Bewohnern und Besuchern. 19.30 Uhr. Schloß Rheinsberg, 16831 Rheinsberg.

Rostock

7.4. --- Literaturhaus Filmvorführung. ARTE-Preview: Marx Reloaded. Eine Dokumentation von Jason Barker, ARTE/ZDF 2010, 52 Min. Filmvorführung und Diskussion im Rahmen der Reihe „Politischer Donnerstag“(PolDo). Die jüngste Wirtschafts- und Finanzkrise, die ausgehend von den USA weltweit Auswirkungen hatte, bot Philosophen, Soziologen und politischen Aktivisten Anlass, über das Ende des Kapitalismus zu spekulieren und den Ideen des Sozialisten und Philosophen Karl Marx Raum zu geben. Die Dokumentation unterwirft diese Vorstellungen einer Prüfung und fragt nach ihrer Relevanz für die derzeitige Wirtschaftskrise. Die Wirtschafts- und Finanzkrise von 2008/2009 löste weltweit die tiefste Rezession seit 70 Jahren aus und veranlasste allein die US-amerikanische Regierung, mehr als eine Billion Dollar einzusetzen, um das Bankensystem vor dem Zusammenbruch zu bewahren. Doch noch heute sind die endgültigen Auswirkungen der Krise in Europa und dem Rest der Welt unklar. Heißt das aber nun, dass man die Krise als einen unglücklichen Nebeneffekt des freien Markts akzeptieren sollte? Oder gibt es andere Erklärungen dafür, was eigentlich geschehen ist und welche Effekte dies auf die Gesellschaft, die Wirtschaft und auf die unterschiedlichsten Lebensarten überhaupt hat? Heute besinnt sich eine neue Generation von Philosophen, Künstlern und politischen Aktivisten auf die Ideen des deutschen Sozialisten und Philosophen Karl Marx, teils um die Krise der letzten Jahre zu verstehen, teils um die Möglichkeit einer Welt ohne Kapitalismus zu erwägen. Belegt die Schwere der sich abspielenden Krise, dass die Tage des Kapitalismus gezählt sind? Oder ist es 20 Jahre nach dem Fall der Mauer ironischerweise so, dass der Kommunismus Lösungen für die wachsenden wirtschaftlichen und ökologischen Herausforderungen des Planeten zu bieten hat? Die Filmdokumentation untersucht die Relevanz der Marxschen Theorien für das Verständnis der jüngsten globalen Wirtschafts- und Finanzkrise. Der Autor und Regisseur Jason Barker hat so wohlführende Marx-Experten als auch Kritiker der momentanen Marx-Renaissance befragt. Seine Gesprächspartner sind Norbert Bolz, Micha Brumlik, John Gray, Michael Hardt, Herfried Münkler, Antonio Negri, Nina Power, Jacques Rancière, Peter Sloterdijk, Alberto Toscano, Slavoj Žižek. Eintritt frei. 20 Uhr.  Doberaner Straße 21, 18057 Rostock.

12.4. --- Unibuchhandlung Weiland Lesung. Tanja Dückers – „Hausers Zimmer“. Berlin 1982: Das Ende des Kalten Kriegs und die Wiedervereinigung schier undenkbar, die geteilte Stadt im Niemandsland immer noch mit Einschusslöchern und Ruinen, Insel und Frontstadt, eingeschlossen und kalt, ihre Bewohner verkrochen in die Höhlen ihrer Hinterhofwinkel und Altbauwohnungen. Alltag in einer gegensätzlichen Weltordnung mit Poppern und Punks, Bürgerlichkeit und Anarchie. In Mietshaus, Schulhof und Straße prallen Lebenswelten aufeinander und werden ebenso wie die Ideale und Widersprüche der Achtundsechziger aus heutiger Sicht mit doppelbödigem Humor geschildert. Die Erzählerin Julika Zürn träumt sich hinaus in die weite Welt, nach Patagonien – und mindestens ebenso sehnsüchtig in das Zimmer des Motorradrockers Peter Hauser von gegenüber. Tagsüber bahnt sich die Tochter eines Sammlers ihren Weg durch wuchernde Kunstwerke, markiert ihre Lieblingsorte und macht sich ihren Reim auf die Welt. Während ihrer schlaflosen Nächte zieht Hausers orange leuchtendes Fenster sie in Bann. Tanja Dückers, Jahrgang 1968, Germanistin, Kunsthistorikerin, Autorin von Gedichten, Essays, Romanen und Erzählungen, Kolumnistin der FRANKFURTER RUNDSCHAU, der ZEIT und des Magazins BÜCHER, ist eine von Deutschlands prominentesten Schriftstellerinnen der jüngeren Generation. Sie erhielt zahlreiche Stipendien und Preise und wurde 2006 vom Deutschen Historischen Museum zu den zehn wichtigsten Schriftstellern unter 40 und den 100 kreativsten Köpfen Deutschlands gewählt. Sie lebt mit ihrer Familie in Berlin. 6-8 €. 20.15 Uhr. Kröpeliner Straße 41, 18055 Rostock.

26.4. --- Literaturhaus Lesung, In Gedenken an / Til minde om Gisela Perlet (1942-2010). Erinnerungen, Geschichten und Gespräche. „Ja, ich nenne ihn „meinen“ Autor, denn ohne einen solchen besitzergreifenden Anspruch, der natürlich größenwahnsinnig und reine Anmaßung ist, läßt sich nicht übersetzen. Auch hoffe ich, daß es mir meine Autorinnen und Autoren nicht verübeln, daß ich sie während der Arbeit irgendwann und unwillkürlich zu duzen anfing. […] Manchmal konnte ich sie neben mir atmen, ächzen und stöhnen hören, und obwohl wir uns auch gestritten haben und ich sie immer wieder um Nachsicht anflehen mußte und muß, habe ich diese schwer erarbeitete, erlebte Nähe als eigentliches Übersetzerglück empfunden.“ (Gisela Perlet über das Übersetzen in der Dankesrede zum Johann-Heinrich-Voß-Preis 2002). Gisela Perlet war Übersetzerin aus Leidenschaft, sie galt als eine exzellente Kennerin der skandinavischen Literaturen von der Aufklärung bis zur Gegenwart. Sie übertrug Klassiker und Weltliteratur wie Søren Kierkegaard, Selma Lagerlöf und Tania Blixen und machte sich besonders durch die Neuübersetzung von Hans Christian Andersens Märchen einen Namen. Sie verlieh dem Kaiser, der neue Kleider hatte, Nils Holgersson auf seiner wunderbaren Reise durch Schweden und der Schneekönigin eine neue deutsche Stimme. Zuletzt schloss sie als Herausgeberin das monumentale Tagebuchwerk Hans Christian Andersens ab. Gisela Perlet wurde 1942 in Magdeburg geboren. Nach dem Studium der Germanistik und Nordistik war sie von 1966 bis 1979 Lektorin im Hinstorff Verlag in Rostock. Seit den 70er Jahren beschäftigte sie sich intensiv mit dem dänischen Autor Hans Christian Andersen. Nachdem ihr die Übersetzung des dänischen Philosophen und Schriftstellers Søren Kierkegaard vom Minister fürKultur der DDR untersagt wurde, arbeitete sie als freiberufliche Übersetzerin, Herausgeberin und Autorin, bis zuletzt, trotz langer Krankheit. Gisela Perlet verstarb am Heiligabend 2010. Für ihr Werk wurde sie vielfach ausgezeichnet. Von der dänischen Königin wurde sie zur Ritterin des Dannebrog-Ordens geschlagen, sie erhielt 1998 den Hans-Christian-Andersen- Preis, 2001 das Bundesverdienstkreuz, 2002 den Johann-Heinrich-Voß-Preis der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und 2004 den Dänischen Übersetzerpreis des dänischen Kunstrats. 17 Uhr. Doberaner Straße 21, 18057 Rostock.

28.4. --- Literaturhaus Lesung. LesBar – der Lesertreff. Thema: Daniel Kehlmann „Ruhm“. Die LesBar macht jeden Monat ein Buch zum Thema. Im April wird „Ruhm. Ein Roman in neun Geschichten“ von Daniel Kehlmann beim Lesertreff diskutiert: Ein Schriftsteller mit der unheilvollen Neigung, Menschen, die ihm nahestehen, zu Literatur zu machen, ein verwirrter Internetblogger, ein Abteilungsleiter mit Doppelleben, ein berühmter Schauspieler, der lieber unbekannt wäre, eine alte Dame auf der Reise in den Tod: Ihre Wege kreuzen sich in einem Geflecht von Episoden zwischen Wirklichkeit und Schein. Ein Spiegelkabinett voll unvorhersehbarer Wendungen – komisch, tiefgründig und elegant erzählt vom Autor der „Vermessung der Welt“. Leitung/Moderation: Kathrin Johansen und Doreen Katzberg. Eintritt frei. 19.30 Uhr. Doberaner Straße 21, 18057 Rostock.

Saarbrücken

1.4. --- Saarländisches Staatstheater Lesung. Arno Geiger – „Der alte König in seinem Exil“. Arno Geiger hat ein tief berührendes Buch über seinen Vater geschrieben, der trotz seiner Alzheimerkrankheit mit Vitalität, Witz und Klugheit beeindruckt. Die Krankheit löst langsam seine Erinnerung und seine Orientierung in der Gegenwart auf, lässt sein Leben abhandenkommen. Arno Geiger erzählt, wie er nochmals Freundschaft mit seinem Vater schließt und ihn viele Jahre begleitet. In nur scheinbar sinnlosen und oft so wunderbar poetischen Sätzen entdeckt er, dass es auch im Alter in der Person des Vaters noch alles gibt: Charme, Witz, Selbstbewusstsein und Würde. Arno Geigers Buch ist lebendig, oft komisch. In seiner tief berührenden Geschichte erzählt er von einem Leben, das es immer noch zutiefst wert ist, gelebt zu werden. 5-10 €. 21. Uhr. Eisenbahnstraße 22, 66117 Saarbrücken.

Schleswig

10.4. --- Hotel Hohenzollern Lesung. Steffen Möller – „Viva Polonia“. Steffen Möller lebt seit 1994 freiwillig in Polen und ist dort der zweitbekannteste Deutschen – gleich nach dem Papst. Den preisgekrönten Kabarettisten kennt heute jeder Pole: Entweder als unglücklich verliebten Stefan Müller aus der beliebtesten Fernsehserie des Landes „M jak Milosc“ („L wie Liebe“) und aus der Comedy-Show „Europa da sie lubic“ („Europa lässt sich mögen“). In über fünfzig Schlagworten, von Aberglaube und Anarchie bis zu Verschwörungstheorien und Warschauer U-Bahn versucht er, dem Geheimnis der polnischen Mentalität auf die Spur zu kommen. Er verrät polnische Wörter, die man nicht ins Deutsche übersetzen kann, präsentiert für jede deutsch-polnische Ehe seine Liste des polnischen Hochzeits-Aberglaubens und hat für die Liebhaber des politischen Dialogs sieben Regeln für eine deutsch-polnische Podiumsdiskussion. 19 Uhr. Moltkestraße 41, 24837 Schleswig.

Schönberg

6.4. --- Gemeindebücherei Lesung. Alex Berg – „Machtlos“. In Hamburg laufen die Vorbereitungen für den internationalen Krisengipfel auf Hochtouren. Erste Terrorwarnungen sind bereits bei den Geheimdiensten eingegangen. Zur selben Zeit wird die Anwältin Valerie Weymann am Flughafen verhaftet. In end-losen Verhören unterstellen ihr Agenten von BKA und CIA Kontakte zu Terrormitgliedern von al-Qaida. Die Anwältin ist fassungslos und verweigert die Aussage. Doch ihr juristisches Wissen nützt ihr nichts, als am Hamburger Hauptbahnhof eine Bombe explodiert. Der mutmaßliche Täter ist ein Bekannter von ihr. Noch in derselben Nacht wird Valerie in ein geheimes Gefängnis nach Osteuropa gebracht, und eine rasante Jagd auf Leben und Tod beginnt …19 Uhr. Knüllberg, 24217 Schönberg.

Schwäbisch Hall

14.4. --- Vereinshaus im Rathaus Lesung. Isabelle Müller – „Phönixtochter“. „Aus jedem Stein, den sie uns vor die Füße werfen, werden wir unseren Weg bauen.“ Das ist das trotzige Lebensmotto von Isabelle. Von Loan, ihrer lebenstüchtigen vietnamesischen Mutter hat sie den Willen, immer wieder Mut zu fassen und nach vorne zu blicken. Auch wenn das Leben fast unerträglich scheint. „Phönixtochter“ erzählt die Geschichte einer bemerkenswerten Frau, die sich vom Unglück nicht überwältigen lässt, die das Leben meistert und am Ende – trotz aller Schicksalsschläge – eine erfolgreiche Unternehmerin in Deutschland wird. 20 Uhr. Hauptstraße, 74523 Schwäbisch Hall.

Stolpe

2.4. --- Schloss Stolpe Lesung. Im Rahmen der Usedomer Literaturtage: Nach Galizien, nach Amerika von und mit Martin Pollack. Träger des Leipziger Buchpreises der Europäischen Verständigung 2011 und des Georg Dehio Preises 2010. Der vielfach ausgezeichnete Autor lädt mit seinem Buch „Nach Galizien“, in eine verschwundene und vergessene Welt Ostgaliziens und der Bukowina. In seinem neuen Werk „Kaiser von Amerika“ erzählt er von Menschen aus dieser Region, dem Armenhaus der Habsburger Monarchie, die um 1900 ihr Glück in den USA suchten. Der Kaiser von Amerika, meinten sie, werde sie freudig willkommen heißen. Es warteten auf sie Schlepper, Agenten, Menschenhändler aber auch die Aussicht auf ein besseres Leben. Moderation: Andreas Kossert, Historiker, Autor, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Bundesstiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung, Berlin. 15 €. 19 Uhr. Am Schloss 9, 17406 Stolpe auf Usedom.

Stolpen

9.4. --- Burg Stolpen Lesung. Joachim Gauck – „Winter im Sommer – Frühling im Herbst“. Eine Schlüsselfigur der jüngsten deutschen Geschichte erinnert sich: Joachim Gauck, engagierter Systemgegner in der friedlichen Revolution der DDR und herausragender Protagonist im Prozess der Wiedervereinigung als erster Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen. Joachim Gauck verlebte seine Kindheit in einem Dorf an der Ostseeküste. Später studierte er Theologie in Rostock und fand seinen Weg in die Kirche in Mecklenburg. Distanz zum DDR-System prägte seine Tätigkeit von Anfang an. Wie selbstverständlich wurde er Teil einer kritischen Bewegung und schließlich zu einer Symbolfigur im Umbruch von 1989. Nach dem Mauerfall übernahm Gauck politische Verantwortung, er wurde Abgeordneter im ersten freien Parlament der DDR und erster Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen. Der Kampf gegen das Vergessen und Verdrängen blieb als Redner und Kommentator sein großes Thema, auch als er nach zehn Jahren aus dem Amt ausschied. 20 Uhr. Schlossstraße, 01833 Stolpen.

Straubing

12.4. --- Buchhandlung Rupprecht Lesung. Jörg Maurer – „Niedertracht“. Hier trägt das Böse Tracht: Der dritte Alpenkrimi mit Kommissar Jennerwein. In der Gipfelwand hoch über einem idyllischen alpenländischen Kurort findet die Bergwacht eine Leiche. Wie kam der Mann ohne Kletterausrüstung überhaupt dort hin? Kommissar Jennerwein ermittelt mit seinem Team zwischen Höhenangst und Almrausch, während sich die Einheimischen in düsteren Vorhersagen über weitere Opfer ergehen. Was hat derweil die merkwürdige Mückenplage in Gipfelnähe zu bedeuten, warum besitzt ein grantiger Imker auf einmal viel Geld, und wieso hilft ein Mafioso, ein Kind aus Bergnot zu retten? Jennerwein hat einen steilen Weg vor sich…. 20 Uhr. Theresienplatz 23, 94315 Straubing.

Stuttgart

3.4. --- Literaturhaus Lesung. Judith Zander – „Dinge, die wir heute sagten“. Niedlichs Literarischer Salon. Bresekow, ein Dorf in Vorpommern. Als die alte Frau Hanske stirbt, kommt ihre Tochter Ingrid mit ihrer Familie aus Irland zur Beerdigung. Ingrid hatte Bresekow vor vielen Jahren fluchtartig verlassen. Der Besuch verändert vieles im Dorf, wirft gerade für die Familien Ploetz und Wachlowski alte und neue Fragen auf. Die Dorfbewohner beginnen zu sprechen, über ihr derzeitiges Leben und ihre Verstrickungen von damals. Bresekow war immer eine kleine Welt, eng, abgelegen und heute zudem vom Verfall bedroht. In ihrem Roman „Dinge, die wir heute sagten“ (dtv premium) lässt Judith Zander drei Generationen zu Wort kommen. Sie erzählt von einem verschwiegenen Ort im Nordosten Deutschlands, von Provinz und Alltag, von Freundschaft und Verrat, vom Leben selbst. Judith Zander wurde 1980 in Anklam geboren und lebt heute in Berlin. Sie studierte Germanistik, Anglistik sowie Mittlere und Neuere Geschichte in Greifswald, anschließend am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Neben dem Schreiben von Lyrik und Prosa übersetzt sie aus dem Englischen. Die Autorin wurde bei den 34. Tagen der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt für ihren Auszug aus „Dinge, die wir heute sagten“ mit dem 3sat-Preis 2010 geehrt. Zudem wurde der Roman auf die Shortlist des Deutschen Buchpreises 2010 aufgenommen. „Als Dichterin ist Judith Zander schon lange kein Geheimtipp mehr. Aber einen ebenso dicken wie sprachgewaltigen Roman hätte wohl kaum jemand von ihr erwartet“ (Tobias Wenzel/NDR). 5,50-8 €. 20 Uhr. Breitscheidstraße 4, 70174 Stuttgart.

5.4. --- Literaturhaus Lesung & Ausstellungseröffnung. François-Marie Banier – „Beckett“. Moderation: Rudi Bergmann. Übersetzung: Jürgen Stähle. Deutsche Lesung: Johannes Wördermann. Zur Eröffnung seiner Fotoausstellung spricht der Pariser Fotograf und Autor François-Marie Banier mit dem Filmemacher Rudij Bergmann über seine Begegnung mit Samuel Beckett 1978 in Tanger sowie die Entstehungsgeschichte der ausgestellten Fotografien. Eine Auswahl dieser außergewöhnlichen Bilder wurde 2010 in einem kleinen Band des Steidl-Verlags publiziert: „Samuel Beckett, der entspannt durch buntbanalen Urlaubsalltag schlendert. Der Dichter des Schweigens, der 1978 durch Tanger spaziert, in kurzen Hosen, barfuß in Sandalen: Im Storchenschritt über die Uferpromenade. Vorbei an verschleierten Frauen und Obstläden. Mit offenem Hemd und Umhängetasche. Im Gespräch mit seiner Frau. Die schöne beiläufige Vertrautheit dieses Paares, das durch Autolücken nach dem Verkehr späht, kupfern gebräunt von der marokkanischen Sonne. Durch diese Bilder werden andere Aspekte aus Becketts Persönlichkeit evoziert als durch die sonstigen, strengen Schwarzweißserien“ (Süddeutsche Zeitung). Der zweite Teil des Abends widmet sich François-Marie Baniers Roman „Balthazar, Sohn aus gutem Hause“, der vor zwei Jahren auf Deutsch (ebenfalls im Steidl Verlag) erschien: Die riesige Wohnung, in der Balthazar Klimpt mit seiner Familie in der Avenue Victor Hugo lebt, dient dem Vater als Lager für Antiquitäten: eine bedrohliche Ansammlung zum Verkauf stehender Möbel. Vom Vater wird Balthazar gequält, die Mutter interessiert sich nur für ihre Wohltätigkeitsveranstaltungen, und seine schlaue Schwester Capucine läßt keine Gelegenheit aus, ihn anzuschwärzen. Auch die liebenswerte Großmutter, die ihre Tage in heiterem Dämmer verbringt, und der stumme Hausangestellte sind ihm keine rechte Hilfe. – Doch Balthazar entzieht sich und macht, was er will.  Die Ausstellung „Beckett“ ist im Literaturhaus bis zum 30. Juni zu sehen, vor und nach den Abendveranstaltungen oder nach Anmeldung (0711/22 02 17 3). 4,509 €. 20 Uhr. Breitscheidstraße 4, 70174 Stuttgart.

6.4. --- Literaturhaus Lesung & Gespräch. Vorabend. Peter Kurzeck. Veranstaltungsreihe: RadioArt Literaturhaus. Moderation: Uwe Kossack. Seit Mitte der neunziger Jahre arbeitet Peter Kurzeck an dem großen autobiographisch-poetischen Projekt „Das alte Jahrhundert“. Die ersten vier Bände sind bereits erschienen: „Übers Eis“ (1997), „Als Gast“ (2003), „Ein Kirschkern im März“ (2004) und „Oktober und wer wir selbst sind“ (2007), alle im Stroemfeld Verlag. „Über das Autobiographische hinaus entsteht eine faszinierende Zeitgeschichte“ (Norbert Wehr im WDR). Nun erscheint der fünfte Band, „Vorabend“, der im Sommer 2010 von Peter Kurzeck im Literaturhaus Frankfurt öffentlich diktiert wurde. - „Im Jahr 1982 in Frankfurt-Eschersheim ein langes Wochenende im Herbst. Der Erzähler ist mit Frau und Kind bei Freunden zu Besuch. Vielleicht das letzte Wochenende, bevor die Freunde nach Südfrankreich ziehen. Der Erzähler ist müde. Will schlafen. Um ihn her der Nachmittag und die vertrauten Stimmen und dazu die Stimmen in seinem Kopf. Und dann muss er erzählen! Eine lange Reise. Und wir begleiten ihn in das Land seiner Kindheit. Das Oberhessen aus der Zeit nach dem Krieg und bis in die Siebziger Jahre. Gestern noch hier und jetzt ein versunkenes Land.“ Peter Kurzeck ist 1943 in Böhmen geboren, aufgewachsen in Staufenberg bei Gießen und lebt in Frankfurt am Main und in Uzès (Südfrankreich). Für sein literarisches Werk wurde Kurzeck mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, zuletzt mit dem Georg-Christoph-Lichtenberg-Preis 2007 und 2004 mit dem Preis der Literaturhäuser. In Zusammenarbeit mit SWR 2 (Sendetermin: 10. Mai, 22.05 Uhr). 4,50-9 €. 20 Uhr. Breitscheidstraße 4, 70174 Stuttgart.

7.4. --- Liederhalle Mozartsaal Lesung und Gespräch. Michel Houellebecq – „Karte und Gebiet“. Moderation: Jürgen Ritte. Deutsche Lesung: Felix Klare. Michel Houellebecq hat das Buch geschrieben, das niemand erwartet hätte: „Karte und Gebiet“ (Dumont), ein doppelbödiges, selbstironisches Vexierspiel. – Jed Martin ist Künstler. In seinen ersten Arbeiten stellt er Straßenkarten und Satellitenbilder gegenüber, zum Durchbruch verhelfen ihm jedoch Porträts. Einer der Porträtierten: „Michel Houellebecq, Schriftsteller“. Doch dann geschieht ein grausames Verbrechen: ein Doppelmord, verübt auf so bestialische Weise, dass selbst die hartgesottenen Einsatzkräfte schockiert sind. „La carte n'est pas le territoire, sagt man im Französischen. Die Landkarte, die Sie lesen, ist nicht das Land, das Sie sehen. Oder anders: Das Wort ist nicht das Ding, die Literatur ist nicht die Wirklichkeit. Michel Houellebecq hat unter dem Titel „La carte et le territoire“ einen durchaus maliziösen Künstlerroman geschrieben, einen Roman über Kunst und Wirklichkeit, Wahrheit und Illusion, und die schwindelerregende Beziehung zwischen beidem, in der der wirkliche Houellebecq den erfundenen Houellebecq schließlich zum Verschwinden bringt, ermorden lässt. Oder ist es vielleicht umgekehrt?“ - so der Pariser Literaturwissenschaftler Jürgen Ritte im WDR/Köln. Jürgen Ritte wird die Veranstaltung moderieren, die deutschen Passagen liest der Schauspieler Felix Klare. Für „La carte et le territoire“ wurde Michel Houellebecq mit dem Prix Goncourt 2010 ausgezeichnet. Die Abende in Berlin und Stuttgart sind die beiden einzigen Auftritte Houellebecqs in Deutschland. In Zusammenarbeit mit dem Institut Français de Stuttgart. 6-12 €. 20 Uhr. Berliner Platz 1-3 , 70174 Stuttgart.

7.4. --- Hospitalhof Lesung. David Schnarch – „Sexuelle Leidenschaft wieder wecken. Intimität und Verlangen“. „Sexuelle Leidenschaft wieder wecken. Intimität und Verlangen”. Wie Erotik und Sexualität wiederkehren, wenn beide Partner in ihrer Beziehung wachsen. Dr. David Schnarch, Klinischer Psychologe, gilt als der führende Sexualtherapeut in USA, wo er durch Publikationen, Rundfunksendungen und Vorträge einen hohen Bekanntheitsgrad erreicht hat. Er ist Direktor des „Marriage and Family Health Center” in Colorado. 20 Uhr. Büchsenstraße 33, 70174 Stuttgart.

11.4. --- Literaturhaus Lesung & Gespräch. Ben Lerner, Steffen Popp – „Die Lichtenbergfiguren“. „Die Lichtenbergfiguren“ (luxbooks 2011) des amerikanischen Dichters Ben Lerner sind eine unkonventionelle Sonett-Sammlung, die sich den Beziehungen zwischen Sprache und Erinnerung, zwischen der strukturierenden Form und entfesselter Gewalt widmet. Das Buch entlehnt seinen Titel den von Georg Christoph Lichtenberg entdeckten hochästhetischen farnartigen Mustern, die im Staub auf der Oberfläche einer geladenen Isolator-Platte entstehen. Es ist das gleiche Prinzip, das auch der Fotografie zugrunde liegt. Lichtenberg-Figuren erscheinen zudem auch für kurze Zeit auf vom Blitz getroffenen Körpern. Verspielt und elegisch zugleich ahmen die Gedichte die komplexen Gleichzeitigkeiten kontemporärer Kultur nach und analysieren diese mit den Mitteln von Wiederholung und Collage. Das Vokabular akademischer Diskussion kollidiert mit slang-nahen Wendungen, die Sprache des Alten Testaments trifft auf die des Internets. Gemeinsam mit seinem deutschen Übersetzer, dem Autor Steffen Popp, wird Ben Lerner im April der mit 15.500 € dotierten „Preis der Stadt Münster für Internationale Poesie“ verliehen. Von Steffen Popp, geboren 1978 in Greifswald, erschienen zuletzt der Gedichtband „Kolonie Zur Sonne“ sowie der Roman „Ohrenberg oder Weg dorthin“ (kookbooks). Ben Lerner, geboren 1979, stammt aus Topeka, Kansas. Er gründete die einflussreiche Literaturzeitschrift „NO: A Journal of the Arts“, lehrt am California College und lebt in Berkeley. Er ist der jüngste Lyriker, dessen Gedichtband je auf der Shortlist des National Book Award stand. 4,50-9 €. 20 Uhr. Breitscheidstraße 4, 70174 Stuttgart.

12.4. --- Literaturhaus Lesung und Gespräch. Friederike Roth – „Abendlandnovelle“. Gesprächspartner: Norbert Beilharz. „Es gibt bei Friederike Roth die Magie der Wörter. Hier findet die Verwandlung statt, die ich so oft bei anderen Texten vermisse, die Verwandlung der Welt, die Beschwörung von Liebe, Tod. Die Anfälle von Hoffnung. Und immer wieder den Schrecken dazwischen. Eine Dichterin.“ – schreibt Siegfried Unseld in sein Tagebuch. Mit „Abendlandnovelle“ (Suhrkamp 2010) setzt Friederike Roth eine Zäsur: Sie setzt neu an. Und zugleich thematisiert das Buch diesen Neubeginn, denn es handelt vom Wagnis, einen Anfang zu setzen im klaren Bewusstsein, dass jeder Anfang sein Ende immer schon mit sich führt, dass der erste Satz eines Textes zwangsläufig mit dem letzten Satz endet: „Im endlosen Anfangsgewirbel / dem riesigen Reservat aller Aufbruchsvisionen / aller Optionen auf alles / auf denkbar und undenkbar Mögliches / das bodenlose Entsetzen: / der einmal gemachte Schritt / verdirbt jeden anderen.“ Zwischen Anfang und Ende tauchen die ewig alten Fragen auf, „die handeln von Gott und der Welt / und dem Tod und der Liebe / von Leben Kunst Geld.“ Und was, wenn alle zwischen Anfang und Ende ausgespannten, ausgebreiteten, ausgemärten Geschichten, alle Lebens- und Textgeschichten, sich als Wiederholungen in endlosen Variationen erweisen? Wenn das Wagnis zum Schrecken wird vor den bekannten Zwangsläufigkeiten von Ereignisketten, vor deren Ende man vielleicht doch lieber stumm bliebe? „War immer schon / Zerstörung und Rekonstruktion / und Neukonstruktion und wieder Zerstörung / Menschenhandwerk, warum taugt es dann auch / für üppig nutzlose Schönheit?“ Wäre da nicht eben doch „eine Ahnung von Gelungenheit ohne Bedrohung … etwas wie blauer Himmel“, das uns mit unseren Sätzen weitertreibt dorthin, wo aber wieder „alle auf alle treffen“, wo Väter schreien, Mütter weinen, jeder jeden kennt und man sich doch ganz und gar fremd ist: „Nie wollte man dahin kommen / nie, und ist eben doch / immer schon mittendrin“. 4,50-9 €. 20 Uhr. Breitscheidstraße 4, 70174 Stuttgart.

14.4. --- Literaturhaus Lesung und Gespräch. Uwe Timm – „Freitisch“. Veranstaltungsreihe: Autor im Gespräch. Moderation: Wolfgang Niess. „Damit hatte er nicht rechnen können, ausgerechnet hier, am Mare Balticum, von seinem Vorleben eingeholt zu werden.“ Uwe Timm erzählt vom späten Wiedersehen zweier Männer, die in den frühen Sechzigern, noch vor dem großen Aufbruch, als Studenten in München ihren Weg suchten. Am Freitisch saßen sie mittags beieinander, in der Kantine einer spendablen Versicherung, und ihre Gespräche kreisten um Gott und die Welt und einen gemeinsamen Bezugspunkt: Arno Schmidt. Als sie sich in Anklam wiedertreffen, prallen zwei Lebensentwürfe aufeinander. Der Erzähler hat hier als Lehrer gearbeitet, Deutsch und Geschichte, und führt seit seiner Pensionierung ein Antiquariat. Der andere, Euler, damals Mathematiker mit literarischen Ambitionen, kommt als Investor und sondiert das Terrain, um eine Mülldeponie zu bauen. Beide helfen sich und der Erinnerung auf die Sprünge, geben Anekdoten zum Besten, zitieren ihre Lektüren und landen immer wieder bei dem Dritten im Bunde: Falkner, der damals schrieb, ohne jemals einen Text vorzuzeigen, und mittlerweile ein bekannter Schriftsteller ist. Und bei jener merkwürdigen Reise, die sie in die Heide, zu Arno Schmidts Grundstück führte. Wie man wurde, was man ist, und was man vielleicht hätte werden können – davon handelt Uwe Timms Novelle, die voller Anspielungen steckt und der existenziellen Frage nachgeht: Was lässt sich umsetzen von den Wünschen und Hoffnungen, mit denen man angetreten ist? 4,50-9 €. 20 Uhr. Breitscheidstraße 4, 70174 Stuttgart.

20.4. --- Literaturhaus Lesung und Gespräch. Adrienne Braun – „Von den Niederungen des Seins“. Gesprächspartnerin: Hannelore Schlaffer. „Darüber spricht man nicht“ - über den Tee in der Tastatur, über eingesaugte Socken oder Nachbarn mit Turbolaubbläser. Adrienne Braun schaut auf Dinge, die öffentlich nicht verhandelt werden, obwohl sie Leben und Laune maßgeblich beeinflussen. Es sind Episoden aus den Niederungen des Alltags, Anekdoten über Menschen, Marotten und Misslichkeiten. Doch hinter der Banalität steckt mehr als unterhaltsame Lektüre. Adrienne Braun leuchtet die menschliche Psyche aus und spürt Kleingeist und Großmannssucht auf, Eitelkeiten und Gemeinheiten - selbstverständlich auch bei sich selbst. Dabei geht es letztlich immer auch um Kommunikation und Sprache, Wortgeklingel, Phrasen, Neu- oder Bürokratendeutsch. Aus Sprichwörtern, Schlagertexten und Redewendungen liest sie den Zustand unserer Gesellschaft heraus. So schaut die Autorin ihren Mitmenschen „aufs Mundwerk, aufs Maul“ – und blickt mitunter direkt in ihre Seele. Da mag es manchmal düster sein, aber Adrienne Braun hat das probate Mittel gefunden, um die Höhen und Tiefen in den Griff zu bekommen: Witz und Frechheit. Nun ist aus Adrienne Brauns Kolumnen, die sich bei den Lesern der Stuttgarter Zeitung großer Beliebtheit erfreuen, ein Buch geworden, erschienen im Tübinger Verlag Klöpfer und Meyer: „Von den Niederungen des Seins“ oder „Tutti bikini capta sunt“. 4,50-9 €. 20 Uhr. Breitscheidstraße 4, 70174 Stuttgart.

Swinemünde (PL)

2.4. --- Bibliothek Lesung. Im Rahmen der Usedomer Literaturtage: Häusergeschichten. Zwischen Schlesien und Galizien. Literarische Matinee mit Olga Tokarczuk „Taghaus, Nachthaus“ und Sabrina Janesch „Katzenberge“. Zwei Autorinnen auf Reisen. Olga Tokarczuk ist Trägerin des wichtigsten polnischen Literaturpreises (Nike). In „Taghaus, Nachthaus“ spricht sie mit gänzlich neuen Akzenten über heikle historische Themen: „Ein Buch, in dem Historie, Mythologie, Einsicht und Erzählfreude auf höchst reizvolle Weise miteinander verschmelzen.“ (Die Zeit) Sabrina Janesch machte sich als Stadtschreiberin DANZIG 2009 und Stipendiatin des Deutschen Kulturforums östliches Europa einen Namen. „Katzenberge“ ist ihr erster Roman. Magisch, suggestiv und präzise erzählt sie von nicht vergehender Schuld, von unheimlicher Heimat und einer wagemutigen Reise nach Galizien. Moderation: Thomas Schulz, Wissenschaftlicher Mitarbeiter des Deutschen Kulturforums östliches Europa, Potsdam, sowie Dramaturg der Usedomer Literaturtage. 12 €. 13 Uhr. 600 Swinemünde.

Verden

28.4. --- Stadtbibliothek Lesung. Harald Martenstein – „Gefühlte Nähe“. Harald Martensteins neuer Roman besticht durch eine genaue Beobachtung des Paarungsverhaltens im ausgehenden 20. Jahrhundert. Er beschreibt 23 Männer in archetypischen Situationen, die eines gemeinsam haben: dieselbe Frau; eine Frau, die wir nur als N. kennenlernen. An ihrem Liebesleben und Lebenslauf reiht Harald Martenstein die unterschiedlichen Männer wie Verhältnisse auf – ein Roman in 23 Liebesabenteuern. Die Geschichten und Situationen ergänzen sich, zeigen Verhaltensmuster, ergeben eine Sittengeschichte im Privaten – aber sie sind vor allem eins: überraschend komisch und eigensinnig. 19 Uhr. Holzmarkt 7, 27283 Verden.

Versmold

6.4. --- Hauptschule Versmold Aula Lesung. Roger Willemsen – „Die Enden der Welt“. Auf fünf Erdteilen war Roger Willemsen unterwegs, um seine ganz persönlichen Enden der Welt zu finden. Manchmal waren es die großen geographischen: das Kap von Südafrika, Patagonien, der Himalaja, die Südseeinseln von Tonga, der Nordpol. Manchmal waren es aber auch ganz einzigartige, individuelle Endpunkte: eine Bahnstation in Birma, ein Bett in Minsk, ein Fresko des Jüngsten Gerichts in Orvieto, eine Behörde im kriegszerrütteten Kongo. Immer aber geht es in diesen grandiosen literarischen Reisebildern auch um ein Enden in anderem Sinn: um ein Ende der Liebe und des Begehrens, der Illusionen, der Ordnung und Verständigung. Um das Ende des Lebens – und um den Neubeginn. 20 Uhr. Schulstraße 14, 33775 Versmold.

Waiblingen

28.4. --- Kulturhaus Schwanen Lesung. Ralf Neubohn – „Short Stories and Poetry”. Ralf Neubohn serviert wieder live neues aus der Schreibwerkstatt des literarischen Kleeblattes. Für alle die nicht auf den gewöhnlichen kulturellen Mainstream stehen, gibt es Kurzgeschichten und Lyrik der besonderen Art. Es liest u.a. Dirk Werner. 19 Uhr. Winnender Straße 4, 71334 Waiblingen.

Wehr

14.4. --- Mediathek der Stadt Wehr Lesung. Markus Heitz – „Judastöchter“. Die Vampirin Sia ist das letzte der todbringenden Judaskinder – und zu allem bereit, um zu verhindern, dass der Fluch an Emma und Elena, ihre einzigen Nachfahren, weitergegeben wird. Als die beiden entführt werden, beginnt für Sia daher ein mörderischer Wettlauf mit der Zeit: Denn gelingt es ihr nicht, die unschuldige Frau und ihr Kind zu retten, könnten sie zu Töchtern des Judas werden. Und dann muss Sia die beiden töten …20 Uhr. Waldstraße 8, 79664 Wehr.

Weil am Rhein

7.4. --- Stadtbibliothek Lesung. Isabelle Müller – „Phönixtochter“. „Aus jedem Stein, den sie uns vor die Füße werfen, werden wir unseren Weg bauen.“ Das ist das trotzige Lebensmotto von Isabelle. Von Loan, ihrer lebenstüchtigen vietnamesischen Mutter hat sie den Willen, immer wieder Mut zu fassen und nach vorne zu blicken. Auch wenn das Leben fast unerträglich scheint. „Phönixtochter“ erzählt die Geschichte einer bemerkenswerten Frau, die sich vom Unglück nicht überwältigen lässt, die das Leben meistert und am Ende – trotz aller Schicksalsschläge – eine erfolgreiche Unternehmerin in Deutschland wird. 20 Uhr. Humboldtstraße 1, 79576 Weil am Rhein.

Weimar

15.4. --- Tourist-Information Lesung. Annegret Schüle – „Industrie und Holocaust“. Der industrielle Massenmord in Auschwitz wäre ohne die von der Erfurter Firma J. A. Topf & Söhne konstruierten Leichenverbrennungsöfen und deren Gaskammer-Lüftungstechnik nicht möglich gewesen. Annegret Schüle rekonstruiert die Geschichte dieser Firma und belegt die Mitwisser- und Mittäterschaft der Inhaber, Ingenieure und Monteure. Dargestellt wird, wie ein Thüringer Traditionsunternehmen, das in der Weimarer Republik Bestattungsöfen für städtische Krematorien entwickelte, zum direkten Auftragnehmer der SS wurde. Die Autorin fragt, wer diese Menschen waren, die in der Massenvernichtung eine technologische Herausforderung, eine Chance zur Gehaltssteigerung und einen zukunftsträchtigen Markt sahen. Wie war es möglich, dass sich in der Betriebsgemeinschaft kein Widerspruch regte und sogar Arbeiter aus dem kommunistischen Widerstand zu Mittätern wurden? Wie gingen die Beteiligten und die beiden Nachkriegsgesellschaften mit dieser Schuld um? 19.30 Uhr. Markt 10, 99423 Weimar.

Wiesbaden

8.4. --- Literaturhaus Villa Clementine Lesung. Peter Stamm – „Seerücken“. Peter Stamm erzählt ungeheuer kunstvoll und scheinbar so einfach von Leben, die nicht gelebt, die aufgeschoben, erinnert und schließlich verpasst werden. In lakonischen Sätzen und unauffällig stimmungsvollen Szenen findet er – leicht lesbar, aber schwer verdaulich – die kaum spürbaren Eruptionen, die sich im Rückblick als Erdbeben erweisen. Die Einsamkeit im gemeinsamen Urlaub. Ein verlassenes Hotel in den Bergen. Ein Mädchen im Wald. Ein Pfarrer, der die Vögel füttert. Die erste Liebe mit Gewicht. Peter Stamm zeigt sich auch in „Seerücken“ wieder als Meister der Kurzgeschichte. 20 Uhr. Frankfurt Straße 1, 65189 Wiesbaden.

12.4. --- Der Bücher Bauer Luisenforum Lesung. Michael Jürgs – „BKA Europol Scotland Yard – Die Jäger des Bösen“. Die Jäger des Bösen – die Mitarbeiter des Bundeskriminalamts und ihre Kollegen bei EUROPOL und Scotland Yard – kommen aus allen Berufen. Um das moderne Verbrechen zu besiegen, braucht es nicht nur Ermittler, Zielfahnder, Mobile Einsatzkommandos, sondern Techniker, Wissenschaftler, Psychologen. Im 21. Jahrhundert ist die Organisierte Kriminalität sowohl in der realen Welt als auch in der virtuellen des Internet zu einem globalen Geschäft geworden. Die Kriminellen haben aufgerüstet, aber ebenso die Polizei. Michael Jürgs recherchierte innerhalb und außerhalb des BKA den Wandel von der verstaubten Behörde zur Schaltstelle nationaler und internationaler Ermittlungsarbeit, studierte bei Scotland Yard, wie Verbrechen geographisch erfasst und als „Landkarten des Verbrechens“ gestaltet werden, und erfuhr bei EUROPOL, wie Terrorismus, Waffenhandel und Menschenschmuggel über alle Grenzen hinweg bekämpft werden. 19.30 Uhr. Kirchgasse 6, 65185 Wiesbaden.

Worpswede

16.4. --- Kunsthalle Netzel Autorenlesung. Kurt Drawert – „Idylle, rückwärts. - Gedichte aus drei Jahrzehnten“. Der Band Idylle, rückwärts versammelt das Beste aus Kurt Drawerts bisherigen Gedichtbänden sowie neue Gedichte. Nach seinem großen, von der Kritik hoch gelobten Roman „Ich hielt meinen Schatten für einen anderen und grüßte“ (2008) legt Kurt Drawert, der sich vor allem als Lyriker und Essayist auch international einen Namen gemacht hat und bereits jetzt zum Kanon der deutschen Literatur gehört, eine Auswahl seiner Gedichte aus drei Jahrzehnten vor. Ein wesentliches Thema der Gedichte ist, die Verlorenheit in der Welt als Verlust von Sprache zu beschreiben. Drawerts Lyrik, in der das Private allgemein und das Allgemeine privat wird, vermag die Beschaffenheit und Befindlichkeit einer Gesellschaft aufzuspüren, die sich in einem radikalen Veränderungs- und Anpassungsprozess befindet, dessen Ausgang offen ist. 19 Uhr. Bergstraße 17, 27726 Worpswede.

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30.4. --- Kunsthalle Netzel Lesung. Stefan Beuse – „Alles was du siehst“. Was sich in Stefan Beuses außerordentlich spannend und suggestiv geschriebenem neuen Roman „Alles was du siehst“ zunächst wie drei ganz verschiedene Erzählungen liest, wird zunehmend und immer raffinierter zu einer großen Geschichte über das Wesen der Identität und die geheimnisvollen Kräfte, die Menschen zueinanderfinden lassen. Mehr und mehr ergänzen sich die Teile zu einer einzigen Biografie. Aber wessen? Ein Ghostwriter und Biograf reist in ein US-Amerikanisches Universitätsstädtchen, um die Geschichte eines Mannes aufzuschreiben, von dem er bislang kaum mehr kennt als ein verschwommenes Foto. Ned, ein junger Mann, beobachtet heimlich ein Mädchen, zu dem er sich auf unerklärliche Weise hingezogen fühlt. Er kündigt seinen Job und widmet seine Tage fortan nur noch der Erforschung ihres Lebens. Bis er entdeckt wird und in Gefahr gerät. Die Zwillinge Aaron und Lia Singer, von ihrer Mutter vernachlässigt und von ihrem Vater missbraucht, flüchten in eine Welt der Geschichten und Bilder. Eines Tages fliehen sie tatsächlich: in die Wälder, zu einer Hütte an einem See, wo sie allein mit sich sind. Doch bald wird auch die Natur zur Bedrohung. 19 Uhr. Bergstraße 17, 27726 Worpswede.

 

 


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