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Literaturkalender für Deutschland / Oktober 2010

Von Anklam bis Wiesbaden - viele interessante Lesungen, Vorträge und Buchpremieren

© Die Berliner Literaturkritik, 29.10.10


Anklam

4.10. --- Aula des Lilienthal-Gymnasiums Lesung. Heinrich Hannover – „Reden vor Gericht“. Heinrich Hannover hat als Strafverteidiger Geschichte geschrieben. Hier sind Plädoyers aus dem Bereich des politischen Strafrechts wie dem der „nichtpolitischen“ Kriminalität zusammengestellt und zeitgeschichtlich eingeordnet. Etliche Verfahren haben aufgrund der Prominenz der Beteiligten große Beachtung gefunden. So die gegen Lorenz Knorr wegen „Beleidigung“ von Hitler-Generälen als Massenmörder (1964), gegen Daniel Cohn-Bendit wegen Sachbeschädigung (1968), gegen Karl Heinz Roth (1977) und Astrid Proll (1979 / 80), die trotz falscher Zeugenaussagen von Polizeibeamten von der Anklage des Mordes und Mordversuches freigesprochen wurden, und Hans Modrow (1993). Internationales Aufsehen erregte insbesondere der Prozess gegen einen SS-Funktionär wegen Beteiligung an der Ermordung von Ernst Thälmann im KZ Buchenwald. Hier vertrat Hannover die Nebenklage (1982 – 1987). Die CD mit Tonaufnahmen aus dem Gerichtssaal ist eine einmalige Dokumentation bundesdeutscher Justizpraxis und macht den jeweiligen Zeitgeist unmittelbar spürbar. 19 Uhr. Leipziger Allee 22 – 25, 17389 Anklam.

Badenweiler

7.10. --- Parkvilla-Hedwig Lesung. Marleen Stoessel – „Lob des Lachens“. Marleen Stoessels Essay ist ein Plädoyer für das Menschenrecht auf Humor. Der Humor und das Lachen sind Grundwerte menschlicher Zivilisierung und Kultur. Humor und Lachen sind Wesenszüge des Menschen, sind Signum menschlicher Freiheit und Souveränität. Als geistige Waffen werden sie zur höchsten und oftmals auch schwärzesten (Über-)Lebenskunst. Marleen Stoessels Essay ist eine Geschichte des Humors und zugleich eine amüsante Sammlung von Anekdoten und Aphorismen, von Geschichten und Sprüchen, in deren „wandernder Mitte“ der „Trickster“ erscheint, die in allen Kulturen wirkende Narrengestalt. Dieser Gestalt und ihrer humorbildenden Kraft folgt die Autorin quer durch Kulturen und Kulturgeschichte. Bei ihrer Spurensuche legt sie die konfliktlösenden Kräfte und die schelmischen Wurzeln des Humors frei. Das Wissen um die gemeinsamen Wurzeln erleichtert nicht nur das Verständnis und den Respekt für das Fremde, es zeigt mehr noch, wie das schelmische Erbe trotz aller Unterschiede eine gemeinsame (Humor-)Sprache ermöglicht, die in zahllosen Geschichten überliefert wird, die als „stille“ oder Flüsterpost von Ort zu Ort, von Land zu Land, von Kultur zu Kultur wandern und sich als das lachende „Dritte“ gegen eine Welt der puren Zweckmäßigkeit behaupten. 20 Uhr. Römerstraße 10, 79410 Badenweiler.

Bremen

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1.10. --- Busbibliothek Lesung. Schulbusgeschichte von Cornelia Funke - erzählt von Manfred, dem Busfahrer. Ort: Die Busbibliothek steht auf dem Schulhof der Grundschule an der Fischerhuder Straße. Wenn die Kinder der Klasse 2a der Grundschule Fischerhuder Straße am Freitag, 1. Oktober um 10.30 Uhr den Bücherbus der Stadtbibliothek betreten, erwartet sie eine Überraschung: Busfahrer Manfred (Manfred Boermann, Literaturexpress), natürlich in voller Busfahrermontur und mit allerlei spannenden Requisiten, wird den Kindern vom Ungeheuer Gagrobatz erzählen, das eines Tages mit einem Haps einen vollbesetzten Schulbus verschlingt - ob die Kinder sich wohl aus dem Ungeheuerbauch befreien können? 10.30 Uhr. Fischerhuder Straße, 28237 Bremen.

3.10. --- Zentralbibliothek. Sonderöffnungszeiten. Die Zentralbibliothek auch am Sonntag genießen! Anlässlich der Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit in Bremen ist die Zentralbibliothek am Sonntag, den 3. Oktober von 13 bis 18 Uhr geöffnet. Passend zum 20. Jahrestag der Wiedervereinigung ist im Wall-Saal der Zentralbibliothek die  Ausstellung „Grüße aus der DDR oder Der Alltag in einem verschwundenen Land“ zu sehen. Die Ausstellung mit Fotos des Rostocker Fotografen Siegfried Wittenburg kann schon von 10 bis 13 Uhr (Zugang außen über Am Wall) besichtigt werden. Von 13 Uhr an erfolgt der Zugang dann wie üblich über den Haupeingang der Zentralbibliothek. Die Sonntagszeitung im Lesegarten genießen, einen Krimi in der Krimibibliothek schmökern oder einen Besuch mit den Kindern in der Kinderbibliothek: An diesem Sonntag können alle Gäste die Zentralbibliothek in aller Ruhe genießen. Außerdem können Sie an diesem Sonntag Medien ausleihen und zurückgeben, im Internet surfen oder einfach nur in unseren Regalen stöbern. Oder Sie erstehen sich eines der zahlreichen Schnäppchen auf unserem Bücherflohmarkt. Wir freuen uns auf Ihren Besuch! Von 13 – 18 Uhr. Am Wall 201, 28195 Bremen.

6.10. --- Zentralbibliothek Lesung. Work in progress goes crime. Christiane Franke und Jürgen Alberts auf dem roten Sofa. Bei der von Stadtbibliothek und Literaturkontor organisierten Reihe „work in progress goes crime“ stellen Bremer KrimiautorInnen ihre neuesten Bücher vor und erarbeiten zudem - ausgehend von einem kleinen Plot - gemeinsam mit dem Publikum eine Skizze für eine Geschichte oder einen Roman. Am Mittwoch, den 6. Oktober nimmt die Wilhelmshavener Krimiautorin Christiane Franke Platz auf dem roten Sofa. Der Abend wird moderiert von Jürgen Alberts (Literaturkontor). Wenn man nach der Anzahl der Neuerscheinungen von Bremer und Bremerhavener KrimiautorInnen geht, sollte man denken, die friedliebende Heimat ist plötzlich zu einem hochgefährlichen Terrain geworden. Überall Mord und Totschlag. Im Jahre 2010 steht das rote Sofa der Krimibibliothek wieder in Flammen. Hier werden die AutorInnen nicht nur ihre neuesten Bücher vorstellen, sondern auch ausgehend von einem kleinen Plot ein kreatives Spiel veranstalten: Was kann man aus einer knappen skizzierten Idee entwickeln? Welche Blüten treibt ihre kriminelle Phantasie? Wie entwickeln die KrimiautorInnen ihre Geschichten. Zusammen mit dem Publikum und dem Moderator wird man im besten Sinne work in progress erleben können. Der eingeladene Gast wird nach der Diskussion eine Skizze für eine Geschichte oder gar einen Roman fertigen, die auf der Homepage des Bremer Literaturkontors zu lesen sein wird. Eintritt frei. 19 Uhr. Wall 201, 28195 Bremen.

24.10. --- Literaturcafé Ambiente Lesung. LiteraTour Nord. Christoph Peters – „Sven Hofestedt sucht Geld für Erleuchtung“. Moderation: Gerd Sautermeister. Nach seinem hochgelobten Roman „Mitsukos Restaurant“ jetzt ein Band mit bestechenden Erzählungen. In ihnen beweist Peters die ganze Bandbreite und Virtuosität seines Schaffens. Schon seit jungen Jahren sieht Sven Hovestedt aus, als führe er Sportwagen und schliefe mit reichen Erbinnen. Aber obwohl er gerne den abgeklärten Finanzjongleur gibt, gilt sein eigentliches Interesse etwas ganz anderem: Japan und der Philosophie des Zen. Als er sich verspekuliert und mit fünfundzwanzig kurz vor dem Offenbarungseid steht, hat Hofestedt denn auch gleich die passende Philosophie parat: „Geld kann auch ein Zen-Weg sein. Man muss es nehmen und loslassen. Geld bedeutet nichts.“ Doch dann wendet sich das Blatt, und Hofestedt wird plötzlich Millionär, um kurz darauf alles wieder zu verlieren – eine Wendung, die er mit stoischer Gelassenheit hinzunehmen scheint. Denn endlich scheint er reif genug zu sein für die buddhistische Erkenntnis der Leere und den Zen-Weg des Geldes. Er gibt seinen aufwendigen Lebensstil auf und wird von Tag zu Tag schmaler und asketischer. Bis er eines Tages bei einem Ausflug aufs Land ganz in der Leere der winterlichen Landschaft verschwindet. 5-7 €. 20Uhr. Osterdeich 69a, Bremen

27.10. --- Jacobs University Lesung. Autorenwerkstatt im Rahmen des „Literaturfestival Globale“. Irena Brežna, Milena Michiko Flašar, Abbas Khider und Ilja Trojanow - Moderation: Libuše Černá. 14 Uhr. Campus Ring 1, 28759 Bremen.

Bremerhaven

27.10. --- Deutsches Auswandererhaus Lesung. Lesung im Rahmen des „Literaturfestival Globale“. Irena Brežna und Abbas Khider - Moderation: Lore Kleinert. 19 Uhr. Columbusstraße 65, 27568 Bremerhaven.

Cottbus

19.10. --- Stadt- und Regionalbibliothek Lesung. Christian Friedrich & Ulf Jacob – „... ein Kind meiner Zeit, ein ächtes, bin ich...“. Buchpremiere des Tagungsbandes zur Pückler-Forschung. Persönlichkeit, Leben und Werk des Fürsten Hermann von Pückler-Muskau (1785-1871) erfreuen sich in den Wissenschaften eines wachsenden Interesses. Der nun vorliegende, im Berliner be.bra Verlag erschienene Band präsentiert die Ergebnisse der Veranstaltung. Ins Gespräch kommen Stiftungsdirektor Gert Streidt, die Herausgeber Christian Friedrich und Ulf Jacob sowie der Programmleiter und Lektor im be.bra Verlag, Dr. Robert Zagolla. Reservierung unter 0355/3 80 60-24. Eintritt: frei. 19.30 Uhr. Berliner Straße 13/14, 03046 Cottbus.

Darmstadt

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1.10. --- Evangelische Stadtkirche Lesung. 127./128 Lyrische Matinée. Heinrich Steinfest – „Batmans Schönheit“, Friedrich Ani – „Die Tat“, Valktrio „Shapes for Ornette“. 5-7 € (LyriKart für alle Veranstaltungen 30(25) Euro zzgl. VVK-Gebühr). 19 Uhr. Kirchstraße 11, 64283 Darmstadt.

2.10. --- Evangelische Stadtkirche Lesung. Britische Kriminacht. 129. Lyrische Matinée. Philip Sington – „Das Einstein-Mädchen“. 130. Lyrische Matinée: Matt Beyon Rees – „Der Tote von Nablus“; 131. Lyrische Matinée: Martin Walker – „Grand Cru“. 10-12 € (LyriKart für alle Veranstaltungen 30(25) Euro zzgl. VVK-Gebühr). 19 Uhr. Kirchstraße 11, 64283 Darmstadt.

3.10. --- Evangelische Stadtkirche Lesung. 132. Lyrische Matinée. Andreas Nohl – „Mark Twain, Tom Sawyer und Huckleberry Finn“ (Neuübersetzung). Andreas Nohl hat Twains Klassiker neu übersetzt, so nah am Original und flüssig lesbar wie noch nie. Die beiden epochemachenden Romane über Kindheit und Jugend, über das Leben in den Südstaaten, von Abenteuer und Alltag im Amerika das 19. Jahrhunderts lesen sich nun auch in der Übersetzung als das, was sie im Original sind: als Weltliteratur. 4-5 €. 11.30 Uhr. Kirchstraße 11, 64283 Darmstadt.

4.10. --- Evangelische Stadtkirche Lesung. 133./134. Lyrische Matinée. Frank Schulz – „Mehr Liebe. Heikle Geschichten“. Hans Ulrich Treichel – „Grunewaldsee“. Paul liebt Berlin, vor allem Westberlin, sofern man Westberlin lieben kann, wenn man in einer dunklen Hinterhofwohnung in Kreuzberg lebt. Und er liebt Maria, die Spanierin mit den graugrünen Augen und der Motorradjacke. Die beiden lernen sich in Málaga kennen, wo er als Sprachlehrer jobbt, während er auf eine Referendariatsstelle wartet. Maria, die angehende Ärztin, wird für ihn zur Liebe seines Lebens, und doch muss er sie bald verlassen: Sie ist verheiratet und erwartet ein Kind. Aber bei seinem Abschied aus Spanien ruft sie ihm nach: „Permanecemos juntos!“ – „Wir bleiben zusammen!“ Marias Versprechen soll kein leeres bleiben: Sie sehen sich wieder, in Deutschland. Von der Lobby des Münchner Hotels Vier Jahreszeiten aus brechen sie auf zu einer Reise, die freilich nur einen halben Tag dauert ... Auf einem olivenbestandenen Grundstück hoch über dem Meer in Südspanien und an den mit Hunde-Urin verseuchten Stränden rund um den Grunewaldsee verwickelt Bestsellerautor Hans-Ulrich Treichel seinen Helden in eine Liebesgeschichte, wie sie nur dieser Meister der heiteren Melancholie und des lakonischen Spotts erzählen kann: voller Abstürze und in höchstem Maß vergnüglich. 19.30 Uhr. Kirchstraße 11, 64283 Darmstadt.

5.10. --- Evangelische Stadtkirche Lesung. 135./136. Lyrische Matinée. Martin Mosebach – „Was davor geschah“. Adolf Muschg – „Sax“. 5-7 €. 19.30 Uhr. Kirchstraße 11, 64283 Darmstadt.

6.10. --- Evangelische Stadtkirche Lesung. 137./138. Lyrische Matinée. Peter Wawerzinek (Bachmannpreis 2010) –  „Rabenliebe“. Rolf Lappert – „Auf den Inseln des letzten Lichts“. 5-7 €. 19.30 Uhr. Kirchstraße 11, 64283 Darmstadt.

7.10. --- Evangelische Stadtkirche Lesung. 139.-143. Lyrische Matinée. SCHWEIZER BUCHPREIS 2010. Ein Abend mit den Nominierten. Die Nominierten des Schweizer Buchpreises 2010 präsentieren ihre aktuellen Bücher: Am Donnerstag, dem 7. Oktober 2010, versammeln sich die fünf Autorinnen und Autoren, deren Werke von der Jury auf die Shortlist gesetzt worden sind, in der Evangelischen Kirche in Darmstadt und geben einen Einblick ins eidgenössische Literaturschaffen der Gegenwart. Die beiden bisherigen Preisträger, Rolf Lappert („Nach Hause schwimmen“, Hanser, 2008) und Ilma Rakusa („Mehr Meer“, Droschl Literaturverlag, 2009) haben die Latte für den Preis hoch gelegt und lassen auch in diesem Jahr einiges erwarten. Der mit 50.000 Franken dotierte Schweizer Buchpreis ist die wichtigste Auszeichnung für Gegenwartsautorinnen und -autoren in der Schweiz. Eine unabhängige Fach-Jury prämiert das beste essayistische oder belletristische Werk einer Schweizer Autorin respektive eines Schweizer Autors. Der Preis wird am 14. November 2010 an der BuchBasel gemeinsam vergeben vom Schweizer Buchhändler- und Verleger-Verband SBVV und dem Verein Literatur Basel. 10-12 €. 19 Uhr. Kirchstraße 11, 64283 Darmstadt.

8.10. --- Evangelische Stadtkirche Lesung. Lyrikabend. 144. Lyrische Matinée: Dirk von Petersdorff – „Nimm den langen Weg nach Hause“. 145. Lyrische Matinée: Wolf Wondratschek – „Gedichten“. 146. Lyrische Matinée: Lars Gustafsson – „Auszug aus Xanadu“. Tango Transit spielt „Jazztango“. 10-12 €. 19 Uhr. Kirchstraße 11, 64283 Darmstadt.

9.10. --- Evangelische Stadtkirche Lesung. 8. KRIMINACHT – Wiener Blut & mehr. 147. Lyrische Matinée: Christian Mähr – „Alles Fleisch ist Gras“. 148. Lyrische Matinée: Ulrich Ritzel – „Beifang“ (Deutscher Krimi-Preis 2010). 149. Lyrische Matinée: Wilfried Steiner – „Bacons Finsternis“. 10-12 €. 19 Uhr. Kirchstraße 11, 64283 Darmstadt.

Düsseldorf

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7.10. --- Amtsgericht Lesung & Gespräch. Fred Breinersdorfer – „Ein Fall für Abel“. Thema des Abends ist diesmal der Neubau des Düsseldorfer Amts- und Landgerichtes an der Werdener Straße. Der Architekt Andreas Reichau präsentiert den Neubau und erläutert das Konzept; den literarischen Part übernimmt Fred Breinersdorfer, Schöpfer der auch verfilmten Krimireihe um den Anwalt Abel und Autor zahlreicher Tatort-Folgen. Mit dem Kinofilm Sophie Scholl – Die letzten Tage landete er einen Welterfolg. In dem anschließenden Gespräch, an dem auch Helmut Mayer vom Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW Düsseldorf und die Präsidentin des Oberlandesgerichtes, Anne-José Paulsen teilnehmen, werden die Besonderheiten des Baues, aber auch die Bedeutung für das Stadtviertel diskutiert. Der Eintritt ist frei, Anmeldungen sind dringend erbeten beim Literaturbüro unter Tel.: 0211-8284590 oder per Mail: mail@literaturbuero-nrw.de. 19.30 Uhr. Eingangshalle, Werdener Straße 1, 40227 Düsseldorf.

9.-10.10. --- Literaturbüro Prosawerkstatt mit Liane Dirks – „Schick den Helden auf einen Baum und setze ein Rudel Wölfe darunter“. Im Rahmen unseres Weiterbildungsprogrammes, das wir gemeinsam mit den anderen Literaturbüros in NRW organisieren, gibt die Kölner Autorin Liane Dirks am 2. Oktoberwochenende Hilfestellung beim Verfassen von Prosatexten. Wie entwickelt man eine Geschichte, was kommt zuerst, was zuletzt, und was wird besser ganz weggelassen? Und wie erzeugt man Spannung und gibt dem Text eine Form? Das Seminar ist leider schon ausgebucht. Information und Anmeldung Telefon 0211/8284590 mail[at]literaturbuero-nrw.de.  Bilker Straße 5, 40213 Düsseldorf.

11.10. --- Schloss Benrath Lesung. Bart Moeyaert – „Du bist da, du bist fort“. Zum 5. Mal finden in diesem Jahr die Jungen Literaturtage - Kopfweide statt: An den beiden ersten Herbstferientagen werden auf Schloss Benrath 60 Kinder und Jugendliche kreativ. In fünf Workshops werden Abenteuer- oder Kriminalgeschichten geschrieben, Comics gezeichnet, Drehbuchszenen entworfen oder Flaschenpostbriefe eingekorkt. Begleitet von AutorInnen/KünstlerInnen und einer Buchbinderin entstehen fantasievolle Mappen und Leporelli. Ab 10 Jahren. Anmeldung erforderlich (Tel. 0211-8284591). 3-5 €. Benrather Schloßallee 100 – 106, 40597 Düsseldorf.

13.10. --- Heine Haus Lesung. Schweizer Buchpreis 2010. Melinda Nadj Abonji und Urs Faes. Zwei Autoren aus der Shortlist lesen. Zwei Autoren von der Shortlist des Schweizer Buchpreises stellen im Heine Haus ihre Werke vor und gewähren einen Einblick ins eidgenössische Literaturschaffen der Gegenwart. Am 23. September hat die Jury des Schweizer Buchpreises die Shortlist der Nominierten bekannt gegeben und benennt damit jene fünf Autoren, die in der engeren Wahl sind. Mit Melinda Nadj Abonji und Ihrem Titel “Tauben fliegen auf” (Jung und Jung Verlag) ist eine Autorin nominiert, die soeben mit dem Deutschen Buchpreis 2010 ausgezeichnet wurde. Der mit 50.000 Franken dotierte Schweizer Buchpreis ist die wichtigste Auszeichnung für Gegenwartsautorinnen und -autoren in der Schweiz und wird am 14. November zum dritten Mal verliehen. Begrüßung durch das Schweizer Generalkonsulat Düsseldorf. Moderation: Martin Krumbholz (Journalist u.a. NZZ) und Rudolf Müller (Heine Haus). 6-8 €. 19.30 Uhr. Bolkerstraße 53, 40213 Düsseldorf.

14.10. --- Literaturbüro Lesung. Ariel Magnus – „Ein Chinese auf dem Fahrrad“. Magnus führt seine Leser in die Wunderwelt chinesischer Miniläden, ins Chinatown von Buenos Aires, und ist eine der witzigsten Liebeskomödien der letzten Zeit. Ariel Magnus, der für das Buch den bedeutenden Literaturpreis „La otra orilla“ erhielt, spielt souverän mit allen Klischees über Argentinier und Chinesen, und bietet neben einer intelligenten und unterhaltsamen Geschichte gleich auch Nachhilfe in kultureller Verständigung. 3-5 €. Bilker Straße 5, 40213 Düsseldorf.

19.10. --- Zentralbibliothek Lesung. Héctor Dante Cincotta – „Das Alter der Wolken“. Argentinien ist auch Thema des Oktobertermins in der Reihe Frisch gepresst: Vera Gerling, die für ihre Arbeit in diesem Jahr den Förderpreis der Stadt Düsseldorf erhält, stellt in der Zentralbibliothek ihre Übersetzung der Gedichte des Staatspreisträgers Héctor Dante Cincotta vor. 18 Uhr. Bertha-von-Suttner-Platz 1, 40227 Düsseldorf.

26.10. --- Literaturbüro Lesung. Sabine Küchler – „Was ich im Wald in Argentinien sah“. Ein drittes Mal geht es im Literaturbüro nach Argentinien: Die Kölner Autorin Sabine Küchler wurde von einer deutschen Kulturinstitution eingeladen, mit einer Fotografin und einem Philosophen den argentinischen Nebelwald zu erkunden. Ausstaffiert mit einer ganzen Outdoor-Kollektion lässt sie sich auf das Abenteuer ein; von ihren Erfahrungen erzählt sie in dem Buch Was ich im Wald in Argentinien sah, und für die Beschreibung dieser sehr besonderen Reise hat sie einen eigenen und originellen Ton gefunden. Ein ungewöhnliches Reisebuch und ein sehr besonderer Blick auf das südamerikanische Land! 3-5 €. 19.30 Uhr. Bilker Straße 5, 40213 Düsseldorf.

Essen

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15.10. --- Hauptbahnhof Literarische Nachtfahrt. Melez Festival. Im Rahmen des „Melez Festival“ im Melez-Zug literarische Nachtfahrt von Essen über Geisenkirchen nach Essen in historischen S-Bahnwagen. Es lesen Abbas Khider und Marica Bodrozic. 19 Uhr. Abfahrt Essen Hauptbahnhof.

Frankfurt am Main

3.10. --- Christuskirche Preisverleihung. Die argentinische Autorin Claudia Piñeiro erhält für ihren Roman „Elena weiß Bescheid“ den diesjährigen LiBeraturpreis. Der LiBeraturpreis wird in diesem Jahr zum dreiundzwanzigsten Mal vergeben. Die Autorin wird den Preis in der Christuskirche auf dem in Frankfurt entgegen nehmen. 16 Uhr. Beethovenplatz, 60325 Frankfurt am Main.

5.10. --- Instituto Cervantes Lesung. Damián Tabarovsky – „ Medizinische Autobiographie”. Einer der unterhaltsamsten unter den neueren lateinamerikanischen Autoren und sein Patient: Dami, Marketingspezialist in Buenos Aires, will die Spitze der Karriereleiter erklimmen und den globalisierten Turbokapitalismus befeuern. Dumm nur, dass sich immer, wenn es losgeht, der schrecklich unberechenbare eigene Körper einmischt: Augen, Bandscheiben, Magengeschwür, Allergien etc. – Dami ist eben doch ein gewöhnlicher Mensch, obwohl er gern das Gegenteil wäre. Ein sehr komisches, sehr kluges Buch, das sich mit Lust am Paradox dem Erscheinungsbild des modernen Stadtmenschen widmet: entwurzelt, ehrgeizig, krank und alles andere als perfekt. Moderation: Corinna Santa Cruz. 4-5 €. 19 Uhr. Staufenstraße 1, 60323 Frankfurt am Main.

5.10 --- Literaturhaus Lesung. Claudia Piñeiro – „Elena weiß Bescheid. Moderation: Thomas Brückner / Lesung der deutschen Texte: Birgitta Assheuer. Die LiBeraturpreisträgerin 2010 Claudia Piñeiro erzählt in ihrem kurzen Roman „Elena weiß Bescheid“ die unendliche Geschichte von Liebe und Hass, von Leben, Krankheit und Tod - und vom Wissen und Unwissen darum. Wir wissen mit dem ersten Kapitel, dass die 63jährige Elena schwer an Parkinson erkrankt ist. Und als ob das nicht schon genug wäre, erhängt sich die  einzige und sie pflegende Tochter Rita im Glockenturm. Elena aber ist überzeugt, dass Rita ermordet wurde. Und weil ihr weder Pfarrer, Arzt noch Kommissar Glauben schenken, macht sie sich - und der Leser mit ihr - auf einen Weg, der der Schwerkranken die letzte Lebenskraft rauben könnte. Denn Elena muss Isabel sehen, deren Lebensweg sich vor zwanzig Jahren nur für wenige Stunden mit dem von Rita kreuzte, und bei der Elena, so meint diese zu wissen, noch etwas gut hat. Mehr wissen wir nicht. Genau wie Elena. Und doch, beim zweiten Lesen merken wir, dass wir mehr hätten wissen können - wie Elena auch. So entpuppt sich der Roman „Elena weiß Bescheid“ nicht nur als eine bewegende Geschichte dreier Frauen, sondern vor allem als ein tiefsinniges, tragisches Spiel um die Frage, was wir eigentlich wissen wollen, wenn es um die Liebe und den Hass, das Leben und den Tod geht. 20.30 Uhr. Schöne Aussicht 2, 60311 Frankfurt am Main.

6.10. – 8.10. --- Literaturhaus OPEN BOOKS. Sascha Lobo, Andreas Maier, Alain Claude Sulzer u. a. Es sind die zweiten Open Books, die Frankfurt am Main erlebt. Und es sieht ganz so aus, als fühle sich die Buchmesse wohler denn je in dieser Stadt. Jetzt, da Open Books expandiert, hinaus in die Häuser, so jedenfalls auch in das Literaturhaus. Open Books bringt über 160 Veranstaltungen in fünf Tagen. Die Frankfurter Verlagsanstalt, Rowohlt, Suhrkamp oder auch die Zeitschriften sprachgebunden, Edit und Bella triste gastieren im Literaturhaus. Eintritt frei. Ab 17 Uhr. Schöne Aussicht 2, 60311 Frankfurt am Main.

6. – 10.10. Frankfurter Buchmesse

6.10. --- 3sat Lesung mit Gespräch. Marica Bodrožic – „Das Gedächtnis der Libellen“. Mit bewundernswerter Konsequenz erzählt Marica Bodrožic von einer ebenso unbedingten wie widersprüchlichen Liebe. Und von einer Frau, die Abschied nehmen muss von ihren Illusionen über ihre Beziehung zu einem verheirateten Mann. Und die sich fragen muss, wer sie am Ende ohne ihre Liebe ist. 10 Uhr. Halle 4.1, Stand Q561. Messegelände, Ludwig-Erhard-Anlage 1, 60327 Frankfurt am Main.

6.10. --- 3sat Kulturzeit Gespräch. 3sat Kulturzeit: María Sonia Cristoff im Gespräch mit Tina Mendelsohn. 12 Uhr. Stand, Halle 4.1, Stand Q561. Messegelände, Ludwig-Erhard-Anage 1, 60327 Frankfurt am Main.

6.10. --- Lesezelt Lesung mit Gespräch. Judith Zander – „Dinge, die wir heute sagen“. Judith Zander lässt drei Generationen zu Wort kommen. Sie erzählt mit ungeheurer Sprachkraft von einem verschwiegenen Ort im Nordosten Deutschlands, von Provinz und Alltag, von Freundschaft und Verrat, vom Leben selbst. 13 Uhr. Agora, Lesezelt. Messegelände, Ludwig-Erhard-Anlage 1, 60327 Frankfurt am Main.

6.10. --- 3sat Lesung mit Gespräch. Michael Hagner – „Der Hauslehrer: Die Geschichte eines Kriminalfalls. Erziehung, Sexualität und Medien um 1900“. Moderation: Tina Mendelsohn. Im Oktober 1903 findet in Bayreuth ein aufsehenerregender Kriminalprozess statt. Der 23jährige Jurastudent Andreas Dippold ist angeklagt, als Hauslehrer seine beiden Schüler körperlich so sehr gezüchtigt zu haben, dass einer der Jungen an den Folgen der Misshandlung starb. Der Hauslehrer beharrt auf der Rechtmäßigkeit seines Tuns, weil sich seine Zöglinge dem Laster der Onanie hingegeben hätten. Die großbürgerlichen Eltern – der Vater steht an der Spitze der Deutschen Bank – setzen alle Einflusshebel in Bewegung, um den Angeklagten als gemeingefährlichen Sexualstraftäter hinzustellen. Das Gericht bewahrt sich seine eigene Sicht und verurteilt Dippold zu acht Jahren Zuchthaus. Es folgt ein Aufschrei der Empörung, Prozessbeobachter und die breite Öffentlichkeit sind ob des aus ihrer Sicht zu milden Urteils entsetzt. Eine erregte Auseinandersetzung in den Zeitungen des Kaiserreichs beginnt, an der sich auch angesehene Publizisten wie Maximilian Harden beteiligen. 14.30 Uhr. Halle 4.1, Stand Q561. Messegelände, Ludwig-Erhard-Anlage 1, 60327 Frankfurt am Main.

6.10. --- Verbrecher Verlag Lesung. Nino Haratischwili – „Juja“. Beruhend auf einer wahren Geschichte stellt die erfolgreiche Theaterautorin Nino Haratischwili in ihrem ersten Roman die Frage nach Authentizität. Das Buch „Die Eiszeit“ von Jeanne Saré wird in den Siebziger Jahren ein großer Verkaufserfolg, vor allem in feministischen Kreisen. Das hasserfüllte Buch der jugendlichen Selbstmörderin Saré animiert mehrere Leserinnen zum Suizid. Nun, in der Jetztzeit, macht sich eine Kunstwissenschaftlerin in Paris auf die Suche nach Saré. Was hat der Verleger des Buches, ein frauenhassender älterer Herr mit Saré zu tun? Wer war Jeanne Saré eigentlich? Warum gibt es keine Zeugnisse? Und wie konnte das Buch derart wirken? Nino Haratischwili verknüpft geschickt mehrere Erzählstränge in diesem Roman, und beschreibt auf schwindelerregende Weise, welche Bedeutung das Reale und das Irreale für das soziale Leben haben können. 14 Uhr.

6.10. --- Verbrecher Verlag Lesung. Frederic Valin – „Randgruppenmitglied“. Geschichten über Kranke, Psychotiker, Gescheiterte und Ausgeschlossene – es sind Geschichten von kleinen Leuten, Figuren vom Rand der Gesellschaft, die Frédéric Valin interessieren. Mit einem feinen Hang zur Ironie, doch nie ohne Empathie erzählt Valin von den Schicksalen der Randgruppenmitglieder. „Man hat schon das Bedürfnis, sie in den Arm zu nehmen, aber das will sie nicht, nie. Es wäre auch unprofessionell, klar, aber wenn sie dasitzt, verspüre ich einen Impuls, sie in den Arm zu nehmen und irgendwas zu flüstern. Irgendwas Erlogenes. Dass alles wieder wird und es nicht so schlimm ist und, ja. Doch wenn ich in ihre Nähe komme, denk ich immer, wenn sie ein Beil hätte, würde sie’s mir in den Oberschenkel hacken.“ 17 Uhr. Halle 4.1, Stand D128. Messegelände, Ludwig-Erhard-Anage 1, 60327 Frankfurt am Main.

6.10. --- literadio Lesung. Ilse Helbich – „Fremde“. Buchpräsentation mit Marius Gabriel. Die Fremde das ist der Ort, den wir (noch) nicht kennen, ein Ort, der sowohl verführerisch als auch beängstigend wahrgenommen wird, und dessen Eroberung wir vorzugsweise der Literatur überlassen, die diese Erkundungen stellvertretend für uns durchführt. Ilse Helbich hat mit Fremde einen Erzählungsband geschrieben, der mit dem Blick der 87jährigen die Fremde, aber auch das Fremde vermisst: es sind Geschichten, die zusammengenommen die Stationen eines Lebens abtasten, ohne wirklich autobiographisch zu sein. Rätsel und Traumata der Kindheit, beängstigende Begebenheiten auf dem Weg zum Erwachsenwerden, Familie und Partnerschaft, und am Schluss das Alter in all dem werden wir immer wieder mit Fremdem rund um uns, aber auch in uns konfrontiert. Ilse Helbich macht aus diesen so allgemeinen Themen ganz unverwechselhaft eigene, kraftvolle, farbige Erzählungen, die niemanden unberührt lassen, da sie, jenseits der Idylle und der Kette von Verlusten andererseits, mit der illusionslosen Klarsichtigkeit des Alters geschrieben sind, die nicht einmal mehr der Tapferkeit bedarf.15 Uhr. Halle 4.1, Stand B115. Messegelände, Ludwig-Erhard-Anage 1, 60327 Frankfurt am Main.

6.10. --- Die Zeit Lesung. Sascha Lobo – „Strohfeuer“, Diskussion mit Ijoma Mangold. Tausche Seele gegen Erfolg. Sascha Lobos packender Debütroman über die Lebensgier in den Zeiten der New Economy. „Der Croupier warf die Kugel in den Kessel, schaute mich aufmunternd an und sagte: „Rien ne va plus.“ Es fiel die 23. In diesem Moment war ich vollends überzeugt, dass sich gerade mein Schicksal entschied – mit dem Agenturverkauf, mit dem vielen Geld, das wir bekommen würden, mit Lena, irgendwie auch mit Sandra, mit meinem Leben. Das Schicksal war auf meiner Seite.“ 16 Uhr. Halle 3.1, Stand D101. Messegelände, Ludwig-Erhard-Anage 1, 60327 Frankfurt am Main.

6.10. --- Frankfurter Kunstverein Lesungen. Viktoras Pivonas – „Talisman“ und Alina Bronksy – „Die schärfsten Gerichte der tartarischen Küche“ beide 17 Uhr. Peter Prange – „Himmeldiebe“. 18.30 Uhr. Steinernes Haus am Römerberg, Markt 44, 60311 Frankfurt am Main.

6.10. --- Literaturhaus Lesungen. Jörg Reckmann – „Bärlinger Split“; 17 Uhr. Michael Kleeberg – „Das amerikanische Hospital“; 18.30 Uhr. „sprachgebunden“, Edit und BELLA triste stellen Autoren der Zeitschriften vor, es lesen Johanna Maxl, Kevin Kuhn und Axel von Ernst; 20 Uhr. Schöne Aussicht 2, 60311 Frankfurt am Main.

6.10. --- Café ExZess Lesung. Tadzio Müller – „Grüner Kapitalismus“: Sind Kapitalismus und Ökologie miteinander vereinbar? 19.30 Uhr. Leipziger Straße 91, 60313 Frankfurt am Main.

6.10. --- Studiobühne Lesung. Ricarda Junge – „Die komische Frau“. Geister oder die Schatten der Vergangenheit? Ein Haus nahe der Berliner Karl-Marx-Allee, durch das der Atem der Geschichte weht, eine junge Frau, die mit der Vergangenheit konfrontiert wird, als ihre Gegenwart aus den Fugen gerät, und ein kleiner Junge, dessen Phantasien immer realer werden. Lena und Leander ziehen mit ihrem Sohn von Hamburg nach Berlin in einen der stalinistischen Prachtbauten nahe der Karl-Marx-Allee. In diesen Häusern, einst verdienten Kommunisten vorbehalten, sind auch Jahre nach der Wiedervereinigung die alten Strukturen und Seilschaften noch lebendig.; 20 Uhr. Mousonturm, Waldschmidtstraße 4, 60316 Frankfurt am Main.

7.10. --- ARTE-Stand Gespräch. Autoren im Gespräch“: María Sonia Cristoff und Rayk Wieland. Moderation: Sabine Erlenwein, Goethe-Institut, München. 11 Uhr. Westfoyer Halle 3.1, Messegelände, Ludwig-Erhard-Anlage 1, 60327 Frankfurt am Main.

7.10. --- Client’s Lounge Podiumsdiskussion. „Unabhängige Verlage: Realität oder Utopie?“. Ein Erfahrungsaustausch zwischen Argentinien und Europa. Mit Adriana Astutti (Editorial Beatriz Viterbo, Argentinien), Valeria Bergalli (Verlag Minúscula, Spanien), Daniela Seel (Kookbooks, Deutschland), Marco Cassini (Minimumfax, Italien). Moderation: Damián Tabarovsky. 11 Uhr. Messegelände, Ludwig-Erhard-Anlage 1, 60327 Frankfurt am Main.

7.10. --- 3sat Lesung mit Gespräch. Bret Easton Ellis – „Imperial Bedrooms“. Der neue Roman von Bret Easton Ellis: ein Wiedersehen mit alten Freunden, die längst ärgste Feinde geworden sind. Der gefeierte Drehbuchautor Clay kehrt nach fünfundzwanzig Jahren nach Los Angeles zurück. Seine Freunde, mittlerweile alle Mitte vierzig, scheinen gesettelt, doch hinter der schicken Fassade herrschen immer noch Neid, Feindschaft und Verrat …. 12 Uhr. Halle 4.1, Stand Q561. Messegelände, Ludwig-Erhard-Anlage 1, 60327 Frankfurt am Main.

7.10. --- Die Zeit Lesungen. Sofi Oksanen – „Fegefeuer“, Gespräch mit Susanne Mayer. 13 Uhr. Judith Zander – „Dinge, die wir heute sagen“, Gespräch mit Inge Kutter. 14.30 Uhr. Halle 3.1, Stand D101. Messegelände, Ludwig-Erhard-Anage 1, 60327 Frankfurt am Main.

7.10. --- Blumenbar Lesung. Ingo Niermann – „Deutscher Sohn“ von Ingo Niermann/Alexander Wall, „Pop-Roman über die Kriegs-Heimkehrer unserer Tage“ (SZ). Der invalide Afghanistanheimkehrer Toni lebt mit einer offenen Wunde im ehemaligen Zonenrandgebiet Niedersachsens. Sein Tagesablauf wird bestimmt von Verbandswechseln und schmerzlindernden Opiaten, Web-Porno, Traumatherapie und psychedelischen Alpträumen. Seine Freunde in der Nachbarschaft sind sympathische Messies, und die höchste Erhebung weit und breit ist ein Müllberg. Sein Leben ändert sich, als er die 19-jährige Helen kennenlernt, und sie sich gemeinsam in immer extremeren Sextechniken erproben. Zugleich wird er von einer heidnischen Sekte zum Heilsbringer erklärt. 15 Uhr. Halle4.1, Stand D128. Messegelände, Ludwig-Erhard-Anage 1, 60327 Frankfurt am Main.

7.10. --- Stand Argentinien Podiumsdiskussion. „Der Übersetzer als Agent: Berufung und Beruf. Der Übersetzer als treibende Kraft, Scout, Vermittler und Verhandlungspartner. Die Rolle des Verlegers/Übersetzers: Die Relevanz der staatlichen Kulturpolitik für das Übersetzungswesen.“ Mit Nicolás Gelormini (Argentinien), Dagmar Ploetz (Deutschland), Heinrich von Berenberg (Deutschland). Moderation: Carla Imbrogno. 16 Uhr. Messegelände, Ludwig-Erhard-Anlage 1, 60327 Frankfurt am Main.

7.10. ---Schöffling & Co. Sascha Reh – „Falscher Frühling" erzählt von einer Nacht, in der der Alltag dreier Menschen auseinander bricht, und von einer Begegnung, die sie wieder zu einer Familie macht. 16 Uhr. Halle4.1, Stand D128. Messegelände, Ludwig-Erhard-Anage 1, 60327 Frankfurt am Main.

7.10. --- Literaturhaus Lesungen. Hansjörg Schertenleib – „Cowboysommer“; 17 Uhr. Burkhard Spinnen – „Auswärtslesen“; 18.30 Uhr. Sascha Lobo – „Strohfeuer“; 20 Uhr. Schöne Aussicht 2, 60311 Frankfurt am Main.

7.10. --- Schauspielhaus Lesung. Herta Müller – „Atemschaukel“. Moderation: Felicitas von Lovenberg (F.A.Z.). Zwischen 1945 und 1950 wurden Rumäniendeutsche von den Sowjets zum „Wiederaufbau“ in Arbeitslager verschleppt. Zu den Verschleppten zählte auch der damals neunzehnjährige und spätere Autor Oskar Pastior. Ebenfalls von den Deportationen überschattet wurde die Lebensgeschichte der in Siebenbürgen geborenen Schriftstellerin Herta Müller, deren Mutter Zwangsarbeit leisten musste. Im Jahr 2004 begaben sich Müller und Pastior gemeinsam zu den historischen Stätten in die heutige Ukraine, um dem Vergangenen nachzuspüren. Auf Grundlage dieser Reise und Gesprächen mit Pastior und anderen Zeitzeugen entstand der Roman „Atemschaukel“ (C. Hanser), der mindestens für das angebrochene Jahrzehnt zu den herausragenden Büchern gehören dürfte. Müllers Auftritt im vergangenen November entfiel. Hier nun also ist sie: die Nobelpreisträgerin 2009 in Lesung und Gespräch, zusammen mit Felicitas von Lovenberg. 8-16 €. 19.30 Uhr. Neue Mainzer Straße 17, 60311 Frankfurt am Main.

8.10. --- Ehrengastpräsentation Argentinien Gespräch. Frauen und Macht in zweihundert Jahren argentinischer Literatur, Gespräch mit Graciela Aráoz, Silvia Plager, Ana María Shua und Elsa Drucaroff. 9.30 Uhr. Forum, Ebene 1. Messegelände, Ludwig-Erhard-Anlage 1, 60327 Frankfurt am Main.

8.10. --- 3sat Lesungen. Ferdinand von Schirach – „Schuld“. Moderation: Tina Mendelsohn. 10 Uhr. Thomas Hettche – „Die Liebe der Väter“. 11 Uhr. Halle 4.1, Stand Q561. Messegelände, Ludwig-Erhard-Anlage 1, 60327 Frankfurt am Main.

8.10. --- AZUBIBISTRO Lesung. Anne Köhler – „Nichts werden macht auch viel Arbeit“, Kolumnen über die Realität von Nebenjobs. 11.30 Uhr. Halle 4.0, Stand A1332. Messegelände, Ludwig-Erhard-Anlage 1, 60327 Frankfurt am Main.

8.10. --- arte Gespräch. Ayşe Kulin – „Der schmale Pfad“. Ein Frauenroman wagt den türkisch-kurdischen Dialog. Gespräch mit Sibylle Thelen. Zum Buch: Die Journalistin Nevra Tuna steckt in einer privaten und beruflichen Krise. Ihre ganze Hoffnung setzt sie auf ein Interview mit der inhaftierten kurdischen Politikerin Zelha Bora, das ihre Karriere retten soll. Doch zwischen den beiden Frauen, deren Lebensverhältnisse unterschiedlicher nicht sein könnten, stehen nur Vorurteile und Vorwürfe.12Uhr. Halle 3.1, Foyer West. Messegelände, Ludwig-Erhard-Anlage 1, 60327 Frankfurt am Main.

8.10. --- Frankfurter Rundschau Gespräch mit Félix Bruzzone. 12.30 Uhr. Stand A 168, Halle 3.0. Messegelände, Ludwig-Erhard-Anlage 1, 60327 Frankfurt am Main.

8.10. --- Die Zeit Lesung mit Diskussion. Ruth Klüger – „Was Frauen schreiben“, Gespräch mit Iris Radisch. Zum Buch: „Frauen lesen anders“ - das behauptete die große Schriftstellerin Ruth Klüger in ihrem berühmten Buch. Nun geht sie der Frage nach, ob Frauen auch anders schreiben. Werfen sie einen „Blick aufs Leben durch anders geschliffene Gläser“? Antwort sucht sie in Werken von so unterschiedlichen Autorinnen wie Herta Müller und Nadine Gordimer, Erika Mann und J. K. Rowling, Slavenka Drakulic, Doris Dörrie, Margaret Atwood und vielen anderen. Ruth Klügers Kanon: Eine Literaturgeschichte aus Sicht der Frau.12.30 Uhr. Halle 3.1, Stand D101. Messegelände, Ludwig-Erhard-Anage 1, 60327 Frankfurt am Main.

8.10. --- 3sat Lesungen. Alexander Osang – „Königstorkinder“. Moderation: Jochen Werner. 14 Uhr. Frederic Beigbeder – „Ein französischer Roman“. Moderation: Tina Mendelsohn. 16.45 Uhr. Halle 4.1, Stand Q561. Messegelände, Ludwig-Erhard-Anlage 1, 60327 Frankfurt am Main.

8.10. --- Schweizer Buchhändler- und Verleger-Verband Nominierte Autoren des Schweizer Buchpreises 2010 im Gespräch mit Martin Walker. 15 Uhr. Halle 4.1, Stand A106. Messegelände, Ludwig-Erhard-Anlage 1, 60327 Frankfurt am Main.

8.10. --- kookbooks Lesung. Annika Scheffel – „Ben“. Debütroman, „ein wunderschön lyrisch erzähltes Plädoyer für die Langsamkeit, die Detailsicht und das Aushalten der Einsamkeit“ (Anja Kümmel in der BLK). Moderation: Tina Mendelsohn. 16 Uhr. Halle 4.1, Stand D128. Messegelände, Ludwig-Erhard-Anlage 1, 60327 Frankfurt am Main.

8.10. --- Schauspielhaus Lesung. Jonathan Franzen – „Freiheit“. Lange erwartet, nun zugleich in den USA und hier erscheinend. „Freiheit“ (deutsch von Bettina Abarbanell und Eike Schönfeld) ist Franzens Epos um jenes Gefühl, für das wir alles aufgeben, sogar Versprechen, Formen der Sicherheit, bisweilen Gesetze, mitunter Moral. Und Franzens „Freiheit“ (Rowohlt) ist wie jeder große Familienroman auch ein Geschichtsroman seiner Zeit. Hier des Amerikas der letzten dreißig Jahre. Ein rarer Abend mit Franzen – unplugged gewissermaßen. Wir verzichten auf Moderation und Vorleser. Jonathan Franzen, der einst in Berlin studierte, liest auf Deutsch und Englisch und unterhält sich mit seinem Publikum endlich einmal selbst. 8-16 €. 19.30 Uhr. Neue Mainzer Straße 17, 60311 Frankfurt am Main.

8.10. --- Literaturhaus Lesungen. Galiani Berlin: Alain Claude Sulzer – „Zur falschen Zeit“. 17 Uhr. Andreas Maier – „Das Zimmer“; 18.30 Uhr. Burkhard Müller – „B – eine deutsche Reise“; 20 Uhr. Schöne Aussicht 2, 60311 Frankfurt am Main.

9.10. --- 3sat Lesung. Peter-André Alt – „Ästetik des Bösen“. Alt geht den verschiedenen literarischen Genres und Formen nach, in denen moderne Texte ihre Lust am Bösen kultivieren. Moderation: Ernst A. Grandits. 10 Uhr. Halle 4.1, Stand Q561. Messegelände, Ludwig-Erhard-Anlage 1, 60327 Frankfurt am Main.

9.10. --- Focus Forum Hörbuch & Literatur Buchpräsentation. Reinhard Kaiser – Neuübertragung der„Courage“. Die erste weibliche Ich-Erzählung der deutschen Literatur: Reinhard Kaiser holt »die Courage« ins Hier und Jetzt zurück und vergisst auch den seltsamen Herrn Springinsfeld nicht. Packend und präzise erzählen sie von ihrem wüsten Leben und listenreichen Überleben im Dreißigjährigen Krieg. 10.30 Uhr. Halle 4.1, Stand B139. Messegelände, Ludwig-Erhard-Anlage 1, 60327 Frankfurt am Main.

9.10. --- 3sat Lesung. Michi Strausfeld – „Schiffe aus Feuer“. In 36 Geschichten präsentieren uns Autoren, wie die Literatur ihres Kontinents in den nächsten Jahren aussehen wird. Die intensive Vielfalt ihrer Themen zeigt uns, wie der Alltag in Lateinamerika heute wahrgenommen wird. Politisches Engagement ist ihnen kein intellektueller Luxus, sondern eine Notwendigkeit, Freiheit keine Sache der Meinung, sondern eine Frage des Überlebens. 10.30 Uhr. Halle 4.1, Stand Q561. Messegelände, Ludwig-Erhard-Anlage 1, 60327 Frankfurt am Main.

9.10. --- Die Zeit Lesung und Diskussion. Günter Grass – „Grimms Wörter“. Gespräch mit Ijoma Mangold. Zum Buch: Die Brüder Grimm erhalten im Jahr 1838 einen ehrenvollen Auftrag: Ein Wörterbuch der deutschen Sprache sollen sie erstellen. Voller Eifer machen sie sich ans Werk. Aberwitz, Angesicht, Atemkraft fleißig sammeln sie Wörter und Zitate, in wenigen Jahren sollte es zu schaffen sein. Barfuß, Bettelbrief, Biermörder sie erforschen Herkommen und Verwendung, sie verzetteln sich gründlich. Capriolen, Comödie, Creatur am Ende ihres Lebens haben Jacob und Wilhelm Grimm nur wenige Buchstaben bewältigt. 16 Uhr. Halle 3.1, Stand D101. Messegelände, Ludwig-Erhard-Anage 1, 60327 Frankfurt am Main.

9.10. --- AZUBIBISTRO Lesung. Marcel Maas – „Play. Repeat.“ Dieses Debüt pumpt Beats und Bilder in die Sinneswelt des Lesers. In einer Sprache, die sich vom Gestrigen löst, so klangstark wie rhythmisch, erzählt es vom Dilemma der Jugend im neuen Jahrtausend. 13 Uhr. Halle 4.0, Stand A1332. Messegelände, Ludwig-Erhard-Anlage 1, 60327 Frankfurt am Main.

9.10. --- Verband der Verleger und Buchändler Kroatiens Buchpräsentation. Irena Vrkljan zum 80. Geburtstag. Präsentation und Lesung aus Irena Vrkljans Roman Schwester, wie hinter Glas, einer Geschichte vom gegenseitigen Verstehen und von der Andersartigkeit, mit anschließender Filmvorführung und Cocktail. 13 Uhr. Halle 5.0, Stand E969. Messegelände, Ludwig-Erhard-Anage 1, 60327 Frankfurt am Main.

9.10. --- AvivA Verlag Lesung. Silvia Tennenbaum und Claudia Campisi (Übersetzerin) – „Rachel, die Frau des Rabbis“: ein ironisch-witziger, autobiografisch gefärbter Roman über eine unangepasste Rebbezin und Künstlerin in den amerikanischen Suburbs der sechziger Jahre. Erstmals in deutscher Übersetzung. 13 Uhr. Halle 4.1, Stand D128. Messegelände, Ludwig-Erhard-Anage 1, 60327 Frankfurt am Main.

9.10. --- Reprodukt Präsentation einer Graphic Novel. Arne Bellstorf – „Baby’s in black – The Story of Astrid Kirchherr & Stuart Sutcliffe“. Die Liebesgeschichte zwischen der Hamburger Fotografin und dem fünften Beatle vor dem Hintergrund einer neu entstehenden Jugendkultur in den 1960er Jahren. 14 Uhr. Halle 4.1, Stand D128. Messegelände, Ludwig-Erhard-Anage 1, 60327 Frankfurt am Main.

9.10. --- 3sat Gespräch. David Grossmann, Träger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels 2010. Moderation: Tina Mendelsohn. 15.30 Uhr. Halle 4.1, Stand Q561. Messegelände, Ludwig-Erhard-Anlage 1, 60327 Frankfurt am Main.

9.10. --- mairisch Verlag Lesung. Donata Rigg – „Weiße Sonntage“. Debütroman. Martha hat sich das Leben genommen. Ihr Selbstmord führt ihre Zwillingsschwester Maria und deren Lebensgefährten Albert an den Ort der gemeinsamen Kindheit in die süddeutsche Provinz. Im Laufe einer Nacht wird Martha in den Erzählungen der beiden wieder zum Leben erweckt und die besondere Dreiecksbeziehung aufs Neue intensiv durchlebt. Als der Morgen graut, ist alles gesagt und alles anders. 15.30 Uhr. Halle 4.1, Stand D128. Messegelände, Ludwig-Erhard-Anlage 1, 60327 Frankfurt am Main.

9.10. --- Weltempfang – Salon. Gespräch. Julia Schoch – Übersetzen und Entdecken. Das Erscheinen von Georges Hyvernauds Roman „Der Viehwaggon“ in der Übersetzung von Julia Schoch wurde von der Kritik als „wirkliche Wiederentdeckung“ gefeiert. Für die glänzende Übersetzung von „Haut und Knochen“ wurde die „Entdeckerin“ mit dem André-Gide-Preis 2010 der DVA-Stiftung ausgezeichnet. 15.30 Uhr. Halle 5.0, Stand E953. Messegelände, Ludwig-Erhard-Anlage 1, 60327 Frankfurt am Main.

9.10. --- FOCUS Forum Hörbuch & Literatur Lesung. Hansjörg Schertenleib – „Cowboysommer“. Als Hanspeter Boyroth trifft, ahnt er sofort, dass zwischen ihnen tiefe Freundschaft entstehen wird. Doch dann geschieht das Unglück, das beide für ihr Leben zeichnet. Ein Buch über die menschlichen Themen: Freundschaft, Schuld, Verlust der Jugend und die Frage, wie man sich dem eigenen Tod stellt. 16.15 Uhr. Halle 4.1, Stand B139. Messegelände, Ludwig-Erhard-Anlage 1, 60327 Frankfurt am Main.

9.10. --- Lesezelt Lesung. Rafael Seligmann– „Deutschland wird dir gefallen“ und Ralph Giordano – „Mein Leben ist so sündhaft lang“. Moderation: Hadwiga Fertsch-Röver 16.20 Uhr. Agora, Lesezelt. Messegelände, Ludwig-Erhard-Anlage 1, 60327 Frankfurt am Main.

9.10. --- literadio Lesung. Andreas Weber – „Veitels Traum“. Roman im Kleinstadtmilieu der achtziger Jahre ist gleichermaßen packender Krimi, Liebesgeschichte und Entwicklungsroman. 16.30 Uhr. Halle 4.1, Stand B115. Messegelände, Ludwig-Erhard-Anage 1, 60327 Frankfurt am Main.

9.10. --- Schweizer Buchhändler- und Verleger-Verband Lesung. Klaus Merz – „Der Argentinier“. Lenas Großvater sucht nach dem 2. Weltkrieg in Argentinien das Abenteuer – und begegnet stattdessen der Kunst des Tangos und der Liebe. Die Erinnerung daran hütet er wie einen Schatz – erst nach seinem Tod lüftet sich das Geheimnis. Nach der Lesung lädt der Verlag zum Apéro. 16.30 Uhr. Halle 4.1, Stand A106. Messegelände, Ludwig-Erhard-Anlage 1, 60327 Frankfurt am Main.

9.10. --- Lesezelt Lesung. Robert Seethaler – „Jetzt wirds ernst“, Gerhard Henschel –  „Liebesroman“ und Jana Scheerer – „Mein innerer Elvis“. Moderation: Hadwiga Fertsch-Röver 18 Uhr. Agora, Lesezelt. Messegelände, Ludwig-Erhard-Anlage 1, 60327 Frankfurt am Main.

9.10. --- CAMP. Bücher & Espresso Lesung. Alban Nikolai Herbst – „Azreds Buch – Geschichten und Fiktionen“. Alban Nikolai Herbst, einer der eigenwilligsten und produktivsten deutschen Gegenwartsautoren, stellt in unserer Buchhandlung sein soeben erschienenes Buch Azreds Buch – Geschichten und Fiktionen vor. Die phantastischen Kurzgeschichten verweigern sich jeder sprachlichen Oberflächlichkeit und Simplifikation. Sprachlich, im Aufbau und in der Feinheit, mit der die Charaktere komponiert sind, bürgt Herbst für höchste Erzählkunst. Von eigenartigen Begegnungen, vernichtenden Tönen und Unheil berichtet er uns. Mitreißend, verängstigend. Hohe Literatur der Phantastik. Mit diesem Geschichten-Band setzt der 2008 gegründete Verlag Kulturmaschinen die Edition der phantastischen Erzählungen Alban Nikolai Herbsts fort. 20 Uhr. Eckenheimer Landstr. 352, 60435 Frankfurt-Eckenheim.

9.10. --- Literaturhaus OPEN PARTY. Mit u. a.Charlotte Brombach, Karsten Kredel, Jörg Sundermeier, Petra Wittrock & Oliver Vogel. Moderation und Resident-DJ: Klaus Walter. Noch sind Buchmesse und Open Books nicht vorbei. Aber gefeiert darf schon einmal werden. Und zwar mit allen für alle. Open Party ist das offenste Fest Frankfurts in diesen Tagen. Autoren, Verleger, Leser, Querleser, Buchhändler, Lektoren, Illustratoren, Traktoristen und Traktoristinnen, Universalisten und Minimalisten treffen sich im Literaturhaus auf Tanzbein und Spielbein. Die Musik legen die auf, die sonst Bücher machen: Jörg Sundermeier (Verbrecher Verlag), Karsten Kredel (Eichborn), Charlotte Brombach (Suhrkamp), Frank Witzel (Edition Nautilus), Marcus Roloff (gutleut verlag) sowie die auch als DJs FishInMotion bekannten Petra Wittrock & Oliver Vogel (S. Fischer). Ein Projekt von Kulturamt Frankfurt am Main in Kooperation mit Literaturhaus Frankfurt. 3 €. 21 Uhr. Schöne Aussicht 2, 60311 Frankfurt am Main.

10.10. --- Lesezelt Lesungen. Ruth Cerha – „Jetzt wirds ernst“, Hansjörg Schertenleib –  „Cowboysommer“ und Markus Feldenkirchen – „Was zusammengehört“. 11 Uhr. Alexa Hennig von Lange – „Lucy und die Jungs – Traum-Raum-Wohnung“, Benjamin J. Myers – „The Bad Tuesdays“ und Jochen Till. 12 Uhr. Alina Bronsky – „Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche“, Olga Martynova – „Sogar Papageien überleben uns“ und Marente de Moor – „Amsterdam und zurück“. 13 Uhr. Moderation jeweils: Ruth Fühner. Agora, Lesezelt. Messegelände, Ludwig-Erhard-Anlage 1, 60327 Frankfurt am Main.

10.10. --- Ehrengastpräsentation Argentinien Gespräch. Borges und Island – Erinnungen. Dialog zwischen María Kodama, der Witwe von Jorge Luis Borges und Guðbergur Bergsson. 11.30 Uhr. Forum, Ebene 1. Messegelände, Ludwig-Erhard-Anlage 1, 60327 Frankfurt am Main.

10.10. --- 3sat Lesung. María Sonia Cristoff„Patagonische Gespenster. Reportagen vom Ende der Welt“. Nachrichten aus Patagonien. Die argentinische Journalistin bereist Patagonien und berichtet von den Menschen, die es dorthin verschlagen hat, in diese gottverlassenen Landschaften. Moderation: Tina Mendelsohn. 12 Uhr. Halle 4.1, Stand Q561. Messegelände, Ludwig-Erhard-Anlage 1, 60327 Frankfurt am Main.

10.10. --- literadio Lesung. Ela Rojas – „Einer dieser chilenischen Tage“. Ein Tag im Mai Mitte der neunziger Jahre in Santiago de Chile. Seit Wochen wird das Urteil des Obersten Gerichtshofs gegen den früheren Chef des Geheimdienstes erwartet, und heute soll es endlich soweit sein. Für die ehemalige deutsche Journalistin Karola Philipp ist dieser Tag daher „einer dieser chilenischen Tage“, die Erinnerungen an Zeiten wecken, als der alltägliche Staatsterror das Leben der Menschen bestimmte, auch das von Karola und ihres Ehemanns Ricardo, der mehrfach „durch die Mühle gedreht“ worden war und dennoch nicht ins Exil gehen wollte… Gespräch mit dem Verleger Andreas W. Hohmann. 14 Uhr. Halle 4.1, Stand B115. Messegelände, Ludwig-Erhard-Anage 1, 60327 Frankfurt am Main.

10.10. --- vorwärts Buchvorstellung. Peter Wawerzinek – „Rabenliebe“. Der Ingeborg-Bachmann-Preisträger erzählt die Geschichte eines Jungen, der seine Kindheit in DDR-Heimen verbringt, nachdem seine Mutter ihn auf der Flucht in den Westen zurückgelassen hat. Gespräch mit Wolfgang Tiefensee, Bundesminister a.D. 14 Uhr. Halle 3.0 , Stand B170. Messegelände, Ludwig-Erhard-Anlage 1, 60327 Frankfurt am Main.

10.10. --- Pendragon Lesung. Hellmuth Opitz – „Die Sekunden vor dem Augenaufschlag“. Gedichte. „Große Kreuzung nachts um vier und der Regen läßt nach wie der Glaube, dass in dieser Stunde das eigene Dasein von irgendetwas anderem zusammengehalten wird als diesen beiden Sakkoknöpfen.“ 14 Uhr. Halle 4.1, Stand D128. Messegelände, Ludwig-Erhard-Anlage 1, 60327 Frankfurt am Main.

10.10. --- konkursbuch Verlag Leseperformance. Doris Lerche, Sigrun Casper, Regina Nössler und Litt Leweir – Zarte, harte, heitere, schaurige, brüllendkomische, erregende und romantische Short Stories, Glossen, Gedichte, Roman- & Krimifragmente mit den Autorinnen des konkursbuch Verlags. 15 Uhr. Halle 4.1, Stand D128. Messegelände, Ludwig-Erhard-Anlage 1, 60327 Frankfurt am Main.

10.10. --- Lesezelt Lesungen. Thomas Hettche – „Die Liebe der Väter“, Guy Helminger – „Neubrasilien“ und Klaus Merz – „Der Argentinier“. 15 Uhr. Andreas Maier­ – „Das Zimmer“, Sabrina Janesch – „Katzenberge“ und Peter Wawerzinek –„Rabenliebe“. 16 Uhr. Andreas Föhr „Schafkopf. Kriminalroman“, Dani von Wattenwyl „Der Maulwurf. Thriller“ und Tanja Griesel „Rothard. Ein Maxie-Kaiser-Roman“. Moderation jeweils: Ruth Fühner. Agora, Lesezelt. Messegelände, Ludwig-Erhard-Anlage 1, 60327 Frankfurt am Main.

10.10. --- Weltempfang – Salon. Argentinische Poesie im Film. Programm mit argentinischen Poesiefilmen des ZEBRA Poetry Film Festival, Diskussion zum Verhältnis von Poesie und neuen Medien. Im Anschluss Lesung des argentinischen Poeten Daniel Samoilovich. Moderation: Thomas Wohlfahrt (Literaturwerkstatt Berlin). 16 Uhr. Halle 5.0, Stand E953. Messegelände, Ludwig-Erhard-Anlage 1, 60327 Frankfurt am Main.

14.10. --- Literaturhaus Lesung. Schweizer Buchpreis 2010 – Drei Nominierte. Moderation: Florian Balke (F.A.Z.). Der Schweizer Buchpreis ist die wichtigste Auszeichnung für Gegenwartsautoren in der Schweiz. Das lässt sich vielleicht ablesen an den Nominierten des Vorjahres. Unter ihnen Jürg Laederach, Angelika Overath, Urs Widmer. Die Preise gingen an Rolf Lappert und zuletzt Ilma Rakusa. In diesem Jahr wurden knapp 70 essayistische oder belletristische Titel eingereicht. Die Jury trifft hieraus eine Vorauswahl von Nominierten (ab 23.09. unter www.literaturhaus-frankfurt.de). Drei dieser Nominierten lesen heute. Florian Balke stellt sie mit ihren Büchern und in Gesprächen vor. Mit freundlicher Unterstützung von Schweizer Buchhändler- und Verlegerverband, Kulturstiftung Pro Helvetia, Schweizerische Botschaft Berlin und Schweizerische Generalkonsulate Frankfurt, Düsseldorf, München. 3-5 €. 20 Uhr. Schöne Aussicht 2, 60311 Frankfurt am Main.

19.10. --- Literaturhaus Lesung. Renate Lingor – „Wie der Fußball auszieht …“. Gespräch: Daniel Meuren (F.A.Z.). Weltmeisterin, Europameisterin, Deutsche Meisterin. Das alles vielfach. Dazu Olympia- und UEFA-Cup-Titel. Man nennt sie „Idgie“, einige ehrfurchtsvoll „die weiße Marta“ – wie die brasilianische Weltfußballerin. Sie trug die 10 – die Nummer von Maradona, Zidane, Fàbregas. Sie spielte den tödlichen Pass und fuchsgefährliche Freistöße. Sie spielte überhaupt schön. Heute spricht sie (Monate vor der WM) über den Fußball der Frauen, wie er sich entwickelt, warum wir ihn als schöner erkennen könnten und warum er von den Deutschen mit so viel Erfolg gespielt wird. Ein Gespräch mit dem F.A.Z.-Redakteur Daniel Meuren über die virile Änderbarkeit und robuste Anmut des Fußballs und wie er ein zweites Mal auszieht, die Welt zu erobern. 4-7 €. 20 Uhr. Schöne Aussicht 2, 60311 Frankfurt am Main.

20.10. --- Literaturhaus Lesung & Gespräch. Liao Yiwu – „Fräulein Hallo und der Bauernkaiser“. Übersetzung: Jing Moell. Nach 14 vergeblichen Versuchen durfte Liao Yiwu, einer der bekanntesten Autoren Chinas, im September das Land verlassen und befindet sich nun auf Einladung des Internationalen Literaturfestivals und des Projekts LiteraturRaum in Berlin. Im Anschluss an einen Auftritt in Paris wird er nun auch in Frankfurt zu Gast sein. 1989 publizierte Liao Yiwu das Gedicht „Massaker“, in dem er das Blutbad auf dem Platz des Himmlischen Friedens anprangerte. Hierfür wurde er vier Jahre inhaftiert und schwer misshandelt. 2009 erschien in deutscher Übersetzung sein weltweit mit Begeisterung aufgenommenes Buch „Fräulein Hallo und der Bauernkaiser -- Chinas Gesellschaft von unten“, das in China verboten ist. Über dreihundert Interviews liegen dem Buch zugrunde: Eine Prostituierte, ein buddhistischer Mönch und ein Klomann, eine Falun-Gong-Anhängerin, ein ehemaliger Rotgardist und ein Feng-Shui-Meister – sie und viele andere hat Liao Yiwu mit Respekt, Einfühlungsvermögen und Humor nach ihrem Leben und ihren Hoffnungen befragt. In Zusammenarbeit mit LiteraturRaum und dem Internationalen Literaturfestival Berlin. 6-9 €. 20 Uhr. Schöne Aussicht 2, 60311 Frankfurt am Main.

21.10. --- Literaturhaus Lesung. Hans-Jürgen Syberberg und Thomas Hettche – „Kunst und Leben“. Was bedeutet es, wenn eine Kunst die Biografie auf unausweichliche Weise bestimmt? Der Schriftsteller und Essayist Thomas Hettche („Die Liebe der Väter“) spricht für das Literaturhaus mit Künstlern über den Raum, den sie ihrer Gabe im Leben eingeräumt haben, über den Tribut, den das forderte, und über das Werk, das dabei entstand. Hettches erster Gast ist der Regisseur Hans-Jürgen Syberberg, der zu den großen Umstrittenen des Neuen Deutschen Films gehört. Seine „Deutsche Trilogie“ mit dem siebenstündigen „Hitler – ein Film aus Deutschland“, Ende der 70er unter dem Vorwurf des Ästhetizismus kontrovers aufgenommen, fand in Susan Sonntag ihre prominenteste Verfechterin. Syberberg lebt mit seiner Frau (und den Schwalben, die jedes Jahr ins Haus drängen) auf dem wiedererworbenen Gut seiner Familie in Vorpommern, das in den letzten Jahren auch zum Ausgangspunkt eines einzigartigen Internetprojektes geworden ist. 8-12 €. 20 Uhr. Schöne Aussicht 2, 60311 Frankfurt am Main.

26.10. --- Literaturhaus Gespräch. Rolf Basedow und Marie Bäumer – „Im Angesicht des Verbrechens – Mini-Serie ganz groß“. Gespräch: Hauke Hückstädt. „Sopranos“, „Deadwood“, „24“ gab es noch nicht, als der Regisseur Dominik Graf bereits für Deutschland sah, dass das geschmacksverknechtete Kino keinen Platz mehr lässt, die Geschichten zu filmen, die er für erzählenswert hält. Er hat dann Fernsehen gemacht. Oft komplex und so gut, dass es auf Kinofestivals lief oder Grimme-Preise gewann. Und er hatte Künstler, Bildgestalter, Cutterinnen um sich, die seine Auffassung teilten. Wichtige unter diesen der Drehbuchautor Rolf Basedow. Der schrieb vor allem den einschnürenden „Sperling und der brennende Arm“ und dann den milieu-rauen „Hotte im Paradies“. Die Mini-Serie „Im Angesicht des Verbrechens“ ist nun wie ein großer Bogen über Basedows Thema: Polizeiarbeit in Deutschland und Zuhältermentalität in der Hauptstadt, verwundete Familien und verletzte Ethnien, versumpfte Unterwelten und glitzernde Oberwasser. Ab dem 22.10. wird die Serie freitagabends in der ARD ausgestrahlt. Die große weibliche Rolle darin spielt Marie Bäumer. Gemeinsam mit Basedow gibt sie Auskunft über ein TV-Epos, das die ganze Wucht aufbringt, die dem Fernsehen zur Glaubhaftigkeit zu oft fehlt. 8-12 €. 20 Uhr. Schöne Aussicht 2, 60311 Frankfurt am Main.

27.10. --- Literaturhaus Lesung. Kai Meyer – „Der Mythos lebt weiter – Arkadien brennt“. Ab 14 Jahren. Verrufen als Vielschreiber, besungen als einer der größten Phantastik- und Historiendichter in Deutschland – Kai Meyer. In seinen Trilogien erzählt er von Wellenläufern, Wolkenvölkern und Sturmkönigen. Zuletzt entführte er mit dem Beginn der Arkadien-Trilogie nach Sizilien, in eine ebenso vertrocknete wie verwegene Landschaft. Da kämpfen Mafiaclans, da ringen Menschen miteinander, die sich in Tiere verwandeln. Und mittendrin und dazwischen Romeo und Julia – oder nein: Alessandro und Rosa. Der mythische Schauplatz des „Arkadien“ weicht im zweiten Band, aus dem Kai Meyer heute lesen wird, vorübergehend New York. Doch auch hier üben die Mafiaclans ihren Einfluss aus. 3-5 €. 19 Uhr. Schöne Aussicht 2, 60311 Frankfurt am Main.

30.10. --- Literaturhaus Lesung. Lars Brandt – „Mietglieds-Heim“. Für „Andenken“, die Annäherung an seinen Vater Willy Brandt, hat Lars Brandt einen behutsam sengenden Blick auf „die formale Haut der Wirklichkeit“ gerichtet. Es ging dabei nicht so sehr um einen Mann, den alle zu kennen glauben, als vielmehr um den Blick des Individualisten auf den Staatsmacher. Mit „Gold und Silber“ folgte 2008 ein Roman (C. Hanser), der ein Bonner Milieu einfängt Ende des 20. Jahrhunderts – in einer noch ungewogenen Ära, in der Deutschland noch nicht bei sich angekommen, aber schon zehn Jahre alt und schwer war. – Der Universalist Lars Brandt macht Bilder, Bücher, Filme. Zurzeit nähert er sich dem Ende eines neuen Romans, aus dem er exklusiv für die Mitglieder erstmals liest. Und das nicht irgendwo, sondern in der Wohnung eines Mitglieds. Ein Abend Vereinsleben also. Ein Abend, an dem es um Literatur geht, dort, wo Literatur eine Rolle spielt, in ihren vier Wänden. In Wohnungen von Mitgliedern, in Mitglieds Heim. Begrenzte Platzzahl. Keine Abendkasse. Karten und Angaben zum genauen Veranstaltungsort in Frankfurt-Nordend bitte bei Sybille Lonitz unter 069 – 75 61 84 10 oder lonitz@literaturhaus-frankfurt.de  14-22 € (Bewirtung inkl.) nur für Mitglieder. 20 Uhr. Schöne Aussicht 2, 60311 Frankfurt am Main.

Freiburg

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5.10. --- Literaturbüro Lesung. Feridun Zaimoglu und Thomas Kunst – „Briefwechsel“. Doppelnaht. Briefwechsel zur deutsch-deutschen Einheit. Anlässlich des 20. Jahrestages der Deutschen Einheit nehmen fünf Schriftstellerinnen und Schriftsteller mit einem Partner ihrer Wahl einen Briefwechsel auf und initiieren einen literarischen Dialog über den Stand der Dinge im Land. Auf der Basis der eigenen Lebensumstände und persönlichen Erfahrungen schreiben sich Feridun Zaimoglu und der Leipziger Lyriker Thomas Kunst, der diesjährige Georg-Büchner-Preisträger Reinhard Jirgl und der schwedische Schriftsteller Ulf Peter Hallberg, Marlene Streeruwitz und die Schauspielerin und Regisseurin Gabriele Gysi, Kathrin Schmidt und die Autorin Ingeborg Arlt sowie Andreas Maier und der Autor und Literaturkritiker Christoph Schröder. Die Briefwechsel werden in einer Veranstaltungsreihe mit den beteiligten Autorinnen und Autoren im Literaturbüro Freiburg, im Collegium Hungaricum Berlin sowie den Literaturhäusern Hamburg und Rostock und dem KulturHaus Loschwitz in Dresden präsentiert und auf der Internetseite des Projekts veröffentlicht. In Freiburg werden die beiden Schriftsteller Feridun Zaimoglu und Thomas Kunst ihren Briefwechsel vorstellen. Die Moderation übernimmt Insa Wilke, Literaturkritikerin und Programmleiterin des Literaturhaus Köln. 6-8 €. 20 Uhr. Urachstraße 40, 79102 Freiburg.

12. und 19.10. --- Literaturbüro Workshop. Gekonnt vorlesen. Workshop für Autoren und Übersetzer. Es geht in diesem praxisbezogenen Seminar darum, sich mit den Anforderungen, öffentlich vorzulesen, auseinanderzusetzen, damit das eigene Lesen mit einer klaren Sprechhaltung und -intention verbunden wird. Seminarinhalt: Präsenz und Kontakt; Sinnerfassendes Lesen; Vorlesen als Interpretation: Bewusster Einsatz der Stimme; Wirkung von Melodie, Tempo, Lautstärke, Artikulation und Pausen; Leseübungen mit Ihren eigenen Texten; Individuelles Feedback und konkrete Tipps. Leitung: Marcel Hinderer, Sprecherzieher, Freiburg. 40-48 €. 16.30 - 20 Uhr. Galerie, Urachstraße 40, 79102 Freiburg.

12.10. --- BZ-Forum Lesung. Christoph Meckel – „Gottgewimmer“. Freiburger Andruck. Lesung mit Christoph Meckel. Die nächste Lesung in der Reihe Freiburger Andruck 2010 präsentiert das neue Buch von Christoph Meckel. Für sein Werk wurde er bereits mit zahlreichen Preisen geehrt. Zuletzt erschienen „Nachtsaison“ (Erzählungen, 2008) und „Seele des Messers“ (Gedichte, 2006). Er lebt als freier Schriftsteller und Zeichner in Berlin und gehört seit vielen Jahren zu den prägenden Stimmen der deutschen Poesie. Sein neuer Band Gottgewimmer versammelt Gedichte aus den letzten Jahren. Die Moderation übernimmt Bettina Schulte, Badische Zeitung. 5-7 €. 20 Uhr. Bertoldstraße 7, 79098 Freiburg.

14.10. --- Tabakwaren Stefan Meier Lesung. Literatur im Sortiment. Italo Svevo – „Zeno Cosini“. „Die Zigarette“. Gelesen von Peter Haug-Lamersdorf. Eine Hommage an das Rauchen: Italo Svevo, Wegbereiter der literarischen Moderne in Italien, beschreibt in seinem Literaturklassiker Zenos Gewissen (deutschsprachige Erstausgabe: Zeno Cosini) im Kapitel „Die Zigarette“ alle Formen des Kettenrauchens – über heimlichen Zigarettengenuss, Entwöhnungskuren auf ärztliches Anraten bis hin zu unausweichlichen Rückfällen in die quasi ‚heilige Sucht’. Der Freiburger Schauspieler Peter Haug-Lamersdorf liest Auszüge aus dem Kapitel in entsprechender Atmosphäre: Literatur im Sortiment trifft in seiner fünften Veranstaltung auf Tabakwaren Stefan Meier; während der Lesung ist das Rauchen explizit erlaubt; eine Whiskyprobe wird gereicht. Stephan Kuß führt in die Veranstaltung ein. 4 €. 20 Uhr. Rathausgasse 26, 79098 Freiburg.

18.10. --- Literaturbüro Lesung. HörBar Karl-Sczuka-Preis 2010. Die HörBAR im Oktober steht im Zeichen des Karl-Sczuka-Preises 2010, der jährlich an die beste Produktion eines Hörwerks, das in akustischen Spielformen musikalische Materialien und Strukturen benutzt, verliehen wird. Zwei Tage nach der Preisverleihung bei den Donaueschinger Musiktagen präsentieren die Preisträger ihre Werke im Rahmen der HörBAR. Der Autor Oswald Egger und die Regisseurin Iris Drögekamp erhalten den Karl-Sczuka-Preis 2010 für Hörspiel als Radiokunst. Sie werden für das Radiostück Ohne Ort und Jahr ausgezeichnet. Der diesjährige Karl-Sczuka-Förderpreis in Höhe von 5.000 € wird an den koreanischen Autor Sung Hwan Kim und den amerikanischen Musiker David Michael DiGregorio für ihre Produktion One from In the Room vergeben.  Die HörBAR ist eine Veranstaltungskooperation von Literaturbüro Freiburg, Kommunales Kino und SWR2. 4-5 €. 20 Uhr. Kinosaal, Urachstraße 40, 79102 Freiburg.

28.10. --- Literaturbüro Lesung. Literarisches Werkstattgespräch. Im „Literarischen Werkstattgespräch“ können Schreibende unveröffentlichte literarische Texte zur Diskussion stellen. Die Veranstaltung findet monatlich jeweils am letzten Donnerstag statt. Textbewerbungen bitte bis spätestens eine Woche vor dem Gespräch ans Literaturbüro schicken. Eintritt frei. 20 Uhr. Galerie, Urachstraße 40, 79102 Freiburg.

28.10. --- Literaturbüro Lesung. Erica Pedretti – „Fremd genug“. Lesung aus ihrer jüngst erschienenen Autobiographie. Im Dezember 1945 fährt ein Rotkreuztransportzug von Warschau über Auschwitz, Prag, München nach St. Margrethen, mit ihm reisen Auslandschweizer, KZ-Überlebende und einige mehr, darunter die fünfzehnjährige Erica Pedretti und ihre Geschwister. In fremd genug erzählt Erica Pedretti von Abreisen und Ankünften, von Stationen ihrer Lebensreise, die sie aus der Tschechoslowakei in die Schweiz brachte, von der Schweiz in die USA und wieder zurück in die Schweiz. „Eine wunderbare Zeit, fast paradiesisch, wäre nur die Fremdenpolizei nicht gewesen: Warum sind Sie noch hier?“20 Uhr. Urachstraße 40, 79102 Freiburg.

29.10. --- Literaturbüro Lesung. Erica Pedretti – „Poetikvorlesung“. Erica Pedretti (La Neuveville, Schweiz) Im Rahmen der Tagung „was ich vor langem an einem andern Ort begonnen habe...“ (28. - 30. Oktober 2010) Die Erinnerungstexte der Autorin Erica Pedretti Poetikvorlesung & Diskussion. 20 Uhr. Urachstraße 40, 79102 Freiburg.

29.10. --- Literaturbüro Lesung. Zwischenmiete. Die Lesereihe zwischen/miete präsentiert Literatur aus der jüngsten Schriftstellergeneration und bringt sie ins Gespräch. Von Studierenden organisiert und moderiert, kommen für einen Abend professionelle junge AutorInnen zur „Zwischenmiete“ in Freiburger Wohngemeinschaften und präsentieren ihre Texte. Zum Auftakt des Wintersemesters liest Andreas Stichmann aus seinen neuen Texten. 1983 in Bonn geboren, studierte er am Deutschen Literaturinstitut Leipzig und erhielt bereits zahlreiche Auszeichnungen und Preise. Eine Veranstaltung des Literaturbüros Freiburg in Zusammenarbeit mit dem Studentenwerk Freiburg. 3 € (inkl. einem Bier und Brötchen). 20 Uhr. Ort wird noch bekanntgegeben.

30.10. --- Literaturbüro Lesung. Durchwanderte Texte. Kurzlesungen und Gespräch mit Erica Pedretti, Ilma Rakusa und Zsuzsanna Gahse. Erica Pedretti, Ilma Rakusa und Zsuzsanna Gahse: Drei deutschsprachige Schriftstellerinnen, deren literarische Auseinandersetzungen maßgeblich durch die Länder Mittel- und Osteuropas und ihre jeweiligen Sprachen geprägt sind. Drei Schriftstellerinnen, die in ihren Werken unterschiedliche Wege finden, diese Prägungen in Literatur zu übersetzen. Nach Kurzlesungen mit den Autorinnen spricht die Literaturvermittlerin, Übersetzerin und Slawistin Claudia Dathe mit ihnen über reale, imaginierte und ästhetische Durchwanderungen. Die Veranstaltung ist Teil des internationalen, literaturwissenschaftlichen Symposiums „was ich vor langem an einem andern Ort begonnen habe... –  die Erinnerungstexte der Autorin Erica Pedretti“ vom 28.-30.10.2010 im Alten Wiehrebahnhof. 4-6 €. 20 Uhr. Galerie, Urachstraße 40, 79102 Freiburg.

30.10. --- Literaturbüro Hörspielworkshop. „Wahrheitssuche und Irrtum“. So lautet das Motto des dritten Krimiherbst im Alten Wiehrebahnhof vom 10.10. bis zum 26.10.2010. In der letzten Oktoberwoche begibt sich eine achte Klasse des Gymnasiums Staufen auf ‚Wahrheitssuche’ und erarbeitet in einem zweitägigen Hörspielworkshop unter der Leitung von Mark Ginzler (Regisseur) und Wibke Gerking (Kulturredakteurin SWR Freiburg) Grundlagen der Hörspielproduktion. Das Ergebnis wird am Samstag, den 30. Oktober 2010 um 16 Uhr öffentlich im Alten Wiehrebahnhof präsentiert. Eine Veranstaltung von Literaturbüro Freiburg, SWR Studio Freiburg und Kommunales Kino Freiburg. Eintritt frei. 16 Uhr. Kinosaal, Urachstraße 40, 79102 Freiburg.

Göttingen

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1.10. --- Literarisches Zentrum Performanz & Rhapsodie. Nora Gomringer, Christian Uetz. Es sei ein Verbrechen an der Literatur gewesen, schrieb Artaud, sie mit dem Verschwinden des Rhapsodienstreits und der Prozessionslieder in die stille Kammer zu verbannen. Literatur müsse wieder Theater werden, sonst tauge sie nichts. Wenn das stimmt, dann taugen diese beiden umso mehr: Gomringer und Uetz sind als Verfasser komplexer Lyrik, aber eben auch als phänomenale Performer bekannt. 5,50-8,50 €. 20 Uhr. Düstere Straße 20, 37073 Göttingen.

6.10. --- Literarisches Zentrum Lesung. Martin Kohan – „Sittenlehre“. Vermeintlich harmlos beginnt der Roman Sittenlehre (Suhrkamp 2010) von Martín Kohan. Er umkreist historische Ungeheuerlichkeiten mit einer Unaufdringlichkeit, die einem die Kehle zuschnürt. Aber es ist ein Würgegriff mit Samthandschuhen. Nach Sekundenlang und Zweimal Juni hat der Argentinier auch hier einen feinen, hintersinnigen Roman vorgelegt, der beweist, dass Aufarbeitung ohne moralische Keule größte Durchschlagskraft haben kann. – Im Argentinien der 80er tut die Diktatur ihren letzten Atemzug. Als Schulaufseherin im Colegio Nacional ist María Teresa Teil eines komplexen Überwachungssystems. Ihr Alltag besteht aus Haar- und Strumpfkontrollen, dem Prüfen von Knöpfen und Krawatten. Ein eng geschnürtes Regelkorsett soll den »Geist der Subversion« im Keim ersticken. Als ihr Eifer sie auf die Jungentoilette führt, um einen Schüler in flagranti beim Rauchen zu erwischen, bekommt die Inszenierung von Normalität einen empfindlichen Sprung. Sorgfältig zerlegt Kohan die Maschinerie des Militärregimes und lässt uns anhand von Einzelteilen dessen monströse Mechanik nachvollziehen. Zusammen mit Friederike von Criegern de Guiñazú in ihrer Doppelrolle als Moderatorin und Dolmetscherin begegnen wir einer der kühnsten Stimmen der südamerikanischen Gegenwartsliteratur. 5,50-8,50 €. 19 Uhr. Düstere Straße 20, 37073 Göttingen.

27.10. --- Literarisches Zentrum Lesung. Christoph Biemann – „Christophs Buch der Entdeckungen“. Er ist so neugierig wie kaum jemand sonst, will alles ganz genau wissen. Und wenn er forscht, experimentiert und dazu Geschichten erzählt, trägt er immer den grünen Pulli. Sonnenklar, um wen es sich da handelt: Christoph aus der Sendung mit der Maus. Den kennt einfach jeder. Und den mag jeder. Denn Christophs Sachgeschichten für kleine und größere Maus-Gucker sind nie langweilig, meistens witzig und hinterher weiß man ziemlich viel mehr als vorher. Da können sogar die Eltern noch was lernen. Aber Christoph gibt’s nicht nur im Fernsehen. Er schreibt auch Bücher – das neueste handelt von Entdeckungen und Entdeckern. Und natürlich wollte Christoph wieder etwas herausfinden: Wer hat denn wann was entdeckt? Den Nutzen des Feuers, den Lauf der Gestirne am Himmel, Buchstaben und Zahlen, Hebelwirkung, Penicillin, Gentechnik? Was brachten diese Erkenntnisse den Menschen? Wie veränderte sich dadurch die Welt? – Um den Entdeckergeist und um kluge Köpfe geht es also bei Christoph Biemanns Besuch bei »Literatur macht Schule«. Eine Geschichte der Wissenschaft im bewährt anschaulichen Christoph-Stil. 3,50-8,50 €. 16.30 Uhr. Düstere Straße 20, 37073 Göttingen.

Greifswald

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1.10. --- Koeppenhaus Lesung. Judith Zander – „Dinge, die wir heute sagten“. Bresekow, ein Dorf in Vorpommern. Als die alte Frau Hanske stirbt, kommt ihre Tochter Ingrid mit ihrer Familie aus Irland zur Beerdigung. Ingrid hatte Bresekow vor vielen Jahren fluchtartig verlassen. Der Besuch verändert vieles im Dorf, wirft gerade für die Familien Ploetz und Wachlowski alte und neue Fragen auf. Die Dorfbewohner beginnen zu sprechen, über ihr derzeitiges Leben und ihre Verstrickungen von damals. Bresekow war immer eine kleine Welt, eng, abgelegen und heute zudem vom Verfall bedroht. 3-5 €. 20 Uhr. Bahnhofstraße 4/5, 17489 Greifswald.

11.10. --- Koeppenhaus TresenLesen. Anke Neubauer liest Texte von Sybille Berg. Nun ist die Sommerpause endgültig zu Ende: Denn das Theater Vorpommern und das Café Koeppen laden wieder zur beliebten Reihe "TresenLesen" in das Koeppenhaus ein. Den Saisonaftakt wird dieses Mal die Schauspielerin Anke Neubauer bestreiten. Präsentiert werden Texte von der Koeppen-Preisträgerin Sybille Berg. Der Eintritt beträgt - wie stets - 1,19 €. 21 Uhr. Bahnhofstraße 4/5, 17489 Greifswald.

15.10. --- Koeppenhaus Lesung. Jurek Becker – „Vernarrtsein in Worte, Verliebtsein in Sprache“ vorgestellt von Christine Becker. Jurek Beckers Texte und Reden kennzeichnen sprachliche Prägnanz, Witz und Klarsicht, sie atmen den Geist des Humanismus und das mit oft überraschender und charmanter Leichtfüßigkeit. Im Hörverlag sind unlängst Jurek Beckers bekannteste Erzählung „Die beliebteste Familiengeschichte“, seine Frankfurter Vorlesungen zur Poetik sowie sein letztes Interview erschienen. Die Literaturwissenschaftlerin Christine Becker, sie war seit 1986 mit dem Schriftsteller verheiratet, hat für das Hörbuch von Jurek Becker gelesene Texte ausgewählt, in denen er sich virtuos der deutschen Sprache bedient. Sie wird diese Hörbuch-Edition im Koeppenhaus vorstellen. 20 Uhr. Bahnhofstraße 4/5, 17489 Greifswald.

20.10. --- Koeppenhaus Lesung.  GUStAV verreist. Der Greifswalder Universitäts – Studentische Autorenverband präsentiert seine neuesten Texte. Die Gustels stecken Ihre Leiber erneut aus den literarischen Gräbern und präsentieren im Rahmen einer Lesung ihre neuesten Arbeiten. Doch kriechen sie dabei nicht nur aus der Erde, die alles gebiert, sondern sie verreisen auch noch nach Asien. Die jeweils ganz eigenen Zugänge zur Fremde präsentieren sie an diesem Abend im Koeppenhaus. 20 Uhr. Bahnhofstraße 4/5, 17489 Greifswald.

22.10. --- Koeppenhaus Lesung. Zu Gast bei Koeppen: Dr. Wolfgang de Bruyn. Der Direktor des Kleist-Museums (Frankfurt/Oder) über Heinrich von Kleist. Das Literaturzentrum Vorpommern startet eine neue Veranstaltungsreihe - mit dem Titel "Zu Gast bei Koeppen". Vertreter verschiedener deutscher Literaturmuseen, literarischer Initiativen und Zeitschriften sind in das Koeppenhaus eingeladen, um ihre Institution, ihr Projekt oder ihren Verlag im Rahmen einer Lesung und eines Gespräches vorzustellen. Den Auftrakt wird Dr. Wolfgang de Bruyn vom Kleist-Museum Frankfurt/ Oder bestreiten - Heinrich von Kleist gehörte zu den von Wolfgang Koeppen besonders geschätzten Autoren. 20 Uhr. Bahnhofstraße 4/5, 17489 Greifswald.

25.10. --- Koeppenhaus TresenLesen. Mit Marta Dittrich vom Theater Vorpommern. Das Theater Vorpommern und das Café Koeppen laden zu einer Lesung an den Tresen in das Koeppenhaus. Die Schauspielerin Marta Dittrich wird an diesem Abend Texte von Michael Astroh, Professor für Ästhetik und Kulturphilosophie an der Universität Greifswald, lesen. Der Eintritt beträgt - wie stets - 1,19 €. 21 Uhr. Bahnhofstraße 4/5, 17489 Greifswald.

27.10. --- Koeppenhaus Lesung. Zu Gast bei Koeppen: Lutz Seiler. Der Dichter und Leiter des Peter-Huchel-Hauses liest. „Einmal in der Woche bin ich bei Uhrmacher Walinski, um meine Armbanduhr auf die Zeitwaage zu legen. Seit ich entdeckt habe, tatsächlich ein Träumer zu sein („ein verdammter Träumer“, wie mein Vater es früher so oft sagte), bin ich vollkommen ruhig; ich bin ruhig und gelassen und tue nur noch, was ich will. Dinge, von denen ich weiß, daß sie gut für mich sind.“ Mit der Ruhe eines Seiltänzers bewegt sich dieser Träumer auch durch das Nachwende-Berlin. Zu den Dingen, die dabei in seinen Besitz geraten, gehört eine einzigartige Uhr, in deren Ticken er die Geschichte hören kann, die ihm geschehen ist. 20 Uhr. Bahnhofstraße 4/5, 17489 Greifswald.

Hamburg

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1.10. --- Speicherstadtmuseum Lesung. KRIMINACHT „Hamburg blutrot“. Lesung mit Doris Gercke und Ulrich Wickert u.a., Moderation Andreas Izquierdo. Wieder haben Deutschlands Krimiautoren zugeschlagen: in Blankenese, im Hafen, in Santa Fu ... Einfach überall. Der Herausgeber Andreas Izquierdo stellt die Krimi-Anthologie „Hamburg blutrot“ vor, in der neben Doris Gercke und Ulrich Wickert, die ebenfalls lesen, außerdem Romy Foelck, Susanne Mischke, Jürgen Ehlers, Nina George, Anke Gebert, Henrike Heiland, Carmen Korn, Thomas Kastura, Kai Hensel, Richard Birkefeld, Angela Eßer, Nele Neuhaus, Jobst Schlennstedt und Tatjana Kruse vertreten sind. 12 €.19.30 Uhr. St. Annenufer 2, 20457 Hamburg.

3.10. --- Mathilde Bar Lesung. Matt Cameron – „Ruby Moon”. Stories on Stage: -englische Lesung- immer am 1. Sonntag im Monat. Wir kennen Australien als das Land der Sonne, des Strandes und der Surfer - aber es geht definitiv auch düster zu Da Unten - so kann es sein , dass keine Kinder spurlos verschwinden und sich die Eltern Gedanken machen, was passiert sein mag. Gedanken, die Angst machen, oder macht die Angst eher die Gedanken? Der feinen Thrillerunterhaltung im Theaterstück „Ruby Moon“ von Matt Cameron unterliegt die Auseinandersetzung mit den Mythos der Kindesentführung und der politischen Manipulation. Jocasta Godlieb und Simon Storey bringen Gänsehaut auf die Bühne! „Stories on Stage“, gegründet von Carol McNamara und Daniel Chelminiak, findet immer am ersten Sonntag im Monat statt. Verbessert Sprachkenntnisse, Allgemeinbildung und Laune. In Kooperation mit den University Players, den Hamburg Players und Rover Rep. 3-4 €. 19 Uhr. Bornstraße 16, 20144 Hamburg.

4.10. --- Institut für Sozialforschung Vortrag. Dr. Jens Hacke (HIS) – „Politische Bürgerlichkeit. Gibt es eine Ideologie der Mitte?“. Moderation: Prof. Dr. Heinz Bude (HIS). Erster Vortrag im Rahmen der Instituts Montagsreihe „Gefährdung der Mitte? Soziale und politische Unsicherheiten in der Gegenwartsgesellschaft“. Eintritt frei. 20 Uhr. Mittelweg 36, 20148 Hamburg.

4.10. --- Literaturhaus Lesung. Doppelnaht: Andreas Maier & Christoph Schröder. Ein Briefwechsel zur deutsch-deutschen Einheit Lesung und Gespräch mit Andreas Maier und Christoph Schröder. Ina Hartwig moderiert. 6-10 €. 20 Uhr. Schwanenwik 38, 22087 Hamburg.

5.10. --- Mathilde Lesung. Themenabend (Poetry Slam) Thema: „Bier“. Seit 7 Jahren hebt sich Mathilde mit ihren Themenslams von der Masse ab – denn: Hier wird selten getanzt, gerappt oder gesungen. Das Publikum achtet ein klein wenig mehr auf den Inhalt und nicht so sehr auf die Form. Und auf das Publikum kommt es an. Ausgebuht oder ausgelacht wird hier niemand. Anders als beim "normalen" Slam bewertet nicht eine Jury sondern das komplette Publikum. Jeder einzelne bekommt einen Bewertungszettel und einen Stift und gibt Punkte von 1 bis 10. Die Autoren lesen jeder einen Text von höchstens 5 Minuten. (Achtung: Auch ein kurzer Text ist ein Text - und davon liest jeder Autor wirklich nur einen.). Der Text muss zum vorgegebenen Thema passen. Vorleser zahlen natürlich keinen Eintritt und der Publikumssieger noch nicht einmal seine Getränke. Der Gewinner bekommt einen Mathilde-Verzehrgutschein. Nur die ersten 10 Autoren können lesen und nur die ersten 50 Gäste zuhören. Voller als voll geht einfach nicht, und regelmäßig müssen Gäste wieder weggeschickt werden. Daher empfehlen wir den Vorverkauf und rechtzeitiges Erscheinen. 3-4 €. 20.15 Uhr. Bornstraße 16, 20144 Hamburg.

10.10. --- Buchhandlung Heymann Lesung. Ingrid Betancourt – „Kein Schweigen, das nicht endet“. 2321 Tage in der Hand der FARC-Rebellen. Selten hat das Schicksal einer Geisel die Welt so bewegt wie das der kolumbianischen Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt. In ihrem aufrüttelnden Buch von großer literarischer Kraft legt sie Zeugnis ab. Sie setzt sich den Erinnerungen an die Schreckensjahre im Dschungel, die sie an die Grenzen ihrer Leidensfähigkeit und Widerstandskraft brachten, erneut aus, findet schließlich zu sich selbst – und hofft nicht zuletzt, dass die Welt ihr Schweigen breche über die Zustände in Kolumbien. Deutsche Lesung: Iris Berben, Moderation: Marina Ruperti. 12 €. 18.30 Uhr. Eppendorfer Landstraße 77, 20249 Hamburg.

11.10. --- Levantehaus Buchpräsentation. Rebecca Hoppé – „Ballett“. Die faszinierende Ästhetik des Balletts, eingefangen in besonderen Fotografien: Rebecca Hoppé, die von 2003 bis 2007 Ballett-Star John Neumeier und die Tänzer des Hamburg Ballett begleitete, zeigt in eindrucksvollen Schwarz-Weiß-Bildern die Leichtigkeit des Tanzes, aber auch die unglaubliche Anstrengung und Konzentration der Tänzerinnen und Tänzer. Nun erscheinen ihre Fotografien erstmals in dem Band „Ballett“ bei Edel:Momenti. In großformatigen, zwischen kühler Distanz und sublimer Sinnlichkeit gekonnt und kontrastreich ausbalancierten Aufnahmen beleuchtet die Fotografin die vielschichtigen Stimmungsbilder des Balletttanzes immer wieder aus wechselnden Perspektiven: Rebecca Hoppé zeigt die Tänzerinnen und Tänzer in abstrakten Körper-Studien, in inszenierten Künstlerporträts und während intimer Momente hinter der Bühne. Ein Vorwort von Heather Jurgensen, von 1991 bis 2007 erste Solistin beim Hamburg Ballett, sowie Bilder von Emil Otto Hoppé, dem berühmten Porträtfotografen und Urgroßvater Rebecca Hoppés, der das Ballet Russe vor 100 Jahren fotografierte, ergänzen den stimmungsvollen Bildband. Zeitgleich wird die Hoppé-Ausstellung „Eine fotografische Darstellung des Hamburg Ballett - John Neumeier“, die vom 12.-16. Oktober im Levantehaus zu sehen ist, eröffnet. 19 Uhr. Mönckebergstraße 7, 20095 Hamburg.

12.10. --- Institut francais Lesung. Frédéric Beigbeder – „Ein französischer Roman“. Alexander Simon liest den deutschen Text. Ruthard Stäblein moderiert. Dieses Mal hat Frédéric Beigbeder keinen Skandalroman geschrieben, denn der Skandal geht dem neuen Werk „Ein französischer Roman” (Piper Verlag) des Autors voraus: Eines Abends, im Januar 2008, wird Frédéric Beigbeder mitten in Paris wegen Drogenkonsums in der Öffentlichkeit festgenommen. Die Polizisten wissen zwar sofort, wen sie da vor sich haben, in diesem Fall aber spielt Beigbeders Prominenz eine besondere Rolle. Sie statuieren ein Exempel und nehmen ihn achtundvierzig Stunden in Untersuchungshaft. In der Haftzelle hat der Autor von „Neununddreißigneunzig: 39.90“, einer Abrechnung mit der Werbebranche, die den damaligen Werbetexter seinen Job kostete und mit dem ihm der internationale Durchbruch gelang, eine Menge Zeit, über sein Leben, seine Identität, Kindheit und Familie nachzudenken. Den Anstoß zum Schreiben bildete die Tatsache, dass sein Bruder in der gleichen Woche, in der Beigbeder im Gefängnis landete, zum Ritter der Ehrenlegion ernannt worden war: „In dieser schwarzen Nacht, gegen vier auf einer Zementbank, schien mir die Lage ganz klar: Gott glaubte an meinen Bruder, mich hatte Er verlassen. Wie konnten zwei Menschen, die einander als Kinder so nah gewesen waren, so gegensätzliche Schicksale erleiden?”. 6-10 €. 20 Uhr. Heimhuder Straße 55, 20148 Hamburg.

12.10. --- Mathilde Lesung. Sonja Szylowicki liest Leo Perutz. (Schauspielerlesung). „Eine Art ewiger Geheimtipp der Literaturgeschichte“ wurde Leo Perutz einmal von der ZEIT genannt. Der österreichische Schriftsteller, der 1882 in Prag geboren wurde und später in Wien lebte, galt in den 20er Jahren als einer der besten Erzähler seiner Zeit. Seine spannungsgeladenen Kriminalromane sind eigentlich Psychothriller, denen häufig etwas Phantastisches anhaftet. Seine Helden bewegen sich in einer etwas schaurigen Atmosphäre, während sie versuchen, ihrem Schicksal zu trotzen. Was dabei Wirklichkeit und was Illusion ist, das darf der Leser manchmal für sich entscheiden. Perutz' Erzählstil wurde mit dem von Kafka, Poe und Umberto Eco verglichen. Er soll Hitchcock inspiriert haben und wurde von Zeitgenossen wie Tucholsky und Brecht bewundert. Die Wiener Kaffeehäuser mit ihrem regen kulturellen Leben waren Leo Perutz' Zuhause. Doch als die Nationalsozialisten seine Werke verboten, musste der Jude Perutz nach Palästina emigrieren. Nach dem Zweiten Weltkrieg konnte er, wie viele andere, an seine Erfolge nicht mehr anknüpfen. Er starb 1957 fast vergessen in Bad Ischl. Erst Jahrzehnte später wurden seine Romane und Erzählungen wieder aufgelegt. In den letzten Jahren erfuhr der Schriftsteller ein erfreuliches Comeback. So wird im September 2010 in Wien erstmals der Leo-Perutz-Preis für österreichische Kriminalliteratur verliehen. Sonja Szylowicki ist Schauspielerin, Sprecherin und Autorin. Ihre Stimme ist regelmäßig im NDR sowie auf Hörbüchern, in Dokumentarfilmen und in Werbespots zu hören. Sie spielte Theater in Wittenberg, Aachen, Detmold und Düsseldorf und schreibt Drehbücher und Radiofeatures. 3-4 €. Bornstraße 16, 20144 Hamburg.

13.10. --- Kampnagel (k2) Lesung. Jonathan Franzen – „Freiheit“. Gabriele von Arnim moderiert. „Freiheit”. Darunter macht er es nicht. Zum Glück: Neun Jahre hat sich Jonathan Franzen nach dem Welterfolg „Die Korrekturen” Zeit gelassen und beobachtet, wie sich die US-amerikanische Lebenswirklichkeit einmal um sich selbst drehte, gegen die Wand knallte und nun mühsam wieder aufrappelt: „Franzen versucht gar nicht erst, die Bruchstücke unserer disparaten Gesellschaft wieder zusammenzuzwingen, aber er präsentiert uns ihre Splitter überzeugender denn je” (Frankfurter Allgemeine Zeitung). Über Franzens neuen Roman „Freiheit”, für den Rowohlt Verlag glänzend übersetzt von Bettina Abarbanell und Eike Schönfeld, wurde ein mächtiges Bohei veranstaltet, bevor der 700-Seiter überhaupt in den Buchhandlungen lag: Barack Obama hat sich den Roman für die Sommerferien besorgt, in der Familie McEwan soll es zum Streit über das Vorabexemplar gekommen sein, eine der Romanfiguren könnte dem verstorbenen Schriftstellergenie David Foster Wallace nachempfunden sein. 8-12 €. 20 Uhr. Jarrestraße 20, 22303 Hamburg.

14.10. --- Literaturhaus Lesung. Mathias Énard – „Zone“. Martin Maria Blau liest den deutschen Text. Jürgen Ritte moderiert. „Dieses symphonisch gestaltete Werk ist eine neuzeitliche Irrfahrt durch Europa und den Nahen Osten des 20. Jahrhunderts mit seinen Kriegen, Gewaltakten und Leidensgeschichten. Und der Mensch inmitten dieser Stürme, inmitten dieser ungestümen Fluten der Geschichte und der Erinnerung mal Henker, mal Opfer“ – so formuliert es die Jury, die Mathias Énard 2008 den Candide-Preis zusprach und damit eines der ungewöhnlichsten Werke der europäischen Gegenwartsliteratur würdigte. Der 1972 im westfranzösischen Niort geborene Énard, der heute in Barcelona Arabisch lehrt, wollte mit seinem umfangreichen Roman „Zone” (Berlin Verlag) nicht weniger als ein zeitgenössisches Epos schreiben. Der Leser begleitet den Protagonisten Francis Merkovic auf einer Zugfahrt von Mailand nach Rom und folgt seinen assoziativen Erinnerungen an die Grausamkeiten des Krieges. Mal sind wir auf dem Balkan, mal in Beirut, mal rücken wir ins Innere des Algerienkrieges vor, mal verfolgen wir die Den Haager Kriegsverbrecherprozesse. Énards großer Monolog über die Gräuel formt sich zu einer gewaltigen und erschreckenden Erzählung, die wie ein homerisches Fresko der Gewalt erscheint. Selten hat sich die europäische Literatur in den letzten Jahren so viel vorgenommen, und noch seltener hat sie dafür adäquate literarische Mittel gefunden. „,Zone’ ist eine ,Ilias’ unserer Zeit“ (L’Express). 4-6 €. 20 Uhr. Schwanenwik 38, 22087 Hamburg.

15.10. ---Speicherstadtmuseum Lesung. Wolfgang Kaesv – „Bitter Lemon“. KRIMINACHT. David Manthey und der Gastarbeitersohn Zoran Jerkov waren in ihrer Kindheit beste Freunde. Fast zwei Jahrzehnte später wird Manthey, inzwischen Ex-Polizist, von seinen Kölner Kollegen reaktiviert: Er soll Zoran aufspüren. Der ist gerade aus dem Gefängnis entlassen worden, wo er 12 Jahre unschuldig gesessen hat. Nachdem er Rache geschworen hat, ist er untergetaucht. Und tatsächlich sterben nun Menschen, die mit dem Fall zu tun hatten. Aber ist Zoran auch der Mörder? David Manthey kann es nicht glauben und will auf eigene Faust ermitteln. Wolfgang Kaes hat Politikwissenschaft, Kulturanthropologie und Pädagogik an der Uni Bonn studiert. Heute ist er Leiter der Regionalredaktion des Bonner General-Anzeiger. 7,50-9,50 €. 19.30 Uhr. St. Annenufer 2, 20457 Hamburg.

17.10. --- Hotel Wedina Lesung. Literaten im Hotel: Schweizer Buchpreis. Schweizer Buchpreis 2010: Die Shortlist-Karawane unterwegs. Zwei der nominierten Autoren lesen im Hotel Wedina. Die Nominierten des Schweizer Buchpreises 2010 präsentieren ihre aktuellen Bücher: Die Autorinnen und Autoren, deren Werke von der Jury auf die Shortlist gesetzt worden sind, reisen mit ihren Texten im Gepäck durch deutsche Städte und geben einen Einblick ins eidgenössische Literaturschaffen der Gegenwart. Die bisherigen Preisträger, Rolf Lappert („Nach Hause schwimmen“, Hanser 2008) und Ilma Rakusa („Mehr Meer“ Droschl 2009) haben die Latte für den Preis hoch gelegt und lassen auch in diesem Jahr exzellente literarische Qualität erwarten. Eintritt frei! 17 Uhr. Gurlittstraße 23, 20999 Hamburg.

19.10. --- Warburg-Haus Lesung. Karen Michels – „Mit Bing in Rom, Neapel, Capri und Italien – Karen Michels auf den Spuren einer ungewöhnlichen Reise“. Aby Warburg und Gertrud Bing in Italien – wahrlich kein harmloser Strandurlaub mit wohldosierten Bildungseinsprengseln. Der Hamburger Kulturwissenschaftler und seine junge Assistentin - bei Antritt der Reise ist Warburg 62, „College Bing“ 37 Jahre alt - reisten 1928/1929 nach einem selbst entworfenen »Feldzugsplan« von Bologna nach Rom, von Neapel nach Florenz. Geplant war die Reise ursprünglich für 3 Monate, gedauert hat sie letztendlich ein dreiviertel Jahr lang. Ihr Hauptthema war nichts geringeres als „der Aufstiegsraum der Seele.“ Sie notieren ihre Beobachtungen, Erlebnisse und Entdeckungen abwechselnd in einem Tagebuch. Karen Michels folgt den Entdeckerspuren dieses ungleichen Paares und zeigt ein anderes Italien: voller geheimnisvoller Kultbauten, unbekannter Maler, heiliger Gräber, heidnischer Gottheiten und flatternder Gewänder. Warburg und Bing schildern Landschaften, beurteilen Menschen, tauschen Forschungsergebnisse aus, sparen in ihren Notizen die Widrigkeiten des Alltags nicht aus und beschreiben aber auch ein Land, in dem die faschistische Partei Mussolinis kontinuierlich mehr Anhänger gewann: „Italien“, so Aby Warburg, „als gnadenlose Kulisse für geistige Silhouette.“ Eintritt frei. 19.30 Uhr. Heilwigstraße 116, 20249 Hamburg.

19.10. --- Literaturhaus Lesung. Im Rahmen der Reihe „Der Norden liest“: Heine, Busch und Ringelnatz: Ein Abend mit Klassikern, präsentiert von Nina Petri, Michy Reincke, Moritz Rinke und Sebastian Schnoy. Wie steht es um die literarische Komik im Norden? Bedarf es einer Kindheit im kühleren Teil Deutschlands, um den norddeutschen Humor zu goutieren? In der Reihe „Der Norden liest“ begibt sich ein eigens zusammengestelltes Team von vier Spezialisten aus Schauspiel, Literatur, Musik und Kabarett auf eine unterhaltsame Forschungsreise durch die Literatur, legt viel gelesene Klassiker unters Mikroskop, entnimmt fremde und teilweise eigene Textproben, um dem literarischen Humor nordischer Prägung auf die Spur zu kommen. An diesem Abend wird es zugunsten des Humor-Forschungsprojekts neuartige Paarungen geben. Lassen wir uns überraschen, welche komischen Lieblingstexte die Schauspielerin Nina Petri und der Musiker Michy Reincke im charmanten Duett vortragen werden. Welche komischen Abgründe der Schriftsteller Moritz Rinke und der Kabarettist Sebastian Schnoy auftun werden - der eine Theaterautor mit viel beachtetem Erstlingsroman „Der Mann, der durch das Jahrhundert fiel”, der andere Humorspezialist mit Geschichtsexpertise ("Heimat ist, was man vermisst. Eine vergnügliche Suche nach dem deutschen Zuhause"). In einer weiteren Versuchsanordnung stoßen Nina Petri und Moritz Rinke aufeinander, die beide ihre eigenen Erfahrungen mit dem deutschen Heldentum gemacht haben: Sie als Verkörperung der Brünhilde bei den Festspielen in Worms, er als Autor einer durchaus auch komischen Neufassung der Siegfried-Geschichte. Und ob Michy Reincke mit Moritz Rinke oder doch eher mit Nina Petri zum Ausgang des Abends eine Song-Einlage bringen wird - auch das gilt es herauszufinden. Moderatorin des Abends ist Julia Westlake vom NDR Kulturjournal. 7 €. 20 Uhr. Schwanenwik 38, 22087 Hamburg.

20.10. --- Literaturhaus Lesung. Hans Joachim Schädlich – „Kokoschkins Reise“. Hans Joachim Schädlich zum 75. Geburtstag. Renatus Deckert moderiert. Am 8. Oktober 2010 begeht der im Vogtland geborene Hans Joachim Schädlich seinen 75. Geburtstag – Anlass genug, ihn im Literaturhaus zu ehren und seinen aktuellen Roman „Kokoschkins Reise“ (Rowohlt) vorzustellen, der auf der Longlist des Deutschen Buchpreises 2010 stand. Schädlich, der 1977 aus der DDR in den Westen übersiedelte, zählt zu den herausragenden deutschsprachigen Autoren; sein Werk („Versuchte Nähe“, „Tallhover“, „Anders“) wurde unter anderem mit dem Kleist-Preis und dem Großen Literaturpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste ausgezeichnet. 4-8 €. 20 Uhr. Schwanenwik 38, 22087 Hamburg.

21.10. --- Kinderbuchhaus im Altonaer Museum Lesung. Gedankenflieger - Philosophieren mit Kindern „Woraus ist Mut gemacht?“. Die Gedankenflieger starten in eine neue Saison! Seit vier Jahren veranstaltet das Literaturhaus philosophische Nachmittage für Kinder. „Selber denken, miteinander denken, weiterdenken – um diesen Prozess geht es uns, nicht um richtig oder falsch”, erläutert die Hamburger Kinderphilosophin Kristina Calvert, die ihre Rolle im Gespräch mit den Kindern als die einer „inspirierenden Moderatorin” definiert. Im philosophischen Gespräch mit den anderen Kindern kann man spielerisch lernen, Gedanken in Worte zu fassen und neue Perspektiven zu gewinnen. Deshalb philosophieren wir mit Kindern, statt Philosophieunterricht für Kinder zu machen. Für Kinder von 7 – 10 Jahren. 2 €. 15.30 Uhr. Museumstraße 23, 22765 Hamburg.

21.10. --- Literaturhaus Lesung. Svenja Leiber & Mareike Krügel. Die Autorinnen stellen ihre neuen Romane „Schipino“ und „Bleib wo du bist“ vor. Rainer Moritz moderiert. Wie beginnt man einen Roman? Wie verführt man zum Weiterlesen? Zwei der vielversprechendsten Gegenwartsautorinnen haben dafür ganz unterschiedliche Antworten gefunden. Die 1975 in Hamburg geborene Svenja Leiber, die 2005 mit dem Erzählungsband „Büchsenlicht“ debütierte, lässt zum Auftakt ihres Romans „Schipino“ (Schöffling) die Geografie sprechen: „Zwei Wege, die sich ineinanderwühlen, weit hergekommen, durch sumpfige Wälder planiert, und hier ein richtungsloses Schlammkreuz, Mitte von etwas, Dorfplatz von Grischkowo, Zentrum einer tausend Hektar großen Brache.“ Die 1977 in Kiel geborene Mareike Krügel, Dozentin des Literaturhaus-Schreiblabors, hingegen wählt ein ganz anderes Mittel, um ihren Roman „Bleib wo du bist“ (Schöffling) auf den Weg zu bringen: „Schon von Weitem fallen die Unmengen von Speck auf, in Streifen, Stücken und Scheiben auf den silbernen Vorlegeplatten des Büffets.“ 4-8 €. 20 Uhr. Schwanenwik 38, 22087 Hamburg.

25.10. --- Literaturhaus Lesung. Edo Popovic – „„Mitternachtsboogie“. Der Autor und Clemens Meyer stellen Popovics neuen Roman vor. Alida Bremer moderiert. Die einen hören die rauchige Singsägenstimme von Tom Waits. Die anderen meinen, Charles Bukowski, den jungen Hemingway oder Albert Camus zu lesen. Und im Kopf der dritten läuft der Film „Last Exit to Brooklyn“. Fest steht, dass der Kroate Edo Popovic in der Champions League der europäischen Literatur spielt und trotz mannigfaltiger Anklänge unverwechselbar schreibt: „Edo Popovic erzählt auf jener diskreten Höhe, auf der Können sich nicht mehr beweisen muss“ (Der Spiegel). Der feine Voland & Quist Verlag aus Dresden, der schon Popovics Romane „Die Spieler“, „Kalda“ und „Ausfahrt Zagreb-Süd“ auf Deutsch zugänglich machte, hat sich nun dessen Generation-X-Manifests „Mitternachtsboogie“ von 1987 angenommen. Mit dieser atemberaubend schnellen, rotzigen und anklagenden Schrift, in der Cafés „Amok“ heißen, viel gekifft und noch mehr gefickt wird, erschrieb sich der 1957 in Zagreb geborene Edo Popovic endgültig den Rang eines „Chefs der Underground-Literatur in Zagreb“ (taz): „Was machst du heute Abend? – Keine Ahnung. Wahrscheinlich werde ich mich umbringen oder Michaux lesen, oder ich werde einfach nach China fahren.“4-8 €. 20 Uhr. Schwanenwik 38, 22087 Hamburg.

26.10. --- Literaturhaus Lesung & Diskussion. Philosophisches Café: Josef H. Reichholf. Thema „Lob des Ungleichgewichts“, Gast: Josef H. Reichholf. Reinhard Kahl moderiert. Den Vögeln wuchsen die Flügel nicht, damit sie einst fliegen können. Federn waren zuerst „Deponien für körpereigenen Sondermüll“ von Reptilien mit zu viel Eiweiß. Die Natur ist stets im Wandel und Evolution ist ein anderes Wort für „überlebensfähige Ungleichgewichte“. Aus dem Mangel heraus produziert die Natur ihre Vielfalt. So argumentiert der Zoologe und Evolutionsbiologe Josef H. Reichholf und bleibt dabei nicht ohne Polemik gegen Katastrophenlust und Idyllenwunsch, die er bei manchen Naturfreunden und Naturschützern wittert. 4-8 €. 19 Uhr. Schwanenwik 38, 22087 Hamburg.

26.10. --- Mathilde Lesung. Oliver Törner – „Die Panne“ von Friedrich Dürrenmatt. Alfredo Traps hat Schuld auf sich geladen. Oder doch nicht? Er ist eigentlich total normal und treibt schlicht seine täglichen Spielchen. Da kann die Wahrheit schon mal auf der Strecke bleiben. Oder wird hier die Wahrheit zur Strecke gebracht? Oder wird in Wahrheit er zur Strecke gebracht? Oder will er den Moment der trüben Erkenntnis, sich schuldig gemacht zu haben, dann lieber doch nicht wahr haben? Friedrich Dürrenmatt, der Spezialist für Recht, Moral und Gerechtigkeit in vertrackten Verhältnissen schrieb 1955 „Die Panne – Eine noch mögliche Geschichte“ als Hörspiel. Für spätere Film- und Bühnenfassungen veränderte er die Pointe der Erzählung. Immer aber geht es um uns alle, hier in Gestalt des glatten Textilvertreters Alfredo Traps, den es eines Nachts in das Haus eines pensionierten Richters verschlägt – wo sich eine Runde alt gedienter Juristen schon darauf freut, ihm den Prozess machen zu dürfen. Der Schauspieler Oliver Törner liest die Hörspielfassung der „Panne“, weil ihm der Schluss hier am lebensechtesten erscheint. Und er liest das Stück, weil es zu seinen Lieblingen zählt - als Alfredo Traps stand er vor über 20 Jahren zum ersten Mal in einer großen Rolle auf der Bühne. Und er liest dieses zeitlos aktuelle Werk, weil er damit gleich mehreren Figuren auf einmal seine Stimme leihen kann. Und weil er auch für seine 25ste Mathilde-Lesung gern aus dem Vollen schöpft. 3-4 €. 20.15 Uhr. Bornstraße 16, 20144 Hamburg.

27.10. --- Literaturhaus Lesung. Antonio Tabucchi – „Die Zeit altert schnell“. Hans Kremer liest den deutschen Text. Maike Albath moderiert. Nach fünf langen Jahren meldet sich der italienische Autor Antonio Tabucchi endlich auch für die deutschen Leser zurück: Mit „Die Zeit altert schnell“ (Hanser Verlag) lässt er in neun meisterhaften Erzählungen das Europa nach der Wende auferstehen. Wie schon in seinem Erfolgsroman „Erklärt Pereira. Eine Zeugenaussage“ konfrontieren auch diesmal Opfer der Zeitgeschichte die Normalität nach einer politischen Extremsituation. So lässt sich ein pensionierter Kosovo-Soldat während seines Italienurlaubs von einem 11-jährigen Mädchen über das Italien von heute belehren: „Coca-Cola und McDonald‘s sind der Untergang der Menschheit, sagte Isabella, das wissen alle, in meiner Schule wissen es sogar die Hausmeister.“ Im naiven Geplauder des Mädchens über „außergewöhnliche“ und „supernette“ Ideale legt sich der Schatten der Kriegserfahrung bedrohlich über den Sonnentag am Meer. Ein weiteres Meisterstück dieser Sammlung ist zweifellos die Erzählung „Die Toten bei Tisch“: Ein Rentner irrt nach dem Mauerfall durch die Straßen Ostberlins. Es handelt sich um den ehemaligen Stasi-Spitzel Bertolt Brechts, der mit dem Tod seiner Zielperson seine Orientierung verloren hat. Tabucchi urteilt nicht, klagt nicht an, sondern löst zwiespältige Gefühle aus. Als der alte Mann am Grab Brechts steht, mit dem er sich auf groteske Weise so verbunden fühlt, kann man sich gegen Sympathie und Mitleid nicht länger wehren. 6-10 €. 20 Uhr. Schwanenwik 38, 22087 Hamburg.

28.10. --- ZBW Vortrag. Prof. Dr. Klaus Tochtermann – „Der Informationscrash - Wie wir systematisch für dumm verkauft werden.“ Eintritt frei. 18 Uhr. Neuer Jungfernstieg 21, Raum 519, 20354 Hamburg.

Hannover

14.10. --- Literaturhaus Lesung. Die Veranstaltungsreihe „Der Norden liest“ wird von Harald Martenstein und Anna Depenbusch eröffnet. Harald Martenstein liest aus „Gefühlte Nähe“. Musikalisch unterstützt wir er von Anna Depenbusch. Diese Kombination gab es noch nie: Kult-Kolumnist Harald Martenstein trifft Singer/Songwriterin Anna Depenbusch. Gemeinsam beleuchten sie im Rahmen der Reihe „Der Norden liest“ die Höhen und Tiefen des modernen Paarungsverhaltens. Hier könnten die Funken fliegen.Das Buch: Harald Martenstein präsentiert erstmals in Hannover seinen aktuellen Roman „Gefühlte Nähe“. 23 Männer in archetypischen Situationen, die - so unterschiedlich sie auch sind - eines gemeinsam haben: dieselbe Frau! Mit Witz und Ironie manövriert Martenstein seine Heldin durch ihr Liebesleben, bugsiert sie in bizarre Situationen, verkuppelt sie mit merkwürdigen Typen und lässt sie zwischendurch in unaufgeregten Affären Luft holen. Die Musik: Anna Depenbusch, die ihre Songs selbst textet und komponiert, begleitet die Lesung mit ironisch-poetischen Liedern über die Liebe und das Leben. 1977 in Hamburg geboren, machte sie sich 2005 mit ihrem Debütalbum "Ins Gesicht" einen Namen. Vor ihrer Solokarriere sang sie unter aanderem im Background von "Orange Blue" und Udo Lindenberg. Depenbuschs aktuelle Single „Wir sind Hollywood“ aus ihrem neuen Album erscheint voraussichtlich am 1. Oktober. Am 14. Oktober wird sie in Hannover auch bisher unveröffentlichte Lieder zu Gehör bringen. Moderatorin des Abends ist Julia Westlake vom NDR Kulturjournal. 7 €. 19.30 Uhr. Sophienstraße 2, 30159 Hannover.

25.10. --- Literaturischer Salon Lesung. Christian Lorenz Müller – „Wilde Jagd“. „Der Wind trieb Wolkenschatten zusammen, grauwollige Zottelwesen, die langsam ins Österreichische hinüberzogen.“. Emmeran spricht nicht gern. Lieber macht er die Stallarbeit oder Holz im Bergwald. Am offensten noch ist er gegenüber seinem Neffen Johannes. Als der bei einem Arbeitsunfall schwer verletzt wird, für den Emmeran sich verantwortlich fühlt, begreift er, dass lange Ungesagtes endlich ausgesprochen werden muss. 5-7 €. 20 Uhr. studio Zehn.elf, Conti-Hochhaus, 14. Etage, Königsworther Platz 1, 30167 Hannover.

28.10. --- Literaturhaus Lesung. LiteraTour Nord. Christoph Peters – „Sven Hofestedt sucht Geld für Erleuchtung“. Moderation: Martin Rector. 5-7 €. 19.30 Uhr, Sophienstraße 2,

Heilbronn

1.10. --- Volkshochschule Lesung. Hans-Ulrich Treichel und Antje Rávic Strubel. Einführung und Moderation: Renatus Deckert. Thema: Die Nacht, in der die Mauer fiel. 19.30 Uhr. Kirchbrunnenstraße 12, 74072 Heilbronn.

Karlsruhe

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4.10. --- KOHI-Kulturraum Ron Winkler – „Frenetische Stille“. LESUNG SÜD – mit dem Berliner Lyriker Ron Winkler und der Karlsruher Indie-Band Kojote  „Ein Sprachraumforscher des 21. Jahrhunderts.“ (ZEIT online). Piloten, Feen, cool-groteske Mädchen und seltsame Adoleszenten, ein Philosoph auf einem russischen U-Boot, der Taxifahrer im Beichtstuhl zu Babel: Ron Winklers Lyrik schickt im aktuellen Gedichtband Frenetische Stille illustre Boten auf verschlungene Wege und behilft sich, wo die Wirklichkeit oft nüchtern und durchschaubar abläuft, mit metaphorischem Zauber. Es entstehen phantastisch-groteske Sprachwelten und paradoxale Strudel, die einer Traumlogik zu gehorchen scheinen. Und doch sind seine Gedichte auch begründet in unser aller Gegenwart. Nichts bietet sich mehr an, als diese Welten in Klanggebilde einzubetten. „Kojote“, das 2006 in Karlsruhe gegründete und inzwischen über ganz Deutschland verstreute Indie-Punk- und Post-Rock-Quartett findet ein letztes Mal zusammen, um Winklers Lyrik zwischen Dissonanz und Melodie eine musikalische Verortung zu geben. Eine Veranstaltung der Literarischen Gesellschaft und der Stephanus-Buchhandlung. 5 €. 20 Uhr. Werderstraße 47, 76137 Karlsruhe.

16.10. --- PrinzMaxPalais Lesung & Bücherflohmarkt. „Fest im Palais“. Zweite Karlsruher Lesenacht im PrinzMaxPalais. Es ist wieder soweit: Im Karlsruher Literaturhaus im PrinzMaxPalais findet die zweite Karlsruher Lesenacht statt. Die eingeladenen Autoren zeigen die ganze Vielfalt der Literatur – von Lyrik über kurze Prosatexte bis hin zur szenischen Lesung ist für Liebhaber des geschriebenen Wortes alles dabei. In den Pausen gibt es beim Bücherflohmarkt Gelegenheit, die Lücken im eigenen Bücherregal zu füllen. Moderation: Hansgeorg Schmidt-Bergmann und Matthias Walz. Eine Veranstaltung der Literarischen Gesellschaft in Zusammenarbeit mit dem Kulturbüro der Stadt Karlsruhe. Eintritt frei. Ab 18 Uhr. Karlstraße 10, 76133 Karlsruhe.

19.10. --- PrinzMaxPalais Lesung. 40 Jahre Zettel's Traum von Arno Schmidt. Mit Bernd Rauschenbach, Joachim Kersten, Susanne Fischer, Friedrich Forssman. Präsentation der Neuausgabe von Zettel´s Traum. Arno Schmidt-Lesung – 40 Jahre „Zettel’s Traum“: das letzte Buch im Karlsruher Stahlberg Verlag. Für seinen ersten Erzählband Leviathan (1949), in dem er seine Kriegserfahrungen in einer stark bildhaften Prosa gestaltete, erhielt Arno-Schmidt den Preis der Mainzer Akademie der Wissenschaften und der Literatur. Am bekanntesten ist jedoch Zettel´s Traum geworden, ein über zehn Kilogramm schweres Werk von 1334 DIN-A3-Manuskriptseiten, die photomechanisch vervielfältigt wurden. An seinem Hauptwerk hat Arno Schmidt von 1964 bis 1969 gearbeitet: Zettel´s Traum, ein Zwitter aus Roman und literaturhistorischem Essay, wurde 1970 als letztes Buch des Karlsruher Stahlberg Verlags herausgegeben. Im Herbst 2010 erscheint die Neuausgabe von Zettel´s Traum… Arno Schmidt, 1914 in Hamburg geboren, hat seit den 50er Jahren ein Leben als freier Schriftsteller führen können. In Jan Philipp Reemtsma fand Arno Schmidt einen Mäzen, der ihn über Jahre hinweg großzügig unterstützte. Bernd Rauschenbach und Joachim Kersten, beide im Vorstand der Arno-Schmidt-Stiftung in Bargfeld, haben sich mit ihren Simultanlesungen aus dem Werk Schmidts eine große Fangemeinde erworben. Sie werden an diesem Abend ebenso in Karlsruhe sein wie die Geschäftsführerin der Arno-Schmidt-Stiftung Susanne Fischer und Zettel´s Traum-Buchgestalter Friedrich Forssman. 4-8 €. 20 Uhr. Karlstraße 10, 76133 Karlsruhe.

20.10 --- Konzerthaus Lesung. Günter Grass – „Grimms Worte“. Literaturnobelpreisträger Günter Grass ist in der Fächerstadt und liest auf Einladung der Literarischen Gesellschaft und der Stephanus-Buchhandlung aus seinem neuen Werk „Grimms Worte“. m Jahr 1838 erhalten die Brüder Grimm einen ehrenvollen Auftrag: Ein Wörterbuch der deutschen Sprache sollen sie erstellen. Voller Eifer machen sie sich ans Werk. Aberwitz, Angesicht, Atemkraft - fleißig sammeln sie Wörter und Zitate, in wenigen Jahren sollte es zu schaffen sein. Barfuß, Bettelbrief, Biermörder - sie erforschen Herkommen und Verwendung, sie verzetteln sich gründlich. Capriolen, Comödie, Creatur - am Ende ihres Lebens haben Jacob und Wilhelm Grimm nur wenige Buchstaben bewältigt. Der Literaturnobelpreisträger Günter Grass erzählt das Leben der Brüder Grimm auf einzigartige Weise als Liebeserklärung an die deutsche Sprache und die Wörter, aus denen sie gefügt ist. Er schreibt über die Lebensstationen der Märchen-Brüder, über ihre uferlose Aufgabe und die Zeitgenossen an ihrer Seite: Familie und Verleger, Freunde, Verehrer und Verächter. 20 Uhr. Festplatz, 76137 Karlsruhe.

25.10.--- Jazzclub Vortrag & Lesung. Franz Littmann – „Karlsruhe im Werk von Johann Peter Hebel. Die Veranstaltung mit dem Hebel-Experten Franz Littmann will mit einer Mischung aus Lesung und freier musikalischer Improvisation Hebels Wohnort Karlsruhe von 1781 bis 1826 erfahrbar machen. Im Mittelpunkt des Programms stehen Briefe, die Hebels Leben in Karlsruhe um 1800 thematisieren sowie Kalendergeschichten, Rätsel und Gedichte mit einem Bezug zur badischen Residenz. Zudem ist der Einsatz von Bildmaterial vorgesehen. Musikalisch begleitet wird die Veranstaltung von Helmut Bieler-Wendt (Klavier) und Rudolf Theilmann (Schlagzeug). Eine Veranstaltung des Jazzclub Karlsruhe im Rahmen des Literatursommers 2010 der Baden-Württemberg Stiftung. Vorverkauf: Jazzclub Karlsruhe, Tel. 617885. 6,50-10 €. 20.30 Uhr. Durlacher Allee 64, 76131 Karlsruhe.

28.10. --- PrinzMaxPalais Vortrag. Prof. Dr. Jan Knopf – „Viel Kleines, aber nichts Kleinliches.“. Poetogramme zu Johann Peter Hebels und Bertolt Brechts Kalendergeschichten. Prof. Dr. Jan Knopf, Leiter der Arbeitsstelle Bertolt Brecht an der Universität Karlsruhe (KIT), der über Johann Peter Hebels und Bertolt Brechts Kalendergeschichten promoviert hat, stellt kürzere Geschichten der beiden Meister dieses Genres in Form von Poetogrammen vor. Auf die Lesung folgt eine kurze Skizze von Entstehung und Zusammenhang der Geschichten. Es schließt sich eine Interpretation der verschiedenen (und mehrdeutigen) Verständnisebenen und ihrer textinternen Poetologie an und endet mit einem erneuten Vortrag der Erzählung, der nun ein Goethe’sches Gespräch der Rezipienten mit dem Text ermöglicht. Die Poetogramme sind kurz und kurzweilig; sie benötigen keine Vorkenntnisse, sondern nur Interesse und Freude an Poesie. Eintritt frei. 20 Uhr. Karlstraße 10, 76133 Karlsruhe.

Kassel

9.10. --- Literaturhaus Nordhessen Lesung. Lutz Seiler – „felderlatein“. Lutz Seiler liest aus „Die Zeitwaage“ und seinem neuen Gedichtband „felderlatein“. 19.30 Uhr. Lasallestraße 15, 34119 Kassel.

Kiel

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1.10. ---  Kunsthalle Lesung. „Here, at the tide's turning“ - englischsprachige Lyrik-Lesung mit dem britischen Autor Kevin Crossley-Holland. Kevin Crossley-Holland ist ein britischer Dichter, Jugendbuchautor und Übersetzer. Er ist Mitglied der „Royal Society of Literature“ und Träger zahlreicher Auszeichnungen, u.a. gewann er 1985 die begehrte Carnegie Medal. Seine Bücher haben ihn in der gesamten englischsprachigen Welt bekannt gemacht. Kevin Crossley-Holland lebt in Norfolk. Seine Gedichte zeichnen ein eindringliches und lebendiges Bild von der Küstenlandschaft Norfolks. Sie verleihen Küste und Meer eine eigene, kraftvolle Stimme, die die Zuhörer berührt und inspiriert. Die öffentliche Lesung findet statt im Rahmen des Symposiums „Images of Coast and Sea“ des Englischen Seminars der Christian-Albrechts-Universität. 8-12 €. 20 Uhr. Düsternbrooker Weg 1, 24105 Kiel

2.10. --- Literaturhaus Workshop. Poetry-Workshop mit dem britischen Autor Kevin Crossley-Holland. Das Literaturhaus Schleswig-Holstein veranstaltet in Kooperation mit dem Englischen Seminar der CAU Kiel einen Poetry-Workshop mit dem Autor Kevin Crossley-Holland im Rahmen des Symposiums „Images of Coast and Sea“. Kevin Crossley-Holland ist ein britischer Dichter, Jugendbuchautor und Übersetzer. Er ist Mitglied der „Royal Society of Literature“ und Träger zahlreicher Auszeichnungen, u.a. gewann er 1985 die begehrte Carnegie Medal. Seine Bücher haben ihn in der gesamten englischsprachigen Welt bekannt gemacht. Seminargebühr: 10 €. (Anmeldung via E-Mail an coastandsea[at]anglistik.uni-kiel.de). 14-17 Uhr. Schwanenweg 13, 24105 Kiel.

4.10. - 9.10. --- Literaturhaus Slam Poetry-Projekt – „Kiel features Nantes“. Mit den französischen Slammern Alice Ligier und Monsieur Mouch. Ein Modellprojekt des Literaturhauses und des Deutsch-Französischen Kulturzentrums in Nantes geht in die zweite Runde: Nachdem im April zwei Kieler Slam Poeten nach Nantes reisten, sind nun vom 4.-9.2010. sind auf Einladung des Literaturhauses SH die Nanteser Slampoeten Alice Ligier und Monsieur Mouch in Kiel zu Gast. In Workshops für Jugendliche und junge Erwachsene vermitteln sie, wie im Spiel mit Wort, Laut und Rhythmus Slamtexte in französischer Sprache für den öffentlichen Auftritt entstehen. Weitere Informationen zum Projekt www.literaturhaus-sh.de. Schwanenweg 13, 24105 Kiel.

13.10. --- Literaturhaus Lesung. LeseLounge mit Katrin Seddig („Runterkommen“), Clemens Berger („Das Streichelinstitut“) und Live-Musik. Zwei Autoren, eine Liveband und Aufgelegtes: Die LeseLounge öffnet im Oktober wieder ihre Pforten! Clemens Berger zeichnet in seinem Roman »Das Streichelinstitut« das Bild der alternativ angehauchten, ehemals radikal linken, inzwischen aber systemstabilisierenden Szene rund um die Wiener »Mondscheingasse«, zwischen Yoga und Grünkernbratlingen, ohne sich dabei in platten Klischees zu verlieren: Denn es gibt keinen Bereich im Leben, der nicht vermarktet werden kann, so auch Streicheln als Dienstleistung .... Einem verwildernden Garten ähnlich verlieren die Figuren in Katrin Seddigs Debütroman »Runterkommen« zusehends die traditionellen Strukturen ihres bürgerlichen Lebens. Auf der Suche nach Liebe verkommen beinahe alle Figuren rund um den Anwalt Erik, seine Familie, eine Putzfrau und eine Kneipenbekanntschaft. Doch könnte, was auf den ersten Blick als moralischer Verfall erscheint, sich in diesem rasant erzählten Roman letztlich als Prozess der Natürlichwerdung auf dem Weg zum großen Glück herausstellen. Für den tanzbaren Teil des Abends sorgen dieses Mal das Kieler Trio „der kosmos“ und DJ Christoph. 5 €. 21 Uhr. Schwanenweg 13, 24105 Kiel.

19.10. --- Literaturhaus Vorlesen. „Macht Bücher lebendig“ – „Macht Bücher lebendig!“ - Vorlesepatenseminar für VorlesepatInnen, PädagogInnen und ErzieherInnen mit Martin Gries. Vorlesen ist in vieler Hinsicht ein wichtiger Beitrag für die Entwicklung von Kindern: für ihre Freude am Entdecken, Hinterfragen, Diskutieren. Doch auch das Vorlesen will geübt sein, damit es Hörern wie Lesern Spaß bereitet. Das Vorlesepatenseminar bietet Informationen, Ideen und Konzepte rund ums Vorlesen sowie viele neue und alte Bilderbücher, die sich als Vorlesebücher eignen. Gemeinsam mit den TeilnehmerInnen werden in einem zweiten Schritt Vorleseprojekte entwickelt, die sich ohne großen Aufwand umsetzen lassen. Martin Gries, Dipl. Pädagoge und Kinderbuchautor, ist u.a. pädagogischer Leiter der Bücherpiraten Lübeck e.V. und leitet als freier Mitarbeiter die Vorlesepatenseminare des Literaturhauses. Seminarbeitrag 15 Euro, für aktive Vorlesepaten frei (Anmeldeschluss: 11.10.2010 - Information und Anmeldung unter T 0431 / 5796841). 10-17 Uhr. Schwanenweg 13, 24105 Kiel.

21.10. ---  Literaturhaus Lesung. Laura Alcoba – „Das Kaninchenhaus“. Die argentinisch-französische Autorin Laura Alcoba liest aus ihrem autobiographischen Roman. „Das Kaninchenhaus“ ist die Geschichte von Laura Alcoba, die als Siebenjährige die argentinische Militärdiktatur miterlebte. Ihre Eltern sind Mitglieder der bewaffneten Widerstandsbewegung „Montoneros“: Der Vater sitzt bereits im Gefängnis, die Mutter druckt illegal Flugblätter mit der in der heruntergekommenen Kaninchenfarm am Rande von La Plata versteckten Druckerpresse. Die politischen Umtriebe ihrer Eltern reißen Laura aus jeglicher Normalität - ein Kind in der Welt der Erwachsenen, das alles, was um es her geschieht verstehen muss, aber doch nicht wirklich begreifen kann. Laura Alcoba beschreibt eine Kindheit, die einerseits voll Schrecken ist, andererseits auch gerade daraus ihren Zauber zieht - ein fesselnder Bericht über das Leben in einer Diktatur aus der Sicht eines Kindes. Laura Alcoba (*1968 in La Plata) lebte bis zu ihrem zehnten Lebensjahr in Argentinien, bevor sie 1979 aus politischen Gründen das Land mit ihrer Mutter verließ und nach Frankreich ging. Sie studierte Literatur und unterrichtet heute an der Pariser Universität. 6 €. 20 Uhr. Schwanenweg 13, 24105 Kiel.

Köln

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1.10. --- St. Agnes Kirchturm Lesung. Andreas Maier – „Das Zimmer“. Andreas Maier liest aus seinem aktuellen Roman. Im Rahmen der Reihe „Literatur in St. Agnes“. 20 Uhr. Neusser Platz 18, 50670 Köln.

3.10. --- Allerweltshaus Lesung. Sefi Atta – „It's my turn“. Zweisprachige Lesung und Gespräch. Die Freundinnen Tolani und Rose arbeiten als Sekretärinnen in einer Bank mitten in Lagos, einer Stadt, die chaotischer und ärmer kaum sein könnte. Als Rose eines Tages ihren Chef ohrfeigt - aus Gründen, über die sie schweigt – wird sie gefeuert. Kurz darauf verliert auch Tolani ihren Job. Als zudem Tolanis Freund Sanwo ihre gesamten Ersparnisse durchbringt, statt sie endlich zu heiraten, wird die Situation der beiden jungen Frauen prekär. Über die Einzelschicksale hinaus schildert Sefi Atta sehr realistisch die Verhältnisse in ihrer Heimatstadt. Trotz der finster-chaotischen Kulisse Lagos und trotz schockierender äußerer Ereignisse ist der Roman ein Lesevergnügen. Die knappe, treffende Sprache, die witzigen, intelligenten Dialoge geben der Geschichte Tempo und eine Leichtigkeit, die die tiefe Menschlichkeit der Protagonisten hell aufscheinen lässt. 3-5 €. 13 Uhr. Körnerstr. 77-79, 50823 Köln.

4.10. --- Literaturhaus Lesung. Nikola Richter – „Gegen den Strich“. Nikola Richter erklärt: „Ihr sollt nicht surfen, sondern wandern!“ Nikola Richter, geboren 1976, ist eine umtriebige Frau. Fragt man sie nach ihrer Berufsbezeichnung, nennt sie: freie Online-Redakteurin und Autorin und erwähnt außerdem ihre Eine-Frau-Firma www.blogmacherei.de. Nebenbei ist sie auch im Vorstand des Netzwerks für Osteuropa-Berichterstattung tätig und hatte einen Lehrauftrag an der Freien Universität Berlin für Angewandte Literaturwissenschaften. Mit Ihren Studierenden hat sie die kulturellen Veränderungen analysiert, die das Netz mit sich bringt und hat mit ihnen einen eigenen Blog entwickelt. In unserer Reihe „Gegen den Strich“ wird sie erklären, weshalb Frank Schirrmacher sich vom Netz überfordert fühlt und warum es nicht stimmt, dass Blogger nur von der Sorte ihres Katzenfutters berichten. Im Sinne der von den Geistes- und Sozialwissenschaften beeinflussten Slow-Media-Bewegung wird sie entwerfen, wie man neue Medien nutzen kann, ohne alte Kulturtechniken aufzugeben. 4-8 €. 20 Uhr. Schönhauser Straße 8, 50968 Köln.

5.10 --- Zentralbibliothek am Neumarkt Lesung. Roman Brinzanik und Tobias Hülswitt – „Werden wir ewig leben - Gespräche über die Zukunft von Mensch und Technologie“. 20 Uhr. Joseph-Haubrich-Hof 1, 50676 Köln.

6.10. --- Literaturhaus Lesung. Morris Gleitzman – „Einmal“. Flucht vor Bücherverbrennern. Morris Gleitzman ist einer der erfolgreichsten Autoren Australiens. Sein Roman Einmal stand auf der Deutschlandfunk-Liste für „Die besten 7 Bücher für junge Leser“ und ist für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert (Jugendjury). Gleitzman erzählt eine Geschichte über Mut und Freundschaft: Seit über drei Jahren lebt Felix schon in einem polnischen Waisenhaus. Seine jüdischen Eltern haben den Neunjährigen dort versteckt. Als Männer mit seltsamen Armbinden dort auftauchen und Bücher aus der Bibliothek verbrennen, reißt Felix aus. Er will seine Eltern, die eine Buchhandlung besitzen, warnen. Dass es die Männer mit den Armbinden nicht nur auf Bücher abgesehen haben, beginnt Felix zu begreifen, als er unterwegs die kleine Zelda aufliest. Denn Zeldas Familie wurde ermordet. The Independent schrieb über das Buch: „Gleitzman ist ein Könner in Sachen Komödie; diese Geschichte beweist, dass er auch die Tragödie beherrscht.“ 3-8 €. 19 Uhr. Schönhauser Straße 8, 50968 Köln.

11.10. --- Literaturhaus Liao Yiwu kommt nach Köln. Seit einigen Tagen steht es fest: Der chinesische Schriftsteller Liao Yiwu darf überraschend nach Deutschland ausreisen. Liao Yiwu wurde 1958 in der südwestchinesischen Provinz Sichuan geboren, erlebte als Kind die große Hungersnot und die Repressionen der Kulturrevolutionäre. Gegen das Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens am 4. Juni 1989 protestierte er mit einem Langgedicht, wurde verhaftet und von 1990 bis 1994 im Gefängnis festgehalten und gefoltert. 2001 wurde sein Buch Fräulein Hallo und der Bauernkaiser. Chinas Gesellschaft von unten (dt. S. Fischer 2009) in China verboten. In den Traditionen des literarischen Gesprächsprotokolls hat Yiwu dieses Buch den „Graswurzelmenschen“ gewidmet, zu denen er auch sich selbst zählt. Zehn Jahre hatte er daran gearbeitet, 300 Gespräche geführt mit Menschen, die am Rand der chinesischen Gesellschaft leben. 29 Interviews hat er aus diesem Material gefiltert. Nicht um Regierungskritik sei es ihm dabei gegangen, sondern um eine Dokumentation der noch ungehörten Geschichte Chinas und das Leiden der einfachen Menschen. Die literarische und dokumentarische Intensität seines Buches wurde in Deutschland hochgelobt. Moderation und Übersetzung: Shi Ming (Dokumentarfilmer aus Köln). Deutsche Lesestimme: Ralf Harster (Schauspiel Köln). 7-12 €. 20 Uhr. Schönhauser Straße 8, 50968 Köln.

11.10. --- Buchhandlung Mayersche Ingrid Betancourt – „Kein Schweigen, das nicht endet“. 2321 Tage in der Hand der FARC-Rebellen. Selten hat das Schicksal einer Geisel die Welt so bewegt wie das der kolumbianischen Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt. In ihrem aufrüttelnden Buch von großer literarischer Kraft legt sie Zeugnis ab. Sie setzt sich den Erinnerungen an die Schreckensjahre im Dschungel, die sie an die Grenzen ihrer Leidensfähigkeit und Widerstandskraft brachten, erneut aus, findet schließlich zu sich selbst – und hofft nicht zuletzt, dass die Welt ihr Schweigen breche über die Zustände in Kolumbien. 7-10 €. 20.15 Uhr. Schildergasse 31-37, 50667 Köln.

12.10 --- Kulturkirche Köln Lesung. Jonathan Franzen – „Freiheit“. Das Diktat des inneren Selbst. Jonathan Franzens neuer Roman Freiheit konzentriert die letzten 30 Jahre amerikanischer Gesellschaftsgeschichte in der kleinsten Zelle des Staates, Familie genannt Dieses Buch ist Jonathan Franzens erster großer Roman nach seinem Welterfolg Die Korrekturen. Vor der amerikanischen Buchpremiere wurde er wie hochexplosiver Zündstoff gehandelt; nicht eine Zeile gelangte vorab an die Öffentlichkeit. Kein Wunder, trägt Franzens neues Epos doch den Titel „Freiheit“. Neun Jahre hat der New Yorker Schriftsteller daran gearbeitet. Jahre, in denen die Regierung Georg W. Bushs dafür sorgte, dass „Freiheit“ einst Lebensnerv der westlichen Kulturen, zur verheerenden Parole wurde. Franzen erzählt von dieser Entwicklung in der Tradition großer amerikanischer Literatur: im Spiegel eines ganz normalen amerikanischen Vorzeigefamilienlebens. Mutter, Vater und Sohn führt Franzen, Romancier der Ironie, mit seinem untergründigem Witz auf Abwege, bis das System des Selbstbetrugs implodiert. 6-12 €. 20 Uhr. Siebachstraße 85, 50733 Köln.

14.10. --- Tsunami Club Lesung. Dorohee Elmiger – „Freiheit des Spiels“. Klub junge Literatur. Die Schweizer Autorin Dorothee Elmiger spricht mit ihrem Debüt eine Einladung an die Waghalsigen aus „Meinerseits war ich oft allein mit den Büchern“ beginnt die Vierundzwanzigjährige Politikstudentin ihren ersten Roman. Seltsame, umständliche Prosa Elmigers ebenso beklemmende wie verspielte Collage aus den Stimmen der Polizistentöchter Fritzi und Margarete ist kostbarer literarischer Rohstoff. Die Schwestern leben als übrig gebliebene Jugend in einem postapokalyptischen offenen Gelände, unter dem ein unstillbares Feuer schwelt. Eines Tages machen sie sich auf die Suche nach dem Glück und ihrer Vergangenheit. Ganz unbeeindruckt vom feuilletonistischen Ruf nach den neuen Erzählern wagt Elmiger das Experiment, die Feier des Fragments. Beim Klagenfurter Bachmann-Wettbewerb wurde sie dafür vor wenigen Monaten ausgezeichnet. Jetzt liest sie bei uns und wird mit ihrem Lektor Martin Kordić über den Fluss Buonaventura, die Welt unter Tage und darüber sprechen, was beides mit uns zu tun hat. 3-8 €. 20 Uhr. Im Ferkulum 9, 50678 Köln.

18.10. --- Der andere Buchladen Lesung. „Was stünde nicht in Zettel’s Traum?“ – Es gilt einen Riesenroman und seinen Autor neu zu entdecken! Vor 40 Jahren veröffentlichte Arno Schmidt sein wichtigstes Werk, Zettel’s Traum: 1334 DIN-A3-Seiten stark, über zehn Kilogramm schwer und als Faksimilie vervielfältigt. Vor dem komplexen Layout des dreispaltigen Romans mit seinen zahlreichen Randglossen kapitulierten Setzerei und Verlag. Nun endlich erscheint das Buch: Jahrelange Arbeit von Setzern, Editoren und Korrektoren war nötig, um einen lesefreundlichen Schriftsatz herzustellen, ohne den Charakter des „Überbuchs“ zu verändern und seine Eigenheiten zu glätten. Es gilt mit dieser Ausgabe, einen Riesenroman neu zu entdecken: Er erzählt die Liebesgeschichte zwischen einem alternden Schriftsteller und einer Sechzehnjährigen und von Leben und Werk Edgar Allan Poes. Er entwirft eine eigene Literaturtheorie in der Nachfolge von Sigmund Freud und entwickelt wie nebenbei eine neue Rechtschreibung ... Die Herausgeber Susanne Fischer und Bernd Rauschenbach sprechen mit dem Setzer Friedrich Forssmann und dem xxx Joachim Kersten über Zettel’s Traum und Schmidts Zettelkästen. Moderation: Norbert Wehr, Köln. 4- 6 €. 20 Uhr. Weyertal 32, 50937 Köln.

20.10. --- Literaturhaus Lesung. Michael Köhlmeier – „Madalyn“. Eine Liebe in Wien. Michael Köhlmeiers konzentriertes Kammerspiel „Madalyn“. Gute Geschichten seien gebaut wie das Leben, hat der in Österreich berühmte Schriftsteller und Musiker Michael Köhlmeier einmal gesagt: „Man zeigt diktatorisch in eine Richtung, aber die Geschichte kümmert sich nicht darum und folgt ihrem eigenen Weg.“ Madalyn, das Nachbarsmädchen des Schriftstellers Sebastian Lukasser, ist die Allegorie einer solch eigenwilligen Geschichte. Lukasser führte erzählend schon durch Abendland, Köhlmeiers „Epochenroman über den modernen Menschen“ (DIE ZEIT), der auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises stand. Nun berichtet Köhlmeiers Alter ego von seiner Begegnung mit Madalyn. So ernsthaft und zugleich ohne jede Überlegenheit und Nostalgie hat lange niemand mehr über die Geschichte einer Jugend geschrieben. Wieder ist Michael Köhlmeier große, atemberaubend dichte Kunst gelungen. Der Schriftsteller wird lesen und von der Magie des Schreibens und der ersten Liebe erzählen. 5-7 €. 20 Uhr. Schönhauser Straße 8, 50968 Köln.

21.10. --- Alte Feuerwache I Schreibworkshop. Die Schreibbar. Schreibworkshop mit Sascha Pranschke. In der von Sascha Pranschke geleiteten Schreibbar können Jugendliche ab 14 Jahre ihre eigenen Texte vorstellen und über sie sprechen. Pranschke ist Autor, Dozent für kreatives Schreiben und leitet das Junge Literaturhaus. in der Schreibbar gibt er Jugendlichen Tipps, wie sie ihre Geschichten verbessern können, und hilf mit Schreibaufgaben und -spielen, Blockaden zu überwinden und einen eigenen Stil zu entwickeln. Anmeldung unter 0221/ 99 55 58 11 oder info[at]junges-literaturhaus.de. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. 4-5 €. 18 Uhr. (Steigeturm, 2. Etage, Raum 5) Melchiorstraße 3, 50670 Köln.

28.10. --- Literaturhaus Lesung. LiterABItur – liebe dein Abiturthema! Diskussion und Leseabend zu Wolfgang Koeppens „Tauben im Gras“. Der zweite Abend der Reihe LiterABItur schließt an den ersten Abend an: Professor Dr. Sabina Becker, die an der Uni Freiburg lehrt und Koeppen-Spezialistin ist, die Autorin Judith Schalansky und Studiendirektor Dr. Hanns-Peter Reisner sprechen und diskutieren über den Autor Wolfgang Koeppen und sein Nachkriegswerk Tauben im Gras. Während die Gesprächspartner des ersten Abends Koeppen noch kannten und zum Teil eng mit ihm zusammengearbeitet haben, sprechen nun die nachgeborenen Expertinnen. Neue Leseeindrucke, andere Gesprächsverläufe verdichten das Bild von Wolfgang Koeppen und seinem Werk. Aus Tauben im Gras liest diesmal die Kölner Schauspielerin Marietta Bürger. Angaben zum Veranstaltungsort und weitere Informationen im Internet unter www.literabitur.de. 2,50 €. 19 Uhr. Schönhauser Straße 8, 50968 Köln.

28.10 --- Lengfeld'sche Buchhandlung Lesung. Martin Mosebach – „Was davor geschah“. Es ist eine gefährliche Frage, die bereits den Keim einer Eifersucht enthält: Wie war das eigentlich mit dir, bevor wir uns kannten? Die beiden sind seit Kurzem ein Paar, und sie stellt ihm jene Frage. Seine Antwort wird zu einem Gespinst aus Wahrheit und Dichtung, einem wahren Lügenpalast, errichtet aus soliden Bausteinen von Wirklichkeit. Auf der Bühne Frankfurts inszeniert Martin Mosebach, mit detektivischer Genauigkeit und meisterhafter Sprachkunst, ein böses Spiel von Liebe und Zufall. 19.30 Uhr. Kolpingplatz 1, 50667 Köln.

31.10. --- Schauspiel Köln Lesung Norbert Scheuer – „Überm Rauschen“. Wenn die Zeit still steht. Das „Buch für die Stadt“ 2010. Dieses Buch ist ein unerhörtes Wagnis: Es handelt vom Fliegenfischen. Eine Tätigkeit von poetischer Eleganz zwar, doch tut der Fliegenfischer vor allem eines: warten. Scheuer gelingt es auf magische Weise, aus dieser Situation einen ebenso lyrischen wie fesselnden Roman zu gewinnen. Überm Rauschen entwirft nicht nur in zarten Aquarelltönen die „kühlen Landschaften“ (FAZ) der Eifel, sondern zeichnet auch mit kräftigem Strich die beklemmende Geschichte vom Abstieg eines Dorfes und der spannungsvollen, ambivalenten Beziehung zweier Brüder: Leo Arimond kehrt an den Fluss seiner Kindheit und in sein Elternhaus zurück. Dort scheint der ältere Bruder, den Verstand verloren, vielleicht sogar gemordet zu haben. Während Leo darauf wartet, dass der Bruder seine verschlossene Zimmertür öffnet, steigt er in den Fluss und wartet auf den mythischen Fisch Ichthys, der schon Vater und Bruder in seinen Bann schlug. Dort überfluten ihn die Erinnerungen. Und nicht nur ihn, dafür sorgt Scheuer, der übrigens auch als Systemprogrammierer für Telekom arbeitet: Überm Rauschen begegnen wir uns selbst und unserer ureigenen Einsamkeit. Dieser Roman ist auch ein Nachdenken über Schönheit und Illusion, über den Stillstand der Zeit im Strom der Erinnerung, die Demut vor der Natur und den Sieg der Schwachen über die Starken. Vom 31. Oktober an können die Leserinnen und Leser der Region ins Rauschen dieser Prosa eintauchen und sich auf die Suche nach Ichthys machen, dem alten Fisch. Denn dann eröffnen der Kölner Stadt-Anzeiger und das Literaturhaus im Schauspiel Köln mit einer Matinee um 11 Uhr den Reigen von Veranstaltungen rund um Norbert Scheuers Roman „Überm Rauschen“, der bis zum 12. November andauert. Im Rahmen der Matinee wird Norbert Scheuer mit Roger Willemsen über Nähe und Ferne sprechen, das Jazz-Duo Radmacher&Geschwind wird zum Roman improvisieren und Joachim Król liefert mit einer Lesung aus „Überm Rauschen“ den Gesprächsstoff für diesen Vormittag. Zum achten Mal sind im Rahmen der Aktion „Buch für die Stadt“ alle Interessierten zwischen Gummersbach und Euskirchen, zwischen St. Augustin und Leverkusen eingeladen, sich zu beteiligen: mit Lesungen und Vorträgen, Diskussionen und Projektwochen, Predigten, Theateraufführungen, Fotoausstellungen oder, in diesem Fall, mit Angelkursen, speziellen kulinarischen Künsten und geführten Wanderungen durch die Eifel. Ausführliche Informationen finden Sie unter: www.ksta.de/scheuer. Dort finden Sie auch das Anmeldeformular für alle, die sich an der Aktion „Buch für die Stadt“ beteiligen möchten. Ihre Ideen sind willkommen! 7-9 €. 11 Uhr. Offenbachplatz 1, 50667 Köln.

Leipzig

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1.10. --- Kulturwirtschaft Waldfrieden Lesung. Uwe Stöß – „Auch Sterne lügen“ und „Zwei Etagen unter der Hölle“. Literatur im Waldfrieden. In Uwe Stöß‘ neuestem Erzählband „Auch Sterne lügen“ findet man bitterböse Geschichten über Nachbarn, Verwandte, Bürokraten und andere Quälgeister. Die Figuren haben Ängste und Zweifel und sind dem Leser auf manchmal fast unangenehme Weise nahe. Der Finger liegt in der Wunde, dort, wo es weh tut. Bei „Zwei Etagen unter der Hölle“ nimmt Stöß das Publikum mit in Abbruchhäuser, auf nächtliche Straßen, zu Schlägereien, auf Raubzüge und schließlich in den Knast. Und als kleines Sahnehäubchen gibt Stöß noch brandneue Geschichten zum Besten. Der Eintritt ist frei. 20.30 Uhr. Bornaische Straße 56, 04277 Leipzig.

2.10. --- Café Anton Hannes Buchpremiere. Barbara Siwik – „Das Erbe des Casparius“. Barbara Siwik liest aus ihrem Jugendbuch: Der 16jährige Caspar lebt mit seiner Großmutter in dem kleinen Örtchen Dorfstadt und führt ein beschauliches Leben. Das ändert sich, als er auf dem Dachboden ein altes Buch seines Urahns Casparius findet. Mithilfe des Buches gelangt Caspar bald in den Besitz eines geheimnisvollen roten Edelsteins. Dieser Stein scheint eine besondere Macht zu besitzen. denn sogar der Teufel ist hinter dem Kleinod her. Gemeinsam mit seinen Freundinnen Grit und „der Prinzessin“ macht sich Caspar auf in eine Welt voller Magie und Abenteuer. Caspar wird bald klar, dass er den Edelstein um nichts auf der Welt hergeben darf. Doch was hat es wirklich mit dem Stein auf sich? Eintritt frei. 20 Uhr. Beethovenstraße 17, 04107 Leipzig.

5.10 --- Literaturhaus Vortrag. Walter Müller spricht über „Die sächsischen Bauernkalender“. Die im 15. Jahrhundert aufkommenden Einblattkalender mit vielerlei Informationen und Bildschmuck am Rand wurden für Leseunkundige ergänzt durch die so genannten Bauernkalender, auf denen die Tages- oder Festtagsheiligen als Figuren mit entsprechendem Attribut erschienen. 19.30 Uhr. Saal 2, Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig.

11.10 --- Literaturcafé Lesung. Alan Pauls – „Geschichte der Tränen“. Literarische Landschaft Argentinien. Alan Pauls liest aus seinem aktuellen Werk. Moderation und Lesung des deutschen Textes: Christian Hansen. Als Kind ist er ein glühender Sozialist im Superheldenkostüm. In seiner Gegenwart fangen die Menschen unweigerlich an zu weinen. Doch er selbst vergießt keine Tränen mehr, seit er den Putsch gegen Allende im Fernsehen verfolgt hat. In „Geschichte der Tränen“ erzählt Alan Pauls eine verstörende Episode aus der Zeit der Militärdiktatur. Darin macht er, inmitten des lärmenden Getöses der Politik, die leisen Töne des Privaten hörbar. Alan Pauls, einer der größten lebenden Autoren Südamerikas, wurde 1959 in Buenos Aires geboren. Er hat Literatur gelehrt, daneben Drehbücher, Filmkritiken, Essays und Romane geschrieben, arbeitet als Kulturkolumnist und moderiert eine Fernsehsendung. In deutscher Sprache erschien bereits 2009 der Roman „Die Vergangenheit“. „Hier ist ein furchtloser, radikaler Autor am Werk, dem es ums Ganze geht“, lobte Iljoma Mangold in Die Zeit. Veranstaltung in Spanisch und Deutsch. 20 Uhr. Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig.

12.10. --- Literaturcafé Lesung. Claudia Piñeiro – „Die Donnerstagswitwen“. Literarische Landschaft Argentinien. Claudia Piñeiro liest aus ihrem aktuellen Buch.(Unionsverlag2010). Moderation: Kirsten Brandt. Lesung des deutschen Textes: Steffi Böttger In der Privatsiedlung Altos de la Cascada vor den Toren von Buenos Aires lebt eine kleine elitäre Gemeinschaft. Man bleibt unter sich, organisiert Wohltätigkeitsbasare mit einmal getragener Kleidung und immer donnerstags treffen sich die Männer zum Kartenspielen und ihre Frauen zum Tratschen. Scherzhaft nennen sie sich Donnerstagswitwen. Unter der schönen Oberfläche jedoch brodeln Konflikte, die auch vor den Siedlungszäunen nicht halt machen: Untreue, Alkoholsucht und Ehezwist. Zudem bekommen die sonst so sorglosen Familien die Auswirkungen der Wirtschaftskrise mit aller Wucht zu spüren. Doch anstatt die Ärmel hochzukrempeln, gehen drei Familienväter einen eigenwilligen Weg, um ihren Lieben den hohen Lebensstandard zu sichern. Ihre Leichen werden am Grund des Schwimmbades gefunden. Claudia Piñeiros Roman „Die Donnerstagswitwen“ ist das Porträt einer Gemeinschaft, die über ihre Verhältnisse lebt und tödliche Geheimnisse zu verbergen hat. Bereits in vierzehn Sprachen übersetzt, wurde er 2009 verfilmt. – Claudia Piñeiro wurde 1960 in Buenos Aires geboren. Nach ihrem Wirtschaftsstudium arbeitete sie als Journalistin, schrieb Theaterstücke, Kinder- und Jugendbücher und führte Regie fürs Fernsehen. Veranstaltung in Spanisch und Deutsch. 20 Uhr. Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig.

13.10. --- Literaturcafé Lesung. Katja Lange-Müller – „Pan Leszek Birenzin, der Hund Kuballa und die schwarze Madonna von Tschenstochau“. Die Autorin erzählt von ihren Reisen nach Polen. Immer hatte sie die Visite bei der Matka Boska fest eingeplant, aber jedes Mal war etwas dazwischen gekommen. Erst die letzte Reise 2009 führt sie nach Tschenstochau zum Paulinerkloster Jasna Gora; sie erlebt verwundert, fast amüsiert, die religiöse Ekstase der tief Gläubigen und erliegt schließlich selbst der unbegreiflichen Ausstrahlung der Schwarzen Madonna: „Was genau war es; was konnte mich so bannen und doch bewegen? Hatte mich allein die von dem Bildnis herrührende Energie in Tränen ausbrechen lassen oder es bloß eines Anlasses zu solch kathartischer Selbstauflösung bedurft? Hatte die hell beleuchtete Dunkelheit der kleinen Ikone meine Augen zu derart meditativer Konzentration gezwungen? War mir der traurige, nicht in unsere Welt gerichtete Blick dieser Frau allzu nahe gegangen?“. Katja Lange-Müller, 1951 in Ostberlin geboren, lernte Schriftsetzerin und arbeitete als Hilfspflegerin auf psychiatrischen Stationen. Nach ihrem Studium am »Institut für Literatur Johannes R. Becher« in Leipzig lebte sie ein Jahr in der Mongolei. 1984 verließ sie die DDR. Zwei Jahre später erhielt sie den Ingeborg-Bachmann-Preis und 1995 den Alfred-Döblin-Preis. Ihr zuletzt erschienener Roman „Böse Schafe“ war auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis 2007. Deutschlandradio Kultur kommentierte ihr Schaffen: „Katja Lange-Müller zählt derzeit zu den präzisesten und sprachlich versiertesten Autoren.“ Die Erzählung erschien als Erstdruck in einer bibliophilen Ausgabe mit Illustrationen von Bettina Haller, herausgegeben vom Leipziger Bibliophilen-Abend e.V.. 20 Uhr. Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig.

14.10. --- Literaturhaus Lesung. Jonathan Franzen – „Freiheit“. Moderation: Wolfram Eilenberger. Patty und Walter Berglund – Vorzeigeeltern und Umweltpioniere, fast schon ideale Nachbarn in ihrer selbstrenovierten viktorianischen Villa in St. Paul – geben plötzlich Rätsel auf. Ihr halbwüchsiger Sohn zieht zur proletenhaften republikanischen Familie nebenan. Walter lässt sich zum Schutz einer einzigen Vogelart auf einen zwielichtigen Pakt mit der Kohleindustrie ein, und Patty, Exsportlerin und Eins-a-Hausfrau, lebt auf einmal ihre kühnsten Träume aus. Hat Walters bester Freund, ein Rockmusiker, damit zu tun? In diesem Familienroman, der zugleich ein großes Epos der letzten 30 Jahre amerikanischer Geschichte ist, erzählt Jonathan Franzen von Freiheit und auch deren Gegenteil, zeigt die tragikomischen Verwerfungen von Liebe und Ehe, Freundschaft und Sexualität. Die New York Times rühmte den Autor: „Franzen hat seinen bisher am tiefsten empfundenen Roman geschrieben“, das Time Magazine widmete ihm eine Titelgeschichte. In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung hieß es: „Die Wirklichkeit, die er schildert, ist im vergangenen Jahrzehnt noch komplexer geworden. Franzen versucht gar nicht erst, die Bruchstücke unserer disparaten Gesellschaft wieder zusammenzuzwingen, aber er präsentiert uns ihre Splitter überzeugender denn je.“ Jonathan Franzen, 1959 geboren, wuchs in einer Vorstadt von St. Louis auf. Der Autor hat Anfang der 1980er Jahre in Berlin studiert. 1988 veröffentlichte er den Roman „Die 27ste Stadt“, 1992 „Schweres Beben“. Für seinen dritten Roman „Die Korrekturen“ erhielt er 2001 den „National Book Award“. 20 Uhr. Großer Saal, Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig.

15.10. --- Literaturcafé Lesung. Kulturhauptstädte Europas: Istanbul – Lesung mit Mario Levi. In dieser Veranstaltungsreihe werden die Kulturhauptstädte Europas in Lesung und Gespräch und mit lukullischen Beigaben präsentiert. Aus Istanbul wurde der Schriftsteller Mario Levi eingeladen, der in seinen Geschichten ein Kaleidoskop menschlicher Schicksale entwirft. Moderation: Markus Sahr. 2-3 €. 19 Uhr. Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig.

16.10. --- Literaturcafé Diskussion. „Sind wir Ost oder West?“. Diskussionsrunde mit Deme Janos, Eva Karádi, Regine Möbius und anderen. 17 Uhr. Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig.

16.10. --- Literaturcafé Lesung. Habib Selmi – „Meine Zeit mit Marie-Claire“. Habib Selmi erzählt in seinem Roman die zauberhafte Liebesgeschichte zwischen einem Tunesier und einer Französin in Paris. In vielen alltäglichen Kleinigkeiten schildert der Autor humorvoll und verblüffend ehrlich die komplexe Beziehung zwischen Mann und Frau aus unterschiedlichen Kulturen. Habib Selmi stammt aus Kairuan. Er ist Universitätsdozent für Arabisch und gilt als einer der wichtigsten tunesischen Autoren. Moderation und Übersetzung: Regina Karachouli. 2-3 €. 20 Uhr. Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig.

17.10. --- Literaturcafé Lesung. Im Osten was Neues Vier bulgarische Autoren zu Gast. Lesung und Gespräch mit Bozhana Apostolowa, Dimitar Atanassow, Maria Stankowa und Vladislav Todorov. Moderation: Roumen M. Evert. Die editionBalkan im Dittrich Verlag stellt zeitgenössische Autoren aus den Balkanländern vor, die über die Grenzen hinaus Wirkung zeigen. Die vom Charme Südosteuropas durchzogenen Texte werden gelesen von dem Schauspieler und Hörbuchsprecher Max Volkert Martens. 20 Uhr. Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig.

19.10. --- Literaturhaus Vortrag. „Was die Welt im Innersten zusammenhält“. Karl-Peter Dostal bietet einen konzentrierten Überblick über das heutige Wissen von den fundamentalen Teilchen und Kräften im Universum. Zum Thema gehören unter anderem Quarks, Neutrinos, Antimaterie und der LHC, sowie die Sinne des Menschen und die Energieerzeugung in der Sonne. 2-3 €. 20 Uhr. Saal 1, Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig.

25.10. --- Literaturhaus Vortrag. „Noch’n Hype und dann? Möglichkeiten und Grenzen sozialer Netzwerke“. Vortrag von Ralph Möllers (Terzio). 19 Uhr. Saal 3, Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig.

26.10. --- Polnisches Institut Buchpremiere. Ursula Waage – „Kreuzwege am Oderstrom“.Ursula Waage stellt die überarbeitete Neuauflage ihres autobiografischen Zeitzeugenberichts vor: Breslau gegen Ende des Zweiten Weltkrieges: Hier kreuzen sich die Wege der Polin Danuta und der Deutschen Ulrike. Eingeschlossen in der ›Festung‹ werden die jungen Frauen unter deutschem Befehl und ständigem Beschuss der sowjetischen Armee gezwungen, an einem provisorischen Rollfeld für Flugzeuge zu arbeiten. 1947 muss Ulrike mit ihrer Familie die Stadt verlassen. Danuta wählt Breslau, inzwischen Wroclaw, als ihre neue Heimat. Sechs Jahrzehnte später führt das Schicksal die beiden Frauen im Rahmen einer Fernseh-Dokumentation zusammen: Auftakt einer deutsch-polnischen Freundschaft. 19 Uhr. Markt 10, 04109 Leipzig.

26.10. --- Literaturcafé Lesung. Edo Popovic – „Mitternachtsboogie“. Moderation: Clemens Meyer. Jugoslawien in den 80er Jahren: ein Land, das feststeckt zwischen den feindlichen Systemen, das kurz vor dem Umbruch steht und nicht weiß, wie seine Zukunft aussieht. Genau wie seine Jugend, die sich nicht anpassen will und das Leben zu einer rauschhaften Party macht. In einer Mischung aus lyrischer und urbaner Sprache erzählt Popovic über die Erfahrungen aus langen Nächten in den Zagreber Kneipen und Cafés oder über die Fahrten durch Westdeutschland, wo die Studenten gelegentlich immer noch vom Sozialismus träumten, während in Zagreb die Zuversicht wuchs, dass dieser bald sterben wird. Nach „Ausfahrt Zagreb-Süd“, „Kalda“ und „Die Spieler“ erscheint nun Popovicˇ s viel gefeierter Erstling aus dem Jahr 1987, übersetzt von Alida Bremer. Misstrauen den Autoritäten gegenüber, ein unverwechselbarer Stil, Prägnanz, Humor und rasanter Rhythmus sind die Grundeigenschaften der Prosa Popovics, der mit diesem Buch nachhaltig die Entwicklung der kroatischen und der gesamten jugoslawischen Literatur beeinflusste. Der Autor, geboren 1957, lebt in Zagreb. Er war Mitbegründer einer der einflussreichsten Underground- Literaturzeitschriften des ehemaligen Jugoslawiens. Von 1991 bis 1995 war Popovic Kriegsreporter. Der Spiegel lobte sein Schaffen: „Edo Popovic erzählt auf jener diskreten Höhe, auf der Können sich nicht mehr beweisen muss.“ Clemens Meyer errang mit seinem Debüt „Als wir träumten“ viel literarischen Lorbeer und wurde für seinen Erzählband „Die Nacht, die Lichter“ 2008 mit dem Preis der Leipziger Buchmesse geehrt. Der Autor lebt in Leipzig. 20 Uhr. Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig.

27.10. --- Literaturhaus Lesung. Christa Wolf – „Stadt der Engel oder The Overcoat of Dr. Freud“. Moderation: Christoph Dieckmann (DIE ZEIT). Los Angeles, die Stadt der Engel: Dort verbringt die Erzählerin Anfang der Neunziger einige Monate auf Einladung des Getty Centers. Ihr Forschungsobjekt sind die Briefe einer gewissen L., einer Frau, die aus dem nationalsozialistischen Deutschland in die USA emigrierte und deren Schicksal sie nachspürt. Sie beobachtet die amerikanische Lebensweise, taucht ein in die Vergangenheit des „New Weimar unter Palmen“, wie Los Angeles als deutschsprachige Emigrantenkolonie während des Zweiten Weltkriegs genannt wurde. Ein ums andere Mal wird sie über die Lage im wiedervereinigten Deutschland befragt: Wird der „Virus der Menschenverachtung“ in den neuen, ungewissen deutschen Zuständen wieder belebt? In der täglichen Lektüre, in Gesprächen, in Träumen stellt sich die Autorin einem Ereignis aus ihrer Vergangenheit, das sie in eine existentielle Krise bringt und zu einem Ringen um die Wahrhaftigkeit der eigenen Erinnerung führt. „Stadt der Engel ist auch autobiografische Prosa: Sie erzählt von einem Menschenleben, das drei deutschen Staats- und Gesellschaftsformen standhält, von einer Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte, von der Kunst, sich zu erinnern. Christa Wolf, 1929 in Landsberg/Warthe geboren, studierte Germanistik in Jena und Leipzig. Sie zählt zu den bedeutendsten Schriftstellerinnen der Gegenwart; ihr umfangreiches erzählerisches und essayistisches Werk wurde in alle Weltsprachen übersetzt und mit zahlreichen nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet, darunter dem Georg-Büchner-Preis, dem Thomas-Mann-Preis u. a. 4-5 €. 20 Uhr. Großer Saal, Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig.

28.10. --- Literaturcafé Lesung. Wolfgang Welt – „Der Tick“ Der Kritiker Willi Winkler hat ihn als „größten Erzähler des Ruhrgebiets“ bezeichnet. Rainald Goetz fand seinen Stil „lässig“ und Peter Handke empfahl ihn dem Suhrkamp Verlag. Und trotzdem ist Wolfgang Welt mit seiner schnörkellosen und provozierend offenen Tagebuchprosa noch immer ein Geheimtipp. 3-5 €. 20 Uhr. Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig.

29.10. --- Café Anton Hannes Verlagsstammtisch. Unterhaltsames Treffen von sächsischen Verlagen und deren Autoren. Der „fhl Verlag“ und der Chemnitzer „ClauS Verlag“ veranstalten in regelmäßigen Abständen einen Verlags- und Autorenstammtisch, um über neue Projekte und Bücher zu reden oder einfach nur zum Gedankenaustausch. Dies alles findet in einer zwanglosen und gemütlichen Runde statt. Zu diesem Stammtisch sind auch andere Verlage, Schreiberlinge und Nicht-Schreiberlinge eingeladen. 20 Uhr. Beethovenstraße 17, 04107 Leipzig.

31.10. --- Café Anton Hannes Lesebühne. Die Lesebühne Leipzig ist ein Projekt des fhl Verlages und steht jedem offen, der eigene Texte präsentieren oder Passagen aus seinem Lieblingswerk vorlesen möchte. 10 Minuten sind das Mikro an und die Bühne frei. Auf jeden mutigen Lesenden wartet anschließend ein Freigetränk nach Wahl. Immer an jedem letzten Sonntag im Monat. Die Anmeldung erfolgt unter kontakt@lesebuehne-leipzig.de bis zum Freitag vor dem Lesebühnen-Sonntag. Eintritt frei. 20 Uhr. Beethovenstraße 17, 04107 Leipzig.

Lörrach

2.10. --- Literarischer Salon Lesung. Marina Rumjanzewa – „Auf der Datscha“. Im Rahmen des Literarischen Salons in Lörrach stellt Marina Rumjanzewa ihr Buch Auf der Datscha vor. Die Lesung wird musikalisch begleitet. 19 Uhr. Zum Blauenblick 4A, 79539 Lörrach.

Luckenwalde

13.10. --- Stadtbibliothek Lesung. Knut Elstermann – „Klosterkinder“. Der besondere Filmabend, Lesung – Film – Gespräch mit Knut Elstermann. Lesung - Film – Gespräch. Knut Elstermann liest aus seinem neuesten Buch „Klosterkinder - Deutsche Lebensläufe am Gymnasium zum Grauen Kloster in Berlin“, im Anschluss: Filmdokumentation „Rote Socken im Grauen Kloster“, Regie: Evelyn Schmidt, dann Gespräch mit Knut Elstermann und Jan Becker (Sozialarbeiter bei Gangway e. V.). (Karten und Reservierung: Tel.: 03371- 403340). 7,50 €. 19 Uhr. Bahnhofsplatz 5, 14943 Luckenwalde.

Lübeck

25.10. --- Buchhandlung Weiland Lesung. LiteraTour Nord. Christoph Peters – „Sven Hofestedt sucht Geld für Erleuchtung“. Moderation: Hans Wißkirchen. 5-7 €. 20 Uhr. Königstraße 67a,

Lüneburg

5.10. --- Heinrich-Heine-Haus Lesung. Lyrik-Nacht VIII. Heinrich-Heine-Stipendiatin Nora Bossong liest zusammen mit den ehemaligen Heine-Stipendiaten Steffen Jakobs, Marion Poschmann, Hendrik Rost und Jan Wagner. Fünf unterschiedliche Stimmen der jüngeren Gegenwartslyrik präsentiert das Literaturbüro Lüneburg in der Lyrik-Nacht VIII. Zusammen mit der aktuellen Heinrich-Heine-Stipendiatin Nora Bossong lesen die vier ehemaligen Stipendiaten Steffen Jacobs, Marion Poschmann, Hendrik Rost und Jan Wagner am Dienstag, den 5. Oktober um 20.00 Uhr im Heinrich-Heine-Haus Kostproben aus ihren neuen Gedichtbänden. Der Lüneburger Musiker Daniel Stickan begleitet den Abend auf dem Klavier. 20 Uhr. Am Ochsenmarkt 1,  21335 Lüneburg.

27.10. --- Heinrich-Heine-Haus Lesung. LiteraTour Nord. Christoph Peters liest aus „Sven Hofestedt sucht Geld für Erleuchtung“. Christoph Peters legt nach seinem hochgelobten Roman „Mitsukos Restaurant“ einen Erzählband vor, in dem er die ganze Bandbreite und Virtuosität seines Schaffens zeigt. In 13 ungewöhnlichen Geschichten zeigt Peters, dass er nicht nur ein großer Romancier ist, sondern auch ein Meister der kurzen Form, dass er das Komische ebenso beherrscht wie das Ernste, das Leichte ebenso wie das Schwere, das Phantastische ebenso wie das Alltägliche. Peters, 1966 in Kalkar geboren, lebt in Berlin. Er hat vier Romane und einen Erzählband veröffentlicht und wurde mit verschiedenen Preisen und Stipendien ausgezeichnet. Moderation: Prof. Dr. Sven Kramer. 5-7 €. 20 Uhr. Am Ochsenmarkt 1,  21335 Lüneburg.

Marbach

15.10. --- Literaturarchiv Lesung. Zur Eröffnung der Ausstellung „SUHRKAMP-INSEL 2 -  Becketts Botschaften“ spricht in der Reihe „Autor & Autor“ der Schriftsteller Michael Lentz mit einem prominenten Überraschungsgast über Becketts anhaltende Faszination. 20 Uhr. Schillerhoehe 8-10, 71672 Marbach am Neckar.

20.10. --- Literaturarchiv Lesung & Diskussion. Benn, Celan und einiges mehr - erste Blicke in das Archiv der Deutschen Verlagsanstalt. Mit Ulla Hahn. Moderation: Jan Bürger. Im Sommer kam das Archiv der DVA (der wichtigste Stuttgarter Literaturverlag im 20. Jahrhundert) nach Marbach. Ulla Hahn, selbst eine der erfolgreichsten DVA-Autorinnen, öffnet Konvolute mit Briefen berühmter Kollegen wie Gottfried Benn, Nelly Sachs, Paul Celan und Johannes Bobrowski, gelesen von Barbara Stoll. In Kooperation mit der Robert Bosch Stiftung. 20 Uhr. Schillerhoehe 8-10, 71672 Marbach am Neckar.

München

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1.10 --- Buchhandlung Lentner Lesung. Monika Goetsch – „Wasserblau“. Welches Geheimnis hat die Mutter mit ins Grab genommen? Ellen begibt sich beklommen auf die Spurensuche. 20 Uhr. Marienplatz 8 (Rathaus - Weinstraße), 80331 München.

2.10. --- Literaturhaus Lesung Literatur aus Argentinien - mit Eberhard Falcke Alan Pauls, Carmen Pinilla und Dagmar Ploetz. Moderation: Cornelia Zetzsche. Musik: Enrique Ugarte (Akkordeon). Gewalt und Gedächtnis, Exil und Zuflucht, Mythen von Borges bis Maradonna, von Cortázar bis Tango – selten war ein Gastland der Frankfurter Buchmesse schon vor seinem Auftritt so mit Assoziationen und Klischees besetzt wie Argentinien. Vier Gäste sprechen auf dem Diwan im Literaturhaus über neue Bücher und Autoren aus Argentinien, über literarische Stoffe und politische Orte, über Argentiniens Gegenwart und Gedächtnis, seine Träume und Traumata und über das literarische Herz Argentiniens: Buenos Aires. Mit dabei: Alan Pauls aus Buenos Aires, der in seinem neuen Roman »Geschichte der Tränen« das Private gegen die Übermacht des Politischen verteidigt (und vom 31.8. bis zum 14.10. im Rahmen des Projektes Rayuela Stadtschreiber in Berlin); die Übersetzerin Dagmar Ploetz, die mit den Romanen von Carlos Busqued, Rodolfo Enrique Fogwill und Pedro Mairal in abenteuerliche, düstere, auch kriminelle Sphären führt; die Literaturagentin Carmen Pinilla, die argentinische Autoren wie den preisgekrönten Guillermo Martínez als in Deutschland vertritt; der Literaturkritiker Eberhard Falcke, der mit Argentiniens Literaturszene bestens vertraut ist. Musikalisch begleitet werden sie von Enrique Ugarte, der als Dirigent bei Celibidache lernte, für Film und Theater komponiert und als Akkordeonist mit Giora Feidman und Chick Corea spielte. Es moderiert Cornelia Zetzsche. Eintritt: frei, Anmeldung erbeten unter Tel. 089-291934-27. 14 Uhr. Foyer, Salvatorplatz 1, 80333 München.

4.10 --- Literaturhaus Lesung. Bret Easton Ellis – „Imperial Bedrooms“. Moderation: Andrian Kreye (Süddeutsche Zeitung). Lesung des deutschen Textes: Thorsten Krohn. 25 Jahre lang war der gefeierte Drehbuchautor Clay, der schon in Ellis’ Debütroman „Unter Null“ eine Hauptrolle spielt, nicht mehr in Los Angeles. Jetzt muss er zurück in die Stadt seiner Kindheit und Jugend, um einen neuen Film zu promoten. Gleich auf der ersten Party trifft er auf seine alten Freunde, doch niemand scheint sich wirklich zu freuen, dass Clay wieder auftaucht. Alte Geschichten und Ressentiments verdichten sich zu einer bedrückenden Atmosphäre der Paranoia und Angst. 25 Jahre nach „Unter Null“ zeigt Bret Easton Ellis in seinem neuen Roman (Deutsch von Sabine Hedinger), wie die hedonistische Gesellschaft der 80er heute lebt – und er entdeckt Fürchterliches, denn es hat sich kaum etwas geändert. Zusammen mit dem Amerika-Kenner und Feuilleton-Chef der Süddeutschen Zeitung Andrian Kreye stellt der Bestsellerautor („American Psycho“) seinen neuen Roman vor, es liest der Münchner Schauspieler Thorsten Krohn, der erst kürzlich bei der Lesung mit John Grisham brillierte. 8-12 €. 20 Uhr. Saal, Salvatorplatz 1, 80333 München.

5.10. --- Literaturhaus Lesung. Argentinien unterwegs: Afterworklesung mit Ulrike Kriener. Claudia Piñeiro: „Die Donnerstagswitwen“ - Lesung mit Ulrike Kriener. Musik: Enrique Ugarte (Akkordeon). Moderation: Cornelia Zetzsche. In „radioTexte – Das offene Buch“ / Bayern 2 am Sonntag, den 3.10.2010, von 11-11:30 Uhr. Alle Informationen unter www.br-online.de/bayern2/das-offene-buch. Eintritt: frei. 18.30 Uhr. Foyer, Salvatorplatz 1, 80333 München.

6.10. --- Café Kitchenette Lesung. Monika Goetsch – „Wasserblau“. Literaturtreff im Café Kitchenette. Welches Geheimnis hat die Mutter mit ins Grab genommen? Ellen begibt sich beklommen auf die Spurensuche. Jeden 1. Mittwoch im Monat findet der Literaturtreff im Café Kitchenette statt. 20 Uhr. Plinganserstraße 38a, 81369 München.

6.10. --- Literaturhaus Lesung. Die Shortlist-Autoren unterwegs in Deutschland. Moderation: Martin Zingg, Jury-Mitglied des Schweizer Buchpreises und freier Literaturkritiker. Der mit 50.000 CHF. dotierte Schweizer Buchpreis ist die wichtigste Auszeichnung für Gegenwartsautorinnen und -autoren in der Schweiz. Dorothee Elmiger („Einladung an die Waghalsigen“, DuMont Buchverlag), Urs Faes („Paarbildung“, Suhrkamp Verlag), Pedro Lenz („Der Goalie bin ig“, Der gesunde Menschenversand), Kurt Marti („Notizen und Details 1964 – 2007“, Theologischer Verlag Zürich) und Melinda Nadj Abonji („Tauben fliegen auf“, Jung und Jung Verlag) heißen die fünf Nominierten, die von der Fachjury für den Schweizer Buchpreis 2010 nominiert worden sind. Weil sie über eine außerordentliche individuelle Qualität verfügen und eindrückliche Beispiele der Vielfältigkeit aktueller Schweizer Literatur sind, hat die Jury diese fünf Werke nominiert, der Gewinner des Preises wird nun ermittelt, die Preisverleihung findet am Sonntag, den 14. November 2010 um 11 Uhr auf der BuchBasel statt, die Autorinnen und Autoren der Shortlist ziehen schon jetzt mit ihren Texten im Gepäck durch deutsche Städte und geben einen Einblick ins eidgenössische Literaturschaffen der Gegenwart. 6-8 €. 20 Uhr. Bibliothek, Salvatorplatz 1, 80333 München.

6.10. --- Lyrikkabinett Reden. Münchner Reden zur Poesie X. Harald Hartung: „Ein vierzehngliedriger Salamander. Vom Weiterleben des Sonetts“. Moderation: Frieder von Ammon. 5-7 €. 20 Uhr. Amalienstraße 83 a, 80 799 München.

11.10. --- Ludwig-Maximilian-Universität Lesung. Jonathan Franzen – „Freiheit“. Einführung: Tobias Döring (LMU München). Patty und Walter Berglund, Vorzeigeeltern und Umweltpioniere, geben ihren Nachbarn plötzlich Rätsel auf: Ihr halbwüchsiger Sohn zieht zur republikanischen Familie nebenan, Walter lässt sich zum Schutz einer einzigen Vogelart auf einen zwielichtigen Pakt mit der Kohleindustrie ein, und Patty, Ex-Sportlerin und Eins-A-Hausfrau, lebt auf einmal ihre kühnsten Träume aus. Nach dem Welterfolg von „Die Korrekturen“ erzählt Jonathan Franzen in seinem neuen, großen Roman (Deutsch von Bettina Abarbanell und Eike Schönfeld) von den tragikomischen Verwerfungen zeitgenössischer Liebe und Ehe, Freundschaft und Sexualität. Es ist ein „großes Trost- und Hoffnungsbuch des zerzausten, erschöpften, an sich selbst irre gewordenen amerikanischen Liberalismus.“ (Süddeutsche Zeitung). Veranstaltung in deutscher Sprache! 8-12 €. 20 Uhr. Große Aula der LMU, Geschwister-Scholl-Platz, 80539 München.

11.10 --- Lyrikkabinett Poetry in Motion. Mit Sabrina Gilbert (New York City), Julius Fischer (Leipzig) und David Friedrich (München). Moderation: Ko Bylanzky; an den Turntables: Poetry DJ Rayl Patzak. Mit freundlicher Unterstützung des Kulturreferats der Landeshauptstadt München. 5-7 €.  20 Uhr (Einlass: 19.30 Uhr). Amalienstraße 83 a, 80 799 München.

12.10 --- Lyrikkabinett Lesung. Robert Şerban – „Heimkino, bei mir“. Robert Şerban liest aus seinen Gedichten (rumänisch). Einführung, Übersetzungen und Lesung der deutschen Texte: Hellmut Seiler. Mit freundlicher Unterstützung der Rumänischen Kulturtage 2010. 5-7 €. 20 Uhr. Amalienstraße 83 a, 80 799 München.

13.10. --- Audimax der TU Lesung. Ian McEwan – „Solar“. Moderation: Felicitas von Lovenberg (Frankfurter Allgemeine Zeitung). Lesung des deutschen Textes: Matthias Brandt. Michael Beard, 53, ist Nobelpreisträger der Physik. Doch seine besten Zeiten hat er hinter sich, er käut seine prämierte Idee in Vorträgen wieder und ergattert so Fördergelder für ein politisches Prestigeprojekt: das Institut für erneuerbare Energien. Wirklich neue Energien aber steckt er nur in sein Privatleben: während seiner fünften Ehe hat er es immerhin zu elf Affären gebracht. Doch als schließlich alles ins Wanken gerät, bietet sich ihm die Gelegenheit zu einem Coup. Zusammen mit Felicitas von Lovenberg (FAZ-Literaturredakteurin und Moderatorin der Sendung „Literatur im Foyer“) und dem vielfach ausgezeichneten Schauspieler und Hörbuchsprecher Matthias Brandt stellt Ian McEwan seinen neuen Roman (Deutsch von Werner Schmitz) vor. Veranstaltung in deutscher und englischer Sprache! 8-12 €. 20 Uhr. Arcisstraße 21, 80333 München.

13.10. --- Literaturhaus Diskussion. Podiumsdiskussion mit Hamed Abdel-Samad. Der Untergang der islamischen Welt. Eine Prognose - Ein Abend mit Hamed Abdel-Samad. Moderation: Ulrich Kienzle. Hamed Abdel-Samad, geboren 1972 bei Kairo, arbeitete für die UNESCO, am Lehrstuhl für Islamwissenschaft der Universität Erfurt und am Institut für Jüdische Geschichte und Kultur der Universität München. Er ist Mitglied der Deutschen Islam Konferenz und zählt zu den profiliertesten islamischen Intellektuellen im deutschsprachigen Raum. Seine Autobiographie »Mein Abschied vom Himmel« sorgte bereits 2009 für großes Aufsehen. In seinem neuen Buch wagt er nun eine scharfe, zwingende Prognose für die Zukunft der Kultur, der er selbst entstammt: Die islamischen Staaten werden zerfallen, der Islam wird als politische und gesellschaftliche Idee, er wird als Kultur untergehen. Hamed Abdel-Samad stellt sein hochaktuelles Buch in einer Podiumsdiskussion vor, es moderiert der Journalist und Nahostexperte Ulrich Kienzle. 6-8 €. 20 Uhr. Saal, Salvatorplatz 1, 80333 München.

14.10. --- Literaturhaus Lesung. Übersetzer stellen vor: Tolstoj übersetzen. Barbara Conrad („Krieg und Frieden“) und Rosemarie Tietze („Anna Karenina“) über ihre Neuübersetzungen. Übersetzen ist immer ein Abenteuer, das weiß jeder, der es einmal versucht hat, bei Tolstoj sogar in besonderem Maße, denn seine Sprache bietet eine Fülle von Überraschungen, sie sperrt sich gegen Glättung, will nicht »schöner Stil« sein, ist oft schroff und anstößig. Lange wurde dieser Seite von Tolstojs Schaffen wenig Aufmerksamkeit geschenkt, zu sehr standen der Autor selbst und das Stoffliche – die Lehre, die Geschichtsphilosophie, die Psychologie, die Gesellschaftskritik, die Liebesintrigen usw. – im Vordergrund. Rosemarie Tietze und Barbara Conrad lesen aus ihren Neuübersetzungen und tauschen Erfahrungen aus, wie sie mit Tolstojs raffinierten Strategien umgegangen sind. 6-8 €. 20 Uhr. Bibliothek, Salvatorplatz 1, 80333 München.

14.10. --- Literaturhaus Lesung. Tim Parks – „Die Kunst stillzusitzen“. Moderation: Tilman Spengler. Lesung des deutschen Textes: Helmut Becker. „Als die Schulmedizin und ich uns schon gegenseitig aufgegeben hatten und ich mich zu lebenslangen chronischen Schmerzen verurteilt sah, wurde mir ein wundersamer Ausweg geboten: Stillsitzen lautete die Empfehlung, und atmen.“ Tim Parks, geboren in Manchester, lebt mit seiner Familie in Verona und lehrt an der Universität Mailand. 2009 erschien sein Roman „Träume von Flüssen und Meeren“. In seinem neuen Buch schreibt er nun über eine ungewöhnliche Krankheits- und Heilungsgeschichte: über seine eigene. Geplagt von undefinierbaren chronischen Schmerzen, enttäuscht von der Schulmedizin und dennoch skeptisch gegenüber alternativen Heilmethoden findet er einen überraschenden Weg aus seiner ausweglos scheinenden Situation. Tim Parks konfrontiert seine Leser mit der buchstäblich nackten Wahrheit über das Verhältnis von Geist und Körper. Veranstaltung in deutscher und englischer Sprache! 8-10 €. 20 Uhr. Saal, Salvatorplatz 1, 80333 München.

18.10. --- Lyrikkabinett Lesung. Wolfgang Berends – „Erdabstoßung“. Wolfgang Berends liest aus seinen Gedichten. Einführung: Daniella Jancsó. 5-7 €. 20 Uhr. Amalienstraße 83 a, 80 799 München.

19.10. --- Literaturhaus Lesung. Ruth Klüger – „Was Frauen schreiben“. Moderation: Rachel Salamander. Ihr autobiographisches Überlebensbuch »Weiter leben« ist zu einem Standardwerk der Erinnerungsliteratur geworden, in einem weiteren berühmten Buch erklärte sie: »Frauen lesen anders«. Nun geht Ruth Klüger der Frage nach, ob Frauen auch anders schreiben. In ihrer Sammlung von Texten (Zsolnay Verlag), in denen sich Ruth Klüger, die angesehene Literaturwissenschaftlerin und selbstbewusste Feministin, mit den Büchern von Frauen beschäftigt, entsteht ein eigener, kleiner Kanon lebender und toter Autorinnen, darunter Herta Müller und Nadine Gordimer, Erika Mann und J. K. Rowling, Slavenka Drakulic, Doris Dörrie und Margaret Atwood. Ruth Klügers Kanon: Eine Literaturgeschichte aus Sicht der Frau. 6-8 €. (Kartenreservierung in der Literaturhandlung unter Tel. 089-280 01 35 und im Literaturhaus unter Tel. 089-29 19 34-27). 20 Uhr. Saal, Salvatorplatz 1, 80333 München.

21.10. --- Literaturhaus Ausstellungseröffnung. Lev Tolstoj und Deutschland - „Ein Licht mir aufgegangen!“ - Eine deutsch-russische Ausstellungseröffnung. Lesung des deutschen Textes: Walter Hess. „Ein Licht mir aufgegangen!“ - notierte Lev Nikolajewitsch Tolstoj in deutscher Sprache in sein Tagebuch nach einem Treffen mit dem deutschen Schriftsteller Berthold Auerbach im Jahr 1861 in Berlin. Um Tolstojs Beziehung zu Deutschland, die sich in dieser und auch in anderen Begegnungen, in seinen Schriften und Werken offenbart, geht es in unserer großen Ausstellung. Die Münchner Slavistin Johanna Renate Döring-Smirnov, Professorin an der LMU und Kuratorin der Ausstellung, und die Leiterin der Handschriftenabteilung des L.N. Tolstoj Museum in Moskau, Svetlana Dmitrievna Novikova, erläutern die verzweigten Beziehungen Lev Tolstojs zu Deutschland. Der Schauspieler Walter Hess (Münchner Kammerspiele) liest dazu Auszüge aus Briefen, Tagebucheinträgen und Werken Tolstojs. Veranstaltung in deutscher und russischer Sprache! 8-12 € (inkl. Empfang). 19.30 Uhr. Saal, Salvatorplatz 1, 80333 München.

25.10. --- Literaturhaus Buchpräsentation. Dorothea Ebert und Michael Proksch – „Geschichte einer Republikflucht“. Und plötzlich waren wir Verbrecher - Buchpräsentation mit Dorothea Ebert und Michael Proksch. Im Sommer versuchen die Dresdner Musikstudenten Michael und Dorothea Proksch zusammen mit Dorotheas Mann und einem befreundeten Kunststudenten zu Fuß über die Grenze nach Jugoslawien zu fliehen. Der Versuch scheitert. Sie werden der Stasi übergeben, werden Anfang 1984 zu mehrjährigen Gefängnisstrafen verurteilt und um die Jahreswende 1984 von der Bundesrepublik freigekauft. Dorothea Ebert (Jahrgang 1960) und ihr Bruder Michael Proksch (Jahrgang 1958) leben seit ihrer Flucht in München. Dorothea ist rste Geigerin beim Bayerischen Staatsorchester, Michael ist als Musiker und Komponist tätig. Was brachte die beiden Anfang der 80er Jahre dazu, das Risiko einer Republikflucht auf sich zu nehmen? Wie erlebten sie das Scheitern? In Lesung und Erzählung werden sie ihre Zeit in der DDR und im Gefängnis, sowie ihre Flucht skizzieren. 6-8 €. 20 Uhr. Saal, Salvatorplatz 1, 80333 München.

25.10. --- Lyrikkabinett Lesung. Valentino Zeichen – „Metafisica tascabile – Taschenmetaphysik“. Valentino Zeichen präsentiert seine Gedichte (italienisch). Einführung, Übersetzungen und Moderation: Antonio Staude. Eine Zusammenarbeit mit dem Institut für Italienische Philologie der LMU und dem Istituto Italiano di Cultura. 5-7 €. 20 Uhr. Amalienstraße 83 a, 80 799 München.

28.10. --- Literaturhaus Lesung. Antonio Tabucchi – „Die Zeit altert schnell“. Moderation und Übersetzung: Maike Albath. Lesung des deutschen Textes: Wolfgang Hinze. Antonio Tabucchi ist einer der bekanntesten Autoren Italiens. Er war Professor für portugiesische Sprache und Literatur an der Universität Genua, Herausgeber der italienischen Ausgabe der gesammelten Werke Fernando Pessoas und von 1987 bis 1989 Leiter des italienischen Kulturinstituts in Lissabon. Derzeit ist er Professor an der Universität Siena. In seinem neuen Erzählungsband versammelt er neun meisterhafte Geschichten (Deutsch von Karin Fleischanderl) aus dem Europa nach der Wende. Wendehälse und Mauer-Nostalgiker, Opfer von Diktaturen und Kriegen sind die Protagonisten. Berlin, Warschau, Bukarest und Moskau sind die Schauplätze. Melancholisch und gleichzeitig mit beißender Ironie reflektiert Tabucchi Zeit und Zeitgeschichte. Veranstaltung in deutscher und italienischer Sprache! 8-10. €. 20 Uhr. Saal, Salvatorplatz 1, 80333 München.

28.10. --- Literaturhaus Lesung. Rachel Salamander und Rudolf Wessely – „Hannah Arendt und Gershom Scholem. Der Briefwechsel“. Moderation: Marie Luise Knott (Herausgeberin). Der erstmals publizierte Briefwechsel von Hannah Arendt und Gershom Scholem ist ein einzigartiges zeithistorisches Dokument: eine Auseinandersetzung über entscheidende Fragen jüdischer Geschichte und jüdischen Selbstverständnisses nach der Shoah, geführt von zwei der bedeutendsten Denker deutsch-jüdischer Herkunft im 20sten Jahrhundert. In Zeiten größter Bedrohung beginnt die Korrespondenz und sie endet nach Hannah Arendts Buch „Eichmann in Jerusalem „ (1963) – das von Scholem radikal verworfen wurde –, nach mehr als zwei Jahrzehnten im Schweigen. Die Herausgeberin des Briefwechsels (Suhrkamp Verlag), Marie Luise Knott, kommentiert die Briefe, die im Wechsel von Rachel Salamander und Rudolf Wessely gelesen werden. 8-10 €. (Kartenreservierung in der Literaturhandlung unter Tel. 089-280 01 35 und im Literaturhaus unter Tel. 089-29 19 34-27). 17 Uhr. Saal, Salvatorplatz 1, 80333 München.

Nürnberg

5.10. --- KUF im Südpunkt Vortrag. Galsan Tschinag – Erlebnisabend – Vortrag über die Mongolei und das Aufforstungsprojekt - mit dem mongolischen Autor und   Schamanen Galsan Tschinag. 19 Uhr. Pillenreutherstraße 147, 90459 Nürnberg.

Offenbach

9.10. --- Hafen 2 Lesung. Andreas Maier – „Das Zimmer“. Mit einem Bein steht er noch im Paradies, dafür hat die Geburtszange gesorgt. Immer ist er ein Kind geblieben, und wurde doch stets älter, und leben mußte er auch irgendwie. Nun ist er schon dreißig und hat seine große Liebe, einen VW-Variant Typ 3, mit dem fährt er zwischen den blühenden Rapsfeldern umher. Es ist das Jahr der ersten Mondlandung, 1969, als man in Frankfurt am Main noch Treppensteigen geht in den Bordellaltbauten um den Bahnhof herum. Ein Tag im Leben Onkel J.s. Hin- und hergerissen zwischen Luis Trenker, der Begeisterung für Wehrmachtspanzer und den Frankfurter Nutten, wird J. plötzlich als ein Mensch erkennbar, der außerhalb jeden Schuldzusammenhangs steht, noch in den zweifelhaftesten Augenblicken. Einer, der nicht zugreift, weil er es gar nicht kann, während die Welt um ihn herum sich auf eine heillose Zukunft wie auf die Erlösung vorbereitet. Nach den Romanen „Wäldchestag“, „Klausen“, „Kirillow“, „Sanssouci“ und „Onkel J. Heimatkunde“ setzt Andreas Maier neu an: Das Zimmer ist ein Erinnerungsporträt und Roman zugleich, vielleicht der Beginn einer großen Familiensaga, eine Reflektion über Zeit und Zivilisation, über die Würde des Menschen und wie sie erhalten bleiben kann. „Der begabteste Schwadroneur unter den jüngeren Autoren.“ Ulrich Greiner, Die Zeit. 17 Uhr. Hafen 2a, 63067 Offenbach.

Oldenburg

24.10. --- Musik- und Literaturhaus Wilhelm 13 Lesung. LiteraTour Nord. Christoph Peters – „Sven Hofestedt sucht Geld für Erleuchtung“. Moderation: Sabine Doering. 5-7 €. 11 Uhr. Wilhelmstraße 13, 26121 Oldenburg.

27.10. --- Musik- und Literaturhaus Wilhelm 13 Lesung.Ein Abend mit Martin Sonneborn ist ein Multimediaspektakel mit poetischen Lesepassagen. In der Reihe „Der Norden liest” präsentiert „Deutschlands Chefsatiriker” (Süddeutsche Zeitung) Auschnitte aus seinem aktuellen Werk "Heimatkunde. Eine Expedition in die Zone" in Wort und Bild, außerdem Beiträge, die ihn als Außenreporter der satirischen Nachrichtensendung „heute-show” im hochbrisanten Einsatz zeigen und natürlich brandaktuelle Kommentare zur politischen Gegenwart.
Wie einheitlich ist die Bundesrepublik? Von der Deutschen Einheit wird viel gesprochen. Aber wie einheitlich ist die Bundesrepublik nach der Wiedervereinigung wirklich? Martin Sonneborn ist 250 Kilometer rund um Berlin gewandert und hat sich im ganz nahen Osten ein Bild gemacht vom wahren Stand der deutsch-deutschen Beziehungen. Bei seiner Expedition in die Zone trifft er auf Radikal-Nudisten, Wanderprediger, depressive Kampfhundbesitzer und Straßenbahnfahrer, für die der 9. November 1989 nur eine Störung im Betriebsablauf war. Seine „Heimatkunde” ist das satirische Porträt eines schief zusammengewachsenen Landes. 1965 in Göttingen geboren, war Sonneborn bis 2005 Chefredakteur von „Titanic”. 2004 gründete er „Die Partei”. Seit 2006 ist er Leiter des Satireressorts „Spam" bei „Spiegel Online”, seit 2009 Außenreporter der satirischen Nachrichtensendung „heute-show” im ZDF. Moderator des Abends ist Christoph Bungartz vom NDR Kulturjournal. 7 €. 20 Uhr. Wilhelmstraße 13, 26121 Oldenburg.

Potsdam

1.10. --- Villa Quandt Buchpräsentation. Lutz Seiler – „felderlatein“. Lutz Seiler stellt seinen neuen Gedichtband im „felderlatein“ vor. Musik: Los Salmones de Aridos. Röderim felderlatein, das heißt: im Acker einer Sprache sein, ein Streifzug zugleich durch die Legende einer Landschaft, wie sie zu Ohren kommt, beim Gehen, im Flüstern, beim Schweigen. Lutz Seilers neue Gedichte, entstanden zwischen 2004 und 2010, unternehmen Expeditionen ins Grenzland rund um Berlin, mitten in den „satzbau dieser gegend“, die gezeichnet ist vom Wechsel der Zeit. Mit jedem Schritt auf diesem Weg erweist sich die musikalische Kraft der Gedichte – im felderlatein trifft Lutz Seiler den Ton für die ernsthaftesten Übertreibungen der Poesie: Für die wundersame Geschichte der „ersten zärtlichkeit“, geschehen zu einer Zeit, als die Schatten noch „kleine schwarze zahlungseinheiten“ waren. Oder für die Odyssee der „fussinauten“, den Argonauten ebenbürtig an Treue und Beständigkeit. Und nicht zuletzt für die Geschichte der schönen, verstoßenen Aranka, die „aus den kniekehlen gesungen hat“. Eben Legenden im felderlatein. Lutz Seiler wurde 1963 in Gera/Thüringen geboren, heute lebt er im Peter-Huchel-Haus in Wilhelmshorst, dessen Literaturprogramm er seit 1997 betreut. Für seine Gedichtbände „pech&blende“ sowie „vierzig kilometer nacht“ erhielt er zahlreiche Preise. Zuletzt erschien sein erster Erzählband „Die Zeitwaage“(2009). Moderation Hendrik Röder.5- 7 €. 20 Uhr. Große Weinmeisterstraße 46-47, 14469 Potsdam.

19.10. --- Kulturhaus Babelsberg Lesung. Uwe-Carsten Heye und Bärbel Dalichow – „Wir wollten ein anderes Land“. Die Autoren präsentieren unter Anwesenheit von Brunhilde Hanke ihr Buch. Moderation: Matthias Krauß. Friedfertig sollte es sein, das andere Land, gerecht, allen gleiche Chancen bieten. Es sollte anders sein als Nazideutschland, anders als die Bundesrepublik – und irgendwann auch anders als die DDR. Doch gerade für die sozialistische Alternative auf deutschem Boden hatten sie gekämpft, Brunhilde und Helmut Hanke. Sie mit 31 Jahren bereits Oberbürgermeisterin von Potsdam, er Professor für Kulturwissenschaften. Die Zweifel am System behielten sie für sich. Nur Bärbel, ihre Tochter, wollte nicht schweigen, sie plante eine Republikflucht. Eine Zerreißprobe für die sozialistische Musterfamilie. Doch nicht die Familie zerbrach, sondern die Menschen: Helmut Hanke wurde schizophren, Brunhilde Hanke konnte die Politik nicht mehr mit ihrem Gewissen vereinen. Und Bärbel Dalichow, geborene Hanke, stellte fest, dass ihr Ehemann sie an die Stasi verraten hatte. Eine bewegende Geschichte dreier Menschen, die den Idealismus des Aufbaus, die Irrtümer und das Scheitern der DDR erfahrbar macht. 18 Uhr. Karl-Liebknecht-Straße 135, 14482 Potsdam.

24.10. --- Villa Schöningen Buchvorstellung. Manfred Görtemaker – „Die Berliner Republik“. Die Wiedervereinigung Deutschlands am 3. Oktober 1990 bedeutete zugleich die Geburtsstunde der „Berliner Republik“. Die Bezeichnung erscheint gerechtfertigt, weil sich die innen- und außenpolitischen Rahmenbedingungen nach der Epochenzäsur 1989/90 derart grundlegend verändert haben, dass nahezu alle Bereiche von Politik, Militär, Wirtschaft und Gesellschaft betroffen sind. Der Vortrag behandelt die Geschichte der Wiedervereinigung und die Neuorientierung nach 1990 bis zur Gegenwart.14-16 € (inkl. kleiner Imbiss und Getränk sowie Eintritt in die Ausstellungen). Um Anmeldung (0331-291741) wird gebeten. 11 Uhr. Berliner Straße 86, 14467 Potsdam.

Ribbeck

13.10 --- Verein der Unternehmerinnen Lesung. Holde-Barbara Ulrich – „Nachtschattenliebe“. Maßlose Zärtlichkeit und unersättliche Lust. Für Clara und Wolf ist es die große Liebe. Doch der charismatische Wolf ist verheiratet. Immer wieder schwört er, dass er sich trennen wird, und immer wieder vertröstet er Clara. Sie glaubt an ihn – und übersieht die Anzeichen, dass Wolf sich gefährlich verändert …. 19 Uhr. Vereinshaus Ribbeck, 14641 Ribbeck.

Rostock

1.10. --- Literaturhaus Lesung. Stefan Schwarz – „Hüftkreisen mit Nancy“. Dorit ist eine Frau mit prächtigen Hüften, findet Max Krenke, 42. Als ihr langjähriger Ehemann weiß er, wovon er spricht. Es gab Zeiten, da ihn allein der Anblick dieser Hüften in sexuellen Taumel versetzte. Aber tempi passati, Menschen werden älter, das Begehren lodert nach sechzehn Ehejahren nicht mehr ganz so vielfarbig wie im Honeymoon der frühen Verliebtheit. Ein bisschen Auffrischung tut da verdammt gut. Die Auffrischung heißt Nancy, ist tendenziell blutjung und arbeitet in einem Wellnessschuppen. Im Grunde ihres Wesens ist Nancy Künstlerin: Burlesquetänzerin (was dem Arbeitsfeld einer Nackttänzerin recht nahe kommt). Max im Vollspagat zwischen Dorit und Nancy, das kann ja heiter werden. Wird es auch! Denn Stefan Schwarz ist ein begnadeter Substantivierer und Neologist, ein ausgefuchster Wörterschmied vor dem Herrn. Nach mehreren erfolgreichen Bänden mit Geschichten und Kolumnen wurde es für Stefan Schwarz Zeit, endlich einen Roman zu schreiben. Hier ist er. Sie werden ihn lieben! 6-8 €. 20 Uhr. Doberaner Str. 21, 18057 Rostock.

26.10. --- Literaturhaus Lesung. LiteraTour Nord. Christoph Peters – „Sven Hofestedt sucht Geld für Erleuchtung“. Moderation: Lutz Hagestedt. 5-7 €. 20 Uhr. Doberaner Straße 21, 18057 Rostock.

Stuttgart

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4.10. --- Literaturhaus Buchpräsentation. Ingeborg Bachmann – „Kriegstagebuch“. Buchpräsentation mit Heinz Bachmann, dem Bruder von Ingeborg Bachmann. Die Lesung wird begleitet durch eine Vitrinenausstellung der Tagebuchblätter und Briefe. „Das ist der schönste Sommer meines Lebens, und wenn ich hundert Jahre alt werde – das wird der schönste Frühling und Sommer bleiben. Vom Frieden merkt man nicht viel, sagen alle, aber für mich ist Frieden, Frieden!“. 1945, unmittelbar nach Kriegsende, notiert die achtzehnjährige Ingeborg Bachmann diese Zeilen in ihrem Tagebuch. Aus ihnen sprechen die Abscheu vor der NS-Ideologie und die Erleichterung über das Ende der Nazi-Herrschaft. 4,50-9 €. 20 Uhr. Breitscheidstraße 4, 70174 Stuttgart.

5.10. --- Literaturhaus Lesung. Thomas Lehr – „September – Fata Morgana“. Veranstaltungsreihe: Das ist der Krieg. Lesung und Gespräch, Moderation: Uwe Kossack. Zwei Väter und zwei Töchter, zwei parallele Lebensgeschichten in den USA und im Irak. Ihre Schauplätze sind weit entfernt, und doch verbinden sie zwei politische Ereignisse: Sabrina stirbt am 11. September 2001 im New Yorker World Trade Center, während Muna 2004 in Bagdad bei einem Bombenattentat ums Leben kommt. 4,50-9 €. 20 Uhr. Breitscheidstraße 4, 70174 Stuttgart.

11.10. --- Literaturhaus Lesung. Matthias Enard – „Zone“. Veranstaltungsreihe: Das ist der Krieg. Lesung und Gespräch, Moderation: Nicole Golombek. Lesung: Reinhold Ohngemach. Francis Mirkovic sitzt im Pendolino von Mailand nach Rom und über ihm, mit einer Handschelle an der Gepäckstange gesichert, ein Metallkoffer - der »Koffer voller Toten«. Er enthält die Listen von Kriegsverbrechern, Waffenhändlern und Terroristen, die Francis als Agent des französischen Geheimdienstes in den Konfliktzonen des Mittelmeerraums zusammengestellt hat und an den Vatikan verkaufen will. 4,50-9 €. 20 Uhr. Breitscheidstraße 4, 70174 Stuttgart.

12.10. --- Literaturhaus Lesung. Alan Pauls – „Geschichte der Tränen“. Veranstaltungsreihe: Argentinien. Lesung und Gespräch, Moderation: Joachim Kalka. Nach seinem rauschhaften Roman Die Vergangenheit ist Alan Pauls, der wohl wichtigste argentinische Autor der Gegenwart, mit seiner Geschichte der Tränen zu Gast: Als Kind ist er ein glühender Sozialist im Superheldenkostüm. Und auch später solidarisiert er - der Wand an Wand mit einem militärischen Folterer wohnt - sich heroisch mit den Schwachen und Verfolgten, und dabei weint er gern und viel. 4,50-9 €. 20 Uhr. Breitscheidstraße 4, 70174 Stuttgart.

13.10. --- Literaturhaus Lesung. Georges Hyvernaud – „Haut und Knochen“. Es liest Julia Schoch. Veranstaltungsreihe: Das ist der Krieg. Lesung und Gespräch, Moderation: Erika Mursa. Der Roman „Der Viehwaggon“ des französischen Autors Georges Hyvernauds (1902-1983), in der Übersetzung und mit einem Nachwort der Autorin Julia Schoch, wurde von der Kritik vor drei Jahren als „wirkliche Wiederentdeckung“ gefeiert. Für die gerade erschienene Übersetzung seines zweiten Romans „Haut und Knochen“ wird die „Entdeckerin“ Julia Schoch nun mit dem André-Gide-Preis 2010 der DVA-Stiftung ausgezeichnet. 4,50-9 €. 20 Uhr. Breitscheidstraße 4, 70174 Stuttgart.

14.10. --- Literaturhaus Lesung. Iván Sándor – „Spurensuche“. Veranstaltungsreihe: Das ist der Krieg. Lesung und Gespräch, Moderation: Lerke von Saalfeld. Der 14-jährige Iván flieht im Kriegswinter 1944/45 gemeinsam mit seiner Freundin Vera vor den Deportationen im belagerten Budapest. Carl Lutz, der Schweizer Vizekonsul, ist ebenfalls auf den unter Beschuss liegenden Straßen unterwegs: Wie der weitaus bekanntere Raoul Wallenberg stellt er sich mutig den Anordnungen der Nationalsozialisten entgegen und wird zum Retter von über 60.000 Juden. 4,50-9 €. 20 Uhr. Breitscheidstraße 4, 70174 Stuttgart.

15.10. --- Literaturhaus Vortrag. Jürgen Baumüller – „Klimatische Aspekte bei der Stadtentwicklung von Stuttgart“. Veranstaltungsreihe: Architektur. Vortrag und Gespräch, Gesprächspartner: Roland Ostertag Mögliche Auswirkungen des Klimawandels (Hitze, Hochwasser) konnte man dieses Jahr weltweit beobachten. Stuttgart, die Stadt zwischen Wald und Reben (auch verspottet als Stadt zwischen Hängen und Würgen), hatte aufgrund seiner Lage in dem engen Tal des Nesenbachs und später auch dem des Neckartals schon frühzeitig Probleme mit dem Klima und der Wasserversorgung. Eintritt frei. 20 Uhr. Breitscheidstraße 4, 70174 Stuttgart.

17.10. --- Literaturhaus Lesung. Anne Weber – „Luft und Liebe“. Veranstaltungsreihe: Niedlichs Literarischer Salon. Kann man als in Liebesdingen auf- und abgeklärte Schriftstellerin Anfang Vierzig einen unglaublich banalen und doch unfassbar schmerzhaften Liebesverrat beschreiben, nur weil er einem selbst widerfahren ist, ohne hoffnungslos in der naiven Märchenecke zu landen? Ein erster Romanentwurf liegt denn auch im Papierkorb, als die Erzählerin den erneuten Versuch unternimmt, der Geschichte vom Märchenprinzen und seiner gläubigen Verehrerin eine Form zu geben. 5,50-8 €. 11 Uhr. Breitscheidstraße 4, 70174 Stuttgart.

18.10. --- Literaturhaus Gespräch. Dieter Wellershoff – „Schau dir das an, das ist der Krieg“. Veranstaltungsreihe: Das ist der Krieg. Gespräch und Tondokumente, Moderation: Thomas Böhm. Dieter Wellershoff, der am 3. November seinen 85. Geburtstag feiert, erinnert sich für den Audio-Verlag supposé an sein Leben im Krieg. Entstanden ist ein eindringliches Tondokument, aus der Perspektive eines Soldaten – und großen Erzählers. Geboren 1925, aufgewachsen als Sohn eines Veteranen des Ersten Weltkriegs, als Kind begeistert vom deutschen Soldatentum, meldet sich Wellershoff als 17-Jähriger freiwillig zur »Division Hermann Göring«, mit der er im Jahr 1944 an der zusammenbrechenden deutschen Ostfront kämpft. Schonungslos schildert er den Anblick der gefallenen Kameraden, die eigene Verwundung bei einem aussichtslosen Kampfeinsatz, seine Zeit in der Lazarettstadt Bad Reichenhall, die Flucht vor den russischen Truppen, die amerikanische Gefangenschaft, die Monate nach dem Krieg. Über seine Erfahrungen im Zweiten Weltkrieg schrieb Wellershoff 1995 bereits das Buch Ernstfall. Innenansichten des Krieges. 4,50-9 €. 20 Uhr. Breitscheidstraße 4, 70174 Stuttgart.

18.10. --- Literaturhaus Lesung & Gespräch. Liao Yiwu – „Fräulein Hallo und der Bauernkaiser“. Übersetzung: Jing Moell. Nach 14 vergeblichen Versuchen durfte Liao Yiwu, einer der bekanntesten Autoren Chinas, im September das Land verlassen und befindet sich nun auf Einladung des Internationalen Literaturfestivals und des Projekts LiteraturRaum in Berlin. Im Anschluss an einen Auftritt in Paris wird er nun auch in Stuttgart zu Gast sein. 1989 publizierte Liao Yiwu das Gedicht „Massaker“, in dem er das Blutbad auf dem Platz des Himmlischen Friedens anprangerte. Hierfür wurde er vier Jahre inhaftiert und schwer misshandelt. 2009 erschien in deutscher Übersetzung sein weltweit mit Begeisterung aufgenommenes Buch „Fräulein Hallo und der Bauernkaiser -- Chinas Gesellschaft von unten“, das in China verboten ist. Über dreihundert Interviews liegen dem Buch zugrunde: Eine Prostituierte, ein buddhistischer Mönch und ein Klomann, eine Falun-Gong-Anhängerin, ein ehemaliger Rotgardist und ein Feng-Shui-Meister – sie und viele andere hat Liao Yiwu mit Respekt, Einfühlungsvermögen und Humor nach ihrem Leben und ihren Hoffnungen befragt. In Zusammenarbeit mit LiteraturRaum und dem Internationalen Literaturfestival Berlin. 6-12 €. 20 Uhr. Breitscheidstraße 4, 70174 Stuttgart.

25.10. --- Literaturhaus Lesung. Ernst Jünger – „Kriegstagebuch 1914-1918“. Es lesen Julia Encke, Thomas Hettche, Helmuth Kiesel, Michael Klett. Veranstaltungsreihe: Das ist der Krieg. Buchvorstellung, Podiumsdiskussion, Moderation: Heike Gfrereis. Anlass des Abends ist die Erstveröffentlichung von Ernst Jüngers Kriegstagebuch (Klett-Cotta, hrsg. von Helmuth Kiesel), ein einzigartiges literarisches und zeitgeschichtliches Dokument, das die Basis von Jüngers berühmtem Frontbericht In Stahlgewittern darstellt. 15 Tagebuchhefte liegen vor, die die Zeit von der ersten Fahrt an die Front am Jahreswechsel 1914/15 bis zu Jüngers letzten Verwundung im August 1918 umfassen: Persönliches steht neben Militärischem, Empfindsames neben Martialischem, Amouröses neben Barbarischem, Anrührendes neben Abstoßendem. Genauestens lässt sich mitverfolgen, wie die Erfahrungen des Krieges von Jünger psychisch verarbeitet und stufenweise literarisiert wurden. Am 7. November 2010 eröffnet das Deutsche Literaturarchiv Marbach die Ausstellung Ernst Jünger. „Der Nachlass“. 4,50-9 €. 20 Uhr. Breitscheidstraße 4, 70174 Stuttgart.

26.10. --- Literaturhaus Lesung & Gespräch.  Sperrige Wörter. Es lesen: Anke te Heesen, Ulrike Draesner, Gerhard Falkner, Christophe Marchand-Kiss. Veranstaltungsreihe: 20 Jahre Akademie Schloss Solitude. Lesung und Gespräch, Ausstellungseröffnung, Einführung: Jean-Baptiste Joly. Moderation: Florian Höllerer. In Kooperation mit dem Literaturhaus hat die Akademie Schloss Solitude anlässlich ihres 20. Geburtstages 160 Autoren (ehemalige Stipendiaten aus den Sparten Literatur, Theater, Theorie und Philosophie) eingeladen, jeweils über ein »sperriges« Wort ihrer Muttersprache zu schreiben. Sperrige Wörtern lassen sich nicht leicht erklären und leisten allen Übersetzungsversuchen Widerstand. Unter dem Titel „Lexikon der sperrigen Wörter“ erscheint eine gemeinsame Publikation mit den Beiträgen in der Originalsprache und in deutscher Sprache. Die Schweizer Künstlerin Sandra Boeschenstein wird das Lexikon mit ihren Zeichnungen zum Thema bereichern. Die Ausstellung mit den Zeichnungen von Sandra Boeschenstein wird am Abend eröffnet und ist im Literaturhaus bis zum 12. Dezember zu sehen. 4,50-9 €. 20 Uhr. Breitscheidstraße 4, 70174 Stuttgart.

Wiesbaden

4.10. --- Café Klatsch Lesung. Jonas Gabler – „Die Ultras“. Mit den Ultras hat sich im Fußball eine neue Fankultur etabliert. Auch in den Medien taucht sie vermehrt auf. Meist jedoch mit Negativschlagzeilen über Gewalt oder andere Regelverstöße. Jonas Gabler zeichnet ein anderes Bild dieser Bewegung. Er erläutert ihre typischen Merkmale: Die neue Form, das jeweilige Team zu unterstützen; das intensive Gruppenleben; die besonderen Regeln und Kodizes; das Engagement gegen die fortschreitende Kommerzialisierung des Fußballs. Gabler zeigt auch die positive Wirkung der Ultras in Deutschland beim Zurückdrängen rechtsextremistischer und rassistischer Handlungen in den Stadien. In Bezug auf Gewalt ist sein Urteil dagegen nicht so eindeutig. Er belegt das ambivalente Verhältnis der Ultras zu Gewaltanwendung und zeigt, dass sich dieses Problem zunehmend verschärft hat. Doch ist durch die Gegenmaßnahmen der Vereine, der Verbände und der Polizei Besserung zu erwarten? So nimmt er Bezug auf ein weiteres Merkmal der Ultrabewegung: ihr organisierter Protest gegen Repression. 20 Uhr. Marcobrunnerstraße 9, 65197 Wiesbaden. (kum)


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