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Literaturkalender für Österreich / April 2010

Von Bregenz bis Zell am See - die wichtigsten Termine rund ums Buch

© Die Berliner Literaturkritik, 30.04.10

 

Bregenz

15.4. --- Theater am Kornmarkt Lesung. Ilma Rakusa – „Mehr Meer“. Eine Kindheit und Jugend in Mitteleuropa, als dieses Mitteleuropa nach dem Zweiten Weltkrieg gerade seine politischen und kulturellen Konturen neu eingeschrieben bekam: Ilma Rakusa geht in ihren Erinnerungen dem kleinen Mädchen nach, der Tochter eines slowenischen Vaters und einer ungarischen Mutter, deren Lebensstationen von einer slowakischen Kleinstadt über Budapest, Ljubljana, Triest nach Zürich – und von da weiter ausgreifend nach Ost und West, nach Leningrad/Petersburg und Paris reichen. Die überall Fremde, Nicht-ganz-Zugehörige findet sehr früh schon ihre Heimat in der Musik, im Klavierspielen, und, mit der Entdeckung Dostojewskijs, in der Literatur, aber auch in der Bewegung, im Unterwegssein, im Reisen. Mehr Meer geht weit über eine Nacherzählung einer Kindheit und Jugend hinaus; es ist die Beschwörung dessen, was von den vielen Lebensorten und Begegnungen bleibt: Töne und Klänge, Farben und Stimmungen, einzelne Szenen und Blitzlichter („Die Bilder, sage ich, in Ehren. Aber zuerst kommen die Gerüche.“). In vielen kleinen Selbstbefragungen, in Dialogen, Gedichten und Erinnerungsbildern geht Ilma Rakusa ihrer Geschichte auf den Grund: der vom Vater initiierte ständige Ortswechsel, das Paradies des Meeres und der Küste in Triest und Grado, erste Küsse, erste Reisen, die Musik und die Begegnung mit den Ritualen der Ostkirche, die ersten Auslandsjahre in Paris und im damals noch sowjetischen Leningrad. Ilma Rakusa nähert sich ihren frühen Jahren äußerst unsentimental und auch nicht mit dem Eifer der Bekennerin, dafür mit großer Genauigkeit in einem sehr schwierigen Bereich: im Atmosphärischen, das sie mit Knappheit und Präzision erdet. In ihrem Erinnerungsband erstehen die 50er und 60er Jahre des 20. Jahrhunderts im prismatischen Blick einer außergewöhnlichen Schriftstellerin, die wie wenige in und zwischen verschiedenen Kulturen lebt. 20 Uhr. Seestraße 2, 6900 Bregenz.

Feldkirch

15.4. --- Theater am Saumarkt Lesung. Franzobel – „Österreich ist schön“. Albin, Albona, Alfred, Alban und ihr Vater Dzevat Zogaj werden im Herbst 2007 aus Österreich in den Kosovo abgeschoben. Die fünfzehnjährige Arigona, ihre Schwester bzw. Tochter, taucht unter, um der Abschiebung zu entgehen, droht mit Selbstmord; nach ihrem Auftauchen gewähren ihr und ihrer psychisch kranken Mutter der Pfarrer von Ungenach, dann der Baron von Frein Unterkunft. Politiker schalten sich ein, der Fall spaltet Österreich: Pfarrer Friedl sieht sich mit Kirchenaustritten konfrontiert, dem Baron werden tote Katzen vor die Tür geworfen. Auf der anderen Seite ergreifen Nachbarn und Freunde die Initiative. Eine wahre Geschichte, kein Märchen: Franzobel hat gründlich recherchiert. Nun legt er einen sachlichen, gleichwohl persönlichen Essay zum Thema Migration und Asyl vor sowie das Theaterstück „A Hetz oder Die letzten Tage der Menschlichkeit“, in dem der vielfach ausgezeichnete Dichter den Menschen aufs Maul schaut wie einst Karl Kraus. 20.15 Uhr. Mühlentorplatz 1, 6800 Feldkirch.

16.4. --- Theater am Saumarkt Lesung. Erica Pedretti – „fremd genug“. Im Rahmen der Feldkircher Literaturtage 2010. Im Dezember 1945 fährt ein Rotkreuztransportzug von Warschau über Auschwitz, Prag, München nach St. Margrethen, mit ihm reisen Auslandschweizer, KZ-Überlebende und einige mehr, darunter die fünfzehnjährige Erica Pedretti und ihre Geschwister. In Fremd genug erzählt Erica Pedretti von Abreisen und Ankünften, von Stationen ihrer Lebensreise, die sie aus der Tschechoslowakei in die Schweiz brachte, von der Schweiz in die USA und wieder zurück in die Schweiz. Im Anschluss an die Lesung Gespräch mit Hanno Loewy. 20.15 Uhr. Mühletorplatz 1, 6800 Feldkirch.

17.4. --- Theater am Saumarkt Lesung. Vladimir Vertlib – „Am Morgen des zwölften Tages“. Astrid Heisenberg und ihr Großvater haben auf sehr unterschiedliche Weise eine enge Beziehung zum Orient. Astrid hat eine Schwäche für orientalische Männer. Doch der Vater ihrer mittlerweile 19-jährigen Tochter, Khaled aus dem Irak, hat sich noch vor der Geburt des Mädchens aus dem Staub gemacht. Und auch ihre aktuelle Affäre steuert auf eine Katastrophe zu. Um sich abzulenken, beginnt Astrid, die Lebenserinnerungen ihres Großvaters aufzuschreiben. Sebastian Heisenberg war ein bekannter deutscher Orientalist. Im Zweiten Weltkrieg war er für das Reichspropagandaministerium und die deutsche Abwehr tätig und verfasste ein Buch, in dem er eine „faschistische Perspektive für die Welt des Islam“ zeichnete. Vladimir Vertlib widmet sich in seinem neuen Roman den großen Themen der Gegenwart: dem Gegensatz zwischen Orient und Okzident in Religion und Kultur - und dennoch dem Verbindenden zwischen den Menschen. 19.30 Uhr. Mühlentorplatz 1, 6800 Feldkirch.

Furth

16.4. --- Benediktinerstift Göttweig Lesung. Rolf Lappert – „Nach Hause schwimmen“. Wilbur, gerade mal 1,50 Meter groß, ist wirklich kein Glückskind: Seine irische Mutter stirbt bei der Geburt, sein schwedischer Vater macht sich aus dem Staub, und sein erstes Zuhause ist der Brutkasten. Erst als seine Großeltern ihn nach Irland holen, erfährt er, was Heimat ist. Doch das Glück währt nicht lang: Sein bester Freund kommt in die Erziehungsanstalt, und seine Großmutter Orla stirbt bei einem Unfall. Auch wenn er gern so stark wäre wie Bruce Willis: Er ist und bleibt ein Verlierer. Erst die charmante Aimee bringt ihm etwas anderes bei: Wilbur muss endlich lernen, zu leben - ob er will oder nicht. Rolf Lappert hat einen großen Roman über das Erwachsenwerden eines kleinen, an der Welt verzweifelnden Jungen geschrieben, der durch seine bezwingende Komik mitreißt. 20 Uhr. Benediktinerstift Göttweig, 3511 Stift Göttweig.

16.4. --- Benediktinerstift Göttweig Lesung. Thomas Glavinic – „Das Leben der Wünsche“. Stellen Sie sich vor, Ihre geheimsten Wünsche würden wahr. Die innersten, dunklen Wünsche, von denen Sie selbst bisher nichts ahnten. So ergeht es Jonas, dem ein Unbekannter eines Tages ein unerhörtes Angebot macht: „Ich erfülle Ihnen drei Wünsche.“ Der Ehemann, Vater, Werbetexter und leidenschaftliche außereheliche Liebhaber lässt sich auf das Spiel ein. Bis seine Frau eines Abends tot in der Badewanne liegt. Weiß die Nacht etwa mehr von Jonas' Wünschen als er selbst? Unverwechselbar erzählt der in Wien lebende Schriftsteller Thomas Glavinic die Geschichte eines ganz normalen Mittdreißigers, der genau das bekommt, was er sich wünscht. Und noch ein bisschen mehr. 18 Uhr. Benediktinerstift Göttweig, 3511 Stift Göttweig.

16.4. --- Benediktinerstift Göttweig Lesung. Kathrin Röggla – „die alarmbereiten“. Sind wir die Helden in einem Katastrophenfilm? In sieben Prosastücken erzählt Kathrin Röggla von der Bedrohung und der Magie einer Welt in Alarmbereitschaft. Brennende Wälder, fliehende Tiere, Panikeinkäufe. Experten, Schaulustige und Beteiligte stieren auf die Katastrophe. Und fragen sich: „hat man jetzt überlebt?“. Entwarnung wird nicht gegeben. Eine Welt im Ausnahmezustand: Finanzkrise, Klimakatastrophe, Entführungsfälle – das Leben wird zum Worst-Case-Szenario. Und dadurch dramatisch. Eine gespenstische Hetzjagd. Oder sind diese Panikszenen eine große Fiktion? Kennen wir diese bedrohlichen Sicherheitslücken, spektakulären Rettungsaktionen und exklusiven Berichterstattungen nicht aus den Filmen des Hollywood-Kinos? Sind wir die Helden in einem Katastrophenfilm? Kathrin Röggla spielt diese Katastrophen-Szenen durch und entlarvt ihre Dramaturgie. In acht Prosastücken erzählt sie von der Bedrohung und der Magie einer Welt in Alarmbereitschaft. Sie führt uns die trügerischen und verführerischen Geschichten unserer panischen Gegenwart vor Augen. 18.30 Uhr. Benediktinerstift Göttweig, 3511 Stift Göttweig.

17.4. --- Benediktinerstift Göttweig Lesung. Peter Stamm – „Sieben Jahre“. Ein Mann zwischen zwei Frauen, die eine ist begehrenswert, bei der anderen ist er frei. Sonja ist schön und intelligent und lebt mit Alex. Eine vorbildliche Ehe, er müsste glücklich sein. Aber wann ist die Liebe schon einfach? Und wie funktioniert das Glück? Iwona wäre neben Sonja fast unsichtbar, sie ist spröde und grau. Aber Alex fühlt sich lebendig bei ihr – und weiß nicht, warum. Sie liebt ihn. Er trifft sie immer wieder, und als sie von ihm schwanger wird und das Kind kriegt, das Sonja sich wünscht, setzt er alles aufs Spiel. Peter Stamm erzählt so lakonisch und leidenschaftlich wie kein anderer von widerstreitenden Gefühlen und der Sehnsucht nach dem Leben. „Sieben Jahre“ ist ein großer Roman über die Zumutung des Glücks, geliebt zu werden. 18.30 Uhr. Benediktinerstift Göttweig, 3511 Stift Göttweig.

Graz

8.4. --- Literaturhaus Lesung. Erica Pedretti – „Fremd genug“. Einleitung: Klaus Hoffer. „Erica Pedretti hat zeit ihres künstlerischen Arbeitens hervorgehoben, dass biografisches Erzählen Fiktion ist, ein Prozess des Erfindens. Der so oft bewunderte hohe Reflexionsgrad ihrer schriftstellerischen Webtechnik äußert sich in «Fremd genug» als große Einfachheit. Erinnern und Vergessen, die Kettfäden dieser (und jeder) Lebensgeschichte, lenken sichtbar die Assoziationen, die ihrerseits mit einer so unbefangenen Tatsächlichkeit daherkommen, als spräche ein kluges Kind.“ (Zu: Fremd genug, Neue Züricher Zeitung). 20 Uhr. Universität Graz, Elisabethstraße 30, 8010 Graz.

15.4. --- Literaturhaus Lesung. Alissa Walser – „Am Anfang war die Nacht Musik“. Wien, 1777. Franz Anton Mesmer ist der wohl berühmteste Arzt seiner Zeit, als man ihm einen scheinbar hoffnungslosen Fall überträgt: Er soll das Wunderkind Maria Theresia heilen, eine blinde Pianistin und Sängerin. Als Franz Anton Mesmer das blinde Mädchen in sein magnetisches Spital aufnimmt, ist sie zuvor von unzähligen Ärzten beinahe zu Tode kuriert worden. Mesmer ist überzeugt, ihr endlich helfen zu können, und hofft insgeheim, durch diesen spektakulären Fall die ersehnte Anerkennung der akademischen Gesellschaften zu erlangen. Auch über ihre gemeinsame tiefe Liebe zur Musik lernen Arzt und Patientin einander verstehen, und bald gibt es erste Heilerfolge. In ihrer hochmusikalischen Sprache nimmt Alissa Walser uns mit auf eine einzigartige literarische Reise. Ein Roman von bestrickender Schönheit über Krankheit und Gesundheit, über Musik und Wissenschaft, über die fünf Sinne, über Männer und Frauen oder ganz einfach über das Menschsein. (Zu: Am Anfang war die Nacht Musik). 20 Uhr. Universität Graz, Elisabethstraße 30, 8010 Graz.

19.4. --- Literaturhaus Lesung. Hans H. Hiebel – „Und keine Wiederkehr“. 1941 in Reichenberg (jetzt Liberec), CˇSSR, geboren und 1946 nach Bayern ausgesiedelt. Er lebte in Füssen, Erlangen, Brighton und kam 1985 nach Graz, wo er seither als Professor für Neuere deutsche Literatur tätig ist. Er hat Bücher über Franz Kafka, Henrik Ibsen und die Lyrik des 20. Jahrhunderts veröffentlicht. Daneben erschienen zwei Gedichtbände. (Samuel Beckett über die Gedichte: I am sipping at your sad poems with relish.). “Und keine Wiederkehr“  zeigt das Leben, d. h. die Kindheit des Autors in romanartiger Form (zuweilen in Ich-Form, zuweilen in Er-Form). Das Motto des Buches ist das Kinderlied „Maikäfer flieg, der Vater ist im Krieg“ und deutet an, dass es um die Kriegszeit, die Heimatvertreibung (aus dem Sudetenland, der CˇSSR) und den – teilweise vergeblichen – Versuch, eine neue Heimat zu finden, geht. Die dem Ich eingeschriebenen Traumata begleiten jeden Versuch einer neuen Verwurzelung. Jegliche literarische Darstellung geht aus Erinnerung hervor, doch wird hier (wie bei Proust) deutlich gemacht, dass alles a l s Erinnertes dargeboten wird. 20 Uhr. Universität Graz, Elisabethstraße 30, 8010 Graz.

21.4. --- Literaturhaus Lesungen. AutorInnen präsentieren ihre Roman-Debuts – „Zum Beispiel auch das“. Mit: Rolf Bauerdick, Patrick Hofmann, Elisabeth Rank, Tex Rubinowitz, Ulrike Ulrich.Einleitungen von: Felicitas Ferder, Florian Labitsch, Reinhard Lechner, Cordula Simon, Christoph Szalay. Moderation: Klaus Nüchtern (Falter). Musik: Forenbacher: Matthias Forenbacher (Gesang, Gitarren, Mundharmonika), Kurt Bauer (Violine), Gunter Jammernegg (Kontrabass). 19.30 Uhr. Universität Graz, Elisabethstraße 30, 8010 Graz.

23.4. --- Literaturhaus Jugend-Literatur-Werkstatt. Offenes Werkstatt-Treffen für 8- bis 13-Jährige: Geschichtenschreiben mit Martin Ohrt. 16 Uhr. Offenes Werkstatt-Treffen für Jugendliche ab 14 Jahren: Werkstattgespräch mit Sophie Reyer. 18 Uhr. Universität Graz, Elisabethstraße 30, 8010 Graz.

26.4. – 27.4. --- Literaturhaus Lesung. Finnland besucht die Literaturhäuser. Kaksinkerainen/dubbelt/doppelt. Es lesen: Hannu Raittila und Leena Lander, Tuomas Kyrö und Johanna Sinisalo und Timo Parvela. Einleitung und Moderation und Dolmetsch: Stefan Moster. Musik: Musik: Zeitgenössische Finnische Tangos mit Studierenden von Univ.Prof. Janne Rättyä (KUG). Lesung der deutschen Texte: Dekoration: Marimekko. Hannu Raittila liest aus „Die Klärung“. Listige Analysen. Leena Lander liest aus „Die Unbeugsame“. Tuomas Kyrö liest aus „700 Gramm“. Johanna Sinisalo liest aus „Glasauge“. Timo Parvela liest aus seinen Ella-Büchern. (6-8 Jahre). Universität Graz, Elisabethstraße 30, 8010 Graz.

30.4. --- Literaturhaus Lesung. Gastveranstaltung: Steirische Autoren. Lesung mit:  Lilo Alberti, Helga Boyer von Berghof, Gerhard Dinauer, Kevin Haring-Sedler, Michaela Hirzer-Weiß, Franz Suppan, Christine Tidl. Musik: Florian Palier. Leitung: Wentila De La Marre. 19.30 Uhr. Universität Graz, Elisabethstraße 30, 8010 Graz.

Hohenems

15.4. --- Schlosskaffee Literaturgespräch mit Nina Winkler. Zum 90. Geburtstag von Marlen Haushofer (1920-1970) „Es ist schrecklich schwer, gerecht zu sein zu seiner eigenen Vergangenheit.“ (Marlen Haushofer). Bewegt war ihr Privatleben, aus dem sie einerseits Kraft tankt und andererseits flieht. Bewegt war auch ihr literarisches Leben: Ihr Oeuvre wird erst viele Jahre nach ihrem Tod entdeckt. Eintritt frei. 19.30. Schlossplatz 10, 6845 Hohenems.

Innsbruck

12.4. --- Thalia Buchhandlung Lesung. Anna Mitgutsch – „Wenn du wiederkommst“. Sie wollten vernünftig lieben, mit Maß und Respekt. Leidenschaftlich und doch voller Achtung für die Freiheit des anderen. Ein ganzes Leben haben Jerome und die Erzählerin von Anna Mitgutschs neuem Roman gebraucht, um ein Liebespaar zu werden, das den eigenen hohen Ansprüchen genügt. Doch dann stirbt Jerome plötzlich, und die Erzählerin versucht mit einer eindringlichen, bewegenden Totenklage, das Versprechen eines Neuanfangs einzulösen, über den Tod hinaus. Es ist keine Liebe auf den ersten Blick, eher das Versprechen von Verlässlichkeit: zwei Menschen, einander nah und vertraut wie Geschwister. Diese Nähe ist so stark, dass sie die dunklen Seiten ihrer Liebe und Ehe, Untreue, ihre einander oft ausschließenden Obsessionen und sogar die scheinbar endgültige Trennung übersteht. Jetzt, lange Jahre später, sieht es so aus, als gäbe es die Möglichkeit, noch einmal ganz neu anzufangen. Da geschieht das Unfassbare. Jerome stirbt. Verzweifelt versucht die verlassene Erzählerin, gegen die Realität des Todes aufzubegehren. Sie kämpft, als könnte sie den Toten zurückholen oder ihm wenigstens ein letztes Wort, ein Zeichen seiner Liebe abringen. Sie klammert sich an die verheißungsvolle letzte Begegnung, den letzten gemeinsamen Augenblick, die letzten Worte beim Abschied am Flughafen von Boston. Sie beschwört die Glücksmomente wie auch die gegenseitigen Verletzungen in ihrer langen Liebesgeschichte. Den gesellschaftlichen Ritualen der Trauer, den Bemühungen der Verwandten, ihr die Bedeutung als Ehefrau abspenstig zu machen, steht sie wehrlos gegenüber. Und doch gelingt es ihr in der gemeinsamen Trauer mit der erwachsenen Tochter, die Beziehung zum Ehemann und zum Vater in ihrer ganzen Widersprüchlichkeit lebendig werden zu lassen. 19 Uhr. Museumstraße 4, 6021 Innsbruck.

16.4. --- Literaturhaus am Inn Porträt. Nelly Sachs im Porträt von Christoph W. Sachs. Nelly Sachs, eigentlich Leonie Sachs, Tochter eines jüdischen Elternhauses, wurde 1891 in Berlin-Schöneberg geboren. Sehr früh kam sie mit den deutschen Klassikern in Berührung und begann mit siebzehn Jahren ihre ersten Gedichte im Stil des literarischen Impressionismus zu schreiben. Ihre Dichtungen wurden in den zwanziger Jahren in verschiedenen Zeitschriften veröffentlicht. In den dreißiger Jahren setzte sich Nelly Sachs in ihren Werken mit dem wachsenden Faschismus in Deutschland und ihren jüdischen Wurzeln, dem Chassidismus und der Kabbala, auseinander. 1940 emigrierte sie zusammen mit ihrer Mutter und mit Hilfe der schwedischen Schriftstellerin Selma Lagerlöf nach Schweden. Erst 1953 erhielt sie die schwedische Staatsbürgerschaft, lebte und arbeitete dort bis zu ihrem Lebensende. Ihre Reisen nach Deutschland, die erste 1960 anlässlich der Verleihung des Meersburger Droste-Preis für Dichterinnen waren traumatische Erfahrungen. In der Nachkriegszeit schrieb Nelly Sachs mit einer hochemotionalen, herben, aber dennoch zarten Sprache über das Grauen des Holocaust. Im Jahr 1965 erhält sie den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels, ein Jahr später gemeinsam mit dem israelischen Schriftsteller Samuel Josef Agnon den Nobelpreis für Literatur. 1970 starb Nelly Sachs in Stockholm. 20 Uhr. Josef-Hirn-Straße 5, 6020 Innsbruck.

19.4. --- Literaturhaus am Inn Lesung. Dirk Kurbjuweit – „Nicht die ganze Wahrheit“. Der Privatdetektiv Arthur Koenen erhält einen schier unmöglichen Auftrag: Er soll herausfinden, ob der Vorsitzende einer großen Partei eine Affäre hat. Koenen hat Erfolg - und erfährt die Geschichte einer jungen Frau, die leidenschaftlich für ihre Überzeugungen und um eine hoffnungslose Liebe kämpft. Kurbjuweit ist ein fesselnder Roman gelungen über drei Menschen in einem Gespinst aus Sehnsucht, Lügen und der Angst vor Entdeckung. 20 Uhr. Josef-Hirn-Straße 5, 6020 Innsbruck.

22.4. --- Literaturhaus am Inn Lesung. Helene Flöss , Wolfgang Hermann und Birgit Unterholzner. Helene Flöss: Mütterlicherseits. Roman. Schon als Kind zieht Lilí verträumt die Erinnerungen mütterlicherseits wie einen geheimen Sack hinter sich her. Darin die Bruchstücke einer ihr nicht ganz geheuren Welt, der Schneiderstube ihrer Mutter, deren Überlebenswerkzeug die Nähmaschine ist. Helene Flöss macht einerseits aus der Perspektive eines Kindes, andererseits aus dem Blickwinkel alter, gebrechlicher Menschen sichtbar, was die Welt gern übersieht: Das scheinbar Unscheinbare, das oft identisch ist mit dem Wesentlichen. In einem Ton, der vielfach überlieferte Redensarten aufnimmt, durchbricht sie keineswegs nur die Grenzlinien zwischen dem Deutschen und dem Italienischen; in bild(er)dichter Sprache enthüllt sie die Poesie der Erzählungen von Menschen, die noch etwas zu erzählen haben. Helene Flöss, geboren 1954 in Brixen, Südtirol, Lehramt für Technikerziehung, Mittelschullehrerin. Ab 1985 Veröffentlichungen in Literaturzeitschriften, Anthologien und im Rundfunk. Seit 1991 freie Schriftstellerin. Nasses Gras (1990), Spurensuche (1992), Briefschaften (gemeinsam mit Walter Schlorhaufer, 1994), Dürre Jahre (1998), Brüchige Ufer (2005), Der Hungermaler (2007, alle: Haymon). Wolfgang Hermann: In Wirklichkeit sagte ich nichts. Erzählungen. „Ich spüre, wie die Nacht zögert. Schritt für Schritt weicht sie zurück. Eine Handbreite noch, und der Tag ist über die Schwelle“, heißt es am Ende der Erzählung Die Tunesische Nacht, in welcher der Erzähler versucht, dem Winter zu entkommen und – wie die meisten von Wolfgang Hermanns Figuren – ein Leben zu führen, das ihm ganz allein gehört. Wie der Protagonist der Erzählung Die Treppe, der sich nach langer Krankheit auf die Seite der „Zeitdiebe“ schlägt. Oder jener am Pariser Flughafen gestrandete Iraner, dem der Leser in Warte im Schatten auf mich begegnet. Es geht darin um nichts und doch um alles. Aus der Gleichzeitigkeit des Schönen und des Schrecklichen, dem ständigen Grenzgang zwischen Wirklichkeit und Unwirklichkeit entwickeln diese Erzählungen ihre Kraft und ihre Zerbrechlichkeit. Wolfgang Hermann, geboren 1961 in Bregenz, studierte Philosophie und Germanistik in Wien. Lebte u. a. in Berlin, Paris sowie von 1996 bis 1998 als Universitätslektor in Tokio. Seit 1987 freier Schriftsteller. Das schöne Leben (Hanser 1988), In kalten Zimmern (Suhrkamp 1997), Fliehende Landschaft (Haymon 2000), Herr Faustini verreist (Deuticke 2006), Herr Faustini und der Mann im Hund (Deuticke 2008). Birgit Unterholzner: Flora Beriot. Roman. In ihrer Goldschmiede entwirft Flora Beriot Schmuckstücke. Eines Tages kommt ein Mann Mitte vierzig in die Werkstatt und erklärt, er wolle ein Buch über sie, die Tochter des Malers Jakob Beriot, schreiben. Von der unerwarteten Nähe des Fremden angezogen, stellt sich Flora mehr und mehr den Irrungen der Vergangenheit. Die Wahrheit lässt sich kaum mehr finden, denn diese ist untrennbar verknüpft mit der Frage der Perspektive. Birgit Unterholzner erzählt in ihrem Debütroman die Geschichte einer deutsch-italienischen Künstlerfamilie, eine Geschichte, die von Glanz und Verlust und einer außergewöhnlichen Liebe geprägt ist. Birgit Unterholzner, geboren 1971 in Bozen, Südtirol, studierte Germanistik, Zeitgeschichte und Medienkunde in Innsbruck. 2001–2003 Theaterpädagogischer Lehrgang. Mittelschullehrerin für literarische Fächer und Fachberaterin für Theaterpädagogik. Studienaufenthalte in England. Bildungsreisen nach Namibia, Thailand und Mexiko. Lebt als freie Schriftstellerin in Bozen. Zuletzt erschienen: Die Blechbüchse (Skarabaeus 2006). 20 Uhr. Josef-Hirn-Straße 5, 6020 Innsbruck.

26.4. --- Literaturhaus Lesung. Georges Perec – „Anton Voyls Fortgang“. Es liest Johann Nikolussi. Einführung zu Leben und Werk des Autors: Doris Eibl. Georges Perec (1936–1982) wird zu den wichtigsten Vertretern der französischen Nachkriegsliteratur gezählt. Er war Mitglied der Oulipo-Gruppe, die, von Sprachartismus und Surrealismus geprägt, neue literarische Formen erprobte. In Anton Voyls Fortgang (1969 auf französisch erschienen, ins Deutsche 1986 übersetzt von Eugen Helmlé ) beschreitet Perec das Experiment, einen Roman ohne den Buchstaben „e“ zu verfassen. Auszüge aus dem Nachwort des Übersetzers Eugen Helmlé sowie eine Leseprobe finden Sie im beiliegenden Inn-Lesebuch.Doris Eibl, Assistentin am Institut für Romanistik, wird in ihrer Einführung auf die enge Verschränkung zwischen diesem sprachartistischen Experiment und den lebensgeschichtlichen Erfahrungen des Autors eingehen, der als Kind polnischer Juden Vater und Mutter verlor. Georges Perec: Anton Voyls Fortgang. Roman. Herausgegeben und übersetzt von Eugen Helmlé (Zweitausendeins 1986). 20 Uhr. Josef-Hirn-Straße 5, 6020 Innsbruck.

Kapfenberg

22.4. --- KUZ - Kulturzentrum Lesung. Stefan Slupetzky – „Lemmings Zorn“. Lemmings vierter Fall. Slupetzky hat zunächst Kinderbücher geschrieben und illustriert. Vor einigen Jahren hat er sich dann auf Verbrechen verlegt und verfasst nunmehr witzig-hintergründige Krimis übers Leben und Sterben in Wien. 19.30 Uhr. Mürzgasse 3, 8605 Kapfenberg.

Klagenfurt

23.4. --- Musilhaus Lesung. Ilma Rakusa – „Mehr Meer“. Eine Kindheit und Jugend in Mitteleuropa, als dieses Mitteleuropa nach dem Zweiten Weltkrieg gerade seine politischen und kulturellen Konturen neu eingeschrieben bekam: Ilma Rakusa geht in ihren Erinnerungen dem kleinen Mädchen nach, der Tochter eines slowenischen Vaters und einer ungarischen Mutter, deren Lebensstationen von einer slowakischen Kleinstadt über Budapest, Ljubljana, Triest nach Zürich – und von da weiter ausgreifend nach Ost und West, nach Leningrad/Petersburg und Paris reichen. Die überall Fremde, Nicht-ganz-Zugehörige findet sehr früh schon ihre Heimat in der Musik, im Klavierspielen, und, mit der Entdeckung Dostojewskijs, in der Literatur, aber auch in der Bewegung, im Unterwegssein, im Reisen. Mehr Meer geht weit über eine Nacherzählung einer Kindheit und Jugend hinaus; es ist die Beschwörung dessen, was von den vielen Lebensorten und Begegnungen bleibt: Töne und Klänge, Farben und Stimmungen, einzelne Szenen und Blitzlichter („Die Bilder, sage ich, in Ehren. Aber zuerst kommen die Gerüche.“). In vielen kleinen Selbstbefragungen, in Dialogen, Gedichten und Erinnerungsbildern geht Ilma Rakusa ihrer Geschichte auf den Grund: der vom Vater initiierte ständige Ortswechsel, das Paradies des Meeres und der Küste in Triest und Grado, erste Küsse, erste Reisen, die Musik und die Begegnung mit den Ritualen der Ostkirche, die ersten Auslandsjahre in Paris und im damals noch sowjetischen Leningrad. Ilma Rakusa nähert sich ihren frühen Jahren äußerst unsentimental und auch nicht mit dem Eifer der Bekennerin, dafür mit großer Genauigkeit in einem sehr schwierigen Bereich: im Atmosphärischen, das sie mit Knappheit und Präzision erdet. In ihrem Erinnerungsband erstehen die 50er und 60er Jahre des 20. Jahrhunderts im prismatischen Blick einer außergewöhnlichen Schriftstellerin, die wie wenige in und zwischen verschiedenen Kulturen lebt. 19.30 Uhr. Bahnhofstraße 50, 9020 Klagenfurt.

28.4. --- Musilhaus Lesung. Iris Hanika – „Das Eigentliche“. Das Eigentliche ist – für jeden etwas anderes. Für Hans Frambach sind es die Verbrechen der Nazizeit, an denen er leidet, seit er denken kann. Darum ist er Archivar im Institut für Vergangenheitsbewirtschaftung geworden; nur fragt er sich, ob es nicht an der Zeit für eine andere Arbeit wäre. Auch für seine beste Freundin Graziela steht die Fassungslosigkeit über diese Vergangenheit im Mittelpunkt – bis sie einen Mann kennenlernt, der sie begehrt, und fortan die Begegnung der Geschlechter im Fleische für das Eigentliche hält; ein Konzept, an dem sie nun zweifelt. Aber kann man denn den Nationalsozialismus für alles verantwortlich machen? Eigentlich ist es doch ihre Unfähigkeit zum Glück, die Hans und Graziela zu so wunderlichen Gestalten macht. Nur sie selbst halten ihr Unglück nicht für gott-, sondern für nazigegeben. Zugleich hat auch der Staat, in dem sie leben, sein Eigentliches. Es ist das unausgesetzte Bemühen um Harmlosigkeit seiner Repräsentanten, das allen voran die Bundeskanzlerin vorführt, wenn sie jede Woche übers Internet zu uns spricht. Iris Hanika zeigt, wie die Verbrechen der Nazizeit uns bis heute in ihren Klauen halten, und übersieht dabei nicht, zu welchen Absurditäten die Professionalisierung des Gedenkens führt. Da wäre nämlich noch ein Eigentliches: unsere Hilflosigkeit angesichts dieser Verbrechen. 20 Uhr. Bahnhofstraße 50, 9020 Klagenfurt.

Krems

17.4. --- Literaturhaus Niederösterreich Lesung. Kathrin Röggla – „die alarmbereiten“. Sind wir die Helden in einem Katastrophenfilm? In sieben Prosastücken erzählt Kathrin Röggla von der Bedrohung und der Magie einer Welt in Alarmbereitschaft. Brennende Wälder, fliehende Tiere, Panikeinkäufe. Experten, Schaulustige und Beteiligte stieren auf die Katastrophe. Und fragen sich: „hat man jetzt überlebt?“. Entwarnung wird nicht gegeben. Eine Welt im Ausnahmezustand: Finanzkrise, Klimakatastrophe, Entführungsfälle – das Leben wird zum Worst-Case-Szenario. Und dadurch dramatisch. Eine gespenstische Hetzjagd. Oder sind diese Panikszenen eine große Fiktion? Kennen wir diese bedrohlichen Sicherheitslücken, spektakulären Rettungsaktionen und exklusiven Berichterstattungen nicht aus den Filmen des Hollywood-Kinos? Sind wir die Helden in einem Katastrophenfilm? Kathrin Röggla spielt diese Katastrophen-Szenen durch und entlarvt ihre Dramaturgie. In acht Prosastücken erzählt sie von der Bedrohung und der Magie einer Welt in Alarmbereitschaft. Sie führt uns die trügerischen und verführerischen Geschichten unserer panischen Gegenwart vor Augen. 11.30 Uhr. Steiner Landstraße 3, 3504 Krems-Stein.

Laa an der Thaya

20.4. --- Schüttkasten Laa Lesung. Dieter Kindermann – „Klostergeschichten“. Der Autor besuchte Klöster und Stifte in Österreich, sprach mit Bischöfen, Äbten und Prioren. 19 Uhr. Schüttkasten Laa, 2136 Laa an der Thaya.

Linz

8.4. --- Stifterhaus Lesung. Klever Verlag präsentiert: Günther Kaip - „Im Fahrtwind” und Bernhard Saupe - „Viersäftelehre”, Gedichte. 19.30 Uhr. Adalbert-Stifter-Platz 1, 4020 Linz.

15.4. --- Stifterhaus Lesung. Kurt Palm – „Bad Fucking“. Kurt Palms alptraumhafte Gedanken rund um „Bad Fucking“ haben sich - so wie der Autor im vergangenen Herbst bereits anklingen ließ - zur Provinzpolitkrimigroteske verdichtet und sind den politischen Ereignissen hier im Land gleichsam einen Schritt vorausgeeilt. In Bad Fucking braut sich einiges zusammen: Zuerst liegt der Sonderling Vitus Schallmoser tot in seiner Wohnhöhle. Dann bekommt Camilla Glyck vom Bundeskriminalamt den Auftrag, nach der Innenministerin Maria Sperr zu suchen, die als Bauunternehmerin in Bad Fucking nebenberuflich ein Asylantenheim errichten lassen wollte, die Putzfrau Jagoda Dragicevic erpresst den Zahnarzt wegen eines Nacktfotos ... Das alles und noch viel mehr geschieht, während eine Hitzewelle Europa beinahe lahm legt und sich ein Mordsunwetter auf Bad Fucking zubewegt. 19.30 Uhr. Adalbert-Stifter-Platz 1, 4020 Linz.

15.4. --- Stifterhaus Vortrag. Christian Schacherreiter – „Österreichische Literatur am Beginn des 21. Jahrhunderts”. In Kooperation mit dem Pädagogischen Institut. 14.30 Uhr. Adalbert-Stifter-Platz 1, 4020 Linz.

22.4. --- Posthof Linz Lesung. Paulus Hochgatterer – „Das Matratzenhaus“. Frühlingsidylle in Furth am See, einer Kleinstadt in Österreich. Doch damit ist es mit einem Schlag vorbei, als eine rätselhafte Serie von Kindesmisshandlungen die Bewohner der Stadt in Unruhe versetzt. Der Psychiater Raffael Horn und Kommissar Ludwig Kovacs versuchen fieberhaft, den Täter zu finden, bevor die Sache noch weiter eskaliert. Das ungewöhnliche Ermittlerduo aus Hochgatterers Bestseller „Die Süße des Lebens“ geht in diesem literarischen Krimi ein weiteres Mal auf gemeinsame Spurensuche. 20 Uhr. Posthofstraße 43, 4020 Linz.

30.4. --- Posthof Linz Lesung. Michael Köhlmeier – „Mitten auf der Straße“. Michael Köhlmeiers Erzählungen beginnen oft mit einem schlichten, ganz einfachen Satz, und doch ist man sofort mittendrin: „Ich hatte einen Fehler begangen, einen empfindlichen.“ Es geht in diesen Geschichten nicht um die ganz großen Themen, es geht um das, was nebenbei und zwischendurch passiert. Die Erzählung „Auf Bücher schießen und andere Kleinigkeiten“ handelt von einem Traum, „Mut am Nachmittag“ von einem Mann, der traurig ist. „Ein freier Nachmittag“, „Unterhaltungen in der Küche“ - davon erzählt der Autor meisterhaft, und irgendwann kommt dem Leser der Verdacht, dass es hier vielleicht doch um das ganze Leben geht. Sein großer Roman „Abendland“ hat Kritiker wie Leser begeistert; in diesem Band, in dem auch sechs neue Erzählungen enthalten sind, kann man sich überzeugen, dass Michael Köhlmeier immer schon eines war: der Meister der kleinen Form. 20 Uhr. Posthofstraße 43, 4020 Linz.

Mattersburg

29.4. --- Literaturhaus Lesung. Kurt Palm – „Bad Fucking“. Kurt Palms alptraumhafte Gedanken rund um „Bad Fucking“ haben sich - so wie der Autor im vergangenen Herbst bereits anklingen ließ - zur Provinzpolitkrimigroteske verdichtet und sind den politischen Ereignissen hier im Land gleichsam einen Schritt vorausgeeilt. In Bad Fucking braut sich einiges zusammen: Zuerst liegt der Sonderling Vitus Schallmoser tot in seiner Wohnhöhle. Dann bekommt Camilla Glyck vom Bundeskriminalamt den Auftrag, nach der Innenministerin Maria Sperr zu suchen, die als Bauunternehmerin in Bad Fucking nebenberuflich ein Asylantenheim errichten lassen wollte, die Putzfrau Jagoda Dragicevic erpresst den Zahnarzt wegen eines Nacktfotos ... Das alles und noch viel mehr geschieht, während eine Hitzewelle Europa beinahe lahm legt und sich ein Mordsunwetter auf Bad Fucking zubewegt. 19.30 Uhr. Wulkalände 2, 7210 Mattersburg.

Mistelbach

29.4. --- Museumszentrum Lesung. Michael Köhlmeier – „Mitten auf der Straße“. Michael Köhlmeiers Erzählungen beginnen oft mit einem schlichten, ganz einfachen Satz, und doch ist man sofort mittendrin: „Ich hatte einen Fehler begangen, einen empfindlichen.“ Es geht in diesen Geschichten nicht um die ganz großen Themen, es geht um das, was nebenbei und zwischendurch passiert. Die Erzählung „Auf Bücher schießen und andere Kleinigkeiten“ handelt von einem Traum, „Mut am Nachmittag“ von einem Mann, der traurig ist. „Ein freier Nachmittag“, „Unterhaltungen in der Küche“ - davon erzählt der Autor meisterhaft, und irgendwann kommt dem Leser der Verdacht, dass es hier vielleicht doch um das ganze Leben geht. Sein großer Roman „Abendland“ hat Kritiker wie Leser begeistert; in diesem Band, in dem auch sechs neue Erzählungen enthalten sind, kann man sich überzeugen, dass Michael Köhlmeier immer schon eines war: der Meister der kleinen Form. 5 €. 19.30 Uhr. Franz-Josef-Straße 43, 2130 Mistelbach.

Ried

27.4. --- Thalia Buchhandlung Lesung. Thomas Glavinic – „Das Leben der Wünsche“. Stellen Sie sich vor, Ihre geheimsten Wünsche würden wahr. Die innersten, dunklen Wünsche, von denen Sie selbst bisher nichts ahnten. So ergeht es Jonas, dem ein Unbekannter eines Tages ein unerhörtes Angebot macht: „Ich erfülle Ihnen drei Wünsche.“ Der Ehemann, Vater, Werbetexter und leidenschaftliche außereheliche Liebhaber lässt sich auf das Spiel ein. Bis seine Frau eines Abends tot in der Badewanne liegt. Weiß die Nacht etwa mehr von Jonas' Wünschen als er selbst? Unverwechselbar erzählt der in Wien lebende Schriftsteller Thomas Glavinic die Geschichte eines ganz normalen Mittdreißigers, der genau das bekommt, was er sich wünscht. Und noch ein bisschen mehr. 20 Uhr. Wohlmayrgasse 4, 4919 Ried / Inkreis.

Rauris

7.4. --- Gasthof Grimmig Lesung. Thomas Klupp – „Paradiso“. Eigentlich wollte er auf kürzestem Wege von Potsdam nach München reisen. Aber nichts im Leben von Alex Böhm ist vorhersehbar. Er fährt los und wird in die Heimat verschlagen, wo sich bodenlose Abgründe auftun. Auch die gehören zu seinem Leben, und das ist kein Wunder bei einem, dessen Charakter geprägt ist von einem chronischen Mangel an Moral -Es ist heiß. Glühend heiß. In der flirrenden Tankstellenluft wartet Alex Böhm auf einen gelben Kombi, der gleich an den Zapfsäulen halten und ihn nach München bringen soll. Von dort wird er am nächsten Morgen mit seiner Freundin Johanna nach Portugal fliegen. Das ist der Plan. Aber dann taucht Konrad auf, der „Loserkonrad“ aus Schulzeiten, und diese Begegnung katapultiert Böhm auf das Minenfeld seiner Vergangenheit. Während er in atemlosen Monologen einen Zünder nach dem anderen schärft, gerät er in die nördliche Oberpfalz, seine alte Heimat. Hier riecht es nach Zerstörung, und der Eindruck trügt nicht. Bei einem Fest am Paradiso, einer Kiesgrube tief im Wald, kommen all diejenigen zusammen, die in seinem Leben eine Rolle gespielt haben, darunter der beste Freund und die Frau, die er liebt. Er hat sie verlassen, für eine andere, Schönere, aber in Böhm fängt es zu ticken an. Als er das Fest nach Sonnenaufgang verlässt, ist nichts mehr wie zuvor. Zurück bleiben verbrannte Erde, eine zerstörte Liebe und ein halbtoter Freund im Wald. Und natürlich er selbst. Alex Böhm findet sich am Morgen in einer oberbayerischen Dorfkirche wieder und fleht die Gläubigen mit Speed verschnupfter Nase an, ihn zum Münchner Flughafen zu fahren. Das Debüt von Thomas Klupp ist ein bitterböser Roman über einen Charakter ohne moralisches Innen, über einen Blender im Hier und Jetzt. Anarchisch und mit tiefschwarzem Humor erzählt, lässt er den Leser atemlos und mit weit aufgerissenen Augen zurück. 19 Uhr. Marktstraße 25, 5661 Rauris.

9.4. --- Gasthof Grimmig Lesung. Michael Köhlmeier – „Mitten auf der Straße“. Michael Köhlmeiers Erzählungen beginnen oft mit einem schlichten, ganz einfachen Satz, und doch ist man sofort mittendrin: „Ich hatte einen Fehler begangen, einen empfindlichen.“ Es geht in diesen Geschichten nicht um die ganz großen Themen, es geht um das, was nebenbei und zwischendurch passiert. Die Erzählung „Auf Bücher schießen und andere Kleinigkeiten“ handelt von einem Traum, „Mut am Nachmittag“ von einem Mann, der traurig ist. „Ein freier Nachmittag“, „Unterhaltungen in der Küche“ - davon erzählt der Autor meisterhaft, und irgendwann kommt dem Leser der Verdacht, dass es hier vielleicht doch um das ganze Leben geht. Sein großer Roman „Abendland“ hat Kritiker wie Leser begeistert; in diesem Band, in dem auch sechs neue Erzählungen enthalten sind, kann man sich überzeugen, dass Michael Köhlmeier immer schon eines war: der Meister der kleinen Form. 18 Uhr. Marktstraße 25, 5661 Rauris.

9.4. --- Gasthof Grimmig Lesung. Peter Henisch – „Der verirrte Messias“. Dass ein junger Mann, der nach Israel fliegt, die Bibel liest, ist vielleicht nicht ungewöhnlich, doch dass er bei dieser Lektüre lacht, findet Barbara, die im Flugzeug neben diesem seltsamen Menschen sitzt, befremdlich. Da beginnt er, ihr die Passage, die er gerade gelesen hat, auf seine Weise zu erzählen, so, als wäre er dabei gewesen. Barbara hält das vorerst für eine schräge Art von Humor, doch seine Ernsthaftigkeit wird ihr schließlich unheimlich. Wieso sie sich nach einer außerplanmäßigen Zwischenlandung in Rom von Myschkin - so nennt er sich - zum Essen einladen lässt, bleibt ihr selbst ein Rätsel. Am nächsten Tag, auf dem Flughafen von Tel Aviv, ist sie froh, ihn loszuwerden. Doch nach ihrer Rückkehr erwartet sie zu Hause der erste einer Serie von Briefen aus Israel, in denen ein Mann, der sich mit Jesus identifiziert, herauszufinden versucht, warum die Erlösung nicht stattgefunden hat - bis heute. 18 Uhr. Marktstraße 25, 5661 Rauris.

10.4. --- Gasthof Grimmig Lesung. Marica Bodrožić– „Sterne erben, Sterne färben – Meine Ankunft in Wörtern“. Das Deutsche, ein „Gewirk aus Bewegungen, Tönen, Gerüchen, Kopf- und Körperhaltungen, aus Augenblicken, Augenfarben, Mundregionen und Wangenleuchten“: so sinnlich hat es sich dem neunjährigen Kind nach dem Umzug aus Jugoslawien dargestellt und gleich, trotz vieler Widerstände, wie ein „wärmendes Kleidungsstück“ um sie gelegt. Lag es am Widerstand oder an der Wärme, dass Marica Bodrožić Schriftstellerin geworden ist? Der Abschied vom ersten Land war lange nicht vollzogen, ihre ersten Bücher Tito ist tot und Der Spieler der inneren Stunde zeugen literarisch davon. In Sterne erben, Sterne färben beschreibt sie ihren Weg von den Lücken zu den Wörtern, vom stockenden Atem zum Leben selbst. 17 Uhr. Marktstraße 25, 5661 Rauris.

10.4. --- Gasthof Grimming Lesung. Wolf Haas – „Der Brenner und der liebe Gott“. Der Brenner ist zurück: „Meine Großmutter hat immer zu mir gesagt, wenn du einmal stirbst, muss man das Maul extra erschlagen. Und da sieht man, wie ein Mensch sich verändern kann. Weil heute bin ich die Ruhe in Person. Und müsste schon etwas Besonderes passieren, dass ich mich noch einmal aufrege.“ 20 Uhr. Marktstraße 25,5661 Rauris.

Röthis

16.4. --- Schlößlesaal Lesung. Wolfgang Hermann – „Mit dir ohne dich“. Eben noch der Shootingstar unter den Jungautoren, heimisch auf den Sofas sämtlicher Fernsehstationen der Welt, sitzt Richard Marten seit einiger Zeit höchstens seinen Schreibtischsessel durch, und auch das ohne Erfolg. Von seiner Frau verlassen, die Flasche immer griffbereit, hat er bald jedes Klischee des abgehalfterten Schriftstellers erfüllt – als plötzlich der erste Brief zur Tür hereinflattert. In einer fatalen Fortsetzungsreihe breitet eine Unbekannte ihr exzessives Sexleben vor ihm aus – und bringt Richard auf einen vermeintlich rettenden Gedanken. Ihr leidenschaftlicher Bericht entpuppt sich jedoch zunehmend als Akt der Besessenheit. Ab nun bleibt keiner seiner Schritte unbeobachtet und ein tückisches Spiel um Macht und Kontrolle nimmt seinen Lauf … Abseits der lichten Wege seines traumtänzerischen Herrn Faustini führt Wolfgang Hermann den Leser auf dunklen Pfaden durch eine Landschaft menschlicher Abgründe. Mit durchdringender Gestaltungsgabe versetzt er das Geschehen in subtile Spannung – und beweist damit einmal mehr seinen untrüglichen Sinn für das Wagnis Leben. 6 €. 20 Uhr. Schlößlestraße 31, 6832 Röthis.

Salzburg

12.4. --- Literaturhaus Lesung. Die italienische Autorin Michela Murgia erzählt in ihrem Roman „Accabadora“ (Wagenbach Verlag, 2010, aus dem Italienischen von Julika Brandestini) die Geschichte über Mutter und Tochter, wie sie noch nie erzählt worden ist – und sie schafft damit ein Buch, in dem das archaische und das moderne Italien aufeinandertreffen. Einleitung und deutsche Lesung: Ines Schütz. Übersetzung: Giorgio Simonetto. Bonaria Urrai und die sechsjährige Maria leben wie Mutter und Tochter zusammen. Das Mädchen ist eine „fill’e de anima“, ein Kind des Herzens – eine in Sardinien lange praktizierte Form der Adoption, die mit Einverständnis der beteiligten Familien und ganz ohne behördliche Formalitäten geschieht. Sie beruht allein auf Zuneigung. Die alte Schneiderin hat das Mädchen zu sich genommen und zieht es groß, dafür wird Maria sich später um sie kümmern. Doch ein Geheimnis umweht die stets schwarz gekleidete, wortkarge Frau, die mitunter nachts, wenn Maria schlafen soll, Besuch erhält und dann das Haus verlässt. Es scheint, als würde Bonaria in zwei Welten leben. Das Mädchen spürt, dass sie nicht danach fragen darf. Erst sehr spät entdeckt sie die ganze Wahrheit. Michela Murgia erzählt in einer schnörkellosen, poetischen Sprache aus einer scheinbar fernen, doch kaum vergangenen Welt von zwei Generationen, zwei Frauenleben und einem lange verschwiegenen Beruf – sinnlich, radikal und verblüffend gegenwärtig. Michela Murgia, geboren 1972 in Cabras/Sardinien, studierte Theologie und unterrichtete Religion. Nach einigen Jahren in Mailand lebt sie seit kurzem wieder in Sardinien. „Accabadora“ (Einaudi, 2008) ist ihr erster Roman. Sie war selbst eine „fill’e de anima“ und widmet das Buch ihren beiden Müttern. 20 Uhr. Strubergasse 23/H.C. Artmann-Platz, 5020 Salzburg.

14.4. --- Engel-Apotheke Lesung. „Antidepressiva“. Nach der „Giftlesung“ in der Engel-Apotheke im vergangenen Jahr sind jetzt die literarischen Antidepressiva an der Reihe: Kurze Texte, die leichte und schwere Verstimmungen heben und aufhellen, die angenehm und antriebssteigernd wirken und Körper und Geist doch nicht schädigen – das bieten etliche Mitglieder der Salzburger AutorInnengruppe diesmal an. Wenngleich auch Texte natürlich keine Psychotherapie ersetzen können, vermögen sie doch eine schnell eintretende Wirkung auf das depressive Syndrom hervorzurufen. Angenehme Langzeitfolgen sind gar nicht auszuschließen. Dies sind bloß zwei von unzähligen Gründen für Lektüre und Literatur. Und: Alle Texte sind rezeptfrei und ohne unangenehme Nebenwirkungen! Die Antidepressiva werden verteilt von: Elisabeth Escher, Margarita Fuchs, Roland Grünbart, Christine Haidegger, Christiane Tautscher, Horst Hufnagel, Wolfgang Kauer, Barbara Keller, Robert Kleindienst, Inge Koop, Hermine Moser-Rohrer, Kurt Rebol, Peter Reutterer, Gerlinde Weinmüller. Eintritt frei. 18.30 Uhr. Linzer Gasse 7, 5020 Salzburg.

19.4. --- Leselampe Lesung. Jáchym Topol – „Die Teufelswerkstatt“. Ein junger Mann flieht aus Theresienstadt. Sein einziges Gepäck: ein Schließfachschlüssel und ein USB-Stick mit den Kontaktdaten reicher Holocaust-Überlebender, die ihn und Onkel Lebo beim Aufbau eines alternativen Erinnerungsortes unterstützen sollten. Mit „Pritschensuchern“ aus der ganzen Welt, jungen Leuten, die im Osten nach ihren ermordeten Großeltern forschen, hatten sie eine Kommune gegründet und mit Kafka-T-Shirts, Ghetto-Pizza und Therapieangeboten der offiziellen KZ-Gedenkstätte Konkurrenz gemacht. Als die Behörden die anstößige Institution niederwalzen lassen, verhelfen Alex und Maruška dem Ich-Erzähler zur Flucht nach Minsk. In den Dörfern und Wäldern Weißrußlands, der „Teufelswerkstatt“, wo SS-Schergen, aber auch der NKWD gemordet haben, soll er bei der Errichtung einer Gedenkstätte unerhörten Ausmaßes helfen. Verliebt in die schöne Maruška, wird er in eine blutige Erinnerungsverschwörung hineingezogen. Jáchym Topol, literarischer Enkel Bohumil Hrabals, inzwischen selbst ein Meister der surrealen Groteske, erzählt in seinem dicht und fesselnd geschriebenen Roman vom Kampf um die Erinnerung, die im postsozialistischen Westen an Kommerz und Musealisierung, im Osten an der Unzumutbarkeit des Realen scheitert. 4-6 €. 20 Uhr. Strubergasse 23/1, 5020 Salzburg.

20.4. --- Literaturhaus Lesung. Alois Prinz – „Die Lebensgeschichte des Franz Kafka“. Schon mehrmals begeisterte Alois Prinz im Literaturhaus Salzburg Jugendliche mit seiner Art des Vortrags und der Miteinbindung seines jungen Publikums. Und gerade auch deshalb maximal zwei Klassen pro Termin. Für diese Veranstaltung über Franz Kafka suchen wir im Vorfeld (pro Veranstaltung) eine Schülerin und einen Schüler, die bereit sind, Texte dieses weltbekannten Schriftstellers zu lesen. Vorkenntnisse sind nicht notwendig; Interesse und die Bereitschaft, Fragen zu stellen, sind die wichtigsten Mitbringsel. „Eine Biographie über Franz Kafka - für Jugendliche? Eine lohnenswerte Zumutung! [...] Alois Prinz ist mit seiner Biographie etwas Großartiges gelungen. Die aus den Tagebüchern Kafkas und von anderen Zeitzeugen gewonnenen Ein- und Ansichten belegen anschaulich, dass für Kafka das Schreiben stets aufs Neue wie eine Geburt ist.“ (Büchernachlese). 3 €. 8.30 Uhr, 10.30 Uhr, 16.30 Uhr. Strubergasse 23/H.C. Artmann-Platz, 5020 Salzburg.

23.4. --- Rupertus Buchhandlung Literaturgespräch. Im 10. Jahr des Bestehens von „Aufgeblättert“ werden am „Welttag des Buches“ literarische Neuerscheinungen diskutiert: Christa Gürtler präsentiert „Die zitternde Frau – Eine Geschichte meiner Nerven“ (Ü: Uli Aumüller, Grete Osterwald, Rowohlt Verlag) der New Yorker Schriftstellerin Siri Hustvedt, in dem sie von ihrem Leiden erzählt, das sie seit einer Gedenkrede nach dem Tod ihres Vaters immer wieder befällt: Wenn sie eine Bühne betritt, muss sie damit rechnen, von Krämpfen geschüttelt zu werden. Petra Nagenkögel stellt Katharina Hackers Roman „Alix, Anton und die anderen“ zur Diskussion, der die Beziehung Katharina Hackers mit dem Suhrkamp Verlag beendete. Der Roman erzählt von einer Gruppe von Freunden in den Vierzigern, die es von der Provinz nach Berlin verschlagen hat und die ihre eigenen Lebensgeschichten reflektieren. Klaus Seufer-Wasserthal plädiert für die Lektüre des ersten Romans von Patrick Modiano, der nun endlich auf Deutsch erschienen ist. „Place de l’Etoile“ (Ü. Elisabeth Edl, Hanser Verlag) ist einer der aufregendsten Romane über Paris unter der deutschen Okkupation, in dem ein junger Mann seine fingierte Autobiographie erzählt. Anton Thuswaldner macht auf den zweiten Erzählband „Nichts, nichts“ (Literaturverlag Droschl) des österreichischen Autors Bernhard Strobel aufmerksam, der seinen Blick auf die karge Welt der Verlierer richtet und sich dem sprachlosen Umfeld seiner Helden zuwendet. „Aufgeblättert“ werden die Neuerscheinungen von Christa Gürtler (Literaturwissenschafterin, Leiterin der Leselampe), Petra Nagenkögel (Schriftstellerin), Klaus Seufer-Wasserthal (Buchhändler, Rupertus Buchhandlung), Anton Thuswaldner (Literaturkritiker). Eintritt frei. 19.30 Uhr. Linzer Gasse 29, 5020 Salzburg.

St. Pölten

13.4. --- Thalia Buchhandlung Lesung. Abt Burkhard Ellegast – „Der Weg des Raben“. Abt Burkhard Ellegast aus dem Stift Melk präsentiert sein neues Buch im Literaturcafé. Der Autor setzte sich mit der Regel des heiligen Benedikt sein Leben lang auseinander und erfuhr dabei, dass diese 1500 Jahre alten Gedanken noch genau so viel Gültigkeit haben wie damals. Heute wird Abt Burkhard von vielen Menschen als Ratgeber, von Paulo Coelho als sein spiritueller Mentor bezeichnet. Eintritt frei. 18 Uhr. Kremser Gasse 12, 3100 St. Pölten.

Tulln

23.4. --- EKZ Rosenarcade Lesung. Stefan Slupetzky – „Lemmings Zorn“. Herr Slupetzky liest Passagen aus seinem Kriminalroman „Lemmings Zorn“ und aus seinem Kurzgeschichtenband „Absurdes Glück“. Dazu, als besonderes Highlight, ein, zwei noch unveröffentlichte Gedichte. Das gesamte Team freut sich sehr auf Herrn Slupetzky, die Lesung und auf Ihr zahlreiches Kommen zu diesem schönen, literarischen Abend. 18 Uhr. Hauptplatz 12-14, 3430 Tulln.

Vöcklabruck

7.4. --- Kulturakzente4840 Lesung. Thomas Stangl – „Was kommt“. Von den zahllosen Lebenden und Toten, die Wien bevölkern, hebt Thomas Stangl in seinem dritten Roman zwei Personen heraus: Emilia, 17, die wir im Sommer 1937 kennenlernen, am Vorabend der historischen Katastrophe, und Andreas, den Pubertierenden, der vierzig Jahre später, Ende der 70er Jahre, wie Emilia allein mit seiner Großmutter lebt und ebenfalls in eine private? politische? Katastrophe gerät. 4-9 €. 20 Uhr. 4840 Vöcklabrück.

Wels

5.4. --- Pfarrkirche Wels-St. Josef Lesung. Michael Köhlmeier – „Der Menschensohn“. Die Passion, die Geschichte vom Leiden Jesu und seiner Auferstehung, ist nicht nur das eindrucksvollste Glaubenszeugnis der Urkirche, sondern auch ein Mythos, eine Sage, die Michael Köhlmeier herausforderte, sie auf seine eigene Art frei zu erzählen. Nicht die theologische Deutung oder die historische Beweisführung interessieren ihn, sondern die zeitlose Gegenwart, die in den überlieferten Geschichten liegt. Er lässt den ungläubigen Thomas erzählen, und so werden die Ereignisse von Jesu Einzug in Jerusalem bis zu seiner Kreuzigung und Auferstehung zu Menschengeschichten von Liebe und Verrat, Zweifel und Vertrauen, Not und Erlösung. 4600 Wels.

11.4. --- Schloss Puchberg Lesung. Michael Köhlmeier – „Mitten auf der Straße“. Michael Köhlmeiers Erzählungen beginnen oft mit einem schlichten, ganz einfachen Satz, und doch ist man sofort mittendrin: „Ich hatte einen Fehler begangen, einen empfindlichen.“ Es geht in diesen Geschichten nicht um die ganz großen Themen, es geht um das, was nebenbei und zwischendurch passiert. Die Erzählung „Auf Bücher schießen und andere Kleinigkeiten“ handelt von einem Traum, „Mut am Nachmittag“ von einem Mann, der traurig ist. „Ein freier Nachmittag“, „Unterhaltungen in der Küche“ - davon erzählt der Autor meisterhaft, und irgendwann kommt dem Leser der Verdacht, dass es hier vielleicht doch um das ganze Leben geht. Sein großer Roman „Abendland“ hat Kritiker wie Leser begeistert; in diesem Band, in dem auch sechs neue Erzählungen enthalten sind, kann man sich überzeugen, dass Michael Köhlmeier immer schon eines war: der Meister der kleinen Form. Puchberg 1, 4600 Wels.

Wien

2.4. --- Café Kafka Lesung. Poetry Open-Mic. Labyrinth, die Vereinigung englischsprachiger Dichter in Wien, lädt zu einer offenen Lyriklesung ein. Alle Sprachen sind willkommen. 20.30 Uhr. Capistrangasse 8, 1060 Wien.

8.4. --- Theater Die neue Tribüne Lesung. Irene Colin – „Der Riss der Zeit geht durch mein Herz“. Irene Colin liest Hertha Pauli. Irene Colin bringt einen Text von Hertha Pauli (1906-1973) in szenischer Lesung. Pauli, Schwester des Physik-Nobelpreisträgers Wolfgang Pauli, erzählt darin von ihrer Flucht 1938 aus Wien über Frankreich nach Amerika. Zu ihren Wegbegleitern zählen Alma Mahler und Franz Werfel, Ödön von Horvath und Joseph Roth. Richard Graf begleitet die packend aufbereitete Geschichte an der Gitarre. 20 Uhr. Dr.-Karl-Lueger-Ring 4, 1010 Wien.

8.4. --- Zum 6er Lesung. Gerhard Loibelsberger – „Die Naschmarktmorde“. Wien 1903. Auf dem nächtlichen Naschmarkt, dem größten Viktualien-Markt der Stadt, wird die junge Gräfin Hermine von Hainisch-Hinterberg brutal ermordet. Die Presse macht viel Lärm um den Naschmarkt-Mord, vor allem der Journalist Leo Goldblatt übt Druck auf die Polizei aus. Und während sich Joseph Maria Nechyba, Inspector des kaiserlich-königlichen Polizeiagenteninstituts und ausgewiesener Gourmet, lieber seinem leiblichen Wohlbefinden als den Ermittlungen widmet, geschieht ein weiterer Mord am Naschmarkt. Eintritt frei. 19 Uhr. Sandgasse 6, 1190 Wien.

8.4. --- Alte Schmiede Lyrik-Lesungen. Reihe Textvorstellungen: Lesungen, Diskussion - Motto: Prosa auf Zehenspitzen. Oder: Vom Narrativen der Poesie. Redaktion und Moderation: Friedrich Hahn. Florica Madritsch Marin (Wien) „Monolog der kranken Puppen“. Gedichte (kitab Verlag); Elfriede Bruckmeier (Eichgraben, N.Ö.) „Zeit / Zyklen“. Haikus (Literaturedition Niederösterreich); Christl Greller (Wien) „bildgebendes verfahren“. Gedichte (Resistenz Verlag), Fritz Popp (Salzburg) „zusehend unberührt“. Gedichte (Edition Tandem). Neuestes aus den Lyrik-Werkstätten Österreichs. Vom strengen 5-7-5 eines Haikus zu der sehr freien Form eines dramatischen Gedichtes. Vom Grellen des SCHREI-bens. Bis zur geflüsterten „Kurzmitteilung“. Vom Naheliegenden, „an dem hart zu arbeiten ist, um es kennenzulernen“ (Madritsch Marin), hin zur „Berührung mit etwas Fernem“ (Zitat R.M.Rilke). Alle vorgestellten Bücher sind 2009 erschienen. 19 Uhr. Schönlaterngasse 9, 1010 Wien.

9.4. --- Literaturhaus Lesung. Adolph Freiherr Knigge – „Werke“. Mit einem Essay von Sibylle Lewitscharoff (Wallstein, 2010). 19.30 Uhr. Bibliothek, Seidengasse 13, 1070 Wien.

10.4. --- Garage X Theater Lesung. Dieter Haspel liest Proust. Haspel, vormaliger Leiter des Theaters am Petersplatz, präsentiert seine Lieblingstexte von Marcel Proust. 20.15 Uhr. Garage 2,Petersplatz 1, 1010 Wien.

10.4. --- Morawa Buchhandlung Lesung. Elfriede Hammerl – „Alles falsch gemacht“. Elfriede Hammerls Kolumnen, die seit 25 Jahren in der Zeitschrift „profil“ in Österreich erscheinen, sind mittlerweile ein Stück Zeitgeschichte; mit großem Engagement für sozial Benachteiligte und Randgruppen - wie zum Beispiel die Spezies Frau - kommentiert die Autorin darin mit Humor Szenen aus unserem Alltag. Gerne widmet sich Elfriede Hammerl auch medialen Erfindungen wie der „Power-Frau“, an der man vor allem eines gut zeigen kann: Frauen, denen es nicht spielend gelingt, Job und Familie unter einen Hut zu bekommen, und die bei gleicher Leistung weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen, haben eben einfach nur - alles falsch gemacht! 11 Uhr. Wollzeile 11, 1010 Wien.

10.4. --- Literaturhaus Lesung. Andreas Okopenko – „Deine Luft sei nun von Adlern frei“. Zu einem Geburtstag. Ein Fest für Andreas Okopenko - Fest mit Lesungen. Wir zünden Geburtstagskerzen an für Andreas Okopenko zu seinem 80er. Karin Ivancsics, Günther Kaip, Friederike Mayröcker, Herbert J. Wimmer lesen Texte des Autors. Einführende Worte: Ralph Klever. Andreas Okopenko wurde am 15. März 1930 in Kosice / Slowakien geboren. Studium der Chemie an der Universität Wien. Lektor der Kulturzeitschrift „Neue Wege“. Herausgeber der „publikationen einer wiener gruppe junger autoren“. Gründer des „Situations-Kollektivs“ zur sozialen Lage der Schriftsteller. Herausgeber mehrerer Nachlässe, u. a. von Hertha Kräftner und Ernst Kein. Seit 1991 Präsidiumsmitglied der Internationalen Erich Fried Gesellschaft. Okopenko wurde u. a. mit dem Anton-Wildgans-Preis, dem Großen Österreichischen Staatspreis und dem Georg-Trakl-Preis ausgezeichnet. Zuletzt erschien im Klever Verlag „Erinnerung an die Hoffnung. Gesammelte autobiographische Aufsätze“ (2008), sowie bei Deuticke die Neuauflage des „Lexikonromans einer sentimentalen Reise zum Exporteurtreffen in Druden“ (2008). 19 Uhr. Seidengasse 13, 1070 Wien.

12.4. --- Amerlingsbeisel Lesung. Andreas Unterweger – „Wie im Siebenten“. Ein Glücksfall, wenn die Dinge und die Verhältnisse einfach sind, wenn aller Anfang leicht ist. Wenn die Liebe so leicht fällt wie die Kunst, wenn Romane schreiben ist wie Kaffee trinken und nur das Gitarrespielen ein bisschen klemmt – easy living! Andreas Unterweger verbindet die widerspenstige Sanftheit eines Richard Brautigan mit der lässigen Ironie der Postmoderne und verwirklicht mit seinem raffinierten Erstling gewissermaßen den Debütroman an sich. 20 Uhr. Stiftgasse 8, 1070 Wien.

12.4. --- Alte Schmiede Lesung. Erwin Riess – „Herr Groll und der rote Strom“. Einleitung und Gespräch mit dem Autor: ERWIN BUCHINGER (Behindertenanwalt des Bundes). Im Morgengrauen strandet die Leiche einer jungen Frau auf einer Schotterbank. Drei vermögende Herren verfallen in Panik, und ein herzkranker Daubelfischer übernimmt sich mit einem Erpressungsversuch. Mit Hilfe seines Freundes, des Dozenten, versucht Groll, einer höheren Gerechtigkeit zum Durchbruch zu verhelfen. 19 Uhr. Literarisches Quartier, Schönlaterngasse 9, 1010 Wien.

12.4. --- Literaturhaus Lesung. Elisabeth Markstein – „Moskau ist viel schöner als Paris. Leben zwischen zwei Welten“. Moderation: Ursula Seeber. Elisabeth Markstein, die Tochter von Hilde und Johann Koplenig, gehört in den Jahren des Moskauer Exils zu den berühmten Lux-Kindern (benannt nach dem Moskauer Hotel Lux, in dem in den frühen Jahren der Sowjetunion führende politische Emigranten einquartiert wurden). Die Exiljahre sind für sie trotz oder gerade wegen des Kriegs von großer Solidarität und Freundschaft geprägt. Sie lernt in der Emigration Moskau lieben und muss sich nach Kriegsende 1945 als Tochter des ersten Vizekanzlers der provisorischen Regierung in einem fremden Wien zurechtfinden. Markstein erzählt auf eindringliche Weise nicht nur aus ihrem eigenen Leben, sondern auch von Schicksalen jenseits familiärer Bande. Sie erinnert an die Zeiten des Prager Frühlings, an politische Hoffnungen im Osten wie im Westen. Sie erzählt von Begegnungen mit Chruschtschow und Molotow, Josif Brodski oder Constantin Costa-Gavras, von innigen Freundschaften wie jener zu Heinrich Böll und schwierigen Arbeitsverhältnissen wie mit Alexander Solschenizyn. 19 Uhr. Seidengasse 13, 1070 Wien.

13.4. --- Bücherei Penzing Lesung. „Joseph Roth – Blick in eine versunkene Welt“. Roth beschreibt in seinen Texten meisterhaft eine vergangene Zeit, deren scheinbar gefestigten, aber durch den Krieg zerbrochenen, gesellschaftlichen Strukturen. Dies wollen wir zeigen, indem wir sowohl die Gesellschaft vor dem Ersten Weltkrieg, in der Roth aufwuchs und lebte, als auch die gesellschaftlichen Veränderungen nach dem Krieg mit Hilfe seiner Texte beleuchten. 19 Uhr. Hütteldorfer Straße 130d, 1140 Wien.

13.4. --- Alte Schmiede Kunstverein Lesung. Bettina Balàka – „Auf offenem Meer“. Simone verachtet ihre Schwieger-Großmutter – eine Frau, die davon träumt, Adolf Hitler im Jenseits endlich einmal die Hand zu schütteln, und die Simone, der Enkelin eines Widerstandskämpfers, ihre nicht-arische Physiognomie vorwirft. Aber was tun, wenn diese verhasste Ewiggestrige einem am Totenbett ihre Villa vermacht, ein prächtiges Haus mit großem Garten, ideal für eine junge Familie – mit dem einzigen Haken, dass es sich dabei um „arisierten“ Besitz handelt? In der Theorie ist es ja leicht, das Richtige zu tun und die korrekten Einstellungen zu vertreten – aber wenn die Wirklichkeit ihre Fallstricke auslegt, sehen die Dinge schon ganz anders aus… Bettina Balàka erzählt von kleinen Helden und großen Feiglingen, von scheinbarer Freiheit und vermeintlichen Fesseln – und von der absurden Logik der Geschichte. 19 Uhr. Schönlaterngasse 9, 1010 Wien.

15.4. --- Morawa Buchhandlung Lesung. Marian Kogler – „Gemischte Gefühle und anderer Zeitvertreib“. Mit 17 Jahren jüngster Diplomingenieur Österreichs, schildert Marian Kogler in seinem ersten Buch, wie unsere Gesellschaft mit einem Hochbegabten umgeht, und wie er sich ein ideales Bildungssystem vorstellt. 19.30 Uhr. Wollzeile 11, 1010 Wien.

15.4 --- Kunsthalle public space karlsplatz Literarisches Kamingespräch. Wien, tea for three. Jessica Beer, Daniela Strigl und Klaus Nüchtern sprechen unter anderem über Iris Hanikas neuen Roman „Das Eigentliche“. 20 Uhr. Treitlstraße 2, 1040 Wien.

15.4. --- Literaturhaus Literaturperformance. „The Book Jockeys - Das war Pop“. BJs Paul Divjak und Christian Schachinger & Gästin Eva Jantschitsch alias Gustav. Pop, das alte Glücksversprechen der für den Moment lebenden Weltjugend, hat anscheinend ausgedient. „Intertextualität“ und Internet zerstören die Feier des Augenblicks, den Verweis auf etwas, das größer als das Leben ist. Kurz, jetzt wird uns auch noch im Alter die Möglichkeit und Verheißung auf eine späte, aber glückliche Jugend versaut. Unter dem Motto „Das war Pop“ begeben sich die Book Jockeys Paul Divjak und Christian Schachinger mit ihrer Gästin, der Musikerin Eva Jantschitsch alias Gustav, auf die Spurensuche eines untergegangenen Genres. Warum, wieso, weshalb hat die Zukunft gestern stattgefunden? Können wir bitte trotzdem noch ein wenig von den alten Träumen zehren? Ein Abend zwischen Andy Warhol und Alfred Komarek, zwischen Avantgarage und Telefavela, zwischen Saalschlacht beim ersten Wiener Rolling-Stones-Konzert in den 1960ern und dehydrierten Pillenschluckern auf den Raves der frühen 1990er-Jahre. 20 Uhr. Seidengasse 13, 1070 Wien.

16.4. --- Kandinsky Galerie Lesung. Dena Seidl – „Märchengalerie“. „In einer Welt, in der die Schnelligkeit die Sinne überflutet, schafft die Langsamkeit der Erzählkunst innere Räume“, definiert die Märchenerzählerin Dena Seidl ihre Mission. 19.30 Uhr. Lerchenfelder Straße 13, 1070 Wien.

16.4. --- Literaturhaus Poetry Slam. „SLAM B”. Das Rezept ist schon bewährt: 12 SlammerInnen lesen bzw. performen (jeweils maximal fünf Minuten) in einer Vor- und einer Finalrunde um die Gunst des Publikums, das durch Beifallsbekundungen - je lauter desto besser - entscheidet, wer die ersten Plätze erobern wird. Dann kommt die unausweichliche Frage „Buch oder Tasche?“ – diesmal ein großes Dankeschön an den „FALTER“ für die tollen Anerkennungspreise! Den Auftakt bestreitet traditionell der/die SiegerIn des vorhergegangenen Slam B. Moderiert wird der Abend von der Organisatorin Diana Köhle. Für TeilnehmerInnen: Anmeldung ab 19 Uhr vor Ort bei der Slammoderatorin. Mitzubringen sind zwei selbst verfasste Texte für jeweils max. fünf Minuten Performance. Immer freitags, Mitte des Monats. Nächste Termine: 14. Mai, 18. Juni. 20 Uhr. Seidengasse 13, 1070 Wien.

19.4. --- Alte Schmiede Kunstverein Lesung. Arno Geiger – „Alles über Sally“. Alfred und Sally sind schon reichlich lange verheiratet. Das Leben geht seinen Gang, allzu ruhig, wenn man Sally fragt. Als Einbrecher ihr Vorstadthaus in Wien heimsuchen, ist plötzlich nicht nur die häusliche Ordnung dahin: In einem Anfall von trotzigem Lebenshunger beginnt Sally ein Verhältnis mit Alfreds bestem Freund. Und Alfred stellt sich endlich die entscheidende Frage: Was weiß ich von dieser Frau, nach dreißig gemeinsamen Jahren? Arno Geiger, der international gefeierte Buchpreisträger aus Österreich, schreibt noch einmal den großen Roman vom Liebesverrat. Eine Geschichte von Ehe und Liebe in unserer Zeit. 19 Uhr. Schönlaterngasse 9, 1010 Wien.

20.4. --- Literaturhaus Lesung - Spanisch & Deutsch.¡En español, por favor! II. Literarische Stimmen aus Lateinamerika, Spanien und Österreich. Juan Bañuelos und Friederike Mayröcker. Präsentation: Enrique Moya und Eva Srna. „Das Zeichen, das Bañuelos entspricht, ist der Donner: seine Poesie ist gewaltig ... ein sich immer weiter ausdehnender Kreis“, charakterisierte ihn Nobelpreisträger Octavio Paz. Übersetzung Eva Srna. 19 Uhr. Seidengasse 13, 1070 Wien.

21.4. --- Alte Schmiede Kunstverein Vortrag & Lesung. Sigrid Hauser – „Kafkas Raum im Zeitalter seiner digitalen Überwachbarkeit“. Kafkas Raum bedeutet die konkrete und abstrakte Architektur in den Romanen von Franz Kafka. Sigrid Hauser analysiert Regieanweisungen der Überwachung aus den Romanen „Der Verschollene“, „Der Process“ und „Das Schloss“ und stellt sie den Sprachmustern der Politik, der Wirtschaft, den Medien und der Werbung unserer heutigen globalisierten Gesellschaft, den gegenwärtigen Protagonisten der Überwachung gegenüber. Moderation: Wolfgang Straub. 18.30 Uhr. Schönlaterngasse 9, 1010 Wien.

21.4. --- Alte Schmiede Kunstverein Lesung. Benedikt Ledebur – „Montaigne. Versuche der Selbstauflösung“. Moderation: Helmut Neundlinger. Benedikt Ledebur liest und kommentiert Montaignes Texte vor dem Hintergrund der Denktraditionen des Skeptizismus. 20 Uhr. Literarisches Quartier, Schönlaterngasse 9, 1010 Wien.

22.4. --- Alte Schmiede Kunstverein Lesung. Gerhard Ruiss – „Oswald von Wolkenstein“. Im dritten Band der Oswald-Nachdichtungen wird das gesamte Panorama des dichterischen Schaffens des Minnesängers deutlich: Liebesgesänge, Spottlieder, Sprüche, religiöse und politische Lieder. 19 Uhr. Schönlaterngasse 9, 1010 Wien.

26.4. --- Volkstheater Lesung. Arno Geiger – „Alles über Sally“. Alfred und Sally sind schon reichlich lange verheiratet. Das Leben geht seinen Gang, allzu ruhig, wenn man Sally fragt. Als Einbrecher ihr Vorstadthaus in Wien heimsuchen, ist plötzlich nicht nur die häusliche Ordnung dahin: In einem Anfall von trotzigem Lebenshunger beginnt Sally ein Verhältnis mit Alfreds bestem Freund. Und Alfred stellt sich endlich die entscheidende Frage: Was weiß ich von dieser Frau, nach dreißig gemeinsamen Jahren? Arno Geiger, der international gefeierte Buchpreisträger aus Österreich, schreibt noch einmal den großen Roman vom Liebesverrat. Eine Geschichte von Ehe und Liebe in unserer Zeit. 19.30 Uhr. Neustiftgasse 1, 1070 Wien.

27.4. --- Buchhandlung Lerchenfeld Lesung. Paulus Hochgatterer – „Das Matratzenhaus“. Frühlingsidylle in Furth am See, einer Kleinstadt in Österreich. Doch damit ist es mit einem Schlag vorbei, als eine rätselhafte Serie von Kindesmisshandlungen die Bewohner der Stadt in Unruhe versetzt. Der Psychiater Raffael Horn und Kommissar Ludwig Kovacs versuchen fieberhaft, den Täter zu finden, bevor die Sache noch weiter eskaliert. Das ungewöhnliche Ermittlerduo aus Hochgatterers Bestseller „Die Süße des Lebens“ geht in diesem literarischen Krimi ein weiteres Mal auf gemeinsame Spurensuche. 19 Uhr. Lerchenfelder Straße 50, 1080 Wien.

27.4. --- Literaturhaus Lesung. Erstes Wiener Lesetheater – „Frauen lesen Frauen“. Elfriede Gerstl – alle Tage Gedichte. Zum ersten Todestag der Autorin. Elfriede Gerstl, 1932 in Wien geboren, überlebte als jüdisches Kind zusammen mit ihrer Mutter die NS-Zeit in verschiedenen Verstecken. Nach 1945 Matura und Studium. Ab 1955 veröffentlichte sie Gedichte, Essays, Hörspiele, einen Roman und wurde mit zahlreichen Preisen und Ehrungen ausgezeichnet. Sie starb am 9. April 2009 in Wien. Es lesen: Monika Giller, Judith Gruber-Rizy, Heidi Hagl, Elfriede Haslehner (verantwortlich), Traude Korosa, Hilde Langthaler, Angelika Raubek, Gabriela Schmoll, Hilde Schmölzer. 19 Uhr. Seidengasse 13, 1070 Wien.

28.4. --- Literaturhaus Lesungen. Klaus Ebner, Lidio Mosca-Bustamante, Kurt F. Svatek. Moderation: Sidonia Binder. 19 Uhr. Seidengasse 13, 1070 Wien.

29.4. --- Alte Schmiede Kunstverein Lesung. Ilija Trojanows – „Die Welt ist groß und Rettung lauert überall“. Die Welt ist groß und Rettung lauert überall ist Ilija Trojanows erster Roman, er erschien 1996 und wurde 2008 in einer Vierländer-Koproduktion (Bulgarien, Deutschland, Italien, Slowenien) unter der Regie von Stefan Komandarev verfilmt und wird seit 2009 in den Kinos gezeigt. 16.30 Uhr. Schönlaterngasse 9, 1010 Wien.

29.4. --- Hauptbücherei am Gürtel Lesung. Iris Hanika – „Das Eigentliche“. Das Eigentliche ist – für jeden etwas anderes. Iris Hanika zeigt, wie die Verbrechen der Nazizeit uns bis heute in ihren Klauen halten, und übersieht dabei nicht, zu welchen Absurditäten die Professionalisierung des Gedenkens führt. Da wäre nämlich noch ein Eigentliches: unsere Hilflosigkeit angesichts dieser Verbrechen. 20 Uhr. Urban-Loritz-Platz 2a, 1070 Wien.

Zell am See

16.4. --- Steinerwirt Lesung. Michael Jeannée – „Post von Jeannée“. Als mich der Verleger dieses Buches bat, ein Vorwort zu demselben zu schreiben, fragte ich ihn: „Was soll ich denn da schreiben?“ Und er hat geantwortet: „Schreiben S´ über sich. Schreiben S´, warum Sie schreiben. Schreiben S´, weshalb und wie es dazu kam, dass Sie in der größten Zeitung des Landes täglich Ihre Briefe schreiben.“ Worauf ich replizierte: „Das ist aber eine lange Geschichte.“ Darauf er: „Dann fassen Sie sich eben kurz.“. 19.30 Uhr. Dreifaltigkeitsgasse 2, 5700 Zell am See. (har/kör/sch/kum)


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