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Maron präsentiert „Bitterfelder Bogen“

Das Buch knüpft an ihren Debütroman „Flugasche“ an

© Die Berliner Literaturkritik, 25.06.09

BERLIN (BLK) — Die Schriftstellerin Monika Maron hat am Mittwochabend (24.6.) in Berlin ihr am gleichen Tag erschienenes neues Buch „Bitterfelder Bogen“ erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. In der Vertretung des Landes Sachsen-Anhalt las sie aus dem „Bericht“, wie sie ihr bei S. Fischer erschienenes Buch nennt, einige Kapitel und diskutierte anschließend mit dem Wissenschaftler und früheren DDR-Bürgerrechtler Jens Reich über die Geschichte.

Die heute in Berlin lebende, 1988 in den Westen übergesiedelte Maron (68), knüpft mit ihrem neuen Buch an ihren Debütroman „Flugasche“ von 1981 an, in dem sie ihre Erfahrungen als Industriereporterin im Bitterfelder Chemierevier der DDR mit den ungeheuren Umweltverschmutzungen verarbeitete und der daher nicht in der DDR erscheinen durfte. Rund 30 Jahre später besuchte Maron die Stadt erneut und schildert in zahlreichen Einzelschicksalen die Wiederauferstehung der Region und der einst „schmutzigsten Stadt Europas“, wo heute der größte Solarzellenhersteller weltweit zahlreichen Menschen neue Arbeit bietet.

Maron wehrt sich bis heute dagegen, als „DDR-Schriftstellerin“ angesehen zu werden, „weil der Begriff nicht taugt“, wie sie in der Diskussion nach der Lesung sagte. „Es gibt deutsche Literatur, die entweder gut ist oder dem Vergessen anheimfällt.“ Außerdem gebe es extreme Situationen „immer und überall“ und jeder Autor habe „seinen besonderen Lebenshintergrund, den er als Erfahrungsmaterial benötigt“. Für die Schriftstellerin gibt es auch keine „spezifische, verbreitete Psyche des Ostdeutschen, das geht mir auf die Nerven“.

Eine negative Sicht auf alle Lebensumstände treffe nicht auf die Mehrheit zu, auch nicht der Ostdeutschen. „Viele haben gepackt, was sie packen konnten und von denen war bisher in der Öffentlichkeit nur viel zu wenig die Rede.“ Richtig sei allerdings auch, dass nach der Wiedervereinigung viele im Westen den Ostdeutschen „nichts zugetraut“ hätten, obwohl sie ihr eigenes Schicksal auch in den Betrieben gerne selbst in die Hand genommen hätten.

Maron war am 16. Juni zusammen mit den Autoren Erich Loest und Uwe Tellkamp für ihre literarischen Verdienste um das Verständnis deutscher Geschichte in Weimar mit dem Deutschen Nationalpreis 2009 ausgezeichnet worden. Zu ihren Werken gehören nach „Flugasche“ unter anderem „Stille Zeile Sechs“, „Animal triste“, „Pawels Briefe“, „Geburtsort Berlin“ und „Ach Glück“. (dpa/köh/mül)


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