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Russiches Chanukka in Venedig

Joseph Brodsky über siebzehn Jahre Weihnachten

© Die Berliner Literaturkritik, 21.12.04

 

ZÜRICH (BLK) -- Aus dem Russischen wurden die „Weihnachtsgedichte“ von Joseph Brodsky übersetzt, welche unter eben jenem Titel im Hanser Verlag erschienen sind, berichtet die „Neue Zürcher Zeitung“. Brodsky erzähle sein Leben in diesen Gedichten, die er über Jahre hinweg zur Weihnachtszeit niedergeschrieben habe.

Schon in seinen frühen Texten Anfang der sechziger Jahre finde sich „eine Weihnachtsromanze“, die den Einstieg in die poetische Welt für Brodsky bedeutete. In Russland sei das Weihnachtsfest weniger ein religiöses Fest, sondern eher etwas „Nicht-Sowjetisches“ gewesen. Den Juden Brodsky faszinierten christliche Bilder aber mehr, als jüdische Traditionen. Letztendlich habe er sich die Freiheit genommen, selbst Weihnachtsbilder zu schaffen und das mit einem „ehrlichen Ernst“. Sechs von den insgesamt siebzehn Gedichten in dem Band „Wehnachtsgedichte“ habe Brodsky in Russland geschrieben. Ab 1973 sei seine Weihnachtsstadt Venedig gewesen, die ihn seine alte Heimat vergessen lassen habe. Eine zerbrochene Liebe zu einer Frau und einem gemeinsamen Sohn hätten ihn veranlasst, in den folgenden zwölf Jahren kein einziges Weihnachtsgedicht zu verfassen. In späteren Gedichten sei die Sehnsucht nach der Familie und dem Kind hörbar. Ab 1985 habe Brodsky jedes Weihnachten ein Gedicht geschrieben.

Brodskys Weihnachtsgedichte „berührten kaum den Inhalt des Festes, sondern sprechen von menschlichen Gefühlen […]“. Aus seinen späteren, im Exil entstanden, Gedichten spreche seine „Sehnsucht nach [...] der Familie und [...] dem zerbrechlichen Glück der Heiligen Familie“. Die Rezensentin hält diese Sammlung für „ein sehr kompliziertes und sehr einfaches Buch zugleich, in dem bald die Freude des Festes aufblitzt“. (eck/dre)

Literaturangaben:
BRODSKY, JOSEPH: Weihnachtsgedichte. Russisch-Deutsch. Übersetzt aus dem Russischen von Alexander Nitzberg. Verlag Carl Hanser, München 2004. 95 S., 23,70 Fr.


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