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Neue Uwe-Johnson-Gesellschaft gegründet

Gründung in Rostock soll zur Bewahrung von Johnsons Schriften beitragen

© Die Berliner Literaturkritik, 26.02.10

ROSTOCK (BLK) - Eine neue Uwe-Johnson-Gesellschaft in Rostock soll das literarische Erbe des Nachkriegsautors bewahren. Am Freitag besiegelten Literaturwissenschaftler, Stifter und private Leser sowie die Stadt Rostock und die Universität die Gründung. Die Gesellschaft soll nach Worten ihres Initiators, des Germanisten Holger Helbig, zur Bewahrung und vertieften Kenntnis von Johnsons Romanen und Schriften beitragen und sein literarisches Erbe im kulturellen Leben zur Geltung bringen. Es sei ein guter Zeitpunkt, die Forschungsaktivitäten zum Lebenswerk des 1934 im heute polnischen Cammin geborenen Dichters zusammenzufassen.

Johnson war nach Worten Helbigs einer der großen literarischen Chronisten Deutschlands und zählt damit zu den zentralen deutschen Nachkriegsautoren. Darüber hinaus sei er einer der herausragenden Stilisten der deutschen Literatur. Johnson starb 1984 in England.

Helbig ist Inhaber der Stiftungsprofessur für neuere deutsche Literaturwissenschaft, die die Universität Rostock 2008 eingerichtet hat. Stifter ist Ulrich Fries, Chef der Holzgroßhandlung Fries aus Kiel. Von 1952 bis 1954 studierte Johnson an der Uni Rostock Germanistik. Mitglieder der Uwe-Johnson-Gesellschaft sind neben Helbig noch weitere Germanisten sowie private Leser und Freunde des Dichters.

Uwe Johnson war tief im Mecklenburgischen verwurzelt, seine Werke durften aber zeitlebens in der DDR nicht verlegt werden. 1959 ging er nach West-Berlin. Seit der Wende wird seine Arbeit im Nordosten wiederentdeckt. In der Kleinstadt Klütz bei Boltenhagen, die als literarisches Vorbild für seine fiktive Stadt Jerichow diente, wurde 2006 ein nach ihm benanntes Literaturhaus eröffnet. Es sei nun ein günstiger Zeitpunkt für eine Werkausgabe, sagte Helbig. In den vergangenen Jahren seien viele Briefwechsel Johnsons erschienen.

Zu den ersten Vorhaben der Gesellschaft gehörten eine wöchentliche öffentliche Vorlesung über Johnsons Werk (Beginn: 12. April) und eine internationale Tagung im Rostocker Rathaus Ende Mai mit dem Titel: „Identität des Autors zweifelhaft - Uwe Johnson. Werk und Leben“. (dpa/wer)


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