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Neuer Brenner-Krimi von Wolf Haas

„Der Brenner und der liebe Gott“ ist der siebte Roman der Reihe

© Die Berliner Literaturkritik, 28.09.09

Von Irma Weinreich

Ex-Polizist und Privatdetektiv Simon Brenner ist wieder da. Mit über 50, wo andere schon an die Rente denken, hat er endlich einen richtig guten Job gefunden. Als Chauffeur, der die zweijährige Helena zwischen ihren Eltern in Wien und München hin und her kutschiert, wird er „übertrieben gut“ bezahlt. Hätte er nur nicht aus einer gewissen Zerstreutheit das Auftanken für die Strecke von 190 Kilometern am Abend zuvor vergessen. Der Stopp am nächsten Tag endet in der Katastrophe. Das ihm anvertraute Kind verschwindet spurlos aus dem Auto. Für Brenner, der schon einiges mitgemacht hat, beginnen wieder mal die Probleme.

Eigentlich hatte der österreichische Autor Wolf Haas nach „Das ewige Leben“ (2003) das Ende seiner Brenner-Krimis beschlossen. Jetzt hat er zum Glück nachgelegt. Vergnüglich und spannend, lakonisch bis absurd: Der neue Roman „Der Brenner und der liebe Gott“ steht den sechs Vorgänger-Geschichten in nichts nach. Der Tatbestand, dass der Erzähler, der die Erlebnisse des altgedienten und eigenwilligen Ermittlers weitschweifig dokumentiert, am Ende des letzten Bandes verstarb, ließ sich leicht lösen. Haas holt ihn aus der Unterwelt zurück: „Meine Großmutter hat immer zu mir gesagt, wenn du einmal stirbst, muss man das Maul extra erschlagen.“

Gepeinigt von Schuldgefühlen will Brenner es noch einmal wissen. Bei seinen Nachforschungen stößt er auf sieben Tote. Für das Verschwinden von Helena sind sie allesamt nicht verantwortlich. Doch Dreck am Stecken haben einige von ihnen auch so mehr als genug.

Helenas Eltern haben mehr Feinde als Freunde. Ihre Mutter betreibt eine Abtreibungsklinik gegen die die Mitglieder des Vereins „Proleben“ Sturm laufen. Der Vater, wie sich herausstellt nicht einmal der Erzeuger, entpuppt sich als windiger Baulöwe. Für sein 100-Millionen-Euro-Projekt, ein gigantischer Vergnügungspark am Wiener Prater, geht er über Leichen. Die Opfer landen in einer Senkgrube seiner noblen Almhütte in Kitzbühel.

Auch Brenner hätte in der Kloake fast sein Leben ausgehaucht. Gerettet hat ihn Helena, deren Heimkehr er seinen Peinigern im letzten Moment garantieren kann. Drei verfilmte Brenner-Krimis haben die ansehnliche Fan-Gemeinde des in Wien lebenden Haas noch beträchtlich vergrößert. Zuletzt kam in diesem Frühjahr „Der Knochenmann“ ins Kino. Mit „Das ewige Leben“ ist eine weitere Produktion geplant.

Literaturangabe:

HAAS, WOLF: Der Brenner und der liebe Gott. Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg 2009. 224 S., 18,99 €.

Weblink:

Hoffmann und Campe Verlag


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