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Pamuk über die Romankunst

Pamuk plant, 2010 selbst ein „Museum der Unschuld“ in Istanbul zu eröffnen

© Die Berliner Literaturkritik, 22.10.08

 

STUTTGART (BLK) – Der türkische Literaturnobelpreisträger Orhan Pamuk arbeitet derzeit an einem Buch „über die Kunst des Romans“. Das sagte der 56-Jährige am Dienstagabend in Stuttgart bei einer Lesung seines neuen Werks „Das Museum der Unschuld“. Ein Schriftsteller laviere immer zwischen den Erwartungen des Lesers, dass der Autor alles „selbst erlebt“ oder „selbst erdacht“ habe. Bei seinem aktuellen Roman etwa habe er vor zehn Jahren zeitgleich die Idee zu dem Werk gehabt und selber begonnen, Alltagsgegenstände zu sammeln. Pamuks Romanfigur Kemal sammelt Gegenstände, die ihn an seine Geliebte Füsun erinnern.

Der türkische Nobelpreisträger plant, 2010 selbst ein „Museum der Unschuld“ in Istanbul zu eröffnen, in dem er Dinge ausstellt, die im Roman eine Rolle spielen. Pamuk verriet, dass er beim Schreiben seines neuen Buches so vorgegangen sei, über Flohmärkte zu gehen, wo er Alltägliches wie ein Wasserglas gekauft habe. „Die habe ich dann vor mir hingestellt und sie beschrieben.“ Die Leser seines Romans könnten also in eineinhalb Jahren zu seinem Museum kommen und das Buch wie einen Katalog benutzen. „Eine Eintrittskarte ist auch schon im Text abgedruckt“, sagte Pamuk. (dpa/bah)


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