Von Johannes Ruckstuhl
BERLIN (BLK) - Am 10. Mai 1933 wurden auf dem Opernplatz in Berlin und an vielen weiteren Shauplätzen im Dritten Reich tausende Bücher verbrannt. Inszeniert von Josef Goebbels, wurden diese öffentliche Bücherverbrennungen als Höhepunkt der „Aktion wider den undeutschen Geist“ systematisch organisiert und durchgeführt. Dies ist der Anlass eines alljährlichen Gedenktages: der Tag des freien Buches.
Um die 25.000 Bücher sollen in der Nacht in Flammen aufgegangen sein. Ausgeführt und verfolgt wurde das „Spektakel“ von über 70.000 NS-Studenten, SA- und SS Verbänden, Polizisten und begeisterten Schaulustigen. Zu „Säubern“ waren die Werke etlichen Autoren deren Schriften nicht mit der Nazi-Ideologie übereinstimmten. Darunter zählen Karl Marx, Bertold Brecht, Albert Einstein, Sigmund Freud, Karl Liebknecht, Rosa Luxemburg, Kurt Tucholsky und Erich Kästner, der inkognito dem Geschehen zuschaute.
Bereits 1934 wurde in Paris dieses Datum zum Gedenktag erklärt. Zum 10. Jahrestag standen alle Stars und Stripes auf US Bibliotheken auf halbmast. Auch in der DDR war der 10. Mai als Tag der Erinnerung akzeptiert. Der symbolische Akt der Bücherverbrennung bringt auch heute noch Emotionale Resonanz hervor und wird als Gedenktag weitergeführt. Am Opernplatz - heute der Bebelplatz neben der Staatsoper - erinnert ein unterirdisches Denkmal mit lehren Bücherregalen, erschaffen von dem Israelischen Künstler Micha Ullman.