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Tagung über Dichterin Gertrud Kolmar

Tagung steht unter dem Motto „Fremd unter den Menschen“

© Die Berliner Literaturkritik, 18.03.10

„Fremd unter den Menschen“ – unter diesem Titel folgt seit Donnerstag (18.3.) eine Tagung in Weimar den Spuren der in Auschwitz ermordeten deutsch-jüdischen Dichterin Gertrud Kolmar (1894-1943). Als Frau, Jüdin und Dichterin gehörte sie zu den mehrfach Ausgegrenzten. In der NS-Zeit konnte sie kaum etwas veröffentlichen. Zahlreiche ihrer Gedichte und Erzählungen wurden erst in den Nachkriegsjahrzehnten veröffentlicht. In Fachkreisen gelte sie jedoch längst als eine der bedeutendsten deutschsprachigen Lyrikerinnen des 20. Jahrhunderts, teilte die Anna Amalia und Goethe Akademie zu Weimar mit.

Mehr als 60 Teilnehmer aus zwölf Ländern werden sich bis Sonntag mit dem Schaffen Gertrud Kolmars auseinandersetzen. „Sie schuf ein Oeuvre von fast klassischer Formbewusstheit, trat für soziale Gerechtigkeit ein, äußerte sich leidenschaftlich in teilweise hoch erotischen Gedichten“, erklärte Ettore Ghibellino von der Akademie. Ihre Arbeiten seien von erregender Modernität. Ihr Spätwerk lege Zeugnis ab von ihrer Entrechtung unter den Nationalsozialisten mit Zwangsarbeit, Judenhass und Deportation.

Mit Rolf Hochhuth und Ulla Hahn konnten zwei namhafte Autoren für Lesungen gewonnen werden. Zum Auftakt am Donnerstagabend wollte das britische Julian Marshall Ensemble erstmals in Deutschland die Kantate „Out Of The Darkness“ (2009) nach Texten von Kolmar aufführen. Geplant ist, eine Gertrud Kolmar Gesellschaft zu gründen. (dpa/sch)

 


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