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„Theater der Welt“ kommt an die Ruhr

Dieses Jahr sind insgesamt 400 Künstler aus aller Welt zu Gast

© Die Berliner Literaturkritik, 05.03.10

ESSEN (BLK) - Das renommierte Festival „Theater der Welt“ kommt im Kulturhauptstadtjahr an die Ruhr. Geplant seien 120 Vorstellungen von Theater, Tanz, Oper, Film und Performance in Mülheim und Essen, sagte die Programmdirektorin Frie Leysen am Freitag (5.3.) bei der Spielplanvorstellung im Essener Grillo-Theater. Die Belgierin versprach den Besuchern einen „Elektroschock und Momente der Schönheit“. Ihr Programm werde den immer noch kolonialistisch geprägten Blick Europas auf die Welt weiten und eine „Lektion an Bescheidenheit“ vermitteln. Das Festival vom 30. Juni bis 17. Juli hat ein Gesamtbudget von fast vier Millionen Euro. Es wird vom Internationalen Theaterinstitut (Berlin) im Zwei- oder Dreijahres- Rhythmus in wechselnden deutschen Städten veranstaltet.

Eröffnungspremiere ist die von dem Mexikaner Claudio Valdés Kuri neu inszenierte Barockoper „Montezuma“ über die Geschichte der Eroberung seiner Heimat. Das Projekt „Brave new worlds“ mit Künstlern aus dem Kongo und China zeige, dass Migration immer häufiger nicht mehr Europa zum Ziel habe. Die Kulturrevolution in China steht im Mittelpunkt des Sieben-Stunden-Stücks „Memory“. Rocklegende John Cale („Velvet Underground“) zeigt Bilder aus seiner Heimat, einem Bergarbeiterdorf in Wales, und spielt dazu live mit seiner Band, begleitet von einem elektronisch verfremdeten Bergmannschor.

Insgesamt seien 400 Künstler aus aller Welt zu Gast, sagte Leysen. Das Festival benutzt neben dem Theater an der Ruhr in Mülheim und dem Schauspiel Essen typische Orte im Ruhrgebiet wie die Kokerei Zollverein oder ein Parkhaus des Grugabades in Essen. Das vergangenen „Theater der Welt“ 2008 in Halle/Saale zog mehr als 55.000 Besucher an. (dpa/arn)


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