WIEN (BLK) – Zum 20. Todestag des österreichischen Schriftstellers Thomas Bernhard (1931-1989) bringt der Suhrkamp Verlag eine bisher unveröffentlichte Erzählung heraus. Unter dem Titel „Meine Preise“ rechne Bernhard autobiografisch auf 140 Seiten mit Österreich und dem Literaturbetrieb ab, berichtete die österreichische Nachrichtenagentur APA am Donnerstag (20. November).
Anhand von seinen 15 literarischen Auszeichnungen beschreibt sich der Autor in der 1980 entstandenen Erzählung selbst. „Hier verwendet er relativ kurze Sätze, diese Erzählung ist also vergleichsweise leicht lesbar, extrem sarkastisch und – wie immer – abgründig witzig. Fast alle Preisverleihungen an Bernhard sind ja zur Katastrophe ausgeartet, bis hin zum Eklat rund um den Österreichischen Staatspreises für Literatur“, sagte der Lektor und Herausgeber der Buches, Raimund Fellinger, der APA. Die Anfang 2009 erscheinende Erzählung sei gewohnt bissig und humorvoll.
Bernhard soll die Erzählung als Reserve für Zeiten liegengelassen haben, in denen ihn seine chronische Krankheit am Schreiben hindern könnte. Suhrkamp startet mit einer Erstauflage von 20.000 Exemplaren. „Mit diesem Buch ist alles möglich, Bernhard wird permanent auf allen Bühnen gespielt und gelesen fast wie Hesse“, sagte Fellinger.
Der österreichische Autor, Lyriker und Dramatiker Bernhard lebte und wirkte größtenteils im Raum Salzburg. Mit seinem Heimatland Österreich verband ihn zeitlebens ein sehr ambivalentes Verhältnis. In seinem Testament untersagte er jegliche Veröffentlichung seiner Werke in Österreich, was aber immer weiter aufgeweicht wurde. Der Ton von Bernhards Werken wird häufig als Mischung aus Schwermut und Humor beschrieben. Fast sein ganzes Leben lang litt der Dichter an einer seltenen Lungenkrankheit, an der er letztlich auch starb. (dpa/mir)