FRANKFURT AM MAIN (BLK) – Mit Prominenz und besonderen Aktionen will die deutsche Buchbranche am „Welttag des Buches und des Urheberrechts“ wieder fürs Lesen werben. Schwerpunkt der rund 1500 Veranstaltungen in 300 Städten am Mittwoch (23. April) – darunter Lesungen, Bücherpartys und Schreibwettbewerbe – ist das Thema „Fantasy“. Der Tag soll auf die unverzichtbare Rolle des Buches in der Informationsgesellschaft sowie die Rechte der Autoren hinweisen.
Beim bundesweiten Auftakt am vergangenen Donnerstag (17. April 2008) in der Alten Oper in Frankfurt am Main hatten die Schauspieler Anna Thalbach, Heio von Stetten und Hanns Zischler sowie der Comedian Michael Kessler aus ihren Lieblingsbüchern vorgelesen.
„Das Buch ist keine Selbstverständlichkeit mehr“, sagte die stellvertretende Vorsitzende des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Viola Taube. Mit vielfältigen Aktionen am Welttag könne wieder Freude am Lesen vermittelt werden – auch mit der Unterstützung Prominenter. „Wenn Oliver Kahn – so muffelig er auch sein mag – in Gesprächen sagt, er liest gerne ein Buch, kommt das bei den Leuten an.“
In Essen wird es ein sechsstündiges Marathon-Lesen von Schülern geben. In Berlin werden am Hauptbahnhof Schauspieler Ulrich Matthes und TV-Moderator Cherno Jobatey Kinder beim Vorlesen mit auf eine Fantasie-Reise nehmen. Rund 740.000 Schüler sollen kostenlos in Buchhandlungen das Welttag-Buch „Ich schenk Dir eine Geschichte“ erhalten, für das Kinder- und Jugendbuchautoren wie Isabel Abedi, Wolfgang Hohlbein und Dieter Winkler eigens Geschichten verfasst haben. Das Fantasy-Taschenbuch, das von Sponsoren finanziert wird und in einer Rekordauflage von 1,2 Millionen auf den Markt kommt, beinhaltet auch ein Quiz.
Schüler der vierten und fünften Klassen sind außerdem dazu aufgerufen, bei dem Schreib- und Kreativ-Wettbewerb „Die magische Feder“ eine eigene Fantasie-Geschichte zu schreiben.
Schriftstellerverbände aus Deutschland, Österreich und der Schweiz kündigten für Mittwoch (23. April 2008) eine gemeinsame Erklärung an, in der sie einen fairen Umgang der Verleger mit den Autoren fordern.
Die UNESCO hat den „Welttag des Buches und des Urheberrechts“ 1995 ins Leben gerufen. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels, in dem sowohl Verlage als auch Handel organisiert sind, und die Stiftung Lesen haben ihre Aktivitäten zum Welttag im vergangenen Jahr gebündelt. (dpa/wip)
Stichwort: „Welttag des Buches“ am 23. April
FRANKFURT AM MAIN (BLK) – Der „Welttag des Buches und des Urheberrechts“ wird seit 1995 begangen, in Deutschland seit 1996. Er geht auf einen Beschluss der 28. Generalkonferenz der Weltkulturorganisation UNESCO zurück. Der Tag soll auf die unverzichtbare Rolle des Buches in der Informationsgesellschaft sowie die Rechte der Autoren hinweisen. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels, in dem sowohl Verlage als auch Handel organisiert sind, und die Stiftung Lesen haben ihre Aktivitäten zum Welttag im vergangenen Jahr gebündelt.
Der 23. April wurde gewählt, weil er der Todestag sowohl von William Shakespeare als auch des spanischen Dichters Cervantes ist. Mit berücksichtigt wurde auch ein alter Brauch aus Katalonien: Dort werden seit den 20er Jahren am 23. April, dem St. Jordi-Tag, zur Erinnerung an den christlichen Märtyrer und spanischen Volkshelden auf den Straßen Bücherstände aufgebaut. Millionen von Rosen und Büchern werden verkauft oder verschenkt. Der 23. April ist der Namenstag St. Jordis und in Katalonien ein Feiertag.
Für die Buchbranche ist der „Welttag des Buches“ insofern wichtig, als das Buch an diesem Tag wie an kaum einem anderen im Jahr im Blickpunkt von Öffentlichkeit und Medien steht. Unzählige Buchhandlungen organisieren Veranstaltungen. Schulen, Bibliotheken, Literaturhäuser und Verlage engagieren sich bundesweit mit Lesungen oder Wettbewerben. (dpa/wip)
Weblink