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„Wie man berühmte Menschen trifft“

Die Erfahrungsberichte des Kolumnisten Mark van Huisseling

© Die Berliner Literaturkritik, 04.03.09

 

BERLIN (BLK) – Im Februar 2009 ist im Rogner & Bernhard Verlag das Buch „Wie man berühmte Menschen trifft“ erschienen.

Klappentext: Für intelligente Leser gibt es nichts Langweiligeres als Gespräche mit Prominenten. Sie haben wenig zu sagen, sind schlecht erzogen, eitel, überheblich und ungebildet. Mark van Huisseling, Kolumnist der Schweizer Weltwoche, hat über mehrere Jahre Berühmtheiten, Pseudo-Promis, Stars und Sternchen getroffen und aus dieser Not eine Tugend gemacht. Anstatt sich auf das konventionelle Frage-Antwort-Schema zu verlassen, berichtet van Huisseling einfach alles, was am Rande geschieht. Wie er viereinhalb Stunden auf Mariah Carey warten musste, weil sie sich einen Fingernagel abgebrochen hatte. Wie schon nach acht Minuten mit dem Modedesigner Alexander McQueen das Gespräch erstirbt. Wie er sich immer wieder vergeblich um einen Termin mit Michelle Hunziker bemüht hat. Wie Verona Pooth auf die Frage, welches Buch sie zuletzt gelesen hat, sagt, sie habe einige von Homo Faber gelesen. Er stellt niemanden bloß, sondern überlässt das den Befragten selbst. Die Peinlichkeiten, der Größenwahn, das Getue, die leeren Floskeln, sie enthüllen sich von ganz allein. „Wie man berühmte Menschen trifft“ versammelt van Huisselings Gespräche mit Jane Birkin, Marianne Faithfull, Helmut Newton, Malcolm McLaren, Roger Moore, Christoph Schlingensief, Udo Lindenberg, Blixa Bargeld, Harald Schmidt und vielen anderen.

Mark van Huisseling ist Kolumnist der Schweizer Wochenzeitung "Weltwoche". Von 2002 bis 2006 hat er jede Woche einen mehr oder weniger großen Star getroffen und darüber in den „Kaufzwang“-Kolumnen geschrieben. Sein auf diesem Wege erworbenes Fachwissen hat er in dem Buch „How to be a Star“ publiziert. In der Morgenshow von "Radio 1", einem Sender in Zürich, hat er dreimal wöchentlich eine sogenannte Society-Kolumne. Er lebt in Zürich. (jud)

Leseprobe:

© Rogner & Bernhard ©

Malcolm McLaren erfand den Punkrock, war verheiratet mit Vivienne Westwood und redet auch mit Hangover wie ein Butler in amerikanischen Filmen.

Er starrt hinter dem Tisch in der Nische hervor, als trüge ich eine Mohawk-Frisur, richtete eine AK-47 auf ihn und schrie: „Eine Stimme in meinem Kopf befiehlt mir, alle Männer, die rosa Hemden tragen und Perrier mit Grenadine trinken, zu töten. Adieu …“ (Was ich stattdessen gesagt habe: „Herr McLaren, guten Nachmittag, ich bin Ihr Interviewer.“) Ich trete zurück, halte die Handflächen nach oben und wiederhole den Satz im Ton eines Polizeispezialisten, der geschult ist, Menschen auf Flachdächern von ihren selbstmörderischen Absichten abzubringen. Er entgegnet: „Sind Sie der Journalist, mit dem ich verabredet bin?“ – „Ja der bin ich …“ – „Der Journalist aus der Schweiz?“ – „Mit wie vielen Journalisten haben Sie sich im Café de Flore um 16 Uhr verabredet, und woher kommen diese?“, denke ich, nicke aber lächelnd wie der Spezialist, bevor er den Gesprächspartner mit einem Hechtsprung von der Dachkante reißt. „lch bin fürchterlich verkatert“, sagt er. (Er ist der erste Mensch, den ich treffe, der verkatert zu früh zu einem Rendezvous kommt.)

„Wer hat Sie hierher gebracht? War es, ääähm …“ – „Ich habe den Führer des TGV nicht nach seinem Namen gefragt“, antworte ich. „War es, ääähm …“ – „Michelle war es, sie hat in Zürich eine Werbeagentur“ – „Ah, jaaah …“ (Und sie wünschte, dass ich sie erwähne, falls sie mich mit seiner Assistentin bekannt mache.) „Ich vermute, dass Ihre Assistentin Sie nicht en détail unterrichtet hat, worüber ich Ihnen Fragen stellen möchte?“ – „Nein, in der Tat nicht. Aber wen kümmert’s? Ich bin hier. Beginnen wir also mit ‚Frage und Antwort’‹ …“(Er werde bestimmt ein Interview geben – er liebe Aufmerksamkeit, sagte Michelle voraus.)

© Rogner & Bernhard ©

Literaturangaben:
HUISSELING, MARK VAN: Wie man berühmte Menschen trifft. Rogner & Bernhard, Berlin 2009. 224 S., 53 Farbabbildungen. 22,90 €.

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