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Macht der Liebe und der Bücher

Carlos Ruiz Zafóns Roman „Der Schatten des Windes“ / Kritik „FAZ“

© Die Berliner Literaturkritik, 10.07.03

 

FRANKFURT AM MAIN (BLK) -- Dem Dichter Arturo Pérez-Reverte geht es um zweierlei Dinge, nämlich um die Macht der Bücher und die der Liebe. Diesen Stil möchte Ruiz Zafón mit seinem Roman „Schatten des Windes“ imitieren, berichtet Felicitas von Lovenberg in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (10.07.2003). Allerdings sei es fraglich, ob damit Bestsellerqualitäten einhergehen.

Im Zentrum von Ruiz Zafóns soeben auf deutsch erschienenem Roman „Der Schatten des Windes“ steht eine Bibliothek und ein Buch. Auf dem „Friedhof der vergessenen Bücher“ darf sich der zehnjährige Daniel ein Buch aussuchen, für das er in Zukunft verantwortlich sein wird, und entscheidet sich für Julián Carax’ „Schatten des Windes“. Ruiz Zafón erzählt, wie Daniel zusammen mit seinem Herzensbuch erwachsen wird. 

Leider sei Ruiz Zafón zu vernarrt in seine Figuren, bemängelt die Rezensentin, sodass ihm die Handlung entgleite. Dem Versuch der psychologischen Feinzeichnung stehe allzu grobe Drastik gegenüber. Es habe den Anschein, Ruiz Zafón könne sich zwischen seiner Story und einer diffusen Liebeserklärung an die Literatur nicht recht entscheiden. Am Ende würden jene Rätsel zerfließen, welche der Autor dem Leser aufgebe. Dieser Roman sei ein Labyrinth, das der Einzelne nur betreten sollte, wenn er bis zum Schluss fest daran glaubt, dass sich dieses Buch einen Weg zu seinem Herzen bahnen will. (kat/kar)

Literaturangaben:
ZAFÓN, CARLOS RUIZ: Der Schatten des Windes. Roman. Aus dem Spanischen übersetzt von Peter Schwaar. Insel Verlag, Frankfurt am Main 2003. 527 S., € 24,90.


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