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Rätseln über Gemeinsamkeiten

Zum Briefwechsel zwischen Gottfried Benn und Ernst Jünger

© Die Berliner Literaturkritik, 07.04.06

 

BERLIN (BLK) – Auf die besondere Rolle Gottfried Benns und Ernst Jüngers in der Geschichte der alten Bundesrepublik verweist Jürgen Busche in der „taz“ bei seiner Rezension ihres Briefwechsels.

Wie auch bei Martin Heidegger und Carl Schmitt seien die „Lebensäußerungen“ dieser beiden „Geistes-Heroen“ interessant, weil man bei ihnen stets verzweifelt nach erklärenden Hinweisen suche, weshalb sie „zeitweilig auf den Nationalsozialismus oder die mit ihm verbundenen Gedanken hereinfallen konnten“. In der „gut kommentierten“ vorliegenden Ausgabe des Briefwechsels allerdings finde man zu diesem Thema nichts. Stattdessen rätsle der Leser über die möglichen Gemeinsamkeiten von Jünger und Benn, äußere sich letzterer zwar in respektvollem Ton, aber doch durchgehend abfällig über Jüngers Texte. Es sei wohl die „gemeinsame Offiziersvergangenheit“ gewesen, welche die beiden verbunden habe – eine Kameradschaft, die ihnen auch half, als sie nach dem Zweiten Weltkrieg beide teilweise heftigen Angriffen von verschiedenen Seiten ausgesetzt waren.

Die Briefe, die Jünger und Schmitt über Jahrzehnte hinweg wechselten, sind schon publiziert. Zwischen Heidegger und Schmitt gab es nur 1933 einen sehr knappen schriftlichen Austausch. Was Jünger und Heidegger sich mitzuteilen hatten, soll demnächst erscheinen. Man darf gespannt sein. (nic/gar)

Mehr:   Empfindlichkeit und Konkurrenz (Kurzvorstellung)

Literaturangaben:
BENN, GOTTFRIED / JÜNGER, ERNST: Briefwechsel 1949-1956, herausgegeben, kommentiert und mit einem Nachwort versehen von Holger Hoff. Klett-Cotta, Stuttgart 2006, 154 S., 14,50 €.


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