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Die große, unerfüllte Liebe

Oleg Postnows Romandebüt "Angst"

© Die Berliner Literaturkritik, 12.11.03

 

FRANKFURT AM MAIN (BLK) – Der Debütroman "Angst" des russischen Übersetzers und Literaturwissenschaftlers Oleg Postnow handelt von einer Kinderliebe und dem Zauber der Kindheit. Und sei dabei eine einzige große und sehr gelungene Paraphrase auf Vladimir Nabokovs Lolita, schreibt Thomas Fitzel in der "Frankfurter Rundschau" (12.11.2003).

Ein unbekannter Verfasser Namens K hinterlässt ein Manuskript, das in einem Antiquariat von New Jersey gefunden wird. Darin betrachtet K rückblickend seine Kindheit und berichtet von ukrainischen Sommern bei seinem Großvater auf dem Land. Er begegnet dort einem nicht näher beschriebenen Nachtgespenst, das ihm das Fürchten lehrt und dem Mädchen Tonja, in das er sich verliebt. Sie bleibt Zeit seines Lebens die große, unerfüllte Liebe, auch wenn sie sich aus den Augen verlieren und seine Liebe unerwidert bleibt. Am Ende stehen die Aufzeichnungen Tonjas, in denen sie den unglücklich verliebten nüchtern bedauert.

Oleg Postnow wolle den Leser mit seinem Roman, auf geistreiche Weise unterhalten und das gelingt ihm auch "ganz formidabel", meint der Rezensent. In seinem Spiel mit Mystifikationen sei er ein großer Stilist und ein Zauberer, der die Fäden seiner Marionetten sichtbar werden lässt, aber so, dass der Leser sie gleich wieder vergisst. An diesem Urteil ändert auch die Tatsache nichts, dass das Buch unglaublich kitschig sei. (juh/ott)

Literaturangaben:
POSTNOW, OLEG: Angst. Übersetzt aus dem Russischen von Ganna-Maria Braungardt. Rowohlt Verlag, Berlin 2003. 316 S., €19,90.

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